Die Olsenbande stellt die Weichen

  • Hallo zusammen,


    unseren Sommerurlaub haben wir dieses Jahr wieder in Dänemark verbracht. Bevor Strand und Sonne angesagt waren, fuhren wir nach Jelling um die Eisenbahnfähre abzuholen und natürlich nach Ærøskøbing um mein Projekt voranzubringen.

    Anschließend ging es über die große Beltbrücke zum "Kronengrab" På Sporet in Fuglebjerg, wo ich noch 5 FAF Wagen von Heljan und einen Tdgs von Roco erwerben konnte. Von dort ging es auf die Insel Møn auf den Campingplatz in Ulfshale, der aber dieses Jahr so voll war, dass wir nach 3 Nächten weiterfuhren zu einem Campingplatz auf der Insel Falster südlich von Marielyst und nur 10 km entfernt von Gedser.


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    In Gedser gibt es die Remise, ein altes Bahnbetriebswerk, das aber nach dem Einstellen des Eisenbahnverkehrs Rostock - Gedser und Großenbrode - Gedser (1959 - 1963) keine Bedeutung mehr hatte und heute einige Museumsfahrzeuge verschiedener dänischer Vereine beherbergt.


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    2016 wurde das Museum um eine Attraktion reicher. Das ehemalige Stellwerk "Det gule Palæ" (Das gelbe Palais) in Kopenhagen sollte abgerissen werden. Der Olsenbandenverein sammelte Geld um das Stellwerk zu erhalten. Mit einem Mobilkran wurde das 10 m hohe Gebäude auf einen Tieflader gesetzt zum Hafen gefahren und dort auf ein Schiff gehoben. Per Schiff ging es dann nach Gedser, wieder auf den Tieflader und dann auf das Gelände der Remise.


    Hier ein kleiner Film dazu:


    Gleich im ersten Raum in der Remise wird man von der Olsenbande empfangen.

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    Hier ein paar Bilder von den Fahrzeugen


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    Dann ging es draußen weiter


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    Die ursprünglichen Nebengebäude waren so verrottet, dass man sie nicht mehr umsetzten konnte. Sie sollen aber hier neu entstehen. Dafür wird der Olsenbandenverein wohl noch eine Coup machen müssen :vinsent:


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    Im Inneren des Stellwerks ist alles so gestaltet worden, wie man es aus dem Film kennt


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    Vor der Drehscheibe wartete schon der Skinnebus, mit dem der Verein dieses Jahr Fahrten auf einem kurzen Teil der Strecke Gedser - Nykøbing durchführte.


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    Bei der Fahrt nach Gedser sahen wir den Veteranentog das erste Mal


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    Gerhard V Du warst ein paar Tage vor uns dort und bist auch mit dem Skinnebus gefahren. Vielleicht kannst du noch ein paar Bilder von der Strecke beisteuern .


    Bis demnächst


    Martin

  • Moin Martin,


    MAGE TAK,

    das ist ein fabelhafter Beitrag!!

    Genial, wie man das ehemalige Stellwerk "Det gule Palæ" gerettet hat. Und die Sammlung im Lokschuppen kann sich auch sehen lassen.

    Im kommenden Jahr ist ein Segeltörn in der dänischen Südsee geplant, vielleicht doch mal wieder in Gedser anlegen...


    Und mir wird schmerzlich klar, daß ich nach Figuren der Olsenbande in H0 suchen muß - ich hatte mal welche, die aber sehr "teigig" waren. Hat da jemand einen Hinweis?

    Beste Grüße


    Wolfgang

    :matrose:

    Mich interessiert vieles - und immer alles rund um das Bw Bestwig!!

  • Moin Martin,


    der Beitrag ist was für die HP1. Ich schließe mich Wolfgang an, auch wenn ich kein Dänisch kann.;)


    viele Grüße

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hej Martin,

    hallo zusammen,


    auch von mir vielen Dank für den schönen Beitrag. Ich bin leider gerade ziemlich eingespannt, drum hat es ganz schön lange gedauert, bis ich hier antworte. Zunächst möchte ich berichten, dass der Skinnebus nicht bis Nykøbing gefahren ist, sondern in Væggerløse endete/wendete. Das ist sicher auch damit begründet, dass so die Fahrzeit einfach schon eine halbe Stunde beträgt; wenn man noch weiter führe, wäre das wohl eher nichts für die ganze Familie. Unterwegs gab es bei der Rückfahrt einen Fotohalt, wo es auch ganz schön war. Eines der Motive konnte ich leider nicht umsetzen, weil eine Dame die Fisheye-Funktion ihres Handys leider etwas unsozial ausgenutzt hat. Hier ein Bild von der Seeseite:



    Hier ein Bild von der Landseite:



    Der Triebwagen ist gegenüber dem letzten Zustand bei der Lyngby-Nærum-Jernbane wieder silbern lackiert und entsprechend rot beschriftet. Der Triebwagen ist etwas anders als die meisten Skinnebusser in Dänemark, denn er war auf einer Strecke eingesetzt, die einen Zubringer zur S-Bahn Kopenhagen darstellt. Daher hat man den Beiwagenbetrieb früh aufgegeben und die Triebwagen im 20-Minuten-Takt eingesetzt. Die Fahrzeit ist dabei so kurz gewesen, dass die Wagen keine Toiletten hatten. Im Museumszustand hat der Skinnebus allerdings eine Toilette eingebaut, um auch weitere Strecken zu ermöglichen.



    Das innere ist schön hergerichtet, aber nicht fabrikneu; ich finde das ganz schön, wie aus dem normalen Betrieb; gut, der Sitz gehört mal geflickt, aber aus eigener Erfahrung ist das ein ziemlicher Akt. Blickrichtung zum "waren Ende" hin:



    Ein Blick auf den Führerplatz mit den zwei "Bratpfannen", wie die Dänen die Handgriffe treffend nennen:



    Das ganze war, Anfang/Mitte der 1950er, schon reichlich primitiv: Man steckt die Beine einfach ins Geschränk, wo die ganze Technik praktisch unverkleidet drinhängt.



    Hier das kalte Ende. Die Strecke ist, wie man hier in Schwaben sagen würde, "bolzgrad", willsagen: Die Winkeländerung pro kilometer ist nahe null.



    Hier ein Blick auf die Front. Das quergerippte ist ein herunterklappbarer Gepäckträger, der auch als Knautschelement dient. Die LNJ hatte zeitenweise Triebwagen im Einsatz, denen der Gepäckträger unfallbedingt fehlte. Die Eisenbahnaufsicht hat dies dann aus Sicherheitsgründen unterbunden: Die Fahrzeugführer seien nicht gut genug geschützt.



    Hier ein Bild von der Endstation. Die Fenster über den Türen dienen zur besseren Belichtung der Einstiege und waren ebenfalls kein Standard bei den Skinnebussern; alle Wagen, die diese Fenster hatten, waren entweder von der LNJ oder von dieser bestellt und dann noch vor der Auslieferung umgeleitet und woanders gelandet. Die Skinnebusser der LNJ hatten übrigens, wegen des häufigen Anfahrens, recht bald ein Automatikgetriebe erhalten, dies war ebenfalls kein Standard. Die große Schwachstelle der Wagen war dem Vernehmen nach das Wendegetriebe. Kurz vor dem großen Privatbahnsterben Ende der 1960er-Jahre gab es diverse Wagen bei verschiedenen Bahnen, deren Getriebe nicht mehr umgeschaltet wurde und die daher regelmäßig über die meist ohnehin vorhandenen Drehscheiben gewendet wurden. Bei der LNJ war dies m. W. allerdings nicht der Fall.



    So, Ende der Fahrt, bitte alles aussteigen. Hier ein Bild vom Ausstieg. Es war für damals ziemlich toll, dass die Wagen Drucklufttüren und eine Lautsprecheranlage besaßen.



    Ich hoffe, die Bilder gefallen Euch, wenn Ihr noch Fragen habt: Nur zu. Ich bin leider ziemlich wenig routiniert mit dem Einstellen von Bildern ins Netz und daher recht lahm in dieser Hinsicht. Wenns mich reißt, werde ich mal noch einen extra Beitrag aufmachen, zu Dingen, die ich modellmäßig zu Dänemark so treibe. Dann gibt es auch ein Bild vom Modell dieses Triebwagens.


    Viele Grüße


    Gerhard.