Eine Segmentanlage entsteht

  • Hallo,


    Das Herzstück ist eigentlich für Selbstbauweichen gedacht und passt folglich nicht so ohne weiteres in eine großserientechnisch hergestellte Industrieweiche. Das alte Gußherzstück baute nicht so hoch wie das Neue dessen Höhe Code83 entspricht. Es sind Fräsarbeiten auszuführen bis die Oberkanten von Schienenprofilen und Herzstück übereinstimmen. Dann kommt noch die genaue Positionierung hinzu. Der Winkel ist der Gleiche 1:6 wie vorher.

    Es wurde so lange eingeschliffen bis die Maße stimmten und die Radsätze mit 14,4mm Innemmaß und Code 110 Räder klemmfrei das Herzstück passieren. Hier sind Rollversuche mit verschiedenen Radsätzen in Drehgestellen gemacht worden und zum Schluß mit einer BR50. Es sind auch Gegenproben mit Code 88 Rädern gemacht worden, sie sinken nur ein klein wenig ein.





    Um auch die letzten Lücken zu schließen wurden kleine Stückchen aus 0,5mm schwarzem PS mit reichlich CA in die Trennlücken geklebt. Das wurde dann über Nacht ausgehärtet.





    Dann erfolgte das Beschnitzen und Befeilen bis die Isolierstücken die äussere Form des Schienenprofils angenommen hat.





    Dann wurde mit einer bräunlichen Farbe frischer Rost imitiert.





    Als letzte Arbeit wurde die angeknabberte Schwelle wieder ergänzt.


    Das mag vielleicht die ästhetischen Befindlichkeiten einiger Eisenbahnmodellbauer nicht befriedigen, aber das hier ist Eisenbahnbetriebsmodellbau und muß daher funktionieren.

    Bleibt noch die Frage ob nicht gleich eine neue Weiche hätte einbauen können. Gewiß ja, aber der anstehende Kollateralschaden wäre mir zu groß.

  • Moin Lutz,


    wenn Du nicht US bauen würdest, könntest Du noch auf solch ein Schild "gefördert von der Europäischen Kommission" und "Mobilitätsfonds" oder "wir gestalten die Zukunft Europas" schreiben... :saint:

    Beste Grüße & einen hohen Wirkungsgrad


    Wolfgang

    :matrose:

    Mich interessiert vieles - und immer alles rund um das Bw Bestwig!!

  • Hallo,


    mittlerweile habe ich einen entsprechenden Figurensatz:


    Wenn es dann "gefühlt ewig" mit dem Modulausbau nicht weitergeht empfehle ich dieses nette kleine Arrangement so oder so ähnlich irgendwo inmitten der Sperrholzwüste zu plazieren. Das ist die Ausführung für US Treffen.


    Für Deutsche Verhältnisse müsste das Schild nach den Anregungen von Wolfgang gestaltet werden.

    Fahrzeuge, Baumaschinen und Figuren braucht man nicht unbedingt. Statt dessen befestigt man am vorderen Modulrand eine Kopie eines (fiktiven) Gerichtsbeschlusses der einen sofortigen Baustopp verhängt. Ein(e) DAGEGEN Klageverein(igung) findet sich bestimmt immer. In Hessen kann z.B. die Aufstellung eines Windrades für die Energiewende 10 Jahre und länger dauern.

  • Hallo,


    da war immer noch dieser etwas unmotiviert in der Landschaft stehende Betonsockel.


    dsc02141btufv.jpg

    Bei Aufsetzen der Anlage für die 1940er und 1950er Jahre steht hier das alte Kühlhaus. Diese Leiste, eine recycelte Silvesterrakete, ist dann Führung und Fixatur für die Mauer von innen und nicht sichtbar.






    dsc05341cbjr0.jpg

    Für neuere Epochen wird das im Bild zu sehende neue Kühlhaus auf die Anlage gesetzt. Die Leiste ist dann allerdings frei sichtbar.

    Um sie zu tarnen und ihr einen Sinn zu geben habe ich einen Gitterdrahtzaun von Faller oben aufgesetzt. Da dieses Teil aus Transportgründen abnehmbar bleiben muß habe ich mich eingedenk der guten Erfahrung mit den Bäumen auch hier für eine Magnetbefestigung entschieden. In die Leiste wurden kurze Eisennägel mit breiten Köpfen eingeschlagen. In entsprechenden Abständen wurden in die, durch ein PS Flachprofil verstärkten, Sockelleiste des Faller Zauns 2mm Bohrungen eingebracht. Da hinein wurden 2mm Neodym Zylindermagnete eingeklebt.






    dsc05342u7jev.jpg

    Der Zaun bleibt damit einfach abnehmbar und wird durch die Magnete ausreichend fixiert. Auf den Fotos ist noch keine farbliche Behandlung des Zauns vorgenommen worden.

  • Hallo Lutz,

    super Einfall, der Einsatz der Magnete. Mir kommen in solchen Situationen vor Allem mechanische Führungen, Passungen und Rasten in den Sinn. Alles kompliziert. Dabei kann es so einfach sein, wenn man mal seinen Alltagshorizont verläßt.

    Grüße

    Johannes

  • Hallo,


    auf Modul 2 war der Gabäusekomplex von Spraeth & Cie. vom letzten Transport her beschädigt worden.


    dsc05573hlk9p.jpg

    Eine Ecke das Daches war abgebrochen und Fenster hineingerückt worden die jetzt im Inneren umherklapperten.

    Dann war ja das Tor zur LKW Laderampe beim Zusammenbau damals geschlossen eingebaut worden. Für ausserhalb der Geschäftszeiten ganz richtig, aber dafür gab es denn auch keine Äkschn (Betrieb).

    Als erstes wurde eine Öffnung in die Rückseite des Gebäudes geschaffen. Sie soll später mit einem herausnehmbaren Einsatz wieder verschlossen werden.

    Dann wurde das Tor geöffnet.





    dsc05581knkt8.jpg

    Zur Darstellung der Inneneinrichtung musste ein Teil des Fußbodens im Lager dargestellt werden. Damit sich der dünne Boden nicht verzieht oder durchhängt wurden Spanten angebracht.





    dsc05605m5jki.jpg

    So sah es danach von aussen aus. Schaltkasten, Fluchttreppe und die reparierte Dachecke.





    dsc05774aaj3j.jpg

    Dann kamen noch Absauganlagen hinzu.





    dsc05777xsj6y.jpg

    Eine Leiter führt jetzt auf in Richtung Dach, hat zwar keinen sittlichen Nährwert, sieht aber interessant aus.

    Mit freundlichen Grüssen


    Lutz

    Einmal editiert, zuletzt von Lutz K ()

  • Moin Lutz,


    ist das Gebäude ein Bausatz gewesen? Die Lüfter gefallen mir gut. Richtige Ami-Motoren ohne Kühlrippen.


    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo,


    shit happens. An einem der Modulübergänge von Modul #4 zu Modul #5 gab es schon seit längerer Zeit eine schlechte Gleisstelle. Beim Transport zu einem Treffen wurde beim Ausladen versehentlich ein Schienenprofil aus den Kleineisen und aus der Lötverbindung zum Anker am Modulende gerissen. Dabei wurde es verbogen und stand fast 45° nach oben ab. Es war nur ein ca. 3cm langes Stück im Anschluß an eine Weiche. Leider hatte ich kein Ersatzschienenprofil nach Code83 mit dabei, sonst hätte ich das einfach austauschen können. Werkzeug hatte ich aber mit und so habe ich provisorisch das Stück Schienenprofil mit Bordmitteln einigermaßen gerade gebogen und wieder angelötet. Damit war der Übergang zwar optisch nicht gut aussehend, aber technisch brauchbar wieder befahrbar. Und wie das mit Provisorien so ist, sie entwickeln sich zum Dauerprovisorium. Da der Übergang zu Hause und auch bei ettlichen nachfolgenden Treffen unauffällig blieb was Betriebssicherhait angeht, habe ich mich erst um andere Dinge gekümmert.


    Bis ich dann zu Hause ein 2. Mal beim hochtragen des Moduls mit einem kaftanösen Pulloverärmel daran hängen geblieben bin.

    Jetzt mußt du was machen. Leider war auch die daran anschliesssende Peco Weiche in Mitleidenschaft gezogen worden.


    Zuerst habe ich an der Weiche den verbogenen Teil des Schienenprofils heraus getrennt. Dann alle Gleisreste und den ganzen Schotter von der Korkbettung entfernt. Angefangen habe ich die Reparatur mit einem übrig gebliebenen 5cm langen Stück Atlas Flexgleis, gut daß ich solche Reststücke aufgehoben habe. Die Schienenprofile wurden auf Länge geschnitten und das Schwellenband angepasst. Dafür mussten einige Schwellen in der Breite reduziert werden.

    Am Ende war das Ergebnis für mich nicht zufrieden stellend. Es war von der Art "Es muß nicht funktionieren, es muß nur schön aussehen".

    Sprungschanzen an Modulübergängen sind nun einmal gar nicht mein Ding.

    Weg mit dem Plunder, das muß funktionieren!


    Dann besann ich mich auf uralte Dinge.

    dsc06951iijaw.jpg

    Du hast ja schon zu Deutschbahnerzeiten Weichen von Nemec und Schullern selber zusammen genagelt. Und jedes mal blieben Holzschwellen, Schienenklammern, Schienenstühlchen und Nägel über weil diese Teile überreichlich jedem Bausatz beilagen.




    dsc05814s9kof.jpg

    So sehen die Kleineisen von Nemec aus den 1960ern aus.

    Links die besagten Schienenklammern, die ja auch Schienenstühlchen sind, aus Neusilberblech. Das ist die bequemere Ausführung die in Verbindung mit gelochten Schwellen benutzt wird. Dabei war es damals beim Gleisbau durchaus üblich nur jede 5. oder 6. Schwelle mit einer Schienenklammer zu versehen. Die unteren Laschen der Schienenklammern werden durch die Bohrungen in den Holzschwellen gesteckt und um 90° umgebogen. Dann wird das Schienenprofil von oben eingelegt und durch Umbiegen mit einer Zange fixiert. Darunter liegt eine bereits eine mit Kaffesatz gebeizte Schwelle. Da gab es verschiedene Rezepte für Wundermischungen, Kaffeesatz war eines davon. Die Stärke des Kaffees musste aber schon "Handwerker Coffeein Intravenös Dröhnung" sein um brauchbare Ergebnisse zu erziehlen.

    Diese Bauart habe ich für die Reparatur verwendet.

    Rechts der Vollständigkeit halber die Luxusausführung mit Schienenstühlchen zum Nageln. Die Schwellen müssen hier selber vorgebohrt werden.




    dsc05811ytkn7.jpg

    Also bin ich dann Old School vorgegangen. Da Nemec damals in den 1960er Jahren, als die üblichen Hersteller nur starre Steckgleisysteme im Sinn hatten, schon Flexgleis als Bausatz anbot, lagen davon quasi als Warenprobe einige Schwellen und Klammern den Bausätzen bei.





    dsc05813mvj6l.jpg

    Neben die Klammern habe ich dann 15mm lange Schienennägel eingeschlagen die bis in die Deckplatte hineinreichen. Dann wurde vom Lötzinn reichlich Gebrauch gemacht, Schienenprofile, Schienenstühlchen und Nägel solide miteinander verlötet. Des weiteren haben diese kurzen Stücke Schienenprofile ihren eigenen Elektroanschluss per Klingeldraht erhalten.

    An der Herzstückseite der Weiche gibt es aus Sicherheitsgründen einen Isolierschienenverbinder. Auf der anderen Seite spare ich mir den. Das Schienenprofil sitzt hier ausreichend fest.





    dsc05812pyjlu.jpg

    Die alten Schienenstücke und Schwellen habe ich dann hier liegen lassen und festgeklebt.

    Die Befahrbarkeit ist wieder hergestellt und es geht wieder ohne Rumpeln und Sprungschanzen hüpfen.

  • Hallo Lutz,


    von diesen Löt/Klebeverbindungen an der Modulkante bin ich schon lange kein Freund mehr. Statt dessen die Weinert Schienenverbinder mit der angegossenen Schraube mit 2K-Kleber einsetzen. Sieht dreimal besser aus und geht nicht kaputt.


    https://www.besserepreise.com/index.php?page=productDetails&productNo=74019-wei&portal=froogle.de&gclid=Cj0KCQjwwJuVBhCAARIsAOPwGASQb4XDKhw0b8XmgZ5rtV3676PdYYTaN9WetFqpEyelIfmf2QFpIssaAk0REALw_wcB


    Wir geben soviel für die Modellbahn aus, da kommt es auf die paar €€ auch nicht an.


    Gruß von der Westerwälder Seenplatte

    Martin