Trix 38.4 (ehem. P3/5H) Epoche II mit RP25, digital, Sound

  • Hallo zusammen,


    manchmal darf es bei mir auch robuster sein. Deswegen habe ich mir die Arbeit gemacht und die recht alte Lok überarbeitet, anstatt ein neueres Modell zu suchen. Leider habe ich versäumt, vorher Bilder zu schießen, daher ein extener Link zum Ursprungszustand. Ich fand die Form sehr gut getroffen, aber untenrum, vorne und hinten...naja.


    Also bei Teichmann flux einen Radsatz bestellt samt seiner schönen SW2 Muttern und alles zerlegt. Für die Räder habe ich mir aus zwei Holzleisten Aufnahmen für die Räder gebastelt. So kann ich die Räder schön halten/drehen während des Airbrushens. Auf die Räder stülpe ich dann dann 2mm Moosgummi. Die Trennkante zwischen Gummi und Rad muß ich allerdings hinterher versäubern, da baut sich stellenweise Lack auf. Speichenräder auch zwischen den Speichen deckend zu lackieren geht bei mir noch nicht mit richtig wenig Lack.

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    Hier ist der Rest zum Lackieren hergerichtet

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    Bei der DRG war RAL 3000 das Standard rot. Ziemlich grell für meinen Geschmack. Ebenso machten die Kunststoffteile der Steuerung keinen Hehl aus Werkstoff und Alter. Bemerkenswert aber der Detailgrad am Tenderchassis, wenn man das Alter bedenkt

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    Deswegen habe ich mich für Alterung entschieden. Dazu weiter unten mehr. Erst mal grob zur Digitalisierung:

    - der Rauchsatzhalter des Chassis wurde abgefräst

    - in Reitz Messing-Laternen wurden nach dem Lacken SMD LEDs platziert und mit 2K vergossen; diese sind am Oberteil montiert -> Kabelführung durch/um den Kessel

    - leider sind Umlauf, Führerhaus und Kessel verklebt - Kabelführung für LEDs und LS daher "extern", sieht man aber nicht auf dem Gleis

    - ein 13x18 mm Lautsprecher fand nach Auffräsen der Rauchkammer Platz (auch das sieht keiner auf dem Gleis)

    - ein gefrästes Langloch im Stehkessel bietet Platz für Kabel und einen 6-Poligen Mini-Stecker sowie Zugang für Einbau von Führerstands LED und Feuerbüchsen-LED

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    Im Tender wurden alle Drosseln etc. entfernt und die Verbindung von Schiene und Motor getrennt. Den alten Motor habe ich erst mal behalten. Er läuft samt Getriebe relativ leise. Für eine Streckenlok sind die Langsam-Fahreigenschaften (Ankuppeln) mit einem D&H SD18A ausreichend. Soundprojekt ersatzweise S3/6, Gemeinsamkeit Vierzylinder-Verbund von Maffei. Ich habe mit diesen Decodern sehr gute Erfahrungen an "größeren" Motoren. Die Stromaufnahme der Lok ist trotz nur 4 Achsen dafür sehr gut (trotz Sound + altem Motor!) und zudem hinter den Lokrädern unsichtbar. Da hat man sich in Nürnberg damals richtig etwas gedacht. Sowohl an Tender als auch Lok greife ich zusätzlich Masse über die Chassis ab, auch das kann nicht schaden (die Serienradsterne waren aus Plaste).

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    Hinten kamen ebenfalls SMD LEDS zum Einsatz; zusammen mit einem Widerstand auf einem Stück PS

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    Platz für Decoder und Kabel aus dem Tendergewicht herausgefräst

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    So sieht sie nun aus. Klar könnte man oben rum auch noch altern und den Lok-Tenderabstand verkleinern. Vielleicht später...

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    Ich habe Elita RAL 3000 seidenmatt eingesetzt. Darüber als Alterung (meine Erste an einer Lok...) Ölfarben Schwarz + Sepia von Abteilung 502 stark verdünnt mit deren geruchlosem Verdünner. Ich muß sagen, der Glanzgrad gefällt mir für ölige Räder ganz gut. Als Anfänger unschätzbarer Vorteil von Öl - man kann immer wieder nachbessern! Die Loks galten in den 1920er Jahren als relativ gepflegt, deswegen ist hier auch noch klar rote Farbe zu erkennen - das ist Absicht. Mit der Alterung werden die Räder finde ich plastischer. Die Steuerung wurde mit AK Interactive 757 für bessern Halt auf dem alten Kunststoff grundiert und danach mit MrColor SuperMetallic 203 behandelt. Plus wie schon genannt gealtert. Im richtigen Licht durchaus brauchbare "metallische" Erscheinung. Ein paar Messing Schilder von Beckert konnte ich mir auch nicht verkneifen ;) Kuppelstangen und Muttern wurden mit Pariser Oxid brüniert.

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    Auch das Tenderchassis hat durch die "Ölung" in Sachen Detailgrad/Plastizität gewonnen:

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    Durch die MS-Teile von Reitz (Laternen, Aufstiege, Bremsschläuche) + OBK Hakenkupplung von HoFine + Kolbenstangeschutzrohre sowie lackierte Pufferhülsen kann das gute Stück nun meine ich auch ein Gesicht zeigen

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    und von hinten

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    Die OBK Kupplungen funktionieren übrigens "butterweich" mit Fleischmann Bügelkupplungen - wenn man sie in der richtigen Höhe anbringt und den Winkel des Hakens vorne korrekt einstellt. Die Originalkupplungen waren für mich nicht tragbar. Ich finde diese Kupplungen ganz famos als Ersatz an meinen alten Dampfern wo Kupplungen insbes. vorne die ganze Front verschandeln können. Für Märklin Kurzkupplungen wäre der Einsatz auch möglich, aber der Haken müßte dann etwas tiefer - wenn man manuelles Ankuppeln vermeiden möchte.


    Nach einem "Zugversuch" habe ich dem Tender übrigens 4 Haftreifen spendieren lassen. 40g in der Ebene waren mit Teichmann Neusilber drin. Mit PRKenny Edelstahl sogar nur 30. Meiner Ansicht nach beides etwas mager für eine Lok dieser Größe.


    Technisch ganz analog aber als Epoche I Überbleibsel habe ich eine G3/4H umgebaut, allerdings mit PrKenny an der Lok (hier alternativlos) und Teichmann am Tender. Hier das in meinen Augen etwas uninspiriert gefärbte Original. Nun lackiert nach einem interessanten Farbschema, das ich im Diener gefunden habe. Die Lok läuft trotz ihres Alters deutlich leiser als mein Fleischmann Pendant.

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    Eine Sache wäre noch zu lösen an der 38.4, vielleicht hat jemand von Euch einen Tipp aus Erfahrung - leider sind die Führerhausscheiben sind wohl im Lauf der Jahre etwas blind/milchig geworden. Das möchte ich gern kaschieren. Leicht mit Schwarz drüber sprühen?


    Viele Grüße

    Bernd


    P.S.: Wer ein Bild in besserer Auflösung möchte (z.B. wegen Einbaudetails) darf sich gerne melden.

  • Moin Bernd,


    na, das ist ja ein besonderes Schätzchen geworden!

    Mir gefällt der Umbau und die Farbgebung sehr gut - die Maschinen waren ja gepflegt.

    Danke fürs zeigen.

    Beste Grüße -


    Wolfgang

    :matrose:

    Mich interessiert vieles - und immer alles rund um das Bw Bestwig!!

  • Hallo Bernd,

    da das Stichwort "Klarlack" gefallen ist: Trübe Autoscheinwerfer werden folgendermaßen aufgefrischt:

    Schleifen mit 800er und dann mit 2000er Nassschleifpapier. Dann wird ein Kunststoffhaftgrund dünn aufgesprüht und darauf wird die Scheibe mit 2K Klarlack versiegelt. Das wird wie neu und hält ein paar Jahre. Allerdings sind die Autoscheinwerfer aus Polycarbonat und nicht, wie vermutlich bei deiner Lok, aus Polystyrol. Einnebeln mit schwarzer Farbe würde ich mich nicht trauen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß damit ein überzeugendes Ergebnis erreicht werden kann.

    Deine Umbauten gefallen mir sehr gut. Da kann man mal sehen, was allein schon die feinen Räder für einen Unterschied machen. Und nach deinen Bildern habe ich mich endgültig entschlossen die OBK Kupplung für meine T3 mal auszuprobieren.

    Grüße

    Johannes

  • Hallo Bernd,

    Deine Modelle der Bayrischen Lokomotiven gefallen mir ausgesprochen gut (auch wenn mir der norddeutsche/preußische Lokomotivbau näher ist). Durch die Feinguß- Räder gewinnen die Lokomotiven noch einmal deutlich. Allerdings erinnern mich die Räder eher an MP als an Teichmann. Die Räder von MP sind unwahrscheinlich filigran und leider fehlen ihnen sämtliche Schwimmhäute an den Speichen.


    Die Lackierung ist Dir gut gelungen- nur hätte ich (so habe ich es aus den Fäden von Wolfgang Popp gelernt) die Alterung nicht mit Schwarz ausgeführt. Hier sind gerade dunkle Brauntöne völlig ausreichend. Auch "Obenrum" alles ordentlich mit dunklen Brauntönen (Ölfarbe von Schmincke bleistiftsweise) einsauen und dann mit einem weichen, in Terpentinersatz getränkten, Pinsel die Farbe abnehmen.

    Für einen vorbildnahen Eindruck sollte die Rauchkammer mattiert werden... den schon nach der ersten Fahrt ist der Glanz hin...


    Die Fenster würde ich, wenn möglich, vorsichtig aus dem Führerstand entfernen und einfach nur mit Scheuermilch putzen. Wenn die Scheiben nur oberflächlich Belag aufweisen, sollte auch ein Brillen- oder Silberputztuch ausreichen. Hinterher mit Versiegelungsspray für Brillen ansprühen und mit einem Mikrofasertuch polieren.

    Mit Lack behandelt sehen Fenster immer wie verschmiert aus- und schwarz ist hier die unglücklichste Lösung (ich möchte an die schwarzen Scheiben von Triebwagen erinnern.


    Soweit meine Gedanken

    Viele Grüße


    Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.


    Weisheit eines mir unbekannten


  • Hallo zusammen,


    ganz herzlichen Dank für Euer Feedback und die Tipps zur Scheibe, das freut mich! Heraustrennen läßt sie sich leider nicht, auch die ist verklebt. Ich könnte höchstens Glück haben, daß der alte Kleber vielleicht nachgibt. Auf jeden Fall einleuchtendere Ansätze als schwarz lackieren. Ich werde berichten!


    Johannes W - ich habe noch ein Bild von hinten eingefügt - von Weinert gibt es Kupplungsaufnahmen, die man gut für die OBK hernehmen kann, hinten habe ich die breitere Version von einer solchen verbaut.


    Christian - an der 38.4 sind Teichmann Radsätze, selbst dort erstanden. Für die MP an der G3/4H gab es nur den Grund, daß mir die Lok samt der Rohlinge sehr günstig in die Hände fiel und ich ursprünglich aufgrund der einfach dargestellten Steuerung auch nicht mehr investieren wollte. Die Radreifen sind schon sehr abgefahren dargestellt. Etwas störend finde ich die umlaufende "Nut" zwischen Stern und Radreifen durch die Umfangsisolierung. Das sieht dann noch filigraner aus. Der Lack hält auf dem VA nicht besonders und man muß mit hinten anliegenden Stromabnehmern aufgrund der zwischen Radstern und Radreifen isolierten Räder höllisch mit der Stromabnehmer-Justage aufpassen, um keinen Kurzen zu bekommen. Ich habe Stunden verbracht als ich einen sporadischen solchen an der Lok suchte, bis mir das klar wurde ;) Die Tipps zum Altern setze ich nächstes Mal um.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    deine bayr. 38 gefällt mir sehr gut und gut finde ich das es einen weiteren Modellbauer gibt der hier seine Arbeit zeigt.


    Ich verwende den RAL 3000 Ton von Weinert und mische in das Weinert Glas 2-3 Tropfen Schwarz hinzu. Dadurch wird der RAL Ton etwas gebrochen. Somit erhält das Fahrwerk einen Hauch von einer Alterung.

    Da ich noch keine Erfahrungen mit dem LS 13mm x 18mm habe, meine Frage: Hast Du den Resonanzkörper selbst hergestellt und wie ist der Sound gegenüber dem LS 15mm x 11mm ? Oftmals lässt sich im Bereich wo der Originalsound erzeugt wird (Zylinder) nur ein LS 15x11 in der Rauchkammer unterbringen.


    Ich freue mich schon auf weitere Arbeiten von Dir.


    Gruß Günter

  • Hallo Günter,


    danke fürs Feedback und den Tipp mit dem Schwarz - ist notiert ;)


    Der 13x18 ist fertig gekauft von Zimo (bei Fischer Modell). Ich habe früher viele LS und Resonatoren getrennt gekauft. Mehr als einmal hatte ich technischen Ärger mit nach kurzer Betriebszeit kratzenden LS. Natürlich kann man nie die eigene Schusseligkeit etc. ausschließen, z.B. beim Verkleben der beiden. Aber es kam zu oft vor. Ich bin dazu übergegangen, einzelne Zimo "Würfel" fertig verklebt zu kaufen und erst nach längerem Probelauf einzubauen. Eine Lok wieder auseinanderzureißen, weil der LS wieder kratzt - muß ich nicht haben. Die Hoffnung ist, daß die Zimos weniger "Streuung" zeigen.


    Ich habe einen Soundtüftler im Bekanntenkreis, der aufgrund seiner doch reichhaltigen Erfahrung mit Zimo und Doehler + Haass davon überzeugt ist, daß die 13x18 speziell an Zimo Decodern frequenzgangbedingt vom größeren LS profitieren. Ich möchte später einen solchen Decoder nachrüsten wegen der angeblich besten Anfahreigenschaften. Gerade bei dem alten Trix-Motor will ich mal sehen, was ich noch rausholen kann, bevor ich zum Glockenanker greife. Aber ich warte seit langem auf ein Mxulfa, dauert noch. Auf jeden Fall ist deswegen der große LS drin.


    An einem Doehler und Haass SD (davon besitze ich viele) oder auch Esu (nur ein paar) ist der Unterschied mit einem (aus Platzgründen) kleinen (!) Reso zwischen 13x18 und 11x15 nicht nennenswert für mich - bin aber kein Lauthörer (eher Hifi angehaucht...)


    Meine besten Soundergebnisse konnte ich bisher mit 2 Stück 11x15ern jeweils mit ihrer Membranseite an denselben (längeren) Resonator geklebt und über Kreuz verdrahtet an Doehler und Haass (wo man kostenlos viele hochwertige 16bit Soundprojekte findet) erzielen. Bei D+H vertragen die N Decoder die resultierenden 4 Ohm gut (bei Zimo MS ist das beispielsweise ein No-Go). So sieht das aus - einfach 2 Resos aneinandergeklebt - durch eine 6 mm Bohrung verbunden. Hier das "Sandwich" (nach einer Idee von Markus Rathmann):

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    Als Kompromiß wenn das "Sandwich" nicht passt, habe ich aber schon öfter 2 Stück 11x15 untergebracht. Auch das kann gut klingen. Man muß allgemein halt auch das Glück haben, daß der Einbauraum dem Sound zugute kommt und ihn nicht eher verschlechtert. Was in der einen Lok funktioniert, klingt in der nächsten plötzlich nicht so toll. Da gibt's noch viel zu lernen.


    Wie Du bereits schreibst - ich habe noch keine Dampflok gefunden, wo mehr als ein 11x15 vorne in die Rauchkammer passt (Ausnahme: Zwei hintereinander bei der Fleischmann P8 wenn man die Beleuchtung umbaut). Mit dem o.g. "Sandwich" geht nur Stehkessel. Wobei ich sagen muß, das klingt trotzdem einwandfrei bzw. authentischer als alle meine Rauchkammereinbauten. Die 11x15er sind meiner Erfahrung nach übrigens limitiert, was sie an Resonanzvolumen vertragen. Bei 8 mm Reso-Höhe mache ich inzwischen Schluß. Mehr quittieren sie gern mit Kratzen.


    Die 13x18 mögen im Gegensatz dazu große Volumina und klingen dann auch entsprechend erwachsener. Kann ich als reiner Dampflokfahrer (überwiegend Länderbahn mit "schlanken" Kesseln) aber kaum unterbringen. Man könnte zumindest bei großen Langkesseln natürlich viel Kesselgewicht raus nehmen. Davon halte ich aber nichts. Die Lok braucht ja auch ein gewisses Gewicht für Kontaktsicherheit. Ich fahre ausschließlich mit Sound. Da ich keine Energiespeicher benötige (Eine alte Roco T14 war die absolute Ausnahme) schätze ich mal der Weg, das serienmäßige Gewicht an der Lok trotz Sound (oder oft auch leichterem Glockenanker) z.B. mit Walzblei oder Messing wieder herzustellen, ist so verkehrt nicht.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Moin Bernd,


    was ist das Geheimnis Deiner Anordnung. Ich versuche gerade die Physik hinter der Konstruktion herauszufinden.


    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Thomas,


    die Anordnung ist die Umsetzung einer Idee von Markus Rathmann (gerade oben ergänzt), die ich vor Jahren im DSO gefunden habe, hier der Link. Unter "eigene Lautsprecherkonstruktion" wirst Du fündig, ich würde aber empfehlen, von oben zu lesen. Er hat damit versucht, seine Studiumskenntnisse der "Technischen Akustik" für H0 umzusetzen. Aus dem Hifi-Bereich kenne ich etwas ganz ähnliches als sog. "impulskompensierte Anordnung" bei Subwoofern.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    danke für den link zu Markus Rathmann. So ein Doppellautsprecher lässt sich leider in den meisten Dampflokmodellen fast nicht unterbringen.

    Ich verwende meistens den Zuckerwürfel 11mm x 15mm mit einem Resonanzgehäuse von 12mm Höhe. Oft baue ich mir das Gehäuse passend zum vorhanden Raum aus PS selber. Dann nehme ich mir die solo LS von D u. H. Gibt es eigentlich klangliche Unterschiede beim Zuckerwürfel zwischen D u H, ESU oder Zimo ?

    Wenn ich vorab den Sounddecoder wählen kann, bin ich sehr oft bei Zimo (MX 648 oder MS 450), wenn er verfügbar ist auch mit Henning oder Mayer Sound glücklich geworden.


    Gruß Günter

  • Hallo Günter,


    leider richtig, ich habe das nur in 3 Modellen verbaut bisher. Roco BR 01 (Langkessel), Rivarossi BR 59 (Stehkessel) aber auch Fleischmann BR 55 (Stehkessel), da mußte der Decoder dann aber in den Tender.


    Interessante Info mit den 12 mm Resonatoren. Da bin ich mit D+H mehrfach ins Messer gelaufen, was Kratzen angeht. Ebenso oben erwähnter Soundtüftler und ich meine auch der Wolf, den Du vielleicht aus dem DSO mit seinen gekonnten Alterungen und Soundbasteleien kennst. Ich bin mal gespannt, ob es mit Zimo (Frequenzgang, Endstufe) einen Unterschied macht, wenn Du das noch nie hattest. Vielleicht funktionieren Deine selbst gebauten Resonatoren auch besser als meine gedruckten. Gehäuseresonanzen/-vibrationen können immer ein Problem sein.


    Zwischen den von Dir genannten Bezugsquellen plus welche von Austromodell bei 11x15 oder 13x18 ist mir kanglich kein Unterschied aufgefallen. Es gab mal einen legendären 13x18 von Knowles, Typ "Dumbo", der bis heute das Nonplusultra darstellt. Leider schon lange ausverkauft.


    Aus den USA hatte ich mir vor einigen Jahren mal die beiden Varianten vom Hersteller PUI eingeflogen - weil die Datenblätter für so kleine LS an 1cm³ Volumen sehr vielversprechend aussahen. Leider sind Datenblätter nicht alles stellte sich dann heraus. Ebenso hab ich's mal mit Sony 11x15 LS probiert (als ich grad ein Handy reparierte) - auch die wären ein Abstieg gewesen. Ich bin dieses Jahr auf den US Anbieter Scale Sound Systems (Steam Speaker Series) gestoßen, der sich wirklich einen Kopf gemacht hat, in H0 mehr Klang rauszuholen - ist ein ausgebildeter Tontechniker. Bei unseren Deutschen Loks passen meist natürlich nur seine kleinsten Kreationen. Wenn das Porto und der Terz mit dem Zoll nicht wären, hätte ich schon vor lauter Neugier dort bestellt.


    Mayer Sound werde ich noch kennenlernen, sobald ich die Zimos programmieren kann, bin gespannt. Hennings Abläufe beim Beschleunigen dürfen sich alle anderen, die ich kenne, gern als Vorbild nehmen - das macht so richtig Laune beim Betrieb. Ich glaube er war auch einer der ersten, die eine reine Lokfahrt mit drin hatten, was z.B. beim Rangieren oft gebraucht wird. Was ich allerdings deutlich höre, sind verrauschte 8-bit Samples. Deswegen setze ich auch nur 16bit Decdoer ein - da kam man lange nicht an D+H vorbei. In dem Segment empfinde ich Leo klanglich als Marke. Er konzentriert sich aber meiner Meinung nach zu sehr auf die Effekte der Beschleuningsphase bzw. "Regler offen" der Dampfer und bietet finde ich im Vergleich zu Henning weniger Abwechslung in den Soundabläufen. Es bleibt spannend ;)


    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    das waren richtig gute "Input" Beiträge für die Dampfsounder hier. Ich bin auch seit langem ein ZIMO und nun erst recht mit den Sounddecodern Follower. Als ehemaliger Heizer auf verschiedenen Baureihen hat man dann sowieso noch eine ganz andere Klangvorstellung. Und da kommt momentan Zimo sehr gut ran.

    Aber vielleicht kannst du mich/ uns mal aufhellen: Wenn ich mir ein z.B. Henning Soundprojekt kaufe, wie bekomme ich das auf den Decoder? Geht das mit JMRI (Decoder pro/ Sound pro) oder benötige ich da die Herstellerspezifischen Gerätschaften?

    Die Frage geht natürlich nicht nur an dich aber deine Berichte und Hinweise, mal abgesehen von dem beeindruckenden Modellbau machen mir Hoffnung auf Erleuchtung.


    In diesem Zusammenhang habe ich auch noch eine weitere Frage: Ich habe meine BRAWA 01 173 mit einem 11x15 "Zuckerwürfel" mit entsprechender fertiger Schallkapsel versehen und und nun kommt wohl die "Herausforderung" mit doppelseitigem Klebeband mit Moosgummifüllung an die Rückwand der Rauchlkammer angeklebt. Ergebnis ist nicht schlecht, jedoch ist der Sound sehr dumpf. Ich habe mal meinen "technischen Akkustiker" auf Arbeit gefragt der konnte mir nicht recht weiter helfen. Hat da vielleicht schon mal jemand entsprechende andere Erfahrungen gemacht? Kratzen und schnarren tut er so nicht.


    So und nun sorry für die vielen Fragen.


    LG Michael R

  • Hallo Michael,


    als ehemaliger Heizer hast Du ja die Referenz im Ohr wie es sich anhören sollte! Dagegen sind die Möglichkeiten im Modell natürlich beschränkt, dennoch gibt es meiner Erfahrung nach himmelweite Unterschiede bei den Soundprojekten.


    Schau mal in den Kanal von "Nachtbahner" auf Youtube. Mit ihm hatte ich viel Austausch. Er arbeitet schon lange mit D+H, Zimo und Esu Decodern. In seinem Kanal gibt's viele schöne Beispiele zu hören. Bei der BR 064 wird beispielsweise eingeblendet, was gerade am Regler passiert und wie das Projekt es akustisch umsetzt, sehr anschaulich. Gleis10 (unter Umbaubeispiele) ist eine interessante Quelle für Details zu Umbauten. Von den verwendeten LS teilweise nicht mehr up to date, aber von der grundsätzlichen Vorgehensweise und sauberer Arbeit meines Erachtens schon. HP-Pfeiffer hat mir (mit meinen alten Konstruktionen) auch gute Dienste geleistet, allerdings hauptsächlich als schnelle Hilfe beim Zerlegen mancher Kandidaten.


    Ich habe JMRI nie probiert. Kann ich Dir also nicht sagen, ob und wie gut damit Sound-Übertragung und -Editieren funktioniert. Ich nutze die spezifischen Programmer (bisher D+H und Esu, Zimo im Zulauf) und auch die jeweilige Software dazu. Selbst ohne Sound würde ich sie nutzen. Programmieren ohne grafische Oberfläche geht für mich gar nicht. Alles was mir das erheblich erleichtert, bezahle ich gern. Mit den Programmern komme ich gut zurecht und kann auch mal in die (freien) Projekte eingreifen. Von Henning gibt es viele freie Projekte, die spielt man einfach mit dem Programmer und PC (es reicht was altes) auf. Wenn Du eins von ihm kaufst, mußte vor einigen Jahren noch der Decoder hin und hergeschickt werden. Bei D+H kamen aber die letzten Jahre kostenlos genau die Projekte raus, die mich interessiert haben, da mußte ich mir den Ring nicht mehr durch die Nase ziehen. Bin daher nicht mehr ganz up to date mit Henning Käufen.


    Bei der Brawa 01 (besitze keine) würde ich versuchen rauszufinden, wo sie den serienmäßigen LS platzieren. Ist der wirklich in der Rauchkammer? Roco beispielsweise hat bei den letzten Konstruktionen vorteilhafte Plätze für LS vorgesehen, oder auch Piko bei der 78. Wenn Du nicht irgendwelche Öffnungen nach draußen hast oder schaffst, wird es immer dumpf klingen. Damit behinderst Du sehr effektiv die mittlere und vor allem hohe Frequenzen. Als wenn man einen Eimer über einen Mehrweg-Lautsprecher stülpt. Bei meinen Einbauten achte ich daher grundsätzlich auf Öffungen. Wenn nicht vorhanden (Langkessel, Stehkessel aber auch Rauchkammern), wird im (von der Seite im Betrieb) nicht sichtbaren Bereich gebohrt oder gefräst - und das ist meistens der Fall bzw. von Nöten. Liegt aber auch daran, daß fast alle meine Loks noch aus Analogzeiten stammen.


    Gruß

    Bernd