Altern eines italienischen gedeckten Güterwagen

  • Gealterte Fahrzeuge haben mich schon immer fasziniert, allein, ich habe mich selbst nie dran getraut. Dann schenkte mir Hans-Jürgen ein paar alte Güterwagen, an denen ich einmal das Altern ausprobieren könne. So begann mein erstes Projekt. Dass es dabei nun ein italienischer EE II4 236 der FS (Liliput) wurde ist wahrscheinlich eher zufällig.

    Da ich leider versäumt habe selbst ein Foto des unbehandelten Wagens aufzunehmen, hier ein Bild des Wagens aus dem Internet (https://img.ricardostatic.ch/images/5aee065…erwagen-der-fs/).

    Da ich nun nicht wusste wie und womit ich anfangen soll habe ich mir erst einmal etliche Videos zum Altern angesehen, mitgeschrieben, welche Farben, Pigmente usw. verwendet wurden und mir diese bestellt. Das waren Farben von Revell (Enamel) und Valejo sowie Pigmente von Valejo und Ammo.

    Zunächst habe ich den Wagen zerlegt. Den Wagenkasten habe ich mit einer dunkelbraunen Abtönfarbe aus dem Baumarkt grundiert, im Türbereich etwas unreglmäßig, um Ausbesserungen und Lackschäden darzustellen. Die Führungsschienen der Türen habe ich Stahlsilber gestrichen. Das Fahrwerk, die Blattfedern und Bremsbacken wurde ebenfalls mit der Abtönfarbe gestrichen sowie die Pufferhülsen, wogegen die Puffer selber Stahlsilber bekamen. Da die Anschriftenfelder fehlten habe ich an Fotos deren Seitenverhältnis auf 1:2 geschätzt und in schwarz aufgemalt. Das Dach wurde in Alusilber gestrichen.

    Anhand von Originalfotos machte ich typische Verschmutzungsstellen aus, i.e. Janten und Ecken, in denen sich der Schmutz leicht versteckt. Diese Kanten akzentuierte ich mit einem feinen Pinsel in schwarz, ebenso die Umrandungen der Lüftungsgitter.

    Im nächsten Schritt brachte ich in der Nähe der schwarz gefärbten Kanten schwarze Farbkleckse auf, die ich dann mit Q-Tips schnell verschmieren musste, bevor sie antrockneten. Diesen Schritt führte ich Gefache für Gefache an den Seiten- und Strinwänden aus, wobei ich Lüftungsklappen und Lüftungsgitter betont habe. Teilweise mislang mir dieser Schritt, lies sich aber Problemlos durch erneutes Übermalen und Tupfen wieder leicht korrigieren. Die Pufferflächen erhielten mit Q-Tips aufgebrachte Schmierölflecken.

    Eine Herausforderung war das Dach. Zunächst versuchte ich auch hier wieder die Q-Tips zu benutzen, diesmal mit der dunkelbraunen Abtönfarbe. Dies mislang gründlich und ich habe das Dach erneut silbern streichen müssen. Im neuen Versuch benutzte ich dann Pigmente in drei verschiedenen Rosttönen, die ich quer zur Fahrtrichtung verschmierte, wobei ich unregelmäßige Farbdeckung anwendete. Die Pigmentierung führte ich dann auch an den Seitenwänden aus.

    Um den Wagenkasten dabei besser in der Hand halten können, habe ich mir aus Styropor einen Haltegriff innen eingeklebt (auf die Idee bin leider etwas spät gekommen, hat sich aber bewährt).

    Einige Fummelei brachten die Kupplungen mit sich, da die alten Originalkupplungen viel zu weit über die Pufferflächen hinausragten und somit weit von den FREMO-Normen entfernt waren. Daher habe ich in alten Beständen nach anderen Kupplungen gesucht, bis ich etwas gefunden hatte, bei denen die Prallplatte etwa 0,1mm hinter den Pufferflächen stand (Hersteller unbekannt). Die Kupplungshöhe stellte ich auf ca. 8,5mm ein. Auf den Austausch der Puffer gegen Federpuffer habe ich nun verzichtet, da ich keinen Puffer-an-Puffer-Betrieb erwarte. Das Gewicht des Wagen beträgt 60g, was ebenfalls den FREMO-Vorgaben entspricht.

    Zu guter Letzt tauschte ich die Radsätze gegen RP25 (modellbahnradsatz.de für Liliput). Der Wagen läuft nun tadellos auf dem Weinert-Gleis.

    Von seiner Erscheinung ist es ein alter Güterwagen geworden, der schon seit längerem nicht mehr in Betrieb war, was ich mit den Verrostungen und dem patinierten Dach hervorheben wollte.

    Das Projekt hat mir viel Spaß gemacht und ich habe viele Handgriffe lernen können. Und: das Altern stellte sich als viel weniger kompliziert heraus als ich es erwartet habe. Einige Schritte, z.B. halte ich nun für günstiger, das Dach vor dem Wagenkasten zu behandeln und den Umgang mit Pigmenten muss ich noch etwas üben. Auch Farbausbesserungen lassen sich viel besser darstellen, wenn nach dem Grundieren und vor dem Altern ein paar ausgewählte Stellen mit Klebeband abgeklebt werden als durch unregelmäßiges Lackieren. Wo ich unschlüssig war, ob der Wagen, insbesondere wegen der Pigmente noch Fixiert werden sollte oder nicht. Ich habe es erst einmal nicht gemacht. Oder? Aber ich freue mich schon auf den nächsten Wagen. Und natürlich freue ich mich auf eure Kommentare und Tips.

  • Hallo Christof

    Danke für deinen ersten Beitrag, :thumbup: der hier nicht der letzte sein muss.

    Weil, du bemühst dich mit einem alten Wagen und steckst deine ganze Liebe dort hinein.

    Bezüglich der Roco-Einfach Serie hast du schon mal mit diesem Link von unserem ERMEL, beschäftigt ?


    Kleine Geschichte mit Bildern:

    Ich hatte mich auch in einen Umbau eines Wagen gestürzt, weil ich ihn haben wollte.

    Ein Güterzugbegleitwagen einer Privatbahn, der aus zwei Fleischmann Wagen entstanden ist.

    Einmal zuerst das Serienmodell des Begleitwagens, in Form eines Fakulativwagen (unten Bild) und einem Bierwagen.

    Unten das Ergebnis

    Man sieht noch die Kanten und wie schon gesagt, es war der erste Versuch solch einen Wagen zu kreieren.


    Der Pwgs41:

    Mein nächste s Projekt war ein Pwgs41 von Roco, noch Nagel NEU mit Übersetzfenster zu bauen.

    Daraus im Anschluss wurde einer der Vorstellwagen Linz-Kalenborn, mit diesen Übersetzfenster aus alten Pwgs 54 von Roco.

    Beide Wagen hier:

    Hier noch der ganze Bericht der gesamten Wagen.

    Bleib dran Christof :thumbup:

    Gruss Jürgen :hutab:

    Meine Angst besteht darin:

    Das die Träume eines Tages, ausgehen.:wseufzer: