CNC Frage - Wie realisiert man Bruchstein-Mauerwerk?

  • Hallo Zusammen

    Ich habe mal eine Frage für die CNC Profis hier.

    Wie kann man mit einer 3 Achsenfräse Bruchstein-Mauerwerk realisieren?

    Hier in der Schweiz haben wir bei Bahnhöfen oft die Situation, dass die Ecken und der Sockel des Gebäudes aus Bruchsteinen erstellt werden.

    Wenn man so ein Gebäude jetzt in Polystyrol bauen will muss man ja irgendwie diese Struktur nachbilden.

    Wie macht man das? Mit einer Textur? Wohl kaum in 3D als geformte Oberfläche... aber wie dann?


    Hier mal als Beispiel der Bhf Dielsdorf bei uns aus der Region Zürich/Wehntal https://de.wikipedia.org/wiki/…hof_Dielsdorf_1975_cr.tif


    Oder ist das Quatsch und man nimmt dann halt eine Kibri Mauerplatte oder was vergleichbares?


    LG,

    Axel

  • Hallo Axel

    Ich würde die Wände aus Gibs herstellen. Unter https://spoerle-form.de gibt es Formen die Bruchstein darstellen. Die markanten Ecksteine sind auch in Fromen vorhanden.

    Mit 3D cnc Fräsen wird es auch gehen, dazu braucht man spezielle Programme die im Architektur Bereich gibt und sie damit ihre Modellhäuser darstellen. Es ist sehr aufwendig und teuer.


    LG Norbert

  • Moin Axel


    Bin kein CNC Profi und Polystirol ist kein Stein. Möglich wird fast alles sein!

    Ich persönlich würde aber ein Urmodell aus echten Steinen bauen… dann das ganze abgießen und dann davon Abzüge herstellen. So machen es die FREMO 87er u.a. auch.

    Sofern!!! ich nicht etwas passendes bei den einschlägigen Herstellern finden würde.

    Vampisol; Langmesser; Spörle und noch viele andere. Vielleicht gibt es auch eine ähnlichePoly Platte. Hier kann vielleicht der eine oder andere helfen.

    Gruß Friedrich

  • Hallo Axel,


    ich schlage dir vor es aus Styrodur mit der Heißdrahtsäge in flachen Streifen zu schneiden und dann mit dem Bleistift oder einer "Graviernadel" zu gravieren. So kannst du auch ganz gut die Ecken machen oder du biegst sie, wenn du das Styrodur etwas erwärmst.

    Ich habe so in Ottenhofen z.B. die Stützmauer am Bauernhof, die Laderampeneinfassung mit Schwellensteinen oder die gesamte Pflasterstrasse gemacht. Geht schnell und einfach und man hat kaum Kosten. Wenn es nicht passt wegwerfen und neu machen...

    Textur kannst du z.B. mit groben Schleifpapier eindrücken indem du den Streifen vor dem Gravieren auf die rauhe oberfläche drückst und ggf. vorher mal kurz mit feinem Schleifpapier eine zu glatte Oberföläche brichst. Probier einfach mal an einem kleinen Stück.

    Wenn Du keinen Streifen aufkleben willst, kannst du das Styrodur auch als "Grundplatte nehmen und ggf. an den Türen entsprechend ausschneiden.

    Aber mach dir ein Bild:




    Heißdrahtsäge und Styrodur sind eine wirklich sinnvolle Anschaffung.


    meint zumindest

    Michael R

  • Gude Axel,


    also jeder Vorschlag unserer Kollegen ist besser und zielführender als mit der CNC.

    Die Idee war das Tunnelportal des Fachinger Tunnels anhand eines Fotos 1 zu1 nachzubilden.

    Es ist nicht das Problem ein G-Code Programm zu erzeugen. Ich verwende z.B. CamBam. Damit kannst Du aus einem Foto eine 2,5D G-Code Datei erzeugen. Ich hätte nur stutzig werden müssen, als die Datei über 250000 Zeilen G-Code hatte.Nach 4 Stunden habe ich das Experiment abgebrochen. Gravierte Fläche eben mal 2 auf 2 cm.

    Nicht umsonst kostet eine Spritzgussform mehrere 100k€.


    Alternativ ist vielleicht noch Vampisol "Stone free" eine Option.


    Viele Grüße in die Schweiz

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Zusammen

    Der Input von Andrè ist gut :-) Das ich Sven nicht selbst auf der Latte hatte ist dumm, ich habe schon mit ihn zusammengearbeitet...

    Thomas S - 250000 Zeilen G-Code ist eine Hausnummer. Jetzt wird es spannend. Hast Du Werkzeugwechsel eingeplant? Also grob Schruppen mit einem grösseren Fräsen und dann Fein nachbearbeiten?
    Damit müsste man die Anzahl Zeilen halbieren können... .


    Die anderen Alternativen sind alle gut und ich greif darauf zurück, wenn es nicht anders geht. Aber im Moment will ich wissen, wie ich solche Flächen aus einem Foto ins CAD und dann ins CAM bekomme.

    Man könnte ja die Front dann auch Drucken und z.B. in Resin abgiessen.


    Irgendwie schon cool, wieviele Möglichkeiten man heute hat... .

    Danke für die Anregungen. Ich berichte, wenn es soweit ist.


    LG,

    Axel

  • Gude Axel,


    falls Du es wirklich mal probieren willst, dann versuche es mal mit CamBam. Hier ein Video, wie man aus einem s/w Bild eine 3d-HeightMap erstellt und dann fräst.

    Hier der Link zum deutschen Handbuch von CamBam.

    In der neuen Version ist die HeightMap durch den 3D-Generator erweitert und verbessert worden. Das Ergebnis ist aber das Gleiche.


    Zu Deiner Frage: Ich habe nicht vorgeschruppt, da meine Steine eine glatte bearbeitete Oberfläche haben und nur an den Rändern und Fugen "gebrochen" sind. Die Fugen und die gebrochenen Ränder sind so filigran, das da Vorschruppen nichts gebracht hätte.


    Ich hoffe es hilft.

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Das Spannende ist doch die Machbarkeit. Bekomme ich die Maschine dazu, das zu machen, was ich will, was vorher keiner hinbekommen hat, wenigstens im Bekanntenkreis.

    Bruchsteinmauerwerk ist ja noch einmal etwas anderes als Sandsteinmauerwerk, da selbst innerhalb der Steine unterschiedliche Höhen verwirklicht werden müssen. Wir kann man so was berechnen bzw. die Befehle dazu gestalten.


    Wie machen das die Laserer?

    Als Beispiel Kreativ3D.de, das uns mit Kitbashing-Material versorgt:

    Fenstersturz

    Grobe Mauer

    Dachziegel


    Gruß

    Andreas

  • Hallo Zusammen

    Der Input von Andrè ist gut :-) Das ich Sven nicht selbst auf der Latte hatte ist dumm, ich habe schon mit ihn zusammengearbeitet...

    Thomas S - 250000 Zeilen G-Code ist eine Hausnummer. Jetzt wird es spannend. Hast Du Werkzeugwechsel eingeplant? Also grob Schruppen mit einem grösseren Fräsen und dann Fein nachbearbeiten?
    Damit müsste man die Anzahl Zeilen halbieren können... .


    Die anderen Alternativen sind alle gut und ich greif darauf zurück, wenn es nicht anders geht. Aber im Moment will ich wissen, wie ich solche Flächen aus einem Foto ins CAD und dann ins CAM bekomme.

    Man könnte ja die Front dann auch Drucken und z.B. in Resin abgiessen.


    Irgendwie schon cool, wieviele Möglichkeiten man heute hat... . Andreas versteht mich :-)

    Danke für die Anregungen. Ich berichte, wenn es soweit ist.



    LG,

    Axel

  • Hallo Andreas,


    eine der Möglichkeiten, wie man so etwas machen kann, habe ich in Beitrag #8 beschrieben. Schaue Dir mal das Video an, wenn Du magst.

    Hier ist das am Beispiel eines Gesichts beschrieben. Es geht natürlich auch mit einem Foto von einer Bruchsteinmauer.


    Mit der "Hand" ist ein solches Programm (in dem Fall G-Code, der von einer Maschine verstanden wird) nicht mehr zu machen. Man braucht dazu weitere Software die aus dem Bild ein Höhenprofil erstellen kann. Einen sogenannten CAM-Prozess. Hier wird auch der verwendete Fräser definiert und die Vorschübe usw. Die daraus generierten Daten übersetzt das Programm dann in den G-Code, den man dann in die Fräse, Laser, oder 3D-Drucker füttern kann.


    Meint

    Thomas

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