Betriebliche Konzeption 3 - Fahrplanunterlagen Buchfahrplan

  • Tach zusammen,


    habe ich vor 10Tagen die Fahrplanperioden aufgeführt geht es nun um den Buchfahrplan.


    2) Buchfahrplan
    Mit Hilfe eines Buchfahrplans können sich die Lokführer durch ihren „Arbeitstag“ hangeln. Im FREMO beinhaltet ein Buchfahrplan normalerweise sowohl Personenzüge als auch Güterzüge unterschiedlicher Gattungen. Damit wird dem Modell-Lokführer ein interessanter und abwechslungsreicher Betriebstag (16 Stunden „Vorbildzeit“ in etwa 4 Stunden Echtzeit) geboten.
    Für die Heimanlage sollte ebenfalls ein Buchfahrplan angelegt werden. Eigentlich ist er bei der Streckenlänge und der „hohen“ Anzahl an Betriebsstellen überflüssig, für mich alleine könnte ich vielleicht darauf verzichten. Aber spätestens wenn noch ein/zwei weitere Mitspieler ins Spiel einsteigen, ist ein Buchfahrplan eine schöne Grundlage, auf der sich der Fahrbetrieb aufbauen kann.
    Dem FREMO-Gedanken folgend habe ich Buchfahrpläne mit gemischten Diensten entworfen. In ihnen werden die regelmäßig verkehrenden Züge behandelt. Für zusätzlich einzulegende Züge –für die die Plantrassen im Bildfahrplan bereits angelegt sind- wurde ein Sonderzug-Buchfahrplan erstellt.


    Bleiben wir wieder im Winterfahrplan 1955/56 und bei den oben bereits vorgestellten Zügen. Anhand dieser Informationen erstelle ich den Buchfahrplan. Anders als es die Deutsche Bundesbahn gemacht hat, werden bei mir die Zeiten, die auf der Modellbahn relevant sind, fett dargestellt. Die anderen Zeiten erscheinen in Normalschrift. Zu diesen Angaben gehören
    - Abfahrt Zugspeicher
    - Ankunft Bf Kolvoerde Nord (oder: Durchfahrt)
    - Abfahrt Bf Kolvoerde Nord
    - Ankunft Zugspeicher


    Die Angaben im Buchfahrplan bei der Deutschen Bundesbahn wurden auf zwei unterschiedliche Arten wiedergegeben. Ich benenne sie hier mal mit „Typ A“ und „Typ B“
    Typ A
    Zeile 1: Zugnummer, Verkehrstag, Zuggattung mit Untergattung, Klassen
    Zeile 2: Zuglaufweg
    Zeile 3: Triebfahrzeugtyp, Last in t, Mindestbremshundertstel
    Spalte 1: Kilometrierung
    Spalte 2: zulässige Höchstgeschwindigkeit
    Spalte 3: Betriebsstelle
    Spalte 4: Ankunftszeit
    Spalte 5: Abfahrtzeit


    Anmerkungen:
    Zeile 1 kann mehrfach wiederholt werden (für je einen anderen Zug)
    Spalten 4 und 5 können mehrfach wiederholt werden (für je einen anderen Zug)


    Typ B
    Zeile 1: Zugnummer, Verkehrstag, Zuggattung mit Untergattung, Klassen
    Zeile 2: Zuglaufweg
    Zeile 3: Triebfahrzeugtyp, Last in t, Mindestbremshundertstel
    Spalte 1: zulässige Geschwindigkeiten ab km
    Spalte 2: zulässige Geschwindigkeiten in km/h
    Spalte 3a: Betriebsstellen, verkürzter Vorsignalabstand, Geschwindigkeiten auf Signal Hp2 in km/h, Zugbahnfunk (Kanalnummern)
    Spalte 3b: Betriebsstellen, Lage in km
    Spalte 4: Vor der Trapeztafel hält Zug
    Spalte 5: Ankunft
    Spalte 6: Abfahrt
    Spalte 7: Kreuzung mit Zug
    Spalte 8: überholt / wird überholt durch
    Spalte 9: Zuglaufmeldung durch / Art


    Ich habe die für mich relevanten Angaben der einzelnen Typen fett markiert.


    Hieraus galt es nun, eine praktikable Lösung für den eigenen Buchfahrplan zu kreieren.
    • Übernommen werden konnten die Zeilen 1 bis 3, da sie in beiden Typen gleich aussehen.
    • Spalten 1 und 2 geben in Kurzform Kilometrierung und Geschwindigkeit an, sie kommen aus Typ „A“.
    • Spalte 3 wird ebenfalls von Typ „A“ übernommen, ergänzt durch Angaben aus Spalte 3a des Typ „B“ und ergänzenden Angaben zum Zugspeicher.
    • Spalte 4 und 5 kommen wieder aus Typ „A“.
    • Die Spalten 6 und 7 aus dem Typ „B“.
    • Die Last wird in Achsen, nicht in Tonnen, angegeben. Bei Personenwagen wird die genaue Wagenreihung eingetragen.
    • Mindestbremshundertstel wurden realen Plänen entnommen, ihre Angabe –für mich nicht wichtig- erfolgt nur der Vollständigkeit der Zeile halber.


    Somit enthält eine Buchfahrplanseite nun:
    Zeile 1: Zugnummer, Verkehrstag, Zuggattung mit Untergattung, Klassen
    Zeile 2: Zuglaufweg (komplett)
    Zeile 3: Triebfahrzeugtyp, Last in t, Mindestbremshundertstel
    Spalte 1: Kilometrierung
    Spalte 2: zulässige Höchstgeschwindigkeit
    Spalte 3: Betriebsstelle
    Spalte 3a: Geschwindigkeiten auf Signal Hp2 in km/h
    Spalte 4: Ankunftszeit
    Spalte 5: Abfahrtzeit
    Spalte 6: Kreuzung mit Zug
    Spalte 7: überholt / wird überholt durch


    Für den Personenzug sieht die Seite so aus:


    Und so für einen Güterzug:


    Erläuterungen:
    X steht für Kreuzung mit Zugnummer
    Ü steht für Überholung mit Zugnummer
    (Beide Angaben hier nur als Beispiel zur Nutzung der Spalten)
    ZS-A Zugspeicher A
    ZS-B Zugspeicher B


    Auch hier noch mal die Anmerkung, dass nicht alle Angaben den endgültigen Buchfahrplanseiten entsprechen. Hier zu sehen sind erste „Vorabmuster“.


    Herzliche Grüße
    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …