Deutsch-Italienische Freundschaft – 50 4003, 50 4011 und 50 4029

  • Moin zusammen,


    heute und in den kommenden beiden Tagen stelle ich Euch meine drei „kleinen Italiener“ vor. Die beiden Kohleversionen (jedenfalls der Kesselrohbau) entstanden zum Teil schon vor einigen Jahren, der Fertigbau musste allerdings warten. Neu hinzugekommen ist die Ölvariante, bei der auch der Bau fotografisch begleitet werden konnte.


    Ein wenig zum Vorbild:
    Es war keine ganz große und lang dauernde Deutsch-Italienische Freundschaft, nur knapp 9 Jahre hat sie gehalten. Die Franco-Crosti-Lokomotiven (FC) der Baureihe 50.40 entstanden bekanntlich alle um 1958 herum – in einer Serie von 31 Lokomotiven. Jetzt mag man ja denken, dass es da keine Unterschiede gegeben hat. Doch weit gefehlt, deshalb vorab mal ein wenig FC-Kunde zu den Bauunterschieden.


    Allgemeine Bauweise:
    50 4001 – mit Knorr-Oberflächenvorwärmer (noch als 50 1412 beschriftet)
    50 4002 – 50 4010 Standard mit hoch liegenden oberen Rauchkammertürtritt
    50 4011 – die einzige ölgefeuerte FC (Bilder 4 und 7)
    50 4012 bis 50 4025 Standard mit hoch liegendem oberen Rauchkammertürtritt
    50 4026 bis 50 4031 Standard mit tief liegendem oberen Rauchkammertürtritt


    Ersatzzylinder
    Ein Unterscheidungsmerkmal, längerfristig sichtbar, waren Ersatzzylinder. Sicherlich wurden viele Loks mit ihren Originalzylindern nach dem Umbau in Dienst gestellt, aber im Laufe der Jahre (und Untersuchungszyklen) kamen auch Ersatzzylinder, u.a. der Baureihe 52, zum Anbau.
    Diese können bildlich belegt werden [1, 2] für:
    50 4001 09.1958 Heizerseite, 06.1964; 12.1965; 06.1966;10.1966 Lokführer und Heizerseite
    50 4002 05.1961; 06.1963 Heizerseite
    50 4003 07.1959 Heizerseite
    50 4010 05.1965 Heizerseite
    50 4011 08.1959; 06.1963; 08.1964; 04.1965 Lokführerseite und Heizerseite
    50 4016 09.1965; 10.1966 Lokführer und Heizerseite
    50 4017 05.1965; 04.1964; 03.1965; 08.1966 Lokführer und Heizerseite
    50 4019 05.1966; 10.1966 Heizerseite
    50 4023 05.1960; xx.1964; 10.1966 Heizerseite
    50 4025 xx.1964 (fraglich); 03.1967 Heizerseite
    50 4027 xx.1963 Heizerseite
    50 4030 09.1959; 05.1962 Lokführerseite


    Scheibenvorlaufradsatz
    Ein kurzzeitig auftretendes Unterscheidungsmerkmal waren Scheiben-Vorlaufradsätze der Baureihe 52. Sie sind, je nach Aufnahmewinkel, nur schwer zu identifizieren. Deshalb kann die folgende Auflistung unvollständig sein.
    Scheiben-Vorlaufradsätze können bildlich belegt werden [1, 2] für:
    50 4002 07.1962; 01.1967
    50 4004 01.1967
    50 4005 01.1967
    50 4006 05.1961; 01.1967
    40 4009 01.1967
    50 4010 02.1965; 01.1967
    50 4011 05.1961; 08.1964; 04.1965; 08.1965
    50 4015 03.1965; 10.1965; 07.1967
    50 4017 03.1959 (ab Umbau)
    50 4018 04.1964; 04.1966
    50 4020 04.1966
    50 4022 10.1965; 06.1966
    50 4024 10.1963
    50 4025 08.1965; 05.1967; 07.1967
    50 4026 07.1966; 05.1967; 07.1967
    50 4027 10.1963
    50 4029 03.1966; 01.1967
    50 4030 05.1962; 06.1964; 02.1965
    50 4031 09.1963; 09.1966
    Manche Lok wird sie möglicherweise auch nur, zwecks Tausch „gut gegen schlecht“, zur z-Stellung erhalten haben.


    Der Vollständigkeit halber hier noch die
    Glocke
    Weil Lok des Bw Rhaden im Nebenbahndienst eingesetzt wurden, erhielten die hier eingesetzten Lokomotiven in fast allen Fällen Druckluftglocken, die sie ab Umbau nicht besaßen. Der Anbauort war jedoch nicht einheitlich. In Rhaden waren folgende Lok eingesetzt [2]
    50 4002 keine Glocke
    50 4004 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 05.1966
    50 4005 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 04.1966; 05.1966
    50 4006 Glocke auf Kessel, Lokführerseite ab 06.1966
    50 4007 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 06.1966; 03.1967; 04.1967
    50 4012 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 08.1965; 05.1966
    50 4013 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 11.1965; 07.1967
    50 4015 keine Glocke
    50 4025 Glocke auf Kessel, Lokführerseite ab 06.1966; 07.1967
    50 4026 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 07.1966; 03.1967
    50 4027 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 06.1964
    50 4028 Glocke auf dem Umlauf, Lokführerseite ab 06.1965; 03.1967; 05.1967


    Besonderheiten
    Einige Lokomotiven hatten allerdings auch einmalige, besondere Bauunterschiede zu ihren Schwestern. Manche waren ab dem Umbau an den Lokomotiven vorhanden, andere kamen erst im Rahmen von Untersuchungen oder Versuchsreihen an die Lokomotiven. Hierzu zählen:
    50 4001 – mit Knorr-Oberflächenvorwärmer und anderen, seitlich gelegenen, Aufstiegstritten zur oberen Rauchkammertür. Diese Baumusterlokomotive sah noch in vielen weiteren Bauteilen anders aus, als die späteren Serienmaschinen.
    50 4002 – mit Stauschuten an den vorderen Führerstandfenstern analog zu denen der Baureihe 01. Frühester Bildnachweis ist der 16.05.1961. Daher ist der Einbau wahrscheinlich im Rahmen der L2 am 29.09.1960 erfolgt. Ausbau der Fensterschirme vermutlich im Rahmen der letzten L0 am 28.09.1965.
    50 4003 – mit einem vergrößerten Mischkasten in deutlich abgerundeter Bauart und Stauschuten, die sich nach vorne hin nicht verjüngen. Anbau bei Versuchsfahrten im November 1958.
    50 4008 – die einzige FC mit niedriger Nummer und den Rauchkammertritten analog zur letzten „Serie“ 50 4026 – 50 4031. Frühester sicherer Bildnachweis von 1961, der früheste Bildnachweis, bei dem diese Bauart möglich ist, datiert von 08.1960 und ist in [1], Seite 199 oben, zu sehen. Somit ist der Um-/Anbau möglich im Rahmen der L2 am 04.07.1960 oder der folgenden L0 am 05.04.1961.
    50 4011 – die einzige Lok, die zeitweilig ohne das charakteristische Rauchleitblech auf dem Führerhaus im Einsatz war. Eine Aufnahme zeigt die Lok im April 1965 ohne dieses Blech, demnach ist es spätestens zur L0 am 10.03.1965 entfallen. Bis zu ihrer Ausmusterung wurde das Blech auch nicht wieder angebaut.
    50 4030 und 50 4031– die beiden einzigen Lokomotiven, die mit tiefliegendem oberem und fehlendem unterem Rauchkammertritt unterwegs waren.


    Genug Potential also, um eine FC zu individualisieren. Dazu dann ab morgen mehr.


    Herzliche Grüße
    Andreas

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

    Einmal editiert, zuletzt von Andreas B ()

  • Moin moin zusammen,


    hatte ich gestern noch ein wenig über das Vorbild geschrieben, geht es heute in den ersten Teil des Modellbaus. Viel Spaß.


    Die Modelle

    Für eine Modellnachbildung kamen nur Lokomotiven in Frage, die in den Bw Hamm, Kirchweyhe oder Osnabrück Hbf zwischen 1960 und 1965 im Einsatz waren. Für den Gesamtzeitraum blieben nur die Bw Kirchweyhe und Osnabrück, für den Zeitraum 1964 – 1965 kam noch das Bw Hamm hinzu.


    Doch kamen die Lok auch ins Ruhrgebiet? Dies lässt sich mit einem klaren „jein“ beantworten.
    • Das Bw Kirchweyhe hatte Langläufe auf der Relation Hamburg – Wanne-Eickel, wohl schon ab 1952,
    ...mit Lok der Baureihe 50 bedient [1]. Die Franco-Crosti-Loks bespannten Züge auf der „Rollbahn“ von
    ...Bremen/Kirchweyhe bis Hamm oder Wanne-Eickel [1]. Die Öllok 50 4011 dieses Bw wurde bevorzugt
    ...zwischen Osnabrück und Hamburg eingesetzt. Ob sie jemals in die Nähe des Ruhrgebietes kam ist also fraglich.
    • Lok des Bw Osnabrück Vbf fuhren fast identische Einsätze auf der gleichen Relation wie die Kirchweyher Maschinen.
    ...Auch sie kamen somit bis Hamm und Wanne-Eickel.
    • Das Bw Hamm erhielt erst 1964 Lokomotiven der Baureihe 50.40 zugewiesen und sie kamen somit erst
    ...am Ende meines favorisierten Zeitraumes ins Ruhrgebiet. Hammer 50.40 kamen gemäß Umlaufplan in
    ...Ebel/Wenzel [1] mit Planleistungen bis Krefeld-Linn durch das ganze Ruhrgebiet und mit Sonderleistungen
    ...nach Oberhausen-Osterfeld [2]. Es gibt eine Aufnahme einer 50.40 im Mülheim (Ruhr) Stadt [3]. Angeblich
    ...die 50 4026, dies wäre eine Kirchweyher Lokomotive… ich halte deshalb die Loknummer auf Grund der oben
    ...gemachten Aussagen für fraglich, 50 4016 (Bw Hamm) käme jedoch in Frage.


    Ich habe mich, nach reiflicher Überlegung, für Lok des Bw Kirchweyhe in ihren letzten Bauzuständen der Jahre 1963/1964/1965 entschieden. Auch wenn sie nicht ins Kern-Ruhrgebiet kamen, bis Wanne-Eickel kamen sie – zumindest die Kohleversionen. Auch bot sich so eine Vielzahl an Varianten zur Nachbildung an.
    Hierdurch konnten sich die Modelle auch vom Weinert‘schen Standard-Bausatz unterscheiden, was allerdings auch diverse Änderungen nötig machte.
    Wer mich kennt, weiß, dass ich gerne auch mal einen Exoten nachbilde. Deshalb wurden es
    • die 50 4003, Zustand 05.1965, mit stärker gerundetem Mischkasten und den großen geraden Windstauschuten,
    • die Öllok 50 4011, Zustand 04.1965, mit Scheibenvorlaufradsatz, ohne Rauchleitblech, mit Ölbetankung durch Steigrohr
    • die 50 4029, Zustand 06.1963, späte Serie mit geändertem, tiefer gesetzten oberen Rauchkammertürtritt, sowie dem
    ...zweiten, unten liegenden Rauchkammertürtritt.


    Als Basis dienten Bauteile aus meiner Bastel- und Grabbelkiste:
    3 Rahmen, komplett mit Fahrwerk, Steuerung und Lokplatine
    3 Führerhäuser, incl. Fenstereinsatz
    3 analoge Tender der Bauart 2‘2’T26, komplett mit Fahrwerk, Motor und Tenderplatine
    3 Stehkessel, von Umbauten mit geschlossenem Führerhaus übrig geblieben
    diverse Kleinteile wie Leitern, Schrauben und Lok-Tender-Kupplungen.
    (Ersatzweise 3x Roco 43288 BR 50, ganze Lok)


    Benötigt wurden darüber hinaus:
    2x Brawa 3091 Miniatur-Steckverbindung
    3x Esu 51950 8-polige Schnittstelle nach NEM 652
    3x Lenz 10331 Silver Decoder mit Schnittstelle nach NEM 652
    1x Modellbahn-Kreativshop Ätzschilder 50 4003, BD Münster, Bw Kirchweyhe
    1x Modellbahn-Kreativshop Ätzschilder 50 4029, BD Münster, Bw Kirchweyhe
    2x Weinert 4109 BR 50.40 Franco-Crosti Umbausatz für Roco-BR 50 (kohlegefeuert)
    1x Weinert 41091 BR 50.40 Franco-Crosti Umbausatz für Roco-BR 50 (ölgefeuert)
    1x Weinert 82002 Satz Armaturen der Öl-Tenderrückwand BR 01.10
    3x Weinert 8295 Heizschlauchkupplungen mit RIC-Hahn
    1x Weinert 8461Griffstangenhalter, superfein, für 0,3mm Draht
    3x Weinert 8507 Einheitspufferbohle für Schlepptender
    1x Weinert 8512 Rangierergriffe für Pufferbohle
    3x Weinert 8641 Kupplungen zum Einsetzen in die Pufferbohle
    3x Weinert 86609 Paar Wasserkasten Deckelklappen für 2'2'T26
    1x Weinert 8729 Pufferbohlentritt mit Schienenräumer
    3x Weinert 8793 Entwässerungsstutzen für Zylinderblöcke an Einheitslokomotiven
    1x Weinert 8800 Fensterschirme für BR 01 Neubaukessel
    3x Weinert 89142 Schmierleitungsverteiler für Loks
    1x Weinert 92704 Lösezüge für Bremsanlagen
    Messingblech 0,3mm (Bastelkiste)
    Neusilberstreifen 0,2mm, 2mm breit (Ätzrahmenreste – Bastelkiste)
    Polystyrol 0,5mm (Bastelkiste)
    Polystyrol 1,0mm (Bastelkiste)
    Polystyrol 2,5 x 2,5mm (Bastelkiste)


    Zum Bau:
    Die beiden Kohlevarianten waren bereits vor vielen Jahren entstanden, mussten aber auf Grund privater Umstände mitten im Bau unterbrochen werden. Die anschließenden mehrfachen (beruflich bedingten) Umzüge haben den Bausätzen nicht gerade gut getan, diverse Bauteile waren abgebrochen oder verschwunden. Sie mussten mit Ersatzteilen aufgefüllt werden.


    Begonnen wurde dementsprechend mit der Instandsetzung der Kessel der Kohleversionen.
    Dabei wurden auch ehemalige Bausünden, wie das Kleben mit Zweikomponentenkleber, an einigen Stellen korrigiert. Einige Leitungen wurden nun nachträglich an die Aggregate angelötet, statt nur geklebt zu werden. Die Umläufe wurden demontiert, gereinigt und neu verklebt. Fehlende Leitungen wurden ergänzt.


    50 4003
    Der große runde Vorserien-Mischvorwärmerkasten des MV 57 von 50 4003 wurde damals aus dem Weinertbauteil herausgearbeitet. Er wurde so lange geschliffen, bis seine Rundung der des Vorbilds entsprach. Leider hatte das Bauteil Lunker, die gefüllt werden mussten.
    Da die Abdeckplatte des Weinertbauteils der Rundung „im Wege stand“ musste sie neu angefertigt werden. Sie entstand aus einem 0,1mm Neusilberblech aus der Bastelkiste, in das mit einem abgebrochenen 0,3mm-Bohrer die Befestigungsschrauben von unten eingeprägt und so angedeutet wurden. Heute würde ich es vermutlich anders machen.


    50 4011
    Der Zusammenbau der ölgefeuerten FC erfolgte gemäß der Weinert´schen Bauanleitung, die wie immer sehr ausführlich ist. Jedoch sind einige Bauteile zwar schriftlich erwähnt, aber sowohl die Bohrungen als auch die genaue Position ließen sich aus den Zeichnungen nicht herauslesen. Dies betraf die Ölbrennleitung (Teil 55b) für die keine Bohrlöcher (0,8mm) markiert oder angegeben waren. Entgegen der Anleitung ist die Ölarmatur (Teil 56b) vor dem Dampfverteiler (Teil 56) einzukleben, da von diesem abgehende Leitungen unter dem Dampfverteiler entlangführen. Siehe hierzu auch die Vorbildaufnahmen im EK-Buch.
    Auch fehlt für die Ölarmatur die Angabe zu Lage und Durchmesser der Bohrung (0,4mm passten dann). Hier war probieren angesagt.


    Eine echte Erleichterung sind die bereits fertig gegossenen Leitungen. Es war doch eine arge Fummelei, die Messingdrähte selber zu biegen. Jedoch mussten fast alle Leitungen nachjustiert werden. Auch hier war mehrfaches Probieren notwendig, bis die korrekten Positionen gefunden waren. In einem Fall musste eine Bohrung für eine Befestigung neu gebohrt werden, weil die markierte Position am Kessel nicht mit dem Befestigungsdorn an der Leitung zusammenpasste.


    Da meine Lok den Zustand von 1964 darstellen sollte, musste das außen liegende Ölsteigrohr und der „ebenerdige“ Füllstutzen nachgebildet werden, hier eine Aufnahme von Albert Gieseler dazu. Hierzu diente der Weinert Umrüstsatz für die 01.10. Jedoch passt das Steigrohr nicht an und für die 50 4011, weshalb es umgearbeitet wurde. Es wurde knapp oberhalb der Lampe und unter dem viereckigen Flansch durchgesägt. Der untere Teil bis zur Lampe kann erhalten bleiben, das obere Ende wurde weiterbearbeitet. Über dem viereckigen Flansch wurde die Wandhalterung abgesägt und die dargestellte Manschette bis auf den Rohrdurchmesser weggeschliffen. Die beiden oberen Bögen wurden begradigt. Nun wurde das Rohr auf den unteren Rohrabschnitt aufgelötet. Durch anhalten des Bauelementes wurde die Höhe der neuen Bögen zum Einfüllstutzen ermittelt. Dieser 90°-Bogen und der folgende in den Füllstutzen wurden mit einer Dreibackenzange gebogen. Der Füllstutzen ist übrigens schon auf dem Ölbunkereinsatz nachgebildet. Nachdem dies passte, wurde eine Weinert-Nummernschildtafel von ihren hinteren Angüssen befreit und mittig eine runde Vertiefung eingeschliffen, damit das Schild auf dem Steigrohr angelötet werden konnte. Seine Position liegt zwischen „Steigrohrbeginn“ und Wandhalterung für das Steigrohr ganz am unteren Ende.


    Durch den Einbau des ebenerdigen Füllstutzens musste der Feuerlöscherkasten an eine neue Position gesetzt werden, weshalb weitere Umbauarbeiten notwendig waren. Er rückte weiter in den lokführerseitigen Werkzeugkasten hinein und musste höher eingebaut werden.
    Hierzu wurde der Werkzeugkasten am Tenderende auf der Lokführerseite um 3,5 mm gekürzt. Der Feuerlöscherkasten wurde dann auf zwei Abschnitte eines 2,5 x 2,5mm Kunststoff-Quadratprofils, auf Gehrung gesägt und zusammengeklebt, aufgesetzt. Die nun offene Rückseite des Kastens wurde mit einem Stück desselben Profils von innen her ausgefüllt, mit Revell Plasto aufgefüllt und später geglättet.
    Der Füllstutzen –aus einem ähnlich aussehenden Messingbauteil- wurde vorbildgerecht auf einem Reststück eines Messing-Ätzrahmen mit den Abmessungen 3,5 x 5,0 mm aufgebaut. Auf der längeren Seite wurde ein etwa 1mm breiter Streifen um 90° abgewinkelt. Die breite Aufnahmefläche wurde im oberen Bereich, an der Biegekante beginnend, um 40° abgeschrägt (etwa bis zur Hälfte). Im unteren Bereich wurde eine passende Bohrung für den Füllstutzen gebohrt und der Füllstutzen eingeklebt.


    Nun war noch die Tenderwand des Wasserkastens zu bearbeiten. Vermutlich um Platz für die Armaturen zu schaffen wurde vom Wasserkasten im unteren Bereich beim Vorbild eine Aussparung eingebaut. Sie verläuft diagonal zwischen Seiten- und Rückwand.
    Im Modell wurde hierfür auf jeder Seite eine Markierung in 2 mm Entfernung zum Rand senkrecht eingeritzt. Am unteren Ende blieb 1 mm stehen, darüber wurden 5,5 mm diagonal abgeschliffen. Da Roco die Kanten des Tenderaufbaues in den Innenecken verstärkt hat, wird das Material nicht durchbrochen. Deshalb braucht auch das Fahrwerk des Tenders in diesem Bereich nicht angepasst zu werden. Trotzdem war vorsichtiges Arbeiten angesagt, um nicht doch noch ein Loch zu produzieren.


    Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde der neue Füllstutzen eingeklebt, allerdings so, dass er nicht an den Feuerlöscherkasten anstößt.
    Die Tür des Feuerlöscherkastens ist genau genommen zu breit, sie würde an die oben beschriebene Halterung anstoßen. Eine Änderung würde jedoch einem Neubau gleich kommen, weshalb ich darauf verzichtet habe.


    Die lokführerseitige Tenderleiter musste nun ebenfalls an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Ich habe die originale Roco-Leiter weiterverwendet. Sie wurde, von oben gerechnet, nach der dritten Stufe getrennt, das Oberteil in die vorhandenen Öffnungen eingeklebt. Die zusätzliche Halterung wurde aus einem L-förmig gebogenen Neusilberstreifen mit 2mm Breite hergestellt und angeklebt.
    Für die unteren vier Stufen wurde eine Halterung aus einem ebenfalls L-förmig geformten und an seinen beiden Enden um 90 Grad verdrehten Neusilberstreifen hergestellt. Er dient der Aufnahme der Leiter am unteren Tenderkastenende. Ein weiterer Streifen wurde diagonal dagegen geklebt. Vor der Montage erhielt die Leiter an der Innenseite eine kleine Vertiefung, in die die obere Halterung geklebt werden konnte. Außerdem wurden die überstehenden Seitenwangen der Leiter abgetrennt.







    50 4029
    Der Rauchkammertritt der 50 4029 musste neu angefertigt werden. Dazu wurde der vorhandene originale Weinert-Tritt wieder demontiert und umgearbeitet.
    Der obere Tritt wurde abgesägt und die überstehenden Reste auf der Innenseite der Rauchkammerstützen beigeschliffen.
    Die Griffe am abgesägten Tritt wurden ebenfalls abgesägt, anschließend wurde der Tritt auf 13,80mm gekürzt. Mittig wurde eine feine Nut in Trittfläche, Vorderseite und Rückseite mit einer Juwelier-Laubsäge gesägt. Diese deutet die zwei Hälften der Trittstufe an.
    An die Innenseiten der Rauchkammerträger wurden in Höhe der Umlaufauflagen zwei L-Profile 1x1mm gelötet. Hierauf wurde dann der vorbereitete Tritt gelötet.
    Der mittige Dorn auf der unteren Vorwärmertür besteht aus einem 6,6mm langen T-Profil, ebenfalls 1x1mm in den Abmessungen und einem 1x2mm großen, rechteckigen Neusilberrest mit 0,2mm Stärke. Das T-Profil wurde senkrecht auf den Neusilberstreifen aufgelötet, nach vorne flach zulaufend geschliffen und anschließend unter den neuen Tritt und an die Vorwärmertür geklebt.


    Shit happens:
    Einer ersten Begutachtung durch Dritte konnte diese Erstversion nicht standhalten:
    Der obere Tritt hatte sich beim Löten ein wenig in seiner Position verschoben und war so -von mir unbemerkt- an die Lok gebaut worden. Das gab natürlich „Mecker“… völlig zu Recht.
    Also wurde der Tritt ein weiteres Mal demontiert und neu gelötet. Jetzt passt alles.
    Deshalb geht mein Dank an die kritischen „Abnahmebeamten“.


    Dann waren die Kessel soweit fertig.


    Soweit der Modellbau für heute. Morgen geht es in den Endspurt... Ist ja nicht mehr viel zu tun.


    Herzliche Grüße
    Andreas

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

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  • Moin moin allerseits,


    es geht weiter...


    Ähnliche Arbeiten bei 50 4003, 4011 und 4029
    Führerhäuser
    Die Standardzurüstung mit neuen Dachhaken erhielten alle Führerhäuser. Bei 50 4003 und 4029 wurden die neuen, freistehenden feinen Griffstangen in Griffstangenhaltern eingesetzt, bei 50 4011 wurde die Version der ÜK-Lokomotiven angebracht - ohne Griffstangenhalter und nicht bis zum Führerhausdach hoch.


    Die Führerhäuser der beiden kohlegefeuerten Loks erhielten eine Vorhangstange, jedoch vorerst noch ohne Vorhang, eingesetzt.
    Im Führerhaus von 50 4011 wurden anstelle der Stange feste Rückwände, mit einem kleinen Fenster versehen, eingesetzt. Ihr Bau ist hier beschrieben.


    Für die besonderen Stauschuten/Fensterschirme der Führerstandfenster neben dem Kessel der 50 4003 – sie umschließen das Fenster vollständig und laufen am vorderen Ende nicht leicht nach innen zu, sondern bleiben auf einer „geraden“ Linie – kamen die Weinert-Fensterschirme zur Anwendung. Diese laufen vorne allerdings schräg nach innen zu, weshalb ich sie umgekehrt in die Fensteröffnungen eingesetzt habe. Vorher wurde noch die Wandstärke mit einem Diamantfräser von innen her verjüngt.


    Die Rauchleitbleche auf den Dächern der beiden kohlegefeuerten Versionen wurden mit einem auf der Innenseite eingelöteten, U-förmig gebogenem, 0,50mm-Messingdraht versehen. In das Führerhausdach wurden die passenden Bohrungen eingebracht und darin das Blech verklebt. Diese Methode gewährleistet eine dauerhafte Befestigung des sonst relativ wenig grifffesten Rauchleitbleches.


    Zylinder
    Alle Zylinder wurden mit Weinert-Entwässerungsstutzen ausgestattet. Darüber hinaus haben sie Entwässerungsrohre aus 0,15mm Kupferlackdraht erhalten. Dieser ist leider sehr labil, weshalb der Draht auch am unteren Ende des Zylinders festgeklebt werden musste.
    Anmerkung:
    0,2mm halbharter Messingdraht wäre besser gewesen, dieser ist leider nur schwer zu beschaffen. Kennt jemand einen Lieferanten? Dann bitte ich um eine entsprechende persönliche Nachricht.


    50 4003 hatte 1959 einen Ersatzzylinder (siehe oben), da ich ihn in den späten Betriebsjahren jedoch nicht mehr belegen kann, habe ich auf eine Nachbildung verzichtet.
    50 4011 hatte seit ihrem Umbau auf der Heizer- und der Lokführerseite Ersatzzylinder, diese bis zur Ausmusterung. Um sie darzustellen, wurden die Schieberkastendeckel mit Revell Plasto aufgefüttert. Nach dem Aushärten wurden die Deckel rund geschliffen. So kommt zumindest die glatte Optik der andersartigen Deckel gut zur Geltung. Die dargestellten Verschraubungen wurden zur Hälfte entfernt und zwar so, dass 4 Stück in einem Kreuz stehen bleiben.
    Anmerkung:
    Da mich die Optik nicht so ganz begeistert, ist eine Ersatzausführung in der Planung. Die benötigten 52er-Zylinder-Bauteile sind im Zulauf.


    Steuerungen
    Auch die Steuerungsträger wurden noch mal überarbeitet, gerichtet und gesäubert. An den beiden Querträgern des Steuerungsträgers sind die oberen Verdickungen – wie von Weinert beschrieben – zu entfernen. Ich habe die Bauteile im Anschluss glatt gefeilt und so auch die letzten Grate entfernt.
    Als besonders wichtig erwiesen hat sich im Zusammenhang mit der späteren Montage des FC-Kessels, dass die beiden Aufnahmeschlitze im Vorwärmerkessel noch einmal um ca. 0,2 bis 0,3mm aufgeweitet werden (auf 0,9 bis 1,0 mm). Die Querträger, bei Roco 0,75 mm breit, müssen ohne Klemmen hineinpassen – auch nach der Spritzlackierung.
    Das betrifft auch die mittige Öffnung für die Schraubenführung, die bei meinen Modellen deutlich zu eng waren. Die entsprechende Führung am vorderen Querträger des Roco-Steuerungsträgers hat einen Durchmesser von 3,95 mm. Ich habe die Bohrungen deshalb auf 4,2 mm erweitert.


    Lokomotiv-Rahmen
    Die Rahmen wurden gemäß der Umbauanleitung bearbeitet.
    Bei einer Probezusammensetzung von Lokrahmen und neuem Kessel stellte sich heraus, dass die Rauchkammerstützen nicht auf der Pufferbohle zu liegen kamen. Das gleiche Problem hatten auch die beiden bereits vor Jahren gebauten Rahmen. Was war geschehen?
    Wie sich herausstellte, war das eine selbstgemachte Schwierigkeit: Ich hatte die Nietenreihen beim Entfernen der Pufferbohlen stehen gelassen („…die sind doch schön…“), weshalb die neue Weinert-Pufferbohle jetzt 1,7mm zu weit vorne lag.


    Also habe ich die bereits fertigen Rahmen nochmal demontiert und den Rahmenvorschuh bis an die dargestellte vordere Abdeckplatte heran abgesägt und begradigt. Die Weinert-Pufferbohlen wurden vom alten Klebstoff befreit und einer weiteren Überprüfung durch einfaches Anheften mit Sekundenkleber unterzogen. Da nun alles zusammen passte, so dass auch die Rauchkammerträger auf der Pufferbohle aufliegen können, wurden sie erneut mit Zweikomponentenkleber eingeklebt.


    Die Pufferbohlen erhielten noch, die den Vorbildern entsprechenden, Heizkupplungen mit RIC-Hahn angebaut, auf das beiliegende Bauteil „RIC-Hahn“ habe ich verzichtet und es in die Bastelkiste gelegt. Es wird bei weiteren Umbauten gut verwendet werden können.
    Ferner erhielten die Rahmen zusätzlich noch Schmierleitungsverteiler von Weinert aufgesetzt.


    Tender-Rahmen
    Alle drei Tenderrahmen wurden über die in den Umbauanleitungen gemachten Angaben hinaus einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen. Diesen habe ich hier ausführlich dargestellt.


    Tenderaufbauten allgemein
    Zusätzlich zu den Änderungen im Rahmen des Franco-Crosti-Umbaus erhielten die Tender noch die Wasserkasten-Deckelklappen von Weinert angebaut. Diese haben den oberen Teil der Hebelmechanik zum Öffnen vom Boden aus bereits angespritzt.
    Die vorhandenen Klappen wurden mit einem feinen Stechbeitel abgeschabt und die Fläche vorsichtig glattgeschliffen, dann die neuen Klappen an deren Position eingeklebt.
    Ergänzt werden mussten nur die Hebel zur Bodenbetätigung. Sie entstanden der Einfachheit halber aus den Bremslösezügen.
    Die Tenderleitern von Roco wurden, soweit möglich, unbearbeitet wiederverwendet. Nur bei 50 4011 war eine Leiter anzupassen (siehe oben).


    Soweit diese Arbeiten. Gleich geht es in den Endspurt.


    Herzliche Grüße
    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Moin nochmal,


    hier kommt der Endspurt...


    Antriebe
    Der Antriebsstrang blieb erhalten, inklusive dem Kardanantrieb nach vorne. Auch habe ich auf den Einbau eines Faulhabermotors verzichtet, ich finde das der Roco-Antrieb zuverlässig und gut genug arbeitet.


    Elektrik/Elektronik
    Die Lokplatinen wurden wie hier beschrieben bearbeitet. Mit den Tenderplatinen wurde ebenso verfahren. Um die Leitungen von der Lok zum Tender zu bekommen musste eine Öffnung in die Tenderfronten gearbeitet werden. Ich habe eine kleine, runde Öffnung oben in den Aufbewahrungsschrank oberhalb der „Kohlenentnahme“ bei 50 4011 geschliffen. Hier können die feinen Drähte zum Führerhaus hindurchgeführt werden. Die dreipolige Schnittstelle wurde ins Führerhaus verlegt, hier lässt sie sich bei der Demontage der Lok einfacher trennen.
    Bei 50 4003 und 50 4029 habe ich eine andere Leitungsführung gewählt. Sie wurden unterhalb des Motors eng am Rand des Tenderfahrgestells verlegt. Die Schnittstelle Lok-Tender wurde bei 50 4029 im Führerhaus untergebracht, bei 50 4003 versuchshalber auf die (in der Höhe gekürzte) Lok-Tender-Blende geklebt. Dazu ist diese Blende vorher mit Schmirgelpapier oder Feile gründlich anzurauen gewesen, um dem Sekundenkleber ein wenig Halt zu bieten. Die Festigkeit reicht für den Anlagenbetrieb, bei Trennung oder Kupplung von Lok und Tender sollte die „Schnittstelle“ aber festgehalten werden, um die Kräfte aufnehmen zu können.


    Tipp am Rande:
    Die neuen Kabel der NEM-Schnittstelle lieber etwas länger lassen; 13cm haben sich als ideal herausgestellt. Sind sie (zu) kurz, bestehen nicht unerhebliche Probleme alles an seinen Platz schieben zu können. Im eingebauten Zustand sind die kurzen Kabel zwar besser, aber bei der Montage… Aus „Fehlern“ lernt man!


    Um den verwendeten Original-Roco-Motor und den Decoder zu trennen wurde eine 0,5mm Polystyrolplatte in etwa der Abmessungen des Motors mit zwei 1mm dicken Polystyrolstreifen als Standfläche versehen und anschließend mit Sekundenkleber auf den Motor geklebt.
    Die Decoder wurden mit Doppelklebeband auf dieser Platte befestigt.


    In keine Lok wurde Licht eingebaut.


    Lackierung
    An Farben wurden genutzt:
    1x Revell 39804 Basic Color Grundierungssprühfarbe


    1x Weinert 2600 Verdünnung
    1x Weinert 2611 Karminrot RAL 3002
    1x Weinert 2646 Tiefschwarz RAL 9005
    1x Weinert 2697 Lack klar, seidenmatt
    1x Weinert 2699 Mattierungsmittel


    1x Model Master 1156 Verdünnung
    1x Model Master 1405 Metalizer Stahlblau
    1x Model Master 1550E Flat Red (ähnlich RAL 3002)
    1x Model Master 1560 Mattlack
    1x Model Master 1561 Klarlack glänzend
    1x Model Master 1569E Flat Yellow
    1x Model Master 1728E Light Ghost Grey
    1x Model Master 1745E Insignia White
    1x Model Master 1749E Flat Black (ähnlich RAL 9005)
    1x Model Master 1790E Chrome Silver


    Vor Arbeitsbeginn wurden alle Bauteile gereinigt, teils unter (vorsichtigem) Einsatz von Aceton, teils mit der „guten alten“ Zahnbürste und Scheuerpulver.


    Nach der Grundierung mit Revell Grundierungsspray kamen (letztmalig) die Weinert-Nitro-Farben zum Einsatz. Die Lackierung erfolgte mit der Spritzpistole und einer 0,2mm Düse.
    Die Weinert-Nitro-Farben machen bei mir –ich habe auch schon anderes gehört- keine Schwierigkeiten, auch nicht auf den Roco-Farben. Jedoch ist die Gerichsbelästigung bei Arbeiten in geschlossenene Räumen nicht mehr erträglich. Zukünftig werden andere Farben verwendet.
    Lokkessel mit Führerhaus und der Tenderaufbau wurden in RAL 9005 schwarz gespritzt. Lok- und Tenderrahmen, sowie die Radsätze wurden in RAL 3002 rot gespritzt. Alle Flächen, die keinen Lackauftrag erhalten durften, wurden mit Tesakrepp abgeklebt. Dies betraf unter anderem die Laufflächen und Achsen der Radsätze, Rahmeninnenseiten von Lok und Tender und Getriebeteile.


    Die Feinbemalung erfolgte mit dem Pinsel.
    In Rot:
    die Pufferschäfte der Federpuffer,
    die Umlaufseiten und
    die Leitungen darunter,
    der gesamte Steuerungsträger.
    In Schwarz:
    die Zylinder,
    die Pufferbohlenabdeckung aus Riffelblech
    die Tritte von oben.


    Die Triebwerkleuchten und die Lampeninnenseiten in Weiß.
    Stromverteilerkästen erhielten einen Gelbton.
    Das Führerhaus wurde innen grau RAL 7023 (oberhalb der Brüstung und Dachfläche) abgesetzt, unterhalb der Brüstung erfolgte keine Lackierung.
    Der Führerhausboden wurde leicht mit Arbeitspuren versehen.
    Die Stehkesselarmaturen erhielten einen silbernen, weißen und roten Farbauftrag.


    Beschriften


    Für die Beschriftung wurden genutzt:
    1x Model Master 1560 Mattlack
    1x Vallejo 70510 Gloss Varnish
    1x Vallejo 70520 Matt Varnish
    1x Vallejo 73212 Decal Softener
    1x Vallejo 73213 Decal Fix


    Die Lokschilder wurden mit Klarlack angeklebt.
    Geliefert wurden die Lokschilder für 50 4003 und 50 4029 vom Modellbahn-Kreativshop. Schon geschwärzt und sauber abgezogen. Die Ätzschilder der 50 4011 lieferte Weinert im Bausatz mit. Sie wurden mit schwarz gespritzt und auf 1000er Schleifpapier abgezogen.


    Die Decals wurden nach dem Tutorial „Anbringen von Decals mit Vallejo-Produkten 1.1“ von Thomas S aufgebracht. Vielen Dank für den Tipp.
    Alle Decals kamen aus den Umbausätzen von Weinert, auch wenn sie teilweise die für mich falschen Untersuchungsdaten tragen.
    Leider lagen insbesondere die Warnpfeile auf weißem Grund bei Weinert’s Decals oftmals außermittig…


    Betriebsspuren
    …wurden bisher noch nicht aufgebracht, sind aber geplant.


    Endmontage und Programmierung
    Nun konnte das Bauteile-Puzzle beginnen.

    • Die Fenstereinsätze wurden zersägt und jedes Fenster einzeln mit glänzendem Klarlack eingeklebt. Nur die Frontfenster blieben am
    ...vorderen Roco-Fenster dran, sie anzupassen war denn doch zu viel Arbeit.
    ...Ebenso wurden die Lampengläser mit Klarlack eingeklebt.
    • Lokführer und Heizer nahmen im Führerstand Platz.
    • Bei 50 4011 wurde die bewegliche „Tendertür“ entfernt. Für eine bessere, geschlossene, Optik habe ich noch nicht den
    ...richtigen Einfall (wegen der festen Führerhausrückwand).
    • 50 4029 bekam vor der Abfahrt im Bw noch eine ordentliche Schaufel Kohle in den Kohlekasten. Die purzelte natürlich auch neben den ...Kohlekasten, weshalb die Abdeckung nicht mehr zugemacht werden konnte.
    • Generalreinigung aller beweglichen Teile wie Zahnräder, Kardanwelle, Schnecke, Achsen, Achslager und Schrauben
    • Vorsichtiges Ölen und Fetten der beweglichen Teile (Zahnräder, Achslager, Kardanwelle, Schnecke etc.)
    • Generalreinigung aller Stromabnehmer und erneutes Einjustieren
    • Gesamtmontage aller Bauteile
    • Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Decoder noch mit ihrer Adresse programmiert und die Lokomotiven dem Betriebsdienst
    ...übergeben.


    Ach, fast hätte ich es vergessen:
    Die Lokomotiven erhielten natürlich je noch ein Betriebsbuch. Aber das ist (vielleicht) ein anderes Thema.


    Fazit:
    Spaß hat es gemacht, dreimal das Gleiche und doch nichts Gleiches erbaut zu haben. Allerdings ist es bei den FC-Umbauten –obwohl zwei schon weitgehend vorbereitet waren- doch eine längerfristige Angelegenheit geworden, immerhin von Ende Januar bis jetzt, inklusive der Wartezeiten auf Ersatzteile, der wichtigeren Dinge im Leben und der „Null-Bock-Phasen“ versteht sich.


    Zum Abschluss noch eine kleine Fotostrecke der fertigen Lokomotiven.
    50 4003


    50 4011


    50 4029


    Quellen:
    [1] EK-Verlag, 1988, Ebel/Wenzel, Die Baureihe 50, Band 2: Deutsche Bundesbahn
    [2] EK-Verlag, 2002, Ebel/Gänsfuß, Franco-Crosti – Die Baureihe 42.90 und 50.40
    [3] Sutton Verlag 2007, Schenk, Eisenbahn im westlichen Ruhrgebiet
    [4] www. Eisenbahnstiftung.de, diverse Aufnahmen zur 50.40
    [5] www.drehscheibe online.de (DSO), diverse Veröffentlichungen


    Herzliche Grüße
    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …