Nieder mit den Spurkränzen

  • Oder die Produktion von Lametta.
    Es wurde für mich mal Zeit mich mit dem Abdrehen von Spurkränzen in H0 zu beschäftigen. Bei Spur 0 war das nicht so das Problem weil die Teile hier so groß und ausreichend fest dimensioniert waren, daß man sie teilweise sogar direkt ins Drehbankfutter spannen konnte. Hier konnte ich dann auch schon mal üben.
    Ich habe mir aus alten Fräsern und Reibahlen auch Ausdrehwerkzeuge gemacht mit der ich Bohrungen ab 2mm Dmr. innen ausdrehen kann. Das ist auf jeden Falle genauer als Bohren. Damit kann ich dann auch direkt, ohne vorher eine Zentrierbohrung einzubringen, ins Volle drehen. Ferner habe ich mir dann auch einen Weg erarbeitet wie man Isolierbuchsen genau rund laufend einbauen kann.


    In H0 sieht das anders aus, besonders Radsterne mit filigranen Speichen dürfen nicht belastet werden. Die beim Drehen entstehenden Kräfte müssen direkt in den Radreifen eingeleitet werden.
    Daher habe ich mir dann Vorrichtungen angefertigt. Aus dem Nachlass meines Schwiegervaters hatte ich noch 50mm Alu Rundmaterial aus dem ich mir die Aufnahmen gedreht habe. Das Material gibt lange Fließspäne, daher das Lametta. Und da ich auch viel davon zerspanen musste gab es eine ganze Menge davon, reicht locker für 2 Weihnachtsbäume :D


    Erstes Opfer wurde die BR35.10:

    Ich habe noch eine der Erstausgaben mit den schönen niedrigen Spurkränzen auf den Treibachsen. Die Vor- und Nachlaufräder, so wie die Räder des Tenders, hatten das übliche NEM Maß von hier 1,1mm.



    Die Vorlaufachse noch mal näher. Jetzt fällt natürlich der große Abstand zwischen dem 0,5mm hohen Spurkranz und dem Rahmen erst recht auf. Da sehe ich noch Handlungsbedarf.



    Beim Tender sieht man die niedrigen Spurkränze nicht so recht, aber wenn schon denn schon sind auch hier die Spurkränze nieder gemacht worden.



    Auch eine 50.35 musste daran glauben. Der hinten zwischen den Speichen sichtbare Messingdraht dient zur zusätzlichen Stromabnahme von den Rädern der 5. Kuppelachse.



    Hier noch mal die Kuppelräder.



    Als Übungsstücke dienten mir diese beiden Radsätze.



    Einmal ein Radsatz von Roco, ich glaube von einer 44er und dann noch ein Radsatz aus DDR Produktion von Gützold. Beide haben sie jetzt nur noch 0,5mm Spurkranzhöhe.
    So ganz ausgereift sind die Vorrichtungen noch nicht, ich habe noch ettliches Feilen müssen wie z.B. die Ausrundungen der Sprukränze.
    Besonders bei Radsternen aus Kunststoff (Plaste) muß man auf passen. Beim Gützold Radsatz dürfte das Standard Polystyrol sein das eien Erweichungstemperatur von etwa 70°C hat. D.h. ab 60°C Temperatur des Radreifens wird es kritisch mit der Festigkeit des Kst.-Materials. Ich habe daher hier dann auch gaaanz langsam und mit ganz kleinem Vorschub und ganz kleinen Drehzahlen gearbeitet.


    Wie gesagt das waren jetzt mal die ersten Anfänge und Versuche.

  • Hallo Lutz,
    wieder mal eine tolle Leistung, die Du uns hier zeigst (das ist nicht ironisch gemeint)! :sehrgut:
    Ist der Gützold-Radsatz noch aus der DDR-Produktion?
    Das verwendete Material (Radreifen) ist echt hart, ist eigentlich nicht empfehlenswert, dies öfter zu machen. Aber das ist ja nur mein laienhaftes Wissen - ich bin da kein Experte!


    Absolut geil finde ich als DR-Bahner natürlich die Roco 50.35 - mit deiner Überarbeitung der Radsätze ist der Gewinn in der Optik schon sehr beeindruckend.


    Ein guten Hinweis zu diesem Thema ist auch auf RBD-Breslau zu finden: hier klicken und zu Werkzeughilfen hier klicken


    Also Lutz, tolle Arbeit, die Du hier geleistet hast! Vielleicht erfährt eine meiner Loks auch mal deine Überarbeitung! :freunde:



    Sascha ^^

  • Hallo Sascha!


    Danke für die Links. Bei mir sieht das etwas anders aus. Ich wollte mir das Abziehen der Räder und das anschliessende Wiederaufpressen inkl. Einstellen des 90° Kurbelzapfenversatzes sparen.
    Bei mir ist der komplette Radsatz eingespannt und die Spurkränze dann so abgedreht worden.


    Die Aufpressvorrichtung in dem Link gefällt mir so nicht. Hier geht der Kraftverlauf von der Nabe durch den Radstern und dann auf den Radreifen. Bei dem abgebildeten Ganzmetallrad mag das noch angehen, bei entsprechender Speichendicke ist die mech. Festigkeit noch ausreichend hoch so daß sich hier nichts verbiegt oder verformt.
    Anders sieht das dann bei den Kunststoffradsternen aus. Hier drücke ich direkt auf die Nabe so daß der Radstern beim Aufpressen gar nicht erst belastet wird.
    Bei dem Gützold Radsatz, er stammt tatsächlich noch aus DDR Zeiten, würde das auch gar nicht anders gehen. Hier würde der Radstern aus dem spröden Plastematerial schlicht und einfach brechen. Du siehst auch recht deutlich die eingespritzte Messingbuchse die "bombenfest" auf der Achse sitzt. Wenn man ein Rad demontieren und Aufpressen will muß man hier direkt angreifen.

  • Hallo Lutz,
    sher schön, wie Du hier Lametta produzierst :)
    Nein im Ernst- eine gute Arbeit- die Du hier als angehender Mechaniker ablieferst. Allerdings scheint Deine Einspannung der Räder ebenso suboptimal zu serin scheint, wie die Einspannvorrichtung von Fohrmann
    http://www.fohrmann.com/spezia…-fur-modellbahnrader.html
    Hier ist mir immer wieder aufgefallen, daß die Räder in dieser Vorrichtung nicht hundertprozentig rund laufen...
    Besser geeignet scheinen mir hier die Stufenspannzangen
    http://www.fohrmann.com/spezia…fen-spannzangen-4246.html
    Noch besser sind allerdings ausdrehbare Spannzangen mit einem Spindelfutter, welches statt einem Futter in der Spindel aufgenommen werden kann.Allerdings müssen hier die Achsen zentriert werden, damit sie laufen.Die Zentrierung wird für die mitlaufende Spitze benötigt.
    Sobald ich mal wieder Räder ausdrehe, werde ich mal ein paar Bilder machen- damit deutlicher zu sehen ist, was ich meine. Das kann aber noch ein weilchen dauern.
    Zum Abdrehen auf die entsprechenden Profile gibt es mindestens zwei Drehstähle- einen davon verwendet Andreas Lange (s.o.. Danke für den Link, den Sascha hier eingestellt hat) ein weiterer Drehstahl wird von Fohrmann angeboten
    http://www.fohrmann.com/spezia…fil-drehstahle-rp-25.html



    Bisher habe ich noch keine Radreifen abgedreht- dies hat ein Kollege für mich getan- der an dieser Stelle mehr Erfahrungen darin hatte. Dennoch ist es bei den alten roco-Achsen vorgekommen- daß die Radreifen locker auf dem Radstern waren. Wenn die Radreifen nach dieser Aktion noch laufen, ist es unproblematisch- diese mit Klemmfett (dünnflüssigem Sekundenkleber) wieder auf dem Radstern zu befestigen... ebenso bei den alten Gützildreifen.
    Allerdings würde ich es mir nicht "gönnen", diese überhaupt abzudrehen. Der Radreifen besteht zwar bloß aus gedrücktem Automatenstahl aber die Pressung auf den Radstern ist meist nicht so dolle...
    Bei den späteren Piko-Lok (ab BR 95) bestehen die Reifen aus Messing, so daß hier das Abdrehen unproblematischer sein müßte. Allerdings fehlen mir hier auch die nötigen Erfahrungswerte.


    Wo ich allerdings mitreden kann- ist bei dem Ausbuchsen und Neubereifen der Fleischmann-Räder. Aber auch hier sind einige versteckte Fallen. Zum einen das Material- es ist ein Zinkal-Spritzguß, der ggf unterschiedlich hart ist oder Poren aufweisen kann.
    Daher hier meine Vorgehensweise: Radsatz aus dem Modell ausbauen,ggf Radstern von der Achse abziehen. Radstern auf den Durchmesser der Isolierbuchse aufohren/ Isolierbuchse ausdrücken. Dann einen Messingzapfen auf Presspassung drehen. Radstern aufpressen, dabei den Messingzapfen nicht ausspannen. Messingzapfen bohren und reiben. Radstern außen überdrehen. Radreifen mit geringem Maß ausdrehen und mit Zweikomponentenkleber einkleben.
    Die Klebefuge isoliert perfekt. Dabei sind die Radreifen aus den verschiedensten Material zu drehen. Bei der Ok22 habe ich die Original Gerard-Radreifen auf Fleischmann-Radsätze aufgezogen, bei der 52 hatte ich einige Radreifen aus den Fleischmannrädern gedreht und wiederum auf Fleischmannräder aufgeklebt.
    In meinem Beitrag zur BR 52 habe ich es schon einmal beschrieben, aber ich möchte die Schritte hier nochmal einstellen-vielleicht kannst Du da ja etwas abkupfern :D



    Wie ich schon weiter oben erwähnt habe, ist der Umbau der Radsätze iim Sommer 2008 erfolgt, nachdem ich die Gerard-Räder der Ok22 durch Fleischmannräder ersetzt habe.
    Beim Abdrehen der isolierten und auf einem Zylinderstift sitzenden Räder ist es wiederholt zum Mitdrehen der Räder gekommen. Dabei wurde die Nabe der Räder unbrauchbar.
    Bei den in gerade ausreichender Zahl vorhandenen Räder, habe ich dann alle Räder aufgebohrt und mit einer Messingnabe versehen. Auf dieser Nabe habe ich die Radsätze abgedreht. Danach wurden die Räder in einer Gußzange aufgenommen und ausgebohrt. Somit war ein Rundlauf besser 0,02mm erreichbar.
    Bei den für die BR52 verwendeten Radsätzen bin ich ein wenig anders vorgegangen.
    Da ich nicht genügend Radsätze zur Verfügung hatte, wurde lediglich eine Seite neu bereift.
    Aber der Reihe nach.
    Als erstes wurden alle Treibzapfen überfräst und ausgebohrt (auf einer eigens dafür gefertigten Aufnahme auf einer Fräsmaschine). Danach wurden die vorgedrehten, gebohrten und mit Geweinde M1,4 versehenen Treib- und Kuppelzapfen in die Radsterne eingepresst. Ausnahme war hier nur die Treibachse mit Ihrem langen Zapfen.
    Das folgende Bild zeigt die Zapfen und einen bereits ausgebuchsten Treibradstern.



    Die nicht isolierten Radsätze wurden auf 2,5mm ausgebohrt und gerieben. Die isolierten Radsätze wurden bis auf den Radreifen ausgedreht.
    In die nicht isolierten Radsätze wurden dann in der hier gezeigten Vorrichtung die Achsellen eingepresst. Die gleiche Aufnahme diente dann auch zum Abdrehen der Radsätze. Dabei habe ich ein Spiel zwischen Felg und Radreifen von etwa 0,025mm gelassen.



    Das Ergebnis ist ein unbereifter, bereits auf die Achswelle (Zylinderstift Durchmesser 2,5m6 x20, gehärtet) aufgezogener Radstern.



    In einer weiteren, hier nicht gezeigten Vorrichtung, wurde der Radreifen auf den Radstern geklebt. Die Montage war aber wegen des Verhältnisses zwischen Durchmesser und Radreifenbreite nicht ganz einfach. Durch die lange Topfzeit des Klebers konnte die Montage aber zufriedenstellend ausgeführt werden.
    Gleichzeitig sieht man jedoch sehr deutlich, daß die Räder deutlich zu breit sind. Bei den nächsten Projekten werde ich die Radsterne hinterdrehen und neue Radreifen fertigen (ein Aufwand, der nicht zu unterschätzen sein dürfte. Bei den polnischen Lokomotiven Ty37/45 und 51 kann ich jedoch nicht auf handelsübliche Radsätze (-Reifen) zurückgreifen, da diese einen Raddurchmesser von 1450 mm besitzen)
    Hier nun ein zur Endmontage vorbereiteter Radsatz:



    Hier nochmal die nichtabgedrehte Seite der Treibachse mit dem eingeklebten Treibzapfen



    Der zweite Radstern wird in dieser Vorrichtung auf den anderen Teil der Achse aufgezogen. Das "Fadenkreuz" dient zur Markierung des 90°-Versatzes.
    Die Achse wird in die Vorrichtung eingelegt und das Joch verschraubt. Mit der mittleren Schraube wird die Achse nach dem Ausrichten in die Vorrichtung gepresst.





    Für die Demontage von Radsätzen nach fehlerhafter Montage oder zum Abziehen von Schwungmassen benutze ich den im folgendem Bild dargestellten Abzieher. Für kleinerere Radsätze oder Zahnräder wird dieser mit einem Ausdrückzapfen und einer Ausdrückplatte ergänzt.



    Soweit meine
    Vorgehensweise
    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo ihr Lok"füßler",
    da ich NEM-ler bin, könnte ich mich lediglich mit dem Abdrehen der Spurkänze und dem Schmalerdrehen der Räder beschäftigen.
    Dazu ist aber eines wichtig: Man braucht Spezialwerkzeug, wie Christian und Lutz das sehr schön beschrieben und gezeugt haben. Übrigens Christian: Bei der Arbeit, die Du dir da gemacht hast, warum hast Du die Räder nicht auch gleich hinterdreht? Das wäre doch ein Aufwasch gewesen und die Räder würden nicht mehr so klobig daherkommen.
    Bei meiner Mallet bleibt mir ohne jedes Spezialwerkzeug nur, die Spurkränze etwas abzudrehen. Bei dem Tillig-Flexgleis auf meiner Anlage und einer halbwegs ordentlichen Gleisverlegung müßte ich mit 0,5mm hohen Spurkränzen hinkommen. Probiert habe ich das schon an älteren Modellen und es hat funktioniert.
    So sieht das Modell wenigstens von der Seite etwas besser aus.
    Danke für eure Beiträge. Ich werde mich da auch noch ein wenig ausprobieren. Versprochen!

  • Hallo Leute!



    Christian vielen Dank,
    wie gesagt Übungsstücke. Beide Räder des Gützold Radsatzes haben schon einen Seitenschlag gehabt. Es ist halt, wie hier schon von anderen zitiert, "Original Friedensware".
    Daher taumelt die Geschichte dann auch wenn direkt am Radreifen eingespannt wird:

    Dann bekommt man so exzentrische Markierungen der Körnerspitze. Die Aufnahme ist innen leicht konisch, so etwa 2°und daher kann sich die Radlauffläche dann verkeilen. Mit dem Meißel gehe ich vorsichtig von der Seite an den Spurkranz. Dadurch wird das Rad ausgerichtet und zentriert sich selber. Die Körnerspitze dient nur zum leichten gegenhalten damit das Rad während der Zentrierphase nicht herausfliegt. Ich arbeite hier auch mit äusserst geringen Drehzahlen, da meine Drehbank eine elektronische Lastregelung (wie beim Lokdecoder) aufweist, geht das.
    Der Radsatz von Roco, dessen Räder keinen Seitenschlag aufweisen, hat dagegen eine genau zentrische Markierung der Körnerspitze. Hier läuft das dann rund.
    Mir war wichtig denn Radstern und die Nabe von der Belastung, Torsions- und Radialkräften, frei zu halten.
    Wie gesagt das ist noch nicht ganz ausgreift.


    Daher auch noch mal eine Frage zu dem Abzieher:

    Für die Demontage von Radsätzen nach fehlerhafter Montage oder zum Abziehen von Schwungmassen benutze ich den im folgendem Bild dargestellten Abzieher. Für kleinerere Radsätze oder Zahnräder wird dieser mit einem Ausdrückzapfen und einer Ausdrückplatte ergänzt.


    http://i51.tinypic.com/20r4q4k.jpg


    Soweit meine
    Vorgehensweise
    Viele Grüße
    Christian


    Gehen die Pratzen bis zur Nabe? So daß die Krafteinleitung direkt in die Nabe erfolgt? Oder nur bis zum Radreifen?


    Mich würde noch interessieren wie man Radreifen aus Rundmaterial drehen kann. Gerade bei den Spur 0 Loks werde ich beim Umbau von 3-Rail Tin Plate auf 2-Leiter um eine Ringisolierung wohl nicht herumkommen.

  • Hallo Männer´s,
    nun die Fragen will ich gern beantworten:
    @Peter T:
    Als ich die Radsätze umgebaut habe- hatte ich noch nicht die sittliche Reife für feine Radsätze und RP25 :D
    Nein, im Ernst- die Radsätze bestehen (bestanden) aus einer recht spröden Zinkal-Legierung- die zudem noch galvanisch verkupfert und vernickelt ist. Beim Überdreehen der Radreifen wird diese logischerweise entfernt. Dadurch wurden die, damals bei meinem Umbauversuch der m+f T14.1 verwendeten Radreifen sehr schnell grau- da dieses Material wohl recht aktiv ist. Im Betrieb wurden dann die grauen Radreifen recht schnell schwarz. Grund war der recht hohe Übergangswiderstand und die daraus resultierenden Funken.
    Die Radsätze habe ich deswegen nicht hinterdreht- da es schon recht bescheuert aussieht- wenn in einem Rad die maßstäblichen Speichen in einem Rad mit dem zu breiten Radreifen zu sehen sind...


    Für meine nächsten Projekte werde ich wohl dann die Radreifen bei einem Dienstleister drehen lassen- da ich allein für meine 1´E-Projekte etwa 100-140 Radreifen benötigen werde. Beim Drehen auf konventionellen Maschinen eine fürchterlich langweilige Arbeit. Die zudem noch die Gefahr einer recht hohen Fehlerquote birgt. Allerdings werde ich wohl auch hier keine maßstäblich breiten Radsterne verbauen...



    @Lutz :
    Bei diesem Abzieher reichen die Spannpratzen auch nur etwas über die Radreifen- aber ursprünglich habe ich dieses Werkzeug auch garnicht für diesen Verwendungszweck gebaut. Die Anwendung zum Abziehen von Radsätzen ist sozusagen nur ein "Abfallprodukt". Zum Abziehen von empfindlichen Radsternen muß hinter den Radstern auch noch eine Abdrückplatte gelegt werden, welche die Kraft auf die Nabe leitet.
    Ich muß aber zugeben, daß ich diesen Abzieher noch nie für Radsätze benutzen mußte...



    Zum Abdrehen von Radsätzen mit Seitenschlag ist das aufspannen auf der Achse notwendig- früher gab es bei Fohrmann auch dazu ein Werkzeug- aktuell kann ich es jedoch im Katalog nicht finden...
    Prinzipiell müßte dieses Werkzeug so aussehen, wie das im Bild 2rdyyk5. Dabei ist lediglich die Möglichkeit zu schaffen, den Radsatz in das Werkzeug einzulegen. Also ein Stück Messing auf einen Durchmesser größer der Räder drehen-zentrieren, mit Achsdurchmesser bohren und reiben . Radial eine Bohrung mit Gewinde (größer Achsdurchmesser) einbringen- zum schluß dann eine Nut bis zur Achsbohrung einfräsen- die Achse einlegen, mit einem Gewindestift sichern. So ist das Überdrehen des schlagenden Radreifens möglich. Der Radstern wird allerdings seinen Schlag behalten- der ist aber in der Regel tolerierbar.
    Radsätze von Piko/Gützold aus "Friedenszeiten" hatten eigentlich oft nur deshalb Radreifen mit Seitenschlag, da die Radreifen auf dem Felg locker waren. Ein Tropfen "Klemmfett" hat hier meist gereicht- um die Radsätze brauchbar laufen zu lassen. Die aktuellen Radsätzevon Piko/Gützold laufen nahezu schlagfrei (sogar die der Hobby-G7.2). Allerdings haben auch diese Räder nur ein Profil nach NEM311.
    Mit dem o.g. Werkzeug müßte es aber möglich sein, die alten Räder laufend zu drehen- eine Zentrierung wirst Du , zumindest bei Piko nicht in die Achse bekommen, Piko verwendet gehärtete und geläppte Zylinderstifte als Achsen.


    Zum Drehen von Radreifen möchte ich einen Vorschlag anbieten:
    Als erstes zunächst einmal die Radsätze abdrehen- daß noch etwa die Häfte vom Reifen steenbleibt. Dabei ist es gleichgültig, ob Du obengenantes Werkzeug nimmst- oder die Achsen mit einem Zentrierbohrer zentrierst und mit der Spitze dagegen drückst. Dabei kann es schon notwendig sein, die Radsätze im Futter zu spannen. Perspektivisch ist vielleicht auch über die Anschaffung eines Zangensatzes mit Spindelfutter nachzudenken.


    Dabei sind alle Radsätze mit dem GLEICHEN Maß abzudrehen (macht die Fertigung der Reifen einfacher).


    Die Fertigung der Reifen kann aus Vollmaterial oder ggf dickwandigen Rohr erfolgen. Als Material würde ich hier Messing (Ms58), Neusilber oder Edelstahl (1.4303 ; 1.4305) vorsehen. Wobei sich die ersteren Legierungen deutlich leichter bearbeiten lassen... bei Edelstahl ist die Verwendung von Schneidöl unabdingbar (am besten Gleitmo3000). Nun aber zur Herstellung: Als erstes Material abtrennen, so daß wenigstens zwei Reifen aus einem Stück gedreht werden können...
    1. Plandrehen
    2. Zentrieren
    3. Vorbohren (so daß der Ausdrehstahl in die Bohrung passt)
    4. Außendurchmesser auf den Durchmesser des Spurkranzes drehen
    5. Radreifenbreite einstechen (dabei tiefer einstechen als der Innendurchmesser des Reifens)
    6. Außenkontur des Radreifens drehen ( dabei ggf Formstahl je nach Radreifennorm, ev. Laufkreis mit einem Langdrehstahl und auf den Laufflächenwinkel eingestellten Oberschlitten drehen)
    7. Spurkranz drehen (besonders auf die Ausrundung achten)
    8. Innendurchmesser drehen (Achtung- hierbei wird der Radreifen auf den Stahl fallen! Allerdings wird bei dieser Methode das mögliche Verdrücken beim Abstechen vermieden)
    8.1 Daran denken, daß der Radreifen lose auf den Radstern geschoben werden kann- ere wird ja noch mit Zweikomponetnten-Epoxid festgeklebt (zur Isolierung und auch als Befestigung)
    9. Rückseite des Reifens drehen (Rückenwinkel des Spurkranzes, Breite! Lhere nach Norm anfertigen (lassen, Ätzteil)
    Für letzteren Arbeitsgang ist es notwendig den Reifen Kraftfrei zu spannen- ist im Futter nicht möglich. Notfalls geht es mit der von Dir gezeigten Vorrichtung. Ich würde aber eine Spreizzange empfehlen.
    Die kannst Du Dir aber recht unproblematisch selber bauen (Werkstoff ist hier Al)


    Hier kurz eine Anleitung:
    1. Material so vordrehen, daß es tief im Futter gespannt werden kann.Der Zapfen sollte in etwa so groß sein, daß er gerade noch in Futter und Spindel paßt. Länge des Zapfens- etwa Futtertiefe. Der überstehende Teil darf ruhig auch so lang sein , wie das Futter.
    Beim Drehen darauf achten, daß das Teil mit der Spitze gehalten wird...
    2. Zapfen ins Futter stecken (gut spannen)
    3. Zentrieren
    4. Für Gewinde vorbohren
    5. Gewinde für die Spannschraube schneiden (für Spur 0 darf es schon M8 sein)
    6. reitstockseitig einen Kegel 90° eindrehen
    7. Teil ausspannen und radial zwei rechtwinklig versetze Bohrungen bohren, diese Bohrungen müssen VOR dem Futter zu sehen sein!
    8. Material rechtwinklig schlitzen, dabei die beiden Bohrungen als Endpunkt der Schlitze verwenden- dadurch spreizt doie Zange besser.
    9. einen Kegel drehen (Stahl!) mit einer Bohrung versehen, so daß er auf die Schraube gesteckt werden kann.
    10.Schraube zentrieren (Sechskant)
    11 .Spannzange einspannen- ohne Schraube auf den Innendurchmesser des Reifen drehen (an einen Absatz als Anschlag denken, übrigens-diese Zange ist mehrfach verwendbar)
    12 Radreifen aufstecken
    13.Schraube eindrehen und Spannzange spannen
    14 Radreifen fertig drehen.
    15.VIEL ERFOLG


    Wenn Du Dich nicht so recht traust- die Schraube als Zentrierung verwenden und die Reitstockspitze gegensetzen. Hierbei aber die Zange vorspannen... Bei sauberer Arbeit müßte diese Schraube auch laufen!


    Soweit meine Vorschläge


    Viele Grüße Christian


    PS: Wenn Fragen offen sind- nur zu! Ich bin Mechaniker und mir sind diese Arbeitsgänge geläufug- daß muß aber nicht zwangsläufig bedeuten- dasß mich jeder versteht.

  • Hallo Christian!
    Vielen Dank für Deine Ausführungen. Was die Ty51 mit ihren amerikanischen Wurzeln und den 1450mm Rädern betrifft könnte das ein möglicher Weg sein:
    http://www.bachmanntrains.com/…/dwg/dwgs/H848Y-IS001.pdf
    http://www.bachmanntrains.com/…/dwg/dwgs/H833X-IS001.PDF
    Die USRA 2-6-6-2 und die USRA 2-10-2 Light haben beide Räder mit 57" Durchmesser, das sind dann 1450mm. Entgegen den Abbildungen werden komplett montierte Radsätz geliefert. Der Achsdurchmessser beträgt 3mm und beide Räder aus Zinkal sind nabenisoliert. Die Gewinde für die Kurbelzapfenschrauben sind metrisch und entsprechen den üblichen von Liliput. Die Gegenkurbel wird genau so wie bei Liliput befestigt. Radreifenprofil nach RP25 Code 110. Schwarz vernickelt und Radstern lackiert.


    Dann habe ich durch Zufall noch den ganz harten Hardcore Weg gefunden: 8o
    http://www.proto48.org/p48_art_05.htm
    Das liegt ausserhalb meiner Fähigkeiten.

  • Hallo Lutz,


    danke für die Proto48-Seite. Das ist der Wahnsinn! ich hab gerade eine Weile geblättert. Muß mir das heute Abend mal in aller Ruhe reinziehen. Nach solchen Seiten suche ich ja normalerweise im Netz nicht. Deshalb doppelte Freude!
    Das Ganze ist zwar eine Nummer zu groß (im doppelten Sinn), aber was die Jungs da so auf die Beine stellen - Hut ab! Dem Modellbau-Nirwana schon ganz schön nahe.

  • Hallo Leute


    Ihr hab ja ein interessantes Thema auf gemacht und möchte als Dreher auch mein "Senf" dazugeben.Ok,ich hatte vor langer Zeit Sascha versprochen,seine Radsätze der 52er von Güzuold abzudrehen.


    Ja,ich gebe ja zu ich bin bisl faul,mansche wissen auch warum,so das ist ja nicht das Thema.


    Jetzt mein Thema zum Radsatz dehen.


    Das Hauptproblem ist das die meisten Radreifen auf Kunstoff gepresst sind,was beim drehen böse in die Hose gehen kann.


    Also muß was her und zwar so das nur die Radreifen geklemmt werden,hatte letzte Woche Gedanken gemacht wie ich es angehen soll.


    Ich habe mir eine Vorichtung gebaut,damit ich beide Radreifen auf Durchmesser drehen kann und gleichzeitig in der Flucht geklemmt wird.


    Ich habe drei Hülsen gedreht,um alles abzufangen.


    Die erste Hülse auf dem unteren Bild rechts,hat eine durchgehende Bohrung so groß das der Kuppelzapfen problemlos auf genommen wir,diese Bohrung wird 1,5 mm tief auf das Maß der Lauffläche eingedreht,der Außendurchmesser wird ein Bund angedreht,damit ein Anschlag für das Futter vorhanden ist.Somit kann die Hülse nicht ins Futter wandern.Die Hülse wird einmal geschlitzt,damit sie über das Backenfutter wie eine Spannzange auf dem Radreifen wirkt und somit die Kraft auf dem Radreifen abgibt.


    Die Buchse in der Mitte hat eine kleinere Bohrung aber größer als der Bund im Kunstoff,da der Bund aus Kunstoff einen Durchmesser von 4mm hat wurde in die Hülse einen 5mm breiten Schlitz gefräst.Die Hülse hat eine Länge wie der Radsatz Innenmaß.


    Die linke Hülse hat die größere Bohrung und Eindrehung wie die rechte wobei sie nicht ganz durchgebort ist.Auf der anderen Planseite wird eine große Zentrierung eingebohrt,damit der Rollkörner die Vorrichtung aufnehmen kann.Mit dem Rollkörner drücke ich alles zuammen gegen das Backenfutter und mache das Futter zu,somit ist die Spannung vollständig.Die Kraft wird dann über das Backenfutter ....Hülse mit Anschlag.....Radreifen.....mittlere Hülse...Radreifen...Zentrierhülse...Rollkörner übertragen.



    hier ist in der linke Hülse die Eindrehung zu sehen.



    und hier die Zentrierung für den Rollkörner



    Hier im zusammengebauten Zustand wie es in die Maschine kommt.



    Hier im zusammengesetzten Zustand in der Maschine,ein Radreifen ist gerade in der Bearbeitung



    Nachdem beide Durchmesser bearbeitet sind, wird die mittlere Hülse rausgenommen und der linke Radreifen innen abgedreht,hier wird der Rollkörner und rechte Büchse zum abfangen des Radsatzes genutzt,nur anlegen nicht spannen.


    Der Radsatz wird gewendet und der zweite Radreifen wird innen abgedreht.




    hier ein abgedrehter Radreifen links und rechts der orginale Radreifen.



    hier von oben,wo man die Unterschiede der Radreifenbreite erkennen kann.



    Nochmal schräg von der Seite.


    Ich hoffe mein Beitrag hat euch gefallen und ist vielleicht auch hilfreich.


    Gruß Norbert

  • Ok, ich hatte vor langer Zeit Sascha versprochen, seine Radsätze der 52er von Gützold abzudrehen.


    Ja,ich gebe ja zu ich bin bisl faul, manche wissen auch warum, so das ist ja nicht das Thema.


    Hi Norbert,
    Du brauchst Dich hier nicht zu entschuldigen, manche Dinge brauchen ihre Zeit - ich bin ja mit meine 2 03.2er auch noch nicht fertig, weil ich nicht alles Material dafür vorrätig habe und andere Baustellen warten auch noch, irgendwie vollendet zu werden. Und unser Leben besteht ja nicht vordergründig aus der Modellbahnerei, da sind noch viele andere Dinge zu bewältigen, die mit dem Hobby eben gar nichts zu tun haben.
    Jedenfalls hast Du dir was Tolles einfallen lassen, wenn ich das Laie so benennen möchte, die Radsätze sehen schon mal sehr gut aus! ;):sehrgut:
    Wobei die Kamera ja nicht mehr die schärfste ist!!! :D


    Jetzt meine Frage an Euch: wäre ein Kaltbrünierung der behandelten Radsätze empfehlenswert!



    Sascha

  • Servus,


    so ich habe ja fleissig mit gelesen und da will ich auch mal meinen Senf zu geben... Also ich bin ja eher nicht so der Techniker in der Metallbearbeitung aber abgedrehte Radgrenze finde ich einfach nur schön. Es gibt ja auch Hersteller in diesem Bereich wie Gützhold die haben z.b die 18er und 19er schon mit RP25 ausgestattet was echt schick aussieht. Es gibt aber auch Rückschritte siehe 41er von Fleischmann der hätte man ruhig welche geben können den es Stört den gesamt Eindruck. Auch vom Zeitlichen gesehen haben viele Hersteller ihre Spurkränze runtergenommen siehe Foto:


    ja ich weiss die Wintleitbleche sind zu weit unten :-) links Roco alt rechts Roco Neu



    Als ich die Alte 44er neben eine Neue gestellt hatte, war es wie so oft man Ärgert sich das man noch soviel Material und Zeit hinein Investiert hat. Den wenn dann so ein schönes Modell rauskommt, Ich muss ja sagen ich Stand kurz davor mir von Weinert die Radsätze zu holen. Aber der Preis hat mich abgeschreckt, wo ich jetzt im Nachhinein sagen muss Gott seit dank denn dann hätte ich mir eine neue 44er Kaufen können. Deswegen Daumen hoch für euch die es beherrschen die Radsätze mit ihren Spurgrenzen abzudrehen, aber für mich oder andere wird es schwer mit den Gerätschaften daheim so etwas zu versuchen.


    liebe grüße Rico


    PS:Aber die Radsätze der 52er Interessieren mich immer noch, da ich zurzeit meine auch zum Spezial Umbau abgegeben habe und die Spurgrenze wären natürlich noch das I-Tüpfelchen zum Umbau.

    ooohhrr ischh wer Blöde dat ist Hnulll, mit liebe zum Detail.

  • Rico,
    speziell zum Thema Roco. Dort macht man wieder Schritte in Richtung Vergangenheit.
    Beim Abdrehen der Vorlaufradsätze ist mir aufgefallen:
    - früher Laufkreisdurchmesser 9,8mm , was denn vorbildliche 850mm sind und Spurkranzhöhe 1,1mm
    - später nur noch 9,5mm , aber dafür dann Spurkranzhöhe von NEM-Max von 1,2mm ?(


    Bilder der neuen BR50.40 DR zeigen einen stark überdimensionierten Rahmenausschnitt über den Vorlaufrädern. Erhöhung der "Geländegängigkeit" weil man bein "Brio-Line" Gleis die Steigungsübergänge nicht mehr so sanft gestalten kann :?: Wenn man hier die Spurkränze abdreht hat man ein unschönes freies Sichtfeld. 8|


    Dann habe ich noch festgestellt bei den o.a. BR35.10 und BR50.35, die übrigens meine letzten neuen Roco Loks sind und die ich 2004 gekauft habe, fliegen die Haftreifen davon.
    Die sind jetzt knapp 8 Jahre alt. Gut Verschleiß und Alterung könnte man jetzt sagen.
    Aaaber, bei den Loks die ich 1992 bis 1995 erworben habe sind die Haftreifen noch elastisch und haben Grip wie am ersten Tag. :thumbsup:
    Im Endeffekt möchte ich da auch ganz von Haftreifen wegkommen.


    Dann habe ich noch festgestellt: Ein übertriebenes Seitenspiel aller Tenderradsätze bei den 2004er Loks, was selbst für H0-36 nicht nötig ist. Ich habe da schon durch Beilagscheiben das Seitenspiel reduziert damit Lok und Tender nicht in einer Schiefstellung im geraden Gleis laufen.


    Über die Qualität von Roco hört man in letzter Zeit auch viele Klagen, aber ich kann da nicht so richtig mitreden weil eben 2004 die letzten Loks neu von Roco gekauft habe.

    Mit freundlichen Grüssen


    Lutz

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  • Hallo Norbert!
    Jetzt sehe ich deine Vorrichtung und mir ist jetzt auch klar wie sie funzt. Hier leitest Du die Spannkräfte direkt in die Radreifen ein. Dann sind die Radsterne aussen vor und ihnen kann nichts passieren.
    Werde meine Vorrichtung entsprechend ergänzen.
    Frage : Mitlaufende Bohrfutter mit MK2 gibt es so was?


    Ich habe übrigens meine Vorrichtungen markiert, so daß ich sie immer wieder in die gleiche Stellung ins Futter spannen kann in der sie ausgedreht wurden. Ich denke das verbessert auch die Rundlaufgenauigkeit.

  • Jetzt hat es die T3 erwischt:



    Hier wollte ich die Breite der Räder von 3,2mm nicht mehr hinnehmen. Deshalb habe ich die Radreifen auf NEM gerechte 2,8mm Breite reduziert.
    Vorteil: Jetzt schauen auch die Gegengewichte vorbildgerecht ein Stück über die Radreifen hinaus. Ein Detail das seitens der Hersteller bislang immer vernachlässigt worden ist.
    Nachteil: Durch die Konizität (wegen besserer Entformbarkeit bedingt) des Gußkörpers sind die Radreifen jetzt sehr dick. Wie frisch bereift aus dem AW.

  • Hallo Lutz


    Zum Rollkörner ja es gibt welche,sogar in MK1.Habe meine in der e-Bucht geschossen.Ja das mit der Makierung ist richtig,habe sie auch mittels Reißnadel angebracht und vergessen es zu erwähnen.


    Du legst dich ja ins Zeug deine Lokräder abzudrehen.Sieht nett aus deine kleine 89er.


    Gruß Norbert

  • Hallo Kollegen,
    kaum kommt man mal einen Tag nicht zum schreiben...
    Géstern und heute hat mich nun doch der Weihnachtswahnsinn erwischt- irgendwie habe ich eine Einpackorgie starten müssen-
    Nun aber zur Sache:
    @ Norbert:
    Deione Vorrichtung ist schon ein sehr wertvolles Werkzeug zum Abdrehen. Es hat natürlich den Vorteil, daß die Kräfte über den Radreifen abgefangen werden. Wie ich aber im Chat (der aufgrund des lahmenden DSL recht mühselig war- Deine Antwort kam vor meiner Frage :D ) dargestellt, bin ich mit der Lösung" freifliegende Mittelhülse" nicht ganz glücklich... Ich werde mal versuchen, ein paar Skizzen zu meinen Ideen aufs Papier zu bringen...
    Aber auch hier gibt es erstmal das Problem des nur für einen Durchmesser nutzbaren Werkzeugs...Allerdings ist die Lösung für die 1400er Räder schon ziemlich universell (BR 43 ; 44 ; 50 ; 50.35 ; 50.40 ; 52 ; 52.80 ; 82 ; 84 ; 85 ; 86) ähnlich vielseitig einsetzbar währe die Version 1350 mm Laufkreisdurchmesser.
    Hier würden mir auch gleich eine Handvoll Lok einfallen.Namlich die preußischen Gattungen G8 (alles was BR 55/56 heißt und preußisch ist) , G10, G12, T14 (T14.1) und T16 (T16.1) sowie die Sandbahnlok der Gräflich Ballestrem´schen Sandbahngesellschaft. Ebenso die T20 und im Endeffekt sogar nochmal die Einheitslok (hier würde dann der Bis zur Werksgrenze abgefahrene Radreifen dargestellt (sicherlich auch mal ein interessanter Effekt).
    Prinziepiell hätte ich für die 52 auch nicht die sehr zierlichen Radsätze verwendet- der Umbau der Fleischmannräder ist aber , wie schon beschrieben , recht aufwendig. Hier müssen nämlich noch die Achsen ersetzt werden- da Gützold (und auch Piko) Achsen mit 2,5mm Durchmesser verwende(te)n.


    @ Lutz:
    Der Umbau der Trix-Lok (oder handelt es sich hier noch um die Oma Röwa) ist sehr gelungen. Die Radsätze sehen aus, wie frisch bereift. Ich würde hier auch keinesfalls mit Farbe rangehen.
    Die Mitlaufenden Spitzen gibt es bei allen möglichen Anbietern. Im Prinzip jeder, der auch die Maschinen verkauft. Dabei ist die Qualität wohl auch garnicht so unterschiedlich- wohl aber der Preis.
    Ansonsten empfehle ich- was Werkzeuge angeht die Fa. Hoffmann in Nürnberg. Seit einigen Jahren kann man auch hier privat bestellen. Hier bekommst Du richtig proffessionelles Werkzeug- gut nicht ganz billig. Dafür lebt es deutlich länger. Die haben aber auch sachen- die keiner der Hobby"Krauter" verkauft.
    Senkbohrer für M1/M2 , kleine Fräser usw.


    @ Rico:
    Hat man der "neuen" BR 44 neben dem komischen Kardan und dem bisher fehlenden dritten Umlaufträger auch endlich Metallradsätze spendiert? Und ist bei den beiden bisher fehlenden Varianten (Öl und Kohlenstaub) der Deutschen Reichsbahn , die Dampfverteilung für die DB- Ölbrenner weggefallen- das ist das Bündel Rohre auf der linken Seite der Feuerbüchse? Du schreibst Als ich die Alte 44er neben eine Neue gestellt hatte, war es wie so oft man Ärgert sich das man noch soviel Material und Zeit hinein Investiert hat. Den wenn dann so ein schönes Modell rauskommt, Ich muss ja sagen ich Stand kurz davor mir von Weinert die Radsätze zu holen. Aber der Preis hat mich abgeschreckt, wo ich jetzt im Nachhinein sagen muss Gott seit dank denn dann hätte ich mir eine neue 44er Kaufen können. , diese Meinung teile ich nicht ganz, den , wie so oft macht roco in der letzten Zeit nur halbe Sachen. Schön stimmt, wenn Du Kessel und Tender meinst. Der Führerstand ist noch der gleiche, wie vor dreißig Jahren. Hier stimmt der Übergang vom Dach zur Seitenwand nicht. Es müßte in etwa so aussehen , wie bei der BR50 des gleichen Herstellers. Mein Tip: Führerstand der 50 verwenden (gibts bei Gustav)
    Richtig schlimm wird es unterhalb des Umlaufes :( hier ist alles versaubeutelt worden! Im Bereich des Vorläufers ist der Rahmen mittlerweile völlig vorbildfrei, auch unterhalb des Führerstandes ist noch immer die häßliche Kante (wegen des Kurvenlaufes) zu sehen.
    Deswegen hatte ich mir ja vor einiger Zeit hierzu Gedanken gemacht : Schienenfahrzeuge: Die Bellos kommen! Lokomotiven der BR 43 und 44...oder es muß nicht unbedingt eine GFN-BR43 sein
    Insofern macht es schon Sinn- eine Alte 44 umzubauen. Zumal die Loks ja recht preiswert in der Bucht zu schießen sind. Mit etwas Glück kannst Du für den Preis einer Neuen auch eine alte umstricken.
    Gegebenenfalls kann ich mit ein paar alten Rahmen für den Umbau aushelfen.
    Über den Umfang des Umbaus ist noch nicht abschließend beraten worden. Will heißen- ich bin mir noch nicht im Klaren- ob ich nicht auch noch die Zylinder der Lok ersetzen werde, da die roco-Zylinder zu klein erscheinen. Das Studium der Musterblaätter und die Fotos der Weinertlok scheinen das auch zu bestätigen...
    Du hast aber vollkommen recht, wenn Du von Rückschritten sprichst- m.E. gibt es im Moment nur die beiden Sachsen mit RP25-Radsätzen. Ansonsten hat man die schmalen Spurkränze weitgehend zurückgenommen...


    Soweit meine Gedanken


    Viele Grüße
    Christian