Beiträge von Thomas S

    Gude Lutz,


    das sind doch die Loks, die Du auch in Assenheim hattest. Loks der "Canadian National Railway" wenn ich mich nicht irre. Wie viele sind es denn jetzt insgesamt? Ich zähle 5. Wolltest Du die alle altern?


    Viele Grüße

    Thomas

    Gude Andreas,


    also wir haben an der TH einmal eine Kittplatte zum Polieren einer Planfläche mit der Flex angefertigt. Wir haben das dann "Präzisionsflexen" genannt.:D

    Geht alles, man muss nur starke Nerven haben.

    Die 50er von Lutz hat auch nicht alle Achsen gefedert. Macht auch keinen Sinn, da Du ja mindestens einen "Festpunkt" brauchst. Bei Deiner V60 würde ich die angetriebene Achse als Festlager nehmen. Die beiden anderen Achsen würde ich nach dem von Lutz vorgestellten Verfahren umbauen. Im einfachsten Fall tun es ein Satz Schlüsselfeilen und eine Laubsäge mit Metallblatt. Gut, ein Bohrständer mit einem vernünftigen Schraubstock und scharfen Metallbohrern vereinfachen die Sache ungemein. :) Aber das sollte eigentlich Modellbahnerstandard sein.:thumbup2:


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Gude Lutz,


    vielen Dank für die ausführliche Information. In gewisser Weise muss ich Dir Recht geben. Warum aufwändig, wenn's auch einfach geht. Für ein Modul, dass auf einem Treffen einfach nur funktionieren muss auf jeden Fall die richtige Wahl. Und eine Zange und ein bisschen Draht und ein Lötkolben und schon kann man das vor Ort, wenn nötig, wieder zusammenflicken.

    Ich hoffe aber, dass du dem Elektronikfuzzy es nicht übel nimmst, wenn er da eine entsprechend andere Lösung verbaut.

    Irgendwie hat das amikanische seinen Reiz. Ich komme da nicht drum rum. Ist wohl auch in der Wirklichkeit viel einfacher und auf die Funktion beschränkt. Die Weiche hat keinen mechanischen Verschluß an den Zungen. Nur der Hebel hält das in Position. OK, es ist eine Nebenstrecke, aber trotzdem, bei uns so noch nie gesehen.


    Bis dahin mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Hallo zusammen,


    ich hatte das Vergnügen die 50er in den Händen zu halten und die Achslagerung selbst in Augenschein zu nehmen. Ich für meinen Teil werde das bei meinen Maschinen so machen. Die Funktionalität ist perfekt und fällt in dem 50er Rahmen überhaupt nicht auf. Außerdem kann man den Umbau mit "Hausmitteln" durchführen. Somit halte ich es auch für weitere Modelle, wie oben gezeigt, für sinnvoll diese Methode anzuwenden.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Gude Lutz,


    gefällt mir richtig gut was da so entsteht. Was mich interessieren würde: Sind die Weichenantriebe, bzw. die Stellungsanzeige aus deutscher Produktion? Die Amerikaner haben doch im Original ein anderes Verschlusssystem. Oder irre ich da. Ist das bei Dir nachgebildet oder machen das nur die Fundamentalisten?


    Gruß Thomas

    Moin Modellbahner,


    Michael R : Zuerst einmal Danke für das Feedback. Ich hoffe es gelingt mir auch weiterhin.


    Nun, vielleicht sollte ich die noch einmal kurz zusammenfassen für was ich den Aufwand gerade betreibe. Die Idee überhaupt eine solche Abfrage mittels Codestreifen zu generieren, geht ja auf einen Wunsch, oder sagen wir Anregung, von Volker zurück. Es ging darum die Funktion einiger Sounddecoder zu nutzen. Diese verfügen über einen Eingang der einen Dampfschlag auslösen kann. Dabei ist vorgesehen ein radsynchrones Signal, welches durch einen Magneten an der Kuppelachse ausgelöst wird, an den Decoder zu geben.


    Jetzt ist das mit erheblichen Aufwand verbunden bei einem 50er Roco Rahmen einen Magneten und einen Sensor anzubringen. Wer den Faden so ab Seite 4 verfolgt, der kann die Überlegungen nachlesen. Vor allem die Bilder von Lutz zeigen die Problematik und die verschiedenen Lösungen sehr deutlich.


    Von Lutz stammt dann auch die Vorlage für das was ich da im Moment mit dem Strichcode auf der Schwungmasse vor habe. Das erste Problem ist dabei das Getriebe der Roco 50er. Der Motor macht 6,425 Umdrehungen bei einer Radumdrehung. Wie man jetzt leicht sehen kann muß man rechnen um einen ganzzahligen Wert an den Decoder zu geben, der einer Radumdrehung entspricht. Dummerweise kann man dem Decoder nicht sagen alle 64 Impulse einen Dampfschlag auszulösen und was noch gravierender ist, durch das krumme Verhältnis zwischen Getriebe und Motor würde das Auslöseereignis immer wandern. Spätestens nach drei Umdrehungen stimmt die Zylinderposition nicht mehr.


    Da wir aber einen Microcontroller auf der Tenderplatine haben lassen wir eben den rechnen, der kann das recht gut und schnell. Der Decoderstreifen löst eine Umdrehung am Motor in 10 Zählimpulse auf. Und so entsprechen, nicht ganz zufällig, 6,4 Motorumdrehungen 64 Impulsen auf dem Codestreifen. Das ist ausreichend genau und geschieht immer an der selben Position. Der Microcontroller gibt dann einfach einen Impuls an den Decoder und der veranlasst den Dampfschlag.


    Jetzt kommen wir aber dazu warum wir Vorwärts und Rückwärts wissen müssen und warum wir zwei Codestreifen, jeweils mit einem Impuls und mit zehn Impulsen pro Umdrehung, brauchen.


    Wenn ich den Motor in die Lok baue, dann steht der Codestreifen in einem unbekannten Verhältnis zur Zylinderposition. Das Verhältnis bleibt zwar immer gleich, jedoch ist unbekannt wann der Zylinder in Auslassstellung ist und der Dampfschlag kommen müsste.


    Der Abgleich erfolgt dann bei der Inbetriebnahme der Lok einmalig, indem ich das Fahrwerk so drehe, dass ein Zylinder in Auslassstellung steht. Per CV oder Konfigprogramm wird der Abgleich dann angestoßen. Einmal 5 cm vor oder zurück fahren, und fertig.


    Was passiert dabei im Microcontroller auf der Tenderplatine:

    Der Controller bekommt also den Achtungspfiff per CV oder dem Konfigurationsprogramm. Der Controller weiß, das der Lokbesitzer das Fahrwerk in die richtige Position gedreht hat. Jetzt wartet er bis die Lok losfährt. Zuerst schaut er im SUSI-Protokoll nach, welche Fahrtrichtung die Lok hat. (Wir gehen mal davon aus der Lokbesitzer fährt vorwärts.) und fängt an die Impulse auf dem Codestreifen mit der Zehnerteilung zu zählen. Und zwar so lange, bis er den Impuls vom Codestreifen mit der Einerteilung (Nullimpuls) erkennt. Damit hat der Controller die Offsets zum nächsten Nullimpuls gelesen. Angenommen er hat für Vorwärts 4 Impulse gelesen, dann ergibt sich für Rückwärts automatisch ein Offset von 6 Impulsen. Logisch, wir haben ja nur 10 Impulse auf dem Umfang.


    Dieser Offset ist fahrtrichtungsabhängig einfach auf die gezählten Impulse draufgerechnet oder abgezogen. Simple Mathematik und keine Raketentechnik. Sind dann 64 Impulse voll wird ein Impuls an den Sounddecoder gegeben. Danach geht das von vorne los.


    Was passiert jetzt, wenn ich die Lok von den Gleisen nehme und in die Schachtel packe? Der Controller hat einen bestimmten Speicherbereich in den er Werte kopiert, sobald die Spannung zusammenbricht. Der aktuelle Zählerstand und auch die letzte Fahrtrichtung werden dort abgelegt. Somit ist gewährleistet, das die Lok beim nächsten mal dort weiter macht wo sie aufgehört hat. Fatal wäre nur, wenn das Fahrwerk ohne Spannung weitergedreht wird. Damit würde ein erneuter Abgleich notwendig. Das Gleiche passiert, wenn man die Lok in vollem Galopp von den Schienen nimmt. Ich kann etwa 1s Stromlosigkeit überbrücken ohne Impulsverlust. Läuft der Motor länger aus, ist ein Abgleich notwendig.:(


    Vielleicht hat dazu noch jemand eine bessere Idee.


    Bis dahin mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Gude Wolfgang,


    :offtopic:

    die Frage ist, so wie von Dir gestellt, erst einmal schwierig zu beantworten und ich muss etwas ausholen.

    Der Decoder an sich liefert von Hause aus kein einzelnes Signal, welches die Fahrtrichtung definiert. (Wenn man die Lampenausgänge einmal nicht berücksichtigt.) Insofern auch grafisch nicht darstellbar. Aber schauen wir mal.


    Um die digitalen Befehle vom Handregler in meine Erweiterungsplatine zu bekommen verwende ich die in den meisten Decodern mit Plux-Schnittstelle eingebaute SUSI-Schnittstelle. SUSI steht für (Serielles User Standard Interface). Das Ganze ist so ähnlich wie das USB-Druckerkabel was die Daten seriell vom Computer an den Drucker weiterleitet.

    Das digitale Signal für Vorwärts oder Rückwärts, sowie alle anderen möglichen Signale, sind dabei in Datenpakete verpackt. Diese Datenpakete sind in zwei gleiche Teile aufgeteilt. Man sagt dazu, dass der erste Teil das Befehlsbyte und der zweite Teil das Datenbyte enthält. Damit der Sender (in unserem Fall der Decoder) und der Empfänger (in unserem Fall meine Platine) wissen, was die miteinander reden, sind die möglichen Befehle aus dem Befehlsbyte und die Bedeutung der dazugehörenden Daten im Datenbyte vorher zwischen den beiden fest vereinbart worden. (Funktioniert so wie beim verschlüsselten Funken mit Codebüchern.)

    Das heißt, der Decoder und meine Platine haben das selbe Codebuch fest eingebaut. Im ersten Teil (Befehlsbyte) steht dabei eine Nummer die dem Schlüssel aus dem Codebuch entspricht und mit dem die Daten aus dem zweiten Teil (Datenbyte) entschlüsselt werden können. Dieses Codebuch nennt man Datenprotokoll. In unserem Fall ist das Datenprotokoll in der Vorschrift RCN-600 vereinheitlicht und genormt worden.


    Jetzt können wir uns Deiner Frage nähern. In der Tat kann man das Signal grafisch darstellen und es gibt hier einen Faden wo ich unter #5 die grafische Darstellung der aktuellen Lokfahrstufe des SUSI-Protokolls gezeigt habe. (Im Bild, unter Daten, ganz links, die erste eins ist die Richtung der Lok). Wenn Du magst folge dem Faden von Anfang an, da habe ich das ganze Protokoll inklusive einem Grundkurs in Digitaltechnik dargelegt.


    Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen. Wenn nicht, dann bitte einfach weiter Fragen. Ich werde weiter Antworten.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas


    PS: Für Nichtelektroniker und Nichtinformatiker immer ein schweres Thema. Und für mich schwer, immer ein passendes Gleichnis zu finden. Ich hoffe es gelingt mir einigermaßen und meine Sprache ist verständlich. Wer mag kann mir diesbezüglich mal seine Meinung geigen. Am besten per PN um den Faden nicht zu sprengen.

    Moin Modellbahner,


    da möchte ich mich Rainers Meinung anschließen. Für mich als bautechnischen "Anfänger" sind der Bahnhof und auch die Kokerei von Bruno ein absolutes Highlight und ein Hingucker, bei dem man auch auf den zweiten und dritten Blick noch neue Details findet.

    Ansonsten habe ich mich gefreut Lutz und Bruno einmal persönlich kennengelernt zu haben.


    Gut gefallen, wenn auch nicht mein Thema, die US-Bahner mit den langen Zügen und Mehrfachtraktion. Am Rande hat Lutz mir noch Gelegenheit gegeben einen Tsunami-Sounddecoder mit seinen lastabhängigen Soundfunktionen zu hören. Gäbe es europäische Sounds, insbesondere für unsere "Dampfer", der Decoder meiner Wahl.

    Lutz K : Dein 50er Fahrwerksumbau gefällt mir sehr gut. Darüber wird noch einmal zu sprechen sein, werde ich doch meine 50er so umbauen wollen.


    In diesem Sinn mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Hallo Modellbahner,


    der letzte Beitrag endete mit der Aufgabe das analoge Signal der Lichtschranke in ein für den Microcontroller verständliches Format zu bringen.


    Ich will versuchen, es auch für den Elektroniklaien so verständlich wie möglich zu erklären. Für die Stellen, die tiefer in die Problematik einsteigen, verwende ich wieder die Kennzeichnung "ELEKTRONIK". Wer mag kann das einfach überspringen ohne den Zusammenhang zu verlieren.


    Warum ist eine solche Anpasschaltung überhaupt notwendig? Dazu müssen wir wissen, dass der von mir verwendete Microcontroller an seinen Eingängen bestimmte Spannungen benötigt um Signale zu erkennen.

    Eine logische EINS (high) wird durch eine Spannung von 4Volt - 5Volt dargestellt. Eine logische NULL (low) durch eine Spannung von kleiner 2Volt.


    Das nächste Bild veranschaulicht, dass das Signal der Lichtschranke so nicht direkt auf den Microcontroller gegeben werden kann.


    signalverlauf_fotozelavjj7.jpg

    Bild: 1


    Das sinusförmige Signal der Lichtschranke hat als kleinste Spannung 3,8V (low) und als höchste Spannung etwa 5V (high). Gemäß den oben genannten Spezifikationen erkennt der Microcontroller bei diesem Signalverlauf immer eine logische EINS. Damit wäre keine Zählung der Impulse möglich.


    Was man braucht um die Spannungen und Siganle anzupassen ist ein sogenannter Komparator (Vergleicher). Dieser vergleicht die Spannung aus der Lichtschranke mit einer Referenzspannung. Wird die Referenzspannung überschritten, so schaltet der Ausgang auf EINS, wird sie unterschritten auf NULL. Damit ist unser Problem mit der Signalanpassung behoben.


    ELEKTRONIK

    Im folgenden werde ich versuchen die Funktionsweise eines Komparators zu erklären. Wie immer gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten einen solchen Komparator zu realisieren. Ich verwende einen sogenannten "Nicht invertierenden Komparator" mit einem Operationsverstärker. (Operationsverstärker sind die eierlegende Wollmilchsau der Elektronik, kein Gerät der Unterhaltungselektronik kommt ohne aus.)


    Das nächste Bild zeigt den Aufbau und die Funktionsweise eines Komparators mit Operationsverstärker, so wie er in meiner Testschaltung eingesetzt wurde.

    komparator_prinzipn7kcu.jpg

    Bild: 2


    Schaltung:

    Im linken Teil ist der Operationsverstärker, kurz OP, durch das blaue liegende Dreieck mit dem "A" gekennzeichnet. +Vcc kennzeichnet die Versorgungsspannung, in unserem Fall 5V. Das Erdungssymbol unten im Bild 0V also GND (Ground).

    Die Referenzspannung Vref wird mit dem Spannungsteiler aus den beiden Widerständen (R) an den Minuseingang des OP geschaltet. Unser Lichtschrankensignal Vin wird an den Pluseingang des OP geschaltet.

    Der Ausgang Vout wird auf den Eingang des Microcontrollers geschaltet.


    Funktion:

    Im rechten Teil wird klar wie die Schaltung funktioniert. Die rote Linie zeigt die Referenzspannung der Schaltung an. Wählt man für die beiden Widerstände (R) gleich große Werte z.B. 10Kiloohm (10k), dann entspricht die Referenzspannung genau der Hälfte der Versorgungsspannung +Vcc. In unserem Fall also 2,5V.

    In dem Beispiel aus Bild 2 liegt am Eingang Vin eine Spannung mit Dreieckform (grüne Linie) an, die von 0V bis 5V linear ansteigt, um sofort danach wieder linear auf 0V abzufallen.

    Wenn wir uns jetzt noch die blaue Linie des Ausganges (Vout) anschauen, dann ist zu erkennen, das in dem Moment wo die Eingangsspannung (Vin) die Referenzspannung übersteigt, der Ausgang (Vout) auf die Höhe der Versorgungsspannung geht. Man sagt dazu: der OP geht in die Sättigung (saturation).

    Umgekehrt fällt die Ausgangsspannung (Vout) sofort wieder auf einen Wert nahe 0V, wenn die Referenzspannung (Vref) unterschritten wird.


    Wenn wir das jetzt auf unser Problem übertragen, dann müssen wir uns unser Signal aus Bild 1anschauen. Als niedrigste Signalspannung haben wir 3,8V und als höchste Spannung 5V. Unsere Referenzspannung sollte also in etwa der Mitte der Signalspannung liegen. 4,5Volt sind ein guter Wert. Dazu müssen wir die Werte für die beiden Widerstände entsprechend auswählen. Um die 4,5V zu erreichen, muss der obere Widerstand einen Wert von 1Kiloohm und der untere Widerstand einen Wert von 6,8Kiloohm haben. Der Eingang (Vin) wird direkt mit dem Ausgang der Lichtschranke verbunden.

    Bei der Auswahl der Widerstände ist der Gesamtwiderstand beider Widerstände ebenfalls zu betrachten. Er sollte entsprechend hoch gewählt werden, da durch beide Widerstände ein Strom fließt, der die Versorgungspannung (Netzteil) belastet. Werte um die 10Kiloohm bis 1MegaOhm sind gute Werte.


    Referenzspannung:

    Die Referenzspannung muss natürlich nicht zwangsläufig mit Widerständen realisiert werden. Ein Analogausgang eines Microcontrollers tut es auch. Damit kann man dann mit einem Stück Software eine selbstkalibrierende Schaltung aufbauen, indem der Controller langsam die Spannung erhöht, um dann über die Impulse vom Ausgang des OP die Signalqualität zu beurteilen. So werde ich es jedenfalls machen. Abgesehen davon das dies Bauteile und Platz spart führt es auch zu einem sicheren Betrieb, wenn die Lichtschranke einmal verschmutzt.


    ELEKTRONIK ENDE


    Also zuerst einmal das Ganze auf eine Testplatine gebrutzelt. Zum Einsatz kommt ein OPA2340 Operationsverstärker. Dieser beinhaltet gleich zwei der Dinger, was mir sehr entgegenkommt. Brauchen wir doch für jede Lichtschranke einen. Das Wunderwerk sieht erst einmal so aus.

    komparator9tk5k.jpg

    Bild: 3


    In den Testaufbau integriert dann in etwa so.

    aufbau_komparatorhujpw.jpg

    Bild: 4


    Normalerweise ist ein solcher Aufbau tödlich für jede Elektronik. Über die Kabel können Störimpulse vom Motor und allem möglichen eingestreut werden. Aber der Aufbau ist so unempfindlich, dass ich mich selbst wundere. Zu guter letzt noch ein Oszillogramm, auf dem man das erfolgreiche Ergebnis sehen kann.

    komparatorb2kan.jpeg

    Bild: 5


    Aus dem sinusförmigen Lichtschrankensignal ist ein sauberes Rechtecksignal geworden, was direkt auf den Zählereingang des Microcontrollers geführt und ausgewertet werden kann.

    Um das mit den Spannungen am Eingang uns am Ausgang des OP noch einmal deutlich werden zu lassen habe ich die Messwerte mit ausgeben lassen. In Bild 5, in der Anzeige unten, sind die Werte der Spannungen min/max für die beiden Signale aufgetragen. Gelb entspricht dabei Kanal 1, also die Lichtschranke. Blau entspricht Kanal 2, also dem Ausgang des OP.

    Wie oben beschrieben liegt die sinusförmige Spannung an der Fotozelle zwischen 3,36V (wenn die Lichtschranke auf ein weißes Feld des Decoderstreifens schaut und 4,88V, wenn die Fotozelle auf ein schwarzes Feld des Decoderstreifens schaut.)

    Das Rechtecksignal am Ausgang dagegen hat als kleinste Spannung 0,08V und als größte Spannung 5,12V. Damit sind die Bedingungen für die Beschaltung eines Microcontrollers erfüllt.


    ELEKTRONIK
    Wenn man sich jetzt vor dem geistigen Auge ein Lineal an die steigende oder fallende Flanke (Bild 5) des Ausgangssignals hält (blau), dann kann man erkennen, dass die Umschaltung tatsächlich bei etwa 4,5V geschieht. In dem Fall wird auch klar, warum ich eine Referenzspannung gewählt habe, die etwa in der Hälfte des Eingangssignals liegt. Mit der Referenzspannung kann ich das Tastverhältnis zwischen "Highzeit" und "Lowzeit" einstellen. Diese Methode wird genutzt um in einfachen PWM-Motoransteuerungen (PWM=Puls weiten Modulation) die Drehzahl eines Motors zu verändern. Am Eingang liegt dann ein Dreiecksignal mit so um die 20kHz. Mit einem Potentiometer, der ja nichts anderes als ein Spannungsteiler ist, kann ich dann die Drehzahl beliebig regeln. Dazu muss der Ausgang des OP nur auf einen "dicken" Endstufentransistor gegeben werden, der den Motorstrom aushält.

    Da uns die nur die Anzahl der Impulse pro Umdrehung interessiert kann die Schaltung fest verdrahtet werden.

    ELEKTRONIK ENDE



    Ich hoffe das trotz der Elektroniklastigkeit der eine oder andere Interesse an dem Artikel findet. Fragen und Kritik bitte wie immer hierher.


    In diesem Sinne mit freundichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Hallo Modellbahner,


    nach einem recht bewegten Sommer und einigen!! Trauerfällen in der Familie will ich mich zuerst einmal zurückmelden. Es geht mir gut und ich bin froh mal wieder etwas für die Leidenschaft zu tun.

    Es wird Zeit die Adapterplatine weiter zu entwickeln.


    Anknüpfen möchte ich beim Thema Soundsynchronisation und Dampfschlag. Nachdem Lutz mir mit seinen Bildern eine Steilvorlage gegeben hat, habe ich mal angefangen auszuprobieren.

    Das erste zu lösende Problem war die Art der Lichtschranke mit der der Decoderstreifen abgetastet werden soll.

    Nach einige Versuchen mit diversen Typen (u.a. CNY70) bin ich bei einer TR8307 fündig geworden.
    Baugröße, Verfügbarkeit und Preis passen gut ins Konzept. Die Nachteile zeige ich im Laufe des Artikels auf. Diese stellen aber keine unlösbare Aufgabe dar und die Vorteile überwiegen.


    Zuerst einmal musste ein Decoderstreifen her. Zum Einen sollte er die Vorgaben in Hinsicht auf die Reflektivität erfüllt und zum Anderen leicht herstellbar und montierbar sein.

    Herausgekommen ist ein Papierstreifen, der in Länge und Breite auf die Schwungmasse des Roco-Originalmotors passt.


    Den Entwurf habe ich in Corel-Draw erstellt. Der Streifen Papier ist 62,67mm lang und 12mm breit.

    Das sieht dann so aus.


    Wie man erkennen kann hat der Codestreifen eine Zehnerteilung. Damit lassen sich die Umdrehungen mit einer Stelle hinter dem Komma auflösen. Ursprünglich wollte ich eine 100er Teilung nehmen.

    Aber, man bedenke: Ein Teilstrich Umdrehung an der Schwungmasse macht am Zylinder nur etwa 4/100mm aus. Ich hielt es daher für sinnvoll die Teilung zugunsten breiterer Signalflanken an den Lichtschranken zu reduzieren.

    Der obere Teilstrich ist breiter ausgeführt und dient der Erkennung des Nulldurchganges (Zehnerstelle). Ursprünglich hatte ich diesen Streifen um die Hälfte des linken Streifens versetzt angeordnet um die Drehrichtung festzustellen. Das ist aber nicht notwendig, da die Fahrtrichtung über das SUSI-Protokoll übertragen wird.


    Auf der Schwungmasse wird der Streifen einfach mit Papierkleber aufgeklebt. Eine kleine Überlappung am Ende sorgt für sicheren Halt.



    Wer möchte kann die Überlappungsstelle noch mit einem weißen Edding kaschieren. Schwarze Fehlstellen auf dem Codestreifen lassen sich auf dem gleichen Weg mit einem schwarzen Edding ausbessern. Wichtig ist nur, dass alles Mattschwarz, bzw. Mattweiß bleibt.


    Abgetastet wird mit zwei Lichtschranken. Eine für die Zehnerteilung (Einerstelle) und eine Lichtschranke für den Nulldurchgang (Zehnerstelle).


    Im Bild ist der Versuchsaufbau auf Lochrasterplatine zu sehen.



    Links neben der gebogenen Drahtbrücke die beiden Lichtschranken.


    Auf dem endgültigen Platinensatz passen die beiden Lichtschranken sehr wahrscheinlich direkt auf die Tenderplatine neben der Schwungmasse und bedürfen keiner zusätzlichen Platine. Die beiden Lichtschranken sind relativ unempfindlich gegenüber Abstandstoleranzen. So arbeiten die kleinen Dinger in einem Abstand von 0,5mm bis 1,2mm einwandfrei.


    Im nächsten Bild kann man sehen, wie die Lichtschranken über dem Codestreifen angeordnet sein müssen.

    Aktueller Abstand 1mm.



    Nach dieser Vorbereitung kam der spannendste Teil. Wie verhalten sich die Fotozellen bei unterschiedlichen Drehzahlen im Signalbild. Bei einer CNY70 schwächt sich das Signal bei steigender Drehzahl und damit steigender Frequenz zwischen Hell/Dunkel stark ab.

    Ich war überrascht wie schnell die kleinen Dinger sind und wie sauber das Signal aufgenommen wird. Kein Rauschen, keine Spikes, nix. Das alles über den gesamten Drehzahlbereich des Motors. Ich überlege gerade, würde die 50er mit der vollen Drehzahl des Motors betrieben, dann..... (wer mag kann ja mal ausrechnen wie schnell die in Wirklichkeit wäre):P


    Das nächste Bild zeigt einmal den Screenshot meines Oszilloskopes bei halber Drehzahl am Motor (8Volt DC)



    Wer sich auskennt, der sieht, dass die Lichtschranken an 5V betrieben werden. Die gelbe Linie oben zeigt die Abtastung des Nullimpulses (Zehnerstelle) und die blaue Linie die Abtastung des Umdrehungssignals (Einerstelle).

    Die Impulse auf der blauen Linie kommen mit einer Frequenz von 217kHZ an.


    Jetzt der ultimative Test mit 16Volt am Motor.



    Die Frequenz der blauen Linie liegt jetzt bei 1250HZ und das Signal hat sich nicht abgeschwächt. Bis hierhin optimale Bedingungen für die zu lösende Aufgabe.

    Jetzt kommen wir zu einem kleinen nicht ganz unerheblichen Problem.

    Wenn wir uns nur einmal die blaue Linie anschauen, dann fällt auf, dass zwischen Hell und Dunkel auf dem Codestreifen etwa 1Volt Spannungsunterschied liegen und die geringste Spannung 3,76Volt beträgt. Damit können wir das Signal der Lichtschranke nicht direkt auf den Microcontroller geben, da dieser den Signalunterschied digital nicht erfassen kann. Es bestünde zwar die Möglichkeit das Signal mit einem Analogeingang abzufragen, aber die Abtastraten inclusive deren programmtechnische Auswertung sind zu lang, was bei höheren Drehzahlen zum Signalverlust führt.

    Es muss also noch eine kleine Schaltung her, die das Signal in ein sauberes digitales Rechtecksignal umwandelt. Das wird die nächste Aufgabe sein.


    Zusammenfassend kann bis hierher Folgendes festhalten:

    Vorteile:

    - Stabiles Signal über den gesamten Drehzahlbereich

    - Kleine Bauform

    - Unkritische Positionierung

    - Keine Störsignale

    Nachteile:

    - Kleiner Signalhub

    - Verstärkerschaltung zur Pegelwandlung notwendig.


    Alles in allem ein brauchbarer Ansatz, der trotz der notwendigen Anpassungen mit wenigen Bauteilen zu geringen Kosten herzustellen ist.

    So, wie immer viel Spaß beim Lesen. Kritik, Ideen, Fragen wie immer hier einstellen.


    "Komme mer ibber de Hund, da komme mer ibber de Schwanz";)


    Bis dahin mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Gude Andreas,


    ich bin immer wieder fasziniert, was man "an einem Tag" so alles basteln kann. Eine Frage hätte ich aber dazu. Wie gut gleitet die Scheibe denn "beladen". Wenn ich es richtig sehe sind unter der Polystyrolplatte keine "Lager" verbaut. Ich habe da keine Erfahrung. Ich denke mir aber das ein gewisses Maß an Reibung der Bedienung entgegen kommt.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Hallo Modellbahner,


    für alle Interessierten. Der zweite Teil der Filmdokumentation über die deutschen Dampflokomotivenreihen von Rolf und Achim Schlafke ist in Youtube online. Baureihen 45 bis 99.

    Andreas B : Recht viele Bilder und Filme, sowie Erläuterungen, zur Baureihe 50!


    Hier der Link zum zweiten Teil und wer sich den ersten Teil auch gerne ansehen möchte der schaue hier nach.


    Ich wünsche viel Spaß beim Schauen.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Moin Lutz,


    eine Frage. Kann es sein, dass Lok XX60 und XX28 von Neuheit her "Rostbraune" Streifen hatte? Die Konturen zum Rest der Maschine sind für Abplatzungen bzw. Abwaschungen zu scharf. Besonders auf dem letzten Bild aus #5 sehr gut zu erkennen. Alle Loks verfügen wohl über eine mehr oder weniger weiße Dickschicht Grundierung. Zumindest bei der 4775 aus #1 ist das in der Vergrößerung gut zu sehen. Dort ist auch zu erkennen, dass die Streifen wohl rostbraun waren. (Es kommt die Grundierung durch)


    Alles in Allem ist das hier meiner Meinung nach nicht mit den klassischen Alterungsmethoden getan. Ich würde zumindest alles was nicht orange ist mit einer weißen, leicht ins graue gehende Acrylfarbe lackieren. Dann die ( weißen/braunen) Streifen und Schwarz in Enamelfarbe. Nach gutem durchtrocknen der Enamelfarbe mit dem Pinsel und Wattestäbchen und Terpentin (Kein Terpentinersatz!) die Abwaschungen herstellen. Die orangenen Fahrzeugteile dann mit den klassischen Methoden altern. Panelliner brown, Trackwash usw. Das Fahrwerk einheitlich mit Tamiya "Field blue" und den Rost mit Farbpulver. Alle öligen Teile mit AK "Fresh engine oil" hervorheben. Danach von unten ganz dünn angenebelt z.B. Lifecolor "Rust Base" oder ähnliches den Flugrost darstellen.


    Nachteil an dieser Methode: Es wären diverse Decals fällig.


    Keine unlösbare Aufgabe, wenn denn die Originallackierung wirklich so war wie auf den Bildern von mir angenommen.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Moin Lutz,


    ich würde es versuchen wollen. "Chipping effects" von Mig bzw. AK. Ich habe das Zeug hier und einige Erfahrung damit gesammelt. Die Salzmethode eignet sich eher für kreisrunde Rostflecken. Wenn Du willst, die Nerven hast, dann schicke mir einfach mal ein Oberteil oder gleich die ganze Lok. Hast eh was gut bei mir.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Hallo Friedrich,


    ich bin wirklich begeistert wie Deine Modelle entstehen. Ist für mich eine bebilderte Lehrveranstaltung. Ich hatte ja das Vergnügen Deine Module in Rheine zu sehen und hoffe die Ike Adena auch noch in 3D zu Gesicht zu bekommen.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas

    Hallo Modellbahner,


    eigentlich wollte ich nur meiner Familie in den Urlaub folgen. Mit der Bahn. Nichts Besonderes, dachte ich. Was daraus geworden ist möchte ich Euch nicht vorenthalten, spiegelt es doch den aktuellen Zustand der Bahn wider. Ich kann nur sagen, dass die Bahn mittlerweile mit ihrer primären Aufgabe, Personen und Waren von A nach B zu bringen, hoffnungslos überfordert ist.


    Eigentlich hätte ich es ja besser wissen müssen, hat mich doch im letzten Jahr, im selben Theater nur ein beherzter Taxifahrer über Schleichwege vom Bahnhof Norden in rasanter Fahrt rechtzeitig zur letzten Fähre gebracht.
    Dieses Mal sollte alles besser werden: Kann ja nicht sein, dass ich immer Pech habe. Also habe ich mit der Bahn einen Beförderungsvertrag (Fahrkarte) abgeschlossen.

    fahrkarte0ek9v.jpg

    Der Beförderungsvertrag. Künstlerisch durch die Bahn verfeinert.


    1. Etappe Fachingen -> Koblenz

    Ich also am 27.07 um 11:45 Uhr an den Bahnhof Fachingen gelaufen. Und tatsächlich, pünktlich um 11:52Uhr rollte mein Triebwagen in Doppeltraktion in den Bahnhof. Einsteigen und losfahren kein Problem, ich war guter Dinge.
    Bis nach Bad-Ems waren wir im Plan. Dann nahmen die Ereignisse ihren Lauf. Ich saß im ersten Triebwagen und bemerkte das häßliche Geräusch aus dem Motorraum wohl als erster, nicht zuletzt deswegen, weil ich der einzige Fahrgast in dem Wagen war. Nach einem letzten Aufbäumen gegen den Tod verstarb die Maschine einen einsamen Tod auf halber Strecke nach Nievern. In Bad-Ems West hatte der TF wohl noch nichts von dem Todeskampf, der sich da wenige Meter unter seinen Füßen abspielte mitbekommen. Die Warnelektronik hatte er wahrscheinlich in Limburg gelassen oder sie war ebenfalls zu einem früheren Zeitpunkt unbemerkt zu Tode gekommen.


    Nach dem planmäßigen Halt in Nievern hat der zuständige TF dann wohl mitbekommen, dass da wohl die Hälfte seiner Antriebsleistung fehlt und sein Fahrpult ähnelte in weiten Teilen einem Flipper kurz vor dem Tilt. Etwa einen Kilometer hinter Nievern dann Halt auf freier Strecke. Der TF rannte daraufhin leise fluchend von einem Führerstand zum nächsten und vollführte ein wahres Ballett auf den diversen Schalttafeln. Irgendwie kam er mir vor wie Neil Armstrong bei der Mondlandung, den immer der 1202 Alarm nervte.

    Auf jeden Fall fuhr der Zug mit gebremstem Schaum weiter nach Lahnstein. Weiter nach Koblenz fuhr er dann wegen "einer technischen Störung" jedenfalls nicht mehr und mein tapferer TF teilte ziemlich genervt durch die Bordsprechanlage mit, dass die Rheintalbahn mich bis Koblenz mitnehmen würde.

    Immerhin, mein IC sollte 13:13 Uhr abfahren und auf der Rheinbrücke vor Koblenz HBF war es dann 13:13Uhr. Doch auf die Bahn ist Verlass, hatte doch der IC2024 nach Münster in Koblenz 10 min Verspätung.

    "Da hat der Thomas ja noch mal Glück gehabt", so dachte ich und wartete auf meinen IC.


    Ich also rein in den IC und da ich keine Sitzplatzreservierung hatte, einfach auf einen Platz ohne Reservierungsschildchen gesetzt. Alles prima. Ich hätte mich allerdings wundern sollen. Erstens, nirgendwo war ein Reservierungsschildchen gesteckt. Zweitens, die Hansels vom Bahnsteig tauchten nacheinander in meinem Wagen auf und der war schon proppenvoll? Nun die freundliche Schaffnerin machte meiner Verwunderung ein jähes Ende. "Die Wagen 3, 4, 6 und 8 sind aufgrund einer Klimaanlagenstörung gesperrt. Die Sitzplatzreservierungen sind aufgehoben und im Speisewagen gibt es kostenlos Wasser für die Fahrgäste". Das kannte ich vom letzten Jahr. Nur waren dort weniger Wagen gesperrt.


    2.Etappe Koblenz->Münster

    Mein IC2024 donnerte dann einer roten Welle folgend von Block zu Block gen Köln. Dort angekommen nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Bis die Neuankömmlinge verstanden hatten, dass es keine Sitzplatzreservierungen mehr gibt, herrschte im Wagen ein Getöse wie auf einem Rockkonzert. Nach einigen Arrangements konnte die Sitzplatzfrage mit selbstgebauten Sitzplatzlösungen geklärt werden. So kam es dann, dass ich einen sehr jungen Herrn einer recht hübschen Mutter auf dem Schoß hatte und ihm in Wuppertal die Schwebebahn zeigen konnte. Man kann sagen, dass die Gesamtsituation zur allgemeinen Kommunikation positiv beigetragen hat.

    Nichts desto trotz verfolgte uns die rote Welle und irgendwo zwischen Wuppertal und Münster wurde klar, dass der Anschlußzug in Münster nicht mehr zu erreichen ist. Die junge Zugbegleiterin (Summa cum laude im Krisenmanagement) checkte virtuos auf ihren diversen mobilen Kommunikationseinrichtungen die Lage und empfahl mir dann in Münster die Servicestelle der Bahn aufzusuchen. "Die werden das schon richten". Damit war für diesen Tag die Ankunft auf der Insel gestrichen. Komisch, ab diesem Zeitpunkt fehlte mir irgendwie der Nervenkitzel. Trotzdem war ich auf das gespannt was da jetzt wohl kommen würde.

    In Münster angekommen wurden wir schon vom Servicepunkt der Bahn empfangen. Wie es auch nicht anders sein kann hatte ich plötzlich eine Leidensgenossin gefunden, die exakt vor dem gleichen Problem stand. Die Dame am Servicepoint war sehr freundlich und mitfühlend, so wie man es von einer kruppschen Kanonenpresse erwarten kann. Immerhin hatte ich dann eine, einer Radierung ähnelnden Fahrkarte und einen Hotelgutschein incl. Taxi zu einem Hotel in Emden in der Hand. Damit stiefelten wir dann, Lucia und ich, so der Name meiner Begleiterin, an den Bahnsteig der Westfalenbahn.


    3.Etappe Münster->Emden

    Der Zug fuhr dann auch pünktlich ab und das in einem Tempo, das unser IC-Lokführer wohl nur aus Erzählungen seiner Vorgänger kannte. Es hätte eine tolle Fahrt werden können, hätte die rasante Fahrt nicht in Meppen ein jähes Ende erfahren: Strecke wegen Wildschaden gesperrt. Kann man verstehen, dass sogar das Wild bei der Hitze ausrastet. Nach einer Dreiviertelstunde ging dann der Zugbegleiter rund und fragte mit ernster Miene, wer denn alles nach Borkum wollte. Und siehe da, plötzlich waren wir nicht mehr alleine. Zu uns gesellten sich ein Polizist in voller Montur und ein übriggebliebener 68er, der so gar nicht cool mit der Situation umgehen konnte. Vielleicht hatte er keinen, der ihm am Abend auf Borkum den Hanf gegossen hätte. Wer weiß.

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    Ausserplanmäßiger Halt in Meppen.


    Pünktlich um 19:45Uhr liefen wir dann wohlbehalten und guter Laune in Emden ein. Ein Sammeltaxi war schnell gefunden und so fuhren wir zu viert in das Hotel. Den Namen nenne ich nicht. Warum? Abwarten....

    Mitten in der Altstadt gelegen umgeben von kleinen Restaurants jeglicher kulinarischer Couleur lag also unser Hotel. Einchecken war kein Problem, waren wir doch alle schon gemeldet. Mein Zimmer lag im dritten Stock mit Ausblick auf den Marktplatz. Dieser befand sich zwar gerade unter einer Baustelle, aber Hauptsache das Zimmer und das Bett sind in Ordnung. Leider kein Fahrstuhl und auch keine Lüftung. Aber macht ja nichts, sind ja zwei große Fenster im Zimmer, die man vollständig öffnen kann und Treppensteigen soll ja gesund sein.

     

    HINWEIS: Hätte ich Schiff und Bus getrennt gebucht hätte ich die Übernachtung selbst tragen müssen! Also: Augen auf beim Fahrkartenkauf!


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    Blick auf den Marktplatz


    hotel_emden_zimmersijzm.jpeg

    Das Interieur

     

    Also kurz das Zeug abgestellt und dann mal sehen was man so essen kann. Ich muss sagen wir hatten einen wunderschönen Abend mit guten Gesprächen und das in einer tollen Atmosphäre. Da die Nacht kurz werden würde, Frühstück um 7 Uhr, bbeschlossen wir uns gegen 23:00Uhr zur Ruhe zu begeben.

    Rein ins Zimmer, Klamotten aus und dann ins Bett. Halt. Fenster auf, die Hitze ist ja sonst nicht auszuhalten. Jetzt kommt's. Von uns allen unbemerkt: In unmittelbarer Nähe (30m) zwei Diskotheken. Ja, ich habe irgendwie geschlafen und gegen fünf Uhr morgens war dann auch irgendwie Ruhe. Ich sage Euch, wäre ich der Polizist gewesen, ich hätte geschossen.

    Einzig unser Polizist hatte eine ruhige Nacht und wurde liebevoll von der Kehrmaschine der Stadtreinigung geweckt. Kein Wunder, lag sein Zimmer doch nach hinten.


    4.Etappe Emden->Baltrum

    Nach einem guten Frühstück ging es dann zum Bahnhof. Das Taxi war pünktlich und so standen wir um 8 Uhr am Bahnhof. Wir haben Tränen gelacht, als auf der Anzeigetafel der Zug nach Norden mit 10min Verspätung angezeigt wurde. Wir haben es gelassen gesehen, fuhren doch noch zwei weitere Fähren an diesem Tag. Nun wir haben es tatsächlich zur ersten Fähre geschafft, der Polizist wohl auch nach Borkum. Meine Frau und ich haben Lucia abends noch an der Strandmauer getroffen.


    Fazit:

    Mit Traurigkeit sehe ich, was aus der Bundesbahn geworden ist. Für meine Begriffe gehört die Bahn als Infrastrukturträger in die öffentliche Hand. Abgewirtschaftetes Material, abgewirtschaftete Strecken, Zustände wie am Ende der Reichsbahn und der DDR. Eisenbahn ist nur noch im Modell schön. Ich kann mich noch an D-Züge erinnern, die pünktlich fahren und nie eine Klimaanlage hatten. Man machte einfach das Fenster runter und die dunkelbraunen Gardinen flatterten im Wind. So bin ich quer durch die Republik gefahren und immer, ich wiederhole, immer pünktlich angekommen.

    Wer wissen will, wie das auch heute noch funktioniert, der schaue mal nach Österreich. Die ÖBB ist Staatsbetrieb.

     

    Bis dahin mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas



    Hallo Axel,


    ja mich begeistert diese Serie auch. Man kommt sich ja ein bisschen wie ein Stümper vor, wenn man das so sieht. Aber vielleicht liegt es nur daran es noch nicht versucht zu haben. ;)

    Ich habe erst einmal genug zu tun und bevor das Platinenprojekt nicht beendet ist steht so etwas auf der ToDo Liste.


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen in die Schweitz.

    Thomas

    Gude Michael,


    Ich übersetze mal ins Nassauer Platt (stark hessisch geprägter Dialekt. Ich, dich, mich usw. alles mit SCH ausgesprochen)

    " Un ewei hommer dat Summerloch woarhafdisch n' Gott mem Haaf Mist zougeschidd !"


    Sehr feine Arbeit, nicht nur der Misthaufen, sondern auch das gesamte Bauensemble. Auf den Bildern kommt der Mist an den Ecken fast grau/weiß rüber, ich denke aber das ist fototechnisch nicht anders hinzukriegen.

    Ich kann mir allerdings vorstellen, wenn die Hühner erst einmal gackern, dann ist der Rest vom Hof auch schnell "versaut".:thumbsup:


    Mit freundlichen Modellbahnergrüßen

    Thomas