Beiträge von Gerhard V

    Hej Martin,

    hallo zusammen,


    auch von mir vielen Dank für den schönen Beitrag. Ich bin leider gerade ziemlich eingespannt, drum hat es ganz schön lange gedauert, bis ich hier antworte. Zunächst möchte ich berichten, dass der Skinnebus nicht bis Nykøbing gefahren ist, sondern in Væggerløse endete/wendete. Das ist sicher auch damit begründet, dass so die Fahrzeit einfach schon eine halbe Stunde beträgt; wenn man noch weiter führe, wäre das wohl eher nichts für die ganze Familie. Unterwegs gab es bei der Rückfahrt einen Fotohalt, wo es auch ganz schön war. Eines der Motive konnte ich leider nicht umsetzen, weil eine Dame die Fisheye-Funktion ihres Handys leider etwas unsozial ausgenutzt hat. Hier ein Bild von der Seeseite:



    Hier ein Bild von der Landseite:



    Der Triebwagen ist gegenüber dem letzten Zustand bei der Lyngby-Nærum-Jernbane wieder silbern lackiert und entsprechend rot beschriftet. Der Triebwagen ist etwas anders als die meisten Skinnebusser in Dänemark, denn er war auf einer Strecke eingesetzt, die einen Zubringer zur S-Bahn Kopenhagen darstellt. Daher hat man den Beiwagenbetrieb früh aufgegeben und die Triebwagen im 20-Minuten-Takt eingesetzt. Die Fahrzeit ist dabei so kurz gewesen, dass die Wagen keine Toiletten hatten. Im Museumszustand hat der Skinnebus allerdings eine Toilette eingebaut, um auch weitere Strecken zu ermöglichen.



    Das innere ist schön hergerichtet, aber nicht fabrikneu; ich finde das ganz schön, wie aus dem normalen Betrieb; gut, der Sitz gehört mal geflickt, aber aus eigener Erfahrung ist das ein ziemlicher Akt. Blickrichtung zum "waren Ende" hin:



    Ein Blick auf den Führerplatz mit den zwei "Bratpfannen", wie die Dänen die Handgriffe treffend nennen:



    Das ganze war, Anfang/Mitte der 1950er, schon reichlich primitiv: Man steckt die Beine einfach ins Geschränk, wo die ganze Technik praktisch unverkleidet drinhängt.



    Hier das kalte Ende. Die Strecke ist, wie man hier in Schwaben sagen würde, "bolzgrad", willsagen: Die Winkeländerung pro kilometer ist nahe null.



    Hier ein Blick auf die Front. Das quergerippte ist ein herunterklappbarer Gepäckträger, der auch als Knautschelement dient. Die LNJ hatte zeitenweise Triebwagen im Einsatz, denen der Gepäckträger unfallbedingt fehlte. Die Eisenbahnaufsicht hat dies dann aus Sicherheitsgründen unterbunden: Die Fahrzeugführer seien nicht gut genug geschützt.



    Hier ein Bild von der Endstation. Die Fenster über den Türen dienen zur besseren Belichtung der Einstiege und waren ebenfalls kein Standard bei den Skinnebussern; alle Wagen, die diese Fenster hatten, waren entweder von der LNJ oder von dieser bestellt und dann noch vor der Auslieferung umgeleitet und woanders gelandet. Die Skinnebusser der LNJ hatten übrigens, wegen des häufigen Anfahrens, recht bald ein Automatikgetriebe erhalten, dies war ebenfalls kein Standard. Die große Schwachstelle der Wagen war dem Vernehmen nach das Wendegetriebe. Kurz vor dem großen Privatbahnsterben Ende der 1960er-Jahre gab es diverse Wagen bei verschiedenen Bahnen, deren Getriebe nicht mehr umgeschaltet wurde und die daher regelmäßig über die meist ohnehin vorhandenen Drehscheiben gewendet wurden. Bei der LNJ war dies m. W. allerdings nicht der Fall.



    So, Ende der Fahrt, bitte alles aussteigen. Hier ein Bild vom Ausstieg. Es war für damals ziemlich toll, dass die Wagen Drucklufttüren und eine Lautsprecheranlage besaßen.



    Ich hoffe, die Bilder gefallen Euch, wenn Ihr noch Fragen habt: Nur zu. Ich bin leider ziemlich wenig routiniert mit dem Einstellen von Bildern ins Netz und daher recht lahm in dieser Hinsicht. Wenns mich reißt, werde ich mal noch einen extra Beitrag aufmachen, zu Dingen, die ich modellmäßig zu Dänemark so treibe. Dann gibt es auch ein Bild vom Modell dieses Triebwagens.


    Viele Grüße


    Gerhard.

    Hallo Martin, hallo Jürgen, hallo Johannes,


    schön zu lesen, dass und wie es weitergeht. Bin jetzt auch wieder im Lande nach dem Besuch der Kronengräber im Norden.

    Jürgen: Machst Du sowas wie Alterungen doch noch für Dritte? Von Remshalden nach Aalen ist es ja nicht wirklich weit, das ginge eher im Nachmittagssprung. Gefällt mir jedenfalls gut!

    Martin: Klasse, dass Du die beiden Wagen noch ergattern konntest. Muss jetzt dann echt mal ein Testmodul bauen...

    Johannes W: Die Loks heißen Firkantede und entsprechen der zweiten Genereation Dieselloks in Dänemark, vielleicht auch der anderthalbten. Die waren jedenfalls sehr zuverlässig, der letzte kommerzielle einsatz dürfte im November 1990 gewesen sein, als die MHVJ, eine Museumsbahn, im Auftrag eines Bauunternehmers gut 8,5 tausend Tonnen kieß für ein Brückenfundament transportiert hat; die Lok war Baujahr '31 oder '32. Die Modelle von Realmodell entstehen übrigens aus Bausätzen von freja modeltog; wer also begabt ist, kann sich so ein Gerät auch selbst zusammenbraten: https://www.freja-modeltog.dk/bygges%C3%A6t

    Die Preise sind übrigens in DKK, für Euro durch 7,5 zu teilen. Ich habe schon Bausätze von Peter gebaut, aber noch keine Fahrzeuge. Die anderen waren m. E. in Ordnung. Dänische Modelle sind halt insgesamt eher teuer, weil der Markt eher klein ist.


    Viele Grüße


    Gerhard.

    Hallo Lutz,


    vielen Dank. Ich finde, die Abdeckplatte ist etwas arg klobig, aber da kann man ja offensichtlich leicht abhelfen. Vielen Dank für die Bilder und die Erläuterung.


    Viele Grüße


    Gerhard

    Hallo Martin,


    sehr schön, dass es bei Dir vorangeht. Mein Mojo ist gerade irgendwie leer, ich bin, glaube ich, Urlaubsbedürftig. Zum Glück ist es nicht mehr so lange hin, bis ich mal wieder die Akkus aufladen kann. In Ærø werde ich nicht vorbeikommen, aber Dänemark ist eingeplant. Wie Du weißt, gibt es dort ausreichend Kronengräber, wo man entsprechendes Zubehör erwerben kann. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und versuche, mich zu disziplinieren, mal hier auch ein paar Kommentare zu schreiben.


    Viele Grüße


    Gerhard.