Kleiner Spitzbahnhof in H0e

  • Neben dem Bau der Phonolithentladestelle im Vereinsheim habe ich noch etwas Platz im Keller für meine Heimanlage. Sie besteht im Wesentlichen aus „Modultranchen“. Diese Tranchen können auch herausgelöst werden und dann in regionale Fremo Treffen eingebunden werden was aber leider im Laufe der Zeit immer aufwendiger wird.

    Zur Form der Anlage; sie entspricht einem U mit einem FY an dem einen Ende und einem Spitzbahnhof am vorläufigen anderen Ende. Von dort soll es als Abschluss später einmal zum noch zu bauenden Endbahnhof gehen. Damit es nicht langweilig wird und man Woche für Woche am gleichen Stück arbeitet sind hier auch die üblichen abwechslungsreichen Baustellen über die Module verteilt. Hier mal die Begrünung, dort der Schotter, da die Weidezäune usw..

    Ich fange heute mal am letzten Teil an, dem Spitzbahnhof.

    2 Module, 70 x 30, wie immer etwas massiver aus Multiplex. Das Gleisbild wurde vorher mit Piccolo Flexgleisen festgelegt und markiert, was später machbar war zeigt die Lage des Peco Gleises. Die Model Größe richtete sich nach dem Gesamtplan und der Transportmöglichkeit. Normalerweise bevorzuge ich den Gleisbau mit Holz- und Pertinaxschwellen sowie Code 55 Gleismaterial, habe aber hier mal den schnellen Weg gewählt.

    Die DKW musste gegenüber der ersten Planung noch etwas zurückverlegt werden, da die nach links abknickende Kurve sonst zu eng gewesen wäre. Ein 5 Kuppler kam zwar ohne Zwängen durch, aber man muss es ja nicht übertreiben. Somit verbleiben von der DKW bis zur angedeuteten Segmentdrehscheibe ca. 75 cm Zuglänge, die dann bequem rangiert werden können.

    Ggf. wird aus der rechten Linksweiche noch eine Y Weiche, mal sehen.

    Auch wenn manch einer nicht unbedingt von den Proxxon Werkzeugen überzeugt ist, mir haben sie hier gut geholfen und vor allem war der ausgefräste Teil in der Segmentdrehscheibe sehr gerade.

    Die Grube für die Segmentdrehscheibe ist jetzt freigelegt und um etwas mehr Tiefe zu bekommen mit 7 mm Sperrholz zusätzlich unterfüttert. Darunter sitzt eine mit Pappe belegte Multiplexplatte, die dann später die Halterung für den Drehpunkt aufnimmt. Die Grubentiefe beträgt jetzt ca. 1,40m.

    Nächster Punkt an den Modulkästen sind die Weichenansteuerungen.

    Ich bin da noch mit der etwas altmodischen Variante unterwegs, Stangen mit Knöpfen, die aber an Kippschaltern hängen … .

    Dazu mehr in Kürze.


    Viele Grüße vom Niederrhein

    Detlev

  • Moin zusammen,

    heute geht es an die Ansteuerung der Weichen. Nix Loconet oder DCC , manuelle Bedienung via Stellstange ist angesagt. Eigentlich sind es keine Stellstangen von hüben nach drüben sondern lediglich eine kurze M3er Gewindestange die in einem Kugelgelenk sitzt und dieses über einen handelsüblichen Kippschalter bzw. -taster gestülpt den passenden Impuls auslöst. Ich hatte vor vielen Jahren diese Art der Weichensteuerung präferiert, Material für fast Umme und einfachster vor allem langlebiger Zusammenbau. Das teuerste ist hier tatsächlich das Kugelgelenk von Kavan 50.1405 mit ca. 1,50 €/Stk. .

    Dieser Aufbau ist relativ schnell erledigt, so glaubt man …, aber es dauert doch ein bisschen. 19 mm MDF wollen in Ruhe gebohrt/gesägt werden, ansonsten gibt es wie Carl Martin mal meinte durch die entstehende Hitzeentwicklung „Baumkuchen“.

    Diese Hitzeentwicklung wurde diesmal zu einem Problem. Zwar lief bei mir während des Bohrvorgangs permanent der Sauger für den Bohrstaub, doch der spuckte dann plötzlich Funken. Was war passiert? Stark erhitzter MDF Staub wurde zwar abgesaugt aber durch den zusätzlichen Luftstrom gut angefeuert. Im Papierfilter fing das dann alles an zu glimmen, ging durch den Grobfilter und flog danach durch den Abluftkanal des Saugers nach draußen. Ärgerlich, aber zeigt einem wo und wann man aufpassen muss, damit nicht in den nächsten Tagen die Sonne direkt von oben in die Garage scheint ….

    Nun zu den benötigten Teilen

    Eine genaue Vorarbeit (Bohren) insbesondere beim Alu Winkel zahlt sich aus und der Zusammenbau läuft wie geschmiert. Da könnte man tatsächlich noch einige mehr machen wenn man mal so in Schwung ist …

    Kippschalter und Kugelgelenk vertragen keine seitlichen Abweichungen und müssen 100%ig in einer Flucht liegen, ich habe hier für die Bohrungen im Alu Winkel mit einer Schablone gearbeitet.

    Das kurze Alu Rohr wird eingesetzt und der Alu Winkel befestigt, später festgeschraubt.

    M3 Gewindestange im MS Rohr eingeklebt, halb angebohrte Kugel aufgesteckt und geklebt und wenn alles ausgehärtet ist, das Kugelgelenk einsetzen und die Gewindestange einschrauben.

    Da jeder mit anderen Holzdicken arbeitet möchte ich hier was die Länge der Röhrchen und M3 Stange sowie sonstige Maße betrifft keine Zahl nennen.

    Nun noch in die Modulseitenwand das passende Loch bohren und die Einheit festkleben.

    Soviel für heute


    Viele Grüße vom Niederrhein

    Detlev

  • … und weiter geht es. Nichts ist beständig, insbesondere eine Planung. Hier ist zu den 2 Modulen noch eine Verlängerung hinzugekommen. Der ursprüngliche geplante Abzweig, man kann hier noch die Umrisse auf dem mittleren Modul erkennen, war einfach zu eng. Also wurde noch ein 50er Modul gezimmert und schon sieht Einfahrt und Abzweig nicht so gedrängt aus. Ein weiterer Vorteil ist der kleine Längengewinn auf den Ein- bzw. Ausfahrtgleisen. Die Nutzlänge beträgt jetzt bei 2 Gleisen knapp 95 cm pro Gleis. Das ist völlig ausreichend für eine Kleinbahn, bei der i.d.R. der Zugverband nur 5 max 6 Wagen hat.

    Sicher fällt einigen die unterschiedliche Modultiefe auf … ja, da war mal wieder ein Profi Säger aus dem Bauhaus am Werk, aber das Modul mit der korrekten Tiefe war zu diesem Zeitpunkt noch im Bau, und so musste der „Dummy“ herhalten.

    Und hier haben wir die 3 Teile, frisch lackiert (nur von innen, außen kommt noch), die „Mechanik“ für die Weichen ist eingebaut, der Fred und Y Anschluss liegt und die Einsteckhülsen für die Beine sind befestigt.

    Leider gibt es diese Alu Hülsen in dieser Größe nicht mehr, der Hersteller (Alfer) hatte auch zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet produziert aber mittlerer weile wieder.

    Die Anfangs- und Endmodule werden nur mit einem Beinpaar gestützt, das spart später auch ein bisschen Transportkapazität.

    Durch die Hinzunahme des kleineren Moduls konnte wie bereits oben ersichtlich die komplette Weichenarie auf einem einzigen Modul Platz finden. Die mit kleiner Überlänge zugeschnittenen Gleise wurden mit doppelseitigem Klebeband befestigt und können bei Bedarf mit einem Schluck Spiritus leicht gelöst werden. Dieses Vorgehen wende ich an um später die Lage und Bohrung für die Stromeinspeisung festzulegen.

    Ich will diesmal eine LED Anzeige der Weichenstellung/Weichenstrasse bauen, daher wurden die Kippschalter 2 Polig ausgeführt.

    Jo, dann geht es jetzt bei schattigen Temperaturen so um die 20 Grad in den Keller, Kabel an die Gleise löten, alles ausrichten, Gleise verkleben … Das wird erst einmal einen Moment dauern.


    Bis dahin


    Viele Grüße vom sonnigen Niederrhein

    Detlev

  • Hallo zusammen,

    der Lötkolben wurde geschwungen und die Gleise / Weichen mit entsprechenden Kabeln für die Stromeinspeisung versehen.

    Die späteren Kabelabgänge durch die Holzplatte konnten gebohrt und mit einem Senker aufgeweitet werden.



    Das Aufbohren mit dem Senker lässt später eine kleine Toleranz beim Anlöten der Stromkabel zu, das hier sehr groß erscheinende Loch füllt sich dann beim Einschottern.

    Anschließend das Schienenmaterial ausrichten und befestigen.

    Hier der Blick auf die Rückseite … ist absolut harmlos. Ok, die Verkabelung der Weichenantriebe fehlt noch …



    Da hatte ich schon größere Kabelorgien zu bändigen. :sehrgut:

    Die Schienenstöße zum Modulübergang baut jeder anders, hier mal meine Methode:

    1,5 mm x 15mm Messingnägel, den halbrunden Kopf platt schleifen, die Schienenlage! anzeichnen, Loch bohren, Nagel einklopfen, nicht festkleben und das Schienenprofil darauf festlöten.


    Die Einzelschwellen vor dem Einschlagen der Nägel auffädeln sonst wir es schwierig oder die Nägel müssen wieder raus.

    Ich setzte die Nägel immer etwas von der Abschlusskante zurück (7 – 8 mm) da bleibt dann noch genug Platz um eine Abschlussschwelle anzusetzen. Bei obigem Abschluss habe ich mich etwas vertan, also musste eine Seite des Nagels geplättet werden damit es passt



    Damit hätte man dann auch optisch einen sauberen Abschluss für das Modul.

    Die Befestigung mit Nägeln hat den Vorteil, dass man das Profil leicht anheben bzw. senken kann wenn man mal auf ein „artfremdes“ Modul trifft das mit anderem Schienenmaterial (abweichende Höhe) bestückt ist. Für das Senken muss man aber die Abschlussschwelle herausnehmen. Wenn dann noch der überstehende Nagel seitlich vom Gleisprofil plan geschliffen wird, sieht man nichts mehr von der Befestigung.

    Der Abzweiger sollte hier im 60 Grad Winkel abgehen und ein passendes Anschlussstück bekommen. Das war mit den mir zur Verfügung stehenden Bordmitteln nicht leicht zu bewerkstelligen, aber letztendlich hat es ziemlich genau hingehauen. Ich musste hier einen Kompromiss eingehen, tauglich für die Heimanlage und ebenso tauglich für ein Fremo Treffen.



    Fehlt noch eine Seitenwand, der Deckel und die Front bzw. seitlichen Bohrungen für das Dreiecksmodul.

    So, das war es mal wieder, jetzt wird der Getränkemarkt geplündert und der Kühlschrank gefüllt.

    Soll mal wieder heiss werden ....


    Bis die Tage

    Viele Grüße vom Niederrhein

    Detlev

  • Hallo Detlev,

    danke fürs Zeigen deiner Lösung mit dem Senker. Hatte das Problem auch schon, hab dann aber entwede zum größeren Bohrer gegriffen oder das Loch größer "geeiert". Senker liegen hier, hatte ich aber für den Anwendungsfall noch nicht auf dem Schirm.

    Gruß Michael