Wellpappe ist durch nix zu ersetzen!

  • Hallo Landschaftsarchitekten,


    in Friedrichs letztem Beitrag fühle ich mich angesprochen als "Erfinder" des Pappplatteneinsatzes im Geländebau. Ich habe mal in meinen Fotobildern der vergangenen Jahrzehnte gestöbert und dabei einige Aufnahmen der Modulrohbauten wiedergefunden. Es sind Abzüge von Papierbildern aus den Jahren 1989 und 1990 die ich eingescannt und ein wenig bearbeitet habe; qualitätsmäßig natürlich nicht mit den heutigen "Elektrobildern" vergleichbar.


    Die ersten Aufnahmen zeigen die Erstellung der Grundlandschaft bei einer Schattenbahnhofseinfahrt. Das obere Teil ist zur Platzersparnis beim Transport abnehmbar ausgeführt.
    Ich habe Wellkarton in Streifen geschnitten und mittels einer Heißklebepistole an den Modulkanten und untereinander verklebt. Das geht schnell und wird sehr stabil. Auf dieses Grundgerippe habe ich dann stampig angerührten Gips aufgetragen. An einer Seite neben dem Tunnelportal habe ich dann gleich in den abgebundenen aber noch nassen und damit wenig festen Gips die Felsstrukturen mit einer Klinge eingearbeitet.


    Das Oberteil des Geländes entstand vollständig aus Wellpappe. Damit es nach dem Trocknen der Gipsschicht abnehmbar blieb, habe ich zwischen Unter- und Oberteil mehrere Unterlegscheiben gelegt und konnte so mit einer Fuchsschwanzsäge in die Fuge und die Teile voneinander trennen.






    Bei einem anderen Modul habe ich nachträglich noch eine mit einem engen Radius zu umfahrende Felsgruppe angebracht. Auch hier ist das Grundgerüst für die Kalksteinfelsennachbildung aus Pappstreifen, die mittels Heißkleber verbinden wurden. Die Zwischen räume habe ich dann mit Pappmaché ausgefüllt und mit einer Klinge in Form gebracht.





    Bei weniger wild bewegter Landschaft klebe ich einfach nur ein oder mehrere passend zugeschnittene Wellpappenplatten mit Heißkleber zwischen die Modulseitenwände. Leichte "Hügel" lassen sich mittels kleiner, nur die Oberseite der Wellpappe anschneidender Messerschnitte problemlos formen. Etwaige starke Spannungen in der Pappgeländehaut geben sich spätestens wenn feuchter Gips oder, noch besser, elastischer Fliesenkleber als Geländeoberhaut aufgetragen wird. Diese Schicht kann man am besten gleich mit brauner oder grüner Abtönfarbe kolorieren. Das (mein) Auge kann dann die Oberfläche wesentlich besser begutachten als es die reinweisse Oberfläche erlaubt.


    Auch nach fast einem Vierteljahrhundert wende ich diese Geländebauart noch an. Ein zwischenzeitlich Experiment mit Bauschaum auf Drahtgewebe hat mich nicht überzeugt. Und die Styrodur-Hartschaumplatten finde ich auch nicht besser. Hier all das teure Material wieder herunter zu säbeln macht nicht nur viel Arbeit und Abfall sondern geht auch überflüssigerweise ins Geld. Nacharbeiten mit Gips, Fliesenkleber o.ä. muss ich ja auch.


    Probiert´s mal aus! meint Bruno - bob -

    Es muss nicht alles perfekt sein was gut ist

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