Vorbereitung gelaserte Holzoberfläche für Lack, Leim o.ä. ?

  • Hallo zusammen,

    nachdem mir in unseren Baumärkten nicht mehr genau genug zugesägt wird, habe ich heute meine ersten gelaserten Segmentteile von Harald Brosch bekommen. Erfreulich schnell und reibungslos nebenbei bemerkt. An den eher schwarzen Laserflächen bekommt man ganz leicht schwarze Finger - ich mutmaße mal vor Leimen oder Streichen wird mehr als nur ein Schliff nötig sein, um den "Ruß" loszuwerden ? Wie sind Eure Erfahrungen bzw. wie geht ihr vor ?

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    ich hatte mir zum Basteln mal ein paar (Abfall-) Profile von Harald zur JHV in Uslar mitgenommen. Auch mir war aufgefallen, daß sie ziemlich schwarz waren.

    Ich habe sie zunächst mit grobem Reinigungsvließ geschruppt. Danach mit einem alten Lappen abgerieben (ist eine Arbeit für draußen)... Danach habe ich sie mit Einlaßgrund/ Tiefengrund gestrichen. Danach sollte sich nichts mehr abgreifen.

    Viele Grüße Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.

    Weisheit eines mir unbekannten

    Einmal editiert, zuletzt von Christian (5. Januar 2026 um 17:24)

  • Hallo Bernd,

    den gleichen Spaß hatte ich bei einem gelasertem Bausatz von MBZ. In der "Schnittfuge" der Pappe schwarzer Staub.

    Ok, Pinsel in die Hand genommen und ab- bzw. ausgekehrt, danach war alles i.O. .

    Klar, bei Holz ist da mehr Fläche, aber mit einem kräftigem Pinsel und/oder Druckluft dürfte es problemlos zu reinigen sein.


    Gruß vom Niederrhein

    Detlev

  • Hallo ihr beiden,

    danke für die Infos. Abreiben und Bürste werde ich versuchen. Statt Abblasen probiere ich mal Staubsauger. Tuch befeuchtet mit weißem Essig und Iso/Wasser sollen wohl auch was bringen. Ersteres beseitigt wohl auch den verbrannten Geruch wobei der bei mir ohnehin unter 2-3 Farbschichten verschwinden wird. Mir geht es nur um möglichst viele Meter mit dem kleinstmöglichen Aufwand damit Farbe und/oder Leim halten.

    [edit] hier noch zur Veranschaulichung

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd und Mitleser,

    ich habe einen Augenblick überlegt ob ich hier etwas beitrage. Das liegt daran, dass ich nicht unter Verdacht geraten will einen Kollegen bzw. Mitbewerber in die Pfanne zu hauen. Ich selbst fräse aus den oben genannten Gründen und bei "getoasteten" Spanten ist der Ruß das kleinste Problem. Man könnte jetzt Vorträge halten, aber lassen wir das und befassen uns mit den Tip's.


    Eine brauchbare Lösung gegen den Schmauch ist eine Messingbürste auf dem Schleifstein. Es gibt zwar eine ziemliche Sauerei und ohne Maske geht gar nichts, aber die Kanten nehmen anschließend wieder normalen Holzleim an und verkleben sicher miteinander. Etwas Gefühl in den Fingern versteht sich von selbst. Besondere Vorsicht ist bei sogenannten "Laserhölzern" geboten. Deren Außenlagen bestehen aus z.B. Birke und die Innenlagen aus Pappel oder Eukalyptus. Für die Messingbürste ein "gefundenes Fressen". Also zuerst einmal an einer unauffälligen Ecke testen.

    Eine weitere Lösung ist die Verwendung von Sekundenkleber in dünnflüssiger Form. Dieser durchdringt den Kohlenstoff und verfestigt ihn. Abgesehen von der Behandlung/Verklebung selbst entstehen keine Gase und der verbrannte Gestank ist weg. Die Verwendung von Sekundenkleber selbst sollte ausschließlich an gut durchlüfteten Orten gemacht werden. Hier sollte man die 100gr. Flaschen aus Amazonien besorgen incl. Aktivatorspray.

    Nachteil dieser Methode. Die Kanten sind nicht mehr geeignet für die Verleimung mit Holzleim sondern müssen mit Sekundenkleber oder PU-Leim verklebt werden. Der PU-Kleber hält das super zusammen. Da der Leim in der Fuge expandiert, kommt man nicht ohne Schraubzwingen aus.

    Meine 5Cent dazu

    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Thomas,

    Du kommst hier nicht in Gefahr, jemanden auf die Füße zu treten. Die verschiedenen Fertigungsmethoden haben ihre Vor- und Nachteile...

    Vor etwa vierzig Jahren hatte ich (mittelbar) mit einem ähnlichen Problem zu tun. Die Möbelindustrie hat Intarsien aus Furnier gefertigt. Dabei wurden die Muster in die entsprechenden Furnieren gefräst. Das Problem war, daß jeweils nur ein Furnier brauchbar war. Dabei rede ich nicht von ausgesplitterten Furnieren. Sondern- ein Furnier wurde innerhalb, das andere außerhalb gefräst. Im Ergebnis war ein Einleger um den Fräserdurchmesser zu klein.

    Also sollten die Furniere gelasert werden, damit wechselweise Möbelfronten ohne Verluste gefertigt werden können. Anfangs waren an den Konturen mehr oder weniger starke Abbrandspuren zu sehen. Erst durch die Veränderung der Umgebung waren die Abbrände auf der Vorderseite beherrschbar.

    Nun- die Rahmenteile sind vergleichsweise dick- hier ist der Abbrand mit Bordmitteln kaum zu verhindern.

    Es geht hier nicht darum, welche Verfahren zu bevorzugen sind. Sondern darum, wie mit den entsprechenden Teilen zu verfahren ist, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Und- ich denke, Deine Vorschläge waren hilfreich...


    Viele Grüße Christian

    Es ziemt sich nicht für einem braven Manne-

    nur nach dem praktischen Sinn einer Sache zu sehen.

    Weisheit eines mir unbekannten

    Einmal editiert, zuletzt von Christian (11. Januar 2026 um 22:38)

  • Hallo Zusammen

    Eine Alternative zu dem Sekudenkleber könnte noch Tiefengrund von Clou sein. Mit den selben Randbedingungen wie von Thomas beschrieben.
    Das Zeugs ist eine farblose Nitrocellulose-Kunstharz-Grundierung, sehr füllkräftig... und stinkt wie der Teufel.
    Danach mit PU-Kleber...

    https://www.clou-shop.eu/clou-heimwerker/beizen/g1-schnellschleif-grundierung.html

    Den Clou Tiefengrund nutze ich gerne aber noch nie in Verbindung Laserkanten. Ich schrubbe die Kanten mit einer feuchten Nylonbüste (für die Hände) ab. Meine bisher gebauten 20 Module haben keine Probleme bei Verkleben gemacht.

    LG,
    Axel

  • Hallo zusammen,

    zum Thema Clou noch eine Info:

    Die traditionsreiche Alfred Clouth Lackfabrik (Marke Clou) aus Offenbach musste nach über 100 Jahren ihren Geschäftsbetrieb zum 28. Februar 2025 endgültig einstellen, nachdem die Suche nach einem Investor für das insolvente Unternehmen scheiterte. Obwohl die Produktion gestoppt wurde, bleiben die bekannten Clou-Produkte erhalten, da die Markenrechte von der DAW SE erworben wurden, die die Produkte nun über Baumärkte vertreibt.

    Nicht überall wo Clou drauf steht ist auch Clou drin. :)

    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo zusammen,

    danke für Eure Gedanken.

    Inzwischen habe ich gute 8h damit verbracht, den schwarzen Abbrand von den 38 Teilen abzuwischen. In meinem Fall (Pappel 12 mm) kann ich sagen:

    - Nebelfeuchtes Tuch mit ständigem (ich sage mal alle 2-3 m) Auswaschen reicht, um hinterher keine schwarzen Finger mehr zu bekommen (das war die Empfehlung von Hr. Brosch). Das Wasser sieht dann schon so aus

    ">

    - ISO bringt keinerlei Vorteile, da der Abbrand im Gegensatz zu Kaminruß nicht schmiert

    - Essig ebenso , der angebrannte Geruch ist nach Reinigung fast weg und war auch davor weniger penetrant als z.B Resorb, das mich nach 3 Mon. auf der Terasse für meine Nase wieder im Innenraum platziert immer noch beißend roch und wieder verkauft wurde. Außerdem wird eh alles gestrichen. Allerdings vermisse ich den angenehmen Holzgeruch von (nicht gelaserten) Holzarbeiten. Technisch gesehen aber unwichtig.

    - absaugen per Bürste funktioniert nicht

    - ebenso abblasen

    Nun bin ich mit den Kanten zumindest irgendwo bei Brauntönen. Über alle Leimkanten gehe ich nun noch mit dem Schleifklotz und 120er. Ms Bürste an Pappel wage ich nicht. Ich möchte schon Holzleim nehmen. Sekundenkleber in der Menge auf keinen Fall. Wenn die Festigkeit bei Leim noch um 50% liegt wage ich mal zu behaupten reicht das immer noch für meine Anwendung. Es wird ohnehin zusätzlich alles untereinander verschraubt.

    Zeitlich ziemlicher Aufwand insgesamt für theoretisch relativ präzise geschnittene und in meiner Vorstellung vermeintlich verarbeitungsfertige Teile. Allerdings war die Angelegenheit im Vergleich zu einem Fräsanbieter mit Preisen auf seiner Webseite, der für ähnliche Kästen fast das Doppelte aufruft, für aktuelle (nicht zuletzt Holzpreis-bedingte) Verhältnisse wohl sehr günstig mit sehr guter Vorklärung seitens Hr. Brosch und auch seinem vorbildlichen Hermes Hinterhersteigen weil sie eins von drei Paketen zwei Wochen irgendwo liegen ließen. Schnelle Umsetzung auch. Bei einem polnischen Anbieter mit vielversprechender Webseite hatte ich zuvor angefragt, aber da haperte es schon massiv mit Antworten auf emails - wenn's schon so losgeht. Vielleicht nächstes Mal mit mehr Vorlauf und am besten im Sommer ;)

    Gruß

    Bernd

  • Noch ein Nachtrag zum Thema:

    Ich hatte hier https://research.fs.usda.gov/treesearch/8235 eine Untersuchung "Gluebond strength of laser cut wood" der US Möbelindustrie von 1985 zum Thema Klebung von gelasertem Holz mit und ohne Nacharbeit gefunden.

    Das waren zwar nur zwei verschiedene Holzarten aber ich denke es zeigt die Richtung. Der Schwärzegrad auf den Bildern kommt meinem angelieferten schon recht nahe. In Kürze läßt sich sagen, daß in dem Experiment die Klebestärke unbehandelt zwischen 43% und 75% unter der von gesägten Flächen liegt. Selbst per Schleifpapier nachbehandelt ist es immer noch über 30% schlechter als bei gesägten Flächen, obwohl die nachgeschliffenen Laserflächen auf den Bildern relativ sauber aussehen. Sauberer jedenfalls als was ich hier fertig bringen werde ohne das Maß zu "versauen". Da war meine Annahme mit 50% Festigkeit (ggü ungelasert) vermutlich nicht mal daneben, welche für den Zweck reichen wird.

    Gruß

    Bernd