Kleine Verbesserungen an der Roco 44- oder der maximal-invasive Eingriff

  • Moin Christian,


    ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus: eine Kropfachse selbst bauen - das ist der Knüller!!

    Es macht großen Spaß, Deinen Künsten zuzuschauen.

    Weiterhin einen hohen Wirkungsgrad wünscht

    mit Besten Grüßen


    Wolfgang

    :matrose:

    Mich interessiert vieles - und immer alles rund um das Bw Bestwig!!

  • Hallo Kollegen,

    auch heute gibt es wieder etwas aus der Bastelbude. So als Nachweis- daß ich die Zeit nicht untätig verbringe.

    Ein Punkt, der mir bei vielen Großserienmodellen- so auch der roco-Lok der BR 44- nicht gefällt- ist das aus Blech gefertigte Gestänge. Besonders die gekröpfte Treibstange "geht überhaupt nicht". Eine Möglichkeit ist der Ersatz durch das Tauschgestänge von Weinert. Bei der noch zu fertigenden "Serienlok" werde ich diese Möglichkeit nutzen.

    Bei dem derzeit in der Fertigung befindlichen Handmuster gehe ich jedioch einen etwas aufwendigeren Weg.

    Vor einigen Jahren, in der Planungsphase, konnte ich ein aus Messing gefrästen Stangensatz erwerben. Dabei bin ich mir nicht ganz sicher- ob es sich hier um die "Kaiser"-Steuerung handelt.

    Leider bestand der Stangensatz nur aus Kuppel- und Treibstangen.



    Die Kreuzköpfe sind bereits montiert worden. Aber der Reihe nach:

    Die, von einem Kollegen gedruckten, Zylinder mußten zunächst mit den Detaillierungsteilen ausgestattet werden Hierbei habe ich auf die Weinert-Teile 8797 und 87971 zurückgegriffen. Allerdings mit einer Ausnahme: der Schieberkreuzkopf wurde von der "Modellbahnmanufaktur Crottendorf" gefertigt.



    Dabei ist vorgesehen, daß die Schieber beweglich dargestellt werden. Dazu muß in den Schieberkreuzkopf eine 0,5mm- Bohrung eingebracht werden. Diese habe ich mit einem Gewinde M0,6 versehen um das Lager des Voreilhebels zu befestigen.



    Etwas "fummelig" ist die Montage in der Gleitbahn. Es funktioniert nur mit hin- und herbiegen der Schieberstange.



    Irgendwie wollte mir die Lösung nicht so richtig gefallen, zumal ich eine von den Schieberstangen ein wenig zu kurz abgelängt hatte. Dadurch klemmte sie immer mal wieder. Also habe ich neue Schhieberstangen/ -kreuzköpfe gefertigt.




    Die beiden, beim Vorbild vorhandenen Muttern auf beiden Seiten des Kreuzkopfes wurden mit M0,6-Muttern nachgebildet. Die beweglichen Schieber werden mit dem Voreilhebel verschraubt.




    Zunächst mußten aber erst die Kreuzköpfe an die Treibstangen montiert werden.



    Die Weinert-Kreuzköpfe wurden mit einer M12- Schraube mit der Treibstange verschraubt. Die Mutter des Treibstangenzapfens ist mmit dem Kreuzkopf verlötet.




    Die Treibstangen sind äußerst fein detailliert- so fehlt der Stellkeil am Kreuzkopf genausowenig, wie die Nachbildung der Stellkeile am großen Treibstangenlanger.




    Die Kuppelstangen sind vorbildgerecht aus jeweils vier Teilen gefertigt- die, ebenso vorbildgerecht, mit den Gabeln für ausgestattet sind. Dadurch ist ein Durchfahren von Modellbahnüblichen Radien nicht möglich.



    Mit dem Auftrennen der Gabel am Lager der Treibzapfens ist die Lokomotive jetzt in der Lage, Radien ab 600mm zu durchfahren.



    Entsprechende Versuche habe ich mit einem entsprechenden Roco- Modell durchgeführt- aber leider nicht bildlich festgehalten. Das Lagerspiel der mittleren (Weinert-)Treibstange auf dem Zapfen der Kropfachse hat mir so nicht gefallen. Dazu habe ich zwei Lagerbacken in die Lagergabel der Treibstange eingelötet



    und auf 2.2mm aufgebohrt. Der Hintere Backen wird mit einer M0,6-Schraube in der Gabel fixiert.



    Eine Probemontage erwies die Bewegungsfreiheit aller Teile. Somit war das Triebwerk soweit fertiggestellt

    Ein Irrweg war die Verwendung der Schwinge von mmc- leider paßte sie nicht in den Steuerungsträger.




    Daher habe ich die Detaillierungsbleche auf eine Weinertschwinge gelötet.

    Sämtliche Steuerungsteile mußten aus Messingprofilen gefertigt werden, zunächst die Lenkerhebel der Kreuzköpfe





    Dabei hatte ich mich zunächst von Lenkerhebeln einiger Länderbahnlokomotiven leiten lassen. Bei den Einheitslokomotiven weisen jedoch die Lenkerhebel keine Lagergabeln auf. Die Fertigung der Voreilhebel erfolgte nach gleicher Methode. Zunächst wurden die Messingprofile hart verlötet.





    Voreilhebel und Lenkerhebel im Vergleich zu einem Streichholz



    Bei allen Steuerungsteilen wurden zunächst die Lagergabeln gefertigt und für die weitere Verarbeitung angerissen



    nach dem Absägen mit der Schieberschubstange hart verlötet.



    Die Gabeln angerissen und zurechtgefeilt





    Nach drei Abenden lagen dann die Schieberstange und das Aufwerfeisen vor.



    Mit der Schwingenstange wurde die Steuerung vervollständigt. Auch hier wurde zunächst das Buchsenlager mit der Stange hart verlötet.



    Dazu vermische ich feine Späne des Silberlots mit Flußmittel und "klebe" dieses mit einem Zahnstocher an die Lötstelle



    Hier ist die vorgefertigte Lagergabel mit bleifreiem Lot an der Stange angelötet worden. Leider ist mir hier etwas Lot in die Nut gelaufen. Mit einem abgebrochenem Laubsägeblatt mußte die Nut dann wieder freigelegt und sorgfältig verputzt werden.



    Jetzt leigt der gesamte Stangensatz zur Montage vor. Diese kann jedoch erst nach der Montage der Radsätze und der Fertigung der Lagerzapfen erfolgen.


    Das war für heute der Blick in die Bastelbude-- ich hoffe, daß ich nicht gelangweilt habe..


    Viele Grüße

    Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.


    Weisheit eines mir unbekannten


  • Hallo Christian,


    gelangweilt????

    Ich denke jedesmal ich steige jetzt wieder in die Grube und schraube an (m)einer echten 41iger, als ich auch noch einige Tage jünger war......

    Wahnsinn was du da (ich sage es bewusst) "zusammenfummelst". Minimalinvasiv eben!

    Feinmechanik vom Feinsten! Ich bin tief beeindruckt! Echte Hingabe an die großen Schwarzen Damen....


    LG


    Michael R

  • Mann, Mann, Mann, Christian,

    ich habe mir deinen Beitrag vergangene Nacht, als ich nicht schlafen konnte, auf dem Mobiltelefon angeschaut. Und jetzt gerade auf dem PC, wo ich die Bilder in ihrer wahren Größe sehe. Kurz gesagt: der echte Wahnsinn, was du hier zeigst. Kostprobe? Zitat:

    und auf 2.2mm aufgebohrt. Der Hintere Backen wird mit einer M0,6-Schraube in der Gabel fixiert.

    Ich bin ja nicht der LKW- oder Landmaschinenschlosser. Aber ganz ehrlich wüßte ich nicht, wie ich eine M0,6 Schraube aufnehmen und in das vorgesehene Gewinde einschrauben könnte. Ich bin tief beeindruckt.

    Grüße

    Johannes

  • Gude Christian

    Ich dachte immer ich wäre bekloppt, wenn ich 0,2 x 0.3mm Kondensatoren und Widerstände verlöte. Wie ich aber sehe gibt es noch mehr von der Sorte. Wenn auch anders.

    Sehr, sehr feine Arbeit. Hut ab.


    Viele Grüße

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Freunde,

    heute gewähre ich Euch wieder einen Blick in meine Bastelbude. Inzwischen ist der Umbau meiner Neubaukessel- Lokomotive weiter fortgeschritten.

    Nachdem die Räder mit den Radreifen verlötet





    wurden und die Einzelteile des Gestänges angefertigt wurden, stand die Endmontage der Radsätze an.


    Da bei meinem Modell das Innentriebwerk nachgebildet werden soll, mußte auch eine Kropfachse hergestellt werden.



    Dazu hatte ich zunächst die Räder lose auf einen 2mm- Zylinderstift (2m6 x 20) gesteckt, das Radreifeninnenmaß wurde mit Endmaßen auf 14,45 Millimeter eingestellt. Dabei ergab sich eine Achslänge von 20,7 Millimeter.

    Anmerkung: dieses Maß gilt nur für die von mir verwendeten Räder und Montage der roco-Radreifen

    Ursrünglich sollten für die Kuppelzapfen Bundschrauben miteinem M1,4-Gewinde in die Radsterne geschraubt werden, bei der Probemontage hatte es sich aber ergeben, daß die Bunde für die verwendetetn Kuppelstangen zu kurz waren. Deswegen habe ich sie gleich auf 1,8mm aufgebohrt. Die Räder wurden auf der Heizerseite mit eingelöteten Messingbuchsen, und auf der Lokführerseite mit eingeklebten Buchsen aus Hartgewebe versehen. In diese werden dann die Achsen eingepresst. Hier die Hartgewebebuchse als Roh- und Fertigteil



    Auf einer Ständerbohrmaschine wurde zunächst die Achse in die Messingbuchse eingepresst



    neben der vorbereiteten Achse noch eine, aus Hartgewebe gefertigte Isolierbuchse. Die so vormotierte Achse wurde in die Zange des Proxxon-Handschleifgerätes gespannt und auf Rundlauf geprüft.

    Rad der Treibachse mit Hartgewebebuchse



    In die Kuppelachsen wurden die Kuppelzapfen eingepresst und mit Loctite 648 gesichert. Bei der zweiten Kuppelachse (der ersten Treibachse mit der Kropfachse) habe ich die Kuppelzapfen bereits vor dem Einpressen der Achse eingepresst. Eine Montage der Kuppelzapfen wäre in diesem Falle nicht möglich gewesen, da die Achslager und Kurbelwange der Kropfachse im Wege gewesen wäre.



    Dazu wurden die Zapfen auf einem Gewindebohrer aufgenommen, am Bund mit einem Tropfen Kleber versehen



    und in den Radstern eingepresst



    Die Isolierbuchsen habe ich in die Spannzange des Handschleifgerätes gespannt und mit der Goldschmiede- Säge abgelängt.



    Dazu habe ich das Handschleifgerät in einem Halter im Schraubstock gespannt, um beide Hände frei zu haben.



    Die Treibzapfen mußten, da die Räder nabenisoliert sind, beidseitig isoliert eingebaut werden. Als Muster für die Treibzapfen dienten die roco-Treibzapfen.



    Die Kuppel- und Treibstangen werden mit Isolierhülsen- ähnlich der Treibzapfenlager von roco- auf den Treibzapfen gelagert.

    Die Treibzapfen müssen allerdings noch einmal angefertigt werden, da in einem eine Schraube und im anderen ein abgebrochener Gewindebohrer steckt.


    Zur Montage wurde die Einstellvorrichtung von Fohrmann verwendet



    Das nicht isolierte Rad wird ausgerichtet und fest eingespannt



    und die zweite Seite wird nach den Markierungen auf dem Prisma ausgerichtet



    Dabei habe ich das Prisma rechtwinklich zur Spannschiene ausgerichtet. Dazu habe ich einen Haarwinkel verwendet, den ich mit Endmaßen an der Spannschiene ausgerichtet habe.



    Danach habe ich die Räder auf die Achse aufgepresst und mit einem Tropfen Loctite gesichert. Das Radreifeninnenmaß habe ich hier wieder mit Endmaßen eingestellt. Die Kropfachse mußte ich allerdings noch einmal anfertigen, da die Passungenzu eng waren. Beim Aufpressen hat sich der Achsschenkel in der Kurbelwange verschoben.



    Um mir das Feilen der Kurbelwangen zu vereinfachen, habe ich die Kropfachse in eine Hülse gesteckt.




    Endlich konnte die Kropfachse montiert werden.



    Für eine Rollprobe mit Gestänge sollte zunächst die Weinert-Treibachse genutzt werden. Doch die Weinert- Isolierhülse war zu kurz- so daß die Kuppelstangen von der Hülse gerutscht sind.



    Deswegen habe ich die unbrauchbaren Treipbzapfen provisorisch in die Treibräder eingebaut und das Gestänge mit den roco- Schrauben in den Kuppelzapfen gesichert. Die roco-Treibzapfenlager abgesägt und mit dem Bund zum Rad auf den Treibzapfen gesteckt. Da die Kuppelstangen nun sicher auf den Lagern lagen, stand einer Rollprobe mit Kuppelstangen nichts mehr im Wege.




    Die Rollprobe zeigte jedoch, daß die Kuppelzapfen der ersten und zweiten Kuppelachse gekürzt werden müssen. Ansonsten würden sie im Bogen am Kreuzkopf anstoßen. EDie roco-Line- W15 wird ohne Bremse problemlos durchfahren.


    Das soll es zunächst gewesen sein- ich hoffe, daß ich nicht gelangweilt habe.


    Viele Grüße

    Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.


    Weisheit eines mir unbekannten


  • Lieber Christian,


    wenn ich sehe, was Du so zauberst, dann bleibt mir "die Spucke weg". Diese Qualitäten, die derzeit von Dir und Günter hier vorgestellt werden, lassen mich immer mehr an mir und meinen Fähigkeiten zweifeln.

    Ich glaub, von mir lest ihr nix mehr, da kann man sich ja nur noch blamieren.


    Also ganz im Ernst, das ist Spitzenmodellbau der Extraklasse. Es macht sehr viel Freude diese Veröffentlichungen zu lesen, nicht nur einmal, auch mehrmals.

    Danke für's "Teilhabenlassen".


    Herzlichst

    Andreas

    meinpottq8j3v.jpg
    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo Kollegen,

    und wieder gibt es ein Blick in meine Bastelbude.

    Wie ich breits erwähnt habe, konnte ich vor einiger Zeit einen, aus Messing gefrästen Stangensatz, erwerben. Allerdings bestand dieser lediglich aus Kuppel- und Treibstangen,



    so daß die Teile der Steuerung aus Messingprofilen angefertigt werden mußten. Meine Vorgehensweise habe ich hier: https://www.drehscheibe-online…456,10151617#msg-10151617 beschrieben.

    Zunächst wurde der Weinert-Kreuzkopf mit einer M1- Schraube an der Treibstange befestigt- die Mutter wurde verlötet und auf eine Dicke von etwa 0,3Millimeter abgefeilt.

    In meinem Bestand befand sich eine ausreichende Anzahl von bundschrauben mit einem M1,4 - Gewinde. Allerdings hat sich der Bund als zu kurz erwiesen, so daß die Kuppelstangen zwischen Rad und Schraubenkopf eingeklemmt wurden. Deswegen mußten neue Kuppelzapfen hergestellt werden. Diese habe ich aus einem Zylinderstift (3m6 x 25) gedreht und mit dem Kernloch für M1,2 ausgebohrt.



    Das Gewinde habe ich "frei Hand" geschnitten. So ist ein feinfühligeres Gewindeschneiden, als in der Maschine möglich.



    Um auch die letzten Späne aus dem Gewinde zu bekommen- habe ich dann noch einmal das Gewinde von der Rückseite nachgeschnitten.



    Somit waren die Zapfen- wie hier: https://www.drehscheibe-online…456,10204349#msg-10204349 beschrieben, für die Montage fertiggestellt.

    Meine Werkstatt-Trolle haben mich auch nicht geärgert- alle heruntergefallenen Teile habe ich nach kurzem Suchen wiedergefunden- und auch die Gewindebohrer sind heil geblieben- naja fast... Beim Gewindeschneiden der Treibzapfen ist mir der M1- Nachschneider (der mit den drei Ringen) abgebrochen. Beim zweiten Treibzapfen (warum habe ich hier nur zwei angefertigt?) habe ich dann die Messingschraube gegen das Ende des Gewindes gezogen, so daß auch diese abgebrochen ist.


    Stück für Stück wurde das Gewerk montiert und auf Leichtgängigkeit am Fahrwerk geprüft.Zunächst wurde für die Probemontage deie Radsatzgruppe aus dem Weinertbausatz verwendet, da die vorgefertigte Radsatzgruppe noch nicht zur Verfügung stand. Dabei hatte sich jedoch herausgestellt, daß die Isolierbuchse auf dem Treibzapfen zu kurz war. Dadurch konnte zum Einen die Gegenkurbel nicht montiert werden und zum Anderen sind die Kuppelstangen hinter die Buchse gerutscht- so daß das Gewerk heftig geklemmt hat.


    Als erstes habe ich den Lenkerhebel am Kreuzkopf



    mit einer M0,6 Schraube



    auf die eine Lagerhülse gesteckt, und mit einer Scheibe und Mutter gesichert wurde, gelagert.



    Dazu wurde die Schraube mit der Lagerhülse im Kreuzkopf verlötet. Ein Stück, mit Graphit bestrichenem Papier verhinderte zuverlässig das Fließen des Lotes in die Gewindegänge der Mutter.




    Nach dem Einstellen des Lagerspiels wurde die Mutter verlötet- auch hier wurde mit einem Stück Papier das Fließen des Lotes in das Lager verhindert.

    Mit ein paar Feilenstrichen wurde die Dicke der Mutter verringert.



    Zur Kontrolle wurde die Treibstange montiert, doch zuvor mußte die Kolbenstange noch gekürzt werden, damit sie nicht am vorderen Zylinderdeckel anstößt. Gut- ich hätte das Kolbenstangenschutzrohr auch aus einem Messingrohr fertigen können- doch soweit wollte ich den Aufwand nicht treiben. Vielleicht bei der nächsten Lok :)

    Erwartungsgemäß ist der Lenkerhebel auch in der vorderen Endlage nicht am Zylinder angestoßen.



    Als nächstes stand die Montage des Voreilhebels an- auch hier mußte zunächst der Lagerbolzen, aus einer Schraube und einem Stück Messingrohr, angefertigt werden.



    Hier das Abfeilen des Schraubenkopfes



    Eine Ein-Cent-Münze verdeutlicht die Größe der Teile



    Der Lagerbolzen ist etwa 0,1 Millimeter länger- als die Gabel des Voreilhebels



    Auch hier dient ein Stück Papier dem Schutz des Lagers beim Verlöten.



    Gelötet wurde, wie bei mir üblich mit einem Gaslötgerät mit einer katalytisch geheizten Lötspitze. Dabei wurde dasüberflüssige Lot abgewischt.



    Obligat ist das Kürzen der Mutter (und der Fingernägel)




    Ebenso wurde der Lagerzapfen für die Gabel der Schieberschubstange gefertigt.




    Hier wird die Mutter aber erst nach der Endmontage des Fahrwerkes gesichert.



    Eine Rollprobe verlief beanstandungslos. Alle Steuerungsteile bewegten sich leichtgängig.

    Im Gegensatz dazu verlief die Montage der rechten Gegenkurbel nicht ganz so reibungslos. Der Lagerbolzen, mit Papierstückchen als Schutz, durch Schwinge und Gabel der Schwingenstange gesteckt und verlötet.



    Das Papier gewährleistet hier das nötige Lagerspiel. Aber es verhinderte nicht, daß sich die (weichgelötete) Lagergabel beim Löten bewegte. Mit etwas Aufwand konnte doch der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden.

    Beim Fertigstellen des Lagers habe ich dann doch noch Lehrgeld bezahlen müssen-

    beim obligaten Abfeilen des Schraubenkopfes



    ist mir nach dem Nachmessen (mit dem großen Augenmaß)



    der Zapfen unterhalb der Unterlegscheibe abgebrochen.



    Hier hatten bestimmt die Werkstatt-Trolle ihre Hand im Spiel. Bisher mußten sie alle heruntergefallenen Teile wieder hergebben. Mit einer (der einzigen) M0,6- Mutter konnten sie jedoch beruhigt werden. Der zweite Lagerbolzen konnte dann problemlos montiert werden.

    Nun stand einer Probemontage des Gewerks nichts mehr im Wege.



    Bis auf das oben beschriebene Klemmen der Kuppelstangen, bewegten sich alle Steuerungsteile leichtgängig.


    Als letzte Arbeit mußten die (in der Beschreibung der Bauart so bezeichneten) langen Pendel der Aufwerfeisen nachgearbeitet werden.




    Damit ist das Gewerk der Lokomotive weitgehend fertiggestellt.

    Jetz überlege ich- ob ich die roco-Schrauben zur Befestigung der Kuppelstangen durch vorbildgetreuere ersetze. Die Kuppelzapfen der Modellbahn-Manufaktur sind feinst detailliert, aber leider für dieses Gewerk nicht verwendbar, da sie als Bundschrauben gefertigt sind. Außerdem fallen sie leider durch die Lagerbohrungen der Kuppelstangen.


    Ich hoffe, daß ich mit meinen Ausführungen nicht gelangweilt habe...


    Viele Grüße

    Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.


    Weisheit eines mir unbekannten


  • Hallo Christian,


    wie immer ein Fest, Deine Berichte zu lesen!


    Zu den Schrauben - Teichmann hat mir mal Messing 6-Kant Schraubenköpfe mit SW2 in nur 0,5 mm Dicke an Paßschrauben für einen fairen Kurs gefertigt. Hängt halt ab von Deiner Bohrung dahinter, ob es derart klein noch geht. Die sind wirklich zierlich und dennoch immer noch brauchbar:


    ptl14ai18.jpg


    ptl2qzem5.jpg


    Gruß

    Bernd

  • Hi Christian,


    mannoman; das ist ja die absolute Königsklasse die Du wieder hier in sehr guten Bilder gezeigt hast. Ich kann alle deine Arbeiten technisch nachvollziehen; meine absolute Bewunderung für deine handwerklichen Fähigkeiten und deine Ausdauer ist dir gewiss.


    Neugierig bin ich auf deine kommenden Arbeiten


    sagt Günter

  • Hallo Andreas,


    das sehe ich nicht so. Berichte zur Verbesserung von Modellen oder Bausätzen sind IMMER eine Bereicherung in diesem Forum. Ich fände es gut wenn sich mehr Modellbahner mit ihren positiven (und ggf. auch negativen) Ergebnissen "outen" würden. Es hilft uns allen. !!!


    In diesem Sinne wäre ich Dir dankbar, wenn Du deinen Baubericht zur BR 55 zum Ende bringen würdest.


    Liebe Grüße

    Günter

  • Hallo Kollegen,

    erst einmal herzlichen Dank für die Blumen.


    Andreas B

    Ich würde mich auch freuen, wenn Du den Faden zu Deiner G8.1 fertigstellen würdest. Ich habe auch noch eine belgische MäTrix- 55 herumliegen, die ich zu einer DR- 55 umbauen möchte...

    Aber Du brauchst Dein Licht unter den Scheffel zu stellen. Deine Arbeiten sind doch sehr sehenswert. Interessant ist auch Deine Vorgehensweise.

    Was mich immer fasziniert, ist Deine Recherche...


    Bernd K

    Die Schrauben werde ich, sollte ich noch die Muße zum Umbau haben, sicherlich selber "bauen". Dabei geht es mir darum, das Aussehen etwas vorbildgerechter zu gestalten...


    Günter

    Der Bau ist gar nicht so dramatisch- die Ausdauer ist hier der limitierende Faktor. Aber es ist Hobby!

    Viel dramatischer ist- daß mir die MP- Räder für die "Serienlokomotiven" nicht mehr gefallen...


    Einen schönen Sonntag

    wünscht

    Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.


    Weisheit eines mir unbekannten