Besuch im AW Kolvoerde

  • Moin moin Mitleser,


    auf der FREMO-Convention 2017 in Uslar kam die Frage auf, warum die eine oder andere ausgestellte Lokomotive nicht den vorbildgerechten weiten Schornstein aufweist, sondern den schmalen Schlot. Also, warum ich bisher immer den engen Roco-Schornstein verwendet habe.
    In der anschließenden Diskussion war allerdings nicht ganz klar, ob Weinert-Modellbau einen weiten Schlot anbietet. Zur Debatte standen entweder der Schornstein aus Bestell-Nr. 4145 „Umbausatz für die Roco BR 50 Best.-Nr. 43293 mit Frontschürze“ (ist wohl nicht mehr lieferbar), oder der „Schlot BR 03, 41, Messingguss“ - Bestell-Nr. 8018.


    Durch diese Frage ein wenig verunsichert, habe ich mich mal mit den verfügbaren Schornsteinen der Baureihe 50 etwas näher beschäftigt.
    Der ursprüngliche Schornstein bei der BR 50 hatte einen Innendurchmesser von 565mm, am Aufsatz von 590mm.
    Nach den Versuchen des Lokversuchsamtes Minden im Frühjahr 1952 wurde der Innendurchmesser mit 493mm, am Aufsatz mit 520mm angegeben.
    Der Schornsteinaufsatz blieb bei beiden Varianten mit 270mm gleich hoch. Veränderungen des Blasrohres werden hier nicht dargestellt, sie sind für den Modellbau irrelevant. [1]


    Nun wurde gemessen und verglichen; vorab hier mal die beiden Hauptdarsteller in zwei Ansichten:


    Na, schon einen Unterschied gesehen? Nein? Keine Sorge, ich auch nicht!


    Es ist bei beiden Ausführungen, Roco und Weinert, die Materialstärke zu berücksichtigen. Das Abnehmen eines Innendurchmessers ist deshalb nicht sinnvoll, weshalb ich Außen gemessen habe. Dadurch wird das Ergebnis in der folgenden Tabelle natürlich leicht verfälscht.



    Damit dürfte jedoch gut dargestellt sein, dass sich Roco und auch Weinert bei der Darstellung des Schornsteins an die ursprünglichen Maße des weiten Schornsteins gehalten haben. Womit dann die oben angesprochene Diskussion umsonst geführt wurde....


    Was uns Modellbauern nun aber fehlt ist der etwas schmalere Schornstein…
    Vorschläge und/oder Anbieter für einen schmalen Modell-Schornstein bei der BR 50 werden gerne entgegengenommen.


    Quelle
    [1] EK-Verlag, Ebel/Wenzel, Die Baureihe 50, Band 2: Deutsche Bundesbahn; hier: Seiten 38-41

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo Andreas,
    infolge der Diskussion (die ich nur teilweise mitführen habe können) in Uslar- habe ich mal meinen Fundus durchsucht. Alle verfügbaren Essen entsprechen dem weiten Schornstein.
    Bliebe nur die Erstellung eines eigenen Modells (Wachs wäre vorhanden)- welches dann bei einem der üblichen Verdächtigen gegossen werden könnte...
    Hier fiele mir z.B. http://www.carocar.com/html/feingiesserei.html ein.


    Soweit meine Gedanken


    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo Christian,


    vielen Dank für die Info.
    Das hört sich ja gut an. Ich werde dann mal bei Gelegenheit ein Urmodell herstellen. Mit der Firma werde ich danach Kontakt aufnehmen, zwecks Erstellung einer kleinen Serie...

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo zusammen,


    heute geht es darum, analoge Lokomotiven auf den Einbau eines Decoders vorzubereiten.
    Dieser Umbau bedeutet einen Einschnitt in die Modell-Elektrik, schließlich müssen diverse Bauteile ausgelötet werden, Leiterbahnen getrennt und neue Leitungen verlegt werden.
    Im weltweiten Netz (auch hier im Forum) gibt/gab es hierzu schon einige gut bebilderte und ebenso beschriebene Umbauvorschläge, auch für die Baureihe 50 mit und ohne Kabinentender. Sie waren auch für mich eine Grundlage, die jedoch meinen Anforderungen und Wünschen angepasst wurden. Im Anhang finden sich einige Links dazu.


    Ich habe das Thema lange vor mir hergeschoben, sind Elektrik und Elektronik doch nicht so ganz mein Ding. Aber irgendwann sollen die guten Stücke ja auch mal fahren können und so musste ich also daran gehen.


    Grundsätzlich sollte man sich zuerst mal fragen, was man will.
    Soll die Lok
    - eine Schnittstelle im Tender besitzen?
    - das Licht über den Fahrstrom oder den Decoder angeschlossen bekommen?
    - noch Spitzensignal haben?
    - zusätzliche Beleuchtung bekommen?
    o Rangierlicht
    o Schlussleuchte
    o Triebwerkleuchten
    o Führerhausbeleuchtung
    o Tenderbrücken- / Kohlenentnahmebeleuchtung
    - Sound eingebaut bekommen?
    - mit Rauchgenerator ausgestattet werden?


    Je nach Beantwortung dieser Fragen sind unter Umständen über die hier im Folgenden gezeigten Änderungen noch weitere Anpassungen erforderlich.


    Hier ein Bild wie die Stromversorgung über den Fahrstrom geschaltet werden kann. Diese Idee zum Einbau hat Lutz „verraten“ und bereits hier veröffentlicht.



    Anmerkung:
    Die von Lutz K in seinem Thread vorgeschlagene Bohrung im Rahmen ist schnell gesetzt. Sie wird aber nur benötigt, wenn nur zwei Litzen von der Lok zum Tender geführt werden. Denn hierfür reicht der Platz im Rahmen um zwei Miniaturstecker zu befestigen, für meine drei Litzen reicht es leider nicht.
    Die Kabel werden beim Zusammenbau parallel zu den beiden Fahrstromlitzen (Rot Lokführerseite, Schwarz Heizerseite) von Roco verlegt; über den Rahmen, aber unter die Kulissenführung für die Lok-Tenderkupplung.


    Lokplatine Fahrstromschaltung


    Für mich sind vier Bedingungen zu erfüllen gewesen.
    - Die Stromversorgung der Beleuchtung ist unabhängig vom Fahrstrom
    - Die Schnittstellen (je nach Anforderung) nach
    o NEM 652 (8-Pol)
    o NEM 658 (PluX 12 oder 16) oder
    o NEM 660 (MTC21)
    Sie ermöglichen mir, „abgerauchte“ oder völlig veraltete Decoder problemlos auszutauschen.
    - Das Spitzensignal vorne und hinten sollte nach dem Umbau weiter genutzt werden können. Dies zieht allerdings auch die teilweise Umrüstung auf LED nach sich, ein Feld, in das ich noch tiefer einsteigen muss.
    - Eventuell, je nach Lok, gibt es noch eine oder mehrere Zusatzbeleuchtungen, diese bedingen dann die Erweiterung der neuen Schnittstelle.
    Aber es gibt definitiv keinen Rauch und keinen Sound.


    So jetzt aber ins Eingemachte.


    Hier, für den Basteltisch, die bei mir hauptsächlich verwendete Schnittstelle mit 8 Polen als Schaubild:
    Belegung NEM 652, eigene Tabelle


    Die Lokplatine der Baureihe 50 aus analogen Zeiten



    Lokplatine unbearbeitet und (darunter) bearbeitet


    Zuerst wird die Diode herausgelötet. Dann wird die Leiterbahn auf der Lokführerseite zwei Mal getrennt. Einmal kurz hinter der Lampenfassung, einmal hinter der Kontaktfläche für den Rauchgenerator. Nun wurden neue Kabel/Litzen angelötet. Die weiße Decoderlitze wird an die Leiterbahn zur Lampenfassung auf der Lokführerseite, die blaue Decoderlitze an die Leiterbahn zur Lampenfassung auf der Heizerseite gelötet.
    Anmerkung: Eben weil ich die blaue Litze verwende, gibt es hier keine Drahtbrücke!
    Die grüne Decoderlitze wird an das Kontaktfeld für den ehemaligen Rauchgenerator geführt. Es ermöglicht mir, später mal eine weitere Funktion, z.B. eine Beleuchtung, hinzuzufügen. Alle Kabel habe ich ca. 17cm lang gelassen und an ihrem freien Ende in Miniatursteckverbinder, hier die Buchsenseite, eingelötet; sozusagen eine dreipolige Schnittstelle. Die Lötstellen wurden noch mit einem Stück Tesafilm isoliert, aktuell nutze ich farbigen Schrumpfschlauch.
    Die Litzen wurden auf der Platine mit Sekundenkleber so festgeklebt, dass sie eine Montage der Platinenabdeckung beim Zusammenbau der Lok nicht behindern.



    Lokplatine für Einbau fertig


    Rahmenbearbeitung



    Rahmen bearbeitet und nicht bearbeitet


    Zusätzliche Kabel brauchen Platz. Der muss nun im Rahmen geschaffen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob an der Lokführer- oder der Heizerseite eine Nut für die drei Litzen geschaffen wird. Ich habe mich zur Erweiterung der vorhandenen Nut entschlossen.


    Die Tenderplatine der Baureihe 50 mit Kasten- und Kabinentender (baugleich)



    Tenderplatine unbearbeitet und (darunter) bearbeitet


    Wieder wird damit begonnen die Diode, die beiden Drosseln und den Entstör-Kondensator auszulöten.
    Dann werden die beiden außen liegenden Leiterbahnen getrennt. Dies erfolgt jeweils etwa in Höhe der Motoranschlussfahnen.
    Nun können die neuen Litzen angelötet werden. Sinnvollerweise kommen diese gleich vom 8-poligen Schnittstellenstecker, an dem die Kabel bereits angelötet sind. Die Decoderlitzen Blau, Schwarz, Grau, Gelb, Orange und Rot habe ich auf je ca. 6cm gekürzt, die Litzen Weiß und Grün auf ca. 3cm. Aus den oben erwähnten Miniatursteckern habe ich erneut eine 3-polige „Schnittstelle“ hergestellt, diesmal jedoch die Steckerseite verlötet. Sie nimmt die weiße und grüne Litze auf. An den freien dritten Pol habe ich eine ca. 4cm lange blaue Litze angelötet. Isoliert wurde erneut mit Tesafilm. Bitte auf gleiche Belegung der Stecker/Buchsen achten.
    Die nun noch freien Litzen von der 8-Pol Schnittstelle wurden wie folgt angelötet:
    Auf der Lokführerseite die gelbe Litze an die Leiterbahn zur Lampenfassung, die orange Litze an die Leiterbahn zur Motorfahne und die rote Litze an die Leiterbahn zum Fahrstrom.
    Auf der Heizerseite die blaue Litze an die Leiterbahn zur Lampenfassung, die graue Litze an die Leiterbahn zur Motorfahne, die schwarze Litze an die Leiterbahn zum Fahrstrom.
    Das nun noch freie Ende der blauen Litze vom 3-Pol-Stecker habe ich ebenfalls an der Leiterbahn zur Lampenfassung auf der Heizerseite angelötet.
    Die Litzen werden direkt in den Außenecken des aufgeschraubten Tendergewichtes nach oben geführt. Hier werden sie am hinteren Ende des Kohlenkastens in diesen hinein geführt. Nun kann noch der Decoder eingesteckt werden und die Lok ist bereit zur ersten Testfahrt und für weitere Einstellungen.



    Tenderplatine für Einbau fertig (noch die erste Variante mit langen Litzen)

    Einbausituation Tender


    Kohlenkastenbearbeitung für Kastentender
    Bevor der Decoder eingebaut werden kann ist in den Kohlekasten noch eine Aufnahmefläche einzusetzen. Sie dient einerseits der Aufnahme des Decoders (z.B. mit einem Stückchen Doppelklebeband) andererseits der Trennung von Motor und Decoder und dem dadurch möglichen Überhitzen des Decoders.
    Zweckmäßigerweise nutze ich dafür die bei älteren Kohlekastenaufsätzen (die mit dem dicken Kohleeinsatz) vorhandene, durch vier Winkel „abgesteckte“ Fläche. Hier hinein setze ich eine 0,5mm Polystyrolplatte, auf der der Decoder angeklebt werden kann (oder auch nur aufgelegt wird). Allerdings ist nun die Kohleimitation nicht mehr zu verwenden. Abhilfe schaffen entweder ein Ersatzteil von Roco (für die digitalen Loks – siehe unten) oder der Selbstbau.



    Kohlekasten, alte und neues Kohleimitation, eingelegte Platte (Rohbau)


    Kohlekasten-/Kabinenbearbeitung beim Kabinentender
    Leider ist bei älteren Modellen unter der Kohleimitation ein Gewicht festgeklebt. Es lässt sich aber mit ein wenig Geduld sauber vom restlichen Kohlekasten trennen. Im freigewordenen Platz von Länge 31,5mm x Breite 20mm x Höhe 8mm kann nun der Decoder platziert werden. Dadurch bleibt die Kabine frei für weitere Einbauten wie Inneneinrichtung, Zugbegleiter und Licht. Um die Kabel dorthin zu führen ist bereits werksseitig ein kleiner Schlitz in der Rückwand der Kabine eingebracht. (Danke, Roco, weniger Arbeit :D ) Der Decoder und die Schnittstelle müssen, mangels einer Auflagefläche in Richtung des Antriebes, mit Doppelklebeband unter die Kohleimitation geklebt werden.
    Ein kleiner Decoder hat aber auch in der Kabine seinen Platz. Dann kann man, um den Blick auf ihn zu verdecken, die Verglasung mit einer Zeichnung oder einem Bild der Inneneinrichtung von innen bekleben.



    Kabinentender bearbeitet (Gewicht entfernt)


    Soweit die Arbeiten an den Tendern von Roco. Es folgen in absehbarer Zeit noch folgende Digitalumbauten:
    Tenderplatine Gützold K4T30 Steifrahmentender analog
    Tenderplatine Gützold 2‘2’T30 Wannentender analog


    Die im Folgenden aufgeführte Auflistung der Baumaterialien für die Digitalisierung ist nur als Anhalt zu sehen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


    Roco (http://www.roco.cc/de/)
    126887 Kohlegewicht


    Brawa (https://www.brawa.de/brawa-modelleisenbahn/)
    3091 Miniatursteckverbinder


    Uhlenbrock (www.uhlenbrock.de/)
    Art.-Nr. 71622 8-pol. Buchse mit Kabeln, Kabellänge 175 mm
    Art.-Nr. 71651 8-pol. Stecker, NEM 652


    Tams (http://tams-online.de/)
    70-01001-01 8-poliger Schnittstellenstecker nach NEM 652 (einzeln)
    70-01001-05 8-poliger Schnittstellenstecker nach NEM 652 (5er-Pack)
    70-01021-01 12-poliger PluX-Schnittstellenstecker nach NEM 658 (einzeln)
    70-01021-05 12-poliger PluX-Schnittstellenstecker nach NEM 658 (5er-Pack)
    70-01035-01 PluX-, MTC-, SUSI-Adapter, Bausatz


    ESU (http://www.esu.eu/)
    51950 Kabelsatz mit 8-poliger Buchse nach NEM 652, DCC Kabelfarben, 300mm Länge
    51967 21MTC Adapterplatine
    51969 Adapterplatine, für Decoder mit 8-pol NEM652 Schnittstelle für Loks
    mit PluX12, 16, 22-Schnittstelle
    51940 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe weiß
    51941 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe violett
    51942 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe schwarz
    51943 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe rot
    51944 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe orange
    51945 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe grün
    51946 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe grau
    51947 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe gelb
    51948 Hochflexibles Kabel, Durchmesser 0,5mm, AWG36, 10m Wickel, Farbe braun


    Quellen und Links
    NEM 652 http://www.miba.de/morop/nem652_d.pdf
    NEM 658 http://www.miba.de/morop/nem658_d.pdf
    NEM 660 http://www.miba.de/morop/nem660_d.pdf


    http://www.hp-pfeiffer.de/digi…50_roco_kastentender.html
    http://www.hp-pfeiffer.de/digi…0_roco_kabinentender.html
    http://dcc-mueller.de/decoder/br50_dec.htm
    Umrüsten einer analogen Roco BR 50 auf Digital mit Schnittstelle.
    https://www.drehscheibe-online…ad.php?10,6781885,6785534


    Edit: Sinnvolle Umstellung des Textes und Tippfehler beseitigt

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

    Einmal editiert, zuletzt von Andreas B ()

  • Hallo Andreas
    Ich brauche Hilfe :-) (und will diesen Thread nicht Hijacken - also ggf. abhängen...)
    Basierend auf Deinen Berichten hier, habe ich bei einer Auktion für eine Roco Br 50 (50 2840) mit der Artikelnummer 43288 zugeschlagen.



    Bekanntlich bin ich ja dem Schweizer Vorbild erlegen, aber es gab in Helvetien durchaus Regionen, wo DB und SNCF oder FS Loks gefahren sind.


    Fragen:
    1) Kannst Du mir sagen, welche BW's die Regionen rund um Basel (=> Freiburg) und Schaffhausen (=> Stuttgart) abgedeckt haben und ob diese BR50 im Bestand gehabt haben?
    2) Gibt es irgendwo Online eine Liste von TFZ (BR50) mit einem Hinweis auf die Heimat BW's, wo ich geeignete Nummern finden kann?


    Im Moment befinde ich mich im Zustand "Box-Bahner" und will mindestens deinen "Fremo-Standart" plus Details erreichen...
    Die Bücher über die 50er bei der DB von Wenzel habe ich bestellt. Dito die Hefte von Miba, EK und Co.


    Die Lok steht auf dem Foto in Linthwil (CH) - so wie aus der Packung...


    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,


    da schießt Du Dich am besten auf das BW Radolfzell ein. Deren Loks waren regulär auf der Hochrheinbahn, die auch durch den Kanton Schaffhausen führt, eingesetzt.
    Für die Epoche 3 (1965) habe ich diese 50er Ordnungsnummern:
    088, 144, 407, 503, 522, 890, 1221, 1427, 1462, 1858, 2024, 2174, 2181, 2243, 2398, 2418, 2801, 2836, 2968, 2970

  • Hallo Axel,


    erst einmal bitte ich um Entschuldigung für die späte Antwort. Bin gerade erst nach Hause gekommen von einem Familienbesuch im Süden der Republik - und ohne dortigen Zugriff auf meine Datenbank.


    Zu Deinen Fragen ist zu sagen, dass ich die Erste leider nicht genau beantworten kann, zur Zweiten ist zu sagen, dass es eine solche Liste nicht gibt. Sorry! Aber:
    Ich gehe auf Grund der Antwort von Lutz mal von einer zukünftigen Epoche 3 Maschine aus!? Oder soll es Epoche 4 werden?


    Zu Beginn auch Dank an Lutz, der die komplette Bestandsliste des Bw Radolfzell von 1965 angegeben hat. An der hangele ich mich mal entlang, jedoch fasse ich ich sie nach Bauartunterschieden zusammen.


    Du würdest in Epoche 3 eine Lok benötigen, die folgende Merkmale aufweist:
    4-domig, mit flachen Sanddomen, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit zwei Fenstern je Seite, Standardlüfter, Scheiben-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Soweit eigentlich kein Problem, vor allem, weil es dort keine Kabinentenderlok in den Jahren 1960-68 gab.


    Es fallen somit weg:
    50 088, 144, 407, 503, 1462, 2024 und 2174. Alle Lokomotiven sind im Zeitraum 1964 bis 1969 mit einem 3-domigen Kessel ausgestattet gewesen.


    50 522, 2398, 2418 und 2801. Alle Lokomotiven sind im genannten Zeitraum mit einem 2-domigen Ersatzkessel (von der BR 52) im Einsatz.


    Es bleiben somit:
    50 890, 1221, 1858, 2181, 2243, 2968 und 2970. Die gehe ich mal der Reihe nach durch und hebe Unterschiede zum Modell fett hervor.


    50 890: 4-domig, runde Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit zwei Fenstern je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne geschlossene Rauchkammerstütze und runde gebogene Einströmrohre.


    50 1221: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit zwei Fenstern je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne und seitlich geschlossene Rauchkammerstütze und runde gerade Einströmrohre.


    50 1858: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit einem Fenster je Seite, Lüftungsaufsatz der BR 52, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne geschlossene Rauchkammerstütze, DeLimon-Schmierpumpe heizerseitig im Umlauf und runde gebogene Einströmrohre.


    50 2181: 4-domig, runde Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf,Führerhaus mit zwei Fenstern je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich eckige gebogene Einströmrohre.


    50 2243: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit einem Fenster je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne geschlossene Rauchkammerstütze und runde gebogene Einströmrohre.


    50 2968: 4-domig, runde Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf,Führerhaus mit zwei Fenstern je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne und seitlich geschlossene Rauchkammerstütze und eckige gebogene Einströmrohre.


    50 2970: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit einem Fenster je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne geschlossene Rauchkammerstütze und eckige gebogene Einströmrohre, sowie am vorderen Speisedom lokführerseitig keine Armaturen. Dafür sind heizerseitig zwei Strahlpumpenleitungen angebaut (Serie 50 2950 bis 50 2978 der Wiener Lokomotivfabrik).

    Somit kommen die grün markierten 50 1221, 1858, 2243 und 2970 für eine Nachbildung in Frage. Dies natürlich nur, wenn die Kesselbauform auch stimmen soll.
    Die weiteren Bauunterschiede lassen sich mit Roco-Ersatzteilen (Speichen-Vorlaufradsatz, Führerhaus mit nur einem Fenster und Standardlüftung oder Lüftungsaufsatz der BR 52, eckige Einströmrohre) nachbilden. Die DeLimon-Schmierpumpe gibt es bei Weinert als Messinggussteil. Ein passendes Dach mit korrektem Lüftungsaufsatz der BR 52 gibt es bei Krüger Modellbau.


    Allerdings ist bei allen noch ein wenig Bastelspaß garantiert, so müssen die Rauchkammerstützen teilweise geschlossen werden oder Leitungen umgelegt werden. Falls sie Digital unterwegs sein soll, ist da natürlich auch noch ein wenig Hand anzulegen.


    Ich wünsche Dir viel Spaß beim Umbau und würde mich freuen, wenn Dir die Angaben weiterhelfen. Ja, und eine Umbaubeschreibung lese bestimmt nicht nur ich gerne..... ;):D


    Herzliche Grüße sendet
    Andreas

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo Andreas,


    Wahnsinn, welche Details Du zusammengetragen hast. Boah ey!


    Gruß Rainer :thumbup:

    Kleinreuth-Nord-Logo-supersmall.jpg


    Christopher La Brec: Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eigenen oder den eines anderen. Gib acht, das Du Deinen eigenen verfolgst.

  • Hallo Andreas
    Herzlichen Dank für das Bereitstellen Deines imensen Wissens!
    :thumbup:
    Ich hätte massiv länger benötigt, um diese Informationen zusammenzutragen.


    Danke auch an Lutz für die Radolfzeller Liste. Da habe ich dann ja noch etwas vor.
    Ich werde mich auf die folgenden Loks festlegen, die auf der gleichen Basis von Roco entstehen werden:


    50 1221: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit zwei Fenstern je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne und seitlich geschlossene Rauchkammerstütze und runde gerade Einströmrohre.


    50 1858: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit einem Fenster je Seite, Lüftungsaufsatz der BR 52, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne geschlossene Rauchkammerstütze, DeLimon-Schmierpumpe heizerseitig im Umlauf und runde gebogene Einströmrohre.


    50 2243: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit einem Fenster je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne geschlossene Rauchkammerstütze und runde gebogene Einströmrohre.


    50 2970: 4-domig, flache Sanddome, Witte-Windleitbleche, kurzer Umlauf, Führerhaus mit einem Fenster je Seite, Standardlüfter, Speichen-Vorlaufradsatz, 2'2'T26. Zusätzlich vorne geschlossene Rauchkammerstütze und eckige gebogene Einströmrohre, sowie am vorderen Speisedom lokführerseitig keine Armaturen. Dafür sind heizerseitig zwei Strahlpumpenleitungen angebaut (Serie 50 2950 bis 50 2978 der Wiener Lokomotivfabrik).


    Beginnen werde ich dann mit der 50 1221 - für die anderen Loks muss ich noch das Ausgangsmaterial beschaffen... .
    Und ja - ich stelle hier dann einen Beitrag rein...


    @ Christian - Gleis 13 ist recht generisch - hast Du einen Link?


    Nochmals Danke and Euch drei!
    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,


    schön, dass ich helfen konnte und das es gleich vier Lokomotiven werden....


    Ich erlaube mir mal, Christian vorzugreifen und den Link zu Gleis 13 hier einzustellen. Der geht gleich auf die Seite der BR-50-Ersatzteile. Es lohnt sich, da immer mal wieder reinzuschauen, ab und an gibt es auch was Neues...


    Herzliche Grüße


    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo Axel,


    wenn Du Teile zum Umbau suchst, dann empfehle ich Dir die folgenden Roco Ersatzteile:
    100678 Steckteilsatz 1, sehr nützlich, viele verschiedene Teile wie Luftpumpen (Doppelverbund und Knorr) Speispumpe, verschiedene Dampfeinströmrohre (eckig und rund), verschiedene Ventile (sowohl für mit als auch ohne Speisedom), verschiedene Dom- und Sandkastendeckel, u.v.m.
    107371 Teilsatz 5, dieser hier enthält auch die Indusimagnete
    100140 Teilsatz 2, nützlich, enthält u.a verschiedne Tenderlampen
    125005 Rauchkammerstütze mit nur 1 Tritt in der Mitte (im Gegensatz zu der im Teilesatz 100678 mit enthaltenen)



    Diese Kesselaufbauten waren die Regel wenn es nicht unbedingt Exoten sein müssen. Man beachte, daß sich auch ein Stutzschornstein ohne Aufsatz mit dem Teilesatz 100678 darstellen lässt.

  • Moin zusammen,


    ja, auch hier geht es weiter. Heute mal mit einem kurzen Vorbericht, der Umbau folgt dann relativ zeitnah.


    Auf der Jahres-Convention des FREMO in Uslar 2017 haben engagierte Modellbahner über die Möglichkeiten diskutiert weitere vorbildgerechte Änderungen an den Lokomotiven der Baureihe 50 – hier der Roco-Lok- vorzunehmen. Darunter war auch eine Idee, die Pumpen der Lokomotive aus dem Umlaufblech und vom Kessel auf einen vorbildgerechten Pumpenträger zu setzen.


    Vorteil einer solchen Baumaßnahme wäre nicht nur ein besseres Aussehen der Lok, sondern auch die Möglichkeit, verschiedene Pumpenbauarten –dem gewählten Vorbild entsprechend- darzustellen. Bei geschickter Bauausführung ließen sich so verschiedene Pumpen verschiedener Kleinserienanbieter ohne langwierige Änderungen verarbeiten.


    Ein Modellbauer brachte eine Lok mit einem solchen selbst erstellten neuen Pumpenträger auf Polystyrolbasis mit. Er berichtete von mehreren Versuchen und der Problematik der Befestigung dieses Pumpenträgers. Allerdings unterblieb die „Serienfertigung“ eben wegen dieser Problematiken. Jedoch, trotz aller Widrigkeiten, hatte er der Lok zu einem deutlich besseren Aussehen verholfen.
    Es musste also eine Lösung gefunden werden, die die aufgetretenen Probleme umgeht und eine Serienfertigung ermöglicht.


    In Zusammenarbeit mit Martin Krüger wurden die ersten Planungsgespräche geführt. Nach einer umfangreichen Recherche und der Vermessung entsprechender Pumpenträger an noch erhaltenen Lokomotiven wurde ein erstes Vorserienmuster erarbeitet.


    Die Aufgabenstellung warf einige Fragen im Hinblick auf die Verankerung im Modell auf. So war ursprünglich nur an ein einfaches Blech gedacht, welches den Pumpenträger beinhaltet. Dieser, einfach um 90 Grad abgekantet, könnte die neuen Pumpen aufnehmen. Dies erwies sich in der weiteren Handhabung jedoch als schwierig, weil der Pumpenträger bei der Justierung abbrach. Eine Verlötung der Naht verbot sich allerdings auch, sollten die Pumpen ordentlich ausgerichtet an der Lok sitzen.


    So wurde ein Bauteil entworfen, welches eine ausreichende Stabilität bei der weiteren Handhabung und einen leichten Zusammenbau versprach:
    Die Pumpenträger wurden in ein rechteckiges zu faltendes Bauteil integriert. Dieses konnte an einer mittigen Nahtstelle und auf einer planen Lötunterlage liegend gut verlötet werden.
    Angedacht war es, eine Seite des Rechteckes an das bei der Roco-Lok vorhandene Pendelblech anzulegen, die andere Seite an den Steuerungsträger. Zur Befestigung wurden zwei unterschiedliche Arten vorgesehen: durch einstecken in die Aufnahmen des Roco-Pendelbleches oder durch Kleben auf die Rahmenabdeckung, die das Pendelblech trägt. Eine weitere Variante wäre noch das Verkleben mit dem Pendelblech der Roco-Lok.

    Hier sind die ersten Handmuster zu sehen


    Nachdem die ersten beiden Handmuster bei mir auf dem Basteltisch lagen, wurde zuerst die Passgenauigkeit überprüft.
    Die Seite des Pendelbleches passte schon gut auf das Roco-Bauteil. Auch die beiden Aufnahmezapfen verdeckten die Zapfen der Ätzkonstruktion zuverlässig.
    Dann erfolgte die Kontrolle der Aufnahmeschlitze für die unterschiedlichen Pumpen, die verarbeitet werden sollen (hier nur Luft- und Speisepumpen aus dem Weinert-Sortiment). Bis auf die Verbund-Speisepumpe KT 1-250 ließen sich alle Pumpen mit geringen Feilarbeiten in die Aufnahmeschlitze einsetzen.

    Hier sieht man die Kontrolle für die Form des Pendelbleches und ob die Pumpen passen


    Nun wurden beide Baumuster gefaltet und verlötet. Die Lötnaht wurde auf die Fläche zum Steuerungsträger hin verlegt. Sie liegt mittig und kann somit gut von innen gelötet werden.


    Muster 1
    Dieses Muster sollte in die Bohrungen in der Rahmenabdeckung eingesetzt werden – zusätzlich zum Roco-Pendelblech. Hierzu mussten an diesem die Passzapfen auf der Seite, auf der das neue Bauteil zu liegen kommt, bis auf das „Blech“ heruntergeschliffen werden. Nun können beide Bauteile gemeinsam in die Aufnahmebohrungen gesteckt werden. Vorher sind die Klebeauflagen zu entfernen. Die beiden Bauteile sitzen so stramm in der Rahmenabdeckung, dass sie sich wahrscheinlich auch im Modellbahnbetrieb nicht mehr aus der Verankerung lösen würden.


    Muster 2
    Dieses wurde so gebaut, dass es auf die Rahmenabdeckung aufgeklebt werden konnte. Dazu mussten die beiden Haltezapfen am Ätzteil abgeschliffen und die Klebeauflagen abgewinkelt werden. Um keine Beschädigung des Bauteils zu verursachen, wurde dies erst nach dem Falten und Zusammenlöten des Bauteils durchgeführt. Die Rahmenabdeckung muss dafür angepasst werden: die Nietimitation vor dem „Pendelblech“ muss im Bereich der Auflage entfernt werden.

    Hier ist der erste Pumpenträger in Klebeversion zu sehen. Links oben auf der Rahmenabdeckung, darunter vor der Verklebung. Die beiden anderen Bildteile zeigen die Rahmenabdeckung auf dem Fahrgestell.


    Die Proben an der Lok
    Nachdem beide Pumpenträger auf der Rahmenabdeckung verankert waren, begannen die Anproben mit den verschiedenen Luft- und Speisepumpen aus dem Weinert-Sortiment. Hierbei zeigte sich, dass die Speisepumpen an der richtigen Stelle, eng am Kessel stehend, fixiert werden konnten. Auch der Ausschnitt im Umlauf der Roco-Lok passte zur Position der neuen Pumpen. Ausprobiert wurden, soweit verfügbar, jeweils die Messing- und die Weißmetallvarianten von Weinert.
    Getestet wurden für die Speisepumpen der Heizerseite:
    Verbund-Speisepumpe mit Tolkien-Steuerung (Weinert 8402 und 8403)
    Verbund-Speisepumpe KT 1-250 mit Knorr-Limon-Steuerung, Saugwindkessel und Stoßdämpfer (Weinert 8409 und 8410). Diese ist nur nach Anpassung an den neuen Pumpenträger verwendbar.


    Für die Lokführerseite wurden die Luftpumpen getestet:
    Knorr-Luftpumpe mit Tolkien-Steuerung (Weinert 84011)
    Zweistufige Luftpumpe der Bauart Tolkien (Weinert 8400 und 8401)
    Doppelverbund-Luftpumpe Bauart Nielebock-Knorr (Weinert 8407 und 8408)


    Bei den Anproben wurde jedoch festgestellt, dass der Pumpenträger für die Luftpumpen viel zu nah am Kessel sitzt. Deshalb konnten alle Pumpen nicht korrekt platziert werden, was man in einer Draufsicht auch gut erkennen kann.

    Die Luftpumpe der Lokführerseite passt nicht, hier mal in drei Ansichten.


    Nun musste gemessen und experimentiert werden. Eine Vermessung ergab eine Abweichung zwischen 1,2 und 1,5mm, je nachdem wo der Messpunkt angelegt wurde. Dies wurde nun unter Zuhilfenahme von kleinen Polystyrolstückchen ausprobiert und überprüft. Beginnend mit 1,0mm wurden mehrere Passstücke in Abstufungen von 0,05mm bis auf 1,5mm hergestellt und mit Aufnahmebohrungen versehen. Anschließend wurden sie mit einem winzigen Tröpfchen Sekundenkleber an den Pumpenträger geheftet.
    Nach einigem Hin und Her – es wurden manche Passstücke auch mehrfach hergestellt- wurde festgestellt, dass der Pumpenträger etwa 1,25mm weiter außen sitzen müsste.

    Jetzt war die Position korrekt. Ebenfalls in drei Ansichten, wobei zwei die Luftpumpensituation zeigen und unten rechts die Speisepumpensituation zu sehen ist.


    Zwei Lösungen kamen in Frage: Den Pumpenträger verlängern oder ein Aufsatzgestell konstruieren. Nach einigen Telefonkonferenzen und dem Austausch diverser Ideenskizzen wurde entschieden, ein neues Aufsatz-Bauteil zu konstruieren. Dies bringt nun den Vorteil, dass es sich selber im Pumpenträger noch geringfügig auf und ab bewegen lässt. In Verbindung mit den Aufnahmeschlitzen für die Luftpumpe könnte man so sehr feinfühlig die Pumpenhöhe einstellen.


    Nach längerer Wartezeit kamen dann gegen Ende 2017 die nächsten –endgültigen- Muster. Nach ersten Proben konnte festgestellt werden, dass diese Konstruktion nun einwandfrei funktioniert und somit einem Einsatz bei meinen Loks der Baureihe 50 nichts mehr im Wege steht.


    Deshalb gibt es hier nun auch eine kurze Bauanleitung zu den Bauteilen.


    Bei Krüger Modellbau ist unter der Bestell-Nr. HO98050.30 Pendelstütze mit Pumpenträger BR 50 (Roco) dieser Bausatz seit einiger Zeit gelistet. Er enthält einen Pumpenträger und ein Aufsatzelement. Bei mir waren es geringfügig mehr…

    So sehen die neuen Ätzbauteile aus...


    Das Bauteil für den Pumpenträger wird aus dem Ätzrahmen genommen und mit einer feinen Feile an den Verbindungsstellen geglättet. Danach wird ein Schlitz unterhalb der Pumpenträger mit einem scharfen (!) Skalpell von der Rückseite her aufgetrennt. Dies sollte unbedingt von der Rückseite her erfolgen, weil so die genaue Länge des Schnittes ersichtlich ist.

    Hier der zu trennende Teil. Die Skalpellspitze deutet auf deren Vorderseite, darunter die Rückseite. Hier sollte getrennt werden, unter der "L"_Seite ist dies bereits erfolgt (nur schwach zu sehen).


    Ist der Schnitt nicht lang genug, kann der eigentliche Pumpenträger nicht vollständig rechtwinklig von der späteren „Steuerungsträger“-Seite abgekantet werden. Die Folge wäre ein schiefes Bauteil, was man schon vor dem Löten an den nicht fluchtenden Enden der Lötnaht am „Steuerungsträger“ erkennen kann.
    Achtung:
    Die Biegenut ist nicht sehr stabil, weshalb das Bauteil möglichst nicht zurückgebogen werden sollte. Es ließe sich zwar der Schlitz verlängern, aber die Gefahr, dass das Bauteil beim erneuten Abkanten abbricht, ist immens hoch. Hier hilft es, den Schlitz mit dem Skalpell vorsichtig zu erweitern.


    Das Abkanten des Bauteils kann zwischen den Fingern erfolgen. Dabei bitte auf die richtige Seitenlage achten. Hierzu sind zwei winzige Buchstaben vorhanden; „L“ für die Lokführer- und „H“ für die Heizerseite. Faltvorgang: Alle Biegenuten liegen außen! Das Bauteil zwischen den Fingern halten, L links („lesbar“), H rechts.
    Die Hälften der Steuerungsträgers um 90 Grad nach vorne (also zum Erbauer) abkanten, so dass die unter dem Pumpenträger liegende schmale Fläche vom Erbauer weg zeigt. Nun die Pumpenträger ebenfalls nach vorne um 90 Grad abkanten. Jetzt hat man im Prinzip ein Rechteck gefaltet.

    Hier einmal eingekreist die beiden Buchstaben, die erste Abkantung des Steuerungsträgers und das fertig gekantete Bauteil


    Wenn alles passt, wird das Bauteil zusammengelötet. Hierbei ist darauf zu achten, dass alle Linien zueinander fluchten, also z.B. die Biegenuten keinen Absatz bilden. Auch müssen die Bauteile nebeneinander liegen. Liegen sie übereinander wird diese Seite zu kurz. Die Kontaktflächen sind beidseitig halb weggeätzt, so dass hier ein glattes Bauteil entstehen kann und keine stumpfen Flächen gegeneinander gelötet werden müssen.

    Hier ist er fertig gelötet


    Nun kann das letzte Bauteil, der neue Pumpenträger der Lokführerseite, herausgelöst und abgekantet werden.
    Er lässt sich ganz leicht zwischen den Fingern abkanten. Die 0,4mm breiten Aufnahmedorne passen mit leichtem Spiel in die Aufnahmeschlitze. Wenn dieses Aufsatzstück in die Schlitze eingesetzt wurde, werden die Dorne umgebogen, wodurch das Bauteil nicht mehr herausfallen kann. Es lässt sich in den Aufnahmeschlitzen noch leichtgängig verschieben. Dabei kann zur Höhenjustierung – von der Mitte aus gerechnet – in jede Richtung um etwa 1mm geschoben werden.
    Der Einbau erfolgt mit dem über die Seitenflächen hinausragenden Anteil dieses Bauteiles nach oben. Bei Bedarf kann das Bauteil aber auch anders herum eingebaut werden. Hierdurch kann die anzusetzende Pumpe ein wenig weiter nach unten justiert werden. Somit ist der Pumpenträger für alle Pumpen und Einbausituationen passend.

    Zum Abschluss noch eine Aufnahme des neuen Pumpenträgeraufsatzes für die Luftpumpe. Oben links das unbearbeitete Bauteil, dann eine Seite abgekantet und beide Seiten abgekantet. In der Mitte oben die tiefste mögliche Position, darunter die höchste mögliche Position. Rechts noch ein Blick auf die vier abgekanteten Aufnahmedorne.


    Danach kann der neue Pumpenträger je nach gewählter Methode mit der Rahmenabdeckung verbunden werden. Die Tipps dazu habe ich oben bereits beschrieben.


    Zum Abschluss dieser Vorbereitungsmaßnahmen kann man sich nun noch die Befestigungsart der Pumpen überlegen. Wer Messing verarbeitet, dem wird es sicherlich gelingen, die Bauteile miteinander zu verlöten. Aber auch eine Klebeverbindung mit Zweikomponentenkleber oder Sekundenkleber ist denkbar. Dann können auch die entsprechenden Weißmetall-Pumpen verarbeitet werden.


    Zum Einbau in eine Lok werde ich zu einem späteren Zeitpunkt berichten.
    So, das war's für heute.


    Herzliche Grüße
    Andreas


    Edit meinte: Rechtschreibung beachten! ..Ist gemacht.

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

    2 Mal editiert, zuletzt von Andreas B ()

  • Hallo Andreas,
    da habt Ihr ja was Feines ausbaldowert. Die Träger sehen ja richtig toll aus. Leider habe ich das Gespräch mit Martin und Dir nur teilweise verfolgen können.
    Das Projekt 52 GR habe ich nun entgültig beerdigt- hier hatte ich ja den Steuerungsträger aus PS gefertigt, der aber auch nur bedingt vorbildgerecht gewesen ist.


    Aber ganz herzlichen Dank für den Baubericht des Steuerungsträgers- hierdurch wird ersteinmal klar, wie er verarbeitet werden muß.
    Jetzt bin ich nur gespannt, wie der Träger an die Lok kommt.


    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo Andreas,


    so bewunderungswert auch Eure Bemühungen sind, aber Ihr habt Euch mit der Materialwahl, dem sog. Neusilberspleen, wohl selber ein Bein gestellt. Messing hätte es hier auch getan und wäre etwas "geduldiger", sprich leichter zu verarbeiten. Neusilber, so gut und schön dieses Material auch ist, aber es hat nicht nur Vorteile.
    Irgendwie fühle ich mich bei der in letzter Zeit zu bobachtenden intensiven, teilweise sogar schon dogmatischen, Verwendung von Neusilber anstelle von dem bisherigen Material Messing an den märklinschen Ansatz von Viel hilft Viel erinnert. Im Fall des Pumpenträgers ist dieser zwar sichtbar, aber zugleich im Inneren der Lok angeordnet und dort vor allfälligen Grabschunfällen durch die Umläufe rel. sicher geschützt. Hier stehen sich jetzt eine schwierigere Verarbeitung von Neusilber der etwas geringeren Zugfestigkeit von Messing gegenüber.
    Die Zugfestigkeit und damit auch Festigkeit ist hierbei eine eher akademische Größe, während die Verarbeitung mit ihren verschiedenen Schwierigkeitsgraden in wahrsten Sinn des Wortes greifbar ist.


    Meine 2 €ent dazu

  • Hallo zusammen, hallo Lutz!


    Herzlichen Dank für Deine Antwort und Deine Sichtweise, Lutz. Lass mich Dir zuerst antworten, denn das, was Du geschrieben hast, kann so nicht stehen bleiben.


    In der Materialwahl haben wir uns ganz und gar kein Bein gestellt.
    Es macht keinen Unterschied, dieses Bauteil in Messing- oder Neusilberätztechnik zu erstellen. Auch in Messing würde Dir ein Bauteil an der Biegenut brechen, wenn Du es ein-, zweimal hin und zurück gebogen hättest.
    Hinzu kommt, dass es bei feinen Bauteilen – und nur davon reden wir hier - sehr wohl auf eine gewisse Festigkeit ankommt. Sicher –da gebe ich Dir Recht– nicht beim Grapsch-Grobmotoriker im eingebauten Zustand. Die Begründung hast Du geliefert. Aber nach Abschluss einzelner Bauphasen bietet ein aus Neusilber gefertigtes Bauteil wesentlich bessere Eigenschaften in der „Standfestigkeit“ bei einem, unter Umständen, auch mal unsanften Vorgehen.
    In diesem speziellen Falle ist es darüber hinaus auch unsinnig von Zugfestigkeit zu reden, kommt dieses Bauteil doch niemals unter Zug.


    Darüber hinaus erlaube ich mir Dir zu entgegnen, das wir hier weder einen „Neusilberspleen“ ausleben, noch einen „dogmatischen Ansatz“ verfolgen. Bei der Materialwahl dann auch noch vom „bisherigen Material“ zu sprechen ist leider ebenso Fehl am Platze. Es gibt auch in Deutschland genügend Kleinserienhersteller, bei denen geätzte Messingkomponenten zum Einsatz kommen. Wenn es richtig läuft, bestimmt alleine der Verwendungszweck die Materialwahl, persönliche Vorlieben sollten dabei keine Rolle spielen. Natürlich weiß auch ich, dass es auch andere, meist wirtschaftliche, Aspekte gibt, die eine Berücksichtigung finden. Aber das sollten wir hier einmal ausblenden.


    Und zum Abschluss:
    Einen höheren Schwierigkeitsgrad bei der Verarbeitung konnte ich bisher nicht feststellen, genauso wenig einen geringeren bei Messing – dies liegt vielleicht auch im Auge des Erbauers.
    Diesen weit höheren Schwierigkeitsgrad wird man erst finden, wenn es darum geht Neusilber und Messing miteinander zu verlöten. Ich habe gerade so einen „Kombibausatz“ auf dem Basteltisch gehabt. Das war nichts für einen Anfänger. Ganz zu schweigen von den Spezialisten, die sich trauen, Weißmetall zu „verlöten“ – vor denen ziehe ich meinen Hut!


    Deshalb bitte ich Dich, bleibe doch bitte bei deiner Argumentationsweise sachlich. Polemik hilft keinem, wir haben alle das gleiche Hobby. Und ist es nicht vielleicht auch mal angebracht, mit ein wenig Respekt die Leistungen anderer Modellbahner (und Entwickler) zu betrachten? So wie ich ihn habe, vor Deinen Leistungen, denen von Bruno, Friedrich, Christian, Rainer und all den anderen, die hier im Forum mitschreiben!
    Vielen Dank!


    Und nun wenden wir uns wieder dem Modellbau zu...


    Herzliche Grüße
    Andreas

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo Freunde,
    die Ausführungen vn Lutz finde ich, nun sagen wir mal, etwas befremdlich.
    Aus eigener Erfahrung muß ich sagen, die Wahl von Neusilber als Konstruktionsmaterial ist mehr als zu befürworten. Bei der Ok22 habe ich den Steuerungsträger und die Aufstiegsleitern aus Messing geätzt. Beide Baugruppen sind exponiert und daher gefährdet. Die Aufsztiege habe ich mit ausnahme des vordersten zweilagig ausgeführt. Und zwar aus der Erfahrung heraus- das diese ständig(!) verbogen sind. Und das bei größter Vorsicht! Und ich möchte von MIR behaupten- ich bin KEIN Grobmotoriker. Grobmotoriker sollten dann doch vielleicht zu den Modellen der frühen achtzigern Jahre greifen.
    Zum, zweiten ist Neusilber tatsächlich knickstabiler! Dabei sit die Größe der Teile nicht unbedingt ein Kriterium- die gezeigten Teile lassen sich ähnlich wie Messing verarbeiten!!!
    Eine pseudo-akademische Betrachtrung für hier nicht weiter. Genausowenig, wie das in Mißkredit bringen anderer Ideen!
    Eine dogmatische Ideologisierung bringt uns hier ncht weiter. Also bitte sachlich bleiben.


    Soweit meine Gedanken
    Christian

  • Hallo Zusammen
    bevor das jetzt zu einem Endlosen hin und her kommt.
    Ich finde den Pumpenträger toll, habe mir über die Materialwahl keine Gedanken gemacht und kann teilweise nachvollziehen, wenn einem die Materialwahl nicht gefällt.
    Misskredit habe ich nicht gefunden. Vielleicht nicht sonderlich Diplomatisch, aber ...


    Andreas Feedback ist OK und Detailiert und so formuliert, dass er seinen Punkt klar gemacht hat und seine Materialwahl gut findet. Damit können alle LEBEN und danach hätte Schluss sein sollen/müssen.
    Also bitte denkt mal soweit nach, dass jetzt nicht auf jedes Posting ein riesen Blabla folgt (auch nicht auf meines).


    Ich schätze alle Personen oben als tolle Modellbauer und jeder hat seinen Spleen. So what - geht basteln (bitte) und postet weiter tolle Ergebnisse.


    Es gibt doch genug Foren, wo es NICHT so läuft wie hier...


    LG,
    Axel

  • Moin zusammen,


    Modellbau ist nichts, was man mal eben so aus dem Ärmel schüttelt. Das musste auch ich in den vergangenen Wochen lernen. So manche Schwierigkeit hat mich erwischt, auf einige Ersatzteile warte ich noch immer. Aber trotzdem gibt es auch ein paar vorzeigbare Ergebnisse...


    Um meine aktuellen Umbauten der Baureihe 50 zu Ende bringen zu können, mussten die zugehörigen Tender bearbeitet werden.
    Hier stand ich vor der Frage, wie weit eine Detaillierung gehen soll und was ich mir als zukünftige Modelllok vorstellte.
    Da ich neben den Lampen noch weitere Änderungen vornehmen wollte, habe ich mich zu einem radikalen Schritt entschieden:
    Die Pufferbohlen wurden mit einer Juweliersäge und einem groben Metallsägeblatt komplett abgetrennt.


    Eine Anpassung der vorhandenen Roco-Pufferbohle an die Lok-Pufferbohle war mir zu aufwendig: Das Bohren der Aufnahmen für die Federpuffer würde bei korrekter Position die Darstellung der Langträger irreparabel beschädigen. Ferner wäre auch das Abschleifen von Kupplungsflansch und Sockelplatten notwendig. Für die weitere Zurüstung mit Kupplungsflansch, Rangierergriffen, neuen Aufstiegen, Sockelplatten, Heizleitung, Bremsluftleitungen und Schienenräumern hätten zusätzlich zu den sowieso schon notwendigen Arbeiten weitere Bohrungen eingebracht werden müssen. Das alles kann man mit einer Weißmetall-Tenderpufferbohle auch haben, nur eben wesentlich einfacher und leichter handhabbar - dachte ich.


    Es darf nicht verschweigen werden, dass man sich damit auch mindestens ein (letztlich lösbares) Problem „ins Haus“ holt: Die Befestigung der neuen Pufferbohle am massiven Druckgussrahmen von Roco.


    Ich habe das Problem mit dem Einbringen von Vertiefungen und Einschnitten so gelöst, dass der Zweikomponentenkleber hier genügend Halt findet um die auftretenden Seiten-, Höhen- und Zugbelastungen (durch zu beherztes Anfassen und das angehängte Modell-Zuggewicht) aufzunehmen.
    Der Zweikomponentenkleber wurde dazu auch in die Aufnahme der entfernten Feder für die Kurzkupplungskulisse gepresst, zuvor wurde zur neuen Pufferbohle hin noch eine Verbindung gefräst. Somit konnte sich der Kleber aus der Pufferbohle bis in diese Aufnahme hinein miteinander zu einer Einheit verbinden. Im "Hängetest" waren 1100 Gramm an einem Faden am Zughaken frei schwebend angehangen, ohne dass es Probleme gab. Dies sollte für normale Zuglängen ausreichen. Ob's im FREMO reicht, wird ihr erster Einsatz zeigen müssen.



    Ansicht von oben und unten mit den im Text erwähnten Einschnitten, hier noch nicht final bearbeitet. Bild © Andreas B.


    Beim Absägen der Pufferbohle wurde ein schmaler Streifen stehen gelassen (siehe Bild oben). Er ist so breit, dass der Tenderkasten problemlos wieder aufgesetzt werden kann und die neue Pufferbohle komplett vor dem Aufbau liegt.



    Schnittkante Bild © Andreas B.


    Anmerkung:
    Es ist darauf zu achten, dass die Fläche für die Tenderplatine nach dem Kleben wieder eine glatte Auflage ergibt, sonst lässt sich die Platine nicht mehr korrekt montieren. Das setzt sich dann bei der Montage von Motor, Gewicht und Tenderaufbau fort.
    Auch ist die oben beschriebene Nut möglichst von Klebstoff freizuhalten beziehungsweise von diesem wieder zu befreien, um den einwandfreien Sitz des Aufbaus zu ermöglichen. Ich habe beides mit einem scharfen Skalpell erledigt, das noch vor dem endgültigen Aushärten des Klebers diesen noch mit sanfter Gewalt schneiden konnte.


    Bei der Bearbeitung mit der Säge wurde auch gleich der Kasten für die Kurzkupplungskulisse bis an die Befestigungsschraube heran abgetrennt. Dies hat Lutz bereits hier einmal beschrieben. Er wurde, wie von Lutz beschrieben, mit einer einfachen Polystyrolplatte verschlossen. Die Getriebeabdeckung wurde aufgeschraubt, der abzusägende Teil markiert und dann nach erneuter Demontage abgesägt.



    Vorher – Nachher – Vergleich, Ansicht von oben. Bild © Andreas B.


    Die neue Pufferbohle wurde mit Tenderaufstiegen, Schienenräumern, Rangierergriffen, den Lampen und Haltegriffen sowie (teilweise) den Heizkupplungen aufgerüstet.



    Zugerüstete Pufferbohle, manches muss noch gerade gerückt werden und die Heizkupplung liegt noch beim Händler. Bild © Andreas B.


    Soweit für heute meine kurze Exkursion zu den Tenderrahmen. Ich hoffe es ist für den Einen oder Anderen etwas dabei.


    Herzliche Grüße sendet
    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …