(Fein-)Spachtelmasse Empfehlungen für Holz für max. 2mm tiefe Defekte oder Spalte ?

  • Hallo zusammen,

    ich suche eine Spachtelmasse für Holz mit folgenden Eigenschaften:

    - nur ein Auftrag (also ohne schrumpf- / rißfrei)

    - max 2mm Spalt / Delle in einem Arbeitsgang

    - direkt auf Holz auftragbar ohne Grundierung

    - glatt wie Feinspachtel

    Für rohe MDF Stirnfächen und kleine Defekte an Lautsprechergehäusen hatte ich vor 3 Jahren Repair Care Dry Flex SF eingestzt und war begeistert, damit geht das alles. Es gibt aber zwei Nachteile: 1. 2K (jedes Mal anrühren) und 2. (der Hauptgrund) 46 Euro für 150 ml, das ist mir die aktuelle Anwendung nicht wert.

    Letzte Woche hab ich's mal mit Molto Holz Reparatur Spachtel probiert - für meine Begriffe "feuchter Sand", überhaupt nicht mein Ding. Eigentlich wollte ich Molto Holz Feinspachtel versuchen, aber war nicht im Baumarkt vorrätig. Ich suche eine Art glatte Paste, die man hinterher ohne großen Aufwand einfach überlackiert. Bevor ich weiter daneben greife, frage ich mal in die Runde hier.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    das ewige Lied mit dem Holzspachtel. Das Problem ist, das die Spachtelmasse nicht härter als Dein Material sein sollte. Damit scheidet "der eine Spachtel" schon mal aus. Ansonsten erlebt man sein blaues Wunder beim Schleifen. Weiche Holzsorten (Pappel, Kiefer und auch Birke) kann man mit z.B. mit dem hier prima spachteln. Für MDF und HDF nimmt man einfach billigen 2k Polyesterspachtel aus dem Baumarkt.
    Alle Holzspachtel, besonders die auf Wasserbasis, schrumpfen bei großflächiger Anwendung oder tiefen Löchern. Das ist normal und nicht zu verhindern. Tiefe Löcher bohrt man aus und ersetzt das Ganze mit einer Holzeinlage. Beihobeln und dann spachteln. 2mm ist schon sportlich und sollte vorher mit einem Furnierstreifen aufgefüllt und beigeschliffen werden.

    Versenkte Schrauben- und Nagelköpfe und so'n Zeugs sind die Domäne des Holzspachtels. Tiefe Risse und Löcher eher nicht.

    Ich hoffe es hilft.

    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hallo Thomas.

    kurze Rückmeldung - Deine Empfehlung war 1A zu spachteln und auch zu schleifen. Das halbe Kilo habe ich tatsächlich auch gebraucht aufgrund der "Paßgenauigkeit" der Teile. Alle Teile waren mehr oder weniger in Richtung der Materialstärke verzogen, was teils durch die Konstruktion aber leider auch höllisch Aufpassen (Deckplatte) aufgefangen werden kann. Wirklich nervig war der Verzug aller Seitenteile auf der Längsachse (Banane), denn die kann man beim Verleimen nicht gerade ziehen. Dort war u.a. vor dem Lackieren dann mehrmals Spachteln vonnöten, um zur dazwischen liegenden Deckplatte wieder eine ebene Fläche herzustellen.

    Im Gegensatz zur von mir eingangs erwähnten relativ teuren 2K Spachtelmasse, spachtelt man mit dem verwendeten wasserbasierten 1K bis zu 3x (auch an Schraubenköpfen). Also in Zukunft für mich eine Abwägung zwischen deftigem Preis für 2K oder Lebenszeit für mehrere Durchgänge ;)

    Erstaunt war ich übrigens auch als ich auf der Suche nach einer topfebenen Unterlage im ganzen Haus am Ende unsere Kücheninsel (Steinplatte) zweckentfremden mußte. Ich habe für meine Werkbank vor vielen Jahren eine dicke Buche Leimholzplatte verwendet. Geölt sehr unemepfindlich. Aber leider inzwischen (oder schon immer) etwas zu uneben für so einen Zweck. Mist...

    Gruß

    Bernd

  • Moin Bernd,

    ja da sind sie. Unsere Probleme mit dem Holz, den Bananen, Verwindung usw. usw. Darf ich fragen aus welchem Holz die Bauteile gefertigt wurden. Ist das Multiplex Birke Qualität BB/BB oder eher Zeug mit Pappelkern? Wie viele Furnierlagen bei welcher Dicke hat das Sperrholz?
    Ich sage es mal frei raus, bitte nicht böse sein. Was Du mir da schilderst landet bei mir im Werkstattofen. Das Verzugsproblem wird Dich, oder die Module verfolgen. Rissbildung des Geländes an den Rändern sind die Vorboten. Beobachte es mal.

    Übrigend habe ich auch eine solche "Richtplatte" aus Impala (Granit) in der Werkstatt. Unerläßlich bei der Vermessung von Maschinenteilen, bzw. Anreißen. Gibt es beim Steinmetz des Vertrauens zum kleinen Preis und 500mmx500mm reichen dicke. 40mm dick ist da ausreichend und so eine Platte entsteht beim Ausschneiden eines Kochfeldes aus einer Küchenarbeitsplatte. Deshalb gibts sowas meistens für eine kleine Einzahlung in die Witwen- und Weisenkasse des Betriebes. Unebenheit unerheblich. PV so um die 0,05mm :) Die sind froh, wenn das noch jemand gebrauchen kann und abholt.

    Fühle Dich frei zu antworten, aber es würde mich wirklich interessieren. Wir wollen hier keinen in die Pfanne hauen, deshalb auch gerne per PN.

    Viele Grüße

    Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Hi Bernd

    Wegen der graden/planen Unterlage... Ich habe mir bei Ebay/Ricardo einen kleinen Office-Tisch (80cm x 120cm) gekauft. Hat 1h Autofahren und 20€ gekostet. Der hat eine Folienbeschichtete MDF Platte, die man immer wieder gut sauber bekommt und einen Stahlrahmen.

    Und der Tisch passt unter einen anderen Tisch drunter...

    LG,
    Axel

  • Hallo zusammen,

    Thomas S - 12 mm, 7 Lagen, Pappel. Gelände gibt es nicht, es wird ein FY/Abstellbahnhof. Durch die Lackierung würde ich Verzug aber auch leicht zwischen Seiten und Deckplatte erkennen. Also ... Neubaukeller, übers Jahr 20-22°, Luftfeuchte zwischen 45 und 60% (im Sommer dann Entfeuchter). Allseitig grundiert und lackiert mit Caparol PU Produkten, Decklack für Außeneinsatz geeignet. (Mit einem Baumarktlack und seiner miserablen Blockfestigkeit hatte ich meine Erfahrung, setze ich nicht mehr ein - auch wenn er nur die Hälfte kostet). Alles 2 Wochen sinnvoll gelagert akklimatisiert vor dem Verbauen. Viel optimaler könnten die Bedigungen wohl nicht sein. Sollte sich das verziehen, gehört es wirklich in den Ofen. Das allseitige "Nässen" mit wasserbasierter Grundierung hatte jedenlfalls null Auswirkung. Bisher hält die Angelegenheit in Sachen Ebenheit (noch) mit dem vorhandenen fast identischen FY/Abstellbahnhof aus Birke MPX mit. Da Du von Anfang an skeptisch warst und die Rohteile auch selten richtig eben, beobachte ich die Ebenheit der Deckplatte wie ein Schießhund. Jetzt ruht die Sache erst mal drei Wochen. Ein erfahrener Lackierer hat mir mal erklärt, daß "jeder Lack auf dem Planeten 5-20 Tage zum vollständigen Aushärten braucht" ;) Bisher sehe ich (noch) den Hauptnachteil von Pappel in der sehr empfindlichen Oberfläche - kleiner Rempler, im Vergleich zu Birke MPX große (kosmetische) Wirkung. Sollte ich jemals auf Treffen damit gehen können/wollen, müßte ich saumäßig achtgeben. Das Gewicht kommt mir halt bei 113x60 cm erheblich entgegen, man wird nicht jünger.

    Danke auch für den Tipp mit der Steinplatte. Als Unterlage für Modulbauten dürfte das für mich und meine Frau allerdings "untragbar" sein. In klein besitze ich sowas. Eine Anreißplatte wäre aber noch ne Idee...

    Axel - besten Dank für den Tipp, das klingt nach einer guten Alternative, super Schnapp in Deinem Fall.

    Viele Grüße

    Bernd

  • Moin Bernd,

    Pappel mit sieben Lagen auf 12mm ist zu wenig. Ist bestens geeignet wenn man es stationär bei gleichbleibender Feuchte einsetzt.

    PU Lack ist die richtige Wahl. Ich würde die gesamte Kiste(n) komplett damit versiegeln. Ansonsten hast Du Wellaform auf jedem Treffen. Pappel ist was für Verkleidungen auf stabilem Untergrund. Getreu den Worten meines Vaters.

    "Willst du Schrankrückwände bauen? Das gibt doch einen Flitzebogen"

    Ich will nicht meckern und es gibt genügend andere Meinungen. Pappel ist meiner und der Meinung von echten Schreinern, im Modulbau nur begrenzt einsetzbar. Kein Schreiner käme auf die Idee aus 12mm Pappel einen Korpus oder eine Schublade zu bauen. Aus 18/12mm MPX jedoch gerne.

    Ich hoffe dass es bei Dir keine bösen Überraschungen gibt.

    Gruß Thomas

    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana

  • Moin,

    ich habe vor einiger Zeit bei einem anderen Projekt 2 K Spachtel von Molto auch 2 K Holz Ersatz genannt entdeckt. Schließt tiefere Löcher von Schrauben und Spalten, härtet zügig aus, kein Schrumpf/Schwund. 120er oder 240er Schleifscheibe ist kein Problem. Das hängt die bis dato verwendete Clou Holzpaste absolut ab.

    Als Modulkastenholz kommt bei mir ausschließlich MPX Birke 9 (Seite und Deckel)/15 (Stirn- und Zwischenbretter) zum Einsatz und wird nicht geklebt sondern sauber verschraubt. Mit entsprechender Lackierung duch Renovo Acryllack 2in1 (innen und aussen) habe ich bis heute kein (Modulverzugs) Problem. :sehrgut:

    Gruß vom Niederrhein

    Detlev