Lokdrehscheibe für Allfeld

  • Warnung! Hier wird ein Bau in Spur Null beschrieben.


    Mein Enkel, drei Jahre alt, hatte schnell kapiert, dass mein Bahnhof Laimburg nicht betriebsfähig war, da ich an den Gleisen baute, die für Sontheim 2019 natürlich korrekt funktionieren sollten.

    Also wandte er sich dem Bahnhof auf der anderen Längsseite des Zimmers zu, Allfeld, dem kleinen Rangierbahnhof in Spur Null. Natürlich ist das Beladen der Wagen in der Baugröße viel schöner, Türen zum Öffnen etc.


    Naja, nachdem ich dann am Donnerstag den ganzen Abend rangiert hatte, beschloss, die Drehscheibe am Bahnhofsende zu überarbeiten bzw. neu zu bauen, da Roberts BR 64 ein Betätigungsfeld in seinem neue entstehenden Bahnhof Nordheim finden wird. Damit sie bei mir fahren kann, hatte ich die Größe der Drehscheibe ihr angepasst, also überdimensioniert.

    Im Gleisplan von M. Döpner im grünen Hp1, Nr. 11 scheint die Drehscheibe einen Durchmesser von 6 m zu haben. Was sie jetzt auch haben soll. Vorlage für die Ausgestaltung war ein Foto einer Drehscheibe aus dem Prignitzer Schmalspur Buch.

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    Baumaterial ist 1 mm Polystyrol, das mit Hilfe eines Stechzirkels angerissen wurde und mit einem Cuttermesser ausgeschnitten wurde. Der gemauerte Rand der Grube wurde auch gleich mit ausgeschnitten, aber es wurde ein Abstand gelassen, damit sich die Grube leicht drehen lässt. Ich habe meine Erfahrungen mit den ersten Versuchen gemacht. Die Platten wurden mit Oranexaus dem Spinnrad-Laden (http://www.spinnrad.de) verklebt. Ein Super-Lösungsmittel, das ich aus Rainershagener Naturals-Zeiten kenne und jetzt wieder gefunden habe. Und es riecht nach Orange/Mandarine!

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    Das finden der richtigen Position war experimentelle Geometrie, bis mir einfiel, dass es etwas in der Mitte zwischen den beiden Gleisen sein muss. Die Gleise waren nicht so recht nach Plan verlegt worden, wegen der nachträglich eingefügten Rollwagengrube.

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    Die Loks werden nicht gedreht, was die Versorgung mit Strom deutlich vereinfacht, zwei Langlöcher reichen.

    Der Rand der Grube wurde gleich schwarz gemalt, um Tiefe vorzutäuschen.

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    ... und zwei Drähte.

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    Dreh- und Angelpunkt ist eine M2 Schraube. Die letzten Schwellen wurden mit 230gPapier unterfüttert, damit die Höhe stimmt.

    Die Schienen wurden auf Messingschrauben gelötet.

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    Jetzt kommen wir zu Rainers Thema, Holz durch Ritzen zu imitieren:

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    Ich benutze verschiedene Gerätschaften: Reißnadel, Stichel, Cuttermesser und ein Feilenbrett, um das aufstehende Material zu entfernen.

    Die Beschläge sind von Wenz.

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    Ich habe zum ersten Mal verschiedene "Holzmuster" eingeritzt.

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    Und dann habe ich mal Farben aus dem Wargaming-Bereich gewählt, weil es da immer so verwittert zugeht.

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    Das Ganze zusammengebaut, die kalte Lötstelle gesucht und gefunden und der Fahrspaß konnte beginnen.

    Aus Messingprofilen hatte ich schon eine Halterung für die Stange zum Drehen der Scheibe gelötet. Die Stange ist ein abgelängter Zahnstocher, der noch gealtert werden muss.

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    Jetzt will ich noch mit Farbe nacharbeiten und mit Pudern altern.

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    Das war eine schöne Wochenend-Bastelei!:thumbsup:

    Gruß

    Andreas

  • Gude Andreas,


    ich bin immer wieder fasziniert, was man "an einem Tag" so alles basteln kann. Eine Frage hätte ich aber dazu. Wie gut gleitet die Scheibe denn "beladen". Wenn ich es richtig sehe sind unter der Polystyrolplatte keine "Lager" verbaut. Ich habe da keine Erfahrung. Ich denke mir aber das ein gewisses Maß an Reibung der Bedienung entgegen kommt.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Thomas,

    die Reibung ist nicht groß, denn die Unterseite ist unbehandelt. Man kann die Scheibe mit dem angefeuchteten Finger drehen. Der "Balken" ist eine große Erleichterung.

    Die Maschine hat auch kein großes Gewicht. Eine "64" ging auch noch problemlos. Bei einem größeren "Dampfer" müsste man es sich überlegen. Da würde ich anderes Material und Lager verwenden. Auch wenn ich ganz drehen würde, aber hier ist es nur der Weichenersatz.

    Das wichtigste Element zur Leichtgängigkeit war der Spalt zwischen Rand und Scheibe. Da habe ich mein Lehrgeld bezahlt. Es ist inzwischen die dritte Scheibe. Die große brauchte zwei Anläufe. Daher auch das zügige Tempo.