Beiträge von Johannes KH

    Hallo zusammen,


    ich habe lange überlegt, ob ich in diesem Thread überhaupt noch weiterposten soll. Aus meiner Sicht geistfreies Geschwurbel à la "hier wäre jetzt der Übergang von der Vollguß-Vollkaskobauweise zum konstruktiven Ingenieurbau angesagt" motiviert mich eher dazu, mein Wissen zukünftig für mich zu behalten als es hier weiter zu teilen.


    Diese neuen Techniken sind viel zu teuer und zeitraubend, um mal schnell irgendwas unüberlegt in die Welt zu hauen. Wie ich in #66 geschrieben habe, ist ein erfreulicher Nebeneffekt des (Voll-)Metalldrucks das zusätzliche Gewicht; wohl der Hauptgrund, warum 99% aller industriellen Lokmodelle ein Vollguss-Chassis und keinen superleichten, hochstabilen und vorbildgerechten Fahrwerkrahmen aus U- und L-Profilen besitzen.


    Die von Axel angesprochene Stelle mit den Rastnasen ist ein entscheidender Punkt. In der Konstruktion war angedacht, dass die Bodenplatte sowie die beidseite Motorblende mittels der 'Rastnasen' (eigentlich sind es formschlüssige Passungen) und zwei zusätzlichen Verschraubungen eine formstabile 'U'-Form ergeben und die zwischen den beiden Lagen eingespannte Grundplatte des Antriebs das Konstrukt zusätzlich versteift. Aber der Kunststoff ist einfach zu weich und gibt nach - eine Erfahrung, die sich erst nach einiger Zeit zeigte.


    Neben der konstruktiven Notwendigkeit, den Antrieb einzuklemmen (daher ist eine Trennbarkeit der Teile Voraussetzung) spielt noch eine Eigenheit des SLA-Drucks mit hinein. Der Druck hat eine 'gute' und eine 'schlechte' Seite, das die Detaillierung und Formtreue anbelangt. Sichtbare Details sollten immer auf der 'guten' Seite liegen, was bei Teilen mit Details auf beiden Seiten eine kleine konstruktive Herausforderung darstellt. Aus Gründen der Detaillierung sind daher getrennte Teile erforderlich.

    Hier setzt der SLA-Druck leider Grenzen; nicht alles, was man gerne machen würde, ist auch sinnvoll umsetzbar.


    Hier beim Fuchs ist es nur eine nachträglich ergänzte Verstärkung. Bei zukünftigen Modellen experimentiere ich gerade mit tragenden Elementen aus Metall - hochstabil, schwer und bestmöglich in das Modell integriert.


    Das gedruckte Metall ist ein mit 40% Bronze infiltrierter rostfreier Stahl.


    Grüße, Johannes

    Aber nur mal so "laut" vor mich hin gedacht: Kannst du die Stäbe nicht so konstruieren, daß sie durchgängig die gleiche Stärke haben. Und diese Stärke eventuell auf handelsüblichen Messing Halbzeug (Blech oder Stangenware) abstimmen. Dann könnte man doch bei einem Blechpaket in einem Durchgang die Konturen fräsen lassen.

    Hallo Johannes,


    solche Überlegungen habe ich natürlich auch angestellt, aber mich erstmal dagegen entschieden.


    Erstens natürlich der Spieltrieb. was geht mit dieser 'neuen' Technik? Was taugt das Material? Was muss man beachten? Als (neudeutsch) "Proof of Concept" wollte ich die Möglichkeiten erkunden, und da ist einiges an Potential, was ich zu gegebener Zeit an einem anderen Projekt zeigen werde.


    Zweitens, Messing ist zu weich. Eine 2x2 mm-Stange lässt sich problemlos von Hand biegen (bei dem Metalldruck geht nichts ohne Zange!) und bringt daher nicht die gewünschte Stabilität; schon garnicht, wenn ich Schwächungen einfräsen muss. Wenn, könnte man z.B. über Plasma-geschnittenes Stahlblech nachdenken, das hatte ich schon mal bei einem anderen Projekt gemacht. Ist leider recht unsauber und erfordert zeitaufwendige manuelle Nachbearbeitung.


    Also, der Denkprozess ist noch nicht abgeschlossen. Wäre ja langweilig, wenn wir zu jedem Problem gleich die fertige Lösung in der Schublade hätten :toocool:


    Grüße, Johannes

    Schon lange nichts mehr gepostet... Sind die ganzen WEG-Projekte jetzt eingeschlafen?


    Nein, sind sie nicht.

    Externe Gründe haben mich zu einer längeren Pause gezwungen, und das hatte durchaus sein Gutes. So haben sich negative Langzeit-Effekte bei der Konstruktion gezeigt, die es jetzt zu eliminieren gilt.


    Selbst die vom Hersteller als "formstabil" deklarierten Kunststoffe neigen zum späteren Verzug. Das ist insbesondere beim Chassis dramatisch, wenn plötzlich die Puffer Richtung Schiene zeigen und die Kupplung nicht mehr kuppelt. Der Antrieb (hier der pmt) sollte das eigentlich stabilisieren, kann er aber nicht, da die Kontaktfläche zum Chassis einfach zu gering ist. Also müssen andere Lösungen her.


    Ich habe jetzt einen Versuch mit gedrucktem Metall gestartet. Die Vorteile sind weitgehende Formfreiheit, hohe Stabilität (und mit Sicherheit kein späterer Verzug) und als Nebeneffekt zusätzliches Gewicht. Die Nachteile sind lange Lieferzeiten und sehr hohe Kosten, doch dazu später.


    Beim Fuchs T0x ist leider sehr wenig Platz, um eine Metallverstärkung unterzubringen. So habe ich mich für zwei schmale "Stäbe" links und rechts des Antriebs entschieden, die sich um die diversen Engstellen herumwinden und dort entsprechend verstärkt sind. Die Bodenplatte weist eine entsprechende Vertiefung auf, in die das Metallteil passgenau eingeklebt wird. Auch die Inneneinrichtung weist diese Aussparungen auf.


    Das Schrumpfmaß der Metallteile von 2% habe ich experimentell (und damit kostspielig) ermittelt; etwas "Luft" bei der Dimensionierung der Aussparungen sorgt für einen überraschend passgenauen Sitz.




    Ein echter Wermutstropfen sind die Kosten. Die beiden dünnen Stängelchen schlagen mit fast 50 EUR zu Buche; ob ein MS-Schleuderguss da günstiger sein würde, wäre zu prüfen. Jetzt muss das neue Testfahrzeug erst mal fertig und dann ausgiebig getestet werden; leider fehlen derzeit aus bekannten Gründen die Möglichkeiten dazu. Eigentlich war das Ep.-IV-Fremo-Treffen in Pegnitz als Testlauf geplant...


    Ein kleiner Ausblick auf das zukünftige Modell


    Über den weiteren Fortschritt werde ich berichten. Stay tuned.


    Grüße, Johannes

    Das Fremo-Treffen in Sontheim steht vor der Türe und so möchte ich nach langer Zeit mal wieder ein Update einstellen.


    Der Auwärter-Triebzug der Württembergischen Nebenbahnen, bestehend aus Schlepptriebwagen VT01 und Steuerwagen VS207, liefen auf der Strohgäubahn zwischen Korntal und Weissach.

    Auf dem genannten Fremo-Treffen soll der Zug seine Jungfernfahrt absolvieren.






    Grüße, Johannes

    Hallo Lutz,


    im Prizip hast Du mit Deiner Aussage recht. Aber...


    Der Meterspur-Anschluss in Laimburg ist nicht für "Eisenbahn-H0m", sondern für "Straßenbahn-H0m". Hier gelten leider andere Regelungen.
    In der Praxis verfügen H0m-Straßenbahnen über lediglich ungespurte H0-Fahrwerke einschließlich identischer Radscheiben. Außerdem hat sich eine Spurkranzhöhe von 0,8 mm durchgesetzt. Es gilt also praktisch NEM 310 für 16,5 mm mit Ausnahme von B = 10,2..10,4 mm.


    Für Andreas bedeutet das, dass er auch im Meterspurbereich mit den H0-Maßen arbeiten muss (außer natürlich der Spurweite), sonst klemmt's nachher.


    Grüße, Johannes

    Auf dem Fremo-Treffen in Pegnitz hatten die Füchslein zum ersten Mal richtigen Auslauf.


    Die Fahreigenschaften sind fantastisch und haben, dank pmt-Antrieb und (bei der Wagengarnitur) Dreipunktlagerung, meine Erwartungen voll erfüllt.
    Schade nur, dass aufgrund der betrieblichen Fahrplan-Anforderungen ein Zugbetrieb nur beim freien Fahren möglich war.


    Ein paar Impressionen:



    Auwärter-Garnitur mit T07 Wüna auf der Straßenbahn-Überlandstrecke nach Jahrt.



    T07 Wüna irgendwo in der Pampa.




    T36 WEG in Jahrt, mit neuem Lack und neuen Decals (Danke an alle für die Tipps und Verbesserungsvorschläge!)


    Grüße
    Johannes

    Hallo Bernhard,


    die Lok habe ich zuerst in der MIBA gesehen, und erst jetzt hier im Forum...
    Wirklich klasse geworden, das Einzelstück!


    Dass man als NE-interessierter Modellbahner alles selbst machen muss, macht ja gerade den Reiz dieses Sujets aus. :D


    Viele Grüße, Johannes

    Hallo Jürgen,


    T23-24 werden es gerade nicht werden :(
    Aufgrund der ursprünglichen Schaku ist die Kupplungsbohle dort extrem komplex, das möchte ich mir aktuell nicht antun. Aber auch T01 und T09 waren mit Rübenzügen unterwegs :D


    Grüße, Johannes

    Ein weiteres markantes Fahrzeug, welches auf fast jeder Strecke der WEG und WNB anzutreffen war, war der Auwärter/Gemeinder-Triebwagen aus den frühen 1960er Jahren. Passend zu den VT gab es auch noch formgleiche VB, wobei der Übergang durchaus fließend war - alle VB wurden mit Dreilicht-Stirnlampen und Motoraufhängung ausgeliefert; einer wurde später zum VS, einer zum VT, je nach Kapazität und Bedarf der Verkehrsgesellschaft. Bei der WNB hießen die VB alles VS, waren aber wirklich nur VBs...


    Das Modell ist, trotz der nicht zufälligen Ähnlichkeit zum Fuchs, eine fast komplette Neukonstruktion. Bei fast gleicher Länge ist der Auwärter (beim Vorbild) satte 20 cm schmaler und das Fensterband sitzt höher.



    Wegen der Symmetrie des Wagenkastens gibt es derzeit erst eine Hälfte und immer noch fehlt das eine oder andere Detail.
    Leider muss ich auch Kompromisse machen. Die Frontfensterstege sind beim Vorbild so schmal, dass sie mir beim Druck um die Ohren fliegen würden. Man kann nicht alles haben im Leben :|


    Grüße, Johannes

    Hallo Christian, hallo Axel,


    als Thread-Besitzer muss ich auch noch meinen eigenen Senf dazu geben :D


    Jedes CAD hat so seine eigene Terminologie; den Begriff "Baugruppe" kennt mein CAD nicht wirklich, ich missbrauche die Layer dazu.


    Bei der Konstruktion hat man weitgehende Freiheit. Entscheidend ist nur, dass alle Einzelteile "wasserdichte" Volumenkörper sind. Diese können sich durchdringen, an Flächen berühren oder durch boolesch Vereinigung zu komplexen Körpern mutiert sein. Für den Druck wird jedoch EIN Körper ohne Durchdringung benötigt, der nur über eine Aussenhülle verfügt; das erledigt entweder das CAD beim Export in STL, eine zwischengeschaltete Fehler-Software (z.B. Netfabb) oder der Drucker direkt, je nach vorhandener Umgebung.


    Vor der Konstruktion empfehle ich, sich über die Rahmenbedingungen des vorgesehenen Dienstleisters und des Werkstoffs kundig zu machen. So gibt es meist Anforderungen zu Mindeststärken und minimalen Detailgrößen. In meiner Umgebung kann ich tragende Wände ab 0,6 mm und Details ab 0,15 mm drucken; bei den beiden bekanntesten Dienstleistern würde mir diese Dateien abgelehnt werden oder der Druck würde mir um die Ohren fliegen.


    Vieleicht würde sich langsam wirklich ein eigener Thread "Konstruktion in 3D" lohnen... :)


    Grüße, Johannes

    Hallo Axel und Lutz,


    dieses komisch grüne Teil IST diese vermaledeite Stahlplatte (sieht aber aus wie Epoxy; dachte ich zuerst auch). Da hängt alles dran - Getriebe, Motor, Ballast (aus Weißmetall)... Und alles irreversibel miteinander verklebt.


    Grüße, Johannes

    Hallo Axel,


    der pmt-Antrieb ist recht weich; dezenter Druck mit dem Finger auf den Motor reicht aus, um die ganze Konstruktion zu verbiegen. Im Bild unten habe ich ein Exemplar, was sich konkav wölbt; das im T07 verbaute Exemplar ist eher konvex.



    Der pmt-Antrieb weist keinerlei Befestigungspunkte oder Bohrungen auf. Ich habe ihn daher "eingespannt"; die zentrale Platte des Antgriebs ruht in einer Aussparung im Chassis und wird von den Langsträgern mit den Unterbauten gehalten, die ebenfalls über diese Aussparung verfügen. Die Toleranzen sind so gewählt, dass der Antrieb (bei planer Platte) spannungsfrei gehalten wird.
    Nicht die formstabilste Lösung, aber ich wollte Bohrungen im Antrieb vermeiden, um den Antrieb auch später mal austauschen zu können.


    Der "Riss", den Du entdeckt hast, hat drucktechnische Gründe. STL hat beim Druck eine "gute" und eine "schlechte" Seite. Um beide Pufferbohlen "gut" zu haben, habe ich das Chassis geteilt und die Trennstellen mit Überlappungen versehen. Dort sind die beiden Hälften passgenau miteinander verschweißt.


    Jetzt, wo ich schreibe, kommt mir die Idee, das Chassis mal in Metall drucken zu lassen, um der Konstruktion mehr Stabilität zu verleihen... Ich bleibe an dem Thema dran.


    Grüße, Johannes

    Der pmt-Antrieb der Füchse bereitet mir Sorgen.


    Die Fahreigenschaften sind zwar über jeden Zweifel erhaben, aber die Konstruktion von pmt aus einer gefrästen Stahlplatte neigt zu Bimetall-Effekten. Das relativ weiche, gedruckte Chassis macht diese Bewegungen natürlich mit und biegt sich wie eine Banane.


    Hier werde ich wohl nochmal Zeit in die Suche nach einem brauchbaren Antrieb stecken müssen. Die Rahmenbedingungen "Verfügbarkeit", "kein Ausschlachten von Industriemodellen" und "gute Laufeigenschaften" erschweren die Suche jedoch...



    Grüße, Johannes

    Es geht weiter mit dem Füchslein, jetzt ist die Elektrik dran.


    Die Platine ist weit entfernt von der Eleganz und Professionalität von Thomas' Platinen, aber es funktioniert und ist mit vorhandenen Hausmitteln (CNC-Fräse) erstellbar. Aber wie ich diese Kabel-Pfriemelei hasse...




    Die Innenbeleuchtung für Fahrgastraum und Gepäckraum sind getrennt schaltbar, ebenso die Schlussleuchten vorne und hinten.


    Grüße, Johannes

    Danke allen für die guten Ideen!


    Lutz hat mit dem Hinweis auf selbst gebaute Lehren meinen Ehrgeiz entfacht. Also das CAD angeworfen und Biegelehren samt Bohrschablone gezeichnet und gedruckt.
    Das Ergebnis ist noch nicht ganz das erhoffte Maximum, aber vielleicht ist der Kunststoff als Biegelehre zu weich und/oder meine Fingerfertigkeit zu grobmotorig. :/



    Biegelehren (links und rechts) und Bohrschablone (mitte)



    Die montierten Griffstangen


    Grüße, Johannes

    Hallo Bernd und Lutz,


    danke für die Hinweise.
    Den Selbstbau wollte ich möglichst vermeiden - immerhin benötige ich aktuell 16 Stück; mehr sind nicht ausgeschlossen. Ich hatte auf einen rührigen, eher unbekannten Kleinhersteller gehofft, den ich noch nicht kenne... :/


    Die Weinert-Teile sind eher für Altbaufahrzeuge geeignet und für 50er-Jahre-Modelle leider nicht brauchbar; tlw. habe ich sie in meiner Teilekiste.


    Grüße, Johannes

    Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach solchen Handläufen in H0, Gesamtlänge ca. 9 mm:



    Weiß jemand zufällig, wer solche Dinger im Sortiment hat?


    Grüße, Johannes

    Hallo Axel,


    es gibt keine dummen Fragen 8)


    Beim T06 habe ich einen Messingwinkel an die WC-Wand befestigt, auf dem der Decoder liegt, also quasi unter der Decke. Das WC selbst ist mit einem dicken Elko gefüllt und die Kabel laufen unsichtbar durch den WC-Raum. Das ist so einfach zu realisieren, da der Wagen über keine Beleuchtung verfügt.
    Für die beiden neuen Füchse schwebt mir eine Deckenplatine vor, die sowohl einen Schnittstellenstecker, die LEDs für die Innenbeleuchtung als auch die Lötpunkte für die Lackdrähte der Stirnbeleuchtungen enthält. Auch der Elko könnte mit auf die Platine.


    Grüße, Johannes