Messingmodell der PKP-Lok Ok22 31

  • Hallo Freunde;
    Seit April 2008 baue ich an einem Modell der polnischen Ok22- einem Nachbau und Weiterentwicklung der preußischen P8. Die Lok wurden von Hanomag entwickelt und in einer Baumusterserie von fünf Stück auch dort gebaut. 1924 wurden dann diese Lok in Polen von Fablok und Chrzanow in etwa 100 Stück gebaut. Im zweiten Weltkrieg sind einige Lok auf dem Gebiet der DR verblieben und im Austausch mit DR -Lok 1955 ausgetauscht worden. Genaueres ist bei Michael Reimer, "Fremdlokomotiven bei der Deutschen Reichsbahn" zu lesen.
    Da es aber recht schwierig ist, an die Zeichnungssätze zu kommen, blieb nur der Ausweg über den Kartonmodell-Bausatz des Zetka-Verlages. Dieser ist weitgehend Maßstabsgerecht, allerdings enthält er einige Ungenauigkeiten und Fehler, die ich dann entsprechend 1:1 in das Messingmodell umgesetzt habe.Eigene Vermessungen, Fotos (auch von Wojtek Lis) und die Skizze in einer von PKP-Cargo herausgegebenen Broschüre ergänzten die Planungsunterlagen.
    Nun möchte ich die bisher abgeschlossenen Arbeiten vorstellen- für Kritik und Tips bin ich dankbar.



    Ätzrahmen



    Rohbau mit Fleischmanndrehgestell und Gerard-Rädern



    Mittlerweile ist das Fahrgestell vervollständigt. Das Fleischmanndrehgestell ist durch einen vorbildentsprechenden Eigenbau ersetzt worden,gleichzeitig sind die Gerard-Räder durch Fleischmannräder ausgetauscht worden. Das Gestänge ist von Reitz. Die Teile der Bremse stammen von m+f und Gerard.Der Austausch der Treibachsen war notwendig, weil die Gerard-Räder "eierten"! Oben ist der Rohbau des Rahmens zu sehen...






    Diese Lokomotive ist eine von m.W. zwei existierenden Exemplaren. Die eine ( Ok22 31 )ist in Wolsztyn bis Dezember 2009 betriebsfähig gewesen, die andere( Ok22 23) steht seit vielen Jahren in Jaworzyna Slaska im Museum.
    Dabei ist letztere eigentlich nur noch ein ausgestellter Schrotthaufen.



    Bei der Ausfahrt aus dem Bf Wloszakowice- es regnete Bindfäden und ich habe nur einen 100ASA-Film in der Kamera



    Auf dem Rückweg nach Wolsztyn-inzwischen ist auch das Wetter besser




    Arg ausgeschlachtet steht die Lok schon seit Jahren im Freien, aber man kann trotzdem erkennen, daß sich die Kesselaufbauten unterscheiden.


    Nach einem Abendessen im "Europa" (Wolsztyn-Besucher werden wissen-was ich meine) entstand die Idee, eine polnische Dampflok entstehen zu lassen.Die Frage war bloß, welche.
    Einer der Eisenbahnfreunde meinte so beiläufig-die Ok 22 wäre eine schöne Lok.So habe ich begonnen, die Lok zu vermessen,Fotos und Zeichnungen und Detailaufnahmen von dieser (der Ok22 31) zu sammeln.
    Nach und nach entstanden Zeichnungen und Ätzbögen.
    Mittlerweile ist der Bau der Lokomotive recht weit fortgeschritten. Das heißt, das Fahrwerk ist weitestgehend fertiggestellt. Und auch der Umlauf, Kessel und Führerstand sind weitestgehend komplett.



    Jetzt geht es darum, die Lokomotive mit den typischen Armaturen zuzurüsten.Und damit beginnen die Schwierigkeiten: bei einem ausländischen Modell sind die hier erhältlichen Zurüstteile nur sehr eingeschränkt einsetzbar.Es bleibt nur der vollständige Eigenbau...


    Als erstes ist hier das Abschlammventil zu sehen, welches sich am Kesselbauch unterhalb der Speiseventile befindet.




    Auf dem Foto ist es lediglich auf die Seite gekippt, gefertigt wurde es aus einem Stück Messingrundmaterial und einem Stück Messingsechskant mit einer Schlüsselweite 3mm.
    Die auf dem zweiten Bild zu sehenden Schraubenbolzen sind von Böhnlein und haben eine Schlüsselweite von nur 0,5mm.
    Der nach links zeigende Hebel ist der Betätigungszug, der über ein Gestänge auf dem Umlauf vom Lokführer (!) betätigt wird.
    Das Ausblaserohr ist hier noch nicht angebracht.


    Auf dem nächsten Bild ist das Anstellventil für die, unter dem Führerstand befindliche, Frischdampfpumpe (Bauart "Nathan") zu sehen
    Das Fünf-Cent-Stück dient zur Verdeutlichung der "Größe"



    Die polnischen Eisenbahnen haben sehr spät mit dem Bau von eigenen Fahrzeugen begonnen. Die Ok 22 war die erste Eigenentwicklung der PKP. Die ersten,nach dem ersten Weltkrieg beschafften Lokomotiven waren Güterzugloks der Bauart Pershing von den Baldwin-Locomotive Works.Dadurch war eine enge Verbindung mit dem Amerikanischen Lokomotivbau entstanden.
    Infolgedessen wurden bei den später entwickelten Lokomotiven Speisepumpen amerkanischer Bauarten eingesetzt.
    Hier die "Nathan"-Speisepumpe der Ok22 31



    Im Modell sieht sie dann so aus- wobei die hier gezeigte Pumpe zum Modell der Ty 43 gehört.



    Auf der Heizerseite befindet sich eine Abdampfspeisepumpe der Bauart "Matcalf"



    Hier das Modell, ebenfalls von der Ty 43, aber die Bauart und Größe ist gleich.Diese Pumpe war recht aufwendig herzustellen, dazu habe ich die Pumpe in einige Baugruppen "zerlegt" und die Teile aus verschiedenen Messinghalbzeugen gefeilt und hart miteinander verlötet. Die einzelnen Baugruppen sind dann weich verlötet worden.
    Bei dieser Pumpe fehlt lediglich noch das Rohr zum Abblasen des Dampf-Wassergemisches der noch nicht fördernten Pumpe, sowie der Zulauf des (kalten) Tenderwassers.Beide Teile werden nach der Montage der Pumpe an die Lok noch angebaut.



    An dieser Pumpe habe ich etliche Tage gebaut-die erste ist dann auch prompt in den Müll geflogen


    In der Abdampfleitung (vom Blasrohr abgezweigt) befindet sich dann dieser recht markante Entöler.Der ist notwendig, damit das im Abdampf befindliche Öl nicht beim Speisen in den Kessel gelangt.Sonst würde u.U. das Kesselwasser anfangen zu schäumen-und die Lok würde anfangen zu "kotzen", d.h. nicht verdampftes Wasser würde über den Regler/Überhitzer in die Zylinder kommen und dort schwere Schäden verursachen.




    Im Vergleich zum Original, kann man feststellen, daß das Hähnchen zum Ablassen des "Masuts" noch nicht angebracht wurde. Ich habe im Moment auch keine Idee wie ich es fertigen soll , da es ja nur etwa 1,5 x 2 mm groß ist. Auch die Gußrippen sind hier nicht dargestellt worden.



    Andere nicht erhältliche Zurüstteile sind die Sandfalldüsen. Hier wurde eine preussische Sandfalldüse mittig zersägt und so gedreht, daß die Luftseite nachschräg oben zeigt.
    Die "Sandseite" wurde mit einem 0,35 mm Draht verlötet. Die eigentlichen Sandrohre sitzen in einem ovalen Flansch der direkt am Sandkasten angebracht ist. Die Sandfalldüsen sind in diesem Falle lediglich "Luftdüsen".



    Auch hier wieder das Geldstück zur Verdeutlichung der Größe.
    Eine andere, aber für polnische Lokomotiven typische, Armatur ist die vom Gestänge angetriebene Schmierpumpe. Davon besitzt jede Lokomotive zwei Stück. Lediglich die Baureihen Ok22; Ty 2/ 42 ex BR 52 und der polnische Nachbau sowie die Baureihe Ty 3 /43 ex BR 42... haben lediglich eine dieser Schmierpumpen.


    Dieses Bild zeigt die Schmierpumpe der Tkt48 148.



    Das Modell der Schmierpumpe ist auch ein recht aufwendiges Teil, welches mich viel Zeit und Nerven gekostet hat. Da bei der Ok22 der Antrieb unterhalb des Umlaufes liegt wurde er hier nur teilweise (weil nicht zu sehen) und nicht beweglich dargestellt.



    Bei dem hier zu sehenden (unvollständigen) Modell der Ty43 92 ist der Antrieb beweglich.



    Ein weiteres Problem stellte die auf der linken (Heizerseite montierte Luftpumpe) dar.
    Bei der probeweisen Montage der Luftpumpe an der Lok fiel mein Blick eher zufällig auf ein Vorbildfoto. Hierbei habe ich festgestellt, daß sich die Pumpe von Weinert (aber auch die von Reitz) in einigen Details von den an polnischen Lokomotiven unterscheidet. Die Ventile für die Überströmkanäle sind bei den polnischen Lokomotiven in den Körper der Pumpe eingeschraubt.So sind also nur die Deckel mit den Sechskanten zu sehen. Bei den deutschen Pumpen sind diese Ventile außen am Pumpenkörper angeschraubt. Die Kanäle der polnischen Pumpen sind unterhalb der Ventile nach einem anderen Gußmodell eingegossen. So sind diese vier Ventile im Niederdruckteil um den Ansaugkorb gruppiert.An dieser Stelle sind die Rippen unterbrochen. Im Hochdruckteil der Luftseite ist lediglich ein Kanal, der aber deutlich zu sehen ist.
    Auf den ersten Bildern ist die unveränderte Pumpe zu sehen. Dabei sind die Überströmventile deutlich zu erkennen.



    bei den polnischen Lokomotiven sind die Luftpumpen üblicherweise auf der Heizerseite montiert.



    Hier ist der Unterschied zwischen der Weinert-Pumpe und der Pumpe auf dem Vorbildfoto erkennbar.Die Überströmventile sind zur Rauchkammerseite angebracht. Die Pumpe ist probehalber angebaut- hier ist sie von vorn, und auf dem folgenden Bild von hinten zu sehen.




    Dieser Zustand mit den Ventilkörpern hat mir so nicht gefallen. Daraufhin habe ich mal im Netz gesucht, ob es eventuell schon fertige Pumpen nach polnischem Vorbild zu kaufen gibt. Fehlanzeige. Bei den Kollegen im Forum:


    http://www.forum.martel.pl/viewtopic.php?t=9737


    bin ich dann fündig geworden. Flotoma- ein "Edelbastler"- hat für seine Klapperschlange (etwas nach unten scrollen) eine Weißmetallpumpe umgebaut.
    Damit war der Entschluß gefaßt, eine Pumpe umzubauen.
    Als erstes habe ich die Ventilkörper mit einer Goldschmiedesäge und einem sehr feinen Sägeblatt abgesägt.Die dadurch entsatandenen "Platten" auf dem Pumpenkörper habe ich dann mit der obengenannten Säge so bearbeitet, daß die Rippen der Kompressorzylinder rundum vorhanden waren. Ein Stück Tombakblech wurde zurechtgefeilt und ausgeglüht. Auf den Duchmesser des Pumpenzylinders gerollt (mit dem Schaft eines 3mm Bohrers) und aufgeklebt.Um es vorwegzunehmen, diese Klebung mit Cyanoacrylat hat nicht gehalten als ich die Löcher für die Ventilkörper gebohrt habe.Also habe ich unterhalb des Bleches eine Vertiefung in den Pumpenkörper gefräst. Nach dem Bohren und Einlöten der Ventilköpfe habe ich dann das Teil mit einem Zweikomponentenepoxid eingeklebt.



    Jetzt sieht die Pumpe schon deutlich mehr nach der PKP-Pumpe aus. Die Luftleitung zum Hauptluftbehälter ist auch schon angebracht.
    Die Ventilköpfe bestehen aus einem Stück 1 x 0,3 mm Ms-Rohr in das ein Stück Ms-Draht eingelötet wurde...



    Der Luftsauger ist ein Stück Ms Rohr 1 x 0,3
    Bei der Ansicht von hinten sieht man die Leitung zum Hauptluftbehälter, lediglich der Kanal zum Abgangsventil ist nicht nachgebildet. Dazu waren meine Finger zu dick.
    Außerdem ist der Abgang der Luftleitung bei der weiner-tpumpe ein wenig höher (was für die deutschen Pumpen korrekt ist).Damit wäre die typische Stufe des Kanals nicht darstellbar gewesen.




    Ein neuerlicher Vergleich mit einem Originalfoto machte noch einen Unterschied sichtbar: Das Gehäuse der Schleppschiebersteuerung liegt bei deutschen Lokomotiven parallel zur Kesselachse, bei den polnischen Lokomotiven aber rechtwinklig dazu.



    Also habe ich den Schieber und die Kranöse entfernt.
    Aus zwei Flanschen, einem Stück Ms-Rohr und etwas Draht wurde das Schiebergehäuse gebaut.Nachdem die Teile hart verlötet wurden, habe ich die Verstärkungsrippen mit 0,3mm Ms-Draht,wie er zum Drahterodierenverwendet wird, aufgelötet. Dazu habe ich vorher zwei Nuten in den Flansch eingesägt. Die Dampfleitung zum Zylinder (welche auch die Kranöse aufnimmt) besteht ebenso aus dem 1mm-Rohr in das die Kranöse eingelötet ist.
    Gleichzeitig habe ich die DK-Schmierpumpe aus einem Stück Messing gefeilt. Eine kleine Bohrung zur befestigung reingebohrt-und weil das Teil so schön ist Stiftenklöbchen passte noch eine zweite für die Kurbel.Die Kurbel habe ich wieder aus Messingdraht gebogen- der hat den Vorteil daß er sehr hart ist. Die Schmierleitungen bestehen aus Cu-Lackdraht aus dem Trafobau und haben einen Durchmesser von 0,1mm.



    An jeder Luftpumpe ist ein Luftpumpen-Druckregler welcher den Gang der Pumpe in Abhängigkeit zum Hauptluftbehälerdruck regelt. Warum der bei keinem der Anbieter dargestellt, oder als separates Teil erhältlich ist,ist für mich nicht nachvollziehbar.Zumal er bei der Doppelverbundluftpumpe mit angegossen ist...Aber das hätte mir auch nichts genützt, da die bei der PKP verwendeten, anders aussehen. Am ehesten sind sie vergleichbar mit denen, welche in einer Vorschrift der preußisch-hessischen Staatsbahn zum Gebrauch der Luftbremse abgebildet sind.
    Also war auch hier Selbstbau angesagt...
    Dabei waren die Bilder von einem Modellbaukollegen aus der Kartonszene und einige Vorbildfotos eine wertvolle Hilfe.
    Die Baubeschreibung der Px48 mit den hervorragenden Fotos möchte ich Euch nicht vorenthalten:


    http://www.kartonbau.de/wbb2/thread.php?threadid=21375


    Gut das ist ein wenig größer.
    Mein Pumpenregler besteht aus einem Stück Ms auf das Rohr mit verschiedenem Durchmesser aufgelötet ist.Der Form des Ventilkörpers habe ich mit einer Minifräse und einem Zahnarztbohrer zurechtgefräst. Unten noch ein Loch für das Handrad...
    Die Leitungen bestehen wieder aus dem harten Messingdraht.



    Nun reißt mir aber nicht den Kopf ab- der Pumpenregler ist ein klein wenig zu groß. Nun ich bin kein Millimeterfetischist- die Größe sollte es so ungefähr haben. Wichtig ist mir,daß die Teile,welche zu sehen sind, dann auch am Modell zu finden sind...
    Inzwischen sind die Schmier- und Steuerleitungen montiert.Damit sie auch so schön wirr liegen, habe ich den Draht ausgeglüht und ein wenig verbogen.




    Nun ist die Luftpumpe komplett zum Einbau an der Lok. Zum Schluß noch ein Bild vom Original. Links die Pumpe der Ol49 und rechts die der TKt48. Nur sind hier die Pumpen nicht mehr ganz vollständig. Es handelt sich bei den beiden Lokomotiven um die Ausstellungsstücke der Sammlung in Wolsztyn.



    Da ich noch mehr Lokomotiven nach polnischem Vorbild bauen möchte, müßte ich jedoch eine größere Anzahl dieser Teile fertigen.Inzwischen gibt es diese Teile bei einem Polnischen Kollegen, der diese Teile fertigt/fertigen läßt. Nur ist es mir bisher nicht gelungen, auch nicht über einen polnischen Kollegen, Verbindung mit Mirekk aufzunehmen.Inzwischen ist die Lok weitestgehend zugerüstet- lediglich die Abdampfpumpe muß noch vervollständigt und montiert werden. Einige andere Restarbeiten sind die Montage der Trittstützen unter der Rauchkammer und die Montage der Laternen. Danach kann die Lok gesandelt, grundiert und lackiert werden.
    Aktuell bin ich bei den Konstruktionsarbeiten zum Tenderkasten. Der Antrieb ist bereits fertig konstruiert. Hier müssen nur nnoch die Zahnräder ausgedreht und auf die Wellen aufgepreßt werden.
    Die nächsten Arbeitsschritte werden dann auch wieder zeitnah präsentiert.


    Hoffentlich habe ich Euch nicht mit meinen Ausführungen über meine, gewiß exotische, Bastelei gelangweilt.


    Viele Grüße aus Jena
    Christian

  • Hallöchen zusammen,


    tja, gelernt ist halt gelernt! Und wenn dann noch ein bischen Spezialwissen und Talent dazukommt.......
    Ob man es so bis ins Detail treiben muß weiß ich nicht, aber beeindruckend ist diese Leistung in jedem Fall.
    Feinmechanik nach meinem Geschmack!!!!!

  • Hallo Christian!


    Nein gelangweilt habe ich mich bestimmt nicht beim Betrachten deiner hervorragend ausgeführten Arbeit. Mich verwundert nur wieviel Mühe Du Dir mit dem Anfertigen der diversen Armaturen gegeben hast. Zugegeben sie sind hierzulande exotisch und nicht einfach zu beschaffen. Wie Du schon geschrieben hast, entsprechen sie US-amerikanischer Praxis.


    Dort habe ich in den Katalogen der einschlägigen Anbieter alle Teile und Armaturen als Messing Feingußteile wiedergefunden bis auf die Westinghouse Luftpumpe.
    z.B.:
    http://www.parowozy.com.pl/maj2008/21.jpg
    http://bowser-trains.com/In%20…ry%20Parts%20Page%203.jpg
    Siehe Steam Injector Large Modern Teil Nr. #13-112. Das ist nur ein Anbieter von Mehreren. Links kann ich Dir bei Interesse vermitteln.


    http://www.parowozy.com.pl/juli2008/42.jpg
    Beachte auch das teilweise komplett rot lackierte Gestänge. ;)

  • Hallo Freunde, hallo Lutz, Jürgen und Peter!
    Danke für Euer Feedback!
    Ihr ermuntert mich, auch weitere Beiträge einzustellen, die sich mit dem Eigenbau von Fahrzeugmodellen befassen.
    Jürgen
    Eins wird sicherlich nicht kommen, nämlich ein Echtdampfmodell- obwohl ich noch die Rahmenwangen und Außenzylinder der 19° unter meinem Bett liegen habe. Allerdings im Maßstab 1:8. Die heutigen Bestimmungen erlauben es nicht Kessel mit einem Wasserinhalt von mehr als 2l abnahmefrei zu bauen. Und die Abnahme dürfte preislich im Bereich eines Kleinwagens liegen. Und für H0 sind dann meine Finger zu dick. Aber eins ist sicher- die Beiträge zu den "Bellos" und auch der BR52 werden fortgesetzt.
    Ebenso werde ich, wenn es gewünscht ist, Beiträge zu einer Serienfertigung der Ol49 und anderer polnischer Lokomotiven schreiben.
    Ich weiß, daß ich mich mit meinen Modellen auf einem, in diesem etwas Anlagen -und Fremoaffinen Forum, exotischen Gebiet bewege. Und daher das Interesse eher weniger sein wird.
    @Lutz:
    Bei der PKP gibt es Vorschriften, die die Lackierung der Gestängeteile verbindlich anordnen. Hierbei sollen Anrisse im Material besser erkennbar gemacht werden. Allerdings wirrd hier oft noch das "Signal Swiat Polska" hinzugefügt. D.h. Verzierungen in den polnischen Nationalfarben angebracht. So werden beispielsweise die Schmierbehälter oft rot-weiß abgesetzt. Dies im Modell zu lackieren ist oft schwierig.
    Was die Armaturen angeht- bin ich ja bereits bei einem polnischen Kollegen fündig geworden. Nur habe ich , wie bereits geschrieben, noch keinen Kontakt herstellen können.
    Wie aufwendig die polnischen Kollegen bauen ist in diesem Faden
    http://www.forum.martel.pl/viewtopic.php?t=10275
    zu sehen.Sicherlich sind einige Teile bekannt (weinert/günther) aber im wesentlichen sind die typisch polnischen Teile neu entwickelt und gefertigt worden. Dabei läßt Mirek auch den Produktionsprozeß sichtbar werden- also klickt euch mal durch die 27 Seiten...


    Im Vorfeld hatte ich auch bei Bowser und anderen (im Walthers) nachgesehen und recherchiert. Die Amerikanischen Pumpen sind in der Regel zu groß. Die polnischen Pumpen bewegen sich Leistungsmäßig im Bereich max.125 l/min.Die restlichen Armaturen unterscheiden sich schon ein wenig- da sie in der Regel von der Wiener Fa Friedmann gefertigt worden sind. Einer weitere Veränderung haben diese Armaturen erfahren- als sie in Polen hergestellt worden sind.


    @Peter T
    Es wäre jetzt sicherlich vermessen, zu sagen, es sei Handwerk. Aber diese Detaillierung hat sich zum Einen Durch das Lesen und Schreiben in den Modellbahnforen ergeben. Hier werden ja in der Parallelwelt (der großen DSO) auch Eigenbaumodelle diskutiert und verrissen (auch zum Teil ohne Sachkenntnis).
    Zum anderen haben mich verschiedene Modelle angespornt, diesen Aufwand zu treiben- hier seien zum Beispiel die Modelle von Herrn Weiman (Sachsenstolz, miba) oder MeyerMotzen (BR62, DSO) genannt.
    Daß ich mich dabei weit vom ursprünglichen Ziel, eine Kleinstserie in Großserienqualität zu fertigen, entfernt habe, ist dem zweiten Grund, der räumlichen Enge meiner Bastelecke zu verdanken.
    Ein weiterer Grund war der Weiterbau des, ursprünglich als Urmodell geplanten, Kessels im Vorfeld zur Modellbahnausstellung in Jena 2008. Hier sollte eben etwas mehr , als ein paar nackte Teile zu sehen sein.


    @alle
    Ich möchte mit dem Vorstellen meiner Modelle Mut machen- auch mal den Um- (BR 43/44, Ty 43) oder Selbstbau von Lok- und Wagenmodellen zu wagen. Dabei habe ich mich bei letzterem auch noch nicht geschafft. Wird aber mit dem Umbau einiger Doppelstockzüge kommen.
    Dabei werde ich mich am Umbau von AF (EK) und den neuen Rivarrossi-Doppelstockwagen orientieren.


    Was den Bau und Umbau von Fahrzeugen angeht, denke ich nämlich, daß auf den hier und anderswo perfekt gestalteten Anlagen/Modulen Fahrzeuge verkehren sollten- die in der Qualität gleichwertig sein sollten.


    Ich freue mich über Hinweise oder Kritiken- die es ermöglichen einen möglichst vorbildgetreuen Fahrzeugpark zu erstellen. Obwohl mir klar ist, daß hier besonders im Thema PKP die Resonanz eher gering sein könnte.


    Ich wünsche allen Kollegen
    einen schönen Restsonntag


    Viele Grüße aus Jena
    Christian

  • Hallo,


    ich habe mal die von Christian angegebene Seite besucht und angeschaut. Da ich des Polnischen nicht mächtig bin, blieb es beim Angucken der vielen Bilder.
    Es ist schon bewundernswert welchen Aufwand und welche Genauigkeit MirekK beim Urmodellbau walten lässt. Das auch mir bekannte Wachsausschmelzverfahren ist leider nichts für den Heimgebrauch. Für den eigentlichen Gießvorgang müssen Profis oder zumindest Halbprofessionelle mit der entsprechenden Ausrüstung ran.
    Was man zu Hause machen kann ist natürlich der Urmodellbau.
    Mehr Geschick und Kenntnisse erfordert das Herstellen der wiederverwendbaren Abgußformen für das vervielfältigen der wächsernen Duplikate, das Zusammenstellen des Gießbaumes aus Wachs und bei viel Geschick auch das Herstellen der eigentlichen Gießform für den Messingguß.


    Ich denke bei einigen Forumsteilnehmern werde sich jetzt eine gewisse Anzahl an Fragezeichen über den Köpfen angesammelt haben was was ist.
    Da ich Christians Thread nicht kaputtmachen möchte, habe ich das in Modellbahnplaudereien ausführlicher dargestellt.

  • Hallo Leute!


    Aus aktuellem Anlass Gießverfahren im Modellbau.
    Ich denke bei einigen Forumsteilnehmern werden sich jetzt bezüglich Christians Thread über den Ok22 eine gewisse Anzahl an Fragezeichen über den Köpfen angesammelt haben was was ist.
    Daher möchte ich hier in bekannter Oberlehrermanier dem interessierten Forumisti einen kurzen Überblick geben.


    [ironie]Einschub: Während des Studiums war u.a. auch ein Gießereipraktikum machen bei dem man selber mit eigenen Händen ein Gußstück herstellen musste. Nicht die eigentliche Teilnahme am Praktikum, sondern erst die Präsentation des fertigen selbstgegossenen einwandfreien Gußstücks brachte den begehrten Schein. Schummeln wurde durch geeignete Maßnahmen unterbunden. Von daher die praktischen Erfahrungen.


    :wissenschaftler: EIN
    Bei den Lokmodellzurüstteilen gibt es beim Metallguß zwei unterschiedliche Arten:
    a) Weißmetallguß
    b) Messingfeinguß
    Beide Verfahren unterscheiden sich erheblich voneinander. Beiden ist jedoch gemeinsam, daß sie ein Urmodell brauchen. Wie ein solches Urmodell gemacht und er hat es hervorragend gemacht, wird hat Christian in seinem Thread über die Ok22 beschrieben. Man muß für ein solches Urmodell schon mehr als genau arbeiten damit der spätere Abguß auch gut wird.


    Weißmetallguß, kurz gesagt Blödsinn mit Lötzinn. Wer schon mal gelötet hat weiß wie das Metall sich verhält.
    Man kann weil der Schmelzpunkt nicht zu hoch ist z.B. aus geeigneten Silikonen direkt eine teilbare Gießform herstellen.
    Diese Gießform kann mehrmals benutzt werden.
    Am besten gleich eine grössere Form in der man mehrere Teile gleichzeitig giessen kann.
    Und damit das flüssige Metall auch schön in alle Hohlräume fließt sollte man den Druck künstlich erhöhen.
    Ganz raffitückisch macht man eine kreisrunde Form der Form mit dem Eingußtrichter genau in der Mitte.
    Die Formnester ordnet man dann so ziemlich am äusseren Rand an mit Kanälen die zum zentralen Eingußkanal unter dem Trichter führen.
    Jetzt lässt man das Ganze während des Gießvorgangs rotieren, füllt das schmelzflüssige Metall ein und die Zentrifugalkraft macht den Rest.
    Wenn das Weißmetall dann erstarrt ist, trennt man die Form und entnimmt die Gußteille mit samt dem Anguß.
    Die Teile werden getrennt und der Anguß kommt wieder in die Schmelze.
    Nach Säubern und aufbringen von Trennmittel ist die Form wieder bereit für den nächsten Gießvorgang.


    Vorteile, es geht rel. einfach und schnell und der Aufwand hält sich in Grenzen. Einfachen Weißmetallguß kann man auch zu Hause machen. Die Zinnfigurensammler z.B. giessen sich ihre Figuren selber. Dabei können auch Formen aus Gips verwendet werden.
    Nachteile sind die nicht ganz so gute Detailgenauigkeit. Es sind keine Hinterschneidungen möglich. Bei Christians Luftpumpe wären keine freistehenden Schmierleitungen möglich weil erstens die mechanische Festigkeit des Weißmetalls dafür zu gering wäre und zweitens die teilbare Form Hinterschneidungen nicht immer zu lässt. Die Leitungen müssten an den Pumpenkörper angelegt werden und wären dann nur noch als Relief beim abgegossenen Teil vorhanden.


    Links dazu:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fmetall
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schleuderguss


    http://www.gibsoncentritech.co.uk/animation.htm
    Das Video auf der ersten Seite ist interessant. Hier geht es zwar um ein Rohr, aber die grundsätzliche Technik ist dieselbe.




    Wesentlich aufwendiger ist dagegen die Herstellung von Messigfeingußteilen.
    Zunächst muß natürlich hier auch ein Urmodell hergestellt werden.
    Dann muß von diesem Urmodell eien Kopie aus wachs gemacht werden, das kann u.U. auch mit dem oben beschriebenen Schleudergußverfahren geschehen.
    Es gibt aber hierfür auch noch andere Gießverfahren die Hinterschneidungen zulassen.
    Damit hat man dann einen Abguß aus leicht schmelzbarem Wachs.
    Dieser Wachsabguß wird in eine flüssige keramischen Masse eingetaucht.
    Die keramische Masse, Schlicker genannt, setzt sich als dünne Schicht auf der Oberfläche des Wachsteils ab.
    Der Tauchvorgang wird so lange wiederholt bis daß die Schicht dick genug ist um als Gießform zu dienen.
    Anschliessend wird die Keramik gebrannt.
    Dabei schmilzt das Wachsmodell und läuft aus, so entsteht ein Hohlraum mit der Form des Wachsmodells.
    Erst jetzt kann der eigentliche Gießvorgang mit Messinglegierung ausgeführt werden.
    Nach dem Erkalten wird die Gießform zerschlagen um das Messingteil frei zu legen.
    Das Modell und die Gießform werden also jedes mal zerstört und müssen für jeden Gießvorgang neu angefertigt werden.
    In der Regel fügt man um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen und um den Aufwand zu reduzieren mehrere Wachsmodell zu einem großen Gießbaum zusammen.


    Links:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Feinguss
    http://www.feinguss-blank.de/d…ozess-keramiktauchen.html



    Der beschriebene Aufwand erklärt auch die bei den einschlägen Anbietern von Zurüstteilen vorhandenen Preisunterschiede zuwischen Weißmetall- und Messingußteilen.


    :wissenschaftler: AUS
    [/ironie]

    Mit freundlichen Grüssen


    Lutz

    Einmal editiert, zuletzt von Lutz K ()

  • Moin!


    Was den Bau und Umbau von Fahrzeugen angeht, denke ich nämlich, daß auf den hier und anderswo perfekt gestalteten Anlagen/Modulen Fahrzeuge verkehren sollten- die in der Qualität gleichwertig sein sollten.


    Das wäre auch mein Ansatz gewesen. Nachdem ich aber nun realistisch einsehen muss, dass ich wohl den Rest meiner Lebenszeit dafür drangeben müsste, um Christians Qualitätsniveau im Fahrzeugmodellbau zu erreichen, sammle ich fürderhin der Einfachheit halber nur noch Briefmarken - immerhin mit Bahnmotiven, so viel Restinteresse muss sein.


    Macht's gut!
    B. ;)


    PS: Christian - gerne mehr davon! Auch wenn ich da wenig zu kommentieren kann - der Selbstbau von Fahrzeugen ist ein Gebiet, mit dem ich mich (noch) nicht auseinandergesetzt habe. Kommt noch... :thumbup:

    Den wahren Freund erkennt man in der Not. (Cicero)

  • Hallo Kollegen,
    mir geht es an der Stelle genauso, wie Lutz, auf den polnischen Seiten kann ich auch nur die Bilder anschauen. Der Übersetzungsautomat produziert nur Dünnsinn.
    Mirekk zeigt hier den Werdegang von Feingußteilen. Von einem polnischen Kollegen habe ich mir mal ausschnittsweise Übersetzungen geholt. Demnach ist Mirekk wohl "Gelbgießer" und hauptberuflich im Bereich Bijouterie tätig. Somit gehört das Handhaben von Urmodellen und Abgießen zum täglichen Geschäft. Die Modellbahnteile entstehen so wohl auch nur "nebenbei".Deswegen ist es wophl auch so schwierig an ihn heranzukommen...oder auch Teile von ihm zu beziehen.
    In Polen scheint es wohl verbreitet zu sein, in Nestern zu fertigen- d.h. jeder fertigt die Teile die er beherrscht. Am Ende landet alles bei einem auf dem Tisch- der dann die Modelle montiert. Anders kann ich mir die verhältnismäßig großen Kleinserien nicht erklären...


    @Lutz:
    Erstmal Danke für den Beitrag über die Fertigung von Feingußteilen. Besser hätte ich es auch nicht erklären können. Und er hätte hier durchaus in den Faden gepaßt. (Vielleicht stellt ihn Rainer noch hinzu)
    Edit 2011-10-12 von Rainer: Was hiermit geschen ist. Siehe zwei Beiträge darüber.


    Ein Urmodell habe ich im eigentlichen Sinne auch nicht gebaut. Sondern ursprünglich war es geplant, daß Modell in einer Serie von maximal 10 Stück zu bauen. Dabei sollte die Lok die Fahreigenschaften eines Großserienmodelles haben. Gleichzeitig sollte auch die Detaillierung diesen enstprechen.Das wäre auch soweit möglich gewesen, wenn...
    Im Oktober 2008 hatte ich dann die Möglichkeit eine Vitrine bei der Jenaer Ausstellung zu belegen. Zu diesem Zeitpunkt war lediglich das Fahrwerk, Umlauf (mit Führerstand) und Kessel fertig. Zurüstteile waren noch nicht mal Ansatzweise zu sehen. Gut für die Ty43 Schienenfahrzeuge: Parowoz w Wolsztyne...früher war´s eine Liliput BR42 hatte ich schon mal was gebaut.
    Damit aber auf der Ausstellung nicht nur ein paar Teile rumlagen, habe ich dann am als Urmodell geplanten Kessel weitergebaut. Damit war dann die Verwendung als Modell nicht mehr oder nur unter großem Aufwand möglich.
    Dies stellte sich aber erst im Gespräch mit einigen in dieser Materie tätigen Leuten heraus.
    Somit wird diese Lok ein "Einzelkind" bleiben.
    Selbst die Verwendung des Kessels als Urmodell hätte mich vor finanzell nicht erwartete Größenordnungen gestellt.
    Und damit kommen wir zum nächsten Aspekt: der Kessel hätte etwa 120 ,-Euronen gekostet. Mit den restlichen (selbergemachten) Teilen hätte der bisher angefertigte Teil schon etwa 2-3 TEUR gekostet. Eine Summe, die ich unmöglich hätte vorfinanzieren können.
    Sicherlich ist es möglich, Urmodelle selber zu bauen und sie dann dem Gießer zu schicken- aber in 90% der Fälle dürfte dies schief gehen. Der Bau der Modelle sollte schon mit dem Gießer abgestimmt werden.
    Alsobleibt nur das selberbauen ....


    Boscho:
    Du brauchst nicht Briefmarken sammeln : Ich denke (und unser Gespräch hat mich darin bestärkt) hier wird was ganz großes auf uns zukommen. Und es ist auch keine Schande, etwas nicht kommentieren zu können. Geht mir mit Gebäuden genauso (hier kann ich mich nur zu den Baumethoden äußern).
    Aber noch etwas hat das Gespräch für mich gebracht- ich werde mal noch ein wenig zum Vorbild schreiben-und vor allem Zeigen.



    Viele Grüße
    und
    eine Gute Nacht
    Christian


  • Also Boscho,


    nicht ins Bockshorn jagen lassen. Was Christian hier betreibt ist Modellbau in extremer Form. Deswegen nicht gleich frustriert sein, Du musst auch Christians beruflichen Hintergrund dabei sehen. Z.B. ich als Seiteneinsteiger muß mich da erst hineinfinden und mir die Fähigkeiten mühsam nach und nach selber aneignen.
    Kommt auch darauf an wo man seine Prioritäten setzt. Wer Z.B. keine eigene Anlage besitzt und durch Zu- und Umstände auch leider keine bauen kann, "tobt" sich auf anderen Gebieten aus d.h. er setzt seine schöpferische Energie und Kreativität auf anderen Gebieten in die Tat um. Das kann dann eben auch ein sehr spezieller Bereich des Aspekts vorbildgetreue Modellbahn sein.
    Wenn Du aber jetzt anfängst mehr und größer zu bauen, wie eine ganze Anlage und willst auch noch richtig Betrieb machen, musst Du halt die Notbremse ziehen und irgendwo Abstriche machen.
    Damit Du auch vor der Vollendung des 85. Lebensjahres in den Genuß der ersten Zugfahrt auf Deiner Anlage kommst.
    Das muß denn auch jeder für sich selber entscheiden wie er glücklich wird. *#'


    http://www.us-modelsof1900.de/
    Diese Homepage betreibt ein guter Bekannter aus der US-Szene von mir. Ich schaue mir auch seine Arbeit mit Vergnügen an ohne gleich frustiert zu sein weil ich es nicht genau so gut kann wie er.
    Ganz besonders empfehle ich mal den Baubericht über die Lake Terminal Gondolas aufmerksam zu lesen.
    Und ich durfte es selber mal ausprobieren, wenn man am Handrad für die Bremse dreht bewegt sich das Bremsgestänge wie beim Vorbild. :thumbup:

  • lieber Lutz,
    im Moment bin ich aus Platzgründen ja auf meine 1,8 m² beschränkt, und da ist eben nicht mehr drin, als ein paar einigermaßen detaillierte Modelle zu bauen. Sicherlich, mein Beruf hilft mir schon sehr dabei. Dabei bin ich, was den Bau von Anlagen/Gebäuden weniger als mäßig talentiert. Meine letzten Anlagen liefen, nicht mehr. Und es waren wohl auch Häuser und Bäume drauf :D:D
    Beim Betrachten der Modelle des Dresdener Kollegen blieb mir einfach nur das Maul offen stehen- bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
    Ich möchte auch nicht bis zum 85. Lebensjahr auf die erste Zugfahrt warten- wobei ich hoffe, daß dies die Mitte meines Lebens ist :D


    Viele Grüße
    Christian

  • Diese Homepage betreibt ein guter Bekannter aus der US-Szene von mir.


    Boa eh, wieder so ein goldenes Händchen. Kannte ich noch nicht und hab mir die Seite jetzt fast eine Std. reingezogen. Ganz toll. Vor allem auch die Tipps und Tricks zu den Spannschlössern und Handläufen.
    Da kamen mir die Erinnerungen an meine ersten Halterungen:



    Im Vergleich mit dem Dresdner Kollegen nicht der Brüller, aber immerhin....
    Habe mir die Seite mal gespeichert. Sehr guter Link!
    Aber nun Schluß, ich will dem Christian seinen Faden nicht kaputtschreiben.

  • Einen guten Abend Wolfgang S, hallo Kollegen
    die Kuppelstangen sind auch geätzt. Allerdings nicht von mir. Sie stammen aus dem Ätzbogen zur Detaillierung der GFN-BR38 von Reitz. Sie sind dort unter der Nummer 1510 erhältlich. Zusammen mit den Feingußteilen 1128,1129 und 1130 sind sie dazu gedacht, die GFN-BR 38 in eine Lokomotive der Bauart 1908 umzubauen. Diese Bauform ist ja bekanntlich bis zum Ausscheiden von Robert Garbe mit einer Hängeeisensteuerung gebaut worden.
    Leider ist mir bisher nur ein Umbau in diese Bauform bekannt:
    http://www.schmitz-esser.de/de/1_8_3_preusspacht.php
    Erst die Bauart 1913 hatte dann den von allen Großserienherstellern gefertigten Steuerungsträger für die Steuerung mit Kuhn´scher Schleife.



    etwas off topic
    Der Einbau dieser Steuerungsform sorgte dann bei der P8 für einen etwas ruhigeren Lauf. Die P8 hatte ja besonders in der alten Bauform einen recht "harten" Lauf- welcher zum einen durch den mangelhaften Masseausgleich (der hin- und hergehenden Massen im Triebwerk) und zum anderen durch die in dieser Form ungeeigneten (Hängeeisen)-Steuerung hervorgerufen wurde.
    Üblicherweise haben (Schlepptender)-Lokomotiven eine Hängeeisensteuerung, da sie bei Vorwärtsfahrt aeine günstigere Dampfverteilung garantiert. Dabei liegt hier die Schieberschubstange unterhalb des Drehpunktes der Schwinge. Schwingenbewegung und die Bewegung der Schieberschubstange beschreiben hier konzentrische Kreise. Das erfordert aber das der Drehpunkt der Steuerwelle hinter dem Drehpunkt der Schwinge liegt. Zudem muß die Gegenkurbel voreilen, d.h. der Drehpunkt der Gegenkurbel vor der Mittellinie der Achse liegen.
    Bei der P8 (wie auch bei der T18 ) liegt die Steuerwelle jedoch VOR der Schwinge- im Zusammenhang mit der NACHEILENDEN Gegenkurbel steht die Schieberschubstange bei Vorwärtsfahrt oberhalb des Drehpunktes der Schwinge.Dabei beschreiben die Bewegung von Schwinge und Schieberschubstange sich schneidende Kreise. Deswegen vergrößert sich das (immer vorhandene) Steinspringen des Lagersteins in der Schwinge. Die Folge ist eine ungleichmäßige Dampfverteilung beider Zylinderseiten und ein harter Lauf.
    Würde man jetzt die Gegenkurbel der Steuerung voreilend montieren, wäre eigentlich alles in Ordnung. Wie gesagt eigentlich. Denn bei der Sinnfälligen Bewegung des Steuerungshandrades nach Rechts (Vorwärtsfahrt) würde jetzt die Lok Rückwärts fahren.
    Eine Weitere Lösung wäre, die Steuerstange greift unterhalb der Steuerwelle an (wie bei der BR42/52).
    Mit dem Umbau auf Kuhn´sche Schleife wurden sinnfällige Bewegung, Lage der Schieberschubstange und Fahrtrichtung vereinfacht und der Lauf verbessert.


    Nach dem kurzen Ausflug in die Lokomotivtechnik, wieder zurück zum Ätzbogen 1510:
    Mit diesem Bogen werden die Treib, und Kuppelstangen in der Ursprünglichen Form (mit Nachstellagern) dargestellt. Die Großserienlok von GFN und MÄtrix sind mit den Nachbaustangen mit Buchsenlagern ausgestattet.
    Da die Ok22 nun eine Weiterentwicklung der pr.P8 der Bauform 1913 ist , konnte ich auf diesen Bogen zurückgreifen. Dabei bin ich allerdings mehrere Kompromisse eingegangen.
    Der Achsstand zwischen ersterKuppelachse und Treibachse entspricht dem der P8 (mit dem Kompromiß des beim GFN-Modells um 1mm verlängerten Achsstandes, Spurkränze). Die Ok22 differiert in diesem Bereich doch um 200 Millimeter.


    Sollten noch Fragenn zur Dampfloksteuerung auftauchen- einfach mal Fragen.
    In den nächsten Tagen werde ich noch ein paar Fakten und Bilder zum Original der Ok22 31 zusammentragen und einstellen.


    Rainer
    Danke! für das Einbinden des Beitrages.


    Viele Grüße aus Jena
    Christian


    Der bis zum Erreichen der Leidensfähigkeit Hemden gebügelt hat :D

  • Servus Christian,


    habe mir heute mal deinen Beitrag durch gelesen und bin fasziniert was du für ein Feingefühl für das Detail hast. Ich muss sagen ich kenne die Lok vom Typ ja nicht, ich empfinde sie aber als Exoten und als echter Hinkucker. Was ich mich jetzt frage, warum hast du dieses Modell gewählt und vor allem warum von der PKP, evtl. habe ich ja was überlesen aber das würde mich sehr Interessieren. Ich hoffe das wenn sie dann Lackiert ist und im Baustadium voran geschritten Fotos folgen..den der Beitrag kommt in meine Favouriten :thumbsup:


    liebe grüße Rico

    ooohhrr ischh wer Blöde dat ist Hnulll, mit liebe zum Detail.

  • Hallo Rico...
    ersteinmal Dank für das Lob!
    Warum die Ok22 ?Nachdem bei der DR der "Dampf ausgegangen ist" und ich die allfälligen Plandämpfe nur noch zum Gähnen fand, habe ich meine Fühler nach Osten ausgestreckt. Naja auch nicht ganz richtig- 1989 war ich das erste Mal in Polen und war vom Dampfbetrieb fasziniert. Gab es hier doch noch jede Menge Altbau-52 im Betrieb zu sehen. Gleichzeitig die eleganten Ol49 und auch noch vereinzelte Exemplare der deutschen Länderbahnlokomotiven.
    Irgendwann habe ich das "nach dem Dampf herjagen" aufgegeben. Irgendwie war alles schon bekannt. Dann ist mir Hubertus Schmidt´ "Dampfbahnen in Polen" in die Hände gefallen. Einer der letzten Plandämpfe war dann die Aktion "Metropol". Dabei interessierten wir (mein Freund Jürgen Baumert auch aus Jena und ich) uns besonders für den polnischen Teil. Hier war dann am "Tag der deutschen Einheit" ein Zug bis nach Krzyz durchgeführt. Dazu gab es noch zwei Personenzugpaare von Kosztrzyn nach Krzyz. Ein Zugpaar wurde von Ok1 359 ein weiteres von einer Ol49 geführt.
    Dabei war ich dann von dem Flair der polnischen Eisenbahn völlig fasziniert.
    Später habe ich dann das Bw Wolsztyn besucht. Hier ist ja noch immer dampf, wenn auch in Sparflamme zu beobachten.
    Dabei habe ich den niedergehenden Dampfbetrieb beobachten können. Es entstand dann auch der Wunsch- polnische Lok zu haben. Bei den Großserienherstellern gabs aber nichts- das hat sich erst in den allerletzten Jahren geändert. Und hier bin ich auch nicht so recht glücklich über die Ausführung. Die polnischen Foren waren mir auch noch nicht bekannt.
    2008 war ich dann in Wolsztyn und habe einige, ebenfalls deutsche Eisenbahnfreunde getroffen.
    Nach einem Abendessen im "Europa" ist es dann passiert...
    Dabei muß ich nachschicken- die Ok22 habe ich nur zwei- drei Mal im Einsatz gesehen. Ich war aber schon immmer von dieser recht modern wirkenden Lok beeindruckt.Nach besagtem Abendessen und einigen Zubrowka (Wodka mit Büffelgras) ist dann die Idee geboren worden, die Ok22 zu bauen.
    Recht schnell hat sich herausgestellt, daß die Quellenlage erschreckend schlecht war...lediglich eine Broschüre über die Lok des Bw Wolsztyn wechselte in meinen Besitz. Hier waren wenigstens die Hauptmaße abzunehmen. Einige Tage später wechselten dann noch ein paar Zloty und der Kartonmodellbaubogen dr Ok22 (aus dem Zetka-Verlag) den Besitzer.
    Und nochmal warum die Ok22?
    Diese Lok zeigt zum ersten Mal Konstruktionsmerkmale der späteren Einheitslok (die Lok ist ja auch von Hanomag entwickelt worden), gleichzeitig hat sie noch Baumerkmale der preußischen Lokbautradition...
    Und es war eine von zwei noch existierenden Lok.
    Der erste Gedanke war, die Lok stelle ich auf ein Fahrwerk der GFN-P8- schon allein aus dem Grund, weil es mehrere Lok werden sollten.Die anderen Kollegen hatten ja auch Interesse angemeldet.
    Recht schnell war aber klar, das dieser Gedanke in die Irre laufen mußte- am GFN Fahrwerk wären jede Menge Anpassungsarbeiten nötig gewesen. Der Aufwand wäre größer gewesen, als ein neues Fahrwerk zu entwickeln.
    Also habe ich angefangen, den Kartonbogen zu vermessen und daraus Ätzbögen zu entwickeln. Immer noch war der Bau einiger Lok angedacht- das hat sich dann erst geändert, als ich, wie schon angeführt, ausstellen konnte.
    Irgendwann habe ich angefangen, die Armaturn zu bauen (immernoch waren mir die polnischen Foren unbekannt)- habe ich jede Armatuer sozusagen aus dem Vollen gefeilt. Und wenn ich eben einmal anfange- dann kann ichs auch gleich richtig machen. Gleichzeitig hatte ich auch angefangen bei DSO zu lesen. Und hier gab es zu diesem Zeitpunkt jede Menge guten Modellbau zu sehen. Über einige Links kam ich dann zu den polnischen Foren- allerdings ist es mir nicht so recht gelungen , Kontakt herzustellen und ggf Teile zu beziehnen.
    Also blieb nur selberbauen- anfangs auch noch als Urmodell gedacht-hier haben mir aber die Gießer einen Strich durch die Rechnung gemacht (s.o.).
    Nun baue ich das "Einzelkind" fertig. Im Grunde genommen, sind die Foristi am derzeitigen Ergebnis "schuld" !
    Warum aber PKP? Wie schon im Profil angegeben- möchte ich mal eine Anlage nach brandenburgischen Motiven bauen. Und dabei ist es leicht von einer Oder-/Neißeseite auf die andere zu wechseln. Ich mag die Landschaft mit ihren kleinen Landbahnhöfen und den Kiefernwäldern.
    Auf der brandenburgischen Seite kann ich dann die (bereits vorhandenen) schweren Kohlezüge einsetzen, die von den Lok der BR43 oder 52 gezogen werden. Diese Lok stehen auch noch auf der "to do"-Liste.


    Den Beitrag werde ich in Bälde mit neuen Fotos der Lok fortführen. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis die beiden polnischen Dampfer( Schienenfahrzeuge: Parowoz w Wolsztyne...früher war´s eine Liliput BR42 ) lackiert werden.
    Zu gegebener Zeit werde ich dann die fertigen Lok vorstellen.


    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo Christian
    ich habe Deinen Bericht über die OK 22 gelesen. Ein großes Lob an den Modellbauer CHRISTIAN. Die Detailarbeit die Du hier zeigst ist einfach (zweifach) Klasse! Um so tief in die Feinheiten einsteigen zu können, sind sicher einige Besuche in Polen angefallen. Fazit: mach weiter so. Viele Grüße Herbert.

  • Hallo Herbert,
    Danke für Dein Lob. Allerdings ist an der Lok noch nicht viel mehr passiert als im Beitrag zu lesen ist. Letztes Jahr hatte ich die Weinert 81 fertiggestellt- und dann war ein wenig die Luft raus. Im Winter habe ich dann noch die Ätzbögen für den Tender entwickelt. Der ist im Prinzip ätzfertig.
    Auch der Antrieb ist mittlerweile in allen Teilen vorhanden.
    Seit April bin ich mit der Entwicklung eines Schmalspulok-Modells beschäftigt- allerdings komme ich im Moment auch nicht so recht weiter. Nach der Fertigstellung der Schmalspurlok wil ich dann alle begonnenen Baustellen abarbeiten. Dann wird dieser Beitrag auch redaktionell überarbeitet in einer neuen Form hier erscheinen.


    Viele Grüße
    Christian