Kleine Verbesserungen an der Roco 44- oder der maximal-invasive Eingriff

  • Hallo Freunde,
    durch railroadwillis gut gemachten Beitrag https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?010,8819233 zum Umbau der roco-Lok (BR44) angeregt, hier ein paar Gedanken und Bilder zu meinem Umbauansatz. Dieser geht etwas weiter in die Struktur der Lokomotive. Im Ursprung als LowCost-Projekt geplant, hat sich der Umbau zum maximalinvasiven Eingriff entwickelt. Wie weit dieser Umbau dieser Umbau gehen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Ziel ist es, eine Anlagentaugliche und auf dem Stand der heutigen Großserienmodelle detaillierte Lok zu schaffen. Daß dabei auch Kompromisse eingegangen werden müssen, ist hier unumgänglich.Einer dieser Kompromisse ist der Ersatz des Führerstandes.


    Die Baureihe 44 gehört, neben den anderen Lokomotiven der 20t-Reihe, zu den Lokomotiven die mir am Herzen liegen. Gibt es doch, bis auf die BR 43 und 62 (mit Einschränkungen), keine zeitgemäßen Modelle dieser Lokomotiven. Während ich die Lok der BR 43 und 62 nur noch als Museumslokomotiven kennengelernt habe, konnte ich die Lokomotiven der BR 44 bis 1981 im Dienst auf der Saalebahn erleben. Schon frühzeitig entstand der Wunsch nach einer solchen Lok. Aber erst 1992 hatte ich, nach längerem Sparen, eine roco-Lok erworben.
    Was für ein Meilenstein! Eine fast vollständig freistehende Kesselausrüstung...
    Nach einiger Zeit ist mir dann ein Umbausatz zur BR 43 in die Hände gefallen- und eine zweite (gebrauchte) Lok wurde beschafft. Und damit begann eigentlich das Dilemma...
    Und daran hat sich bis heute nicht viel verändert.
    Der Führerstand und die Kesselarmaturen sehen noch immer so aus, wie vor 27 Jahren. Die Feuerbüchse ist zu kurz geworden, so daß man den Getriebeturm des unsäglichen Kardanantriebes sieht. Und so viel besser sehen die neuen (Metall)Radsätze auch nicht aus. Vom völlig vorbildfreien Rahmen gar nicht zu reden.
    Es ist also an der Zeit für ein NEUES Modell der BR 44. Hier hoffe ich auf BRAWA- aber auch von der 01 war bisher noch nicht viel mehr, als ein Handmodell zu sehen (Allerdings hat man da ja recht ambitionierte Pläne). Das für dieses Jahr angekündigte Modell aus Metall scheint ja auch keine Option zu sein, wenn ich mir die Bilder ansehe...



    Die grundlegende Idee zum Umbau entstand bereits beim Bau der 43 007! Der Vorserienführerstand aus dem Güntherbausatz ließ die "Bude" der 44 recht alt und vor Allem unproportioniert aussehen. Hier zunächst einige Bilder von meinem Handmuster der 43 (hier werden noch einige Lok dieser unenheitlichen Einheitslok umgebaut werden).









    Die Aufstiege zum Umlauf sind hier allerdings seitenverkehrt, wie am Gußbaum, montiert. Die hier erkennbare "Ecke" an den Aufstiegen müßte hinter den Pumpen liegen.
    Der Steuerungsträger ist aus Messing gefertigt. Die Zeichnung dazu wurde aus dem DEWAG-Poster und den Maßskizzen aus dem Transprss-Buch zur BR 44 entwickelt. Allerdings kannte der Rahmen diese Zeichnungen (er ist zu hoch) nicht, deswegen ist die Steuerung auf Rückwärts ausgelegt.



    An dieser Lok werden lediglich noch die Verbesseungen aus dem o.a. Beitrag erfolgen, d.h. die Laufachse wird an die richtige Stelle versetzt und durch einen größenrichtigen Laufradsatz ersetzt. An der gesamten Achsgruppe werden die Spurkränze noch auf ein FREMO-taugliches Maß abgedreht.



    Die hier verbauten Armaturen aus dem Güntherbausatz ließen die am Kessel der 44 verbauten Armaturen richtig klobig aussehen. Zudem sind diese nicht lackierbar- und glänzen unangenehm fettig.
    Hier ist bereits der erste Umbauschritt zu sehen. Ein paar Windleitbleche der BR 41 (PIKO), das Dachfenstergitter (PIKO) und ein paar Güntherteile (Frontumbausatz der Jouef- BR 44) und schon war eine Lok der Reichsbahn entstanden. Mit dem Ölbehälter der PIKO- 01.5 wurde der roco-Tender zum Öltender umgebaut.











    Dämlicherweise hatte ich beim Umbau den vorderen Kesselträger (Rauchkammersattel) ausgebaut und entsorgt. Sämtliche zum Ende der Einsatzzeit im Dienst befindlichen Lok verfügten jedoch über diesen Träger und Ersatzzylinder mit angegossenen Auspuffkästen. Offensichtlich sind dafür während der Kriegszeit, auf den Erfahrungen des Maschinendienstes fußend, neue Zeichnungen erstellt und an Hersteller (Zulieferer) und Ausbesserungswerke verteilt worden. Nur so ist es erklärlich, daß bei beiden deutschen Bahnverwaltungen diese Teile baugleich sind.









    Leider sind diese Zylinder bisher von keinem Großserienhersteller in akkzeptabler Form hergestellt worden. Bei der letzten Auflage der BR 44 sind sie zwar nachgebildet worden, entsprechen aber überhaupt nicht dem Vorbild... Aus diesem Grunde verfügt meine, zur Öllok umgebaute Lok auch noch über Zylinder mit angeschraubten Auspuffkästen.





    Störend ist die grobe Kesselausrüstung, der Führerstand mit der zu flachen Rundung des Daches (das Dach des Güntherführerstandes ist viel "runder") und das grobe und in Teilen vorbildfreie Fahrwerk. Hier stört mich besonders, daß der Barrenrahmen über keinerlei Durchbrüche verfügt. Diese sind jedoch für das Aussehen der Lok maßgebend, da man sie beim vorbeifahren sofort wahrnimmt. Bei der 43 007 hatte ich unter dem Führerstand das große Fenster nachgebildet- allerdings nach dem Muster der BR 44.





    In den Arbeitsvorrat gelangten nun mehrere Lokomotiven- unter anderem auch zwei Öllok der DB. Gleichzeitig konnte ich in der "Bucht" zwei Kessel (Märklin) mit ÜK-Führerstand erwerben. Dieser Kessel wirkt formal optisch gut gelungen. Zudem waren einige Details deutlich filigraner ausgeführt.





    Rauchkammer roco





    Rauchkammer Märklin





    Was lag näher den Langkessel der Märklin-Lok mit dem Stehkessel der roco-DB-Lok zu vereinigen. So wäre die "Beulenpest" geheilt, und die Pumpennischen für die DR-Lok vorhanden. Kurzerhand wurde dedr roco-Kessel vor dem letzten Bekleidungsband abgesägt und rechtwinklig bearbeitet. Gleiches geschah mit dem Märklinkessel.
    Zusätzlich wurden die angespritzten Details entfernt. Eine Stellprobe ergab, daß der vorbereitete Metallkessel im Durchmesser zu klein ist. Und so kam es zum bisher maximalst-invasiven Eingriff an einer Lok dieser Baureihe. Zunächst wurde der Stehkessel von allen angespritzten Details befreit, da ich immer noch den Versuch wagen wollte, beide Kesselteile zu vereinigen.





    Da diese Montage aber keinesfalls sinnvoll war, mußte eine Lösung gefunden werden. Vom abgesägten roco-Langkessel wurde die Rauchkammer hinter dem ersten Bekleidungsband entfernt.
    Ebenso wurde die Rauchkammertür entfernt und der Türring zur Kesselachse winklig geschliffen. Bis auf den Kamin und den Vorwärmer (Knorrolle) wurden sämtliche angespritzten Details entfernt und die Oberfläche sauber verputzt. Das Fertigen der Pumpennischen und Ausbohren des Kamins schlossen die Arbeiten an der Rauchkammer ab.







    Auch eine Stellprobe des ÜK-Führerstandes auf einer roco-Lok zeigte deutlich, daß hier etwas nicht stimmen konnte:





    Hier der Vergleich Märklin (links) roco (rechts)





    Trotz der maßlichen Abweichungen wirkt der Märklinführerstand deutlich stimmiger, was in der zu flachen Dachvoute des roco-Führerstandes begründet ist. Dadurch wirkt der Führerstand zu schmal, auch die seitlichen Schrägen des Führerstandes sind zu steil.





    Also habe ich zunächst einen vorhandenen Führerstand der PIKO-41 mit den Führerständen der roco- und Märklin-Lok sowie den Zeichnungen des Originalführerstandes (Danke Matthias Muschke) verglichen. Dieser Führerstand stellt für mich einen brauchbaren Kompromiß dar. Die nächsten Arbeitsschritte waren die Entfernung der Vorderwand, Entfernung aller Spritzgrate und die Bearbeitung der Seitenwände. Dadurch konnte die Wandstärke auf weniger als die Hälfte der ursprünglichen verringert werden. Gleichzeitig wurde die Einpolterung für den Handlauf freigelegt. Rückseitig mit einem PS-Streifen verschlossen. Als Versteifung der Seitenwände wurde das Kreuz aus Blechstreifen (hier aus 0,3mm PS gefertigt und rückseitig eingeklebt. Für den ÜK-Führerstand wurde das vordere Fenster mit einem grob zugeschnittenen PS verschlossen. Für ein Flächenbündiges Abschließen wurden die Spalten mit langsam abbindenden Zwei-Komponenten-Kleber "ausgegossen". Ein Streifen Tesa-Film verhinderte das Herauslaufen des Klebers.











    Eine Stellprobe, an einem Modell aus dem Arbeitsvorrat, ergab ein annehmbares Aussehen. Die noch zu geringe Höhe kann mit einem dünnen Streifen PS korrigiert werden. Jetzt war nur noch das Problem des "versägten" Langkessels zu klären. Immerhin hatte ich jetzt einen weniger, als ich Fahrwerke in meinem Bestand habe. Aus einem Stück Messingwurde nach den Abmaßen des roco-Langkessels ein neuer Langkessel gefertigt. Dieser wurde an das Unterteil des roco-Kessels angepaßt. Mit dem bereits umgebauten Führerstand ergab sich dadurch eine akzeptable Grundlage für den Weiterbau.







    Da diese Lok einen Nachbaukessel mit innerer Speisewasseraufbereitung bekommen soll, ist der Speisedom entbehrlich. Der Reglerdom wurde aus den Fragment des Kessels gewonnen.
    Für die Bekleidungsbänder wird Draht in die eingedrehten Nuten gelötet und überdreht.





    Somit ist für die weitere Aufrüstung der Lok eine brauchbare Grundlage entstanden. Diese erfolgt mit den, leider nicht mehr erhältlichen Teilen, von Günther. Die Sandkästen werden entweder aus dem, nur noch in Teilen vorhandenen, Kessel "herauspräpariert" oder es werden die alten Sandkästen aus dem ehemaligen m+f Programm verwendet.
    Auf diesem Bild wird sichtbar, daß durch den Tausch der Radsätze (hier MP) das Fahrwerk noch weiter zur Karikatur verkommt.





    Hier sehe ich aber noch keine praktikable Lösung. Sicher wäre der Ersatz durch einen Rahmen von Weinert eine Lösung.





    Allerdings ist dies bei fünf Lokomotiven eine kostspielige Angelegenheit. Auch ist mir nicht klar, ob dieser Rahmen als Einzelteil erhältlich ist. Desweiteren würde es bedeuten, daß alle Radsätze demontiert und mit den Achslagern von Weinert versehen werden müßten. Hernach müßtenb alle Radsätze mit korrektem Kurbelversatz aufgepreßt werden. Ein Unterfangen, welches ich bei den feinen MP-Radsätzen, als nicht unproblematisch ansehe.



    Über den Umbau der roco-Tender auf Dreipunktfahrwerk habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Nur soviel- aus einem PIKO-Öltender habe ich eine (für mein Gefühl) brauchbare Grundlage zum Weiterbau geschaffen.





    Auch hier wurden alle Spritzgrate und Details entfernt.



    Nun hoffe ich, daß ich Euch nich mit meinem Lösungsansatz für ein zeitgemäßes Modell der BR 44 gelangweilt habe.



    Viele Grüße in die Nacht
    Christian

  • Hallo Christian
    Auweia - Maximalinvasiv - was für eine Wortschöpfung!
    :D


    Ansonsten ein schöner Beitrag zu dem ich zwei Gedanken anbringen will:
    "Die Sandkästen werden entweder aus dem, nur noch in Teilen vorhandenen, Kessel "herauspräpariert" - Wie wäre es eine bzw. mehrere Silikonform aller Dome herzustellen und die dann mit Kunstharz abzugiessen? Evtl sogar unter Vakuum um die Luftblasen loszuwerden?
    Alternative: 3D Druck, wenn Du genaue Zeichnungen hast und den Kesseldurchmesser kennst... .


    Beim Weinertrahmen lohnt sich ggf. das Ausmessen und nachzeichnen. Du hast wahrscheinlich die nötigen Werkzeuge um die Seitenwangen exakt auszumessen und dann in 2D (Inkscape/Autocad/Freecad) zu zeichnen und dann die Mitte abgewickelt dazwischen zu konstruieren.
    Von der Entferung würde ich sagen, dass 3 Rahmen auf ein A4 passen. Biegen solltest Du sowas zwischen 2 Stahl 4-Kant auch können.
    Denke ich mal.


    Dann bist Du schon fast bei einem Umbausatz. 8)


    LG,
    Axel

  • Hallo Axel,
    nunja- dieser Umbau greift nun wirklich relativ weit in die Struktur der Lok ein. Deswegen fiel mir dieser Begriff, als Gegensatz zur Methode der Endoskopie-Operation (die als minimalinvasiv bezeichnet wird) ein.
    Die beiden Sandkästen benötige ich auch nur für diese Lok- da ich nicht vorhabe, bei den anderen Lokomotiven den Langkessel zu ersetzen.
    Hier war es nur notwendig, weil ich ja versucht hatte, den Märklin-Kessel (wegen der Pumpennischen und den gefälligen Sandkästen der Zwischenausführung [bis 44 066]) mit dem roco-Kessel zu vereinigen. Wie ich bereits oben geschrieben habe, ist dieser aber im Durchmesser zu klein. Hier war der Griff in die Restekiste und einige Stunden Arbeit- der günstigere Weg den Kessel wieder zu vervollständigen. Auch für die Anfertigung einer Silikonform müßten die Sandkästen aus dem Rest herauspräpariert und passend bearbeitet werden. Zur Sicherheit werde ich die Kästen aber dennoch in einer zweiteiligen Form in "Silastik T4" abformen. Die ebenfalls vorhandenen Sandkästen von m+f sind, einem Hinweis zufolge, etwas zu schmal. Auch hier werde ich eine Stellprobe und maßliche Kontrolle vornehmen. Die recht problemlos erhältlichen Günther-(Weinert)-Sandkästen entsprechen der Bauform der BR 01 und sind daher nicht verwendbar.


    Umbausatz trifft es wohl recht gut!


    Über ein "Reengineering" des Weinertrahmens habe ich auch schon nachgedacht, da ich über eine Werkzeichnung des Rahmens verfüge. Und es wird wohl die einzige, für MICH praktikable Möglichkeit bleiben, hier etwas vorbildähnlicheres zu fertigen. Nur muß ich hier wirklich alles mit "der Hand" ausmessen- auf unsere 2D-Meßmaschine habe ich keinen Zugriff (und keine Kenntnisse). Das Zeichnen sollte an dieser Stelle kein zu größeres Problem sein.
    Eine weitere Option wäre, den Rahmen (mit den dazugehörigen, nicht einzeln erhältlichen Gußteilen und den Lagersteinen) ggf. bei Weinert
    zu besorgen...


    Ein größeres Problem ist der Ersatz der Zylinder mit den angegossenen Auspuffkästen! Hier denke ich beispielsweise über den Bau eines Gußmodells nach (denn auch die Zylinder sind nicht "frei Verfügbar"). Hier wäre zum einen die Fertigung aus "obumodulan" und PS ind klassischer Form oder als 3D-Druck denkbar. Die Konstruktion würde mir noch ein paar Fertigkeiten im Catia-System bescheren.
    Ebenso müßte der Innenzylinder ersetzt werden, hier will ich mir aber erst einmal den Aufbau der Weinert-44 zu gemüte führen, da der Innenzylinder gleichzeitig der Befestigung des Kessels dient. Hier ist, nach Betrachten der Werkzeichnung des Zylinders, eher ein 3D-Druck angezeigt.
    Momentan bin ich mir allerdings recht sicher, die Teile des Stehkessels als Gußmodell abzuformen. Das Herrichten des roco-Stehkessels ist doch recht aufwendig.


    Soweit für heute
    Ganz herzliche Grüße


    Christian

  • Hallo Freunde,

    lange habe ich nichts vom Bau meiner „Bellos“ hören lassen. Aus familiären und gesundheitlichen Gründen habe ich den Bau einige Zeit nicht weiterführen können. In Vorbereitung der JHV in Rheine des FREMO habe ich dann an den Modellen weitergemacht.


    Im ersten Teil dieses Fadens habe ich ja beschrieben, daß ich ursprünglich vorhatte, den Märklin-(Lang-)Kessel mit der Feuerbüchse zu kombinieren. Wegen maßlicher Unterschiede war dies nicht möglich. Daraufhin habe ich einen aus Messing gefertigten Langkessel mit Feuerbüchse und Rauchkammer des roco-Models verbunden. Deswegen war es notwendig, die roco-Teile komplett von allen angespritzten Details zu befreien. Auch von den Kesseln, die für die anderen Lokomotiven verwendet werden sollen, habe ich alle Details entfernt und die Kessel verputzt…


    zunächst das Verlöten der Bespannungsbänder


    img_5667q0ktj.jpg


    nach dem Verputzen


    img_567042kbf.jpg


    aus "obomodulan" gefertigtes Verbindungsteil zwischen Langkessel und Feuerbüchse


    img_5700ozj6y.jpg


    der im Rohbau befindliche Kessel mit den für DR-Lokomotiven typischen Pumpennischen. Diese wurden in die Rauchkammer eines DB-Kessels eingebracht und mit PS-Platten verklebt


    img_5703iaj0m.jpg


    Zusätzlich wurden an den Kesseln für die BR 43 die Sandkästen entfernt.


    img_5637uej5k.jpg


    Die dadurch entstandenen Löcher wurden mit einem aus „obomodulan“ https://www.obo-werke.de/produ…omodulanr-pu-platten.html gedrehten und grob zugeschnittenen Füllstück verschlossen. Mit langsam aushärtenden 2-K-Kleber wurden diese dann im Kessel verklebt. Dabei habe ich Füllstück und Kessel mit Tesa-Film abgedichtet, so daß eine oberflächenbündige Verklebung möglich war.


    img_5646asj96.jpg


    img_1910rbkfl.jpg


    Die Vorgehensweise habe ich bereits im ersten Teil am Beispiel der Führerstandsfenster der ÜK-Lok beschrieben. Viel zu Verspachteln gab es dann nicht mehr.


    Aus den Resten des „versägten“ roco-Kessels wurde der Dampf (Regler-)Dom und die Sandkästen entnommen.


    img_5622c8ktj.jpg


    Das Entnehmen der Sandkästen war notwendig, da die vorhandenen m+f – Sandkästen maßlich unterschiedlich waren, Einfallstellen vom Guß aufwiesen und die Nachbildung des Flansches (zur Befestigung auf dem Kessel) fehlten.


    img_56248tjn5.jpg


    Die inzwischen von Weinert vertriebenen Sandkästen (die aus dem Fundus von Günther stammen dürften) entsprechen denen der BR 01 und 62. Somit sind lediglich die roco-Sandkästen für die Lokomotiven der BR 44 verwendbar.


    Die Arbeiten „obenrum“ beseitigen aber noch nicht das grundlegende Problem- den vorbildfreien Rahmen und die nicht recht gelungenen Zylinder. Eine Lösung ist die Verwendung des, bei mir seit vielen Jahren herumliegenden Rahmens aus dem Weinertbausatz der BR 44… hier bin ich jedoch nicht über die Planungsphase hinausgekommen.


    313_br44_rahmen_mp_rdwiqan.jpg


    315_br44_rahmen_weine1bqln.jpg




    Vor einiger Zeit konnte ich den Bausatz der BR 44 in der DRG-Ausführung erwerben. In Vorbereitung der JHV in Rheine hatte ich begonnen, diesen zu montieren. Die daraus zu montierende Lok verfügt über Graugußzylinder mit angeschraubten Auspuffkästen sowie einen Innenzylinder mit angegossenem Kesselträger. Bei der Deutschen Reichsbahn wurden die Betriebslok jedoch recht schnell mit Zylindern mit angegossenem Auspuffkasten sowie einem geschweißten Rauchkammerträger ausgestattet. Lediglich einige wenige Lok fuhren bis zu ihrer Ausmusterung mit den alten Außenzylindern. Eine davon war die 44 031… und genau diese Lok soll aus dem Weinertbausatz montiert werden. Dabei soll dieser Bausatz auch als Ideenspeicher für die Überarbeitung der roco-Lok dienen.


    Montage des Fahrwerkes


    img_5677jhj7l.jpg


    img_567949ja7.jpg


    img_5684qwkvw.jpg


    img_56921fkj5.jpg


    img_5688vjk4d.jpg


    img_5695y4j5x.jpg


    img_569988ju3.jpg


    zufällige Stellprobe des montierten Weinert-Fahrwerkes mit dem umgebauten roco-Kessel


    img_571163jdt.jpg


    Am Stehkessel des roco-Kessels hat mich die, an Schmalspurloks erinnernte, Feuertür gestört. Vom Umbau der PIKO-Führerstände waren die Stehkessel der Reko-Lok übrig. Hier wurde die Tür aus dem Kessel herausgetrennt. Ebenso am roco-Kessel. Zudem wurde die Öffnung vergrößert- als Kante diente hier das Blech auf dem Türfutter.




    Die Feuertür



    wurde dann mit dem roco-Stehkessel verklebt



    rechts der Stehkessel mit der PIKO-Feuertür



    Soweit der Bauzustand der ersten Lokomotiven.

    Ich hoffe, daß ich Euch nicht gelangweilt habe.


    Viele Grüße

    Christian

  • Hallo Freunde,

    Inzwischen sind schon wieder zwei Jahre ins Land gegangen- und die Bellos sind immer noch nicht fertig. Was aber nicht bedeutet, daß ich nicht an den Modellen weitergebaut hätte. Einige familiäre und gesundheitliche Gründe und ein weiterer Umzug haben mich nicht in gewünschten Umfang weiterbauen lassen.

    In diesem Teil möchte ich die Fortschritte beschreiben- und auch ein wenig Ordnung in das Wirrwarr meiner Beiträge bringen.



    Im ersten Teil habe ich die Gründe für den Umbau und einige Lösungsansätze dargelegt. Der Hauptgrund für den Umbau war der recht vorbildfreie Rahmen und das meines Erachtens ungefällige Führerhaus. Der Rahmenvorschuh ist, wie der gesamte Rahmen ohne Rahmenfenster dargestellt. Hier im Vergleich ein Roco- Rahmen (der allerdings für den Umbau zu einer Lok der BR 43 vorbereitet wurde) und ein Rahmen aus dem Weinertbausatz.





    Die Lokomotiven der Baureihe 44 werden bereits seit den achtziger Jahren in mehreren- sich auch technisch unterscheidenten Auflagen produziert. So war bei den frühen Auflagen der Umlauf aus Kunststoff gespritzt- in den späten achtziger Jahren wurde hier auf ZinkAl gewechselt. Dadurch wurde die Lok einige Gramm schwerer ;-)



    Ein typisches Merkmal dieser frühen Auflagen waren auch die Räder mit den recht breiten Radkränzen, die später deutlich schmaler in die Radsterne eingespritzt waren. In den 1990er Jahren wurden diese dann auch noch schwarz vernickelt- was sie optisch noch weiter verschlankte.



    Hier ist eine Lokomotive mit dem typischen Aussehen einer Reichsbahnlok dargestellt. Allerdings hat mich der Umbau nich lange befriedigt.


    So sollte der roco-Stehkessel mit dem Märklin- Langkessel



    und dem recht gelungenem Märklin- Führerstand kombiniert werden, was aber auf Grund maßlicher Differenzen nicht möglich war.






    Hier ist bereits deutlich zu sehen, daß der Märklin-Führerstand nicht auf den Roco-Umlauf paßt. Im Vergleich noch einmal die Lokomotive mit der originalen Lenkstube.



    Der Ersatz des roco- Führerstandes erfolgt nun durch einen umgebauten PIKO- Führerstand der BR 03/41. Ein, so wie ich meine, tragbarer Kompromiss- da sich die Führerstände der genannten Baureihen etwas unterscheiden.



    Oben ein Führerstand in Friedensausführung und unten in der ÜK-Ausführung, bei der das vordere Fenster verschlossen ist. Im Modell habe ich die Fenster mit einem Stück PS verschlossen. Die Arbeitsweise ist oben beschrieben.




    Hier nocheinmal beide Ausführungen nebeneinander.



    Und im Vergleich mit einem Führerstand aus dem Weinert-Bausatz



    Eine Stellprobe ergab ein plausibles Aussehen



    Die maßlichen Unterschiede der Kessel stellten sich jedoch erst heraus, nachdem die beiden Kessel angearbeitet waren. Dadurch war es notwendig- vom verwendeten Kessel der Bundesbahn-Lok die Rauchkammer abzutrennen. So fehlte der eigentliche Langkessel. Dieser wurde dann aus einem Stück Messing gefertigt.





    Die Dome und Sandkästen wurden vom Rest des Langkessels gewonnen. Ursprünglich war geplant, die Sandkästen aus dem m + f- Umbausatz zu verwenden. Auch das hat sich auf Grund maßlicher Differenzen und dem Fehlen des auf dem Kessel liegenden Kragens zerschlagen.




    Soweit die Kurzform der vorangegangenen Arbeiten.


    Zwischenzeitlich habe ich eine der berühmt- berüchtigten Schachteln (latürnich mit Inhalt) erwerben können. Allerdings war es „nur“ die DRG-Ausführung mit dem 2´2´T32 – Tender.

    Der Weinert-Bausatz wurde entsprechend der Bauanleitung zusammengesetzt. Dabei habe ich festgestellt- daß sich große Lokomotiven leichter montieren lassen- als beispielsweise die kleine 81.


    Zunächst habe ich den Rahmen montiert.



    Rahmenvorschuh und Bremszylinder wurden ebenfalls angelötet. Hierzu verwende ich einen kleinen Gaslötkolben, der hier mit einer katalytisch geheizten Spitze (im Lieferumfang) versehen wurde.




    Etwas kniffliger war der Zusammenbau des Steuerungsträgers, aber mit Geduld wurde auch diese Arbeit bewältigt.



    Einer Stellprobe auf dem Rahmen stand jetzt nichts mehr entgegen.




    Schließlich wurden die Zylinder und die Luftbehälter montiert



    Die DRG-Lokomotive ist (völlig richtig) mit Graugußzylindern mit angeschraubten Auspuffkasten und dem, den als Kesselträger konstruierten Innenzylinder ausgerüstet. Bei beiden deutschen Bahngesellschaften sind diese jedoch recht schnell durch Nachbauzylinder mit angegossenem Auspuffkasten ersetzt worden. Aber dennoch gab es einige Lokomotiven, die bis zur Ausmusterung ihre alten Zylinder behalten haben. Eine davon ist die 44 031 des Bw Magdeburg und die 44 054 des Bw Weissenfels. Letztere weist als Besonderheit noch einen 34er Tender mit Gleitachslagern auf.

    Auch die Montage von Führerstand Kessel und Umlauf gestaltete sich recht problemlos. Zunächst wurden alle benötigten Teile aus den Beuteln entnommen und kontrolliert. Da die Arbeitsfläche nun mittlerweile recht beschränkt ist-



    werden auch wirklich nur die benötigten Teile aus der Verpackung genommen und in einer Schale bzw in Klarsichtschachteln aufbewahrt. Zunächst wurden sämtlich Gußgrate entfernt, die Löcher lt. Anleitung gebohrt und alle Teile verputzt.




    Der Zusammenbau der Großbaugruppen war recht zügig erledigt




    etwas aufwendiger ist die Montage der Feuerbüchse und des Führerstandes. Die hier sichtbaren Ungenauigkeiten sind nicht den Teilen- sondern der fehlenden Feinmotorik des Erbauers geschuldet. Irgendwie fehlt immer eine Hand.



    Abschließend wurden die Kesselteile und der Führerstand verklebt. Die Sicherheitsventile habe ich bereits in diesem Stadium eingebaut. Dabei konnten die Stellzüge in die Führerhausvorderwand eingesetzt werden, ohne sie zu verbiegen.




    Die Montage der Laufbleche ist durch angegossene Montagehilfen recht einfach. Allerdings sollten die Umlaufträger (Achtung Falle! darauf komme ich aber später noch zurück) bereits in den Kessel eingeklebt werden. Nach dem Aushärten des Klebers konnten die Laufbleche auf die Umlaufträger und die Montagehilfe am Stehkessel angebaut werden. Dazu sind in den Laufblechen Taschen vorgesehen.

    Da die von mir gebaute Lokomotive in der Epoche III unterwegs sein soll- muß die sichtbare Kesselstütze angefertigt werden.




    Mehrere Skizzen aus der Literatur (besonders gut eignet sich hier die Skizze aus dem Eisenbahnjournal-Sonderheft) und einigen Fotos waren die Grundlage dafür. Auf dem CAD-System habe ich die Zeile gezeichnet- danach ausgedruckt und mit Schuhkleber auf eine PS-Platte aufgeklebt. Mit Stahllineal und Bastelmesser ausgeschnitten, die Enden der Ausschnitte gebohrt




    mit einer Uhrmachersäge ausgesägt und zurechtgefeilt.




    Und schon liegen die Teile für die erste Lokomotiven zum Zusammenbau bereit. Ich will aber nicht verheimlichen- daß es erst im dritten Anlauf funktioniert hat. Mal sind die Teile zerbrochen, ein anderes Mal hatte ich sie falsch zusammengeklebt.



    Mit Butylazetat (ordentlich Lüften) und Geduld gelang die Montage.





    Vor dem Verkleben habe ich natürlich ersteinmal das Papier abgezogen und die Kanten verputzt. Diese Arbeit nimmt recht viel Zeit in Anspruch,ist aber für das Aussehen unbedingt notwendig. Nun galt es, die Kesselstütze in die Lok einzubauen. Dazu muß im Gußteil der Schürze der notwendige Platz geschaffen werden- aber Vorsicht! - am Ende bleibt nur noch eine hauchdünne Schicht Material stehen. Die Tasche hinter dem Rauchkammeraufstieg muß verbreitert werden. Beim Vorbild stehen die Streben für den Aufstieg auf den Rahmenwangen. Natürlich ist die Vorderseite maßstäblich... so daß man die Rahmenbreite erahnen kann. Zusätzlich wurden die Ausschnitte für die Pumpen vergrößert. Um die Pumpenzugänglichkeit zu ermöglichen, wurden die Pumpen etwa 350 mm tiefer montiert und die Windleitbleche höher als üblich angebaut.



    Gleichzeitig wurden die Nachbildungen der Winkeleisen für die Befestigung der (Wagner-) Windleitbleche entfernt. Die Nachbildung des Innenzylinders wurde am Rahmen angeschraubt, bzw am Kessel (Vorderteil) angeklebt. Danach erfolgte eine Stellprobe der Kesselstütze auf dem Rahmen.




    Mit einem Tropfen sekundenkleber habe ich die Schürze provisorisch am Umlauf angeheftet. Nach aushärten des Klebers die Kesselstütze an den Kessel angeklebt. Auch hier habe ich Stabilit Express (R) verwendet.





    Abschließend wurde die Schürze an die Laufbleche geklebt. Dazu ist es sinnvoll, den Kessel auf dem Rahmen aufzulegen und auszurichten. Nun stützt sich der Kessel vorbildgerecht auf dem Rahmen ab. Nun schnell noch einen Blick unter den Kessel.



    Deutlich zu sehen- aber nach der Verklebung nicht mehr zu ändern, die Kesselstütze ist ein wenig verbogen. Das liegt daran, daß die lichte Weite ein wenig zu klein ist und die Stütze etwas stramm auf der Nachblidung des Innenzylinders sitzt...

    Das sichtbare Abschlammventil ist im Bausatz nicht enthalten und entstammt einem model loco-Bausatz der 62. Um die Laufbleche eben an der Lok montieren zu können, mußten die Taschen für den Steuerungsträger etwas ausgefräst werden. Am Ende stellte sich jedoch heraus- daß der untere Teil des Steuerungshebels noch nicht entgratet war. Nach dem Entgraten paßte es dann problemlos.

    Abschließend noch ein Bild der bis hierhin fertiggestellten Lokomotive. Diese dient, wie bereits oben erwähnt- als Ideenspeicher für den Umbau der roco-Lok.



    Das soll es erst einmal gewesen sein. Ich hoffe, ich habe Euch nicht gelangweilt.


    Viele Grüße aus der Bastelbude


    Christian

  • Hallo Freunde,

    hier trifft der Titel wirklich zu.

    Ich bitte zu entschuldigen, daß auch hier teilweise schon gezeigte Bilder zu sehen sind.

    Nach den oben beschriebenen Arbeiten habe ich die vorbereiteten Kesselteile, das vorbereitete Führerhaus und den Umlauf trocken montiert.




    Auf dem Fahrwerk sah das Ganze schon recht brauchbar aus, wäre da nicht der Rahmen... Die Maße des roco- und des Weinertkessels verglichen. Eigentlich könnte es passen. Eine doch mehr zufällige Stellprobe zeigte es dann. Kessel, Umlauf und Führerstand passen auf den Weinertrahmen.



    Einen zweiten Rahmen hatte ich schon vor einigen Jahren beschafft. Aber die gesamten Zurüstteile fehlten. Mit Hilfe der Bauanleitung konnte ich die fehlenden Teile bestellen. Ein Dank an den hervorragenden Service der Fa. Weinert! Nun also wurde der zweite Rahmen zusammengebaut.



    Einige Kessel waren bereits vorbereitet worden- das heißt, von ihren Details befreit und verspachtelt worden.



    Aus Polystyrol wurde der kesselseitige Teil der Kesselstütze gefertigt und in die Öffnung des Kesselunterteiles geklebt. So kann der Kessel wie beim Weinertmodell auf den Rahmen geschraubt werden.




    Auch für diese Lokomotive habe ich eine Kesselstütze aus Polystyrol gebaut. Ebenso habe ich auch hier den Innenzylinder des Bausatzes verwendet um den Aufwand überschaubar zu halten.



    Waren die Arbeiten bis hierher eher von allgemeiner Natur, mußte ich mich jetzt festlegen. Das einzige, was ich bis zu diesem Zeitpunt wußte- es sollte eine Lokomotive mit Ersatzkessel werden. Ursprünglich hatte ich geplant, diese mit einem umgebauten P10-Tender zu kuppeln. Aber in meiner Literatur und der Bildersammlung fanden sich lediglich Lokomotiven mit Ölfeuerung. Erst in den späten achtziger Jahren wurden einige Neubaukessel- Lokomotiven wieder auf Rostfeuerung umgebaut. Das ist aber nicht "meine Zeit" außerdem wollte ich keine Heizlok haben. Das wäre wieder ein ganz anderes Projekt.

    Also Öl-Lok, daraus ergaben sich dann die weiteren Arbeiten.

    Zunächst wurden auch am Umlauf alle Details (bis auf einen Lichtverteiler) entfernt. Ebenso die Ausschnitte für die tieferliegenden Pumpen. Da Ölgefeuerten Lokomotiven keine Lösche anfällt- haben diese Lokomotive eine offene Schürze. Dazu konnte ich den Umlauf der bereits abgebrochenen 44 0278-0 verwenden. Dazu wurden die Auftritte entfernt und der Ausschnitt verbreitert, so daß der Rauchkammeraufstieg aus dem Günther-Umbausatz (für die Jouef Lok) eingesetzt werden konnte.








    Das soll es für heute gewesen sein.

    Viele Grüße in die Nacht


    Christian

  • Hallo Freunde,


    nachdem ich mich im letzten Teil mit den Hauptbaugruppen beschäftigt habe, gibt es heute nur Kleinkram.

    Hatte ich mich lange Zeiten mit den Vorarbeiten aufgehalten- kam mit dem Bau der Weinert-Lokomotive Schwung in die Sache. Es ist das Modell einer DRG- Maschine und folgerichtig, u.a. mit Graugußzylindern mit angeschraubten Auspuffkästen ausgerüstet. Diese sind schon von weitem an den Rippen zu erkennen. Auch das roco-Modell ist mit diesen Zylindern ausgerüstet- allerdings wirken diese etwas "schlank". Zudem haben sie zwei "Rippen" in Höhe der Kolben- und Schieberachse. Diese "Rippen" sind mir am Vorbild nicht bewußt aufgefallen.




    In der Epoche III waren bei der Deutschen Reichsbahn nur noch sehr wenige Lokomotiven mit diesen Zylindern im Einsatz. Zum Beispiel die schon erwähnte, kohlegefeuerte, 44 031.

    Die im schweren Güterzugdienst eingesetzten Lokomotiven wiesen in zunehmenden Maße Schäden an den Innenzylindern auf. Diese Schäden wurden durch die mangelnde Unterhaltung im Krieg hervorgerufen. Klemmende Schlingestücke am Hinterkessel haben die Längsbewegung des sich erwärmenden Kessels verhindert, so daß die Kräfte auf den Innenzylinder wirkten. Deswegen entwickelte der Lokomotiv-Normen-Ausschuß in Zusammenarbeit einen neuen Innenzylinder. Dieser diente nicht mehr als Rauchkammerträger. Der Kessel wurde jetzt von einer Kesselstütze getragen- den Bau habe ich in einem der vorangegangenen Beiträge beschrieben. Gleichzeitig entwickelte man einen neuen Außenzylinder mit angegossenem Auspuffkasten. Diese Zylinder waren bei beiden deutschen Bahngesellschaften baugleich.

    Für einen guten Leerlauf ist es notwendig- daß zwischen beiden Kolben ein Druckausgleich erfolgen kann- bei den Einheitslokomotiven wurden hierzu Druckausgleichventile verwendet. Diese wurden mit einem Flansch auf den Zylinderkörper geschraubt. Auch die neuen Zylinder wiesen idese Flansche auf.

    Im SEM Chmnitz- Hilbersdorf ist eine solche Zylindergruppe ausgestellt. Hier sind diese Flansche deutlich zu erkennen.



    Später wurden die Lokomotiven mit Druckausgleich-Kolbenschiebern ausgestattet. Oben ein Karl-Schulz-(Nicolai-) Schieber. Im drucklosen Zustand werden die Schieberkörper durch eine Feder auseinander gedrückt. Beim Fahren mit Dampf werden strömt der Dampf durch die mittig geteilte Schieberbuchse



    und drückt die Schieberkörper auseinander. Dadurch kann er wechselseitig im vorderen oder hinteren Raum des Zylinders Arbeit verrichten.

    Unten ist ein federloser Schieber, Bauart "Trofimow" zu sehen. Hier sind die inneren Schieberkörper beweglich auf der Schieberstange gelagert. Durch die Reibung der Schieberringe in der Buchse bleiben sie im Leerlauf in einer mittleren Stellung "hängen". Erst unter Dampf werden sie wieder an die äußeren Schieberkörper gedrückt.



    Dadurch wurden die Druckausgleichventile überflüssig.Die entsprechenden Flansche wurden mit einem Blindflansch verschlossen.



    Die Deutsche Reichsbahn hat später die Gußmodelle geändert, und die nichtbenötigten Flansche bereits beim Gußmodell weggelassen.



    Beim Umbau der Zylinder ist die DR recht konsequent vorgegangen, so daß alle ölgefeuerten Lokomotiven mit Ersatzzylindern im Einsatz waren. Leider ist die Ausführung mit den angegossenen Auspuffkästen bei keinem der Großserien-Modelle berücksichtigt worden. So bleibt nur der Eigenbau- entweder im klassischen Modellbau, oder als 3D-Druck. Ich habe mich-da der 3D-Druck mittlerweile ein ernstzunehmendes Werkzeug ist, für letzteres entschieden. Die Probedrucke waren auch sehr vielversprechend- aber wegen eines Fehlers beim Umrechnen von .stp zu .stl- leider viel zu klein.

    Zunächst das Modell mit den Flanschen für die Eckventile



    dann das spätere Modell ohne die Flansche



    Nach Aussage erfahrener Drucker ist es sinnvoll, nicht alle Details in einem Vorgang zu drucken. Deswegen wurden die Zylinderdeckel einzeln modelliert.

    Hier der hintere



    und der vordere Zylinderdeckel.


  • Durch den Ersatz des Langkessels war ich in der Wahl meines Vorbildes recht frei. Warum also nicht eine Lok mit Neubau-Ersatzkessel? Neubau-Ersatzkessel wurden bei der DR für die Lokomotiven mit verschlissenem Kessel gebaut und unterschieden sich von den alten, genieteten Kesseln durch das Fehlen des Speisedomes. Dieser war nicht mehr notwendig- seit die DR auf die "innere Kesselwasseraufbereitung" umgestellt hat. Hier wird das Kesselwasser mit einem Enthärter und Entschäumungsmittel versetzt, welches die Härtebildner zu einem leicht auswaschbaren Schlamm umwandelt.

    Der Plan war- eine Ersatzkessel- Lok mit einem umgebauten P10-Tender zu bauen. Eine Sichtung der Unterlagen ergab- daß alle Lokomotiven mit Ersatzkessel mit Öl gefeuert wurden.Somit konnte ich den bereits umgebauten Stehkessel nicht mehr verwenden.



    Die zu kleine Feuertür des roco-/Revell-Kessels habe ich hier durch eine, aus einem der vorbereiteten PIKO-Führerstände gewonnene, Feuertür ersetzt. Der linke Kessel ist nur ein Handmuster für die Vorgehensweise. Leider ist kein Stehkessel für eine Lokomotive erhältlich. Also blieb auch hier nur der Eigenbau. Nach Vermessen des roco-Kessels wurde aus Polystyrol eine neue Kesselbrust gefertigt.



    Die Idee, Wasserstände und Fahrplankasten (vorbildwidrig) von hinten zu beleuchten, hat sich bei dieser Bauweise nicht verwirklichen lassen. Es war mir nicht möglich passende Schlitze für die Wasserstände zu feilen. Deswegen habe ich, wiederum aus dem bereits "geplünderten", PIKO-Stehkessel die Wasserstände entfernt. Doch zuvor mußte erst das Türfutter und die Feuertür hergestellt werden. Bei der DR sind die Ölbrenner unter dem Führerstandsboden von Hinten in die Feuerbüchse eingebaut. Deswegen kann der, bei der DB übliche Sekundärluftschacht entfallen. Die geräuschmindernde Feuertür wird mit Vorreibern verschlossen. In der Mitte befindet sich ein abgedecktes Schauloch- um ggf. das Flammenbild zu beurteilen.



    Mit der, aus einem roco-Kessel gewonnenen, Führung kann die Kesselbrust in den Stehkessel gesteckt und ggf verklebt werden.



    Jetzt mußte die Stehkesselrückwand "nur" noch zugerüstet werden. Einige Manometer habe ich aus etwas Messingrohr, dünnem Draht (für den Anschluß) und einem Stück Messingwinkel gefertigt. Der Reglerhebel mit Stopfbuchse wurde ebenso aus einem Stück Messing gebaut. Auch das Handrad der Steuerung habe ich aus, zu einem Ring gewickelten, Draht gebaut. Bei der Herstellung des Dillingventils auf der Heizerseite bin ich dann doch verzweifelt. Ein Blick in die Bauteileschachteln brachte die Stehkesselausrüstung der m+f- G10 ans Licht (diese Lokomotive werde ich bestimmt nicht mehr fertigstellen). Jetzt wäre sogar noch ein Steuerungshandrad vorhanden gewesen...

    Bei der Fertigung des Reglerhebels ist mir aufgefallen, daß im Weinert-Bausatz ein Reglerhebel mit Parallelogramm vorgesehen ist.



    Diese Regler sind jedoch nur bei den kleinen Einheitslok eingebaut worden. Dadurch befand sich der Griff des Reglers in Schulterhöhe. Der Lokführer konnte den Regler dadurch relativ leicht öffnen und schließen. Whrscheinlich werde ich den Stehkessel der Weinertlokomotive mit einem (wie oben gezeigt) umgebauten und mit den Weinertteilen verfeinerten roco-Stehkessel ersetzen.

    Hier ein Blick auf den Arbeitsplatz des Lokführers. Gut zu sehen ist der Regler- ohne das Parallelogramm. Auch die Lampen für den Wasserstand und den Fahrplan sind zu erkennen. Alle Leuchten strahlen nur die Instrumente an, damit das Personal auf dem Führerstand nicht geblendet wird.

    Der an einem Seil hängende Griff am Führerstandsdach ist der Rüttel- oder Anlüftzug für das Sicherheitsventil. Auch diese Griffe habe ich dargestellt.



    Auf der Heizerseite befinden sich die Anstellzüge für Speisepumpe, Lichtmaschine und Hilfsbläser. Aber auch der zweite Wasserstand und einige Manometer sind hier zu finden.



    Der neugebaute Stehkessel im Vergleich mit dem roco- und Weinert-Stehkessel.



    Der Stehkessel wird seinen Platz im umgebauten PIKO-Führerstand finden. Dazu mußte dieser zunächst an den Umlauf und Kessel angepasst werden.



    Danach habe ich eine Maske gezeichnet um die Führerstandsvorderwand zu fertigen.



    https://abload.de/image.php?img=img_7141exkyx.jpg




    Der Gesamteindruck ist meiner Meinung nach recht gut getroffen.



    Am Umlauf sind noch einige kleinere Korrekturen notwendig, damit Führerstand und Umlauf auf gleicher Höhe abschließen. Kleine Kompromisse sind wahrscheinlich unumgänglich.


    Bei einer Probemontage kippelte jedoch der Rocokessel auf dem Rahmen. Der Grund war der Umlaufträger im Bereich des Steuerungsträgers. Er ist an der Welle der Aufwerfeisen angestoßen. Also mußte der Steuerungsträger noch etwas schmaler gefeilt werden




    Jetzt passte alles! Nun konnte der Zusammenbau weitergehen.

    Bei meinen Lokomotiven möchte ich gern die Abschlammventile am Stehkessel darstellen. Im Gegensatz zu dem (ebensowenig im Bausatz enthaltenen) Abschlammventil unterhalb des Speisedomes geht es hier jedoch sehr eng zu. Beim Weinertbausatz sind hier auch nur die Lager der Handräder vorhanden. Am roco-Kessel fehlen selbst diese.

    Wegen des fehlenden Platzes konnte ich es jedoch nicht motieren. Die Feuerbüchse des roco-Kessels ist ein wenig zu lang.



    und auch beim Weinertkessel war das Pendelblech im Weg.

    Die Rahmen hatte ich nach Bauanleitung zusammengebaut. Jetzt möchte ich auf den oben erwähnten Fallstrick hinweisen. Die Umlaufträger werden in die Taschen des Kessels geklebt. Der letzte Umlaufträger verbindet (vorbildwidrig) den Kessel mit dem Rahmen.




    Das Pendelblech wird mit zwei Laschen in den Rahmen eingelötet. Dazu sind im Rahmendeckblech zwei Schlitze vorgesehen. Diese Schlitze befinden sich direkt vor der Feuerbüchse. Der Umlaufträger befindet sich bei Montage nach Bauanleitung zwischen den beiden Hauptluftbehältern und dem dahinder befindlichen Hilfsluftbehälter. In allen mir zugänglichen Zeichnungen ist es auch genau SO dargestellt.




    In meiner Erinnerung hatte das Blech vor dem Abschlammventil ein großes Fenster. Ein Blick auf die Vorbildfotos bestätigte dies.

    Das Abschlammventil befindet sich hinter dem Umlaufträger- das Fenster schafft den notwendigen Einbauraum.




    Das Pendelblech befindet sich zwischen den Haupt- und Hilfsluftbehältern



    Mit einem Uhrmachersägebogen habe ich das Pendelblech vom Rahmen getrennt.



    Da dieses mit einem Winkeleisen am Rahmen festgeschraubt wird- habe ich ein Stück Winkelprofil angelötet. Bei der Montage muß der Winkel nach HINTEN zeigen.

    Die Befestigung am Kessel werde ich wohl mit einem Stückchen Hollerithkarte und ein paar Mikronieten nachbilden.

    Problematischer war die Entfernung des Umlaufträgers vom Umlauf und Kessel. Ich habe nicht allzuviel Lust verspürt- den gesamten Aufbau des Bausatzes "weichzukochen".

    Aber mit etwas Geduld und Glück gelang es auch, ohne insbesondere den Umlauf zu beschädigen.

    Die Taschen für die Montage werden mit Zweikomponentenkleber gefüllt und verschliffen.

    Nun mußte der Umlaufträger an seinen neuen Standort angepasst werden. Dazu habe ich zunächst ein paar Feilenstriche an der Unterseite ausgeführt. Nachdem jegliche Reste des Gießgrates entfernt waren- habe ich die Mitte angerissen. Zwischen den (noch erkennbaren) Schlitzen im Rahmen und dem Umlaufträger ein 0,6 mm-Loch gebohrt.

    Die "Füße" für die Montage habe ich weggefeilt. Das Fenster vergrößert, damit das Abschlammventil eingebaut werden kann. Zum Schluß habe ich ein Stück Draht in das Loch gelötet. Dieser Draht dient der Zentrierung auf dem Rahmen. Als letzte Arbeit habe ich den Träger auf den Rahmen geklebt.



    Im Moment müssen sich beide Lokomotiven ein Fahrwerk teilen. Beim zweiten- als Ersatzteil ereworbenen, müssen noch die Achslagerführungen nachgearbeitet werden, damit die Radsätze in den Rahmen eingesetzt werden können. Die zweite Radsatzgruppe ist noch nicht fertiggestellt.


    Zum Schluß habe ich die Sandkästen und den Reglerdom auf den Kesselscheitel geklebt. Die Löcher für Lichtmaschine, Gruppenventil und Speiseleitung gebohrt. Die als Gießbaum vorliegende Baugruppe wurde provisorisch montiert. Die Bohrungen füre die PIKO-Windleitbleche (diese geben die typische Form der Bleche am Besten wider) habe ich durch Versuch ermittelt.


    Beide Lokomotiven noch einmal im Vergleich:




    Ich hoffe, daß ich Euch nicht gelangweilt habe.

    Und auch hier gilt- für Kritik, Hinweise und Fragen bin ich offen.


    Viele Grüße in die Nacht


    Christian

  • Hallo Christian

    Ein toller Beitrag - Danke schon mal dafür!


    Im Thread #8 hast Du Dein Vorgehen für die Konstruktion beschrieben.

    Hast Du Zeichnungen der Lok als Vorlage? Wenn JA - woher bekommt man solche Zeichnungen? Gibt es dazu irgendwo ein CD/DVD, Webseite oder so wo man Zeichnungssätze kaufen kann?


    LG,

    Axel

  • Moin Christian,


    bei dem Aufwand muß ich Dir ja wünschen, daß zB Brawa nicht in der nächsten Zeit mit einem (nahezu?) fehlerfreien Modell einer 44er aufwartet (na gut: zwischen einer etwaigen Ankündigung und der Auslieferung vergeht ja auch noch ein bißchen Zeit :saint:).


    Beste Grüße


    Wolfgang

    :matrose:

    Mich interessiert vieles - und immer alles rund um das Bw Bestwig!!

  • Hallo Axel,

    ganz kurz: hier mal ein paar Links, wo du Zeichnungen kaufen kannst. Eventuell kennst du sie aber schon.


    Es gibt aber sicher noch andere Seiten, die mir jetzt nicht spontan einfallen oder welche, die auch kostenlose Zeichnungen bieten wie z. B. Hier:



    Grüße

    Johannes

  • Hallo Christian,

    deine Arbeit, die du hier zeigst, ringt mir einen Heidenrespekt ab. Mal ganz zu schweigen vom Handwerklichen finde ich es ich es schon „ irre“, „kompromisslos“ oder auch einfach konsequent, wie du dein Ziel verfolgst. Was treibt dich eigentlich, aus vielen verschiedenen Großserienkomponenten eine kompromisslose Lok zu bauen? Du könntest sie doch von Weinert als Bausatz kaufen. Ich denke der Preis ist hier nicht mehr entscheidend und der Bausatz wäre wohl auch schneller zu montieren. Ich glaube aber deine Motivation zu kennen. Es ist der Spaß am Basteln. Es ist die Freude etwas selbst geschaffen zu haben und dabei alle seine Fähigkeiten eingesetzt zu haben. Es ist der Spaß daran, etwas auf die Räder zu stellen, das sonst niemand hat. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist einfach etwas Besonderes, ein Unikat zu bauen. Das ist nicht vergleichbar damit, ein Modell oder einen Bausatz zu kaufen und sei die Serie noch so klein.

    Leider reichen meine handwerklichen Fähigkeiten bei weitem nicht an deine heran. Die Motivation kann ich aber sehr gut nachvollziehen.


    Grüße

    Johannes

  • Hallo Freunde,

    hier der Versuch einer Sammelantwort.

    @ Axel:

    Für die Zylinder hatte ich eine Werkzeichnung, allerdings des alten Zylinderblocks, aus der "Beschreibung der Bauart". Da die Zylinder aber weitgehend baugleich sind habe ich die Hauptmaße übernommen. Die Auspuffkästen habe ich analog übernommen und angepaßt.

    Die Zeichnungen hatte ich damals vom Henschel-Museum angefordert.


    Wolfgang So:

    Bisher sind in diesem Faden nur die ersten beiden Lokomotiven beschrieben worden. Für die "Serienmodelle" sind noch verschiedene Konstruktionsarbeiten zu absolvieren. So muß noch einmal der gesamnte Rahmen gezeichnet werden- der sich dann vom Weinert-Rahmen in einigen Details unterscheidet. Der Zusammenbau wird aber ziemlich ähnlich ablaufen.

    Sollte BRAWA noch die Baureihe 44 auf den Markt bringen- so wird sie einfach dazugestellt. Nein, im Ernst: hier habe ich überhaupt kein Problem. Ich könnte mir vorstellen, daß es auch hier einigen Handlungsbedarf geben wird. Bei der Reichsbahnlok befinden sich die Pfeife und das Luftpumpenanstellventil nicht mehr auf der Höhe der Schornsteinmittelachse, sondern hinter den Windleitblechen.Wenn man dies berücksichtigt, würde das ein weiteres Modell der Rauchkammer erfordern.

    In wieweit die verschiedenen Bauartunterschiede Bei der 01 berücksichtig wurden, kann ich nicht beurteilen. Nur so viel- beim Messemodell sind unterschiedliche Bauserienmerkmale kombiniert worden. Ein, für eine bestimmte Lokomotive, Bauzustand war hier nicht zu erkennen.

    Aber warten wir es ab...


    Johannes W:

    Wie ich in den ersten Teilen des Fadens geschrieben habe, war der Ersatz des DB-Langkessels durch den Lagkessel von Märklin vorgesehen. Dies hat, auf Grund maßlicher Unterschiede nicht funktioniert. Also mußte eine Lösung her. Und die bestand darin- den Langkessel durch ein Messingteil zu ersetzen. Damit war ich in der Auswahl der Bauform rechtfrei. Also wurde es eine- so nicht kaufbare Lok mit Neubauersatzkessel. Diese sind am Fehlenden Speisedom zu erkennen. Außerdem ist die Leitungsführung etwas anders- was ich allerdings nur teilweise berücksichtigt habe.

    Einen Weinertbausatz habe ich auch in der Montage- dieser dient als Hand- und Baumuster. Allerdings habe ich hier verschiedene Unterschiede zum Ersatzkessel nicht berücksichtigt. So liegt das Gruppenventil etwas tiefer als beim Altbaukessel. Dasraus ergeben sich einige Ungenauigkeiten- nur lassen sich diese nicht mehr zerstörungsfrei ändern...

    Der Bau dieser (und einiger anderer Modelle) ist derzeit die einzige Möglichkeit- mich mit der Modelleisenbahn zu beschäftigen. Die andere Seite ist, bei der Arbeit an diesen Modellen (egal, ob am Rechner, bei der Recherche oder am Werktisch) kann ich richtig entspannen.


    Viele Grüß

    Christian

  • Hallo Zusammen

    Christian hatte ja oben die 3D Konstruktion für die Zylinder der BR 44 gezeigt und angedeutet, dass die Ausdrucke nicht 100% so geworden sind, wie er sich dass erhofft hatte.

    Mittlerweile hat er mir die Daten für die Konstruktion zukommen lassen und ich konnte nachprüfen, ob es irgendwo ein Problem gab.

    Christian_Zylinderblock-800x376.png


    Ich habe die wesentlichen Masse überprüft und in den "Originalen" habe ich keinen Fehler finden können.

    Danach habe ich die Zylinder und die Deckel mit einem neuen Harz versucht zu drucken.

    Via dem 3D CAD habe ich alle Geometrien in einen Körper übertragen und den dann als STL Datei exportiert. Danach habe ich die Stützstrukturen im Slicer hinzugefügt.

    Christian_Zylinderblock2-800x434.png


    Dann kam der erste Druck... der leider schief ging. Das neue Harz wollte nicht so, wie ich.

    Die Zylinderdeckel gingen noch...

    img_3824-800x600.jpg


    img_3831-800x600.jpg


    img_3822-800x600.jpg


    Aber bei den Zylindern selbst stimmt einiges nicht...

    img_3820-800x600.jpg


    img_3821-800x600.jpg

    Das ist eher die Abteilung "Modern ART"...


    Ich habe dann mehr Stützstukturen hinzugefügt. Denn die Details waren recht gut.

    img_3828-800x600.jpg


    img_3826-800x600.jpg


    Der Sechskant der Muttern wird zwar nicht mehr sauber abgebildet, aber der Bolzen ist ja bekannterweise dünner als der Durchmesser der Mutter und steht über.

    Dieses Detail kommt rüber!

    Christian_Zylinderdeckeldetail.png



    Jetzt muss mir der Christian nur noch seine Adresse zukommen lassen und er kann schauen, ob er mit dem Zylinder was anfangen kann.


    LG,

    Axel


    PS: Für alle, die es Interessiert. Das Harz ist das Phrozen Water washable Grey. Das ist deutlich einfach zu verarbeiten, als dass, was ich bisher verarbeitet habe.

    Die Settings im Slicer sind wie folgt:

    PhrozenWaterWashableGrey-Resin-800x564.png

  • Hallo Axel,


    die zweiten Teile schauen schon sehr gut aus. Hast du das Resin mal mit den Versuchspads und verschiedenen Belichtungszeiten ausprobiert?

    Ichhabe bei meinen Versuchen die Geschwindigkeiten reduziert, da ich den Eindruck habe dass dadurch die Kräfte auf den zu druckenden Körper kleiner werden, was die zerrissenen Zylinder im ersten Durchgang erklären könnte. Die Belichtungszeit mit 7 sec ist schon recht lang.

    Ich bin faszieniert, wie ihr das mit den schönen Rundungen an den Zylinderkörpern hinbekommt. Ich kämpfe seit Tagen mit Lampenkörpern von Bahnsteiglampen die nicht so wollen wie ich das gerne hätte.


    Die 44iger wird ein echter Brocken mit vielen Details, die der Laise so nie erkennen würde. Tolle Arbeit und das über Grenzen hinweg.


    LG Michael R

  • Hallo Zusammen

    Christian - Danke - Entweder geht es ganz schnell oder dauert sehr lange. Das hängt von der Arbeit, Familie und Sport ab. :thumbup:

    Die Teile gehen spätestens am Donnerstag raus zu Dir.


    Michael - Den ersten Versuch habe ich mal ohne irgendwelche Voreinstellungen gemacht und den zweiten Versuch dann in einer Kombination von

    - mehr Stützstrukturen

    - langsamerem "Lifting Speed" (60mm/Min statt 100mm/Min)

    - längere Belichtungszeit (7Sek statt 5Sek)

    gemacht.


    Ich glaube für Überhängende Rundungen ist die Belichtungszeit schon recht Match-Entscheidend. Und 2 Sekunden mehr machen schon sehr viel aus.

    Beim Zylinder-Fehldruck sieht man auf dem zweiten Bild auf der linken Seite, dass die obere Rundung verlaufen ist, weil die Abzugskräfte zu hoch sind/waren.

    Den Abzugskräfen bin ich mit 40% mehr Stützstrukturen begegnet, die gleichmässig manuell über die Fläche verteilt wurden um die Lastverteilung gut zu gestallten.

    Offenbar habe ich da richtig gelegen.

    Kleiner Ausflug (für alle Interessierten):

    Langsamer gibt weniger Kraft. Das ist richtig. Kraft ist technisch so definiert:

    F = M * a oder ausgeschrieben: Kraft = Masse * Beschleunigung

    a = v/t oder ausgeschrieben: Beschleunigung ist Geschwindigkeit geteilt durch Zeit.

    Eingesetzt:

    F = M * (v/t) und mit dem Lifting Speed von 60mm/Min oder 1mm/Sek (geteilt durch 60) gibt es dann eine 1 unterm Strich und man kann schön rechnen, wenn man will.

    Die Masse ist der Arm plus das Teil plus das Harz im Pott in kg ...

    Aber das ist mehr so eine Spielerei... .


    Interessanterweise ist das Harz von Phrozen dünnflüssiger als das Transparente Harz, was ich für die T3 verwendet habe und es läuft besser durch die Strukturen ab... .


    LG,

    Axel