E) Bahnamtliche Einordnung und Entwicklung - Güterverkehr - Großmärkte 2

  • Tach zusammen,


    kommen wir nun zu den einzelnen Großmärkten.


    Hier eine Übersicht über die Großmärkte im Bezirk Essen:
    Bochum Nord gestrichen wegen zwischenzeitlicher Neuinformationen
    • Dortmund Süd
    • Duisburg Hafen
    • Essen Nord
    • Gelsenkirchen
    • Hamm
    • Herne
    • Oberhausen
    • Paderborn
    • Recklinghausen


    Der Großmarkt in Dortmund Süd wurde -an seiner jetzigen Stelle- 1952 eröffnet. Sein Schwerpunkt lag auf Obst, Gemüse und Fisch. Der Warenumschlag lag bereits im ersten Jahr bei über 200.000 t. Die Warenanlieferung erfolgte mit der Bahn, selten mit dem LKW.
    1953 wurden rund 7.000 Wagen entladen, 1961 rund 13.000. Die Gleise hatten eine Gesamtlänge von 1.300 Metern, ab 1964 von 1500 Metern.
    Bisher konnte auf verschiedenen Aufnahmen der Einsatz von Tnomhs 59 (Bananen-Kühlwagen auf Basis des Glmmhs 50, diversen Seefisch-Kühlwagen und normale gedeckte Güterwagen G 10 und Gr 20, für den Gemüseversand aus Deutschland, nachgewiesen werden. Ausländische Güterwagen waren italienische Spitzdachwagen und -kühlwagen in braun und silber und vereinzelt französische Kühlwagen verschiedener Bauarten (Aufschriften STEF).
    Im Zulauf der Wagen wurden etwa 66% ausländische Wagen verwendet und 34% deutsche Wagenbauarten. 1957 erreichten den Dortmunder Großmarkt rund 5400 Wagen aus Italien, 850 Wagen aus Frankreich und 700 Wagen aus Spanien, 2400 Wagen kamen von deutschen Nordseehäfen.
    Die beiden außenliegenden Ladestraßen boten Platz für 110 Waggons, eine normale Tagesauslastung lag 1953 bei 20 bis 30 Waggons, 1961 bei 40 bis 50 Waggons.

    Großmarkt Dortmund Süd, Zustand 1952, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
    Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0


    Der Großmarkt in Duisburg war zu Beginn der 1950er Jahre noch im Auf-/Umbau begriffen und durch umliegende Industriebetriebe stark eingeengt. Der vorhandene einfache, eingleisige Anschluss bot Platz für etwa 5 bis 10 Waggons. Im Zuge des Ausbaus des Großmarktes ab ca. 1955 wurden die umliegenden Fabriken anders angeschlossen, sodass sich auf den ehemaligen Gleisverzweigungen zu diesen Fabriken eine zweiseitig angeschlossene Ladestraße mit einer Kapazität von rund 50 Waggons aufbauen ließ. Der Großmarkt versorgte die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen mit frischem Obst und Gemüse.

    Großmarkt Duisburg, Zustand 1952, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
    Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0


    Der Großmarkt in Essen befand sich direkt gegenüber des Güterschuppens am Bahnhof Essen Nord. Er hatte keine an die Halle grenzenden Entladegleise, der Warenumschlag erfolgte durch ein beauftragtes Rollfuhrunternehmen direkt von den an Ladestraßen bereitgestellten Wagen in die Großmarkthallen. Um 1950 herum wurden täglich rund 80 Wagen bereitgestellt. Da es bei der Bereitstellung teilweise zu Platzproblemen kam wurden die überzähligen Wagen auch den Güterbahnhöfen Essen Ost (ehemals Hauptgüterbahnhof) und Essen-Segeroth zugestellt und hier entladen.
    Es wurden Backwaren, Obst und Gemüse, sowie Fisch und Fleisch umgeschlagen. Besonderheit dürfte der regelmäßige Wagen mit Brot aus Paderborn gewesen sein. Wie bereits im Teil 1 geschrieben, waren die Backwaren wahrscheinlich von der Brotbäckerei +Reineke-Brot+ in Salzkotten. 1957 endete der Vertrieb über die Bahn.

    Großmarkt Essen, Zustand 1952, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
    Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0


    Der Großmarkt in Gelsenkirchen wurde erst zwischen 1953 und 1963 am jetzigen Standort aufgebaut. Noch 1953 befanden sich auf dem Gelände diverse Güterwagen-Abstellgleise des Gelsenkirchener Hbf. Zugunsten des Großmarktes wurde die äußerste Ladestraße aufgegeben (sie wurde Ladegleis des Großmarktes) und auf dem Gelände der ehemaligen Abstellgleisgruppe wurden die Hallen errichtet. Der jährliche Warenumschlag dürfte anfangs bei ca. 40.000 t gelegen haben. Verkauft wurden Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch und sonstige Lebensmittel.

    Großmarkt Gelsenkirchen, Zustand 1969, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
    Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0


    Das soeben gesagte stimmt fast auch für den Großmarkt Herne / Wanne-Eickel. Auch er wurde zwischen 1953 und 1963 am jetzigen Standort errichtet, mit einem Zustellgleis für Güterwagen. Die Länge des Gleises dürfte etwa für 15-20 Wagen ausreichend gewesen sein.
    Auf dieser Fläche befanden sich 1953 noch Reste einer Zeche. Leider ließen sich bisher keine Daten zu den Anfangsjahren und zum Angebot finden. Er hatte Anschluss über die Bahnhöfe Herne und/oder Wanne-Eickel.

    Großmarkt Herne / Wanne-Eickel, Zustand 1969, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
    Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0


    Anmerkung und Frage:
    Die Großmärkte in Hamm, Oberhausen und Recklinghausen lassen sich nicht lokalisieren. Kann hier jemand weiterhelfen?


    Herzliche Grüße und Frohe Weihnachten
    wünschen
    Andreas und :santa:


    EDIT 10.02.2019: Wegen zwischenzeitlich erhältlicher weiterführender Informationen wurde der Großmarkt in Bochum gestrichen und der Beitragsanteil entfernt.

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

    Einmal editiert, zuletzt von Andreas B ()