Die BR50 von Roco und was ich damit angestellt habe.

  • Hallo,

    als Ergänzung zum Thema Sound:


    A friend of mine coined the term "DCs" which stands for "DC syndrome". This describes the old DC days behavior of "turn up the throttle slightly and see if the loco moves, if it doesn't move turn it up slightly once more, if it doesn't move that time then twist it all the way to full". In DCC and especially if you are running one of my locos the result will be that you will always be over-controlling the loco (asking it to perform exactly as the throttle is set right now instead of waiting for the loco to catch up with the current setting (aka momentum). There are a few guys out there who simply can't learn how this works - and they often are the ones loudly complaining "I don't have my train" when they don't see instant response. A train moves (accelerates and decelerates) like a ship, not like a Ferrari. Did you know that the Enterprise starts slowing down about 50 miles out in order to come thru the Golden Gate?

    Quelle: Jim Betz in Soundtraxx Users Group V. 21.05.2024

    Anmerkung: Wenn Analogfahrer auf einmal eine Digitallok mit vorbildgetreuen Verhalten fahren.

    Frei übersetzt:

    Ein Bekannter meint mit dem Begriff "DCler" eigentlich das Analog-Syndrom. Es beschreibt das althergebrachte Verhalten am Reglerknopf des alten Analog Trafos. Drehe den Knopf um einen Bruchteil eines Millimeters and beobachte ob die Lok sich bewegt. Wenn nicht, dann drehe ein ganz kleines bischen weiter. Wenn sie sich dann immer noch nicht bewegt, (Anm. Da es hier ein DCC Regler ist) wird (irritiert) der Knopf bis zum Anschlag gedreht. Bei DCC und insbesondere wenn du eine meiner Loks fährst, wird deine Erwartungshaltung der Überkontrolle (Sie soll genau so von jetzt auf gleich reagieren ohne jegliche Verzögerung wie der Drehknopf gerade steht.) stets nicht erfüllt. Anstatt zu warten bis die Lok ihre Ist-Geschwindigkeit an die Soll-Geschwindigkeit der Reglerknopfstellng angepasst hat ( Trägheitsmoment genannt). Da sind ein paar Modellbahner die nicht begreifen wie es funktioniert und es auch nicht lernen. Dann schreien die laut: "Ich habe meine Lok nicht im Griff" wenn sie ihre Lok nicht im unmittelbaren (Kontrollfreak-) Zugriff haben. Ein Zug bewegt sich (Beschleunigen und Bremsen) eher wie ein Schiff und nicht wie ein Ferrari. Wussten sie, das die Enterprise (gemeint ist der Flugzeugträger der US Navy) schon auf See 50 Seemeilen vorher ihre Geschwindigkeit drosselt bevor die das Golden Gate passiert?

    Mit freundlichen Grüssen

    Lutz

    Einmal editiert, zuletzt von Lutz K (5. August 2024 um 22:14)

  • Hallo,

    diese 50er ist jetzt bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig gestellt:







    Vor einer neuen Loknummer habe ich mich bis jetzt erfolgreich gedrückt. Den schlimmsten Fehler den man bekanntlich als Deutschmodellbahner machen kann ist Falsche Loknummer. Ich werde mir noch einmal den Band 2 der EK Bücher über die BR50 vornehmen müssen.

    Ansonsten es ist ein Modell zum vorbildgerechten Fahren. Alle Bewegungsabläufe als auch die Geräuschkulisse des Vorbilds können auch im Modell im Zeitfaktor 1:1 nachvollzogen werden.

  • Hallo Lutz,


    danke für Deine Umbauberichte.
    Wenn Du eine passende Nummer mit Lokalkolorit suchst, so ist die 50 473 eine gute Wahl: 1969 war sie in Darmstadt beheimatet.
    Die Attribute passen: 4-domiger Kessel, Norm-Führerhaus, Witte Windleitbleche, offene Schürze, eckige Einströmrohre, offene Rauchkammerstütze, 2'2'T26 Kabinentender. Hier die Bildlinks:

    https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/80671.jpg

    https://eisenbahnstiftung.de/images/bildergalerie/80670.jpg

    Herzliche Grüße

    Andreas


    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo Andreas,

    vielen Dank für die Vorschläge. Ich fühle mich aber zur alten Heimat Ruhrgebiet hingezogen. Das heißt vor allem BD Essen und die angrenzenden BDen.

    Gefunden habe in in der BD Essen ich:

    50 2995 BW Wanne-Eickel

    50 1341 BW OB-Osterfeld


    Bei der BD Münster waren die in Frage kommenden 50er weit im Norden stationiert. Ich denke nicht, daß Loks aus Rheine, Gronau oder gar Emden bis ins Revier kamen.


    Bei der BD Köln habe ich keine entsprechenden 50er gefunden.


    Bei der BD Wuppertal:

    50 1414 BW Dieringhausen, wo ich hier der Meinung bin, daß die eher im Bergischen unterwegs war.

    50 2341 und 50 133 BW Bestwig, für mich fraglich ob die auch ins Revier kamen; aber wir haben ja hier im Forum einen Spezialisten für das BW Bestwig.

    50 825 BW Betzdorf, die dürfte eher in Richtung Köln eingesetzt worden sein.


    Es ist und bleibt ein Tretminenfeld mit den Loknummern.

    Mit freundlichen Grüssen

    Lutz

    Einmal editiert, zuletzt von Lutz K (20. September 2024 um 11:32)

  • Hallo Lutz,

    na, dann wird es doch deutlich leichter, eine Lok zu finden;-) Ich werde Dich mal ins Minenfeld begleiten, wenn Du magst?!

    Ich gehe mal auf Deine Liste ein und fange bei der BD Münster an:
    Loks aus Rheine kamen nur bis Osnabrück; Loks aus Gronau kamen vereinzelt ins Ruhrgebiet bis Oberhausen-Osterfeld: Loks aus Emden kamen auch ins Ruhrgebiet. Das waren aber immer Leihloks an das Bw Münster, deshalb kann ich z.B. auch die 50 2759 einsetzen. Zu der Lok mit Henschel-MV gibt es sogar ein Bild.
    Ergänzung: Die Bw Kirchweyhe und Osnabrück fuhren bis Hamm.

    BD Wuppertal, da bleiben die Dieringhausener Loks tatsächlich im Bergischen, Bestwiger Loks liefen nicht ins Ruhrgebiet (Wolfgang kann das aber sicher beantworten). Betzdorfer liefen nach Köln. Das hast Du alles richtig formuliert.
    Ergänzung: Das Bw Hagen-Vorhalle kam bis Gelsenkirchen, Hattingen und Oberhausen West.
    Das Bw Schwerte fuhr nach Hamm und Dortmund.
    Das Bw Wuppertal-Langerfeld fuhr bis Bochum-Dahlhausen, genauso Lok des Bw Wuppertal-Vohwinkel.
    Das Bw Hagen Gbf kam bis Dortmunderfeld und Dortmund Vbf.

    Bei der BD Köln kommen Lokomotiven des Bw Hohenbudberg in Frage. Jedoch habe ich keine passende Lok gefunden.
    Ergänzung: Das Bw Köln-Eifeltor fuhr fallweise bis Dortmund Rbf und Oberhausen.

    Und bei der BD Essen gab es eine ganze Reihe passende Loks. Nur ausgerechnet die 50 1431 passt nicht. Ja, auf den ersten Blick ist alles da, aber: Der Kabinentender ist einer der Vorserien- oder Erste-Serie-Kabinentender, erkenntlich an den über den Wasserkasten geführten Aufstiegsleitergriffstangen mit der oberen Abrundung.

    Und zur 2995 habe ich keine Unterlagen...

    Aber das macht nichts: Ich habe für Dich ein Dutzend anderer Lokomotiven gefunden, die Du bedenkenlos nehmen kannst:
    50 208 1966 Bw Bochum-Dahlhausen
    50 460 1970 Bw Wanne-Eickel
    50 1225 1973 Bw Wedau
    50 1255 1973 Bw Wanne-Eickel
    50 1300 1973 Bw Oberhausen-Osterfeld Süd
    50 1444 1976 Bw Wedau
    50 1862 1967 Bw Wedau
    50 2291 1974 Bw Oberhausen-Osterfeld Süd
    50 2626 1976 Bw Wedau
    50 2763 1972 Bw Wanne-Eickel
    50 2843 1970 Bw Wanne-Eickel
    50 3073 1972 Bw Gelsenkirchen-Bismarck

    Soweit meine Suchergebnisse mit denen wir das Minenfeld erfolgreich umschiffen konnten. Ich hoffe, die Liste hat ein wenig geholfen.

    Herzliche Grüße

    Andreas


    … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …

  • Hallo,

    die letzten H0 50er für mich:

    Letztes Jahr im Herbst aus Langeweile in der bösen Bucht herum gestöbert und eine Roco 50er für deutlich unter 100 Öcken gefunden. Das Teil gekauft und das kam bei mir an:

    Die hat wohl man einen Absturz gehabt. Einen heftigen Aufschlag hat sie wohl gehabt, wenn ich mir den Bügel der Kupplung so betrachte.


    Die obere Lampe ist abgebrochen und fehlte, ebenso wie die Leiter rechts. Der rechte Puffer war verbogen.


    Vorne fehlten der Schornsteinaufsatz und die Tritte an der Pufferbohle. Die Ventilhandräder an den Domen waren noch alle da, obwohl schon 2 verbogen waren. Die Glocke war abgeknackt.


    Einiges hat sich unten in der Schachtel wieder gefunden. Die Leiter und die Tritte sind aus meinem Ersatzteilfundus. Ebenso eine neue Glocke mitsamt Halter.


    Die wiederhergestellte Tenderrückseite. Obere Lampe und Lichtleiter sind aus meinem Fundus.



    Die Windleitbleche wurden gerichtet und die Lok zugerüstet.





    Die gekröpften Treibstangen wurden gerade gerichtet. Sieht einfach besser aus.


    So sieht die wiederhergestellte Lok jetzt aus.

    Was folge war die bei mir übliche Umbau auf 3-Punkt Lagerung der Fahrwerke. Dafür habe ich meinen Ersatzrahmen verwendet, ein Schwerter Rahmentausch im Kleinen sozusagen. Die Spurkränze wurden dann bis auf 0,5mm abgedreht.


    Das sind die zu bearbeitenden Teile.


    Und noch einmal ein Vergleich von unbearbeiteten und bearbeiteten Lokrahmen.

    Die Lok wurde dann für DCC umgebaut und eine 8-polige Schnittstelle geschaffen.

    Frage: Warum nur 8-polig?

    Antwort: Es gibt hier nur Licht vorne und Licht hinten. Ende Aus.

  • Hallo,

    die nächste (ultimative?) 50er kam mit einem Sturzschadens zur mir. Daher konnte ich sie günstig erwerben. Hier die Schadensbilder:

    Ein verzogenes Drehgestell und ein heftig verbogener Aufstieg.


    Die Pufferbohle am Tender war nach oben gebogen.


    Zudem war noch ein Teil des rechten Puffertellers abgebrochen. Die obere Lampe schielt und der Schienenräumer ist verbogen. Der Tritt auf dieser Seite fehlt komplett. Von den Handstangen oben auf dem Wasserkasten fehlte eine komplett und die andere war abgbrochen.


    Das verbogene Drehgestell. Da hatte vorher schon jemand die DG Seitenwange an die Quertraverse geklebt. Wie sich später heraus gestellt hat, war das Gewinde der Befestigungsschraube ausgerissen. Wäre es doch ordentlich winkelig geklebt worden, aber leider war es schief angeklebt worden.


    Das hintere DG war i.O. Dafür ist einer der Bremsluftbehälter verschoben. Der Schmutzring zeigt das Rad im starren DG was ständig nicht richtig auf der Schiene aufliegt. Die Radbreite ist übrigens Code93 (2,4mm breit).


    Die Lok selber ist nicht abgestürzt. Lediglich verbogene Handstangen auf der Pufferbohle waren zu verzeichnen so wie ein verbogenes Ventil am Speisedom.


    Das war bis jetzt nur die Schadensaufnahme.

  • Hallo,

    @ Axel; nicht ganz so kleines Geld, aber dem Zustand angemessen.

    Die FReparatur des Tenders zuerst:


    Abnahme des Tendergehäuses. Es wird durch 4 kleine Schräubchen gehalten. Innen ist es bis auf ein paar Kabel leer.


    Drehgestelle ausgebaut, deutlich sieht man das stark verzogene DG.


    Und der verschobene Luftbehälter.


    Die ganze Pufferbohle des Tenders ist nach oben gekippt.


    Hier wird dann wohl gebogen werden müssen.



    Das wieder gerade gerichtete DG. Die schiefe Verklebung habe ich mit der Flamme gelöst. Die rote Farbe ist dadurch schwarz geworden. Anschliessend stellte sich heraus, daß das M1,6 Gewinde zur Befestigung mit der Seitenwange an die Quertraverse ausgefranzt war. Ich habe dann die Bohrung entsprechend vergrössert und einen neues Gewinden mit M2,0 geschnitten. Die ebenfalls betroffene Nachbildung des Bremsgestänges wurde gerichtet. Dann liess sich alles klemm- und verspannungsfrei montieren.


    Am Tenderrahmen wurde der Luftbehälter und die hintere Puffewrbohle mittels grober Zangen aus dem Traktorwerkzeugkasten gerichtet. Manchmal muß man eben wohldosierte sanfte Gewalt anwenden.

  • Hallo,

    An der Lok selber war ausser dem Richten der Handstangen auf der vordren Pufferbohle erst einmal nichts daran zu machen.


    Den Tenderaufstieg haben ich versucht zu richten. Die Messinglegierung war hier jedoch zu spröde und es ist leider ein Teil abgebrochen. Habe dann von Weinert Ersatz geordert.


    Die Türen an Lok und Tender so wie das Übergangsblech sind beweglich. Die 1-adrige Elektroverbindung ist für die Stromabnahme vom Tender. Das Kuppeleisen zwischen Lok und Tender besteht aus Platinenmaterial und ich damit isoliert. Daher die Kabelverbindung.


    Die Windleitbleche sind nicht optimal angebracht, aber nicht so schlimm wie bei Roco.


    Die Rauchkammertür lässt sich öffnen. Dahinter ist die Nachbildung des Funkenfängersiebs noch schwach erkennbar.


    Ein Handrad ist mir beim Richten abgebrochen. Ersatz habe ich noch von Crottendorf. Der Lokrahmen ist voll durchbrochen, die Rahmenausschnitte sind genau da und in der Größe vorhanden wie sie es auch beim Vorbild sind.


    Dann konnten ersten analogen Probefahrten gemacht werden. Die Stromabnahme ist verbesserungswürdig.

  • Hallo,

    Zeit für einige Vergleiche:

    Roco und Lemaco. Das Lemaco erschien 1990, von der Modellbahnpresse hochgelobt und hochgejubelt. Aber diese Lok mit einem 4-stelligen Einstandspreis konnten sich nur wenige leisten.

    Zwei Jahre später brachte Roco 1992 seine 50er auf den Markt. Auch dieses Modell war damals rel. teuer und kratzte an der 300,- DM Marke. Der Straßenpreis war um die 270,- DM. Immer noch ein tiefer Aderlass des Modellbahnbudgets, aber schon eher bezahlbar. Und für diesen Preis hat Roco damals sehr gute Arbeit abgeliefert der den Vergleich mit dem Lemaco Modell nicht zu scheuen brauchte.


    Ich habe an meiner Roco 50er schon etwas herum gebastelt.


    Der nächste Vergleich mit einer weiteren bekannten Edelmarke die eine ganz andere Philosophie pflegt.


    Hier war meine Aufgabe die Montage der Steuerung und gängig machen des Fahrwerks. Hier mussten so manche spitzen Kanten unauffällig abgeschliffen und rund gefeilt werden damit sich da nichts verhaken kann.


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    Eine der Probefahrten. Die Schieberführungen des Weinert Fahrgestells sind nur lose eingesteckt, es soll später lackiert werden. Ein kleiner Klemmer ist an der Weiche zu sehen, hier hat ein Radsatz ein etwas zu kleines Radsatzinnemaß und klemmt zwischen Radlenker und Herzstück der Atlas Weiche nach NMRA. Der Messingklotz dient der Gewichtssimulation des Gehäuses.

  • Hallo Lutz,

    Ich weiß, daß Du ein Fan der roco- 50 bist... und Deiner Einschätzung, daß roco gute Arbeit geleistet hat- kann ich nur beipflichten.

    Nur der Lemaco- Lok kann ich überhaupt nichts abgewinnen. Irgendwie erinnert mich die Lok an eine uralte Fleischmann- Lok.

    So weit meine Gedanken

    Viele Grüße Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.

    Weisheit eines mir unbekannten

  • Hallo,

    Anno 1969 war die damals im letzten Jahrhundert erschienene Fleischmann BR50 ein Supermodell. Nach den damaligen Standards wohlgemerkt. Ich habe selber welche besessen, sie sind schon lange wieder verkauft und ich würde mir Heute diese Modelle nicht mehr antun. Zeit schreitet voran und Ansprüche steigen an. Die fortschreitenden technischen Möglichkeiten lassen Heute Entwicklungen zu die damals unvorstellbar waren. Die Grenzen des Machbaren (ver-)schieben sich immer weiter. Aber rückblickend, was sieht man Heute wenn man ein altes GFN BR50 Modell betrachtet? Erst einmal fällt die hirschgeweihähnliche vordere Pufferbohlen auf, viel breit und viel zu hoch. Kohlehaufen auf dem Tender mit Böschungsschrägen die jeder Schwerkraft und Schüttgutmechanik spotten. Der hauseigene Pfannkuchenmotor musste ja irgendwie kaschiert werden. Die falschen Drehgestellblenden am Tender, die kaufmännische Sparsamkeit entschied diese Teile von der 2 Jahre zuvor erschienenen BR01 NBK zu übernehmen. Vieles andere mehr, wie z.B. Rasantgetriebe (um den kindlichen Spieltrieb nach flitzenden Fahrzeugen genüge zu tun, aber bloss keine zu langen Güterzüge dahinter hängen, sonst sendet der überlastete Antrieb in der Mörderwendel Rauchzeichen...). Zu allem Überfluss war die GFN 50er nicht in 1:87 ausgeführt, sondern "im angenäherten H0-Maßstab" (O-Ton Peltzer) so um 1:85 mit einzelnen Abmessungen sogar in 1:82 ausgeführt. Und das jetzt mit einem maßstäblichen Kleinserienmodel vergleichen?

    Anno 1974 brachte Märklin seine Interpretation einer BR50 auf den Markt. Von der Detaillierung nicht besser als die GFN 50er, aber wenigstens in 1:87 ausgeführt. Auch hier Fehler wie falsche DG am Tender und die Beulenpest am Stehkessel. Aber das Dingen ist gelaufen, hat jede unmögliche Gleiskonfiguration klaglos durchfahren und richtig gezogen. Auch nicht merh das gelbe vom Ei.

    Anfang der 1990er Jahren war die Zeit reif für ein richtiges Modell einer BR50. Lemaco war zuerst auf dem Markt, Roco entwickelte noch. Beide Firmen bedienten unterschiedliche Zielgruppen. Einmal den Sammlermarkt mit dünn gesääten Interessenten, eine Auflage von nur 450 Stück war marktgerecht. Dann den großen Markt der Normalkäufer mit durchschnittlichen Modellbahnbudget.



    Die abgebrochenen Handstangen habe ich durch selbst gefertige Teile aus Messingdraht ersetzt.


    Die Kolbenstangenschutzrohre wurden angebracht.


    Dann galt es den Antrieb zu inspizieren zwecks Umbau auf DCC.


    Es war ein Canon Motor CN22 eingebaut, so wie eine richtige Gelenkwelle mit Schiebestück.


    Bau der Stromabnahme vom Tender.


    Dito von der Lok. Lemaco hat in weiser Voraussicht die Bremsbacken in Kunstststoff ausgeführt. Damit war auch das Bremsgestänge isoliert. So knnte ich die Schleifer am Bremsgestänge anlöten.


    Das Bessere ist der Feind des Guten. So wurde der Canon Motor durch einen Glockenanker aus Chinesischer Fertigung ersetzt. Dieser Motor ist von seiner Leistung mehr als hier benötigt wird.


    Die Verkabelung des Tenders. Eine neue Hardy Hauptplatine mit 21MTC Schnittstelle. Da lässt sich jeder beliebige Decoder mit dieser Schnittstelle einstecken.


    Hier habe ich noch eine Kabelverbindung zwischen den beiden Teilen des Bremsgestänge gemacht. Damit die Räder der beiden vorderen Kuppelachsen aus Strom abnehmen.


    Dann sind die bestellten Weinert Teile eingtroffen. Rechts wie es geliefert wurde, links wie ich es umgearbeitet habe damit es an diese Lok passt.


    Die beschädigten Aufstiege habe ich abgebaut und durch Weinert Aufstiege ersetzt. Dabei habe ich eine andere Bauart der Aufstiege gewählt. Gelötet wurde mit der Flamme, so daß die Lackierung des Tendergehäuses möglichst nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.


    Zum Schluß habe ich noch die Radnaben und Radreifen rot gestrichen. In Karminrot RAL3002 wie es sich für eine Bundesbahnlok gehört.