Hallo zusammen,
wie hier G12 Württemberg (Roco Basis), digital, Sound, RP25 vor 2 Jahren (Leute, wie die Zeit vergeht...) erwähnt, wollte ich auch eine Rivarossi G12 nach meinem aktuellem Wissensstand zum Thema Württemberg umlackieren.
Die Lok lief zunächst stark ruckend und brauchte den Radversatz sorgfältig korrigiert. Behoben kommt das große Aha - was ich bei der alten Roco Konstruktion nur mit viel Stirnfalten geschafft habe - sie läuft sehr schön. Allerdings waren weder Teichmann noch Gräler motiviert, RP25 Radsätze einzubauen, daher immer noch NEM. Nachdem sich die Lok im Betrieb bewährt hatte, war ich bereit für mehr.
Ursprünglich wollte ich einen Bericht der kompletten dafür nötigen Zerlegung verfassen. Die Geschichte wurde aber im Verlauf so sauer, daß ich sagen muß - für Unerfahrene absolut nicht empfehlenswert. Absolut vergleichbar mit den Brawa Dampfloks, die ich bisher auf dem Tisch und weitgehend zerlegt hatte. Erfahrene wursteln sich sowieso durch. Ein zweites Mal Zerlegen ginge sicher nicht mehr ohne Bruch ab und Ersatzteile gibt es bei Rivarossi bekanntlich keine. Dennoch, sehenswert ist sie und läuft so gut wie meine Roco mit Glockenanker, wenn auch etwas lauter (tiefes aber akzeptables Motorbrummen). Vielleicht kann der eine oder andere trotzdem ein paar Erkenntnisse mitnehmen.
Hier das Ursprungsmodell - nach heutigen Kenntnisstand finden sich keine Bilder, die auf dieses Grün in Württemberg hindeuten.

Außer dem bereits erwähnten Fahrwerksklemmern gab es noch weitere Probleme - die G12 wies trotz der vielen Radsätze eine schlechte Stromabnahme auf. Strom zog sie außerdem noch deutlich zu viel. Die Ursache der relativ empfindlichen Stromabnahme zeigte sich an der Bodenplatte - Auf einer Seite waren die vorderen Stromabnehmner überhaupt nicht mit den hinteren verbunden. Und auf der anderen war die Verbindung nicht gelötet sondern nur "anliegend". Oxidiert und aufgrund Übergangswiderstandes quasi isolierend. Mit dem Erfolg, daß von der Lok selbst nur noch einseitig zwei Räder als Stromabnahme dienen konnten.

Lösung - den einseitig komplett fehlenden 0,3 mm Draht einziehen und generell alles vorsichtig mit sehr wenig Lot verlöten

Die hohe Stromaufnahme basierte auf einem völlig verölten Kollektor samt Kohlen. Der Motor läßt sich relativ gut zerlegen. Kohlen per Lötkolben ausgeglüht, Kollektor gereinigt.

Platz für einen Rundlautsprecher wäre im Tender. Ich wollte diesen damals noch ganz vorne, wo der "Sound" auch beim Vorbild entsteht. Eine Schwungmasse entfernt, die mir digital ohnehin nicht fehlt plus einen fertig gekauften Zimo 13x18 rein , der gerade so reinpasst - sofern man ohne Rauchsatz leben kann.

Wer bei einem defekten Lautsprecher lieber nur den Tender zerlegt (deutlich einfacher), nimmt den serienmäßigen Platz im Tender dafür. Vorzugsweise mit einem 3D gedruckten Gehäuse samt Rechtecklautsprecher, was den Platz dort sehr gut ausnützt. Inzwischen würde ich aus leidiger Erfahrung auch dazu tendieren. Das anfälligste Bauteil an der ganzen Moba bei mir hier sind die Lautsprecher (obwohl ich relativ leise höre). Sofern eine Schlepptender-Lok haarig zu zerlegen ist, besser in den Tender damit. Hier zwei Beispiele aus einem Trix S3/6 Tender

Die für meinen Geschmack weit jenseits zulässig abgefahrener Radreifen liegenden Serien-Tenderradsätze wurden getauscht und durch Liliput ersetzt. Passt von den Radreifen her doch perfekt zu den Treibrädern.

Aus demselben Grund am Vorläufer ein Weinert Radsatz mit von mir zu den Serienradsätzen passend dunkel galvanisierter Lauffläche, der nebenbei auch den korrekten Durchmesser aufweist (der Originalradsatz ist deutlich kleiner). Funktioniert aber nur mit RP25.

Hier nun das Endergebnis. Umsetzung wieder mit Schwarzgrau und württ. rotem Fahrwerk, alles mit verdünnter Ölfarbe gealtert. Vorne und Hinten mit OBK Kupplungshaken.



Die originalen Gasleuchten waren leider vom Vorbesitzer vermurkst, daher Fleischmann Ersatz




Sounddecoder Zimo MS440 mit einem erfreulich abwechslungsreichen Henning 16bit Projekt. Was das angeht, finde ich (als reiner Dampflokbetreiber) Henning ungeschlagen bisher.
Gruß
Bernd




