Montage von SMD LED für Lok Beleuchtung

  • Hallo Zusammen

    in der November Ausgabe von "What's neat" wird gezeigt, wie man die SMD LED's bändigt und wie man sie im Lokgehäuse unterbringt.

    Das die Ami's viel mehr Licht-Optionen haben als wir, zeigt das Video sozusagen den "Worst Case"!

    https://youtu.be/h6-vu4wz1fg?t=570


    Ab Minute 9:30 wird es spannend!


    LG,

    Axel

  • Hallo Axel,


    sehr beeindruckend. Allerdings kocht der Amerikaner auch nur mit Wasser. Was mir gar nicht gefallen hat war der Einsatz von Lötfett. Ich kann jedem nur davon abraten. Lackdrähte hierzulande werfen den Lack bei 430 Grad als Schlacke ab, die sich nach dem Verzinnen leicht mit Spiritus entfernen läßt. (Wer sich in der Profielektronik damit erwischen läßt wird sofort exkommuniziert. 8|)

    Lötfett ist gegen alle Versprechungen nicht Säurefrei! Wenn man schon Lötfett einsetzt, dann die Lötstelle unbedingt waschen. Ansonsten frisst sich die Selbe selbst auf.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo!

    Axel und Thomas S

    Löten ist eine "Kunst" die nicht jeder kann. Kauft man bei Conrad Lot als Lötdraht, muß man wissen das derselbe Lötfett enthällt.

    Damit kann man gut arbeiten; aber jedoch hinterher unbedingt abwaschen.

    Weiteres sollte man mal nachdenken löten zu vermeiden, man kann crimpen, was allerdings bei der Modellbahn höchstens unter

    der Modellbahnplatte geht. Interessant ist da die KFZ - Elektrik welche häufig das crimpen anwendet an Kabeln mit Zugentlastung.

    Und als Beispiel Mercedes wo nicht nur gecrimpt sondern zusätzlich auch noch verlötet wird; allerdings findet das in einem Zinnbad

    statt in welches die Kabel des Kabelbaumes getaucht werden, um das fließen des Lotes in die Drähte zu verhindern.

    MfG

    Wolfgang

    2 Mal editiert, zuletzt von Wolfgang K ()

  • Hallo Wolfgang,


    das stimmt so nicht. In Elektronik Lötdraht ist kein Lötfett enthalten sondern Kolophonium. Ein säurefreies Baumharz. Dieses wird auch bei der Massenlötung z.B. im Reflowverfahren angewendet. Im Normalfall werden die Platinen nach dem Löten "gestrippt". So nennt man das Verfahren der Waschung mit Alkoholen. Diese Lösen die Rückstände des Flussmittels rückstandslos ab. Für Reparaturzwecke braucht man diese Rückstände nicht unbedingt zu entfernen, da Kolophonium ein Isolator ist. Entstehen beim Löten schwarze Flocken, dann liegt es daran, dass eine (wie oft zu beobachten) eine zu hohe Löttemperatur angewendet wird. Kolophonium wird bei max. 380 Grad verarbeitet. Ab 420 Grad verbrennt Kolophonium und es bleiben die genannten schwarzen Flocken übrig. Stimmt alles, dann bleibt um die hochglänzende Lötstelle ein leicht gelblicher durchsichtiger Fleck Kolophonium zurück.

    Auf jeder Rolle Lötzinn steht die Temperatur bei der das Zinn schmilzt. Lötzinn ist eine Metallmischung, die zwischen fest und flüssig nur wenige Grad unterschied benötigt. (Sogenanntes Eutektikum)

    Die Schmelzpunkte sind nicht alle gleich. Es kommt also auf die Auswahl an. Conrad ist da nicht die Quelle meiner Wahl, wenn es um Elektronikzinn geht. Hier spielt auch die maximale Löttemperatur (Datenblatt) der zu verarbeitenden Bauteile eine Rolle. Auch der Lackdraht hat ein Datenblatt, wo exakt diese Temperaturen drin stehen. Zumindest wenn es im Fachhhandel gekauft wird.


    Lötfett hat die schöne Eigenschaft die Oxidschicht auf der Oberfläche zu entfernen, deshalb gelingt die Lötung gut. Den Kolben auf maximum gestellt und die Lötstelle wird vermeindlich perfekt. Hier kann ich nur sagen Fehlanzeige.

    Oxidschichten auf Platinen oder sonstwo entfernt man besser mit dem Glaspinsel. Gibt es z.B hier.


    Lötfett oder Lötwasser verwende ich nur noch bei der Verlötung von Kupfer oder Messingblechen bzw. Zink und Blei. Dann auch nur, wenn ich das anschließend mit Natronlauge neutralisieren kann. So verlötet man z.B die Edelstahlgleise von Märklin.

    Die meisten Fehler beim Löten werden schon bei der Wahl des Zinn's gemacht. Die nächsten Fehler sind eine falsche Auswahl der Löttemperatur und Hilfsstoffe und Verfahren. In den seltensten Fällen liegt es am Werker, der es verarbeitet.


    Mein Beitrag zum Thema Löten


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Zusammen

    Auf das "Löten" in allen Facetten ist ja Thomas schon eingegangen.


    Und klar - die Amis spielen auch nur mit Wasser. Was ich für mich als Tips/Good Practice aus dem Video rausgeholt habe ist folgendes:

    - Verwenden von zwei Verschiedenfarbigen Lackdrähten (banal aber gut).

    - Verwenden von Schrumpfschlauchstücken mit CA in das Gehäuse geklebt als Ruckdämpfer...

    - Erst Schwarz ausmalen, dann LED rein und Siber drübermalen (Blickdicht und Reflektion)

    - Einkleben der Kabel mit Micro-Crystal-Clear in das Gehäuse... .

    - Steckbare Verbindungen...

    - Zeitdauer... (Endlich mal einer, der sagt, wie lange das Warten auf Kleber dauert).


    Ich würde mich durchaus als "Erfahren" bezeichnen, aber es ist doch schon eine ganze Menge, die ich aus den 20 Minuten Video rausgeholt habe.


    Der Glashaarpinsel ist meine Universalwaffen für alles mögliche :-)


    LG,

    Axel

  • Hallo Axel,


    bitte obacht mit silberner Farbe. Nach dem Einkleben der LED auf schwarzem Untergrund müssen zuerst die Anschlußdrähte respektive die Lötstellen mit etwas isolierendem abgedeckt werden. Silberne Farbe enthält Aluminiumpulver welches hervorragend leitet. Ich bin ein gebranntes Kind. Am schlimmsten ist es, wenn es nicht zu einem Kurzschluß kommt, du suchst dich dumm und dusselig.:verrueckt:

    Soweit ich das gesehen habe macht er das auch, sagt es aber nicht.


    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo!

    Thomas S

    Von Dir kann man ja viel lernen; jedoch wage ich zu behaupten, das Crimpverbindungen, auch ohne zu löten,

    für die Elektronik durchaus geeignet sind. Richtiges Werkzeug vorrausgesetzt, eine Crimpzange von der Fa.Würth.

    als Beispiel. Dieselbe ist ein Meisterwerk der Mechanik und umfaßt die Kabeladern (bei Aderendhülsen) vollständig.

    Natürlich für die Kabeläderchen der Modelleisenbahn doch etwas zu grob.

    Überhaupt ist die Herstellung von elektronischen Steuerteilen wie sie z. B. in Preßmüllfahrzeugen verwendet werden,

    äußerst interessant. Bei der Fa. Wabco wurden diese Steuerungen automatisiert hergestellt und jedes

    auflöten eines Bauteiles unmittelbar danach, elektrisch überpüft [kalte Lötstelle]. Sollte sich ein Fehler

    eingeschlichen haben, wurde dieses eine Stück von dem Fortgang der weiteren Produktion entfernt, um dann in der von

    Personal besetzten Frühschicht, händisch repariert zu werden.

    Da Wabco nicht nur Steuerteile für Bremsen sondern auch für Müllpreßfahrzeuge fertigt, ist hohe Sicherheit

    sehr wichtig, das ging soweit, das die Elektronik bemerkte ob der Müllwerker die Steuertaste richtig in der Zeit-

    einheit betätigte; drückte er zu kurz ging es nicht, drückte er zu lang auch nicht.

    Übrigens wurde bei dem Preßvorgang der Preßmüllfahrzeuge auch im automatischen Ablauf ein Sicherheitsstopp

    realisiert, um den Vorgang durch erneutes betätigen, fortzusetzen.

    Diesen Aufwand braucht die Modellbahn nicht; doch ist eine Nothaltetaste sehr wichtig.

    Und nun zurück zur Modelleisenbahn und fröhliches gelingen

    aller Maßnahmen

    Wolfgang

  • Hallo Axel,


    ich habe noch einen Tip zum Einkleben der LEDs. Es gibt Kleber, der mit UV-Licht ausgehärtet wird (Kleben mit Licht). Der Vorteil ist , er härtet transparent aus und man durch den Einsatz vom UV-Licht beim Aushärten zuschauen. Damit kann man auch eine leuchtende LED sehr schön vorher ausrichten und dann kleben.


    Ich hatte mir mal Lichtleiter einer Lok zerstört und damit einen schönen Ersatz geschaffen.


    Gruß, Olaf