Leim Kleber für Schotter etc.

  • Hallo Kollegen.


    Beim durchblättern bin ich hier auf Schotter und Leim gestoßen. In dem Zusammenhang lesen ich immer wieder von Schotter der beim leimen schwarz wird, das ist richtig aber warum? Es ist Basalt der schwarz wird, jedoch nicht immer.


    Wird Basalt Schotter mit der allseits bekannt und beliebten Leimmischung aus Ponal, Wasser plus Entspanner geklebt wird der Basalt schwarz. Jetzt kann man die einschlägigen Schotterkleber in ihren Homöopathischen Dosen und Apothekerpreisen besorgen und kann sich noch nicht einmal Sicher sein ob man den gewünschten Erfolg hat, es geht aber auch anders.


    Das Zauberwort ist, LATEXBINDEMITTEL, kurz Latex genannt.


    Latex hat die Eigenschaft absolut Glasklar und ohne zu Quellen, Wasserfest aufzutrocknen. Das sind doch für uns Märchenhafte Eigenschaften. Dazu kommt der Preis. Ponal ist bei mir für 750 ml 9,98 zu bekommen, Latex der teuerste für 4,90 in gleicher Menge. In 2,5 lt. Gebinden im Malerhandwerk schon für etwa 3,00 per 750 ml oder noch günstiger. Das sind Unschlagbare Argumente für Latex.


    Basalt Schotter mit Latex geklebt. Am Gegenüber gelegenen Felsen ist der Schotter noch nass. Die Schotterfarbe entspricht Gneis oder Granit.


    Jetzt ist dieses Latex nicht nur für Schotterklebung geeignet, den nehme ich auch zum Begrasen mit dem Elektrostat und für alles andere wozu ich früher Ponal genommen habe incl. Holzarbeiten. Auch beim Begrasen ist Ponal oft nicht hilfreich sondern eher schlecht. Wenn man Grasbüschel in eine Wiese mit Ponal setzen will ist nach dem trocknen eine Milchige Stelle zu erkennen die sofort verrät, hier wurde nicht schön gearbeitet. Mit Latex aufgebrachte Punkte trocknen nicht erkennbar auf.


    Über Erfolgsmeldungen würde ich mich freuen.

  • Hi Kurt,


    genau, :thumbup: wie ich in meinen Beiträgen immer schreibe: Latex Binder.
    Die meisten Schotter beruhen auf Kalkstein, in die das Wasser der Leimverdünnung eindringt. Die Oberfläche von Ponal ist dicht, durch die kann das Wasser nicht mehr verdunsten.
    Bei Basalt passiert das natürlich auch, und da hilft nur der auch von Dir gefundene Kleber. Man braucht auch kein Spülmittel mehr. Ich gebe noch 10-15 % Spiritus zu, damit der angemischte Kleber lange haltbar ist. Wenn man viel hintereinander zu schottern hat, braucht es das nicht.
    Gruß
    Andreas

  • Habt ihr mal eine Marke oder eine geneuere Bezeichnung für den Latex Binder??
    Kaufe ich das Zeug im Baumarkt oder ist das etwas was im Künstlerbereich eingesetzt wird und z.B. beim Boesner zu bekommen ist.


    @Kurt, kannst du dein gesiebtes Basaltmaterial auch verkaufen? Ich habe leider keinen Basaltsteinbruch in der Nähe wo ich das Material her bekommen kann.
    Die Beschaffung ist wirklich immer ziemlich problematisch.


    Ich will demnächst mal mit ein paar Streckenmodulen anfangen und dabei dann gleich die verschiedenen Techniken mal ausprobieren.


    Gruß Matthias

  • Hallo Matthias...
    bei Google "Latexbindemittel" eingeben und du erfährst gleich, dass du es z.B. bei Hornbach, Obi... erwerben kannst.
    Wird unter dem Hersteller BAUFAN vertrieben.
    Aber auch "ebay" oder "Amazon" könnten Quellen sein.
    Ich hoffe es ist nun hilfreich. Oder kommt nun gleich die Diskussion zu Porto und Anfahrtswegen?
    Nettes Grüssle mitten aus dem Wald
    ´s Peterle

    ... und das Grüssle mitten aus dem Wald
    bis bald... ´s Peterle


    ...mittlerweile gibt es einiges auf meinem "Blog"


    Verschiebe nicht auf morgen, was du heute leben kannst.
    Jeder vergangene Augenblick, den du nicht zu ergreifen verstanden hast, ist ein verlorener Augenblick.
    (unbekannter Autor)

  • Hallo Mathias.


    Peter hat den Bezug von Latexbindemittel schon geschrieben.


    Der von mir verwendete Schotter habe ich selbst gesiebt. Es muss kein Basalt sein. Es gibt noch Diabas und Granit die auch grau sind. Es dürfte sich hier niemand einfinden der den Unterschied Optisch zwischen den Sorten erkennen kann. In jeder Baustoffhandlung dürfte man in den riesen Boxen sogenannten Kiessand finden, das ist der Ausgangsstoff für unseren Gleisschotter. Die Sieblinie ist 0,9 mm für H0, 1 oder 1,1 aus einem Teesieb geht auch.


    @ Andreas, Spiritus brauche ich nicht, so alt wird bei mir das Latex nicht. Max.6 Monate und die Dose ist leer.

  • [irony]@Kurt: Wenn du eine ganze Dose innerhalb von ca. 6 Monaten aufbrauchst, dann musst du echt ganz schön viel "Schotter" haben[/irony]


    Das Bindemittel beim Latex war der Schlüssel, denn wenn man nur nach Latex sucht, dann bekommt man ganz andere Suchergebnisse, die einen sicher nicht in einen Baumarkt führen.


    Das mit dem Schotter habe ich jetzt aber immer noch nicht so ganz verstanden. Wird das Zeug (Kiessand) im Baumarkt verkauft, oder bekommt man das da einfach so weil das Rest ist.

  • Moin Leute


    Frei nach dem Motto: jeder so wie er möchte, ist mir egal womit ihr eure Gleise schottert.


    Nur eines solltet ihr bedenken: Kiessand ist immer rund! Man braucht schon ein bisschen Erfahrung um nach der Methode von Kurt sich einen Schotter zusammen zu stellen!
    Ich rate davon ab! Sonst sieht es nämlich so aus wie es kostet: billig.
    Wenn ich mir die unendlichen Schotter-Variationen im FREMO anschaue, sieht gebrochener Schotter aus Steinbrüchen immer noch am besten aus. Was man dann aber braucht sind entsprechende Siebe (ein Küchensieb ist da nicht immer ganz das wahre) und jede Menge Erfahrungen im Umgang mit sieben und waschen und sieben … usw.! Es gibt genügend Anbieter die Modell-Schotter verkaufen. Man muss nicht gleich in der Apotheke einkaufen, aber in der Regel ist das eine Methode die zu einem besseren Ergebnis führt, vor allem deshalb weil schon das Grundmaterial (ein Steinbruch) nicht überall vor der Haustür liegt und man dort auch nicht immer mit offenen Armen aufgenommen wird.
    Wer also nicht gleich hunderte von Meter schottern muss steht sich nach meiner Auffassung besser wenn er sich fertigen Schotter, der zu seiner Anlage passt, kauft. FREMO Leute haben es da recht einfach: Man kann sich fertig geschottere Strecken und auch losen Schotter auf Treffen ansehen und über den Weg erfährt man die Quelle. Einige Anbieter verschicken auch Proben.


    Wer viel Geld für Loks, Landschaft und Gebäude ausgibt, die Schrauben am Gleis zählt und auch sonst recht kritisch ist, sollte dann auch nicht beim Schotter die „Geiz ist geil“ Methode anwenden, man sieht es am Ergebnis!!! ^^


    meint mit liebem Gruß
    Friedrich

  • Hallo Friedrich


    Ich bin jetzt auch nicht abgeneigt das Schottermaterial zu kaufen, so teuer ist das nun auch wieder nicht. Frage ist halt, wo man das schöne Material her bekommt. Vielleicht kannst du ja ein paar Produkte nennen, welche du für gut befindest und vielleicht auch wo man die bekommen kann.
    Bei Ebay gibt es ja ein paar Anbieter.


    Ich gehöre auch zu denen, die gerne mal beim freundlichen Modellbauhändler vor Ort einkaufen, denn wenn man das nicht gelegentlich macht, dann gibt es den bald nicht mehr und das wäre echt schade.


    Ich habe zu den Produkten jedenfalls im Moment noch Null Ahnung, und könnte da wirklich etwas Anregung brauchen. Ich verliere bei den vielen Angeboten an Schotter und Grasfasern gerade absolut den Überblick. Ich fände es echt toll, wenn man hier ein wenig Hilfe bekäme.


    Gruß Matthias

  • Moin Matthias und Mitleser


    Gute Vorarbeit haben zwei FREMO Mitglieder vor gar nicht all zu langer Zeit geleistet.
    Sie haben gängige Schottermischungen ausprobiert und das im Hauseigenen HP1 (rot) veröffentlicht. Es war das Heft mit den ersten Farbaufnahmen.
    Vielleicht kann ja ein FREMO- Forenmitglied behilflich sein und das Heft erst einmal raussuchen und Dir dann auch den Artikel zur Verfügung stellen.
    Ich weis nicht in welchem Heft der Artikel abgedruckt war.
    Ich selber arbeite mit ASOA. Nur der ist verhältnismäßig teuer und hat im o. a. Bericht auch gar nicht so gut abgeschnitten. Das meinte ich vorhin mit Apotheke. Der Vorteil für mich ist gleichbleibende Qualität, Verfügbarkeit und passt zu meinen bisherigen Arbeiten.


    Bei Schottermischungen der Modellbahnhersteller muss man aufpassen, dass man nicht irgendeine Art gefärbten Sand oder anderes Rundmaterial bekommt und den auch noch teuer bezahlt.
    meint mlG
    Friedrich

  • Hallo,


    für den Unentschlossenen kann auch folgendes hilfreich sein:


    http://stummiforum.de/viewtopic.php?t=65120


    Hier werden verschiedene Schotterarten bebildert vorgestellt.


    viele Grüsse
    Holger


    PS: Persönlich habe ich mich auf Polak (gut und recht günstig) eingeschossen....oder sagt man besser eingeschottert. :P
    Phonolith gebrauche ich am meisten, da dieser relativ wenig bei Anwendung von Holzleim als Kleber nachdunkelt.
    Polak bekommt man z.B. bei Schildhauer, Pürner und anderen. meist im Osten ansässigen Firmen oder auch auf Fremo-Treffen (wenn Rene anwesend ist und bzw. man bei ihm bestellt hat). ;)

  • Mit meinem Kiessand muss ich ein bisschen Aufklären.


    Dieses Material ist aus einem Steinbruch/Hartsteinwerk. Das Zeug nennt sich so ist aber das feinste Material was bei der Steinbrechung übrigbleibt und wird entweder als Zuschlagsstoff oder zum Verfüllen verwendet. Das Material sieht wie Sand aus, wenn man aber mit dem sieben mit unterschiedlichen Maschenweiten beginnt bekommt man erstens verschiedene Fraktionen und zweitens kleine Scharfkantige Steinchen und jede Menge Staub raus.


    Zum sieben habe ich mehrere Siebe. Normales Küschensieb, Kaffesieb und Teesieb. Daneben habe ich mir einen Satz, 4 St. Aquariensiebe zugelegt wovon 1 eine Maschenweite von 0,9 mm hat. Der Kiessand wird durch alle Siebe gesiebt, als letztes mit der 0,9 mm Weite was dann den Gleisschotter ergibt. Insgesamt stehen dann 5 verschiedene schöne Scharfkantige Steingrößen und feiner Sand zur Verfügung.


    Wichtig bei der Materialbeschaffung ist aber Kiessand und keinen Sand zu nehmen und ist eigentlich in jeder Baustoffhandlung zu bekommen. Das Material kann man ja in die Hand nehmen und kann sofort erkennen, dass hier Scharfkantige klein Steine drin sind. Mit 2 bis 3 ltr. kann man eine Menge Material herstellen und die dürften Kostenlos sein, der Preis wird per Tonne abgerechnet und dann muss der Verkäufer das für 5 Kg ausrechnen. Steinbrüche müsste es aber auch in Franken geben und bis zur Epoche 3 wurde bei der Bahn fast ausschließlich Material aus der Region verarbeitet.


    Ich würde ja sagen ich verschicke das Material nur da ist das Salz teurer als die Suppe und ne schöne Sauerei beim Verpacken allemal.


    Den Schotter den ihr auf meinen Modulen seht ist alles nach der beschriebenen Methode gewonnen und Scharfkantig.


    @ Holger, ich kann dir nur Empfehlen es mal mit Latexbindemittel zu versuchen, da dunkelt nichts nach.

  • Hallo Kurt,


    @ Holger, ich kann dir nur Empfehlen es mal mit Latexbindemittel zu versuchen, da dunkelt nichts nach.


    ja, diesen Tipp werde ich beim nächsten Projekt beherzigen. Denn dort wurde im Original Basalt-Schotter verwandt.


    Für Phonolith ist die Nachdunklung in diesem Fall ein gewünschter Effekt, so dass ich beim Verkleben weiterhin Weißleim verwenden werde.


    Viele Grüsse
    Holger

  • Ich nutz den über den Nienburger Modellbahnclub erhältlichen Schotterkleber.
    Er läßt sich einfach wie Ponal mit Wasser auf die gewünschte Konsistenz einstellen, dunkelt beim trocknen nicht nach und bleibt matt.


    Für Schotter und Geländestreu nutzen wir, was Steinbrüche in der Umgebung bieten oder was man so an Wegrändern und im Garten findet. Das sieben wir nacheinander in Laborsieben mit 1,0mm, 0,8mm, 0,5mm und 0,3mm Maschenweite. Davon geht alles, was schon im 1mm Sieb hängen bleibt, zurück in die Natur.


    Dies ist hier z.B. ein Lehm-Erde-Gemisch mit Korngrößen zwischen 0,3 und 0,5mm. Dazu grauer Schotter , der im 0.8er Sieb hängen blieb.