Mather Stock Car von P2K, der Paralellthread zum RST Vh14

  • Hallo,


    beim Stöbern in der Bucht habe ich einen alten Bausatz von Life-Like Proto 2000 (abgekürzt P2K) entdeckt. Der Preis für den Bausatz war mehr als in Ordnung, also habe ich zugeschlagen.

    Die Firma Life-Like hatte bislang Modellbahnen für das untere Preisegment angeboten. Das änderte sich 1989 als man anfing auch superdetaillierte Modelle auf den Markt zubringen und das mit einer bis dahin unbekannten Detailfülle als auch Akuratesse. Die neue Produktgruppe wurde unter dem Markennamen Proto 2000 (P2K) vermarktet. Dieser hier vorgestellte Kleinviehtransportwagen gehört dazu, er ist Anfang der 1990er Jahre erschienen, sowohl als Fertigmodell und als Bausatz. Vielleicht ein bischen unfair einen 30 Jahre alten Bausatz mit einem von Heute zu vergleichen, aber man wird sehen.

    Für meinen Teil, ich habe festgestellt, daß mehr als 40% meiner US Wagen aus Bausätzen entstanden sind.


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    So sieht es nach Abheben des Deckels aus.





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    Die Sachen aus der Schachtel geholt.





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    Aus dem Seidenpapier ausgewickelt.





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    Der Wagenkasten. Hier sind Boden und Wände aus einem Stück gespritzt was den Zusammenbau sehr erleichtert. Das erfordert aber auch ein recht teures Formwerkzeug mit 5 Trennebenen und entsprechend vielen Schiebern um dieses Teil zu entformen. Die Spritzgußwerkzeuge des RST Bausatzes kommen dagegen mit nur jeweils 1 Trennebene aus. Dafür müssen Boden und Wände zusammen gesetzt werden.

    Der Wagenkasten hier ist bereits lackiert und beschriftet.





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    Weitere Spritzlinge näher angeschaut, sie sind ebenfalls schon lackiert.





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    Der Wagenkasten ist auch von innen lackiert. Davor der untere Boden.





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    Zum Abschluß der Vorstellung des Bausatzes ein Blick in die Bauanleitung.

  • Hallo Lutz, hallo Freunde


    Neben deinem Vergleich ist dieser Bausatz, eigentlich kein "Hexenwerk" ihn zu kreieren.

    Ich nehme doch an, daß es Polystyrol ist, wie ein gewöhnlich Häuserbausatz ?

    Wer Häuser sauber zusammenbauen kann, z. B. vielleicht noch eine Kategorie höher, wie Lasercut oder Resin, kann hier keine Schwierigkeit erkennen.


    :pfeifen: Vermutung:

    Du wirst dich nicht nach den Vorgaben auf dem Bauplan weiter tasten, sondern deine eigene Kreationen aus Metall, hier einfließen lassen, damit er auf dem Stand von heute ist.

    Wie Kupplungen- Räderwechsel, anschließend die Kippelfunktionen einschränken mit Polystyrolstückchen unten an der Auflagefläche, usw.


    Gruss Jürgen :hutab:

  • Hallo,


    @ Jürgen

    Das ist ja nicht der erste, von diesem Wagentyp habe ich schon mehrere gebaut.

    Und ja, es ist kein Hexenwerk, genau so wenig wie der Vh14 von RST. Bei dem Vh14 kommt vielleicht eine psychologische Hemmschwelle hinzu, ist das doch der erste anspruchsvollere Wagenbausatz nach einem Deutschen Vorbild. Wenn man bislang an Waggons nur Fertiggerichte vorgesetzt bekommen hat und soll nun auf einmal selber kochen, das erfordert ein gewisses Umdenken.


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    Ich fang dann einmal mit den Wagen an, Schritt für Schritt dokumentiert.

    Als erstes wird das Untergestell auf den Wagenboden gebracht.





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    Dann kommt die Bremsanlage daran. Vom Vorbild her ist es eine sog. AB Brake in aufgelöster Bauform.

    Hier sind der Doppelkammer Luftbehälter, das Steuerventil und die Verbindungsleitungen zu einem Bauteil zusammen gefasst.





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    Das zweite Bauteil umfasst den Bremszylinder, weitere Rohrleitungen, die Umlenkhebel, die Fangbügel, die Bremsgestänge und die Verbindungselemente. So ähnlich ist das auch bei RST gelöst.

    Hier ist ein Malheur passiert und es sind Teile davon beim Heraustrennen aus dem Gießast zerbrochen. Die Entscheidungsfindung zwischen Panik und Trübsal kann man sich getrost sparen. +><





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    Man sollte lieber zum Allzweckmittel 0,3mm Bronzedraht greifen. *glu3*





    Zum selber vergleichen, ein etwas anspruchsvollerer Bausatz von Tichy Trains. Die Bremsanlage muß selber aus den einzelnen Komponenten und Halbzeugen zusammengebaut werden.

    Mit freundlichen Grüssen


    Lutz

    Einmal editiert, zuletzt von Lutz K ()

  • Hallo,


    Der nächste Punkt ist das Fahrwerk. Der Inhalt des Beutels, 2 Drehgestelle, 4 Radsätze, 4 Schrauben in 2 unterschiedlichen Längen und 2 vorsintflutliche Horn-Hook Kupplungen. Letztere sind zur alsbaldigen Entsorgung.





    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Hier stimmen die Radprofile und die Abmessungen des Radsatzes. Die Radscheiben sind wie beim Vorbild gegossen und auch solche Details wie die eingegossene Beschriftung (lesbar!) auf der Vorderseite als auch die Kühlrippen auf der Rückseite dargestellt. Die Radsatzachsen sind aus einem zähelastischen Kunststoff. Das einzige worauf man achten muß; beim Einsetzen in die Drehgestellrahmen dürfen die Spitzen der Achsen nicht belastet werden. Dann laufen diese Radsätze leichtgängig und ohne Schlag. Halten tun sie praktisch ewig weil sie praktisch nicht verschleißen.





    An der Wagenunterseite werden an einem Ende Wankstützen angebracht, das andere DG bleibt so wie es ist. Damit hat man den Wagen entwackelt und so ganz nebenbei eine 3-Punktlagerung geschaffen.





    Die DG werden dann mit den kurzen Schrauben befestigt.





    Für die Kupplungsboxen und die Kupplungen selber nehme ich nicht die dem Bausatz beigegbenen Teile, sondern welche von Kadee.

  • Hallo Lutz


    Wenn ich dich wieder besuchen darf, nehmen wir ihn vor und werden die Endphase des Wagens berichten.

    Die sog. "Endphase" nicht gleich zusetzen wie Mülltonne, sondern "Geschminkt" auf den Gleisen zu fahren.


    Gruss Jürgen:hutab:

  • Hallo Jürgen,


    da musst Du Dich aber schon auf eine ganze Woche einstellen... :toocool:



    @ Alle


    Dann geht es am Wagenkasten weiter. Hier werden die Türen mit Handgriffen versehen.

    Vorher wurden am Wagenkasten die 4 Laufschienen für die Türen angebracht.





    Sie werden in dieser Position fixiert.





    Dann beginnt die etwas langweilige Arbeit 36 Griffe erfolgreich von den Gießästen zu trennen und sie zu entgraten. Hinzu kommen noch 4 Rangierertritte. Weil Wagenkasten und Griffe/Tritte schon lackiert sind, passen die Bohrungsdurchmesser nicht mehr so richtig. Daher sind 80 Bohrungen nachzuarbeiten. Danach sind diese Teile alle in die vorbereiteten Bohrungen einzukleben. Anschliessend ist man :verrueckt:






    So sieht es dann aus.





    Die A-Seite. Nur 8 Griffe anzubringen.





    Die B-Seite wo sich die Handbremse befindet. Aus Erfahrung wird die Welle für das Bremsrad mit 0,5mm Rundmessing verstiftet.

    Auf den Dachlaufstegen sind auch noch 4 Griffe anzubringen. Hier habe ich auch das Release Valve schon angebracht.






    In den Gehäuse für die Handbrense befindet sich beim Vorbild eine Windvorrichtung mit einer Klinkensperre. Mittels des Handrads wird über eine Getriebeübersetzung die Kette aufgeholt. Die am unteren Ende der Kette befindliche Stange greift mit ihrem Gabelkopf in einen Umlenkhebel unten an der Stirnseite ein. Am anderen Ende des Umlenkhebels ist eine weitere Stange die über ein weiteres kurzes Kettenstück die Kolbenstange des Bremszylinders herauszieht. Damit werden die Bremsbacken rein mechanisch angelegt. Das kurze Kettenstück zwischen Kolbenstange und Handbremsgestänge entkoppelt das Handbremsgestänge von dem übrigen Gestänge bei Druckluftbetätigung der Bremse.





    Damit ist der Wagen im Prinzip fertig. Bis auf die fehlende Wagenkarte und den Vodoozauber von Jürgen.








    Als US Modellbahner darf man auch solche ansonsten unzulässigen Vergleiche anstellen. Das Kuppeln der Wagen ist technisch kein Problem. :pfeifen:







    Ein weiterer Vergleich zwischen Mather 2-stöckigen Kleinviehwagen und Mather 1-stöckigen Großviehwagen.

  • Hallo Jürgen,


    mit der Einsauorgie musst Du Dich hier zurückhalten:

    http://industrialscenery.blogs…reight-car-stock-car.html

    https://trovestardata.com/imag…/galleries/68/68020_1.jpg

    Die Wagen wurden zu ihren Lebzeiten regelmässig mit dem Dampfstrahler gereinigt und desinfiziert. Während die Dächer eine normale Verschmutzung / Verrußung aufwiesen, waren die Seitenwände rel. sauber aber durch die Desinfektinsmittel eher ausgebleicht.

  • Hallo Lutz


    Der Wagen ist auf den Bildern "Dreckig", genug und reicht.

    Wir müssen nicht immer den Farbkübel drüberschütten.


    Ein Spruch den ich immer mehr zu schätzen weiß:

    Weniger ist meeehrrr...:thankyou:


    Gruss Jürgen :hutab: