Betriebliche Konzeption 1 - Personenverkehr

  • Tach zusammen,


    heute beschreibe ich meine Gedanken zum


    3) Personenverkehr


    Den sehr bunten Personenverkehr mit all seinen Nuancen ins Modell umsetzen – das hätte hier mein erster Ansatz sein können. Aber die Phase des „Alles“ und „Größer“ liegt längst hinter mir, mir geht um die handhabbaren Dimensionen mit geringen Mitteln.


    Als erstes fiel der „Kleiner geht immer“-Idee somit der höherwertige Personenverkehr zum Opfer. Kein Turnusverkehr, Autoreisezug, D-Zug oder gar TEE/F-Zug wird auf der Modellbahn zu sehen sein, auch nicht als „Umleiter“.
    Im zweiten Schritt wurden auch alle Expressgutzüge und Eilzüge mit überregionalen Zielen aus dem Ideenspeicher gestrichen.
    Damit waren alle Züge eliminiert, die unter Umständen auch schon mal 10 oder 12 lange D-Zug-Wagen führten.


    Geblieben ist der „Nahverkehr“, also Personenverkehr auf relativ kurzen Strecken, zwischen Duisburg und Dortmund, Oberhausen und Wanne-Eickel. Mit Wagenzügen in bunter Zusammenstellung, mit Akku- oder Verbrennungs-Triebwagen oder auch Wendezügen (siehe Reiseverkehr Zugbildung). Ihn stelle ich im Folgenden etwas genauer vor, denn auch dieser Verkehr zeigt noch viele verschiedene Zugbilder.


    3.a) Personenzüge (Zuggattung 30,1)
    Der Modellbahnhof +Kolvoerde Nord+ wird zwischen 02:00 Uhr morgens und 22:00 Uhr abends durch einen annähernd zweistündlich verkehrenden Personenzug je Richtung bedient. Dies stellt sozusagen mein Grundgerüst dar. Die Zugverbindungen werden auf den in der Direktion Essen starken Berufspendlerverkehr (siehe Reiseverkehr – Allgemein) ausgerichtet. In den verkehrsstarken Flutzeiten, morgens zwischen 05:00 Uhr und 09:00 Uhr, abends zwischen 16:00 und 20:00 Uhr, wird das Zugangebot verstärkt. Hierdurch soll ein annähernder Halbstundentakt erreicht werden. In diesen Zeiten verkehren die Personenzüge als Wagenzüge mit einer Dampflok unterschiedlicher Baureihen.
    Zum Einsatz kommen die hier bei der Zugbildung beschriebenen Wagen. Die Züge des Zweistundentaktes werden mit Packwagen fahren, die Verstärkungszüge werden diesen nicht führen.
    Wagenzüge im Zweistundentakt bekommen die Zugnummern zwischen P 1300 und P 1399 liegen, Verstärkungszüge zwischen P 2300 und P 2399.


    Die Wagenreihung wird wahrscheinlich (Änderungen, vor Allem hinsichtlich der Lokomotiven, vorbehalten) so aussehen:


    Die Zwischenzeiten mit einem gleichbleibend geringen Personenverkehr werden mit Akku-Triebwagen abgewickelt. Diese können unmittelbar vor/nach den Flutzeiten auch in Doppelbespannung oder mit Verstärkungswagen fahren.
    Triebwagen erhalten Zugnummern zwischen Pt 1800 und Pt 1899.


    Mögliche Konstellationen im Bild:


    Eine andere Art Personenzug ist der Wendezug, der Zug in der Direktion Essen ab 1954. Die typischen, relativ kurzen Wendezüge mit ihren Lokomotiven der Baureihen 78 und 65 prägten den Personenverkehr im Ruhrgebiet wie kaum eine andere Zugart in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. Sie traten (fast) überall auf, zu „allen“ Zielen, auf „allen“ Strecken.


    Liegt der Modellbahnhof während einer Gruppe von Fahrplantagen im Raum Essen (siehe: Bewegungsachsen), so werden auch Wendezüge eingesetzt. Sie ersetzen dann die stündlichen Wagenzüge und Triebwagen. Es werden zwei unterschiedliche Garnituren eingesetzt.
    Der klassische Wendezug verursachte jedoch ein Problem beim Erstellen des Personenzug-Fahrplans.
    Durch die oben angeführte starre Zuordnung der Schattenbahnhofsfarben sind Eckverkehre, deren Start- und Zielbahnhöfe im gleichen Zugspeicher gelistet sind, betrieblich eigentlich ausgeschlossen.
    Das würde für bestimmte Verkehre (auch die Wendezüge) das „Aus“ bedeuten. Aber gerade diese Züge prägten einen wesentlichen Teil des Personenzugverkehrs zwischen Essen Hbf einerseits und Düsseldorf Hbf oder Wuppertal andererseits.
    Auch in +Kolvoerde Nord+ sollte der Wendezugverkehr nachgebildet werden, ich musste also nach einer Lösung suchen. Einer Lösung kam die „Kreisbahn“-Lösung sehr entgegen, denn zwei Gedanken kamen mir in den Kopf:
    a) Für diese Verkehre wird die Zuordnung Ortsname - Schattenbahnhofsfarbe aufgehoben.
    b) Der Zug macht im Modellbahnhof Kopf.


    Für einen Wendezug von „Essen nach Düsseldorf“ ist Punkt b) sicherlich keine Option. Denn „Kopf gemacht“ wird erst im Wendebahnhof. Hier bleibt also nur ein Abweichen von der starren Vergabe der Schattenbahnhofsfarben zugunsten eines abwechslungsreichen Betriebs.
    Wendezüge erhalten Zugnummern zwischen P 2100 und P 2199.
    Das Zugbild:


    Anmerkungen:
    • Eine anders gewählte Zusammensetzung der Schattenbahnhofsfarben (auf Rot-Gelb und Grün-Blau) würde für
    ...genau den oben angegebenen Fall im Übrigen auch keine Lösung bringen. Dies habe ich im Vorfeld dieser
    ...Beschreibung ebenfalls durchgespielt, die Probleme sind die gleichen.
    • Eine Problemlösung wird durch eine kreisförmige Gleisentwicklung begünstigt. Letztlich erreicht der Wendezug
    ...ja auch wieder den Zugspeicherbereich 1, auch wenn er in Zugspeicherbereich 2 einfährt (und aus diesem wieder
    ...ausfährt). Dazu später einmal mehr bei der Suche nach dem Gleisplan.


    3.b) Eilzüge (Zuggattung 20,1)
    Verstärkt wird das Reiseangebot durch ein tägliches Eilzugpaar mit regionalem Charakter. Als Start- und Zielorte kommen Bentheim, Duisburg Hbf, Köln Hbf, Krefeld Hbf, Mönchen-Gladbach Hbf und Rheine in Frage.
    Man mag sich ja streiten, ob Bentheim oder Rheine nun noch regional sind oder nicht. Ich sehe diese Verbindungen im Kontext mit dem Kursbuch 1959 mit seinem mehrfachen täglichen Angebot auf diesen Relationen.


    Das Eilzugpärchen wird je nach Lage des Bahnhofes mit wechselnden Start- und Zielorten verkehren.
    Hier ist die Möglichkeit gegeben, neben den alten Eilzugwagen auch mal auf modernes Wagenmaterial zurückzugreifen. Auch sind die Wagenreihungen recht kurz, maximal fünf Wagen mit maximal je 26,40m Länge, inklusive Packwagen. Das passt auch gerade so an einen (vorbildgerechten) 185 m-Bahnsteig im Modell.


    Ein weiterer Eilzug wird mit einem Triebwagen der Baureihe VT 60.5 abgewickelt. Seine Zielorte werden Bentheim und Rheine sein.
    Der Eilzug erhält die Zugnummern E 468, E 469 oder Et 468, Et 469.


    Soweit für heute. Beim nächten Mal kommen wir zum Güterverkehr.


    Herzliche Grüße
    Andreas

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …