• Hallo Leute!


    Nachdem in mir vor einigen Jahren einen lang gehegten Traum in Form einer Drehbank erfüllen konnte, kam es bei mir zu einer regelrechten Abdrehorgie.

    Davon war auch meine Roco BR35.10 der Erstausgabe betroffen. Das war die erste Serie welche schon ab Werk mit sehr niedrigen Spurkränzen (0,4mm) an den Kuppelachsen ausgeliefert wurde. Die Spurkränze der Vor- und Nachlaufräder, so wie des Tenders, waren dagegen noch im üblichen Maß von 1,2mm.



    47908716ds.jpg

    So sahen nach dem Abdrehen der Spurkränze die Vorlaufräder aus. Besonders störend empfand ich den jetzt sehr großen Radausschnitt. Und durch den Nachläufer konnte jetzt der Ostwind nahezu ungehindert durchpfeifen. Eine Situation welche ich als unbefriedigend empfand und die überhaupt nicht zu den feinen Spurkränzen passen wollte.



    47908718od.jpg

    Also habe ich den Nachläufer auseinander genommen.



    47908720tg.jpg

    Überraschung. Da war wohl ursprünglich einmal etwas anderes geplant gewesen. Man erkennt deutlich die Ansätze einer Kulissenführung.



    47908721xw.jpg

    Hinten habe ich dann mit PS Plattenmaterial ein neues Rahmenheck gebaut. Damit die Schleppachse noch genügend Seitenspiel hat, läuft das neue Rahmenteil nach hinten hin schräg zu. Für die Durchfahrt auf dem Küchentischradius garantiere ich allerdings nicht.



    47908722nn.jpg

    Eine Spiralfeder aus einem ausgeschlachteten Elektrogerät sorgt jetzt statt des Gewichtsklotzes für eine wirksame Abfederung der Schleppachse.



    47908723de.jpg

    So sieht das hintere Rahmenende jetzt aus.



    47908724ql.jpg

    Vorne habe ich zuerst die viel zu hoch sitzenden Schutzbleche entfernt.



    47908725im.jpg

    Dann habe ich mir aus 0,5mm PS Platte Rahmenblenden zurechtgeschnitten und gefeilt.

    Links unten ist auch das neu definierte Schleppachsgestell zu sehen. Übrig geblieben ist nur der vordere Teil davon. An 1,5mm MS-Rundmaterial wurden hinten 2 Lagebuchsen angelötet und die Achslagerträger dann entsprechen gebogen und mit CA vorne angeklebt. Das Bremsgestänge wurde leicht überarbeitet und von allen jetzt überflüssigen Rastnasen befreit.

    Am Vorläufer habe ich die Schienenräumer abgeschnitten, sie werden später am Rahmen angebracht.



    47908726zx.jpg

    Hier sieht man die Konstruktion mit den vorgesetzten Rahmenblenden. Wie eine Potemkinsche Fassade sind sie mittels Distanzklötzchen vor den Originalrahmen gehängt. Somit hat der Rahmenvorschuh auch so ganz nebenbei seine richtige vorbildgerechte Rahmenbreite erhalten.

    Die Schutzbleche entstanden ebenfalls aus 0,5mm PS-Plattenmaterial. Sie wurden unter Heißwasser gebogen, wie ich das schon bei der BR74 beschrieben habe.

    Hier an den Vorsatzblenden wurden auch die Schienenräuner angebracht. Geklebt habe ich alles mit CA.



    47908727dz.jpg

    Dann war noch mit ganz primitiven Mitteln und geringst möglichen Aufwand eine funktionierende 3-Punktauflage der Lok zu schaffen. Das erst ermöglicht einen entgleisungssicheren Betrieb.



    47908728ty.jpg

    So sieht es jetzt vorne aus, die Farbe ist noch nicht ganz trocken.



    47908730sf.jpg

    Hinten.



    47908731fy.jpg

    Ansicht schräg von vorne.


    Die Fahrprobe erfolge auf der Anlage eines Bekannten bei dem im Schattenbahnhof noch die alten Roco 2,5mm Bogenweichen liegen. Es hat zwar akustisch beängstigend gerumpelt, entgleist ist aber nichts. Auch nicht nach mehrmaligen Mutwilligkeitsfahrten. Zeichen, daß das Fahrwerk funktioniert. Auf modernen Weichen nach NMRA und der neuesten NEM310 hat dagegen nichts gerumpelt.



    47908815qr.jpg

    Die Lok befindet sich auf dem abzweigenden Strang einer Weiche.




    mfG

    Ludwig

  • Hallo,


    später habe ich die Beleuchtung auf LEDs umgestellt:


    47909190on.jpg

    Roco hatte da mal angefangen 18V oder 24V Birnchen einzubauen damit diese nicht von den Spannungsspitzen der eigenen Lok- und Multimäuse (bis 24V!) gleich gekillt werden. Ergebnis waren die berüchtigten Dunkellichter. Kamen dann noch lange und verwinkelte Lichtleiter hinzu, saugten diese auch noch die letzten Lichtphotönchen auf und vorne an den Lampen kam so gut wie nichts mehr an. Selbst als die die Lok auf DCC umgestellt habe, war ausser einem bräunlichen Schimmer bei Dunkelheit nichts zu sehen.

    Hier habe ich dann sowohl das Dunkelbirnchen als auch den Lichtleiter ausgebaut. Vom Lichtleiter wurden dann die Partien, welche durch den Lampenkörper führen, abgetrennt. Die wurden dann wieder in die Lampen eingesteckt und hinten bündig abgefeilt. Auf diese versäuberten Schnittflächen habe ich dann 0603er LEDs geklebt. Die ehemaligen Lichtleiterkänäle dienen jetzt als Kabelkanäle. Die Vorwiderstände von jeweils 1 Kohm haben dann die Stelle des Birnchen eingenommen. Ergebnis siehe Foto. Weil die LEDs direkt hinter den Lampen sitzen, gibt es auch keine unerwünschten Lichtaustritte.

    Zum Vergleich eine Altbaukessel 50er ebenfalls von Roco mit den alten 14V Birnchen. Hier kann man auch schön sehen wie der Lichtleiter streut.

    Mir kam es hier aber in erster Linie auf den LED Farbton im Vergleich zu einer Glühbirne an. Diese LEDs im Foto haben den Farbton "Super Golden White" und kommen den alten Glühlampen sehr nahe. Als weitere Anpassungsmaßnahmen kann man die Werte der Vorwiderstände auf 1,2 bis 2,5 Kohm erhöhen um die Lichtsausbeute und Intensität nach DR- rsp. DB-Funzel noch weiter anzupassen.

  • Moin Lutz,


    nur der Vollständigkeit halber eine kleine Anmerkung zum Thema LED's. Natürlich kann man mit dem Vorwiderstand den Strom und damit die Helligkeit problemlos einstellen. Damit "nagelt" man die LED aber an eine bestimmte Gleis/Decoderspannung fest. Meist aber weit jenseits der im Datenblatt angegebenen Werte. Besser ist es, wenn man die LED bei gegebener mittlerer Spannung, von sagen wir mal16V, über den Vorwiderstand auf den Nennstrom aus dem Datenblatt einstellt. Damit hat sie ihre optimale Helligkeit und Betriebsparameter. Um die maßstäbliche Helligkeit dann einzustellen benutze ich die PWM-Funktion des Decoders. Die Funktion dürfte wahrscheinlich bei den meisten Decodern für die Lichtausgänge verfügbar sein.

    Für alle die es nicht wissen: PWM, oder auch Pulsweitenmodulation, schaltet eine LED sehr schnell Ein und Aus. Das ist vom Auge nicht wahrnehmbar, aber je nach Tastgrad des PWM-Signals, das bedeutet der Unterschied zwischen Ein- und Ausschaltzeit, verändert man die Helligkeit der LED ohne die Nennströme zu verlassen. (Auge veräppelt) Eine LED glüht nicht nach wie ein Glühbirnchen, sondern arbeitet folgendermaßen: Strom an = sofort volles Licht, Strom aus = sofort dunkel. Dadurch, dass das mit mehreren Millionen mal pro Sekunde immer noch funktioniert, wird eine Datenübertragung via Glasfaser erst möglich.

    So, genug kluggesch........


    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Thomas,


    oft willst Du es nicht ganz so hell haben:


    48008146sf.jpg

    Fleischmann Eilzugwagen mit analoger LED Beleuchtung ausgestattet. Hier habe ich so lange Vorwiderstände hinzugefügt bis eine angenehme Lichtstärke erreicht war. Hatte auch keine anderen Widerstandswerte im Haus gehabt. Sonst hast Du so einen "4018-Effekt" :thumbsup:


    Für die nicht so mit Katalognummern bewandten:

    Artikel 4018 - Ersatzteil-Liste

    Wie man sieht, im Inneren gibt es eine einzelne Glühbirne. Wenndie analoge Fahrtrichtungsumkehr betätigt wird, indem man volle 24 V auf die Gleise gibt, ...

    ... dann leuchtet der Wagenkasten auf wie eine explodierende Granate *glu2*

  • Moin Lutz,


    alledrings. Atomexplosion im Beiwagen. Jedenfalls ist der Lichtblitz beim Umschalten nicht viel dunkler. :D :D Folge nach einer Weihnachtssaison. Die Lampe war innen mit Wolfram bedampft und glänzte silbern wie eine Christbaumkugel. Übrigens: Das Ding habe ich noch im Original nebst Motorwagen, ein Erbstück meines Vaters. Läuft auch noch und habe ich zum Testen der EW6 mit Pukos genommen.


    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Lutz und Mitleser


    vielleicht noch ein kleiner Nachtrag mit Sinn. Es gibt da ein Helferlein für die Wageninnenbeleuchtung. Der Kerl heißt CL25 und ist in zwei Bauformen verfügbar. Z.B. hier zu beziehen.

    Das Ding wird einfach in Reihe mit den LED'S geschaltet und hält bis zu einer Eingangsspannung von 5Volt-90Volt den Strom bei 25mA konstant. Ganz feine Sache mit nur einem Bauteil.


    Das sind die Bauformen:


    Und hier das Schaltungsbeispiel:

    Einfacher geht es nicht. Damit sind auch die Spannungsschwankungen beim FREMO-Betrieb erschossen und die Innenbeleuchtung ist immer gleichbleibend hell. 25mA sind ausreichend für die meisten weißen LED's und auch nicht zu sehr hell. Der PIN am Bauteil mit der Bezeichnung NC kann einfach abgeknipst werden. NC = Not Connected, oder nicht verbunden. Der Spaß kostet eben mal 0,46€. Eine gute Investition mit kleinem Platzbedarf, wie ich finde.


    Wer es noch genauer wissen will, der findet hier das Datenblatt.


    Viele Grüße

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Thomas.


    Wo bekomme ich auf meiner Anlage bloß 90 v her?


    Quatsch, 14 v genügen mir.


    In dem Zusammenhang eine Frage. Kann ich 13 SMD LED mit der Beleuchtungsplatine Budelmann betreiben? Die LED werden alle mit 780 µ jeweils einzeln geschaltet.


    Vielen Dank für die Antwort, die mir weiterhilft.

  • Hallo Kurt,


    Budelmann kenne ich nicht. Gibt es ein Datenblatt zu der Platine? Was meinst Du mit 780µ? Microampere? Also 0,7mA? Das erscheint mir etwas zu wenig für eine LED.


    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Bitte nichts was das Urheberrecht verletzt. Nur offiziell verfügbare Informationen oder Auszüge daraus.

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Thomas.


    Ich hoffe, dass dies nicht das Urheberrecht verletzt, wenn doch bitte löschen.

    An Widerständen wurden 780 µF verbaut. Ich habe altersbedingt das F vergessen.

    Mit dieser Beleuchtungsplatine wird die Beleuchtung der Wagen mit einem Magneten ein- und ausgeschaltet.


    Universal-Beleuchtungsplatine für Modellbahn-Waggons


    Beschreibung


    Die Universal-Beleuchtungsplatine dient zum berührungslosen Schalten der Innen-, Spitzen-

    oder Schlussbeleuchtung von Modellbahn-Waggons von außen über einen Magneten. Hierzu

    verfügt die Platine über einen Hall-Sensor zur Erkennung des Magnetfeldes sowie zwei

    unabhängige Konstantstromquellen, an die direkt LEDs als Leuchtmittel ohne weitere

    Vorwiderstände angeschlossen werden können. Daneben können durch den Anschluss eines

    beiliegenden externen Kondensators kurze stromlose Abschnitte im Gleis ohne Flackern der

    Beleuchtung überfahren werden. Der jeweils letzte Schaltzustand wird dauerhaft vom

    integrierten Mikrocontroller gespeichert und automatisch bei einem erneuten Aufsetzen des

    Waggons auf das Gleis aufgerufen.


    Elektrische Eigenschaften

    Parameter min. typisch max. Einheit

    Eingangsspannung 8 - 25 V

    Schaltschwelle des Hall-Sensors - 3,5 5,0 mT

    Ausgangsstrom - 10 25 mA


    Anschlussbelegung


    Abbildung 1 zeigt exemplarisch die Anschlussbelegung für zwei LEDs in Reihe an Kanal A

    (beispielsweise zwei rote Schlussleuchten) und drei LEDs an Kanal B (beispielsweise drei

    weiße Spitzenlichter). Die mit „Track“ gekennzeichneten Anschlüsse gehen über die

    Stromabnehmer des Waggons an das Gleis. Am Anschluss „C+“ und „C-“ wird der

    Kondensator angeschlossen. Bitte hierbei die Polung beachten, der mit einem weißen

    Streifen markierte Anschluss der beilegten Elektrolytkondensatoren muss an „C-“. Sollte der

    Kondensator zu mechanisch groß sein oder ein größerer Kondensator ist gewünscht um die

    Nachleuchtzeit zu verlängern, so können auch andere Kondensatoren als der beigelegte

    470μF Elektrolyt-Kondensator angeschlossen werden. Bitte dabei nur Kondensatoren

    verwenden, die die maximale Spannung am Gleis aushalten, typisch mindestens 25V


    Grüße Kurt


    Die Original Daten sind im FREMO hinterlegt.

  • Hallo Thomas,


    vielen dank für den sehr nützlichen Tipp zu dem kleinen Helferlein. Warum erfahre ich eigentlich als alter Mechaniker sowas immer erst wenn schon einige LED sich in meinen Fahrzeugen tummeln. Aber der Vt 98 mit "Lutzpendel" blinzelt mich jetzt so richtig "aufgeweckt" weiß und rot an...

    LG Michael R

  • Hallo Kurt,


    Christoph Budelmann ist FREMO-Mitglied und hat die Platine für FREMO entwickelt.


    ich hab den Doppelspeisewagen der RhB von D+R mit der Budelmann´schen Platine nachgerüstet.

    D+R haben alle Tischlampen und die Deckenbeleuchtung damals wie üblich mit Mikroglühlampen

    ausgestattet. Die gegen LEDs zu tauschen wäre ein Heidenaufwand!

    Deshalb habe ich an die Budelmann-Platine zwei Relais aus meinem Programm angeschlossen.


    Auch ein Steuerwagen hat die Platine erhalten


    Anleitung und Beschreibungist ebenfalls auf meiner Seite, bei H0fine ist sie zu haben.


    Alle Infos dazu auf meiner Seite:

    https://www.voelklein-bodensee.de/modellbahn/detail/Tips-und-Tricks/fahrzeug/WR3816.3817.html

  • Hallo,


    bevor das jetzt ganz abdriftet:

    Glühbirne (links) vs LED (rechts). Bei Tageslicht sieht das nicht so schlimm aus.




    Aber bei Dunkelheit.

    Die Vorwiderstandwerte habe ich zu klein gewählt, 1,5 Kohm. Am Decoder habe ich die Lichtausgänge schon so weit wie es möglich ist herunter gedimmt. Ergebnis siehe Bild.

    Hier helfen nur noch größere Werte der Vorwiderstände. Für zusätzliche Elektronikbausteine ist kein Platz in dem Modell vorhanden.

  • Hallo Lutz,


    alles richtig gemacht. Wie in der Medizin, so auch hier: "Wer Heilt hat recht". Ich lasse es damit gut sein.


    Viele Grüße

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana