Wagenkipper in 3D-Druck

  • Hallo Zusammen
    auf meiner Homepage habe ich mir die Frage gestellt "Wagenkipper versus Sturzbühne für das B&W Kraftwerk?"
    Nach dem ich bei Stummis (https://www.stummiforum.de/vie…13326&start=3425#p1605503) eine ganz gute Darstellung gefunden habe, wie man eine Sturzbühne realistisch darstellen kann, tendiere ich im Moment grade wieder in Richtung Wagenkipper. Ich habe mit Vorlagenfotos und der Miba 63 (Bericht von Martin Knaden) und etwas nachdenken die folgende Bühne konstruiert, die ein vollständiges Teil im 3D Druck ergeben wird.


    Die Vorlage aus derm Miba hat seinerzeit so ausgesehen:



    (Foto des Hefts zur Verdeutlichung)



    Meine Umsetzung sieht im Moment so aus:










    Heute werde ich die Masse für den Bunkertrog festlegen und dann die ganze Sache in 3D weiter.




    Statt eine Gewindestange zu verwenden werde ich einen Servo nehmen, der die Achsen wie bei einem Modellflieger direkt bedient. Servos mit entsprechenden Kräften sollten heute eigentlich kein Problem sein. Die Steuerung übernimmt dann ein Arduino und ein (zwei?) Taster.



    So und nun muss ich in den Keller um die Sache auszumessen.


    Der Bunker sieht im Moment wie folgt aus:

    Ca. 60 Grad Bühnenneigung



    Details



    LG,


    Axel

  • Hallo Axel,
    das ist ein schönes Projekt, ich bin sehr gespannt auf das fertige Druckteil.
    Von einem Servo würde ich dir allerdings abraten. Natürlich gibt es Servos die die entsprechende Kraft haben, aber eine Ruckfreie Bewegung dürfte kaum zustande kommen. Ich würde einen entsprechend untersetzten Getriebemotor verwenden, da sparst du dir auch jegliche elektronische Ansteuerung. Umpolschalter, paar Dioden und zwei Endlagenschalter, fertig.
    Ich bin gespannt auf deine Umsetzung!
    Viele Grüße von Detlef Ko!

  • Hallo Detlef
    Interessanter Einwand. Bisher habe ich Servos immer als recht ruckelfrei wahrgenommen. Aber ein Getriebemotor geht naturlich auch.
    Vielleicht wird es auch ein Schrittmotor. Wir werden sehen.
    Im Moment muss ich die beiden Teile immer mal wieder von allen Seiten anschauen um zu sehen, ob und was da noch geändert werden will/muss.


    LG,
    Axel

  • Hallo Leute,


    ein Servo ist im mechanischen Teil ein Getriebemotor. Die Motoren sind im allgemeinen zwar Rastefixe, aber bei ausreichend hoher Getriebeübersetzung laufen die Motoren im ruckelfreien Bereich. Wenn die Stellbewegungen ruckelig ausfallen, dann liegt das an der Ansteuerung der Motoren für die der elektronische Teil des Servos zuständig ist. Auch hier gibt es Qualitätsunterschiede.


    http://www.picbon.com/media/1701382257568337733_6125378652


    Man kann ja auch mal Anleihen bei anderen Baugrößen machen: https://www.digitalzentrale.de/download/40064.pdf
    Oder beim Vorbild: http://www.zeno.org/Lueger-1904/A/Kipper+%5B2%5D


    https://www.ssoar.info/ssoar/b…rwandel_in.pdf?sequence=1 auf Seite 7 des PDFs


    http://die-bildersammlung.de/picture.php?/361 Ein Waggonkipper mit eingebauter Drehscheibe

  • Hallo Lutz
    besten Dank für die Links und Bilder.
    Es sind ein paar neue dabei! Ich habe mittlerweile ca. 25 Bilder von solchen Anlagen gesammelt.
    Der Bausatz von Digitalzentrale wäre eigentlich interessant. Allerdings ist der Herr Entwickler nicht bereit, das auf H0 zu skalieren. Schade eigentlich.


    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,


    wenn Du Dir einmal die Antriebsmechaniken der verschiedenen Waggonkipper anschaust. Speziell hier http://www.zeno.org/Lueger-1904/A/Kipper+%5B1%5D siehe Abb. 6 Waggonkipper Bauart Bleichert.
    Hier ist der Drehpunkt der Hebebühne wie bei deinem Entwurf an einer Stirnseite. Beim Vorbild wird die Hebekraft nicht über die Drehachse aufgebracht. Da kommt eine Hebevorrichtung unter den Kipper zum Einsatz. Bei Bleichert eine simple Spindel die ihre linear ausgeübte Kraft über einen Anlenkrahmen auf die Hebebühne leitet. In der Zeichnung ist die Hubspindel vertikal aufgeführt, man kann sie auch horizontal anordnen.



    Für mich persönlich, ehe ich mich da mit einem Drehservo abmühe, habe ich mir ein lineares Servo selber gebaut. Das kann ich frei konfigurieren wie ich es gerade brauche. Primitiv, einfach, billig und funktioniert. Stückliste kann ich bei Bedarf nennen.
    Gedacht ist das für analoge Ansteuerung mittels Wechselstrom, nicht mit abgebildet ist ein 1-poliger Kipphebelschalter EIN - EIN.

  • Hallo zusammen,
    genauso wie es Lutz „hingelegt“ hat, würde ich es auch bauen. Die Endlagenschalter natürlich in langlöchern verschiebbar angebaut und damit justierbar. Un düber die Spannung lässt sich die Geschwindigkeit simpel einregeln. Einfacher geht es kaum, außer mit Handkurbel.
    Ich bin sehr auf die Umsetzung von Axel gespannt. Das die Digitalzentrale die TT - Bühne nicht auch für H0 anbietet ist natürlich auch so ein Ding. Aber da kann man nichts machen, leider.
    Schönen Sonntag wünscht der Detlef Ko!

  • Hallo Detlef
    Das mit TT hatte seinerzeit ein bischen was von "Ideologie" - aber mittlerweile bietet der Herr ja auch ein paar Sachen in H0 an. Wahrscheinlich kann er nicht skalieren.


    Egal - ich habe mal einen Video gemacht, wie es aussieht, wenn man die Bühne auf 60° kippt.


    Das kann man so nur machen, wenn man das Ganze in 3D hat.


    Heute habe ich die Bühne bei Shapeways bestellt. Total 65€ inklusive Versand. Ich werde den Bunker nicht drucken sondern aus Polystyrol herstellen. 270€ waren mir zu teuer für den Druck.


    @Lutz
    Ich bin am studieren, wie ich eine Hydraulik simulieren kann. Ich habe etwa 28.4mm Weg und der Drehpunkt wäre an der Unterkante des Absatzes.



    Das Massband steht für die Hydraulik. Wenn ich Deinen Linear-Antrieb richtig deute, dann lenkst Du die Kraft an dem Plastikwinkel um. So bekommt man die Möglichkeit, recht Einfach an den Stellkräften und Abmessungen zu spielen.


    Derzeit ist der Plan, ein U aus Messing Rundmaterial zu machen, was in Messingrohren geführt wird und so die Hydraulik imitiert. Unten greift dann ein Antrieb ein und hebt das U mittig. Enweder mit einem Servo oder mit einem Linear-Antrieb. Ich habe noch alte CD Laufwerke. Da waren solche Dinger auch drinnen. Schrittmotoren mit Spindel.
    Motortreiber und Arduino und los gehts. Im 0-Punkt gäbe es dann ein Kugelgelek als Drehpunkt/Lager.


    LG,
    Axel

  • Hallo Zusammen
    Mein Druck ist da. Leider wie befürchtet sehr fragil. Ich muss mir überlegen, was und wie ich das mache, das Ganze etwas Stabiler hinzubekommen.
    Wahrscheinlich werde ich oben einfach ein sehr dünnes Messingblech aufkleben und vorher die Abgebrochenen Teile anlöten und ebenfalls in Messing nachbilden.
    Gleiches mache ich unten an den Gurten (Dünner Streifen


    Vom Aussehen ist das allerding weltklasse!


    Wie geliefert...


    Ansicht von Unten (Totale)


    Details - Anschlag der Hydraulik (zu fein...)


    Auffahrt Ende des Kippers von unten


    Auflager und Gegenlager für den Waggon 1


    Auflager und Gegenlager für den Waggon 2


    Gegenlager für den Waggon - leider zu fein & abgebrochen


    Auffahrt von Vorn


    Auffahrt von Unten


    Kleineisen (Detail)


    Soweit mal von mir.... demnächst mehr.


    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,


    Künstlerpech nennt man das.
    Gibt es Möglichkeiten hier zähelastische Kunststoffsorten zu wählen?
    Andere Möglichkeit wäre Wandstärken und Bauteile überzudimensionieren. Bei Wandstärken fällt das am wenigsten auf.

  • Hallo Lutz


    Ich war mir dem Risiko bewusst. Ich nenne das Erfahrungen machen und schauen, was man besser machen kann.
    Ich mache nacher noch kurz ein Video, was zeigt, wieviel "twist" die Sache hat.Dann hat man einen guten Anhaltspunkt.
    Die Wandstärken sind 0.5 - 1mm - es ist also eher sehr fein als zu dick.


    Jetzt habe ich die Möglichkeit, dass als Ladegut "Made at B&W" zu verwenden und die Anpassungen hinsichtlich der Dicke zu machen und/oder das Material anzupassen.
    Oder die Kleineisen runterschleifen und oben die Messinplatte drauf. Kleineisen dann aus Styrol 0.5mm was dann auch die Isolation zum Messing wäre.
    Plus die unteren Gurte aus Messing.


    LG
    Axel

  • Hallo Axel


    Auch wenn der Pufferhalter abgebrochen, ist die Kipperbühne sehr gut gehalten.


    Frage und Idee von meiner Seite:
    Hast du jemand im Druckbereich der mit ABS Kunststoff diese Teile herstellen kann ?


    Gestern sah ich die Gebrauchtwagenprofis in DMAX.
    Da wurde ein Halter für ein Schiebedach eines 40 Jahre alten Ford Capri ( Amerika Ausführung ), eingescannt und am Computer mit dem CAD Programm repariert (weil ja beschädigt).
    Bei 21.09 kannst du die Verfahrensweise sehen.


    War nur so mal eine Idee :thankyou:


    Gruss jürgen

  • Ich nenne das Erfahrungen machen und schauen, was man besser machen kann. :wissenschaftler:

    Genau so... Oberbedenkenträger sind hier nicht gefragt... und wir haben sie ja auch nicht.
    Das finde ich auch schon beachtenswert. :thumbup: Weiter am Ball bleiben ^^

    Künstlerpech nennt man das.

    genau so sehe ich das auch. Wer nicht wagt der nicht gewinnt. Auf jeden Fall der richtige Weg.
    meint mit LG
    :matrose: Friedrich

  • Hallo Jürgen
    Aus alter Modellschifferfahrung weiss ich, das ABS ziemlich ungünstig altert. Ich mag ABS nicht.
    Der Tip ist grundsätzlich gut.


    Im Moment muss ich mal Zeit finden, genau unter der Lupe zu schauen, was da Schief gegangen ist und warum und wie ich das fixe.


    OT: Such mal in Youtube "Roadkill" und "Finnegans Garage" - Du wirst Deinen Spass haben


    Ich tendiere zu Messing oder neudruck mit anderen Materialstärken.


    Und merci für die Blumen und dass es Euch gefällt.


    LG,
    Axel

  • Hallo Zusammen
    Anbei das Video, das zeigt, wie steif das Bauteil in Längsrichtung ist und gut es sich doch verwinden lässt (Twist).


    Also ganz wie in Wirklichkeit, wo die Last auf die Träger wirkt und keine Quer oder Diagonal Kräfte auftregen solange die Hydraulik symetrisch arbeitet...


    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,
    so einen Wagenkipper hat schon etwas. Ist diese Entlademöglichkeit doch eher selten auf Modellbahnen zu sehen.
    Das bei Deinem Druck etwas "zerbröselt" ist, würde ich jetzt nicht unbedingt als großes Problem ansehen, Dann eher die recht grobe Struktur (wobei die Abbildungen ja deutlich vergrößert sind).
    Ich denke, daß Du hier nichts wegwerfen und neu konstruieren mußt. Ich sehe hier deutliche Möglichkeiten der Reparatur.
    Prinzipiell würde ich hier die Bruchstücke zunächst mit Cyanoacrylat kleben. Damit ist eine, sicherlich nicht für den Einsatz als Kipper, Grundstabilität vorhanden. Danach würde ich die Konturen mit einer Beilage aus Ms oder PS stabilisieren, indem sie flächig mit den beschädigten Teilen verklebt werden, Zusätzlich kannst Du ja auch noch die Augen für die Mechanik verstärken... Die Fahrbahn würde ich beispielsweise auch mit einer PS-Platte stabilisieren. Auf diese dann Kleineisen des bevorzugten Herstellers verbauen (hier gibt es auch von Tillig welche, allerdings nur eine geringe Anzahl in der Packung!) Bei der Verwendung der Tillig-Kleineísen ist auch eine Ms-Platte denkbar, da diese aus Kunststoff hergestellt sind.
    Es dürfte aber nicht relevant sein, daß die Schinen auf der Brücke gegeneinander isoliert sind- da diese wohl nicht mit Lokomotiven befahren werden (dürfen?).


    Ich wünsche Dir viel Spaß beim Bau dieses, doch etwas außergewöhnlichen Modells.


    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo Axel,


    das von Dir vermutlich verwendete FUD ist ein besch...eidenes Material. Spröde, miese Oberflächen, schwer zu lackieren und selbst nach Jahren dünstet das Material noch aus und bildet auf dem Lack eine silbrige Schicht, die sich kaum entfernen läßt. Leider gibt es bei den großen Anbietern nach meinem Wissen kein Material, das robust und gleichzeitig hochauflösend ist. Evtl. könnte Prime Grey von i.materialise etwas für Dich sein, da Auflösung (ausser bei den Kleineisen) nicht die zentrale Rolle spielt.


    Bei der Konstruktion versuche mal, optisch zu tricksen. An den sichtbaren Stellen ist das Material maßstäblich fein (oder zumindest soweit wie möglich), und dahinter verdickt es sich kontinuierlich. Das fällt optisch kaum auf, aber die Stabilität wird erheblich verbessert. 0,5 mm für Wandstärken ist definitiv zu wenig, bei mechanisch belasteten Teilen würde ich nicht unter 1,2 mm gehen. Und wie gesagt, optisch tarnen, dass es filigran aussieht aber dennoch robust ist.


    Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes & Christian
    Ich finde das Mateiral gar nicht so schlecht, wenn man sich er "Probleme" bewusst ist.
    Erfahrungen machen ist halt machen.


    Die Idee mit dem Optisch tricksen ist gut. Ich zupf mal an den Flächen herum.
    Ausserdem werde ich das dann 2x bestellen - einmal mit "Professional Plastic - https://www.shapeways.com/materials/professional-plastic" und einmal mit "Fine Detail Plastic - https://www.shapeways.com/materials/fine-detail-plastic"



    @ Johannes - wo lässt Du den drucken und was hast Du für Materialien für den Triebwagen verwendet?


    Ich muss mir mal i.materialise anschauen... Die Materialien sehen nicht uninteressant aus.


    https://i.materialise.com/de/3…terials/high-detail-resin oder https://i.materialise.com/de/3…ting-materials/Gray-Resin wären meine Favoriten.


    LG,


    Axel