Arbeiten mit dem Flockgerät

  • Hallo Friedrich,


    ich war in der lezten Zeit ziemlich abstinent, und lese erst jetzt deinen Beitrag. Großes Kino - das werde ich auch tesen (ich brauche nur noch eine Kaffeemühle). Kannst du uns noch etwas zu den Erfahrungen mit Faserherstellern sagen - du schreibst, manche sind nicht so geeignet. Lässt sich das kurz zusammenfassen?


    Grüße,
    Erik

  • Moin Leute
    Außer dem was ich schon geschrieben habe, möchte ich zu Fasern keine Stellungnahme abgeben. Die Randbedingungen vor allem die Feuchtigkeit und das elektrische Feld spielen eine große Rolle, diese liegen aber außerhalb des Einflusses der Faser- Anbieter. Bei uns (FREMO) haben die von MiniNatur (Rademacher) und von b&m immer funktioniert, was aber nicht bedeutet, dass die anderen wesendlich schlechter sind.
    Einen großen Einfluss hat darüber hinaus die Herstellungsmethode der Fasern, aber da habe ich zu wenige Kenntnisse und es wird in Foren schon genug spekuliert und behauptet, da muss ich mich nicht anschließen. Glauben heißt nicht wissen. :rolleyes:^^
    Deshalb schlage ich immer vor: ausprobieren; :verrueckt: man kann ja eine „Kleinst Menge“ für kleines Geld erwerben, manchmal ist man positiv überrascht. 8o
    In diesem Sinne :hutab:
    Gruß Friedrich

  • Hallo Leute,


    die Fasern bestehen wohl allesamt aus Nylon; Nylon kann eine ganze Menge (20%) Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben bei Lagerung im Trockenen.
    Bei meinen Lesereisen in elektronischen und realen Papieren habe ich irgendwo gelesen, dass jemand die Fasern vor dem Einfüllen mit einer Sprayflasche genässt hat. Das macht Sinn was die elektrostatischen Eigenschaften angeht. Vielleicht kann das ja die Diskussion beeinflussen.
    LG zN Bruno - bob -

    Es muss nicht alles perfekt sein was gut ist

  • Moin Leute
    Ergänzung zu Bruno und um nicht von denselben Besserwissern wie in allen anderen Foren mit schlauen Theorien belegt zu werden, ist hinsichtlich des Flock noch zu ergänzen, dass es sich um Polyamid handelt (Nylon ist eine Form des PA), und für die Verarbeitung gibt es von den Herstellern klare Empfehlungen. Hier ein Zitat aus einer Herstellerbroschüre:
    "Das Klima spielt bei der elektrostatischen Beflockung eine wichtige Rolle, da die Flockfaser auf Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen reagiert. Zu empfehlen ist ein Raumklima mit einer rel. Luftfeuchte von 50-60% sowie ca. 18–24° C. Raumtemperatur. Werden diese Werte unterschritten, so gibt der Flock seine Feuchtigkeit an die Umgebung ab und wird zu trocken. Ein typisches Merkmal dafür ist, dass der Flock im elektrostatischen Feld Bärte bildet. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit neigt der Flock zur Bildung von Agglomeraten. In beiden Fällen wird die Beflockung beeinträchtigt.“


    Nach Wikipedia: Agglomerat nennt man in der Technik eine mehr oder weniger verfestigte Anhäufung von vorher losen Bestandteilen zu einem festen Verbund.
    Fazit: An einem sonnigen Herbsttag in der Garage oder im feuchten, aber warmen Keller müsstet ihr die besten Ergebnisse erzielen. ^^


    Damit möchte ich die Ausführungen zu den Fasern, dem Gerät und dem Flockleim erst mal abschließen.
    Wenn ich bei meinen „Vorhaben“ demnächst wieder mit dem Flockgerät arbeite werde ich euch meine (unsere) Arbeitsweise vorstellen.
    Bis dahin
    holt jo (und eure Fasern)
    fuchtig
    Friedrich

  • Hallo Alle.


    Friedrichs Anmerkungen zur Luftfeuchtigkeit sind vollkommen richtig. bei trockener Luft kommt kein gutes Ergebnis zustande. Das nachträgliche anfeuchten der Fasern halte ich jedoch nicht für Zielführend, die Gefahr dass sich die Fasern verkleben ist zu groß. Man muss schon einige Versuche machen um die richtige Anwendung zu finden, es geht auch einfacher.


    In meiner Werkstatt befindet sich die Heizung, es ist immer schön warm und trocken. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit Wasser und einem Zerstäuber sehr leicht verbessern ohne dass die Gefahr besteht die Fasern werden zu nass und verkleben untereinander.


    @ Friedrich, wenn Du nicht willst dass ich hier Anmerkungen zu schreibe so lasse es mich wissen. Ich habe so das Gefühl dass dies nicht erwünscht ist, aus welchen Gründen auch immer.

  • Moin Kurt, und Mitleser
    Beiträge ... wenn sie Ziel führend sind; immer willkommen. Alles weis ich auch nicht.
    Ich mag nur keine Ausschweifungen, Wiederholungen, Mutmaßungen und ... reine Theorien.


    Wenn einer den Faden liest, sollte er ein Kochrezept haben, nach dem er vorgehen kann.
    Im Bereich der Fasern, das weist Du genau so gut wie ich, gibt es viele Wege die zum Ziel führen. Kontroverse Wege sollten nicht in einem Faden zusammengefasst werden, weil der Leser dann nicht so recht weis wie er sich verhalten soll.
    Das habe ich bisher in diesem Faden nicht so empfunden, auch weil am Anfang (für manche vielleicht zu brutal), ein Stopp für die Beschreibung aller Möglichkeiten angeregt und eingehalten wurde.


    Gruß Friedrich

  • Hallo Friedrich.


    Danke für deine Antwort, auch in Zukunft wird es nur der Sache dienen.

  • Moin Leute
    Im Friedrichstal werden nun die Flächen grün. Ob der Beitrag nun hier oder dort am besten aufgehoben ist vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht bekomme ich ja eine richtige Mischung hin.
    Zum x ten Male: Untergrund aus Pappe und oder Styrodur, ganzflächig überzogen mit hochflexiblem Fliesenkleber ist meine Arbeitsgrundlage.




    Wenn der Fliesenkleber durchgetrocknet ist nimmt er eine hellgraue Färbung an, idealer Untergrund für die weitere Bearbeitung.


    Auf diesen Untergrund bringe ich Mutterboden von den heimischen Feldern auf. Dieser liegt als Staub auf landwirtschaftlichen Bodenbearbeitungsmaschinen, mit denen ich gelegentlich arbeite.




    Ich siebe den Staub mit einem feinmaschigen Sieb in eine Klebeschicht, bestehend aus Holz- oder Blockleim. Hier PONAL Holzleim.




    Die Schicht sollte stärker sein, als der Leim festhält.




    Danach wird TURF von Woodland in diese lose Erde gestreut. Je nach darzustellender Situation mal mehr oder weniger Grün/Beige Töne.
    Auf jeden Fall sollte man das volle Sortiment vorrätig haben. Ganzflächig, also Bodendekend sollte es aber nicht sein.




    Diese Schicht wird nun mit Hilfe einer Pipette mit dem flüssigen Kleber von Bruno auf Alkoholbasis getränkt!
    Wenn etwas „runter läuft“ ergibt das eine natürliche Unruhe. Ist also wenn man es so will gewollt.




    Um Farb- und Strukturunterschiede zu simulieren kann man in dieses Feuchtgebiet wieder Staub und andere Materialien einbringen.


    Dann wieder tränken und die Schritte solange wiederholen bis das Ergebnis gefällt.



    Das vorläufige Endergebnis. Hier lasse ich den Straßenhang erst einmal durchtrocknen.



    Nach entsprechender Trockenzeit entsteht eine feste Erdschicht mit einem grünen Schimmer. Und darauf aufbauend beginnt nun die Modellvegetation, die man mit Hilfe des Elektrostaten aufbringen kann.
    Es gibt nach wie vor auch andere Methoden. Hier in diesem Faden steht das Flockgerät im Vordergrund.


    Bis dahin
    holt jo (und eure Fasern) fuchtig
    Friedrich

  • Moin Leute
    Die Fasern werden mit dem in Beitrag 3 vorgestellten Kleber mit dem Untergrund verbunden.


    Den originalen Kleber von b & m verdünnen wir mit Wasser, ohne auf ein bestimmtes Mischungsverhältnis zu achten. Einerseits soll er nicht verlaufen, anderseits auch nicht zu dick auftragen. Zur gegebenen Zeit werde ich noch mal drauf hinweisen/eingehen.



    Um den im letzten Beitrag vorgestellten Untergrund nun nicht wieder zu zerkleistern wird der Leim nicht flächendeckend aufgebracht. Wir tupfen Leimkleckse auf. In diese Kleckse wird die erste Lage Fasern geschossen.
    Dazu Anmerkungen:


    • Man sollte vorher eine Vorstellung davon haben wie die Fläche aussehen soll (sollte). Nicht alle europäischen Pflanzen auf 20 Quadratzentimeter unterbringen! In der Natur ist es in der Regel so, dass sich auf einer bestimmten Fläche die stärksten Pflanzen durchsetzen. Nur in Nutzgärten haben wir also auf relativ engem Raum eine hohe Artenvielfalt. Auf Böschungen und anderen sich selber überlassenen Flächen liegt es also am Wasserhaushalt; Sonnenlicht und Untergrund (also Boden) was da am besten gedeiht und damit wächst. Die typische Brennnessel liebt zum Beispiel Nährstoff reichen Boden und ist somit keine Pflanze für eine Sandige Aufschüttung. Was ich damit andeuten will: Ein Bereich zwischen zwei Punkten möglichst gleichmäßig bepflanzen/ begrünen oder wie man es nennen möchte.
      Das heißt nun aber nicht: ein Grün für alles.
    • die zu bearbeitende Fläche nicht zu groß wählen. Eine Fläche in Größe einer Postkarte reicht erst einmal aus um Fasern auf zu bringen. Ja natürlich geht mehr... und ja natürlich… Wer glaubt mit dieser Methode ein sehr schnelles Verfahren gefunden zu haben irrt. Wer zügig arbeitet schafft genügend, er sollte dann aber sehr strukturiert vorgehen.
    • wobei wir beim letzen Punkt wären. Wer zuerst den Leim aufträgt, danach sich überlegt welche Fasern er nehmen möchte…dann die Verkabelung vornimmt… dann den Applikator füllt…sich bei dem Applikator-Sieb noch nicht einig ist… der wird ein entsprechendes Ergebnis erzielen, oder anders ausgedrückt die meisten Fasern nur in loser Schüttung auf dem Modul/der Anlage vorfinden.


    Und wie ich es nun durchführe, kommt beim nächsten Mal
    Bis dahin
    holt jo (und eure Fasern) fuchtig
    Friedrich

  • Moin Leute
    Eine; meine, unsere Vorgehensweise




    Auf den Untergrund wird Flockleim aufgetupft.




    Fasern werden eingeschossen. Farbe und Länge an dieser Stelle nicht relevant.




    Nächster Abschnitt wird mit Leim betupft




    Und Fasern aufgebracht




    Nach einer Trockenzeit wird die Fläche abgesaugt, man kann dann besser sehen wie es weiter gehen kann.




    Erstes Zwischen Ergebnis




    Nach tupfen wird die zweite Schicht aufgebracht. Andere Farbzusammenstellung.




    Das gleiche am anderen Ende




    Hier noch mal das aufbringen von Leim als Zwischenschritt




    Fasern aufbringen




    Ergebnis nach dem zweiten Durchgang mit zwei unterschiedliche Fasermischungen




    Je nach dem, wie die Fläche später aussehen soll kommen weitere Durchgänge oder es erfolgt eine Bepflanzung.
    Ich bin noch nicht ganz sicher, werde euch hier und im Faden Friedrichstal auf dem Laufenden halten.


    Bis dahin
    holt jo (und eure Fasern) fuchtig
    Friedrich

  • Moin Leute

    Eine durch den Modellbau bedingte steile Böschung am Anfang des Moduls soll begrünt werden.



    Eine von vielen Möglichkeiten:




    Aus einer Landschaftsbau Matte von Polak wird in etwa die Größe der Fläche die gestaltet werden soll herausgerissen.


    Durch das reißen wird die Struktur der Matte schon zerstört. Dieser Flicken wird nun in alle Richtungen gezerrt und gedrückt.
    Dadurch entsteht ein relativ flexibler, lockerer seiner Ränder beraubter, dennoch zusammen gefügter Gelände Überzug.



    Dieser wir mit TESA Alleskleber auf das Gelände geklebt.




    Danach werden wieder Flockleimpunkte gesetzt


    Die Größe der Leimpunkte ist entscheidend für das „Aussehen“. Man sollte unterschiedliche Pinsel dafür vorhalten.



    und in diesem Fall beige Fasern eingeschossen.



    Da die Fasern immer senkrecht zur Oberfläche stehen, kann man sie nun noch gemäß der natürlichen Wuchsform ausrichten.
    Ich nutze dafür verschiedene „Haushalts Utensilien“. Hier einen Schaschlik Spieß.



    So sieht es dann aus, hier habe ich zu früh abgesaugt, der Kleber sollte noch ein bisschen besser angezogen haben.
    Da der Leim bei mir immer wieder unterschiedlich verdünnt worden ist, sollte man bezüglich des besten Zeitpunktes, des Verlaufens usw. zuerst ein paar Proben machen.
    Auf der anderen Seite erhält man aber auch immer wieder andere Effekte. Ich rühre mir immer ein kleines Marmeladeglas voll an und schreibe mir das Mischungsverhältnis drauf.



    Bis dahin
    holt jo (und eure Fasern) fuchtig
    Friedrich