Wieviel Detaillierung muß sein?

  • Hallo Leute!


    In dem Güterwagen Statistik Thread hat sich ein interessanter Nebenaspekt aufgetan bezüglich der Detaillierungsgrade von Modellen. Mit den Kompromißmodellen im Mittelfeld sind wir lange genug von der Industrie abgespeist worden. Diese Kompromißmodelle haben einigen von Uns damals schon nicht so recht gefallen und sie griffen zur Selbstabhilfe um ein mehr vorbildgerechtes Aussehen dieser Waggons zu erreichen.
    Einigen ist das so gut gelungen, daß sie objektiv gesehen selbst gegen Neukonstruktionen von Heute bestehen können. Bei einem derart aufgepimpten und gesuperten z.B. Omm52 von Klein-Modellbahn besteht denn (objektiv gesehen!) kein Zwang ihn unbedingt gegen einen Brawa Omm52 auszutauschen.
    Man darf natürlich nicht in den Fehler der großen Hammelmasse verfallen und die Meinungen einiger "Leithammel-Gurus" ohne nachzudenken nachzuplappern.
    Niemals so was machen! Immer selber denken. Und kritisches Hinterfragen ("an den Grundfesten rütteln") sollte auch erlaubt sein.
    Ich denke dieses Forum hat sich auch zusammen gefunden um sich von der großen Masse anzusetzen.
    Wir sind alle Erwachsene und ich denke Wir können selber objektiv beurteilen.


    Genug geschwafelt, konkrete Beispiele müssen her.
    Ganz bewußt, um den Blick auf das wesentliche zu lenken, habe ich hier mal 2 US-Wagen heraus gepickt:



    Der hintere Wagen ist ein Bausatz von Bowser der damals für knapp über 10 Euro (10,90€) gekauft wurde.
    Schon bei dem Zusammenbau habe ich die Plastikradsätze durch Kadee Metallradsätze ersetzt und die Plastik Kupplungen durch original Kadee Kupplungen ersetzt. Der Materialpreis steig dabei auf 12,50€ für den Wagen an.
    Wenn man hier genauer hinschaut sieht man die angespritzen Griffe Und Aufstiege. Die Bremsanlage ist nur mit ihren wesentlichen großen Teilen dargestellt wie Luftbehälter, Bremszylinder und Steuerventil.


    Der vordere Wagen ist ein Intermountain Fertigmodell. Hier ist schon ab Werk alles dran, einschliesslich Metallradsätzen und original Kadee Kupplungen. Man beachte die hier wirklich komplette Detaillierung. Auf dem Foto leider nicht so richtig sichtbar, die komplette Bremsanlage ist dargestellt mit allen Übertragungsgestängen und Rohrleitungen.
    Das schlägt sich auch im Preis nieder: 29,90€ waren es. You get what you pay for, Du bekommst wofür Du bezahlst.



    Beide Wagen von unten.
    Einsatzzweck:
    Der Bowser Wagen ist für lange Ganzzüge gedacht als Füllmaterial. Hier fallen die vereinfachten Details, 2m Regel :D , nicht auf.
    Wenn ich allerdings direkt vor meiner Nasenspitze rangiere, möchte ich schon den Detailreichtum des Intermountain Wagens haben.


    Ich könnte als Alternative auch den Bowser Wagen Supern.
    Bei anderen Wagen habe ich das gemacht:



    Ein Wagen von den Zweien hier ist aufgepimpt der andere ein Supemodell.



    Zwei Spielzeug Kesselwagen werden zu richtigen Modellen.
    Da man speziell bei Kesselwagen die Bremsanlage auch schräg von oben sehen kann, war das ein MUSS die auch nachzubilden.




    Der blaue Wagen war wirklich nur Spielzeug gewesen.



    Der blaue Wagen im Vergleich mit einem Supermodell. Mit Supermodell meine ich ein käufliches Modell nach State-Of-The-Art, Stand der Technik.



    Und auch der gelbe Wagen wurde noch weiter dem Supermodell-Standard angepasst.


    Hier habe ich so 3 Modelle gewonnen die ich vor meiner Nasenspitze fahren lassen kann ohne daß sie mir unangenehm negativ auffallen.


    Für den grössten Teil von Euch unbekannte Wagentypen, unbekannte Hersteller, unbekanntes Vorbild, da fällt es schwer Vorurteile zu bilden. Und das war auch genau meine Absicht, den Blick auf das wesentliche zu lenken.

  • ich halte es für mich so:


    Seiten und oben drauf fein, gerne auch nachgerüstet.


    Unten drunter Schietegaal. Sehe ich im Betrieb auf den Anlage nicht nicht.


    Radsätze min. Rp25, besser Rp25fine. Gerade bei wagen ohne Brensklötze. US-Wagen haben eh von Haus aus Rp25.


    just my 2 cent.

  • Hallo Kollegen!


    Wieviel Detailierung braucht man? Das hägt mE von der Anlagenkonzeption ab. Wenn ich nur mit drei Schachteln rangiere- dürfen die bis zur letzten Schraube detailliert sein. Fahre ich aber einen Dg auf einer Anlage- kann es wesentlich weniger sein.


    Aber was nützt mir ein, sagen wir Tadgs (mit einer meiner Lieblingswagen), wnn er bis zum Abwinken nachgerüstet ist, aber die Grundkonstruktion des Wagens (zur Bahngesellschaft) nicht stimmt. Der Tadgs vo Lima und auch Roco entspricht den Wagen der DB, bzw der SNCF. Für die Wagen der DR müßte die auf der Nichthandbremsseite befindliche Bühne entfernt werden (das kleinere Problem) und der Wagen gekürzt werden... Wobei ich mitdem zu langen Wagen leben kann.


    Prinzipiell ist mir die Detaillierung auf der Wasgenunterseite relativ wurscht. Ein komplettes Bremsgestänge macht bei einem ansonsten maßstäblichen Tadgs (schon wieder) Sinn, da der Rahmen recht "durchsichtig" ist. Bei einem Oppeln wäre es mir wichtiger, daß die Achshalter und Bremsgestängesteller vernünftig nachgebildet sind. Beim Vorbild sehe ich ja, wenn ich neben dem Wagen stehe, auch keinen Bremszylinder. Kurz und Gut- daß was ich in normaler Perspektive sehe, muß am Modell auch zu sehen sein. Wobei das Augenmerk eben auf Bremsbacken, Radsatz (niedriger Spurkranz) und Achshalter liegen sollte...



    Viele Grüße


    Christian

  • Zur Ergänzug:


    Und weil einige hier schon wieder Furcht haben zur Beruhigung:



    Hier ist absolut nichts in Richtung Bremsanlage gemacht worden. Die weit herunter gezogenen fischbauchartigen Seitenwände verhindern jeden Einblick.
    Hier wurde nur auf die richtige Wagenhöhe geachtet und die Auflagepunkte der Drehgestelle entsprechend bearbeitet. Dazu wurde auch ein Teil des Wagenbodens in Bereich der DG weggenommen
    Die Kupplungen wurden "Body-Mount" d.h. am Wagenboden selber angebracht.
    Vorher war das nämlich ein hochbeiniges Spielzeugmodell mit an den Drehgestellen angebrachten Kupplungen.