Kleinreuth-Nord, eine Awanst in Spur 0

  • Hallo Rainer,


    dann will ich mal versuchen zu helfen. ;)
    Ich beziehe meine Anmerkungen da mal auf den Plan des Bahnhofs Bischofsheim, der mir vorliegt


    Die Weichen sollten von Kleinreuth aus aufsteigend nummeriert werden.
    Bis auf Weiche 7 und Weiche 6 passt das also (siehe auch Edit). Ob z.B. W7 jetzt W2 oder W3 und W2 W2 bleibt oder W3 wird, kann ich aber nicht sagen.


    Gleisbezeichnungen:
    Strecken- bzw. "Fahr"gleise oder reine Abstellgleise bekommen, zumindest in diesem Fall, einstellige Ziffern. Das passt.
    Abstellgleise, die eine Verlängerung des o.g. Gleises (z.B. nach einer Weiche) darstellen, haben zwei Ziffern. Das passt bei dir prinzipiell auch. Allerdings meine ich, dass die links liegenden Abstellgleise ungerade Zahlen, während die rechts liegenden Gleise gerade Zahlen haben müssten.
    Somit wäre Gl 11 eigentlich mit Gl12 und Gl 21 dann Gl22 zu bezeichnen.


    Bei den restlichen Gleisen (Gl 22, Gl23, Gl 24, Gl25) bin ich mir total unsicher.
    Hier würde ich einstellige Nummern ab 3 ff vergeben.


    Für die Profis unter uns:
    Ich habe weder die Kenntnis noch die Literatur die Gleisbezeichnung betreffend.
    Meine o.a. Äusserungen sind lediglich Schlussfolgerungen aus einem Originalgleisplan.


    Viele Grüsse
    Holger


    Edit: Boscho hat noch den Tausch der Weichennummern 4+5 erwähnt. Das ist richtig, habe ich angesichts der Uhrzeit glatt übersehen.

  • Weichen: Nummerierung aufsteigend nach Kilometrierung, was die Weichen der Staatsbahn betrifft. W5 wäre also eigentlich W4 und umgekehrt; ansonsten passt das.


    W6/7 liegen ja bereits im privaten Gleisanschluss. Da bin ich mir nicht sicher, ob und wie die zu nummerieren wären. Sollten die mit in die "Staatsbahn-Zählung" einfliessen müssen, dann änderte sich "hintenraus" alles, weil W7 dann eigentlich W2 wäre usw. :S


    Gleisnummerierung: in Anbetracht der gewählten Epoche scheinen mir bei den Nebengleisen Kleinbuchstaben angebracht. Gl 11 also 1a, Gl 21 dann 2a. Auch hier weiß ich aber nicht, wie dann die Gleise innerhalb der Gleisanschlüsse zu benennen wären.


    Beim Ulmer Westgleis (Privatgleis in städtischem Eigentum mit zahlreichen Nebenanschlüssen) war es so dass die Stammgleise mit römischen Zahlen bezeichnet wurden. Die Nebenanschlüsse waren dann fortlaufend mit Kleinbuchstaben gekennzeichnet. Der Gla der Eisengießerei Th. Hopff lag als fünfter Gla am Stammgleis II und hatte dementsprechend die Nummer IIe. Die Gleise im Anschluss selbst waren dann als 1H und 2H nummeriert. Ein vergleichbares Muster findet sich auch bei anderen Gla des Westgleises. Ob das aber auch für Bayern so zutreffen mag?


    Stünde ich vor dem Problem, dann nähme ich mir Originalpläne kleinerer bayrischer Stationen mit Gleisanschlüssen her und schaute dort nach, wie die "vorbildlichen" Beamten das damals gelöst haben. (Bayrische Pläne deshalb, weil es je nach ursprünglicher Staatsbahn - in deinem Falle K.bay.St.B. - unterschiedliche Regeln zur Gleisnummerierung gab, die sich teils recht lange gehalten haben. 8) )


    Grüße!
    B.

    Den wahren Freund erkennt man in der Not. (Cicero)


  • Zur Präzisierung: Um im Gleisplan immer konkret Gleis und/oder Weiche benennen zu können, würde ich alles gerne durchnummerieren und, falls es dazu verbindliche Regeln gäbe, würde ich diese gerne verwenden.


    Die Numerierung der Weichen erfolgt meist immer in RIchtung der Kilometrierung, die Weichen im Anschluss werden separat numerierst, oft mit A1..x)



    Nachstehend meine "Idee" zur Nummerierung. Gibt es da grobe Ungereimtheiten?


    W 6 und W 7 würde ich als A1, A2 numerieren, W 4 und W 5 kilometrierungsbedingt vertauschen.


    mfg


    Thomas


    Meiner Meinung nach ist das eh keine Awanst, sondern ein Bahnhof, da man dort keine Bedienungsfahrt einschliessen und rangieren lassen kann - man braucht fast immer die Streckengleise. Aber das nur nebenbei...

  • Hallo Rainer,


    ist scheinbar schon alles etwas verwirrend. Nach dem letzten Hinweis von Thomas...

    Meiner Meinung nach ist das eh keine Awanst, sondern ein Bahnhof,
    da man dort keine Bedienungsfahrt einschliessen und rangieren lassen kann
    - man braucht fast immer die Streckengleise. Aber das nur nebenbei...


    ...habe ich wieder beim ersten Beitrag im Faden begonnen. Du notierst dort...

    Vorbemerkung:
    Es wird eine Spur-0 Rangieranlage, die auf meinem Dachboden verbleibt.
    Das ganze bekommt natürlich auch einen Namen: Kleinreuth-Nord.
    Es handelt sich um eine Awanst. Die zugehörige Strecke wird nicht abgebildet, diese behalten wir nur "im Hinterkopf".
    Als Gleismaterial verwende ich zum überwiegenden Teil Peco Code 143.


    Wenn ich jetzt schlussfolgere, dann sehe ich auf deinem Plan die komplette Awanst, ohne die eigentliche Weiche die vom Streckengleis hereinführt.
    Ist dem so, dann könntest du alle Weichen mit A (wie Anschluss) nummerieren. Von A1 bis A7.
    Wie bereits schon hingewiesen, würde ich auch die 4 mit der 5 tauschen. Alle anderen können bleiben.
    Ich folge einfach der Kilometrierung im Hauptstrang, die 6 und die 7 liegen "am Rand", wobei die 6 von Gleis 2 früher erreichbar ist als die 7. Einfach eine (meine) Logik.
    Man liest allerorten, das Bezeichnungen wohl nicht immer konkreten Regeln gefolgt sind, sich entwickelt haben, durchaus aus einer Gefühlslogik entstanden.
    Bei grossen Stellwerken war das definitiv anders. Das hast du aber nicht auf deiner Anlage.
    Bei der Gleisnummerierung bevorzuge ich die einstellige Ziffer mit Zusatz von kleinem Buchstaben.
    Gleis 1 hat an seinem Ende die 1a (deine 11), Gleis 2 somit die 2 und sein Ende mit 2a (deine 21).
    In der Tiefe folge ich konsequenter Weise der "ersten Erreichbarkeit" also 3 (24)mit 3a (25) und eben 4 (22) mit 4a (23).
    Soweit meine Betrachtung aus der Sicht als "Rangierleiter" und wo ich dabei Gleise und Weichen suchen bzw. erwarten würde, ohne "Ortskenntnis".


    Nettes Grüssle mitten aus dem Wald
    ´s Peterle

    ... und das Grüssle mitten aus dem Wald
    bis bald... ´s Peterle


    ...mittlerweile gibt es einiges auf meinem "Blog"


    Verschiebe nicht auf morgen, was du heute leben kannst.
    Jeder vergangene Augenblick, den du nicht zu ergreifen verstanden hast, ist ein verlorener Augenblick.
    (unbekannter Autor)

  • Hallo miteinander und zu allererst herzlichen Dank für den Input an @Holger, @Boscho, @Thomas W, und @Peter.


    Wenn ich jetzt schlussfolgere, dann sehe ich auf deinem Plan die komplette Awanst, ohne die eigentliche Weiche die vom Streckengleis hereinführt.


    Volltreffer, Peter. Genauso habe ich es beschrieben. :thankyou:


    Vielleicht muss ich diese "Rahmenbedingung" irgendwie deutlicher und wiederholend in meine Beiträge einbauen. :D:pfeifen: Spass beiseite.


    Die "Benummerungs-Arie" werde ich, wie von Peter vorgeschlagen umsetzen. Herzlichen Dank.


    Gruß Rainer :thumbup:

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    Christopher La Brec: Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eigenen oder den eines anderen. Gib acht, das Du Deinen eigenen verfolgst.

  • Guten Abend zusammen,


    Peters Ausführungen folgend, habe ich Kleinreuth-Nord neu "nummeriert". Gleichzeitig habe ich die Gesamtsituation bzw. die Lage der AwAnst nun auch bildlich dargestellt.


    Gruß Rainer :thumbup:

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  • Bedienung der Awanst Kleinreuth-Nord als Sperrfahrt


    Hallo miteinander,


    Heute komme ich mal mit einer (komplexen) Frage um die Ecke:


    Kleinreuth-Nord, Awanst, wird per Übergabe bedient. Die Sperrfahrt erfolgt über die Strecke Kleinreuth-Bamberg und zweigt von da nach Kleinreuth-Nord ab (Streckenskizze siehe vorheriger Beitrag).


    Aus verschiedenen Quellen habe ich versucht, einen "Arbeitsablauf" für "Mitte der 60er" zusammenzutragen:

    1. Schlüssel für Abzweig-Weiche entgegennehmen
    2. Sperrfahrt zum Abzweig Kleinreuth-Nord
    3. Dort vor der Weiche anhalten und Gleissperre/Weiche aufschließen
    4. Einfahrt in das Übergabegleis (Geis 1 meiner Skizze)
    5. Halten, wenn Zug komplett eingefahren ist
    6. Tfz verlassen, zum Zugende bzw. Einfahrweiche/Gleissperre (das ist die unbenannte Weiche vor A1) gehen und abschließen.
    7. Telefonische? Meldung an den FdL, Strecke Kleinreuth-Bamberg ist frei und kann wieder befahren werden.
    8. Bis zur Weiche A3 weiterfahren, Lok abkuppeln

    Für die Rückfahrt ist sinngemäß die umgekehrte Reihenfolge zu nehmen.


    Notwendige Ausstattung :

    Fernsprecher sowohl in der Nähe von Weiche A3 als auch in der Nähe von Weiche A1?

    Signale? Signaltafeln? Hemmschuhe/Hemmschuhständer?

    Die Sperrfahrt endet vor Weiche A3 oder wäre das innerhalb der Awanst schon eine Rangierfahrt?


    Ich habe leider 0-Ahnung, wie das betrieblich abläuft bzw. ablaufen soll und wäre für Korrektur und/oder Bestätigung sehr dankbar.



    Gruß Rainer:thumbup:

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  • Hallo Rainer,


    die Punkte 1 - 7 spielen sich aussserhalb Deines dargestellten Bereichs ab.

    Ab dem Punkt wo Du die Hauptstrecke verlassen hast, die davon abzweigende Weiche wieder in Grundstellung liegt und verschlossen ist, bist Du in der Awanst. Dein eigener Herr. Der zuständige Fahrdienstleister will nur wissen ob die Rangiereinheit die Hauptstecke verlassen hat, die Weiche in Grundstellung liegt, verschlossen ist und somit die Sperrfahrt damit abgemeldet und beendet ist.

    Ein Fernspecher wäre nur bei der von der Hauptstrecke abzweigenden Weiche sinnvoll. Damit meldet Du die Rangiereinheit dann ab und nach getanenen Rangiergeschäft wieder beim Fdl an.


    Also brauchst Du Dir keinen Kopp darum zu machen.

  • Moin moin Rainer,


    im Prinzip schließe ich mich Lutz an. Nur eine Anmerkung noch: Bei Deiner Zeichnung sieht es nach einer zweigleisigen Strecke nach Bamberg aus. Das abzweigende Gleis geht von einem Durchfahrgleis ab. Dann wäre die Weiche fernbedient, Deine Übergabe würde in die Awanst nach Erteilung eines Fahrtauftrages im Bf Kleinreuth einfahren, die Fahrwegprüfung würde durch den Fdl erfolgen. Ein "Streckentelefon" wäre also nur noch für die Meldung "mit Zugschluss in der Awanst" und für die Anmeldung der Rückfahrbereitschaft notwendig. Es könnte also sinnvollerweise hingter der Weiche A1 stehen, am Gleis 1.


    Zur Gleissperre aus Punkt 3: Die wäre besser vor der Einfädelung im Bahnhof Kleinreuth angesiedelt und somit (vermutlich) im nicht sichtbaren Bereich. Das aufschließen der Weiche A1 könnte sich auch erübrigen, sie muss beim Verlassen der Awanst in Grundstellung Einfahrgleis <-> Gleis 1 liegen.


    Zum Rangieren ein- oder ausgestellt Wagen können in Gleis 1 oder 2 durch Hemmschuhe gegen Ablaufen gesichert werden. Deshalb sollten hier mehrere Hemmschuhe gelagert werden könnnen. Ob dies nun ein Ständer oder ein paar flache Steine sind (gelb angemalt) , die zwischen Gleis 1 und 2 stehen, ist dabei relativ egal.


    Alles in Allem Fahrspaß ohne viel Aufwand, nur die Hemmschuhe wären zu beachten.


    Soweit meine Meinung.

    Viel Spaß beim Rangieren in der Awanst Kleinreuth-Nord wünscht Dir herzlichst

    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Bei Deiner Zeichnung sieht es nach einer zweigleisigen Strecke nach Bamberg aus. Das abzweigende Gleis geht von einem Durchfahrgleis ab. Dann wäre die Weiche fernbedient, Deine Übergabe würde in die Awanst nach Erteilung eines Fahrtauftrages im Bf Kleinreuth einfahren, die Fahrwegprüfung würde durch den Fdl erfolgen.

    Das kann ich so nicht nachvollziehen. Natürlich kann auch in einem durchgehenden Hauptgleis ("Durchfahrgleis" gibt es in den Vorschriften nicht) eine verschlossene Handweiche eingebaut sein - die Frage ist eher, wie oft Kleinreuth Nord bedient wird, wie oft man also den zeitlichen Aufwand des Aufschliessens hinnehmen will. Da ist eine vom Stellwerk bediente Weiche ggf. schneller. Die Beobachtung des Fahrwegs liegt bei Rangierfahrten eh beim Lokführer bzw. dem Rangierer an der Spitze der Rangierabteilung.

    Wie weit soll Kleinreuth Nord eigentlich von der Hauptstrecke entfernt sein? sollen das nur einige hundert Meter sein, oder reden wir hier von mehreren Kilometern?


    Ansonsten stimme ich Lutz ebenfalls zu - die sichtbaren Gleise sind allesamt Nebengleise, da ist weder ein Verschluss noch irgendeine Signalisierung nötig (vom Sh0 am Gleisende abgesehen).


    mfg


    Thomas

  • N' Guude,


    man kann die Fahrstrassensicherheit auch mit einer elektrischen Schlüsselsperre herstellen. Der FDL gibt an der Weiche "0" elektrisch fernbedient den Schlüssel für die Gleisspere frei. Über eine Folgeabhängigkeit wird der eigentliche Schlüssel für die "0" freigegeben, Weiche umstellen und in die Awanst hinein oder heraus fahren. Nach der Wiederherstellung der Grundstellung kommen die Schlüssel zurück, der FDL betätigt die Schlüsselsperre und kann danach blockgesichert Zugfahrten zulassen.


    Allerdings hat man es, wo immer möglich, vermieden bei einer zweigleisigen Hauptstrecke mittels spitz befahrener Weichen aus dem Regelgleis auszufädeln. Wann immer möglich wurden die Abzweigweichen so verbaut, das ein im Regelgleis fahrender Zug diese weichen vom Herzstück her befährt.


    Aber die Vorredner schrieben es bereits: Diese Vorgänge liegen ausserhalb Deines gestalteten Bereichs.


    Den Weichen 1, 3 und 5 würde ich eine Grundstellung (schwarz/weisses Hebelgewicht) verordnen (ohne Schloss) für einen Fahrweg durch Gleis 1. Alle anderen Weichen erfordern keine Grundstellung (gelbes Hebelgewicht).


    Fernsprecher sehe ich zwingend erforderlich nur in der Nähe der Weiche "0".


    Bleibt gesund!!

    Grüsse aus Höchst am Main


    Hartmut