Nieder mit den Spurkränzen

  • Hallöle Lutz


    Mir istauch schon früher aufgefallen, dass jegliche Kritik an Brawa sofort zu einem Aufheulen von Forumskollegen führt.
    Noch schlimmer reagieren die leute von Brawa. Kritik mögen die garnicht, ja das Wort Kritik gibts bei denen überhaupt nicht!
    Zugegeben, ich bin ein Extrembahner, aber die eingebauten Motoren in der Vergangenheit hatten einfach liederliche Eigebschaften.
    Erst durch den Einbau vernünftiger Motoren konnten in meinem Fall gute Laufeigenschaften,richteige Geschwindigkeiten und
    ordentliche Zugkraft erzielt werden.


    Grüssle


    Ronald :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel: :uebel:

  • Hallo Ronald!


    Ich denke seit den "Grünen Bananen" :uebel: des Jahrgangs 2010 sind die Probleme wohl offensichtlicher geworden. Man konnte auch deutlich die Reaktionen beobachten. Sven und ich haben spaßeshalber mal durchgerechnet was wohl für Kosten entstanden wären hätte man die krumme 1. Auflage eingezogen, komplett eingestampft und komplett neu produzieren hätte lassen.


    Bei den Motoren kann ich selber nicht klagen. Vom Motor her läuft meine V100 sehr gut. Das sind eigentlich hochwertige Nachbauten von Kato oder Mashima Motoren.
    Es sei denn man hat bei Sanda-Kan die Qualität "extra geizle billig" bestellt. Dann können die Chinesen auch die C und D Sortierungen, die sie den US Geschäftspartnern gar nicht erst anzubieten wagen, in die D Modelle einbauen.
    Gerade beim Chinesen gilt: "You get what you pay for", auf Deutsch in etwa: Man bekommt genau die Qualität für die man bezahlt, nicht mehr und nicht weniger.

  • Hallo Leute!


    Die Überschrift sagt es schon, dieses Jahr war das Osterwetter einfach fies und mies. Da Ostermontag jegliche traditionellen Outdooraktivitäten wetterbedingt von vorne herein unterbunden wurden, habe ich mal weitergemacht.
    Die Osterlangeweile habe ich mir mit 2 weitere 50er aus meinem Bestand vertrieben, die ihrer hohen Spurkränze und ihrer Haftreifen verlustig gingen.




    Diese Lok werde ich noch bei Gelegenheit mit einer Schnittstelle versehen.




    Hier habe ich vor Jahren mal große Ohren von Weinert angebaut, so wie die Ätzschilder aus dem Umbausatz.
    Spurkranzmässig habe ich mich noch ein bischen weiter vorgewagt und die Höhe auf 0,4mm reduziert.
    Bis jetzt läuft alles, allerdings kleine Radien sind nicht mehr.




    Hier habe ich mangels Material einfach erstmal die Räder getauscht. Die beiden hinteren angetriebenen Achsen haben die haftreifenlosen Räder der beiden vorderen Achsen erhalten. Erforderlich war das wegen dem benötigten Raddurchmesser von genau 11,5mm um das Übersetzungsverhältnis von Lokrädern und Tenderädern von genau 1,4 : 1 einzuhalten. Damit wird dann der Schlupf zwischen den angetriebenen Lok- und Tenderrädern unterbunden.
    Die Haftreifen wurden abgenommen, die Nutränder und die Spurkränze entsprechend abgedreht. Dadurch hängt der Tender jetzt zwar vorne um 0,25mm zu tief herunter, aber das ist in meinen Augen eher ein psychologisches Problem.




    Eine weitere Aufnahme der Lok von unten.
    Man erkennt hier schön die gerade gerichteten Treibstangen.
    Den im Bereich der 2., 3. und 4. Kuppelachse noch schmäleren Rahmen, ein Zugeständnis an H0-36.
    Die von mir zugefügten Beilagscheiben an der Vorlaufachse um das exessive Seitenspiel zu unterbinden.
    Die waren wegen der ebenfalls von mir eingebauten Rückstellvorrichtung für das Laufgestell erforderlich geworden damit sie richtig funktioniert.

  • Hallo Lutz,


    nochmal ganz langsam, nur für mich:


    Erforderlich war das wegen dem benötigten Raddurchmesser von genau 11,5mm um das Übersetzungsverhältnis von Lokrädern und Tenderädern von genau 1,4 : 1 einzuhalten. Damit wird dann der Schlupf zwischen den angetriebenen Lok- und Tenderrädern unterbunden.


    Aus dieser Formulierung entnehme ich, dass bei dieser Maschine (ich kenne das Modell nicht) Lok und Tender angetrieben sind und vorher unterschiedliche Untersetzungsverhältnisse existierten? Nur so kann ich mir vorhandenen Schlupf erklären.
    Bei den jetzt unterschiedlichen Tenderraddurchmessern müsste der Tender doch kippeln, zumal er auch angetrieben ist? Macht sich das nicht während der Fahrt bemerkbar?
    Fragen über Fragen...............

  • Hallo Peter!


    Bei dieser Lok sitzt der Motor längs im Tender und treibt am hinteren Wellenende über ein Schnecken / Stirnradgetriebe die beiden letzten Tenderachsen an. Hier befinden sich ab Wek 4 Haftreifen auf diesen Rädern.
    Am vorderen Ende befindet sich die große Schwungmasse und eine Gelenkwelle die nach vorne zur Lok führt.



    In der Lok selber befindet sich ein weiteres Getriebe das über Schnecke / Stirnräder die 4. Kuppelachse antreibt.


    Jetzt hast Du hier insgesamt 7 angetriebene Achsen und 2 verschiedene Raddurchmesser, einmal 1400mm bei der Lok und dann 1000mm beim Tender.
    Die korrekten Raddurchmesser sind auch bei der Roco 50er in 1:87 korrekt umgesetzt worden 16,1mm zu 11,5mm.
    Das Verhältnis der Raddurchmesser beträgt sowohl beim Vorbild als auch beim Modell 1,4 : 1 .


    Die beiden Getriebe müssen dann logischerweise auch in diesem Verhältnis aufeinander abgestimmt sein.
    Zähnezählen und Nachrechnen ergab:
    Übersetzung Lok werksmässig: 1:25,7
    dito Tender: 1:18,2
    Ergibt ein Verhältnis beider Getriebe zueinander von 1 : 1,4.
    => kein Schlupf bei Geradeausfahrt.


    Ich habe bein allen meinen 50er schon zu Analogzeiten die Getriebe umgebaut, bin halt kein Liebhaber von Rasant-Sport Getrieben in meinen Loks.
    Nach den Umbauten:
    Übersetzung Lok: 1 : 32,6
    Dito Tender: 1 : 23,1
    Ergibt auch ein Verhältnis der Getriebe zueinander von 1 : 1,4


    :offtopic: Ergab ferner bei anliegenden analogen 12V eine Höchstgeschwindigkeit der Lok von etwa 80km/h.
    Bei etwa 9,5V ergab sich dann 60km/h , was für gewöhnliche Güterzüge in der Epoche 3 dann in der Regel die Grenze des Erlaubten darstellte.


    Aus dem oben Geschriebenen ergibt sich die Notwendigkeit die Verhältnisse der Raddurchmesser der angetriebenen Räder beizubehalten. Deswegen auch die Ummontage der Räder auf den Achsen.
    Für die beiden vorderen nicht angetriebenen Radsätze des Tenders ist es hier in diesem Fall rel. egal wenn die Raddurchmesser nicht exakt übereinstimmen.
    [ironie]Gut, im DSO hat man natürlich eine schon richtig panische Angst vor evtl. auftretenden Schlupf. Hier bei der Roco 50 ist er praktisch und rechnerisch nachgewiesen nicht vorhanden.
    Mein Totschlagargument:
    Jungs rechnet mal aus was für ein Schlupf zwischen kurveninneren und kurvenäusseren Rad im 360mm Radius besteht *#' [/ironie]

  • Hallo Lutz,


    danke! Ich wollte nur verstehen, warum "Schlupf" verhindert werden soll. Nun ist mir das klar.
    Übrigens:

    Schlupf zwischen kurveninneren und kurvenäusseren Rad im 360mm Radius


    Dazu hat der von Dir neulich erwähnte Prof. Kurz von der TU Dresden in den 60er Jahren einige interessante Abhandlungen im "Modelleisenbahner" veröffentlicht. Die haben das an der Uni theoretisch und praktisch auf der hauseigenen Versuchsanlage (stand ich selbst mal davor!) analysiert. Habe gerade nachgesehen - die Hefte habe ich leider nicht mehr.


  • Dazu hat der von Dir neulich erwähnte Prof. Kurz von der TU Dresden in den 60er Jahren einige interessante Abhandlungen im "Modelleisenbahner" veröffentlicht. Die haben das an der Uni theoretisch und praktisch auf der hauseigenen Versuchsanlage (stand ich selbst mal davor!) analysiert. Habe gerade nachgesehen - die Hefte habe ich leider nicht mehr.


    Schade, wirklich Schade. Besagter Prof. Kurz ist im www. nämlich nicht zu fassen. Er war jedenfalls seiner Zeit weit voraus und ist deswegen auch oft angefeindet worden.

  • Hallo Lutz


    Besagter Prof. Kurz ist im www. nämlich nicht zu fassen.


    doch, ist er. Soeben gefunden.



    Alles, was ich noch habe, sind folgende Artikel:


    1. "Neue NEM kommentiert" aus dem März 1979
    2. "Was ist Ähnlichkeit?" vom Oktober 1962
    3. "Rückmeldeeinrichtungen für Pilz- und Hruska-Weichen" vom Juni 1962


    Falls Du recherchieren willst:
    Harald Kurz: "Grundlagen der Modellbahntechnik", Band II, Fachbuchverlag Leipzig
    Harald Kurz: "Fahrdynamik der Modellbahnen", Dissertation 1953 (Müsste auf jeden Fall an der Uni vorhanden sein)
    Harald Kurz: "Die Verwendung von Kreiseln in Modellfahrzeugen", Wiss. Zeitschrift der Hochschule für Verkehrswesen (Vorläufer der Uni) Heft 3, 1958/59

  • Servus Lutz,


    Ein Traum so gefällt sie mir .......das wirkt gleich viel besser!! Wie hast du das mit den Radsätzen gemacht die einen Haftreifen haben gemacht.


    Greez Rico

    ooohhrr ischh wer Blöde dat ist Hnulll, mit liebe zum Detail.

  • Hallo Rico!


    Es sind nur die Spurkranzspitzen gekappt worden. Die eigentlichen Laufflächen mitsamt ihrer Oberflächenbeschichtung sind unangetastet geblieben.
    Ebenso die Räder mit den Haftreifen. Wobei ich der Meinung bin die Lok ist schwer genug um auch ohne Haftreifen bei vernünftigen* Einsatzbedingungen zurecht zu kommen.
    Die Räder haben ab Werk eine Spurkranzhöhe von 1,2mm gehabt, mithin also der NEM310 entsprechend wobei hier die 1,2mm leider den Maximalwert darstellen den die NEM310 vorgibt.
    Die Radreifenbreite beträgt 3,0mm. Man hätte sie hier auch etwas schmäler drehen können auf die 2,8mm laut NEM310. Aber die Haftreifen hätten dann keinen seitlichen Halterand mehr gehabt.
    Was mir noch aufgefallen ist, das recht weiche Kunststoffmaterial der Radsterne. Das daher auch zum Verziehen bei grober mechanischer Beanspruchung tendiert. Jürgens Lok hatte hier einen ausgeprägten Watschelgang durch Seitenschlag gehabt. Des weiteren auch einen kleinen Höhenschlag. Seitenschlag kann ich weitgehend wieder richten, aber Höhenschlag lässt sich hier leider nicht beseitigen. Wie schon gesagt, das Material der Radsterne ist zu weich um es richtig Einspannen zu können damit man die Radlaufflächen bearbeiten kann.
    Meine Empfehlung: Vor dem Kauf die Loks probefahren und auf Eiern/Watscheln achten.


    Fahrwerksmässig habe ich die Lok hier auf 3-Punktlagerung umgebaut. Es war vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen weil die Fräsarbeiten sich doch sehr im Rahmen hielten.



    Hier sieht man den bearbeiteten Rahmen. Links ist vorne.
    Achslager 1 erhält Ausfräsungen um der serienmässig vorhandenen Federung ein grösseres Höhenspiel zu geben.
    Achslager 2 bleibt unbearbeitet fest im Rahmen gelagert wegen Zahneingriff.
    Die Blindwelle ebenso
    Achslager 3 wie Achse 1
    Achslager 4 erhält Ausfräsungen so wie eine mittige Lagerung und mutiert dadurch zur Pendelachse.




    Die bearbeitete Bodenplatte. Hier sind die entspechenden Gegenstücke zum Rahmen bearbeitet worden. Allen Achsen, mit Ausnahme der 2. und der Blindwelle, wurde mehr Raum nach unten hin geschaffen.


    Positiv zu vermerken, mit einem probehalber eingesteckter Digitaldecoder ESU Lopi Basic lief die Lok schon mit den werksmässigen Decoderparametern rund. Kein Einstellen und Anpassen der Motorregelparameter erforderlich. Mit entsprechender Anpassung der CV2 (Anfahrspannung) CV3 (Beschleunigung) und der CV4 (Bremsen / "Auslauf") ließ sich mit der Lok schon feinfühlig Rangieren.


    * wir sprechen hier ja nicht über die Spielzeugbahn mit dusig Wagen dahinter die H0-36er Wendel mit 300 Klamotten... :D

    Mit freundlichen Grüssen


    Lutz

    Einmal editiert, zuletzt von Lutz K ()

  • Hallo Lutz


    Hier bei deinem Bild kommt mir eine Frage.....


    Achsen, mit Ausnahme der 2. und der Blindwelle, wurde mehr Raum nach unten hin geschaffen.

    Sind die Bolzen gesteckt und lassen herausziehen oder haben sie ein Gewinde ?


    Als ich eine andere V 60 von PIKO patinieren wollte, habe ich die zwei Käbelchen abgelötet um auch an die Räder
    zu kommen ( Gützoldmethode ).


    Das kenne ich nicht von PIKO, ist mir Rätselhaft warum so ?
    Nur von dem Hersteller der schon oben genannt wurde, denn da ist es Gang und gebe wenn man an die Rädern einzeln wollte, die Stromabnehmerbleche ( Baureihe 250,155,118,119 ), zuerst ablöten muss.


    Gruss Jürgen

  • Hallo Jürgen!


    Die Bodenplatte lässt sich etwa 2,5cm nach unten abheben, so lang sind die Anschlußkabel. Um besser am Rahmen arbeiten zu können habe ich sie hier abgelötet.
    Die Kurbelbolzen sind nur eingesteckt. Wegen des rel. weichen Materials der Radsterne ergibt sich ein Preßsitz.