Betriebliche Konzeption 5 - Das "Betriebsbüro" - war mal "Verkehrsbüro"

  • Tach zusammen,


    E) Betriebliche Konzeption – Teil 5: Das „Verkehrsbüro“
    Zugmeldebuch – Bahnhofsfahrordnung - Bahnhofbedienungsplan - Gleisbelegungsplan - Bahnhofsbuch - Lokbetriebsbuch


    Im „Verkehrsbüro“ wird der „Schreibkram“ erledigt, den ich jeweils nur kurz vorstelle.
    Die Arbeit macht sich natürlich keiner gerne, die Büroarbeit gehört für mich aber zum Betrieb dazu, auch wenn sie etwas Zeit benötigt.
    Die dargestellten Pläne und Seiten wurden als Muster jeweils in Excel-Dateien entworfen. Hier sind relativ einfach Änderungen einzufügen, auch lässt sich aus den Dateien auch gut eine Druckvorlage gestalten, die ich im hiesigen Kopierladen bis auf A2 ausdrucken könnte.


    A) Zugmeldebuch
    Die Bahn unterscheidet nach Zugmeldebüchern für eingleisige Strecken, zweigleisige Strecken und Abzweige.
    Das Zugmeldebuch soll sowohl beim Betrieb der Heimanlage, als auch bei FREMO-Treffen geführt werden (können).
    Die Zugmeldungen erfolgen im Normalfall natürlich per Telefon, bei der Heimanlage entfällt diese Meldungsart. Die Züge werden nur in ihrer Reihenfolge eingetragen.


    Aus einem Original-Zugmeldebuch habe ich mir die Spalten herausgeschrieben und sie dem Modellbetrieb angepasst. Im Original werden die Spalten 1, 2 und 4 bis 9 genutzt, für meinen Modellbetrieb habe ich die Spalte 3 „Gleis Nr.“ eingefügt.


    Somit beinhaltet das Zugmeldebuch in 9 Spalten folgende Informationen:
    Spalte 1: Tag, Richtung von – nach, Zugnummer
    Spalte 2: Tag, Richtung nach – von, Zugnummer
    Spalte 3: Gleis Nr.
    Spalte 4: Annahme, a) Uhrzeit Stunde und b) Minute
    Spalte 5: Gemeldete Abfahrt, a) Uhrzeit Stunde und b) Minute
    Spalte 6: Ankunft / Abfahrt (Abmeldung), a) Uhrzeit Stunde und b) Minute
    Spalte 7: Rückmeldung, a) Uhrzeit Stunde und b) Minute
    Spalte 8: Eingetragen durch Namenszeichen
    Spalte 9: Meldungen und Vermerke


    Hier eine leere Seite:


    B) Bahnhofsfahrordnung
    Für den geregelten Betriebsablauf im Modellbahnhof habe ich mir Bahnhofsfahrordnungen erarbeitet. Sie sind jeweils für eine Fahrplanperiode gültig und stellen in 11 Spalten die Anweisungen zum Betriebsablauf dar. Dabei beinhaltet dieses Buch keine eigenen Eintragungen, vielmehr ist es die Darstellung des Regelbetriebes ohne Besonderheiten.


    Die Fahrordnung enthält:
    Spalte 1: a) Ankunft Uhrzeit Stunde, b) Ankunft Uhrzeit Minute
    Spalte 2: a) Abfahrt Uhrzeit Stunde, b) Abfahrt Uhrzeit Minute
    Spalte 3: Regelzug Zugnummer
    Spalte 4: Bedarfszug und Verkehrstage
    Spalte 5: Gleis Nr.
    Spalte 6: Zug fährt von
    Spalte 7: Zug fährt bis
    Spalte 8: kreuzt mit Zug
    Spalte 9: überholt Zug
    Spalte 10: wird überholt durch Zug
    Spalte 11: Bemerkungen zu Gleisnutzung, Abstellen von Wagen und Triebfahrzeugen


    Hier das Deckblatt einer Fahrordnung und Beispielseiten:



    Die gezeigten Seiten zeigen einen Teil der möglichen Angaben.
    Abkürzung f dch = fährt durch
    U = Uhr (Stunde)
    M = Minute


    C) Bahnhofbedienungsplan
    Bei den Vorbildgrundlagen bin ich bereits einmal auf einen Bahnhofbedienungsplan eingegangen. In Anlehnung an diesen Plan habe ich einen eigenen für den Modellbahnhof erstellt.
    Dabei habe ich das Formblatt soweit möglich nachgebildet. Nur eine Ergänzung habe ich in beiden Teilen vorgenommen: Bei +Zug+ habe ich in der fünften Spalte das Gleis hinzugefügt.


    Keine ganz einfache Angelegenheit, da ich zum Zeitpunkt des Erstentwurfes dieses Plans noch keine genauen Angaben zum tatsächlichen Gleisumfang und den Anschließern machen konnte. Somit war viel „Wunschdenken“ dabei, aber mit geringen Anpassungen sollte das hier dargestellte auch im Modell vorhanden sein.


    Als Grundlagen wurden benötigt:
    Meine Streckenbänder, +Schattenbahnhofsfarben+, Zuggattungen und Zugnummern, sowie die Abkürzungen der Betriebsstellen.


    Ursprünglich war angedacht, mit möglichst wenigen Bahnhofbedienungsplänen auszukommen, weshalb ich bei den Ausgangsbahnhöfen und Wagenbeistellungsbahnhöfen alle Endbahnhöfe eingetragen hatte, die gemäß der Streckenbänder berührt werden. Darüber hinaus wurden die im direkten Zusammenhang mit dem Güterverkehr stehenden Bahnhöfe außerhalb der Streckenbänder angeführt. Dies machte den Bahnhofbedienungsplan leider sehr groß, letztlich sogar unübersichtlich.


    Also wurde ein Bahnhofbedienungsplan erneut nur für einen Zeitraum und ein Streckenband entworfen. Ich bleibe dabei in diesem Beispiel bei den bisherigen Ausführungen im Winter 1955/56 und im Streckenband Raum Mitte:
    Duisburg Hbf – Oberhausen West – Essen-Frintrop - Kolvoerde Nord – Essen-
    Altenessen – Gelsenkirchen Hbf – Wanne-Eickel Hbf
    Das Streckenband wurde dem Güterverkehr angepasst: Laufweg über Oberhausen West statt Oberhausen Hbf.
    Das Streckenband wird erweitert durch die außerhalb liegenden weiteren Bahnhöfe Duisburg-Wedau (Süden-West), Hohenbudberg (Westen), Recklinghausen Süd (Norden), Dortmund Vbf (Osten), Bochum-Langendreer (Süden-Ost).


    Diese Bahnhöfe wurden nun in den Bahnhofbedienungsplan eingefügt und um die +Schattenbahnhofsfarben+ ergänzt.
    Weitere Eintragungen betreffen die ein- und ausgehenden Güterzüge und Rangiereinheiten.


    Grundsätzlich muss das hier gezeigte Muster noch an die späteren, tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden. Das betrifft vor allem die Zuführung zu den Anschließern mit Gleisanschluss im Bahnhof selber. Da dies jedoch eine zeitraubende, vermutlich mehrere Abende füllende Beschäftigung ist, werde ich diese erst nach dem Bauende der Gleisanlage in Angriff nehmen.
    Hier der Eingang:


    Und hier der Ausgang:


    Oberhausen West hat eigentlich nur Aufgaben im Ruhrgebiet, weshalb er „nur“ Schwarz als +Schattenbahnhofsfarbe+ hat. Da er jedoch im Westen liegt, wurde er in Grün-Schwarz dargestellt und gibt damit die Abfuhrrichtung für Frachten vor.


    D) Gleisbelegungsplan
    Einen Gleisbelegungsplan in einfacher Art habe ich oben bereits in einem Bildfahrplan „dargestellt“. Die Angaben sind jedoch nur grob angeführt, die Belegzeiten der Hauptgleise nur mit Zugnummer, Anfangs- und Endzeit angegeben. Außerdem gilt er in der Form nur für den Modellbahnhof. Ich benötige eine solche Übersicht jedoch auch für den/die Zugspeicher.


    Hier ist ein solcher Plan des Bahnhofs Nauen aus dem Jahr 1980 (bei der DR) gezeigt, den ich mir ob seiner detaillierten Gleisbelegungsübersicht als Grundlage für meinen Plan genommen habe.
    Das Formblatt wurde um einige modellbahnspezifische Angaben ergänzt, so z.B. durch die Angabe der Zeit im 5-Minuten-Takt. Die anderen Zeilen und deren Beschriftungen wurden vom Original übernommen, die Spalten ergaben sich jeweils aus dem (vorläufigen) Gleisplan von Bahnhof und Zugspeicher.


    Ein Ausschnitt aus dem Gleisbelegungsplan des Modellbahnhofs muss noch erstellt werden. Ich werde den Plan zu gegebener Zeit hier einstellen.


    E) Bahnhofsbuch
    Ein sehr feines und ausführliches Bahnhofsbuch zum Vbf Duisburg-Wedau gibt es auf der Seite +Rangierbahnhof Duisburg-Wedau 1958 – 2018+ zu sehen. Es ist (leider) von 1985 und hat einen Umfang von 212 Seiten! Hier die Quelle und:
    Viel Spaß beim Lesen.


    Für den geregelten Betriebsablauf im Modellbahnhof wird von mir ein Bahnhofsbuch erarbeitet. Es enthält:
    • den maßstäblichen Gleisplan,
    • den schematischen Gleisplan,
    • die Gleisnutzung,
    • die Fahrwege,
    • die Angaben zu den Signalstandorten und –bezeichnungen,
    • die Angaben zu Gleislängen und Durchrutschwegen, Gleisabständen
    • die Angaben zu Gefahrenstellen, wie z.B. Bahnübergänge für Kraftverkehr, Brücken
    • die Angaben zu den Betriebsgebäuden (Lage, Aufgaben),
    • die Aufteilung der Aufgaben zwischen den beiden Stellwerken,
    • die Stellwerkbezirke,
    • die Aufgaben des Fahrdienstleiters auf Knf,
    • die Aufgaben des Stellwerkers auf Knf,
    • die Aufgaben des Stellwerkers auf Wt,
    • die Maßnahmen zur Zugabfertigung
    • die Maßnahmen zur Koordinierung und Durchführung des örtlichen Rangierbetriebs,
    • die Bedienung der Anschließer mit eigenem Gleisanschluss,
    • die Angaben zur Stromversorgung (Steckdosennummer, Leitungsverlauf, Trafostandort, Trafoaufgabe etc.),
    • die Angaben zur Fahrstromversorgung (Leitungsverlauf, Steckverbinder, Platinenbelegung etc.) je Segment
    • die Angaben zum digitalen Netzwerk (Leitungsverlauf, Lage Digitalzentrale und Booster, Position Fahrstrombuchsen, Einspeisungspunkte etc.)
    • die Angaben zum Telefonnetz (im Original: Nachrichtennetz)
    • die Maßnahmen zur Information des Zugleiters (wenn Position besetzt),
    • die Maßnahmen zur Information des Lok- und Wagendispatchers (wenn Position besetzt).
    • Bahnhofsdatenblatt für den FREMO


    Teile hiervon fließen in das beim FREMO genutzte Bahnhofsdatenblatt ein; es ist separater Teil des Bahnhofsbuches.
    Viele dieser Angaben können erst im Laufe der Bauphase erstellt werden, weshalb das Bahnhofsbuch bisher nur wenige Seiten enthält.
    Die allgemein relevanten Angaben sind Teil der Vorabinformationen im Mehr-Personen-Betrieb.


    F) Lokbetriebsbuch
    Eine (meine) ganz eigene Betriebsdokumentation für meine Modellbahn ist das Betriebsbuch für den Lokomotiveinsatz.
    Da ich die Lokomotiven nach jedem FREMO-Treffen und nach einer bestimmten Anzahl Betriebsstunden einer generellen Wartung und Pflege unterziehe, bietet mir ein Betriebsbuch die notwendigen Eintragungsmöglichkeiten für die Notizen. Gleichzeitig ist es eine gute Gedächtnisstütze. Zu Beginn eines Fahrplantages werden die Betriebsbücher der Lokomotiven „aus dem Regal“ genommen, die an dem Tag den Betrieb bestreiten werden.
    Die Eintragungen in das Betriebsblatt erfolgen zum Ende des Betriebstages oder, wenn die Lokomotive vorher aus dem Betrieb genommen werden soll, zum Entnahmezeitpunkt.


    Dies war die letzte Veröffentlichung zu den Modellgrundlagen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird an dieser Stelle dann über die Modellplanungen und über den Modellbau berichtet.
    Aber darüber wird es sicherlich erst einmal 2019.


    Herzliche Grüße
    Andreas

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    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …