50er die neueste

  • Hallo Andreas!


    Also m.E. sollten + / - 0,5mm Höhenspiel der Achsen im Rahmen völlig ausreichen. Wenn es mehr erfordert, sollte man seine Gleislage überdenken bzw. Überarbeiten.



    Noch einmal ein Detailfoto von der Seite. Vergleiche das mal mit einem unbearbeitetem Rahmen von Dir, ich habe z.Zt. keinen separaten unbearbeiteten Rahmen zur Hand.
    Hier siehst Du wie weit ich vertikal gefräst habe.



    Das von unten betrachtet.
    Der dicke Teil der Roco Achslagerbuchsen ist nur "so da", er ist einfach nur vorhanden ohne daß er mechanisch von irgendeiner Bedeutung ist. Der mechanisch relevante Teil sind die abgedrehten Ansätze dieser Buchsen.
    Diese Partien führen die Achse und sind für die Präzision des Mechnismus mit verantwortlich.
    Das gilt dann auch für die entsprechenden Gegenpartien, die Achslagerführungen, im Rahmen. Hier sollte dann ein kaum meßbares horizontales Spiel, hier die Relativbewegung des Achslagers vor und zurück, vorhanden sein. Etwas Spiel muß allerdings sein, da die Achslagerbuchsen leicht in ihren Achslagerführungen im Ramen auf- und abgleiten müssen.


    Es gibt jetzt mehrere Ansätze wie man weiter vorgehen kann.
    1) Man verwendet die originalen Roco Achslagerbuchsen weiter. Muß dafür dann allerdings mehr Fräsen um dem dicken Mittelteil der Buchsen den entsprechenden Bewegungsraum im Rahmen selber zu verschaffen.
    2) Man dreht die Roco Buchsen auf ein Aussenmaß von durchgehend 3,0mm ab. Kann sich so einiges an Fräsarbeit sparen; technische Voraussetzung allerdings: Drehbank.
    3) Man ersetzt die Lagerbuchsen durch Messingrohr mit entsprechednen Abmaßen; 2,0mm innen und 3,0mm aussen und entsprechender Länge. Wie 2) weniger Fräsarbeit, aber als Nachteil mehr Lagerspiel der Achsen in den Buchsen.


    Den oben abgebildeten Rahmen habe ich so gefräst, daß die originalen Roco Buchsen ohne weitere Änderung hier passen.
    Die Pedellagerung der 1. Kuppelachse habe ich durch stehen lassen einer etwa 1mm breiten Partie in Rahmenmitte realisiert. Die Lok stützt sich vorne so auf die Mitte der Lagerbuchse ab und diese kann pendeln.
    Darunter ist eine Variante zu sehen bei der ich die Buchse abgedreht habe und nur in der Mitte einen Bund stehen gelassen habe. Dafür ist die Ausfräsung im Lokrahmen dann durchgängig.
    Dann gibt es noch die Möglichkeit in der Mitte der Ausfräsung eine Bohrung einzubringen, wie bei Achse 2 und 3, und dort ein Gewinde zu schneiden. Ein entsprechendes Stück Rundmaterial wird mit Gewinde versehen und man kann damit dann, nach Richten des Lokrahmens, bequem den Rahmen waagerecht ausrichten. Verkleben, abpetzen, fertig.



    Wie vorher schon angesprochen, die eigentlich kitzeligen Partien im Lokrahmen sind die Achslagerführungen, diese etwa 1,5mm breiten Führungen die jetzt möglichst genau nach oben hin erweitert werden sollen. Und zwar möglichst senkrecht und mit einer möglichst einzuhalten Genauigkeit von 3mm + Toleranz für Leichtgängigkeit.
    Wenn man sich hier jetzt verhauen hat oder der Fräser ist weggelaufen oder die Einspannung hat nachgegeben?
    Ich habe das repariert indem ich mit Beilagen von 0,1mm dünnen Kupferblechstreifen das Stichmaß von den besagten 3mm wieder hergestellt haben. Solche Achsgleitlagerplatten gab es übrigens bei den 1:1 BR52 auch.
    Dazwischen ist egal, man kann hier das Material grob herausschruppen, Hauptsache die dicke Roco Buchse bekommt genug Platz. Hier bearbeite ich von Hand nach um die Leichtgängigkeit herzustellen.


    Wenn man die Methode mit den Messingrohr nimmt, braucht man hier nur die besagten Partien nach oben im Rahmen ausfräsen oder man kann es auch mit einer kleinen Rundfeile machen.




    Hier erweitere ich gerade den Kabelkanal (alter Vor-Digital Rahmen) um Platz für 2 weitere Kabel zu schaffen (für die Stirnbeleuchtung vorne)



    So sieht dann der handgefräste Kabelkanal aus. Wo es um die Ecke geht habe ich die Kante etwas gebrochen.

  • Da ich auf die Lieferung von Faulhabermotoren warte, hatte ich Zeit zwischendurch die "neue" 50er zu machen.



    Die ersten Digitalen Probefahrten.Ich habe eine genormte 8-polige Schnittstelle nach NEM652 gemacht und dort einen ESU Lopi V1.0 eingesteckt. Da es ja noch ein V1.0 ist, war die gesamte Decodereinstellung eine Sache von 3 Minuten, einschliesslich der langen Lokadresse. Erledigt, Decoder sind für mich ein Mittel zum Zweck.




    Dann noch die unmöglichen Roco Windleitbleche.
    Links original, rechts bearbeitet.




    So wird gebogen.



    3 von 4 Haltern sind schon im Winkel korrigiert worden. Unten sind die Halter durch den veränderten Winkel jetzt zu lang. Sie sind zu kürzen und die dickeren Partien der unteren Halter so zu beschnitzen, daß die Breite und Dicke der unteren Halter denjenigen der Einstecklaschen entspricht.



    So wird daß Maß der Kürzung ermittelt. Dann können die WLB eingesteckt und ausgerichtet werden.





    Da diese Lok noch aus dem Jahre 1994 stammt, ist das hier noch gute alte Roco Qualität. So lief die Lok auch gleich auf Anhieb rund und ohne aufwendige Nachbesserungen wie bei der Wannen 50er. Insgesamt ein eher entspannender Umbau ohne Überraschungen. Farblich habe ich hier noch nichts gemacht und die Lok glänzt denn auch noch wie eine Speckschwarte mit 3 verschiedenen Rottönen.
    [ironie]Und blinkendem Gestänge. Welch Glanz in meiner Hütte...[/ironie]











  • Die Bilder dürften eigentlich selbsterklärend sein.
    Die Quertraversen entstanden aus 1,5mm Plattenmaterial und wurden beidseitig verzapft. Jedenfalls sind die Bremsbacken jetzt da wo sie hingehören, in der Ebene der Radlaufflächen. Wegen der Seitenverschiebbarkeit der Radsätze mussten sie leider etwas weiter weg plaziert werden, hier 0,6mm.

  • Und ehe das das bei DSO ins Nirwana verschwindet hier herüber kopiert und angehängt:


    Also etwa 0,8mm auf jede Seite könnte man die DG Blenden näher zusammen rücken.
    http://www.drehgestelle.de/2/pbg_ho.html


    Aber:
    Es sind ja keine richtigen DG, sondern nur Atrappen die so tun als ob sie Drehgestelle wären.
    Alle Achsen des Tenders sind im Rahmen gelagert.
    Modellbahn lauftechnisch hat man es hier mit einem Steifrahmentender zu tun.
    Folglich müssen die Radsätze im Hauptrahmen seitenverschieblich sein, insbesondere für den H0-36 Bedarf.


    Des weiteren der Wunschtraum mit den veringerten Zylindermittenabständen.


    Casus Cnachtus ist das hier:

    Der Abstand zwischen der Kreuzkopfrückseite und dem Kurbelzapfenbolzen der 1. Kuppelachse.
    So lange dieses Problem nicht gelöst ist braucht man davon gar nicht erst anfangen zu träumen.
    Zu beachten ist fernerhin, daß es sich hier auf dem Foto noch um das alte dünne Blechgestänge handelt. Das neue Gußgestänge mit seinen Stoppeln trägt in der Dicke mehr auf, soll heißen der der Abstand zum Kreuzkopf ist noch geringer.


    Und auch Finescaleräder sind nicht der Universal-Problemlöser. Die Verringerung der Breite der Räder ist hier hauptsächlich von der Rückseite her erfolgt. Von Aussen ist zwar auch noch eine gewisse Verringerung, aber das Maß über die Aussenbreite ist nur um 1mm kleiner als wie ein Radsatz mit Code 110 Radprofilen der auf ein Innenmaß von 14,5mm eingestellt ist.


    19,0mm gegenüber 20,0 bedeutet man könnte bei 1,6mm breiten Radprofilen 0,5mm herausschinden.


    Es wird bei der Zylindermittenreduzierung auf eine 1/10tel mm Schinderei hinauslaufen. Eine einzelne Maßnahnme wird nicht zum Ziel führen, man wird da schon alle Tricks zusammen zählen müssen.

  • Hallo Lutz,
    wie gestern schon besprochen: Wir haben es nicht mit einem einzelnen Problem zu tun. Eher mit einer Kette. Mit Hilfe einer Senkkopfschraube liesse sich vielleicht mehr Platz schaffen, aber wirklich gewinnen kann man damit nichts. Die Seitenverschiebbarkeit der Radsätze, insbesondere für den beim Spielbahner so beliebten 36cm-Radius, macht alle Bemühungen über kurz oder lang zu nichte. Wenn die Achsen weitestgehen festgelegt werden, kommt die Lok auch bei einem Modellbahner mit halbwegs ordentlichen Radien nicht mehr um die Kurve. Das schafft dann wirklich nur noch H0-pur, aber zu welchem Preis?
    Jedenfalls würden wir in dieser Angelegenheit (Verringerung Zylindermittenabstand) dann eine Lösung finden, aber betrieblich ist das dann - hart ausgedrückt " unbrauchbar".
    Ich für meinen Teil, sehe es deshalb von der pragmatischen Seite: darauf verzichten! Es wird eigentlich nichts erreicht, ausser viel Arbeit.


    Aber, vielleicht habe ich ja auch etwas übersehen? Dann bitte ich um Darstellung der Fakten 8o
    Bis dahin noch einmal: Danke für das Gespräch gestern, das sollten wir vielleicht mal an einem Wochenende persönlich wiederholen!? Am Besten im Beisein der Delinquenten, sprich der Loks....

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • wie teile ich durchgehende Kuppelstangen und habe danach noch das genaue Stichmaß.



    Den Anfang macht eine Vorrichtung.
    Ganz simpel hergestellt aus einem Stückchen Rechteckleiste und div. Rundmaterial. Die noch ungeteilte Kuppelstange dient als Bohrschblone für die Richtzapfen. Der Durchmesser richtet sich nach dem Durchmesser der Bohrungen in den Stangenköpfen. Sind die Borungen gesetzt werden die Zapfen eingesetzt. Nochmalige Überprüfung ob die Stichmaße stimmen. Wenn nicht das Ganze noch einmal von vorn, Holzleisten sind billig.





    Nächster Schritt, irgend einen leicht lötbaren Blechstreifen adequater Stärke suchen und dort erst einmal frei Schnauze möglichst mittig 2 kleine Bohrungen setzen, diese dienen nur dem Vorbohren.





    Dann erst wird auf den endgültigen Durchmesser aufgebohrt. Maßgeblich ist hier der Aussendurchmesser der Distanzhülse auf der Treibachse. Gemessen 2,4mm kommt noch eine kleine Zugabe weil hier Leichtgängigkeit erwünscht ist, hier wird dann mit 2,5mm gebohrt.






    Versäubern der Grate.






    Jetzt werden die Kuppelstangen getrennt. Wo genau ergibt sich fallweise, am besten dort wo es nicht auffällt und die technische Funktion gewahrt bleibt.





    Von dem vorher gebohrten Blechstreifen werden 2 Stücke abgeschnitten und an die Kuppelstangen angelötet. Das werden dann die neuen Stangenköpfe.
    Diese Kuppelstangen hier sind aus Messing was sich gut löten lässt. Bei den älteren Roco 50er mit blanken Gestänge sind sie aus VA Stahl der eine etwas intensivere Wärmezufuhr zum Löten braucht. Daher die Kokelspuren am Holz.






    Freihand werden jetzt die neuen Stangenköpfe schön gemacht, d.h. in ihrer Kontour den vorhandenen Stangenköpfen angepasst. Die Andeutung der Schmiergefäße kann man sich hier sparen ...






    ... weil sie nämlich so montiert werden.






    Zu sehen ist hinterher nichts mehr. Dafür hat man jetzt eine verbessere Kinematik hinsichtlich der Federung.
    Die Stichmaße hat man ebenfalls auf bequeme Art und Weise eingehalten.

  • Das hier ist zum selber vergleichen:



    Neulich ist mir auf dem Dachboden mein oller Märklin Wannentender von Anno 1968 wieder in die Hände gefallen. Hier sind im Lauf der Jahrzehnte mindestens schon 3 Schichten Farbe aufgepinselt worden und die Märklin Teile daher nicht mehr so konturenscharf.






    Aber was man Anno 1968 bei Märklin schon fertig gebracht hatte, sind Bremsbacken die auch tatsächlich vor den Radlaufflächen liegen.






    Hier noch einmal das originale Roco DG zu selber Vergleichen. Man beachte auch die irre Seitenverschiebbarkeit der Radsätze *#'

  • Hallo Lutz,


    klasse Sache, hört sich gut an und den Spaß beim Anschauen hatte ich!

    Kannst Du ein wenig zum Decoder und dem Einbauplatz des/der Lautsprecher(s) sagen? Eventuell auch etwas zum Einbau selber, z.B ob Fräsarbeiten nötig waren. Mich schreckt da immer der Einbauaufwand; Lautstärken kann man ja mittlerweile runter regeln.


    Vielen Dank und herzliche Grüße

    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Gude Lutz.


    Ja. Das finde ich eine ausgesprochen gute Frage von Martin und Andreas. Sag doch mal was zum Decoder.....:):);). Bitte!!


    Viele Grüße
    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Moin moin zusammen,


    bei der Antwort von Jürgen kommt mir der Verdacht auf eine stationäre Soundwiedergabe. Der Sound hängt also "irgendwie" am Regler, aber ohne Sound-Decoder in der Lok und kommt dafür aus 'ner schönen großen Box unter der Anlage.... Soll es ja geben:pfeifen:


    Mit einem lächelnden Gruß

    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo Freunde,


    da schließe ich mich Jürgen an. Ihr werdet Euch wundern.....

    Soviel sei gesagt. Eine Kiste unter der Modellbahn. Neeeee. Das kann Lutz besser.


    Dick grinsend

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hi Zusammen

    Klingt wirklich gut. Ich tippe mal auf einen US Decoder - Tsunami oder Econami?

    Mich würde dann viel mehr interessieren, ob es die Möglichkeit gibt, die Settings z.B. als JMRI File zu bekommen, damit man nicht sooo viel Zeit ins Lernen stecken muss.

    Soweit ich mich erinnere ist es bei den Dingern so, dass man sich die Sounds aus einer Bibliothek auf dem Dekoder selbst zusammenkomponiert?


    Für das Setting-File der 50er wäre ich sogar bereit ein paar Euro locker zu machen...


    LG,

    Axel

  • Hallo Modellbahner,


    ein US-Decoder in einer deutschen Lok! Das wäre ja Blasphemie. Oder doch nur eine logische Konsequenz???
    Lieber Lutz, lass die Katze aus dem Sack, die Spannung ist schon unerträglich.;)


    Gruss Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Leute,


    der Axel weiß das ja nu schon aus dem anderen Forum wo ich es auch veröffentlicht habe.

    Dort machte dieses gemeinschaftlich erstellte kurze Video den Anfang das wir bei Vergleichsfahrten gemacht haben:

    [Video]

    [/Video]

    Viel Spaß beim Anschauen und bei der Diskussion bitte sachlich bleiben.


    Ich habe hier einige als heilig angesehene Kühe abgeschlachtet. Damit die Zuschauer des Videos weitgehend unbeeinflusst bleiben und um hier eine durch Vorurteile beeinflusste Meinungsbildung möglichst auszuschliessen habe ich auch dort erst einmal nichts gesagt.


    Einiges habe ich hier herüber kopiert und teilweise angepasst:

    Nachdem ich bei Gerhard, dem Besitzer der 50er mit Normaltender, nachgefragt habe um nichts falsches zu schreiben, hier die Antwort.

    Diese 50er hat Henning Sound auf Zimo Decoder und der ist nach Vorschrift eingebaut worden. Bei Henning gibt es ein bearbeitets Kesselgewicht für den 50er Altbaukessel mit eingefrästen Aufnahmen für 2 Sugar Cube Lautsprecherchassis. Die sind nach Auskunft etwa 13mm lang und etwas schmäler als des Gewicht. Sie sind paralell geschaltet und strahlen nach oben ab.

    Nach beiliegender Anleitung lassen sich nur die Adresse und evtl. die Gesamtlautstärke verändern. Von allen anderen CV Parametern soll man die Finger lassen weil sonst die Gefahr besteht den aufgespielten Sound zu killen.

    Bei dem im Video zu hörenden Henning Sound der ersten Lok ist also nur die Lokadresse geändert worden, der Rest ist wie geliefert. Man bekommt hier also einen fix und fertig konfigurierten Sound der nach Einbau und Einstellen der Lokadresse sofort benutzbar ist. Dafür lassen sich aber ausser Lokadresse und Lautstärke keine individuellen Anpassungen vornehmen. Das heißt auch, daß Höchstgewindigkeit, Beschleunigungs- und Bremsverhalten fix eingestellt sind. Auch in diesem Sound ist eine Bremsfunktion vorhanden, die Funktionstaste dafür ist jedoch etwas unglücklich in den 20ern gemappt und mit der Lokmaus nicht oder nur sehr umständlich zu erreichen.

    Nichts gegen Henning und seine Soundprojekte, aber hier setzen die technischen Möglichkeiten der zur Verfügung stehenden Decoder die Grenzen des Machbaren. Zu dieser Aussage stehe ich nach wie zuvor. In Gerhards 50er werkelt nämlich nicht der aktuelleste Zimo.Für das Erstellen der Soundprojekte benötigt man schon professionelle oder zumindest semi-professionelle Tonstudioausrüstung u.v.m. Die hat nun einmal nicht jeder zu Hause beziehungsweise tut sich schwer hier selber Hand anzulegen. Diese Lücke wird daher durch die externen Anbieter von fertig erstellten Soundprojekten geschlossen, wie z.B. Henning. Man kann so ein fertige entwickeltes Soundprojekt dann kaufen. Entweder man spielt es sich dann selber auf seinen Decoder auf, dafür braucht man dann einen markenspezifischen Lokprogrammer oder aber man kauft bei dem besagten Anbieter von Soundprojekten einen Sounddecoder seiner Lieblingsmarke der bereits bespielt ist.






    Nun zur anderen Lok.

    Die ersten Versuche einen 50er Sound zu machen sind hier festgehalten:

    [Video]

    [/Video]

    Wie angemerkt, noch nicht ganz ausgereift. Hier ging es speziell um das Verhalten ohne angehängte Last, die Lok in Leerfahrt sozusagen. Richtige Auspuffschläge sind nur bei forcierter Beschleunigung zu hören, ansonsten kann man sich mit de Lok mit nur ganz wenig geöffneten Regler davonschleichen. Derartige Manöver habe ich bei der Bundesbahn in den 1970er Jahre noch selber erlebt.

    Bei dieser Lok habe ich einen einzigen Zimo LS13x18x13 unter das Dach des Fhs. angebracht. Da diese Lok fertig gealtert ist (von Jürgen :thumbsup: ), wollte ich sie nicht mehr auseinandernehmen.


    Als Decoder habe ich einen Soundtraxx Tsunami2 TSU-1100 genommen. Der ist im Kohlenlasten eingebaut wie auch die 8-polige Schnittstelle in die er eingesteckt ist. Diese 8-polige Schnittstelle reicht hier vollkommen aus, es gibt hier nur Licht vorne und Licht hinten. So kommt man hier mit nur 6 Kabelverbindungenzwischen Lok und Tender aus. Um die Frage gleich zu beantworten, der Decoder hat mehr Funktionsausgänge, 6 insgesamt. Im übrigen genau der gleiche wie er in dem anderen Thread "Rangieren mit ellenlangen Auslauf " Beitrag #69 in der D&RGW 2-8-0 C-28 zu hören ist.


    Und um die nächste Frage auch gleich zu beantworten, es gibt hier keine Soundprojekte. Es ist ein völlig anderer Ansatz und auch ein anderes Vorgehen als wie wir es bei den hiesigen Sounddecodern der einschlägigen Anbieter gewohnt ist. Diese Sounddecoder lassen sich mit vorab erstellten Sounddateien, vulgo Projekte, bespielen und geben diese dann wieder.


    Beim Soundtraxx Tsunami wird man sich Soundprojekte selber machen müssen mit den Möglichkeiten welche der Decoder zur Verfügung stellt. Es sind nur ein paar Millionen. Also ist gezieltes Vorgehen gefordert. Dafür heißt es dann Handbücher lesen und verstehen, Videos gucken, einstellen, anhören, vergleichen, wieder einstellen usw.

    Die Quelldaten sind hier schon alle im Decoder vorhanden. Man muß nichts extern zukaufen oder aufspielen.

    Es ist ein ganz anderer Ansatz und Herangehensweise beim Sound; eben nicht vergleichbar mit den Decodern wie sie hierzulande üblich sind.


    Wenn Du so einen TSU2 kaufst, einsteckst und in Betrieb nimmst wirst Du erst einmal enttäuscht sein. Hört sich nach nichts an und liefert irgend so ein Puff-Puff ohne jede Nuancierung stets gleichbleibend vom Anfahren bis Anhalten. Es gibt 10 verschiedene Grundsounds die man nach seinen eigenen Vorstellungen nach Belieben verändern kann. Es ist etwa vergleichbar mit einem Rohdiamanten der erst durch seinen Schliff zum Edelstein wird.

    Hier fängt dann die eigentliche Arbeit mit dem Decoder an.

    Z.B. Abtastraten sind hier Zeiteinstellungen bzw. Reaktionszeiteinstellungen die man bearbeitet. Als weitere Erleichterung muß man sich nicht mit einzelnen Wav Schnipselchen herumschlagen, der Decoder spielt sie nach entspechender Zuordnung und nach zugewiesenen Abläufen automatisch ab.

    Man definiert zuerst eine Grundlast damit der Prozessor den Leerlaufstrom als Bezugsbasis hat. Hier hat es als Erleichterung alternativ zur händischen Einstellung eine automatische Einmessung.

    Dann wie soll der Decoder auf Laständerungen reagieren? Wie schnell? Wie heftig? Wie laut? Wie soll sich der Klang dabei verändern?

    So geht man dann Schritt für Schritt vor. Verbessert, passt an , optimiert bis die einem selber genehme Einstellung gefunden ist.

    Wie schon erwähnt, man muß sich hier beim Thema Sound auf etwas Neues einlassen was abseits der bisherigen gewohnten Schemata ist. Man kann dann nur die Endergebnisse vergleichen.


    Es ist hier ja auch nicht nur der Sound selber der konfiguriert werden muß. Wenn man nicht nur ein starres immer gleiches Ablaufverhalten beim Sound haben möchte, müssen dynamische Faktoren mit ins Spiel kommen. Der Decoder bietet diese Möglichkeiten. Das ist dann wiederum ein weites Feld an Einstellungen und Anpassungen um den Soundablauf mit dem Fahrverhalten abzustimmen. Da eine Lok nicht immer leer fährt, gibt es weitere Einstellungsarbeiten um den Sound dynamisch an die jeweiligen Belastungszustände anzupassen.

    So kann ich mir ein Verhalten der Modelllok wie beim Vorbild einstellen. Z.B. mit angehängten schweren Zug wird die Lok in der Steigung langsamer, die Auspuffschläge werden dabei lauter und ändern ihren Klang in einen härten Schlag. Im Gefälle das umgekehrte Verhalten, der Regler wird eingezogen, die Auspuffschläge verschwinden, man hört die Druckausgleicher, der Zug wird schneller und man muß ihn mit der Bremsfunktion unter Kontrolle halten.


    Jedenfalls stecken einige Stunden Arbeit dahinter bis es so klingt wie in den Videos. Dafür kann ich mir Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsverhalten selber einstellen und mir die 29 Funktionen selber dahin mappen wo ich sie haben möchte.


    Weitere Unterschiede wird man dann auch im Vergleich mit dem ersten Video hören.

    Die 50er mit Kabinentender hat von mir 2 Zimo LS13x18x13 in die Rauchkammer eingebaut bekommen. Dafür musste ich 38mm vom Kesselgewicht absägen. Beide Lautsprecher sind in Serie geschaltet und haben dadurch eine Gesamtimpedanz von 16 Ohm. Dadurch kommt ein etwas fülligerer Klang zustande und die Befürchtung der Sound wäre zu leise kann ich auch zerstreuen. Im Video in Beitrag #1 ist die Lautstärke auf den Wert 50 gesetzt, das sind knapp unter 20% der Maximallautstärke. Für den Hausgebrauch auf der heimischen Anlage kann man den Lautstärkepegel ruhig zwischen 7 bis 10% stellen. Die beiden Zimo LS werden durch den Audioausgang des Decoder ausreichend mit Stromstössen gereizt damit sie vernehmlich Luft in Bewegung setzen können, vulgo Schallwellen.

    Man muß beim Einbau der Lautsprecher auf einen festen Sitz achten und vor allem darauf, daß am Modell nichts klappern oder mitschwingen kann. Das gibt dann nur unerwünsche Nebengeräusche die Schwirren und den Klang verfälschen.


    Das Einstellen und Bearbeiten des Tsunami2 habe ich mit JMRI Decoder Pro gemacht.


    Ich habe ganz bewußt einmal den Tsunami2 in einer deutschen Lok ausprobiert um ihn hierzulande vorzustellen. Hätte ich den in einer US Lok vorgestellt, wäre er wahrscheinlich gar nicht beachtet worden.

    Ich hoffe, daß ich hier ausreichend erläutert habe was im Video gezeigt wurde.

  • Hallo Lutz

    Das File aus JMRI, mit dem Du Deinen Tsunami2 eingestellt hast (Save Rooster) - das meinte ich/hätte ich gern, wenn ich mir mal einen T2 besorgt habe...

    Vorausgesetzt, du "rückst es raus"...


    Die zweite Lok mit dem Kabinentender hört sich "satter" und "voller" an - man hört die Leistung. Die erste Lok klingt dünner und vom Sound her nicht so voluminös.

    Völlig unvoreingenommen... Im Moment muss ich "es bizeli ufs Geld schaue"... Ich habe grade die ersten drei von fünf Packeten aus Russland bekommen (20 Module...).

    Mein Hobbybudget steckt im Moment in der Vorauslage...


    GLG,

    Axel