3D-Druck – eine Alternative für den anspruchsvollen Modellbauer?

  • Hallo,


    die Bilder sehen interessant aus - scheinbar sind die Bauteile schon lackiert. Nun fehlen leider noch ein paar Infos, wie zum Beispiel ein Foto von einer glatten Fläche wie eine Motorraumklappe, um eine realistische Beurteilung geben zu können. Um welchem Maßstab handelt es sich? Mit den abgebildeten Münzen kann man leider wenig anfangen. Es wird wohl 1:87 sein.
    Und viel wichtiger finde ich ich die Angabe zum Preis. „Frostet Ultra“ fand ich schon immer recht teuer in Bezug auf Preis- und Leistung, keinesfalls aber Preiswert. Wie sieht es nun im Verhältnis dazu mit diesem gezeigtem Material aus?


    :offtopic:
    Nun bin ich bei weitem kein Mensch, der Dingen von Gestern hinterher rennt aber es gab mal Zeiten, da wurden Beiträge mit einem freundlichen „Hallo“ oder Vergleichbarem begonnen. In Zeiten von Facebook und WhatsÄP scheint das wohl nicht mehr „In“ zu sein. Schade.

  • Axel,


    er hat eine spezielle Farbe auf Wasserbasis verwendet, die nur drüben zu bekommen war. Wegen dem Farbton.


    Aber das Material läßt sich genauso mit z.B. Revellfarben lackieren. Nur bei den Weinert-Farben wäre ich aber, wie bei jedem Kunststoff, wegen dem Lösungsmittel vorsichtig.



  • Hallo,


    am Anfang dieses Fadens warf ich die Frage in den Raum, ob der 3D-Druck eine Alternative zu den üblichen Herstellungsmethoden für den anspruchsvollen Modellbauer ist. Seinerzeit zog ich nach eigenen ausgiebigen praktischen Versuchen und Recherchen im Netz folgendes Fazit:


    Zitat

    Der 3D-Druck ist ohne Frage eine interessante Methode zur Herstellung von Objekten. Für unseren Maßstab jedoch, kommt diese Methode nicht in Frage. Es sei denn, man schraubt seinen Anspruch herunter oder setzt die Modelle weit entfernt von Makro-Objektiven ein.
    Bei der ganzen Thematik darf man eins nicht vergessen: Um zu einem gedruckten Modell zu kommen, muss man 3D-CAD zeichnen können...


    Heute, im Mai 2015 würde ich diese Schlussfolgerung in dieser Form nicht so stehen lassen. Mein Fazit heute lautet: Abhängig von der jeweiligen Situation ist diese Technik durchaus nutzbar, wenn man einige Dinge dabei berücksichtigt. Dies wäre zum Einen immer noch das größte Problem der Datenerstellung. Wer kein 3D-CAD-Lehrgang besucht hat, kommt nicht weit. So ohne weiteres lässt sich diese Technik nicht erlernen - wer es dennoch versuchen möchte kann es mit einer Demo-Version von z.B. AutoCAD versuchen.
    Beherrscht man diese Zeichentechnik nicht, bleibt nur die Möglichkeit, sich jemanden zu suchen, der im Tausch gegen Geld eigene Ideen ins Virtuelle umsetzt.
    Hat man diese Hürde gemeistert, gilt es dabei zu bedenken, dass das angebotene Material sehr brüchig sein kann, wie es Jörg an anderer Stelle bereits an einem amerikanischen Lokgehäuse erwähnt hat. In der Parallelwelt versucht man die mangelnde Verfügbarkeit von Anbaugeräten an Traktoren im Maßstab 1:87 zu kompensieren, in dem man Grubber druckt. Ich konnte mir von diesem Modell selbst ein Bild machen und sprach mit zwei Modellbauern, die die Investition von 40 EUR Druckkosten nicht gescheut haben. Beiden sprachen auch hier den großen Nachteil der extremen Brüchigkeit der Bauteile an, was zur Folge hatte, dass trotz sehr sorgfältigem Umgang viele Flügelschare abgebrochen sind, was man hier teilweise erkennen kann.
    Das führt mich unweigerlich zur Frage, ob andere Herstellungsmethoden sinnvoller wären? Den Rahmen aus PS gefräst, die Anbauteile geätzt, gezahnte Scheiben mittels Resin dupliziert. Es würde mehr Bastelaufwand bedeutet aber der Preis wäre bei entsprechender Menge günstiger und das Modell später in jedem Fall haltbarer.


    Also alles Mist? Keinesfalls! Überall dort, wie klassische Herstellungsmethoden versagen oder Bauteile nur mit hohem Aufwand herzustellen sind, spielt der 3D-Druck seine Vorteile aus. Dächer von schmalspurigen Personenwagen fallen mir spontan ein, natürlich auch aufwendige Lokgehäuse mit Rundungen, die nur mühselig von Hand herstellbar sind, um ein weiteres Beispiel zu nennen.
    Die Qualität der bisherigen 3D-Druckerzeugnisse hat mich bisher nicht überzeugt. Die Oberflächen sind oft rauh - was sich auch durch anschleifen nicht beheben lässt und schlimmstenfalls sieht man die einzelnen Druckschichten auf der Oberfläche. Leider hat Jörg keine weiteren Infos zu den zuletzt von ihm gezeigten Bilder geschrieben aber es ist eigentlich nur logisch, dass die Herstellunsgweise mit geringeren Schichtdicken, genannt „Frosted Extreme Detail“ noch teurer ist, als die bisher von Shapeways angebotene Qualität „Frosted Ultra Detail“. Bei diesem Modell sind es 40 EUR mehr, was den Preis des Gehäuses auf 116 EUR inklusive Versand steigen lässt.


    Vielleicht trifft die Aussage „Wer genug Geld zur Verfügung hat, für den ist der 3D-Druck eine perfekte Sache.“ den Kern des Problems. Man sollte sich im Vorfeld sehr genau überlegen, ob man zum 3D-Druck greift oder selbst Hand anlegt. Eine pauschale Aussage kann man nicht treffen, jede Herstellungsmethode, ob CNC-Lasern, -Fräsen, Ätzen oder 3D-Druck hat seine Vor- und Nachteile. Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.


    Ich schließe diese „Forschung“ mit der Hoffnung ab, dass diese Technologie sehr bald sehr viel günstiger wird und die Materialien haltbarer. Vielleicht belege ich dann auch mal einen CAD-Kurs in der Abendschule. :wissenschaftler:

  • jede Herstellungsmethode, ob CNC-Lasern, -Fräsen, Ätzen ......... hat seine Vor- und Nachteile.


    Hallo,
    da stimme ich voll zu, denn bei der Einbeziehung aller Techniken für ein Projekt kann man sicher recht gute und preiswerte Modelle erstellen, ohne sich mit 3D-CAD quälen zu müssen. CNC-Fräsen und -Lasern ist bei meinen Oberlichtern angesagt. Ein bißchen Handarbeit ist natürlich auch noch dabei :D .


    Mit Gruß
    Eberhard

  • Hallo Robert!


    In den Grundzügen stimme ich mit Deinen Schlußfolgerungen überein. Allerdings würden die Dächer der Schmalspurpersonenwagen mit 3-D Druckverfahren gefertigt, gnadenlos die Schwächen dieses Verfahrens aufdecken. Es sei denn ich überliste das menschliche Auge und mache die Stufen durch asymtotische Annäherung an die gebogenen Linien so klein, daß sie in der allgemeinen Rautiefe untergehen, d.h. nicht mehr wahrgenommen werden. Fast schon müßig zu erwähnen, daß die Druckzeit und damit auch die Kosten dann exponentiell steigen.
    Hier könnte man beispielweise die Dächer aus tiefgezogenen Kst.-Plattenmaterial besser herstellen.


    Aber damit geife ich wohl schon zu weit vor. Heute wird immer noch zu "einspurig" gedacht und bei Erstellung eines Modells in der Regel nur eine (einziges) Fertigungsverfahren ausschliesslich berücksichtigt. Für die freie Kombination von verschiedenen Fertigungsverfahren und -Technologien, angewandt an einem Modell, sind Viele von uns mental noch nicht so weit. Die tiefgezogenen Dächer sind so ein Beispiel.


    Eine andere Herausforderung stellt das Dach der US Diesellok aus dem aufgeführten Beispiel dar. Statt sich hier mühsam mit Spachteln und Schleifen abzuquälen und die Stufen wegzubekommen, warum greift man hier nicht auf ein anderes Fertigungsverfahren zurück und ersetzt das Dach schlicht und einfach durch ein Ätzteil? Das Dach als ein abgewinkeltes Ätzteil mit völlig glatter Oberfläche das einfach aufgeklebt wird. Berücksichtigt man die Materialstärke schon bei der Konstruktion des 3-D Teils, fällt auch die Nacharbeit fast völlig weg.


    Nur 2 kleine Beispiele wie man die Tücken des 3-D Druckverfahrens umgehen könnte. Ich denke da ist noch viel "Missionarsarbeit" erforderlich bis diese flexiblen Querdenkereien Allgemeingut werden.


    Meine 2 €ent

  • Robert,


    kleine Korrektur weil falsch wieder gegeben:


    Ich schrieb von der Bruchenpfindlichkeit im Zusammenhang der zu dünnen Wandstärke an der Stelle des Modells. Das ist aber eine Sache der Konstruktion und nicht materialbedingt

  • Hallo Freunde,
    Diesen Faden habe ich von Anfang an mit großem Interesse verfolgt. Mich aber bis dato noch nicht dazu geäußert ( äußern können) da mir jegliche Erfahrungen mit diesen Verfahren fehlen..
    Richtig, diesen Verfahren, denn das 3D-Drucken beinhaltet ja mehrere Verfahren- aber da erzähle ich ja nichts neues.
    In den verschiedensten Foren werden immer mal wieder Modelle präsentiert. Dabei bin ich bei einigen Modellen doch recht begeistert...
    Mittlerweile habe ich auch einige Modelle in direkten Augenschein nehmen können...
    Das erste Modell, welches ich in die Hand hgenommen habe, war ein (ich sage es mal ganz platt) Pulvergesintertes Modell eines Drehmaschinenfutters.
    Mein Eindruck: nicht ganz schlecht, durch die Möglichkeiten, verschiedenfarbige Pulver zu verwenden gut geeignet um Präsentationsmodelle zu fertigen.
    In meinen Augen besteht der größte Nachteil darin- die Teile immer "offen" zu konstruieren, damit das überflüssige Pulver entfernt werden kann... auch ist die Oberfläche recht rauh.
    Für die Herstellung von Urmodellen für den Resinguß aber sicherlich brauchbar. Allerdings ist eine recht umfangreiche Oberflächen bearbeitung ( Spachteln, Schleifen und Lackieren) notwendig.
    Über die Verwendung dieses Verfahrens denke ich bereits nach- weil sich hier die Kessel der Ol49 mit ihrem konischen Stehkessel recht gut fertigen lassen..
    Nicht hat mich das Drucken mit Filamenten- dabei war es weniger das Ergebnis- sondern die Vorbereitung. Damit also der Druck überhaupt funktioniert.
    Irgendwie ist mir das ganze auch zu "frickelich". Das Ergebnis ist unwahrscheinlich von der Präzision abhängig.
    Und da scheint es bei den eher preiswerten Geräten doch etwas im Argen zu liegen.


    Die Ergebnise von shapeways und imaterialize unterscheiden sich systembedingt ein wenig. Sind aber in meinen Augen doch ganz brauchbar. Es ist also nur eine Frage der Auflösung- und damit Druckzeit und Preis.


    Ich denke schon- daß hier so einiges machbar ist- die hier gezeigten Bilder beweisen es ja auch...


    Dennoch werden die Verfahren nicht für jedermann einsetzbar sein. Denn vor dem Druck ist die Konstruktion zu machen. Und da tue ich mich recht schwer. Mit meinem 3D-System komme ich überhaupt nicht zurecht. Mir fehlen einige Kontext-Menues- die ich von meinem alten 2D-System gewohnt bin.
    Ich denke schon, daß bei der entsprechenden Vorbereitung, recht ordentliche Ergebnisse möglich sind.
    Ich würde also aus heutiger Sicht meinen, daß die 3D-Drucke mit in den ambiotionierten Modellbau einbezogen werden sollten...



    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo,


    wie fast immer geht es beim 3D-Druck auch um "Wahrnehmung". Die ist bei jedem anders. Bei den CD-Spielern wurde in den 80ern das sog. "oversampling" = die Fähigkeit, Fehler zu erkennen und zu überdecken gepriesen.


    Ich selbst habe ein recht hohes Abstraktionsvermögen. So erkenne ich schon mit wenigen Informationen, was es ist. Hängt sicherlich auch damit zusammen, dass ich farbenblind bin. Aber gleichzeitig bin ich nach schnellem Erkennen auch schnell zufrieden, auch wenn ich noch nicht alle Details betrachtet und beurteilt habe (daher ist eine Sperrholzwüste mit 6 aufrecht stehenden Zewa-Rollen für mich bereits ein betriebsbereiter Anschluss eines Getreidesilos).


    Daher wird die Zufriedenheit mit der Auflösung beim 3D-Druck m.E. immer unterschiedlich sein.


    Ich habe meist bei shapeways geordert. Ein paar Dinge sind aber aus anderen Druckquellen. Bei letztgenannten war ich bei Edgars Setra S 110 hochzufrieden. Die Fernmeldekabine für einen BW-Unimog eines anderen Anbieters war mir das Geld nicht wert; da haben sogar mich die Stufen gestört.


    Die neue shapeways Hochauflösung kam erst ein paar Tage nach meiner letzten Bestellung. Die neue mit ersten fxd ist im Zulauf. erstaunlicherweise hatten die nicht mit diesen ein Problem, sondern mit dem Druck noch unter fud. Ja, gerade für mich als N-Bahner müsste mindestens fud..... Da sind zum Einen Probeshots dabei, bevor ich die große Menge teuer in hochauflösend order. Und/oder zum Zerlegen auf dem Schrottplatz vorgesehen.


    Shapeways hat aber informiert und kurz nach Info doch hingekriegt und dann deutlich vor der verschobenen Terminankündigung verschickt.


    Irgendwas schicken die mir immer zurück als nicht druckbar, was aber schon problemlos gedruckt wurde. Da es sich um ein paar Stammkonstrukteure handelt, glaube ich denen. Je nach Zeit und Monitum wird es halt für den aktuell beauftragten Drucker korrigiert. Eine vermeintlich notwendige Änderung hätte aber eine arge Vergröberung bedeutet. Die wollte der Konstrukteur nicht, ich auch nicht. Also kommt es solange immer wieder in den Korb, bis sich ein Drucker mal nicht dran stört ;-)


    Hierüber habe ich die Kommunikation mit den Konstrukteueren als angenehm empfunden. Mit einem (Ngineer) habe ich sogar schon Wünsche von mir umgesetzt.


    Ich bin gespannt wie fxd rüberkommt und werde berichten.


    Den größten Nachteil bei shapeways sehe ich in der Präsentation des Angebots = deren Datenbankarchitektur. Da kommt halt viel Kappes mit bei und nicht zuletzt damit ist die Zahl der Produkte je Seite klein = nerviges navigieren


    Bis dann


    Michael