Weschnitztal-Überwald-Bahn: Bahnhof Birkenau

  • Sowohl aus Kostengründen als auch der Tiefe des Gebäudemodelles geschuldet, habe ich mich entschlossen, wieder zwei unterschiedliche Gebäudehälften aus einem Modell zu bauen. Diesmal weder mit einem Längs- noch Querschnitt, sondern mit einem Diagonalschnitt.

    Für das zuoberst gezeigte Gebäude habe ich die Rückseite des Gebäudemodells verwendet: Diese musste mit einem Eingang versehen werden und die untere Fensterreihe wurde in Rundbogenfenster verwandelt. Das war langwieriger als geplant, so dass ich auf die entsprechende Umänderung an der Seitenwand verzichtet habe. Ein zusätzlicher Fries wurde auch angebracht. Das nachempfundende Modell sieht jetzt folgendermaßen aus:

  • Das zweite Modell hätte denselben Grundriss (Seitenwand rechts). Ich möchte es aber spiegelbildlich, mit der Seitenwand links, aufbauen. Das bedeutet, dass ich die Dach- und die Bodenplatte quasi "auf links" aufkleben muss und die dem Modell beigefügte Dacheindeckung nicht verwenden kann. Macht aber nichts, da das Haus ohnehin eine Schiefereindeckung erhält. Diese muss noch bestellt werden, daher ein Foto des noch nicht ganz fertigen Modells:

    Wie man sieht, gibt es hier vorbildgerecht keine Dachgauben.

  • Moin Dirk,

    Ich lese hier schon eine ganze Weile mit und bin wirklich schwer beeindruckt von Deinen Umbaukünsten. Mir fällt es bisher eher schwer, in kaufbaren Bausätzen mein Wunschmodell zu sehen. Vielleicht liegt es auch daran, das es für mein Thema, in der norddeutschen Tiefebene nicht soviel Auswahl gibt. Ich übe mal weiter…

    Grüße! Nikolaus

  • Hallo Dirk et al,

    es ist verlockend, die Hausmodelle mittig zu teilen um so zwei Häuser darzustellen. Bei giebelständigen Häusern klappt das ja auch problemlos, bei traufständigen macht das aber optische Probleme: Direkt am First geteilt, strebt die Dachfläche "endlos" himmelwärts, der Blick findet keinen Abschluss und ist irritiert. Ich finde es optisch gefälliger, einfach 10-15 mm oben am Dach abzuknipsen und auf der anderen, zum Modulrand schauenden Seite wieder anzukleben. Firstpfannen drauf, die Augen entspannen sich.

    Ich mein ja nur, . .

    LG Bruno - bob -

    Es muss nicht alles perfekt sein was gut ist

    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung. Heinrich Heine

    Es ist eine große Kunst, ja Weisheit, im richtigen Moment aufzuhören.

  • Hallo Bruno,

    Das würde ich auf einem gemeinsamen FREMO Treffen mal gerne an einem Beispiel betrachten. Als Trockenübung fällt es mir gerade etwas schwer, da man ja die Firstziegel als Abschluss sieht.

    Gruß, Dirk

    Hallo Nikolaus,

    da ich ursprünglich aus dem Raum Hamburg stamme, teile ich Deine Vorliebe für norddeutsche Gebäudemodelle.

    Bei Modellbahnunion, die mittlerweile sowohl das MKB Sortiment als auch das von Stadt im Modell vertreiben, kann man schon etwas finden. Z.B. das Bauernhaus meines Threads zur Torffabrik ist eigentlich der Bhf Bispingen kombiniert mit einer Scheune des dänischen Herstellers Epokemodeller.

    Bei MU (ohne Werbung machen zu wollen, nur als Anregung) finden sich Bahnhofsgebäude der Sylter Inselbahn. Die kann man gut zweckentfremden.

    Weitere Lasercuthersteller, die mir in dem Zusammenhang aufgefallen sind: Joswoods (sonst mehr im Bergischen unterwegs) Kolonialwarengeschäft (kann ich mir gut als Agenturgebäude der Schleswiger Kreisbahn vorstellen), bei MBZs Vielzahl an Bahnhöfen sind auch etliche Backsteingebäude dabei, die - obwohl häufig süddeutschen Ursprungs - in meiner Vorstellung auch gut als Basis für norddeutsche Gebäude dienen können (Bhf Creidlitz z.B. gefällt mir persönlich sehr).

    Bei den Resinherstellern lohnt sich sowohl bei Müller's Bruchbuden, Artitec als auch Alsacast ein Besuch.

    Nun weiß ich nicht, wonach Du spezifisch suchst; Backstein-Bauernhöfe, wie im neuen Thread von Wilfried, habe ich auch noch nicht gefunden.

    Mittlerweile habe ich eine Reihe einschlägiger Lasercut- und Resin-Hersteller aufgezählt (sicher unvollständig, dafür garantiert provisionsfrei 🙃), so dass mir hoffentlich keine Werbung oder sonstige Absicht unterstellt wird.

    Auch bei den klassischen Herstellern (Vollmer, Viessmann, Busch, Auhagen etc.) lohnt sich das Herumstöbern. Da gibt es mehr als nur Schwarzwaldidylle...

    Ich finde das Angebot angesichts der vielen neuen Modelle so schlecht nicht...

    Beste Grüße, Dirk

    P.S. Weder Creidlitz noch das Kolonialwarengeschäft befinden sich in meinem Besitz. Ich spreche nur auf Basis der Fotos der Herstellersites.

  • in kaufbaren Bausätzen mein Wunschmodell zu sehen. Vielleicht liegt es auch daran, das es für mein Thema, in der norddeutschen Tiefebene nicht soviel Auswahl gibt. Ich übe mal weiter…

    Moinsen,
    manchmal bleibt da eben nur der Selbstbau; und der ist, wenn man sich umsieht, günstig und ergibiger. Bei Zeichnungen könnte ich sicher aushelfen ...

    Mit einem lieben Gruss
    Wilfried

  • Die Bautätigkeit in Birkenau reißt nicht ab...

    Wenn man die Ausfahrt Richrung Weinheim betrachtet liegt der alte Ortskern rechterhand. Von den Häusern wurde schon reichlich berichtet. Auf der linken Seite findet sich ein weiteres prägnantes Gebäude, das "Landwirtschaftliche Lagerhaus Birkenau" (Quelle: eigene Fotos):

  • Auch für dessen Nachbildung habe ich mich bei handelsüblichen Bausätzen bedient:

    1) Den Seitengiebel der alten Schule von MBZ. Auf Nachfrage war man so freundlich und hat mir nur diesen und nicht das gesamte Gebäude geschickt (und auch nur diesen in Rechnung gestellt).

    2) Bahnhof Rotenhain, vertrieben von Modellbahn Union

  • Beim Seitenflügel wurde baulich nichts verändert, sieht man von dem Anschneiden der Rückseite in einem Winkel von 12,5° ab. Der Schriftzug wurde zwecks allgemeinerer Einsetzbarkeit (Bf. Birkenau/Lindenau) der Ortsbezeichnung beraubt und freihändig aufgebracht. Ein wenig wellig ist die Beschriftung aber gut genug für meine 80%.

  • Das Bahnhofsgebäude wurde natürlich wesentlich stärker abgewandelt: Ich habe es ausgesucht, da es die Darstellung der typischen 60er Jahre Metallrahmentüren gestattet und dessen Stellwerksvorbau eine gute Basis für die Schaufenster des Verkaufsraumes bildet.

    Beim Blick auf die übrigen Bahnhofskomponenten ging dann die Phantasie mit mir durch: Von meinen Vorbildsfotos abweichend habe ich ein Lager mit Rampe dargestellt. Meinen eigenen Fotos nach bietet der Anbau heute nur Büroräume o.ä. Hingegen, wer weiss, wie es in den 60ern aussah: Was ist schließlich ein Lagerhaus ohne Lager? Hier nun meine Interpretation:

  • Weiter ging es mit der Anfertigung des besagten Stockwerkes aus Architekturkarton, Fenstern aus der Restekiste und des noch übriggebliebenen Flachdachs vom Bahnhofsbausatz. Außerdem wurde der Verkaufsraum noch gestaltet und der Rest aufgehübscht. Nach nunmehr endgültiger Montage sieht das Ensemble wie folgt aus:

    Geht doch - jetzt sind die Proportionen für mein Empfinden harmonischer. Ein schöner Stilmix, wie er für die Nachkriegszeit typisch ist. Auch die muntere Verwendung unterschiedlicher Farben und Materialien ist echt 60er Jahre. Hinter der verglasten Ecke des Verkaufraumes stand im Original noch eine mit bunten Mosaikfliesen verkleidete Rundsäule. Zu schade, dass diese Fliesen dann doch zu feinteilig für H0 sind. So geht's auch ohne Säule!

  • Heute war ich wieder in unserem Bastelkeller um die Verdrahtung der Weichensteuerung fortzusetzen. Jetzt fehlt nur noch die Verdrahtung des Stellwerks selbst, das für einen variablen Aufbau auf einem separaten Pult angebracht ist (s. weiter vorne in diesem Thread). Anschließend habe ich mal alle Bahnhofsmodule aufgestellt, verschraubt etc. Nach weiterem nicht fotografierenswerten Kleinkram, wie z.B. dem weiteren Verschrauben der Stellwerkshebel auf der Bank (Nichtsdestotrotz mühsam, da M2 Gewinde und aus Platzmangel nicht mit einer Nuss erreichbar - also von Hand vorsichtig eindrehen und mit einer Spitzzange angezogen. Außerdem wurde das Gewinde gemäß Anleitung mit einem Gewindebohrer in den recht weichen Kunststoff direkt eingedreht - Überdrehen leicht möglich - ein schmaler Grat zwischen fest und lose!)

    Bevor die Arbeiten weitergehen habe ich eine erneute Stellprobe der doch schon recht zahlreichen Gebäude vorgenommen. Zunächst mal die Gebäude selbst - schon ein ziemlicher Haufen und immer noch nicht ganz komplett: