Weinert-Bausatz der BR 81. Eine Baubeschreibung

  • Hallo Kollegen!
    Nun mal wieder was aus meiner Bastelecke! Vor einiger Zeit wurde mir die Ehre zuteil, für einen Modellbahnkollegen einen bereits angefangenen Weinert-Bausatz der BR 81 fertigzustellen. Da ich mit diesen Bausätzen keinerlei Erfahrung habe, habe ich nach kurzer Bedenkzeit zugesagt. Für mich war es wichtig, die Bausatzphilosophie zu ergründen, um Erfahrungen für weitere Projekte zu sammeln. Wichtig war mir die Trennung zwischen Kessel/Führerstand und Fahrwerk. Bei meinem Modell der Ok22 habe ich diese Trennung recht unbefriedigend gelöst (ähnlich m + f). Allerdings ist im Gegensatz zur BR 41 (m + f) das Fahrwerk vom Kessel getrennt worden… Dies soll aber nicht Gegenstand der Diskussion sein. Auffällig war jedoch, daß sich die Philosophie nicht sosehr von den Modellen der Tenderlok m + f oder model loco unterscheidet.
    Nun aber zum Bau dieses kleinen Kraftpakets, für den ich alle anderen Bauaktivitäten eingestellt habe. Für das Modell der Ok22 ist also erst einmal Baustop angesagt.
    Als erstes fällt die recht umfangreiche Bauanleitung auf, die bei dem Modell der BR 81 zwanzig Seiten umfaßt. Auf mehreren Seiten werden die einzelnen Teile aufgelistet und den verschiedenen Ausführungen (DRG / DB) zugeordnet. Auf weiteren fünf Seiten werden diese Teile in Explosionszeichnungen an ihrem Einbauort am Modell dargestellt.
    Der Text der Bauanleitung scheint auf den ersten Blick auch verständlich und logisch aufgebaut. So soll erst einmal der rechte Wasserkasten mit der Rückwand des Führerstandes verklebt /-lötet werden. Dieser Arbeitsschritt war, inklusive Montage der Rauchkammertür und des Ballaststückes bereits erfolgt.



    Hier jetzt noch einmal der Wasserkasten mit der Führerstandsseitenwand



    Sehr schön sind die Paßstücke zu sehen, mit denen die Gehäuseteile sicher zu montieren sind. Am Kohlenkasten und der Führerstandsseitenwand sind schön die Bohrungen zu sehen, in denen nachher die Zurüstteile eingeklebt werden. Dabei ist es nicht ganz unproblematisch, diese Bohrungen in die schmalen Stege einzubringen.



    Es ist mir aber unverständlich, warum man die Bohrungen für die Handläufe an Vorder- und Rückwand des Führerstandes nicht vorgesehen wurden. Diese sind auf allen Bildern deutlich zu sehen. Bei der model loco-BR 81 sind diese vorhanden, allerdings sind die Fensterschirme der model loco-BR 81 als Ätzteile ausgeführt. Da diese Handläufe aber am Modell angebracht werden sollen, müssen die Bohrungen nach der Montage des Führerstandes eingebracht werden. Deutlich sind die Platzverhältnisse an der Führerhausvorderwand zu sehen, daneben die Griffstangenhalter!



    An der Vorderwand ist auch bereits der Dampfentnahmestutzen angebracht worden- die Montage von Kessel und Führerstand wird damit vereinfacht. Dieser Entnahmestutzen ist bei allen Tenderlok gleich. Und stellt die DB-Ausführung dar. Bei der DRG-Ausführung ist das über das Führerstandsdach reichende Entlüftungsrohr deutlich kürzer (und sorgte gerade im Rangierbetrieb für „Dampfsauna“-Verhältnisse im doch recht kleinen Führerhaus). Da der Stutzen bereits eingeklebt war- und sich sämtlichen Versuchen widersetzte, die Klebung aufzulösen –muß das Modell in diesem Bereich vorbildwidrig bleiben.



    Mit dem Versuch, den Handlauf aus Messingdraht zu löten, bin ich noch nicht so recht glücklich.


    Am Kessel waren die Löcher für die Zurüstteile gebohrt- sodaß die Montage problemlos erfolgen sollte. Ebenso war das rechte Sicherheitsventil bereits montiert- ein Umstand der mir etwas Kopfzebrechen bescherte. Die Ackermann-Sicherheitsventile haben einen Rüttelzug- mit dem die Ventile angelüftet werden können. Damit soll das Abblasen des Ventils bei kurz unter Kesselnenndruck stehenden Kessels erleichtert werden. Die Ackermannventile blasen erst kurz nach Überschreiten des Nenndruckes an, um Wärmeverluste zu vermeiden. Durch das Rütteln oder Anlüften sollte ermöglicht werden, daß man die Ventile z.B. außerhalb von Bahnsteighallen abblasen konnte. Wie sollte ich also den Zug montieren, da die Senkung für die Aufnahme (des Drahtzuges) weinertüblich eher klein ausfällt. Um den Zug halbwegs griffest zu montieren mußte er an der Unterseite der Sandfalldüsen verklebt werden.
    Laut Bauanleitung soll der Kessel mit der bereits vormontierten Kessel-/Führerstandsbaugruppe und dem zweiten Wasserkasten verklebt werden. Nach provisorischen Verkleben habe ich mich allerdings dazu entschieden, erst den Kessel zuzurüsten und dann mit dem restlichen Aufbau zu montieren.



    Seit einiger Zeit werden die Leitungszüge als „Bäume“ gefertigt. Das soll die Montage vereinfachen. Hier sind die Sandfalleitungen provisorisch verklebt. Für den weiteren Bau hat es sich herausgestellt, diese wieder zu entfernen. Nun kenne ich die Lokomotiven der Baureihe nicht so gut, daß ich diese Lok schlafwandlerisch sicher hätte zusammenbauen können. Etwas Recherche zum Leitungsverlauf war notwendig- da die Abbildungen in der Bauanleitung nicht besonders aufschlußreich sind. Auch die Abbildungen im Katalog oder bei einigen mir vorliegenden Bauberichten waren nicht so sehr deutlich. Auch die Bilder hier:
    http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,5887519
    helfen nicht wirklich weiter, da die Lok nicht mehr den Originalzustand zeigt. Allerdings ist im zweiten Bild zu sehen, daß die Sandfalleitungen ÜBER der Speise-, Lichtmaschinen- und Bläserleitung liegt.
    Erst im Bw Oldenburg wurden die Lokomotiven mit einem Läutewerk ausgerüstet, welches werkseitig für die Lok nicht vorgesehen war. Auf einem mir vorliegenden Bild der 81 004, ist die Lok mit einem Knorrläutewerk ausgerüstet. Weshalb im Bausatz nun aber ein Latowski-Läutewerk beiliegt, erschließt sich mir nicht mal ansatzweise… Ebensowenig, warum bei allen Baubeschreibungen dieses Läutewerk verbaut wurde und auch im Katalog so zu sehen ist. Das Latowski-Läutewerk ist ein Dampfläutewerk mit außenliegendem Klöppel, während das Knorrläutewerk ein Druckluftläutewerk mit innenliegender Kugel zum Anschlagen der Glocke ist. Auf den Bildern im obengenannten Beitrag ist dieser, normalerweise nicht sichtbare Mechanismus zu sehen, da die Glocke fehlt. Im seitlich zu sehendem „Stöpsel“ hinter dem Schornstein zu sehenden Rohres befindet sich die Kugel. Da ich kein Knorrläutewerk zur Verfügung hatte, wurde die „Bimmel“ entsprechend umgebaut. Ebenso ist die Luftleitung zum Betrieb des Läutewerkes nicht vorgesehen, diese wurde nach Bildern von Lokomotiven der BR 80/86 verlegt. Diese liegt unterhalb der Sandfalldüsen auf dem Kesselblech und ist mit einfachen Blechschellen befestigt.



    Das werkseitig nicht vorgesehene Läutewerk wurde nur deswegen montiert, da die Bohrung bereits im Kessel war. Mir erschien ein verspachteln/verschleifen in der Nähe der Nietrundnaht zwischen Rauchkammer und Langkessel zu gefährlich. Die noch angehefteten Sandfalldüsen dienen nur der Lagesicherung der Luftleitung. Nach Montage der Luftleitung wurde der Rüttelzug des Sicherheitsventils am Hebel des Ventils, der Unterseite der Sandfalldüsen und an der Vorderwand des Führerstandes verklebt.



    Als nächstes wurde die Luftpumpe an ihrem vorgesehenen Platz angebracht



    und die Speiseleitung mit Ventil am Speisedom verlegt. Diese Leitung ist bereits als komplettes Teil vorgefertigt. Hierbei wurde jedoch das unterschiedliche Schwindmaß der beiden verwendeten Legierungen (Weißmetall / Kessel ; Rotguß / Leitung ) unterschätzt, so daß Richtarbeiten notwendig sind. Anderenfalls liegen die die Luftpumpenanstelleitung und die Speiseleitung nicht an der richtigen Stelle.



    Aus der Bauanleitung geht nicht hervor, daß die Sandfalleitungen über der Speiseleitung angebracht sind, deswegen mußte dieser Leitungsbaum vorsichtig gelöst werden. Danach wurde er über die Speiseleitung gebogen, damit das typische Erscheinungsbild erreicht werden konnte. Damit ist die Partie mit Sandfalleitungen, Sicherheitsventil und Rüttelzug auf der Lokführerseite fertiggestellt.


    Als nächstes stand die Montage von Pfeife und Luftpumpenanstelleitung an. Auch diese Leitung ist bereits fertig konfektioniert. Auch hier standen umfangreiche Richtarbeiten an, damit die Pfeife gerade am Dom steht und die Leitung am Druckregler der Luftpumpe angebracht werden kann. Dabei muß die Leitung gekürzt werden. Dabei habe ich durch ungenaues Arbeiten die Leitung etwa einen Millimeter zu kurz abgeschnitten.



    Nach dem Absägen der Leitung an der letzten Befestigungsschelle habe ich die Leitung mit einem 0,5 mm-Bohrer aufgebohrt und ein Stück ausgeglühten Messingdraht eingelötet. Zuvor habe ich ihn nach dem Muster der „alten“ Leitung zurechtgebogen.



    Für die Ventilspindel des Luftpumpenanstellventils habe ich die Senkung aufgebohrt, damit die Spindel sicher befestigt werden kann. Nach diesen vorbereitenden Arbeiten wurde die Pumpenleitung und der vordere Kesseltritt am Kessel, bzw Dom angebracht.



    Jetzt fehlt nur noch der hintere Tritt und die Ventilspindel. Nach der Bauanleitung ist ein 0,3 mm-Draht in Ventil und Führerstandsvorderwand einzukleben. Dabei macht dieser Draht jedoch einen „Pißbogen“, da er an den Sandfalldüsen anliegt.



    Diese Lösung gefiel mir überhaupt nicht, da sie wenig vorbildtreu ist. Auf den mir vorliegenden Fotos ist die Spindel gerade. Ein Blick in den „Katalog der Reichsbahn-Einheitslokomotiven“ von Alfred Gottwald zeigte, daß die Spindeln bei den Lok der BR 80 / 81 (sehr undeutlich zu sehen) /86 und 87 mit zwei Kardangelenken geführt wird. Dabei ist bei den Lok der BR86 /87 deutlich zu sehen, daß als Gegenlager des zweiten Gelenks, ein Regelstangenhalter vor den Sandfalldüsen auf dem Kesselmantel angebracht ist. Dieser ist ebensowenig, wie die Kardangelenke berücksichtigt worden. Damit ein dem Vorbild entsprechender Eindruck entsteht, habe ich zumindest die Kardangelenke dargestellt. Die dem Bausatz beiliegenden, bzw. bei mir vorhandenen Regel-(Griffstangenhalter) sind zu kurz, so daß ich auf eine Nachbildung dieser Halter verzichtet habe.



    Inzwischen ist auch der hintere Tritt montiert, und mit dem vorderen in einer Flucht ausgerichtet. Bis auf die Griffstange an der Rauchkammer und den Pfeifenzug ist die Lokführerseite fertig zugerüstet. Wie der Pfeifenzug nachgebildet werden soll, ist in der Bauanleitung nur lapidar dargestellt. Ebenso fehlt die Körnung/Bohrung am Gußteil…



    Zum Thema Pfeifenzug wird mir aber auch noch etwas einfallen, soll doch auch hier ein möglichst vorbildgetreues Erscheinungsbild erzielt werden. Im nächsten Schritt wird der Schlot eingeklebt. Im Schlot befindet sich ein Gewinde zur vorderen Befestigung mit dem Fahrwerk. Der (bereits fertiggestellte Rauchkammerträger) sichert die korrekte Lage des Kessels auf dem Fahrwerk.
    Noch ein paar Worte zum Bausatz: dieser ist gut durchdacht, allerdings nicht ganz unaufwendig. Einige (sichtbare) Details wurden leider nicht berücksichtigt:
    - der Rauchkammerentwässerungsstutzen
    - die Luftleitung zum Läutewerk
    - die Luftleitung zu den Sandfalldüsen auf beiden Seiten des Kessels (wird noch nachgerüstet)
    - der Wasserstandsanzeiger auf dem rechten Wasserkasten
    - die Kardangelenke der Anstellspindeln
    - die Griffstangen an Vorder- und Rückseite des Führerstandes


    In einigen Details läßt sich nur die DB-Lok korrekt darstellen, so ist die Lichtleitung am Tender als lose hängende Leitung angegossen. Bei den DRG-Lok ist sie jedoch in einem Rohr bis zur Lampensteckdose geführt. Erst danach hängt sie lose an der Laterne. Ein Entfernen und verspachteln erscheint mir auch hier, wegen der Niet-Nachbildung und des weichen Weißmetalls zu gefährlich.
    Dennoch muß ich sagen, daß mir die Montage bis jetzt recht viel Spaß gemacht hat. Die Konfektionierung der Kesselleitungen als Baum finde ich nicht unbedingt als Vereinfachung bei der Montage, da einiges an Richtarbeiten notwendig wird. Zudem sind die Paßzapfen als Angüsse der „Bäume“ ausgeführt. Das macht die Anpassung am aus dem weichen Weißmetall ausgeführten Kessel nicht unbedingt leichter. Besteht doch hier die Gefahr dasd Material zu zerkratzen. Der Vorteil der Leitungsbäume ist aber auch nicht von der Hand zu weisen- es können keine Detaillierungsteile vergessen werden.
    Ich hoffe, daß ich mit meinem Statusbericht keinen gelangweilt habe. Im nächsten Bericht geht es dann mit den Restarbeiten auf der Lokführerseite und der Montage der Leitungen auf der Heizerseite weiter.


    Viele Grüße aus Jena
    Christian

  • Hallo Christian


    Wow einfach toll, dein Baubericht.
    Klingt irgendwie einfach, wenn man die Bilder sieht.
    Ich bin mal gespannt wenn das Fahrwerk kommt, oder ist es schon vormontiert ?


    Gruss Jürgen

    Mit freundlichen Grüßen :hutab:
    Jürgen


    Wir sind weg, in Richtung Nimmerland ( Alles nur ein Traum, oder doch Realität )

  • Hallo Jürgen,
    So ganz einfach ist es nicht, obwohl gerade die Leitungsbäume die Montage vereinfachen sollen.Aber durch die Richtarbeiten wird es aufwendig, besonders, wenn man das weiche Weißmetakll des Kessels nicht beschädigen will.
    Gerade auch die Bauanleitung ist nicht wirklich hilfreich, da der Leitungsverlauf in den Explosiv-Zeichnungen nicht wirklich ersichtlich ist.
    Auf der anderen Seite ist der Bau aber nicht wesentlich schwieriger, als der der model loco-oder Merker und Fischer-Bausätze. Wobei letztere den Vorteil haben, daß der Kessel aus Messing gefertigt ist. Damit ist dieser nicht so kratzempfindlich.
    Was mich ein wenig stört, ist die Tatsache, das an einem etwa 500,- Euro teuren Bausatz einige deutlich sichtbare Details fehlen, bzw für mehrere Bauausführungen vorgesehen sind.


    Das Fahrwerk ist bereits nahezu fertiggestellt und lackiert. Aber das Gestänge klemmt ein wenig, so daß dere vielgerühmte seidenweiche Lauf noch nicht erreicht wird. Hier werde ich mich wohl nochmal darum kümmern. Zumal das vernickelte und brünierte Gestänge an einigen Lagern korrodiert . Der entstandene Grünspan schränkt die Beweglichkeit ein. Ich denke aber, daß ich dieses Problem in den Griff bekomme.


    Aber im Großen und Ganzen ist der Bausatz gut durchdacht! Die durchweg positiven Beurteilungen haben durchaus Berechtigung.


    Was mich aber etwas irritiert, alle die dieses Modell gebaut und beschrieben haben, haben das "falsche" (auch für die DB-Version) Läutewerk verbaut. Die recht einfache Detaillierung im Bereich des Luftpumpenanstellventils ist auch kritiklos übernommen worden. Und das, obwohl es genügend Bilder gibt.
    Mir hat der Bau aber, wie beschrieben, viel Freude gemacht Und ich kann einige Konstruktionsmerkmale für meine Konstruktionen übernehmen. Bisher habe ich da ja mehr m + f-Merkmale übernommen.


    Viele Grüße
    Christian

  • Ein Super-Baubericht, Christian. Jetzt kann ich mir auch vorstellen, was es heißt aus einem Bausatz eine hochwertige Lokomotive zu bauen. Hut ab!!



    Gruß Rainer :thumbup:

    Kleinreuth-Nord-Logo-supersmall.jpg


    Christopher La Brec: Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eigenen oder den eines anderen. Gib acht, das Du Deinen eigenen verfolgst.

  • Hallo Christian







    Toller Baubericht.


    Ich habe mittlerweile 15 Weinert Bausätze montiert. Ich suche mir ein Vorbild,
    und dann fange ich an. Alle Deine Anmerkungen sind richtig und treffen auch bei
    anderen Bausätzen zu. Bei den Aufbauten klebe ich fast ausschließlich, deshalb
    bewundere ich Dich wenn Du bei den Weismetallteilen mit dem Lötkolben (oder
    auch Station) hantierst. Bei kleinen Messingteilen hilft oft nur löten.


    Darüber hinaus habe ich versucht alle
    Bauberichte die mir bekannt waren zu lesen.



    Was mir dabei auffiel ist, dass jeder „Erbauer“ andere
    Wünsche und Kritikpunkte hatte. Die ersten Bausätze waren noch ohne vorgefertigte
    Leitungen. Mir hat das besser gefallen, da kann man Näher an seinem Vorbild
    arbeiten, aber andere haben das dauert bemäkelt.


    Nun zu den Vorbildern. Nach jedem Aufenthalt im AW waren im Grunde die
    Leitungen anders. Die Rohrschlosser haben ihr Bestes gegeben und nicht immer „nach
    Plan“ gearbeitet. Am Ende der Dampflokzeit schon gar nicht. Deshalb, welchen Tag
    soll man den nun nachbilden?


    Bei öffentlichen Bauberichten würde ich
    mit Kritik an den Weinertbausätzen sehr zurückhaltend sein, was Du kritisierst
    hat gerade vorher ein anderer mit umgekehrten Vorzeichen gefordert. Es ist gut,
    dass wir solche Bausätze bekommen können.







    Dieses ist nun
    wiederum keine Kritik an Dich, deine Kritik war sehr konstruktiv, nur meine
    Meinung dazu.


    Meine Meinung ist: ohne die Firma Weinert wäre die Modellbahn sehr arm, deshalb ! das
    allgemeine „Auskotzen“ (in allen Foren)
    an allen Produkten dieses Hersteller verwundert mich schon.







    Mach weiter so, Du wirst süchtig werden.



    Gruß Friedrich

  • Moin!


    das allgemeine "Auskotzen" (in allen Foren) an allen Produkten dieses Hersteller verwundert mich schon.


    Mir ist es grundsätzlich neu, dass an Weinert-Produkten viel gemäkelt wird. Gut: kleinere Kritikpunkte wird es immer geben; dazu sind wir alle zu unterschiedlich und die beackerten Themen sind im Vergleich zur Firmengröße ja auch nicht ohne. Aber im Großen und Ganzen drängt sich doch der Eindruck auf, dass die Weinerts einen verdammt guten Job machen.


    Mal schauen, ob ich nach meinem ersten Bausatz plötzlich anderer Meinung bin. Ich kann's mir aber nicht wirklich vorstellen.


    Grüße!
    B.

    Den wahren Freund erkennt man in der Not. (Cicero)

  • Hallo zusammen,


    das Bausatzproblem, gerade bei Triebfahrzeugen, bietet je nach Hersteller immer wieder Überraschungen. Dabei ist erstmal eines klar: Einen Bausatz, den man nach LEGO-Art nur noch zusammenstöpseln muss, wird es auch künftig nicht geben. Schon deshalb nicht, weil die Hersteller den "Erbauern" die Möglichkeit lassen will, das Modell verschiedenen Bauzuständen, Epochen oder Bahnverwaltungen anzupassen. Man muss sich schon - Bausatz hin oder her - mit dem Vorbild etwas näher befassen. Macht man das nicht und will die vorhandenen Teile lediglich "zusammenschmieden", dann kann man schon sein blaues Wunder erleben.
    Erstaunlich ist ebenfalls, dass sich die meiste Kritik mit dem Gehäusebau beschäftigt. Kaum einen regt es auf, wenn die Fahrgestelle starr oder ungefedert sind, die dünnen Bleche der Fahrgestelle überhaupt nicht geeignet sind, dem Verschleiss durch die Getriebe zu widerstehen oder die Motorisierung dem vorgesehenen Einsatzzweck nicht entspricht.
    Weinert macht da mit den vorgefertigten Getrieben eine Ausnahme. Wenn ich da aber z. B. an Panier denke...............
    Und ansonsten hat Christian mein vollstes Vertrauen, aus dem Weinert-Bausatz eine richtige 81er zu machen!

  • (...)Einen Bausatz, den man nach LEGO-Art nur noch zusammenstöpseln muss, wird es auch künftig nicht geben.(...)

    Doch, den gibt es. Weinert-V36. :sehrgut:

  • Hallo Kollegen!
    Da der Faden noch nicht so sehr lang ist, hier einige Bemerkungen zu Euren Beiträgen:


    Friedrich: Ich stimme Dir voll und ganz zu, daß es ohne die Bausätze und Bauteile der Firma Weinert schlecht um den Modellbau bestellt wäre. Ich kann es noch ziemolich genau nachvollziehen- denn zu DDR-Zeiten gab es solche Sachen nämlich nicht. Hier war der Selbstbau angesagt.
    Ebenso verhält es sich mit den Bauteilen für meine polnischen Modelle: Hier gibt es zwar Teile- aber die sind nicht so einfach zu bekommen, da der Hersteller diese in seiner Freizeit fertigt.
    Wie dann soetwas ausarten kann ist sehr schön in diesen Beiträgen von mir zu lesen:
    Parowoz w Wolsztyne...früher war´s eine Liliput BR42


    Messingmodell der PKP-Lok Ok22 31
    Für meine nächsten Projekte in dieser Richtung muß ich dann auch eine Sammelbestellung loslassen, wenn die Teile wieder verfügbar sind...


    Die Weinertbausätze finde ich auch recht gut durchdacht- und es ist mir völlig klar, daß Kompromisse gemacht werden müssen. Soll eine Lok in mehreren Epochen dargestellt werden- sind eben verschiedene Details anzupassen. Damit kann ich auch leben. Zumal die Lichtleitingen am Tender nun nicht so auffällig sind. Es war mir nur aufgefallen. Ich bin kein Freund dieser Leitungsbäume, egal ob es sich nun um ein Großserienmodell (GFN/Piko etc) oder einen Bausatz handelt. Durch die unterschiedlichen Materialien ist eine hundertprozentige Passgenauigkeit nicht garantiert. Damit kann ich leben- ich war nur über den Zeitaufwand überrascht- die Leitungen so zu verlegen, daß es auch paßt.
    Daß die Leitungen beim Vorbild nicht immer zeichnungsgerecht zu liegen kommen- ist mir beim Betrachten von Werkfotos augefallen... Beim Modell ist es aber ein wenig problematischer, da diese Leitung eben unmaßstäblich starrer sind, und sich entsprechend schwerer anpassen lassen.
    Zum zweiten kommt hinzu, es handelt sich nicht um MEIN Modell- ich fertige es nur im Auftrag. Dabei waren einige Teile bereits vorbereitet- so daß ich mich an die Vorgaben halten muß. Gefordert war die Fertigung als Epoche II-Lok. Da ich die Lok nun aber nicht so gut kenne- mußte ich ein wenig recherchieren (ich bin aber eher der Epoche III/IV-Fahrer). Allerdings liegen mir nun nicht so viele Bilder der BR81 vor (die zu dem nur eine Splittergattung war).
    Wenn ich Fahrzeuge für mich baue, verfüge ich in der Regel auch über genügend Bildmaterial- so daß die Nachbildung deutlich einfacher ist.
    Einer meiner Kritikpunkte ist daher die , nur auf den ersten Blick übersichtliche Bauanleitung. Mir würden daher ein/zwei Vorbildfotos (am Besten Werkfotos) den Bau deutlich erleichtern. Oder eben Bauanleitung, wie sie von m+f in den Bausätzen beilagen. Hier waren recht detailreiche Fotos der gebauten Modelle zu sehen. Das diese Modelle recht deftige Fehler hatten, ist hier nicht Thema der Diskussion.
    Ein weiterer Kritikpunkt: Die Zurüstteile sind weitestgehend maßstabsgerecht und vollständig (was ich AUSDRÜCKLICH BEGRÜSSE), um so mehr ist es verwunderlich, daß bei ALLEN Einheitstenderlok die Griffstangen am Führerstand weggelassen wurden. Beziehungsweise man sich beim Luftpumpenanstellventil und Pfeifenzug mit einer Einfachlösung zufrieden gibt. Gerade beim Luftpumpenventil sind die Kardane deutlich zu sehen. Der hinter dem zweiten Kardangelenk liegende Regelstangenhalter ist nicht so sehr zu sehen- und dessen Fehlen daher tolerierbar. Mir war es nur beim Durchsehen, der infrage kommenden Bilder aufgefallen. Das in meinem Baubeitrag bemängelte Fehlen der Rauchkammerentwässerung ist für die EpocheII-Lokomotive allerdings korrekt, wie eine erneute Bilderschau verdeutlichte. Offensichtlich auch der Wasserstandsanzeiger im rechten Wasserkasten- denn ich kann ihn nur bei den Lok der BR 86/87 sehen.
    Bleiben also nur die Griffe, Luftleitungen für Läutewerk und Sandstreuer, daß Läutewerk (hier erschließt es sich mir aber nicht, warum man ein Länderbahn-Dampfläutewerk "Latowski" verwendet, wenn man schon eine Knorr-Bimmel im Baukasten hat. Noch weniger ist es für mich erklärlich, warum dies in keiner der Baubeschreibungen kritisiert wird. Ebensowenig die Einfachlösung für den Pfeifenzug- zumal auch hier die Ätzteile als separates Zurüstteil angeboten werden.


    Ansonsten Worte über die Qualität zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen, denn die ist über alle Zweifel erhaben.Auch der Service von Weinerts ist Klasse, es ist unproblematisch,vermurkste Teile neu zu bekommen. Die Fahrwerke sind stabil und anlagentauglich, was man nicht unbedingt von anderen Herstellern sagen kann. Allerdings gefiel mir die Loch/Nietvariante bei den Steuerungsteilen auch besser.
    Die Ausführungen mit den zu biegenden Gabeln-ist aber bei entsprechender Übung auch zu bewerksteligen. Wie schwer es ist, ein Modell zu entwickeln, habe ich bei Entwicklung und Bau meiner Ok22 feststellen dürfen. Hier kam noch hinzu, daß es weitgehend unmöglich war, an Konstruktionsunterlagen zu kommen. Insofern möchte ich vor Weinerts durchdachten Modellen den Hut ziehen.
    Mich würden auch mal Erfahrungsberichte zum Bau Deiner Modelle interessieren. Im Übrigen klebe ich die Weißmetallteile auch bloß. Hier traue ich mich auch nicht mit dem Lötgerät daran. Und zwar aus folgenden Gründen:
    Der Schmelzpunkt liegt sehr niedrig- die Gefahr ein Teil zu zerstören ist mir hier zu groß (besonders da es sich nicht um mein Modell handelt) Zweitens- die Lote für Weißmetall enthalten Wismut (Woodsches Metall). Dadurch verspröden die gern von mir verwendeten Lote mit einem Silberanteil. Die Lötstellen platzen dann meist schon beim Erkalten wieder auf! Zudem bekomme ich dann das wismuthaltige Lot nicht mehr von der Lötspitze. Ich löte auch nur mit einem Gaslötgerät- da meine Bastelecke nur etwa so groß ist, wie eine Toilettenkabine- da wäre mir das Kabel des Lötkolbens mehr als im Weg.


    Du hast mich allerdings mißverstanden, wenn Du meinst, ich möchte mich auskotzen. Das ist mitnichten der Fall. Es ist nur eben so, daß ich das Modell nicht für mich baue. Dabei möchte ich eben das Maximum an Vorbildtreue aus dem Bausatz holen. Insofern lege ich den Maßstab für mich besponders hoch an.
    Ein schnelles Zusammenschießen,besonders unter dem Vorzeichen einiger Modellbeschreibungen von mir, kommt für mich nicht mehr infrage.


    Rainer: Danke für die Blumen! Ansonsten siehe oben!


    @Peter T: Wie schon mehrfach erwähnt, die Weinertbausätze sind ordentlich durchdacht und deswegen lassen sich dann auch gute Modelle erstellen. Sicherlich kann man den Bausatz auch nur so einfach "zusammenschmieden". Die Ergebnisse sieht man dann häufig in der Bucht. Meistens mit dem Zusatz , vom Profi montiert. Welchen Aufwand man mit einem Bausatz betreibt- hängt auch davon ab, welchen Anspruch man an sich und das entstehende Modell legt.
    Die Erfahrung mit untauglichen Fahrwerken habe ich auch schon gemacht...


    @Carsten B: Ist die Weinert -V36 wirklich so ein LEGO-Bausatz. Ich kann es mir eigentlich nicht wirklich vorstellen.


    Boscho: Ich denke nicht, daß Du anders denken wirst. Du mußt Dir lediglich Gedanken machen, wie weit Du die Detaillierung treiben willst. Und plane genügend Zeit ein!


    Viele Grüße aus Jena
    Christian,


    der sich jetzt wieder über den Bausatz machen wird. Der Pfeifenzug ist inzwischen auch montiert :D

  • Hallo Friedrich,
    habe ich auch eigentlich nicht so verstanden, sondern wollte dies nochmals ganz deutlich hervorheben :D


    Die Krümeleskackerei (zB die Diskussion über die 0,3mm zu großen Zylinder der 03.10) in den Foren geht mir nämlich auch auf den Zeiger.
    Um süchtig zu werden fehlen mir die Lokomotiven bei Weinert ( Ol49, Pt47, TKt48, Ty45 und Ty51, die Okz32 der PKP, die Borsig Sandbahnloks der gräflich Ballestremschen Sandbahngesellschaft, und bei den deutschen Lok die BR43, 52 mit Blechrahmen und die BR62)Aber der Bau derBR 81 macht mir Spaß- denn so langsam kapiere ich das Konzept.



    Viele Grüße
    Christian

  • @Carsten B: Ist die Weinert -V36 wirklich so ein LEGO-Bausatz. Ich kann es mir eigentlich nicht wirklich vorstellen.

    Hallo Christian,


    naja, Lego vielleicht nicht so ganz... Trotzdem ist sie absolut simpel zu bauen und damit auch für den Einsteiger mit noch überschaubarem Werkzeugbedarf absolut geeignet. Die Nacharbeiten an den Teilen beschränken sich auf leichtes Versäubern, gerichtet werden muss kaum etwas. Schon nach wenigen Stunden hat man einen sauber laufenden Rangierhobel.



    Peter nannte hier schon die Bausätze eines anderen norddeutschen "Herstellers"... Nach einem Triebwagenbausatz aus diesem Hause suchte und fand ich Erholung mit der V36 aus Weyhe. ;)


    Klasse, was Du mit der 81 machst - viel Spaß weiterhin!


    Gruß, Carsten

  • Hallo Wolfgang,
    dann nur zu! Es macht schon Spaß, solche Bausätze zu montieren. Das man Kompromisse dabei eingehen muß, ist normal. Aber Vorsicht- wenn man einmal damit angefangen hat, braucht man einen Tag mit mindestens, wenn nicht noch mehr Stunden.
    Es geht nämlich ganz schnell, daß man "nur noch" eine Leitung usw montieren möchte- und plötzlich ist das Bier alle ;( und draußen ist es schon wieder hell...
    Interessanterweise ist es nicht leichter oder aufwendiger einen Bausatz zu montieren, als ein selbstentwickeltes Modell...in beiden Fällen kann man weitgehend festlegen, was am Ende entstehen soll.


    Also mein Tip- einfach mal probieren.
    Viele Grüße
    Christian


  • Hallo, liebe Forenkollegen,


    einige Zeit war es ja nun recht ruhig um die Weinert-Lok. In den letzten Wochen bin ich nur recht unregelmäßig zum Bauen gekommen. Verschiedene Verpflichtungen haben mich davon abgehalten.
    Jetzt geht es aber an der Stelle weiter, wo ich letztlich aufgehört habe. Inzwischen ist mir auch etwas zum Pfeifenzug eingefallen :D Es war ja so , daß der Hebel von der Betätigungsspindel zum Pfeifenzug fehlte. Ich habe einen Griffstangenhalter etwas flach gefeilt, den Draht zum Führerstand eingefügt und festgelötet. Aus einem Stück Steg eines Ätzbogens habe ich dann den Hebel gefeilt und gebohrt und ebenso festgelötet. Den Zug vom Hebel zur Pfeife eingehängt und ferrdsch

    Hier das ganze mal in der Übersicht. Von Nahem sieht das dann so aus:



    Von Schräg vorn sieht man den freistehenden Hebel mit dem Pfeifenzug recht schön:



    Die Feingußteile bewahre ich in einem Beutelchen mit Reißverschluß auf, so daß nichts verloren gehen kann. Nur die gerade benötigten Teile liegen in einer kleinen Plasteschale. Beim Suchen nach den nächsten Teilen fiel mir doch der Hebel des Pfeifenzuges in die Finger. Künstlerpech- aber meine Lösung ist mit der weinertschen fast identisch. Da dieser Hebel auch in der Bauanleitung nicht auftaucht- habe ich auch überhaupt nicht danach gesucht.
    Vorher hatte ich, um eine konstruktive Pause zu überbrücken, die Griffe an der Rauchkammer montiert
    .



    Danach ging es mit der Montage der Leitungen auf der Heizerseite weiter. Doch HALT- so schnell geht es nicht- erst mußte noch das linke Sicherheitsventil und die Sandfalleitungen montiert werden. Das Sicherheitsventil ließ sich nach der „Übung“ mit dem rechten schnell montieren. Eine Probemotage des Leitungsbaums ließ recht schnell erkennen, daß die vorderen Sandfalleitungen unter dem Baum montiert werden mußten. Das Originalfoto ließ auch nicht recht erkennen- ob die Leitungen darunter oder darüber liegen. Da sie aber ohnehin unterhalb des Trittes kaum zu sehen sind, habe ich mich für diese Methode entschieden. Die Montagezapfen des Leitungsbaumes, der die Lichtmaschine, das Speiseventil und das Anstellventil der Lichtmaschine umfaßt, passen nur teilweise in die vorgesehenen Montagebohrungen am Kessel. Aus diesem Grunde stehen die eigentlich senkrecht stehenden Leitungen ein wenig schief. Um diesen Fehler (?) zu korrigieren, hätte der Leitungsbaum komplett getrennt werden müssen. Nachfolgend hätte jede Leitung neu montiert werden. Das war mir an dieser Stelle deutlich zu aufwendig.



    Nachfolgend wurde der Rüttelzug des linken Sicherheitsventils verlegt. Ebenso der die Anstellspindel für die Zugheizung. Auch hier habe ich die Kardane montiert. Ebenso den Stellzughalter hinter den Sandfalldüsen. Da sich aber der Dampfentnahmestutzen bereits an der Führerstandsvorderwand verklebt war- und sich die Verklebung nicht mehr lösen ließ, mußte das Loch für die Anstellspindel neu gebohrt werden. Diese Spindel liegt zwischen den Dampfentnahmerohren- deswegen mußte sie etwas schräg montiert werden. Das ist auch weitgehend vorbildgerecht. Auf dem mir vorliegenden Hubert-Foto liegt sie schräg, wenn auch nicht so stark, wie bei mir! Alle Leitungen wurden direkt hinter der Führerstandsvorderwand abgetrennt, verklebt und dann Flächenbündig verputzt. Eigentlich müßten sie bis an die, auf der Stehkesselrückwand liegende, Strahlpumpe und Armatur reichen. Allerdings würde ich mir hier größere Schwierigkeiten beim Montieren des Stehkessels und dem nachfolgenden Lackieren erkaufen. Zudem werden diese Leitungen ohnehin durch das Führerstandsdach verdeckt.



    Mittlerweile sind alle Leitungen und Tritte am Kessel verlegt- von oben sieht der „Christbaum" so aus:



    Ein Problem ergab sich aus der Führung der Lichtleitung- beim DB-Modell liegt diese vom linken Umlauf ausgehend, unter dem Wasserkasten. Auf meinem Foto, als auch dem im „Gottwald“ abgedruckten Fabrikbild sieht man hier---nur Dunkel! Ich habe mich mit dem Auftraggeber darauf geeinigt, daß sie auf der Kesselbekleidung oder dem Rahmen entlanggeführt wurde. Im Bausatz nicht vorgesehen, muß diese Leitung aber von der Lichtmaschine zur, am wo auch immer liegenden Leitung, geführt werden. Also blieb hier nur der Neubau.



    Diese Leitung sollte also an der Rauchkammer montiert werden. Aber nach dem fotografieren war sie verschwunden, also nochmal. In dieser Leitung befindet sich eine Verteilerdose. Von hier werden die Lichtleitungen zu den unteren Laternen in einem, zum Schalter im Führerstand in einem weiteren Rohr geführt. Eine dritte Leitung führt zur oberen Laterne an der Rauchkammer. Also müßten hier zwei parallele Rohre an der Rauchkammer nach unten führen. Für die Nachbildung dieser Leitung (es wurde nur eine dargestellt) habe ich eine Weinert-Lichtverteilungsdose durchbohrt. Diese Dose ist gleichzeitig der Befestigungspunkt auf der Rauchkammer. Hier im Schraubstock,



    und hier beim Bohren



    Hier die montierte Leitung an der Rauchkammer




    Nun ist auch der Handlauf an der Rauchkammer montiert worden, ein Vergleich mit dem Originalfoto zeigt aber, daß die Lichtleitung nicht auf, sondern hinter der Nietrundnaht liegen muß. Ein aber sicher tolerierbarer Kompromiß ?



    Als nächstes müssen die beiden Seitenteile mit den Wasserkästen und Führerstandsseitenwänden mit dem Kessel montiert werden. In der Bauanleitung wird dieser Arbeitsschritt aber vor dem Zurüsten des Kessels beschrieben. Nach meinem Dafürhalten hätte sich jedoch das Zurüsten des Kessels bedeutend schwieriger gestaltet. Nun also steht die erste „Hochzeit“ ins Haus. Als erstes, das rechte Seitenteil. Hier bei der Montage mit dem Umlauf.



    Als ich den Bausatz in die Hände bekam, war die Heizerseite bereits verklebt




    Zur Montage der Seitenteile habe ich die Bodenplatte im Führerstand mit Sekundenkleber an das linke Seitenteil geheftet. Der Kessel wurde zunächst mit dem linken Seitenteil verklebt. Die Bodenplatte vorsichtig entfernt und von Klebstoffresten gereinigt. Danach wurde die rechte Seite montiert.




    Zur Montage sind an Führerstandsvorderwand und an den Seitenteilen Stege vorgesehen, auf welchen sich die zu verklebenden Teile abstützen. Dennoch ist die linke Seite etwas verdreht. Das habe ich aber erst beim Fotografieren, einen Tag später bemerkt. Die Ursache ist mir auch nicht völlig klar, zumal man auf einem anderen Bild sieht, das diese Verdrehung bereits im Bereich des Führerstands auftritt.



    Eine Korrektur wäre nach dem Polymerisieren des Klebers nicht mehr ohne Zerstörung der Teile möglich. Ein Umstand der mich etwas frustriert.

    Nachdem beide Seitenteile montiert waren, habe ich entgegen der Bauanleitung, den Führerstandsboden endgültig eingeklebt. Allerdings kann der Stehkessel nur noch von oben eingebaut werden. Bei einer Probemontage ließ dies recht problemlos bewerkstelligen. Der Stehkessel wird erst nach dem Lackieren in den Führerstand eingebaut. Durch den eingeklebten Führerstandboden gewinnt der Aufbau an Stabilität- außerdem können die Führerstandsaufstige bereits vor dem Lackieren angebaut werden.



    Hier noch einmal der weitgehend montierte Aufbau aus Kessel und Führerstand in der Schrägansicht. Noch sind die vom Auftraggeber gewünschten Griffstangen an der Vorder- und Rückwand des Führerhauses nicht montiert. Vor dieser Arbeit habe ich mich sehr gefürchtet. Wider Erwarten ging diese Arbeit recht gut von der Hand. Als erstes wurden die Griffstangen am Führerhaus montiert- nachfolgend auf dem Wasserkasten. Am Kohlenkasten wurden die Griffstangen entsprechend der DRG-Ausführung angebaut. Die Löcher waren hier bereits gebohrt, die für die DB-Ausführung verspachtelt.



    Die Bearbeitungsspuren am hinteren Ende des Kohlenkastens sind die Bemühungen, die deutlich sichtbaren Formtrennkanten zu entfernen.




    Auf der Lokführerseite ist der „Rohzustand“ zu sehen:




    Nach dem Verputzen der Formtrennkanten habe ich die Löcher für die Griffstangen gebohrt. Im Einstieg sind die Bohrungen für die Handläufe zu sehen.



    Als nächstes wurden die Griffstangenhalter ausgerichtet und eingeklebt:



    um dann die Griffstangen einzusetzen:



    Für die Einheitstenderloks typisch sind die an der Stirnseite des Kohlenkastens befindlichen Griffstangen, die mit drei Haltern befestigt werden. Sinnvollerweise wird erst der innere Griffstangenhalter eingeklebt, der Draht entsprechend gebogen und provisorisch mit den beiden anderen Griffstangenhaltern angebaut.



    Mit einem Faserstift habe ich dann an den Griffstangenhaltern die Länge des Drahtes markiert. Nach dem Kürzen des Drahtes werden die Griffe endgültig eingeklebt. Mit einem Tropfen Cyanoacrylat wird der Draht in den Augen der Griffstangenhaltern verklebt. Aber auch die Griffstangenhalter müssen in der Regel noch gekürzt werden, damit sie bündig an der Stirnwand anliegen.



    Nur mit Pinzette, einer ruhigen Hand und Geduld ist das „Flohzeugs“ einzusetzen.



    Am Ende sollte es dann so:



    aussehen.
    Das Anbringen der Handläufe erfolgte genauso- allerdings ist darauf zu achten, daß der vordere Handlauf im Führerstandseinstig bis an die obere Kante reicht. Beim Vorbild ist oberhalb des Einstiegs noch ein Trichter angebaut, welcher im Bausatz nicht vorgesehen ist. In diesem Trichter wird das Wasser der am Führerstandsdach befindlichen Rinne in die, als Wasserablauf gedachte Griffstange abgeleitet. Da diese Rinne aber sehr zierlich dargestellt ist, verzichte ich auf die Nachbildung des Trichters. Da im Gußteil des Führerstandsumlaufes/Einstiegtritts der untere Griffstangenhalter angegossen ist, habe ich diese bereits montiert. In der Bauanleitung ist es vorgesehen, diese nach dem Lackieren anzubauen.


    Inzwischen ist auch die Rauchkammertür komplettiert. Also Nummernschildtafel, Rauchkammertürverschluß und der GERADE Laternenträger. Zur Zeit der DRG war das Drei-Licht-Spitzensignal noch nicht Vorschrift. Die obere Laterne diente nur zur Signalisierungen von Falschfahrten oder Sonderzügen. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde das obere Spitzenlicht verbindlich. Ein Grund war die zunehmende individuelle Motorisierung.



    Die Domdeckel sind inzwischen auch eingeklebt und verputzt. Es fehlen jetzt nur noch die Griffe für die Sandkästen. Auf diesem Bild ist die etwas verdrehte Führerstandsseitenwand zu sehen.



    Die Ursache ist mir nicht erklärlich, da alle Teile spielfrei zu montieren waren. Vielleicht bin ich bloß zu blöd, einen solchen Bausatz zusammenzubauen. Ich hoffe, daß es nach der Endmontage nicht zu sehen ist.

    Als vorerst letzte Arbeit stand der Anbau der Tenderaufstiege an. Der linke ist bereits eingeklebt. Der rechte muß noch gerichtet werden. Damit die Stege in die Löcher passen, müssen diese noch etwas abgefeilt werden…





    Nach der Montage der Tenderaufstiege sind die Arbeiten am „Hut“ der BR 81 witgehend abgeschlossen.



    Jetzt bin ich Peter T´s Wunsch schon ein Stück näher, ein gesandstrahltes Modell in der Sonne glänzend. Abschließende Arbeiten sind die Vorbereitungen zum Lackieren. Nach dem Lackieren werden der Stehkessel und das Führerstandsdach angebaut.


    Im nächsten Teil beschäftige ich mich dann ausgiebig mit dem Fahrwerk.

    Ich hoffe, Ihr hattet ein wenig Freude an meiner Baubeschreibung.
    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo Christian,


    heureka, Du hast es geschafft! Informativer Bericht. Alles bestens!
    Von mir aus könnte hier jeden Tag so ein Fahrzeugbaubericht stehen, da kommt Freude auf!
    Und Du hast dich, sicher im Sinne deines Auftraggebers, gründlich mit dem Vorbild und dem Bausatz beschäftigt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
    Die leicht verdrehte Seitenwand des Führerhauses hätte ich nochmal gelöst. Das lässt sich mit jedem Leim machen, etwas Hitze oder Aceton und schon kann man korrigieren. Die Ursache wird ein leicht in sich verdrehtes Weissmetallbauteil sein, das man wieder in "Flucht" bringen kann.
    Aber, wie Du selbst geschrieben hast, es wird am zusammengesetzten und farbigen Modell kaum noch auffallen.
    Und: Ich weiss wirklich nicht, ob ich das in dieser Qualität hinbekommen hätte. Respekt!

  • Meine Hochachtung, eine Super-Fortsetzung Deines Bauberichtes, Christian.




    Gruß Rainer :thumbup:

    Kleinreuth-Nord-Logo-supersmall.jpg


    Christopher La Brec: Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eigenen oder den eines anderen. Gib acht, das Du Deinen eigenen verfolgst.

  • Hallo Christian!


    Ja ich habe meine Freude gehabt Deine Baubeschreibung durchzulesen. Ich habe mir die Fotos auch genau angeschaut. Es scheint mir das das Führerhaus oben zum Dach hin keinen rechteckigen Grundriß mehr hat.
    Mein Verdacht richtet sich gegen die Fhs. Vorder- und Rückwand. Entweder die hintere zu schmal, die vordere zu breit oder eine Kombination von beiden.
    Auf Paßzapfen bei Weißmetallteilen würde ich meinen eigenen Erfahrungen nach nicht allzuviel geben. Man muß hier immer mit einer gewissen Ungenauigkeit rechnen bis hin zu [ironie]"unverbindlichen Schnitz- und Spachtelvorlagen"[/ironie]. Was am Ende zählt ist das "square" Aussehen. Du hast es selber schon bei der Montage der Messinggußleitungen gesehen.
    Ich freu mich schon auf das Fahrwerk und bin neugierig wie Weinert das gelöst hat.

  • Hallo Kollegen,
    Danke für Eure Worte.
    @Peter T:
    Ich würde auch gern mehr Fahrzeugbauberichte lesen- aber dazu ist unsere kleine Kneipe etwas Anlagen-/Modulaffin (keine Kritik, nur Feststellung). Ich habe leider keinen Platz für Anlage oder Module, und auf dem Boden würde ich sie nicht lagern wollen. Außerdem traut sich offensichtlich nicht jeder an solche Modelle heran- der Einstiegspreis ist doch recht hoch- und damit steigt die Angst, etwas zu "vergeigen".
    Die Klebung mit Wärme zu lösen, ist, glaube ich, die schlechteste Idee. Der Kleber ist Wärmefest bis 180°C und das liegt recht nah am Schmelzpunkt des Weismetalls. Aceton wäre eine Option, - aber da müßte ich schon das gesamte Modell "einlegen" - auch keine gute Idee- denn dann lösen sich auch die anderen Verklebungen.
    Naja gründlich beschäftigt, ist zuviel gesagt. Diese baureihe ist , sagen wir mal, suboptimal dokumentiert. Ist halt nur ´ne Rangierlok. Nur ein paar wenige Enthusiasten haben die Lok im Einsatz fotografiert. Und die mir zugänglichen Werkfotos zeigen immer bloß die linke Seite...
    Für einige Details konnte ich aber auf die anderen Einheitstenderlöok zurückgreifen.



    @Lutz:
    Ich würde es auch vermuten, daß die Gußteile hier nicht unbedingt passen. Allerdings ist der nicht rechtwinklige Grundriß nach Montage des Daches kaum noch zu sehen. Der Wasserkaseten stört mich da schon mehr.
    Die Zapfen in den Leitungen paßten nicht hundertprozentig auf die im Kessel vorgesehenen Bohrungen. Paßzapfen an Weißmetallteilen ignoriere ich mittlerweile weitgehend. Da bastel ich mir dann selber welche.


    Ich bin auch schon gespannt, wie ich den sprichwörtlich seidenweichen Lauf der Weinert-Loks erreiche.


    Viele Grüße
    Christian

  • Hallo Christian


    Toller Baubericht und ein sehr gutes Ergebnis.


    Mal ist es die Führerhausseitenwand; mal die Wasserkästen; mal das Kesselbauteil.


    Oft das Führerhaus: Rückwand, Seitenteile und Vorderwand zusammen zu setzen ist
    bei den Weinert Bausätzen immer für eine Überraschung gut. Das liegt nicht
    unbedingt an den Weinert Weismetall Teilen sondern oft an unser „Grabschen“ und
    wie Lutz schon anmerkte entsteht ein „nicht rechteckiges“ Führerhaus.


    Damit Du oder andere nicht die gleiche Erfahrungen machen immer zu Beginn des Bauens
    einen neuen Sekundenkleber aufmachen; sofern man mit ihm arbeitet. Sonst kann
    es sein das am nächsten Tag alles wieder auseinanderfällt. Wenn man mit
    Sekundenkleber arbeitet kann man wie auch schon angemerkt das ganze wieder mit Azeton
    lösen, und neu verkleben.


    Ich mache es so, das ich am nächsten Tag, nach gründlicher Kontrolle alle
    unsichtbaren Ecken (hier im Führerhaus) mit Stabilität Express nachklebe,
    dadurch entsteht eine zusätzliche Stabilität.


    Wenn
    es Deine erste Weinert Lok ist bist Du wirklich gut, aber zur Fährnis muss man
    auch Deinen Beruf erwähnen. Umsonst heißt man nicht Feinmechaniker.







    Freu mich auf Deinen weiteren Bericht


    Friedrich