Beiträge von Bernd K

    Hallo Lutz,


    danke für die Klarstellung, die Formulierung ist mißverständlich.


    Ja, in D wüßte ich da leider auch kein Vorbildmaterial zu bewundern. Es war extrem pflegeaufwändig und neigte bei Vernachlässigung zu schnellem "Verfall". Und das an einem ohnehin schon sehr pflegeaufwändigen Fahrzeug. Die "Nächstgelegene" wäre wohl die Rigi Nr. 17 . Im Ofenbau existiert laut einem mir vorliegenden Bild noch ein Glanzblech, das dem recht nahe kommt.


    Das von Dir verlinkte Video ist gut. Einen ähnlichen Farbwechseleffekt wollte ich auch im Modell haben, deswegen die Konzentration auf einen silbernen Lack ("ein blinder Spiegel"). Wenn man Bild 2 und 3 ganz oben vergleicht (ist derselbe Kessel) kann man sich vorstellen, daß es funktioniert, je nach Lichtquelle.


    Gruß

    Bernd

    Hallo Lutz,


    "entschuldigt, wenn ich mich hier etwas OT in dieses Deutsche rsp. Württembergische Thema einmische. Hierzulande gehören Kesselverkleidungen aus Russischen Eisen, vulgo Glanzblech, der Sage an."


    Der "Sage" ? Wie darf ich diesen Satz verstehen - sind die in vorliegender Literatur zum Thema Württemberg, wo man das Glanzblech eindeutig erkennen kann, Berichte von Zeitzeugen, Kunstmalerei, Werksfotos und ein Jahrzehnt Recherche von Dirk Wenzel aus dem Reich der Sagen für Dich? Danke für die Links. Ich kann Dir garantieren, daß ich mich mit dem Thema auch nicht erst seit gestern beschäftigt habe. Sonst hätte ich mir die Mühe einer Nachbildung nie gemacht.


    Gruß

    Bernd

    Hallo Axel,


    hier noch die genaueren "Rezepte":


    Kessel und Zylinder

    1. erste Lackschicht Elita Life Colours RAL 7021 (3 Teile Lack, 1 Teil Elita Verdünnung) - ich habe mit diesen Farben auf normalen Modellbahn-Kunststoffen (und Lacken bisher) beste Erfahrungen in Sachen Haftung und Verträglichkeit. Ebenso auf Neusilber Rädern, wenn man sie mit feiner Körnung anschleift

    2. zweite Lackschicht Alclad II Gloss Black Base ALC305 der Hersteller heißt tatsächlich Alclad, wird aber auch in Lizenz von Mig Jimenez produziert - letzteren habe ich mir hier geholt - übrigens bei einem Händler (verlinkt) mit ganz ausgezeichneter Beratung:

    3. dritte Lackschicht Aclad II Stainless Steel ALC115 (dünn auftragen - zu dick geht der "Tiefeneffekt" verloren und es wird mehr oder weniger einfach nur silber)

    Ich habe die Kunststoffteile für das Glanzblech jeweils weder an- noch zwischen geschliffen


    Falls man gerne einen transparenten Hauch blau darüber legen möchte, wird man nochmal fündig bei Aclad's Hot Metal Serie:

    Alclad II Hot Metal Blue ALC 413


    Hier mal ein Beispiel wie das aussehen könnte (links ein Alu-Ton unbehandelt, nach rechts zunehmende Schichtstärke Hot Metal Blue)

    loffel_blau02elfe6.jpg


    Mit Blau und Sepia könnte man außerdem vielleicht noch dezente Verfärbungen an manchen Stellen aufgrund der regelmäßigen Hitzeeinwirkung anbringen.


    Mit Hot Metal Blue habe ich experimentiert. Es funktioniert 1A und wie stark die Blau-Tönung wird, liegt völlig in der eigenen Hand (Schichtstärke). Mir gefällt das blanke Metall allerdings am besten. Das Blau wird mir schnell zu viel, ich mochte kräftig blaue Kessel nie so recht. Ganz zart ginge vielleicht noch, ist aber eine Kunst, das gleichmäßig hinzubekommen. Ich überlasse die Färbung dem Umgebungslicht, Geschmackssache.


    Alclad II Lack kommt fertig verdünnt für die Airbrush und kann auch nur so verarbeitet werden. Die winzige Partikelgröße sucht finde ich Ihresgleichen.


    Alle roten Teile

    3 Teile RAL 3013 Elita Tomatenrot

    2 Teile RAL 3009 Elita Oxidrot

    obige Mischung wieder 3:1 verdünnen


    Umlauf seitlich/unten, Führerhaus, Tenderaufbau und sonstiges "Graues"

    Elita RAL 7021 (3:1)


    Umlauf oben, Aschekasten, schwarze Kleinteile und Laternen

    Elita RAL 9005 (3:1)


    Alle silbernen Filigranteile (Griffe, Bremsgestänge etc)

    Grundiert mit AK Interactive AK 757 black primer and microfiller

    darüber Mr Color 203 Super Metallic 2 "Super Iron" - bei Pinsel und Airbrush 1:1 (!) verdünnt (Mr Color Thinner). Beim Pinseln muß man schnell sein, auch verdünnt zieht die Farbe schnell an


    Kupfer oder Messingteile

    Grundiert mit AK Interactive AK 757 black primer and microfiller

    darüber Mr Color 209 Super Metallic 2 "Super Copper" oder 202 Super Gold. Bei Pinsel und Airbrush 2:1 (1 Teil Verdünner) verdünnt


    Altern

    Ölfarbe von Abteilung 502 ABT110 Black und ABT002 Sepia 1:1 gemischt. Stark verdünnt mit deren "odourless Thinner" (Terpentinersatz geruchlos) ABT111. Die beiden Farbtuben halten vermutlich ein Leben lang so wenig wie man davon braucht. Beim Altern auf dem Alclad darf man keinesfalls zu viel Druck ausüben, um die Enamel-Schicht nicht zu beschädigen. Ganz sachte, wenn man wie ich keinen Klarlack drüber gesprüht hat. Sepia allein (oder ein anderer eher dunkler Braunton würde wohl auch alleine genügen zum Altern habe ich mir sagen lassen). Lieber etwas weniger zum Anfang drauf. Aber selbst wenn es zu viel ist kann man Ölfarbe wieder mit Terpentinersatz runter nehmen.


    Was würde ich ändern:

    - auf dem Umlauf hält bei meinem Exemplar schon der Original-Lack nicht so besonders. Mit einem starken Klebeband zieht es den Lack runter. Besser wäre gleich komplett Entlacken, fein anschleifen und Metallgrund drauf.

    - ich würde inzwischen wohl alle Metall-imitierenden Lacke von Alclad kaufen. Kommt spritzfertig, die Verarbeitung geht gut von der Hand und die Airbrush ist aufgrund der hohen Viskosität sofort wieder sauber

    - ich muß noch einen richtig guten Primer für die flexiblen Filigranteile (Gestänge, Handgriffe etc) finden - darauf halten sämtliche bisherigen Versuche meinerseits mit diversen Grundierungen teils nicht mehrfach Griff-fest. Ich bleibe aber dran und teile mit falls ich einen Durchbruch erziele


    Verarbeitung generell:

    Airbrush mit 0.3 mm Düse, etwa 1,5 bar Druck für Elita und Mr Color, etwa 1 bar für Alclad. Elita verdünne ich grundsätzlich ca. 3:1 (1 Teil Elita Verdünnung) zum Brushen. Alclad kommt spritzfertig (kann dafür nicht gepinselt werden). Gründlich entfetten nie vergessen (Ich nehme ISO, 70%ig), ggf. Macken spachteln und fein schleifen (min. 1000er nass).


    Das sind alles Lösungsmittelfarben, es braucht entsprechende Vorkehrungen beim Arbeiten! Insbesondere Alclad würde ich nie ohne einen kräftigen (!) Abzug einsetzen. Ich nutze einen modifizierten Ikea Unterschrank mit einer 08/15 Küchenabzugshaube drauf. Wenn ich die nicht auf "Vollgas" stelle, stehe ich zügig im "Nebel" aufgrund des hohen Verdünnungsanteils des Alclad. Also denkt bitte an Eure Gesundheit.


    Noch ein Tipp zum Beschildern (von Herrn Beckert) - Pattex Kraftkleber Lösungsmittelfrei. Da kann man Überschuß leicht abwischen. So einen Kleber braucht man unbedingt - bei den kleinen Schildern bekommt man sonst die Krise ;) bzw. versaut mit 100% Wahrscheinlichkeit den Lack.


    Und letzter Tipp - ich setze inzwischen eine Kopflupe mit "richtigen" Gläsern ein (Danke an Christian PKP für den Tipp). Also die Sorte, wo nicht alles "krumm" vor den Augen erscheint. Das hat mir das Modellbauen wahnsinnig erleichtert. Mit ganz billigen Kopf-Lupen, einer teuren Lupenbrille und auch billigen oder teuren Lupenlampen bin ich nicht zurecht gekommen.


    Viel Erfolg, es ist wirklich eine Schau wenn so eine Glanzblech-Lok unterwegs ist mit ihrem Farben- und Reflexionen-Spiel am Kessel.


    Viele Grüße

    Bernd


    P.S.: Denkst Du drüber nach, Deinem "Elefanten" einen Glanzblech-Kessel zu spendieren?

    Hallo Johannes,


    besten Dank, freut mich! Werde die Lok jetzt auch erst mal so laufen lassen bis zum ersten Service. Nicht öfter anfassen als nötig ;)


    Bei den Table Top Modellbauern werde ich mich mal umsehen, wenn's ans Figuren Bemalen geht. Habe einige solche im Verwandtenkreis und ich bin immer ganz fasziniert, was dort mit Hauttönen und -Schattierungen inzwischen anscheinen relativ unaufwändig möglich ist. Vielleicht kann man sich für unsere Mini-Figuren ja etwas abschauen. Meine Tochter bemängelt immer, daß kein Lokführer und Heizer auf der Lok stehen, es bestünde also Bedarf!


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Günter,


    danke für die Blumen!


    Sehr gut bobachtet - als ich die Schläuche hinten gesteckt habe, dachte ich mir schon schmunzelnd "ob's wohl jemand bemerkt?". Leider liegt der vordere Bremsschlauch nicht bei, da dachte mache ich die ohnehin vorhandenen "Löcher" mit den falschen Schläuchen zu. Ich muß bei Gelegenheit mal einen solchen suchen und besorgen. Rückblickend würde ich wohl auch eine OBK Kupplung einbauen. Das sieht einfach so viel originalgetreuer aus und ich bevorzuge ohnehin jederzeit zuverlässige Bügelkupplungen. Da gibt's (nach vielem Rumprobieren) derzeit eh nur die GfN für mich, welche sehr gut mit der OBK kuppelt.


    Falls Deine 18 315 irgendwo online verewigt ist, laß es mich bitte wissen. Ich bin immer interessiert an solchen Klasse C Umbauten.


    Viele Grüße

    Bernd

    Hi Christian,


    zum Potential am Fahrwerk, da hast Du einen guten Punkt. Allerdings Spezialfall Mischbetrieb mit anderen Kollegen oder Fremo und das Chassispotential kommt überhaupt bis zum Puffer bei Wagen und Loks. Gerade bei den Wagen besitze ich glaube ich keinen einzigen, wo das möglich wäre (Plastelager, Plastechassis). Und Loks fahre ich nicht in gegenläufig angekoppelter Doppeltraktion.


    Für zu Hause bzw. mit meinen eigenen Loks sehe ich es als Vorteil. Einheitlich gemacht (z.B. grundsätzlich linke Schiene aufs Chassis wie bei Fleischmann), ist es ein Bonus bei der Stromabnahme, ohne Risiko. Das richtige Schmiermittel (kein Teflon, keines das verharzt) vorausgesetzt, kommt dann Stromabnahme zusätzlich von einer Radseite. Ich mutmaße - deswegen laufen meine Fleischmänner auffällig unauffällig in Sachen Stromabnahme, auch Digital mit Sound, ohne Pufferkondensatoren. Selbst die 40 Jahre alte BR 89.0 mit Brettfahrwerk. Wobei bei GfN Stangenloks sicher die Metallräder samt Kuppelstangen als "leitende Brücke" dazwischen auch noch etwas helfen können wenn mal ein Radstromabnehmer gerade keinen Kontakt hat. Allerdings fahre ich nur auf der Ebene mit sauber verlegten Gleisen und es gibt keine Steigungsknicke. Natürlich hast Du Recht mit immer so viele Achsen wie möglich (am besten teils pendelnd/gefedert), das kann nie schaden und wird leider serienmäßig nicht immer konsequent umgesetzt.


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Martin,


    ich bin seit einigen Jahren Mitglied in OOK's "Mapud" Forum und habe dort mal eine lange Planung durchgezogen ("Beilburg"). Das ADJ spiegelt meinem Verständnis nach Zielsetzung und Inhalte jenes Forums wieder. Ich würde die Fachkompetenz in Sachen Planung, Betrieb, Vorbildwissen als sehr hoch einstufen. Beim Thema Landschaftsgestaltung ist OOK's grundsätzliche Haltung, daß diese nicht zu sehr den Blick des Betrachters fangen darf. Daher kann ich die Erfahrung in #8 in Sachen "Umsetzung" teilen. Andererseits hat auch nicht jeder Zeit, wie ein Brandl oder Kosak zu bauen, da finde ich Pareto Lösungen dann gar nicht mal schlecht.


    Wenn Du in Planung und Betrieb noch viel lernen willst oder kannst, würde ich die Hefte empfehlen. Persönlich ist die Planungsphase hinter mir und zum Thema Betrieb muß ich erst mal umsetzen, was eh schon hier liegt ganz zu schweigen von mal mit der Anlage hinne machen ;-). Landschaftsgestaltung finde ich woanders.


    Gruß

    Bernd

    Hallo zusammen,


    besten Dank für Euren Zuspruch!


    Thomas S - die Löffelmethode hatte ich auf meinen Streifzügen durch Youtube bei "Barbatos Rex" gefunden, der sehr ausführlich unterschiedlichste Lacke ausprobiert und vergleicht. Am Altern feile ich noch - schaue mir die Technik für Flugrost mal an - danke für den Hinweis.


    Christian - mein Kommentar zur Brünierung war auf Kaltbrünierung (Pariser Oxid) bezogen, das von dem einen oder anderen auch auf Laufflächen eingesetzt wird. Versuchshalber habe ich mal einen Durchgangsprüfer auf ein damit behandeltes Gestänge gelegt - der "kratzte" nach der Behandlung erheblich. Kommt bei mir daher nicht auf Laufflächen. Richtig schlecht leitende Schwarzvernickelung ist mir nur bei den ersten damit versehenen Serienloks untergekommen. In späteren Jahren bis heute hatte ich Glück.


    Es ist eine "C" - vielleicht kommt irgendwann noch eine "K" ;) Es gibt noch die eine oder andere Baureihe, die bei mir läuft, die ebenfalls nachgewiesenermaßen Glanzblech trug (G12, 75.4). Von einer P10 munkelt man es auch. Leider läßt sich die Fleischmann nicht ansatzweise so gut zerlegen wie eine Roco, sonst wäre das gleich die Nächste gewesen.


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo zusammen!


    Bei meinem württembergischen Anlagenthema spielt die Klasse C (später BR 18.1) aka "schöne Württembergerin" eine Hauptrolle. Was habe ich mir beim Erscheinen der Märklin Interpretation in den 90ern die Nase am Schaufenster des Spielwarenhändlers aufgrund des damals für mich super (und zu teuren) Modells die Nase platt gedrückt. Was ich nicht wußte (damals völlig der 3L-Welt verhaftet) - Roco hatte schon über 10 Jahre vorher ein Modell kreiert, das im Detail (meine ich) Maßstäbe setzte, und heute immer noch eine solide Bastelgrundlage darstellt. Allerdings war die Farbwahl eigen und viele unlackierte Kunststoffteile machten keinen Hehl aus ihrem Material. So sah die Basis meines aktuellen Umbaus damals aus:


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    Mit etwas "Liebe" kam das heraus:


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    Der Weg dorthin: Bei meinen Nachforschungen zu der Lok stieß ich glücklicherweise auf die jahrelangen Recherchen zum Thema Farbgebung in Württemberg von Dirk Wenzel, dem ich an dieser Stelle ganz herzlich für seine Ausdauer und die Dokumentation seiner Ergebnisse danke. Roco's damaliges Grün war demnach nicht dabei. Das märklinsche Hellblau aus den 90ern am Kessel war in Wirklichkeit sehr wahrscheinlich von der Erscheinung her ein blinder Spiegel, was man auf Schwarzweiß-Aufnahmen durchaus nachvollziehen kann. Dieser färbte sich z.B. bei blauem Himmel bläulich.


    Nun galt es, diese Erkenntnisse erst mal mittels käuflicher Farben umzusetzen. Keine so leichte Aufgabe. Das Glanzblech sollte in meiner Vorstellung (als alter "Metaller") silber glänzen und Farbe bestenfalls durch Umgebungslicht annehmen. Einen silbernen Glanz mit räumlicher "Tiefe" und verschwindend kleinen Partikeln konnte ich am Ende bei den Flugzeugmodellbauern orten: Hersteller Alclad II mit deren empfohlener hauseigener Grundierung aus Glanzschwarz. Hier der Weg dorthin (hauptsächlich Alclad und Mr Color Produkte):


    p103019913jbcly.jpg


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    Wie man sieht, wurde auch gleich Messing und Kupfer mitgenommen. Viele Fahrwerks- und Gestängeteile waren bei den Württembergen blank gehalten. Da konnte ich einen weiteren brauchbaren silber-Ton (Mr Color “Super Metallic 2” Sortiment, auch für Cu- und Ms-Teile) aus obigen Versuchen mitnehmen.


    Die Taubenblau/grau-Interpretation aus den 90ern an den Aufbauten war laut Recherchen eher ein dunkles Grau. Auch hier einige Versuche mit Elita Farben (eingesetzt wurde dann RAL 7021):


    loffel112rhizd.jpg


    Die Räder trugen eine Mischung aus Oxidrot und Tomatenrot - geht etwas in ein dunkles Orangerot. Die Mischung war mit Dirks Einschätzung schnell gefunden. Rechts reines Oxidrot und nach links immer mehr Tomatenrot dazu (auch Elita). Aufgebracht wurde der 2. von Links - 2 Teile Tomatenrot, ein Teil Oxidrot.


    loffel_rot01zsdei.jpg


    Vor dem Lackieren habe ich die Räder mittels Handgalvanik zunächst mit alkalischem Kupfer überzogen, um sie danach schwarz zu Verchromen. Der entstehende Farbton kommt ähnlich matt und unauffällig heraus wie Fleischmann Räder früher (bevor sie von Roco kamen). Erheblicher Vorteil der Galvanik ggü. Brünieren: Die Stromaufnahme leidet nicht. Das ist glaube ich einigen Modellbahnkollegen gar nicht klar, die dann nach leichter Radreifen-Brünierung Pufferkondensatoren einbauen müssen. Bei der Lok habe ich erst mal bewußt auf RP25 verzichtet. Die Kunststoff-Radsterne sind überraschend filigran. Filigraner als die neueren aus Metall. Auch besitzen diese Räder zum Glück noch richtige Schrauben und keine rastenden Kunststoffwiederhaken. Die 40 Jahre alten Spurkränze laufen übrigens einwandfrei auf Code 75 Profilen.


    Anmerkung für die Länderbahn-Experten: Leider konnte ich in Ermangelung einer Drehbank den Rädern keine silbernen Radreifen Stirnflächen verpassen. Ohne eine solche kommen zumindest bei mir exzentrische Ergebnisse heraus, die bei Fahrt dilettantisch aussehen. Daher nicht umgesetzt. Außerdem ist das "Württemberg" Schild zu groß geraten. Auch hätte man an der Rauchkammertür und am Stehkessel noch mehr graue Akzente einsetzen können. Hinten am Tender fehlt der richtige Bremsschlauch.


    Erst mal alles zerlegen und gründlich säubern/entfetten


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    Nach dem Lackieren


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    Natürlich kam auf dem Weg auch LED Beleuchtung zum Zug wie auch Sound. Ich gehe hier nicht zu sehr ins Detail - im Grunde werfe ich grundsätzlich erst mal die Entstörung komplett raus. Dann wird die Stromaufnahme sowohl von Motor als auch Beleuchtung sauber getrennt. Wenn möglich, ziehe ich das Chassis für Masse mit heran, aber bei den Plaste-Radsternen hier kann man es sich schenken.


    Ich nehme gern kleine Stecker mit Rastermaß 1,27 mm als lösbare Verbindung vom Tender zur Lok. An der Deichsel halte ich sie mittels einem angelöteten, zusammengerollten 0,2 mm Cu Streifen über dem Nachläufer.


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    Ein fertiger 13x18 Zimo-LS wird in den Kessel geklebt (den Platz dafür habe ich aus dem leicht herausnehmbaren Kesselgewicht gesägt). Genau darunter fräse ich ein 5 mm Langloch in das im Bild abgenommene Langkesselstück. Welches serienmäßig geklebt war, aber der Kleber war alt und "willig" ;)


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    Hier die kleine Stromabnahme-Platine über dem Chassis. Neue Kabel wurden einfach mit Sekundenkleber befestigt. Mit dünnen Brawa-Litzen geht das einwandfrei.


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    Das Tendergewicht habe ich etwas ausgefräst, um für einen PluX22 Sounddecoder samt Tams Schnittstellenplatine Platz zu schaffen. Zusätzlich benötigt man noch die hohe Kohleimitation der neueren Roco 18.1er.


    Eingesetzt habe ich einen Zimo MS450 Decoder (der erste Zimo für mich). Man kann der Lok trotz ihres Alters gute Langsamfahreigenschaften beibringen. Wobei man sagen muß , daß die mechanische Konstruktion sich nie geändert hat. Lediglich der Motor wurde modernisiert (besitze inzwischen u.a. die erste und letzte Serie) und ein Zahnrad im Lokgetriebe von Kunststoff auf Messing getauscht. Eine Marotte kann man der Urversion hier nicht austreiben - bei langsamer (nur digital möglicher) Rückwärtsfahrt gibt es einen kurzen Geschwindigkeitsbereich mit sichtbarem Längsrucken.


    LEDs sind bei mir selbstverständlich. Leider kommen auch "warmweiße" oder "golden white" manchmal zu kalt raus. Ich bemale diese dann mit einem orangen Staedtler Lumocolor 352-4, um das gelbliche Licht von Gasleuchten hinzubekommen. Die Fardschichtdicke bestimmt den Effekt (im Bild dem gelben Kabel folgen - das orangene Rechteck ist der Ersatz für die Originalbirne.


    Nach dem Lackieren wurde noch mit Ölfarben (Hersteller: Abteilung 502) gealtert, um sowohl den Orangeton als auch das Grau abzudämpfen. Ölfarben halte ich für sehr Anfänger-geeignet, man kann tagelang korrigieren. Mir gefallen die entstehenden Kontraste. Die "Story" dazu - weil die Lok-Mannschaft mit dem sauber Halten des Kessels so geplagt ist, werden die grau lackierten Partien - vor allem der Tenderaufbau etwas vernachlässigt. Auch Kuppelstangen und Steuerung, die Brünierung sehr schlecht annehmen, wurden mit Ölfarben behandelt. Das verbleibende Silber finde ich durchaus realistischer für diese Epoche als sehr in Richtung schwarz zu gehen.


    Hier noch mehr Bilder. Schilder übrigens von Ostmodell in (meine ich) zeitgenössich sehr passendem Bronce-Ton (kommt unter Kunstlicht dunkler raus):


    18neu102vbdns.jpg


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    Vorne kam eine OBK Kupplung zum Einsatz, die richtig justiert wunderbar mit "meinen" Fleischmann Bügelkupplungen funktioniert


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    Wirklich gut gefällt mir die optische "Tiefe" des Alclad II Lackes, der die Kesselform sehr schön betont. Wenn die Lok unterwegs ist, funktioniert der "blinde Spiegel" ganz famos und leichte Reflexionen passierter Gegenstände zeigen sich, ohne aber ins Spielzeughafte abzudriften, obwohl zur Abwechslung nicht matt lackiert wurde. Klarlack habe ich mir bewußt geschenkt - mit dem Risiko einer empfindlichen Lackoberfläche. Ich wollte den Stahl-Effekt keinesfalls dämpfen. Auch die Blaufärbung unter bläulichen Lichtquellen klappt wie sie soll (im Bild einfach kaltes LED Licht)


    kessel11x7ck0.jpg


    (Die Kesselringe wurden übrigens ebenfalls lackiert. Ein Vorteil ohne Klarlack - verschiedene Glanzgrade von Ring zu Kessel.)


    Noch eine Anmerkung zu den Zurüst-Kunststoffteilen - diese sind noch flexibel wie am ersten Tag und haben der einen oder anderen Schusseligkeit widerstanden. Sie sind allerdings - vermutlich hängt es damit zusammen vom Material her - keine Freunde von Lack. Die Haftung ist äußerst mäßig, egal was ich bisher versucht habe (ich bleibe aber hartnäckig dran und berichte im Erfolgsfall). Das könnte ein Grund sein, warum sie serienmäßig unlackiert blieben. Aber es hat geholfen, meine Pinselkünste (ich bevorzuge die Airbrush) beim Ausbessern etwas auszubauen ;)


    Viele Grüße


    Bernd

    Hallo Michael,


    als ehemaliger Heizer hast Du ja die Referenz im Ohr wie es sich anhören sollte! Dagegen sind die Möglichkeiten im Modell natürlich beschränkt, dennoch gibt es meiner Erfahrung nach himmelweite Unterschiede bei den Soundprojekten.


    Schau mal in den Kanal von "Nachtbahner" auf Youtube. Mit ihm hatte ich viel Austausch. Er arbeitet schon lange mit D+H, Zimo und Esu Decodern. In seinem Kanal gibt's viele schöne Beispiele zu hören. Bei der BR 064 wird beispielsweise eingeblendet, was gerade am Regler passiert und wie das Projekt es akustisch umsetzt, sehr anschaulich. Gleis10 (unter Umbaubeispiele) ist eine interessante Quelle für Details zu Umbauten. Von den verwendeten LS teilweise nicht mehr up to date, aber von der grundsätzlichen Vorgehensweise und sauberer Arbeit meines Erachtens schon. HP-Pfeiffer hat mir (mit meinen alten Konstruktionen) auch gute Dienste geleistet, allerdings hauptsächlich als schnelle Hilfe beim Zerlegen mancher Kandidaten.


    Ich habe JMRI nie probiert. Kann ich Dir also nicht sagen, ob und wie gut damit Sound-Übertragung und -Editieren funktioniert. Ich nutze die spezifischen Programmer (bisher D+H und Esu, Zimo im Zulauf) und auch die jeweilige Software dazu. Selbst ohne Sound würde ich sie nutzen. Programmieren ohne grafische Oberfläche geht für mich gar nicht. Alles was mir das erheblich erleichtert, bezahle ich gern. Mit den Programmern komme ich gut zurecht und kann auch mal in die (freien) Projekte eingreifen. Von Henning gibt es viele freie Projekte, die spielt man einfach mit dem Programmer und PC (es reicht was altes) auf. Wenn Du eins von ihm kaufst, mußte vor einigen Jahren noch der Decoder hin und hergeschickt werden. Bei D+H kamen aber die letzten Jahre kostenlos genau die Projekte raus, die mich interessiert haben, da mußte ich mir den Ring nicht mehr durch die Nase ziehen. Bin daher nicht mehr ganz up to date mit Henning Käufen.


    Bei der Brawa 01 (besitze keine) würde ich versuchen rauszufinden, wo sie den serienmäßigen LS platzieren. Ist der wirklich in der Rauchkammer? Roco beispielsweise hat bei den letzten Konstruktionen vorteilhafte Plätze für LS vorgesehen, oder auch Piko bei der 78. Wenn Du nicht irgendwelche Öffnungen nach draußen hast oder schaffst, wird es immer dumpf klingen. Damit behinderst Du sehr effektiv die mittlere und vor allem hohe Frequenzen. Als wenn man einen Eimer über einen Mehrweg-Lautsprecher stülpt. Bei meinen Einbauten achte ich daher grundsätzlich auf Öffungen. Wenn nicht vorhanden (Langkessel, Stehkessel aber auch Rauchkammern), wird im (von der Seite im Betrieb) nicht sichtbaren Bereich gebohrt oder gefräst - und das ist meistens der Fall bzw. von Nöten. Liegt aber auch daran, daß fast alle meine Loks noch aus Analogzeiten stammen.


    Gruß

    Bernd

    Hallo Günter,


    leider richtig, ich habe das nur in 3 Modellen verbaut bisher. Roco BR 01 (Langkessel), Rivarossi BR 59 (Stehkessel) aber auch Fleischmann BR 55 (Stehkessel), da mußte der Decoder dann aber in den Tender.


    Interessante Info mit den 12 mm Resonatoren. Da bin ich mit D+H mehrfach ins Messer gelaufen, was Kratzen angeht. Ebenso oben erwähnter Soundtüftler und ich meine auch der Wolf, den Du vielleicht aus dem DSO mit seinen gekonnten Alterungen und Soundbasteleien kennst. Ich bin mal gespannt, ob es mit Zimo (Frequenzgang, Endstufe) einen Unterschied macht, wenn Du das noch nie hattest. Vielleicht funktionieren Deine selbst gebauten Resonatoren auch besser als meine gedruckten. Gehäuseresonanzen/-vibrationen können immer ein Problem sein.


    Zwischen den von Dir genannten Bezugsquellen plus welche von Austromodell bei 11x15 oder 13x18 ist mir kanglich kein Unterschied aufgefallen. Es gab mal einen legendären 13x18 von Knowles, Typ "Dumbo", der bis heute das Nonplusultra darstellt. Leider schon lange ausverkauft.


    Aus den USA hatte ich mir vor einigen Jahren mal die beiden Varianten vom Hersteller PUI eingeflogen - weil die Datenblätter für so kleine LS an 1cm³ Volumen sehr vielversprechend aussahen. Leider sind Datenblätter nicht alles stellte sich dann heraus. Ebenso hab ich's mal mit Sony 11x15 LS probiert (als ich grad ein Handy reparierte) - auch die wären ein Abstieg gewesen. Ich bin dieses Jahr auf den US Anbieter Scale Sound Systems (Steam Speaker Series) gestoßen, der sich wirklich einen Kopf gemacht hat, in H0 mehr Klang rauszuholen - ist ein ausgebildeter Tontechniker. Bei unseren Deutschen Loks passen meist natürlich nur seine kleinsten Kreationen. Wenn das Porto und der Terz mit dem Zoll nicht wären, hätte ich schon vor lauter Neugier dort bestellt.


    Mayer Sound werde ich noch kennenlernen, sobald ich die Zimos programmieren kann, bin gespannt. Hennings Abläufe beim Beschleunigen dürfen sich alle anderen, die ich kenne, gern als Vorbild nehmen - das macht so richtig Laune beim Betrieb. Ich glaube er war auch einer der ersten, die eine reine Lokfahrt mit drin hatten, was z.B. beim Rangieren oft gebraucht wird. Was ich allerdings deutlich höre, sind verrauschte 8-bit Samples. Deswegen setze ich auch nur 16bit Decdoer ein - da kam man lange nicht an D+H vorbei. In dem Segment empfinde ich Leo klanglich als Marke. Er konzentriert sich aber meiner Meinung nach zu sehr auf die Effekte der Beschleuningsphase bzw. "Regler offen" der Dampfer und bietet finde ich im Vergleich zu Henning weniger Abwechslung in den Soundabläufen. Es bleibt spannend ;)


    Gruß

    Bernd

    Hallo Thomas,


    die Anordnung ist die Umsetzung einer Idee von Markus Rathmann (gerade oben ergänzt), die ich vor Jahren im DSO gefunden habe, hier der Link. Unter "eigene Lautsprecherkonstruktion" wirst Du fündig, ich würde aber empfehlen, von oben zu lesen. Er hat damit versucht, seine Studiumskenntnisse der "Technischen Akustik" für H0 umzusetzen. Aus dem Hifi-Bereich kenne ich etwas ganz ähnliches als sog. "impulskompensierte Anordnung" bei Subwoofern.


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Friedrich,


    saubere, robuste Sache für Deine hervorragend gestalteten Hingucker-Module!


    Interessehalber - ich habe schon oft die Idee gesehen, zwei identische Module als Sandwich zu nehmen. Stelle ich mir alleine nicht bzw. sehr umständlich händelbar vor. Und man muß wohl große Bäume, Häuser etc so richtig gut festmachen. Könnte mir auch vorstellen, daß es mit Vibration immer von oben nach unten "rieselt". Hast Du deswegen einzeln "verpackt"? Darf ich fragen, auf welches Treffen sie reisen (natürlich nur falls nicht privat)?


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo Günter,


    danke fürs Feedback und den Tipp mit dem Schwarz - ist notiert ;)


    Der 13x18 ist fertig gekauft von Zimo (bei Fischer Modell). Ich habe früher viele LS und Resonatoren getrennt gekauft. Mehr als einmal hatte ich technischen Ärger mit nach kurzer Betriebszeit kratzenden LS. Natürlich kann man nie die eigene Schusseligkeit etc. ausschließen, z.B. beim Verkleben der beiden. Aber es kam zu oft vor. Ich bin dazu übergegangen, einzelne Zimo "Würfel" fertig verklebt zu kaufen und erst nach längerem Probelauf einzubauen. Eine Lok wieder auseinanderzureißen, weil der LS wieder kratzt - muß ich nicht haben. Die Hoffnung ist, daß die Zimos weniger "Streuung" zeigen.


    Ich habe einen Soundtüftler im Bekanntenkreis, der aufgrund seiner doch reichhaltigen Erfahrung mit Zimo und Doehler + Haass davon überzeugt ist, daß die 13x18 speziell an Zimo Decodern frequenzgangbedingt vom größeren LS profitieren. Ich möchte später einen solchen Decoder nachrüsten wegen der angeblich besten Anfahreigenschaften. Gerade bei dem alten Trix-Motor will ich mal sehen, was ich noch rausholen kann, bevor ich zum Glockenanker greife. Aber ich warte seit langem auf ein Mxulfa, dauert noch. Auf jeden Fall ist deswegen der große LS drin.


    An einem Doehler und Haass SD (davon besitze ich viele) oder auch Esu (nur ein paar) ist der Unterschied mit einem (aus Platzgründen) kleinen (!) Reso zwischen 13x18 und 11x15 nicht nennenswert für mich - bin aber kein Lauthörer (eher Hifi angehaucht...)


    Meine besten Soundergebnisse konnte ich bisher mit 2 Stück 11x15ern jeweils mit ihrer Membranseite an denselben (längeren) Resonator geklebt und über Kreuz verdrahtet an Doehler und Haass (wo man kostenlos viele hochwertige 16bit Soundprojekte findet) erzielen. Bei D+H vertragen die N Decoder die resultierenden 4 Ohm gut (bei Zimo MS ist das beispielsweise ein No-Go). So sieht das aus - einfach 2 Resos aneinandergeklebt - durch eine 6 mm Bohrung verbunden. Hier das "Sandwich" (nach einer Idee von Markus Rathmann):

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    Als Kompromiß wenn das "Sandwich" nicht passt, habe ich aber schon öfter 2 Stück 11x15 untergebracht. Auch das kann gut klingen. Man muß allgemein halt auch das Glück haben, daß der Einbauraum dem Sound zugute kommt und ihn nicht eher verschlechtert. Was in der einen Lok funktioniert, klingt in der nächsten plötzlich nicht so toll. Da gibt's noch viel zu lernen.


    Wie Du bereits schreibst - ich habe noch keine Dampflok gefunden, wo mehr als ein 11x15 vorne in die Rauchkammer passt (Ausnahme: Zwei hintereinander bei der Fleischmann P8 wenn man die Beleuchtung umbaut). Mit dem o.g. "Sandwich" geht nur Stehkessel. Wobei ich sagen muß, das klingt trotzdem einwandfrei bzw. authentischer als alle meine Rauchkammereinbauten. Die 11x15er sind meiner Erfahrung nach übrigens limitiert, was sie an Resonanzvolumen vertragen. Bei 8 mm Reso-Höhe mache ich inzwischen Schluß. Mehr quittieren sie gern mit Kratzen.


    Die 13x18 mögen im Gegensatz dazu große Volumina und klingen dann auch entsprechend erwachsener. Kann ich als reiner Dampflokfahrer (überwiegend Länderbahn mit "schlanken" Kesseln) aber kaum unterbringen. Man könnte zumindest bei großen Langkesseln natürlich viel Kesselgewicht raus nehmen. Davon halte ich aber nichts. Die Lok braucht ja auch ein gewisses Gewicht für Kontaktsicherheit. Ich fahre ausschließlich mit Sound. Da ich keine Energiespeicher benötige (Eine alte Roco T14 war die absolute Ausnahme) schätze ich mal der Weg, das serienmäßige Gewicht an der Lok trotz Sound (oder oft auch leichterem Glockenanker) z.B. mit Walzblei oder Messing wieder herzustellen, ist so verkehrt nicht.


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo zusammen,


    ganz herzlichen Dank für Euer Feedback und die Tipps zur Scheibe, das freut mich! Heraustrennen läßt sie sich leider nicht, auch die ist verklebt. Ich könnte höchstens Glück haben, daß der alte Kleber vielleicht nachgibt. Auf jeden Fall einleuchtendere Ansätze als schwarz lackieren. Ich werde berichten!


    Johannes W - ich habe noch ein Bild von hinten eingefügt - von Weinert gibt es Kupplungsaufnahmen, die man gut für die OBK hernehmen kann, hinten habe ich die breitere Version von einer solchen verbaut.


    Christian - an der 38.4 sind Teichmann Radsätze, selbst dort erstanden. Für die MP an der G3/4H gab es nur den Grund, daß mir die Lok samt der Rohlinge sehr günstig in die Hände fiel und ich ursprünglich aufgrund der einfach dargestellten Steuerung auch nicht mehr investieren wollte. Die Radreifen sind schon sehr abgefahren dargestellt. Etwas störend finde ich die umlaufende "Nut" zwischen Stern und Radreifen durch die Umfangsisolierung. Das sieht dann noch filigraner aus. Der Lack hält auf dem VA nicht besonders und man muß mit hinten anliegenden Stromabnehmern aufgrund der zwischen Radstern und Radreifen isolierten Räder höllisch mit der Stromabnehmer-Justage aufpassen, um keinen Kurzen zu bekommen. Ich habe Stunden verbracht als ich einen sporadischen solchen an der Lok suchte, bis mir das klar wurde ;) Die Tipps zum Altern setze ich nächstes Mal um.


    Viele Grüße

    Bernd

    Hallo zusammen,


    manchmal darf es bei mir auch robuster sein. Deswegen habe ich mir die Arbeit gemacht und die recht alte Lok überarbeitet, anstatt ein neueres Modell zu suchen. Leider habe ich versäumt, vorher Bilder zu schießen, daher ein extener Link zum Ursprungszustand. Ich fand die Form sehr gut getroffen, aber untenrum, vorne und hinten...naja.


    Also bei Teichmann flux einen Radsatz bestellt samt seiner schönen SW2 Muttern und alles zerlegt. Für die Räder habe ich mir aus zwei Holzleisten Aufnahmen für die Räder gebastelt. So kann ich die Räder schön halten/drehen während des Airbrushens. Auf die Räder stülpe ich dann dann 2mm Moosgummi. Die Trennkante zwischen Gummi und Rad muß ich allerdings hinterher versäubern, da baut sich stellenweise Lack auf. Speichenräder auch zwischen den Speichen deckend zu lackieren geht bei mir noch nicht mit richtig wenig Lack.

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    Hier ist der Rest zum Lackieren hergerichtet

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    Bei der DRG war RAL 3000 das Standard rot. Ziemlich grell für meinen Geschmack. Ebenso machten die Kunststoffteile der Steuerung keinen Hehl aus Werkstoff und Alter. Bemerkenswert aber der Detailgrad am Tenderchassis, wenn man das Alter bedenkt

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    Deswegen habe ich mich für Alterung entschieden. Dazu weiter unten mehr. Erst mal grob zur Digitalisierung:

    - der Rauchsatzhalter des Chassis wurde abgefräst

    - in Reitz Messing-Laternen wurden nach dem Lacken SMD LEDs platziert und mit 2K vergossen; diese sind am Oberteil montiert -> Kabelführung durch/um den Kessel

    - leider sind Umlauf, Führerhaus und Kessel verklebt - Kabelführung für LEDs und LS daher "extern", sieht man aber nicht auf dem Gleis

    - ein 13x18 mm Lautsprecher fand nach Auffräsen der Rauchkammer Platz (auch das sieht keiner auf dem Gleis)

    - ein gefrästes Langloch im Stehkessel bietet Platz für Kabel und einen 6-Poligen Mini-Stecker sowie Zugang für Einbau von Führerstands LED und Feuerbüchsen-LED

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    Im Tender wurden alle Drosseln etc. entfernt und die Verbindung von Schiene und Motor getrennt. Den alten Motor habe ich erst mal behalten. Er läuft samt Getriebe relativ leise. Für eine Streckenlok sind die Langsam-Fahreigenschaften (Ankuppeln) mit einem D&H SD18A ausreichend. Soundprojekt ersatzweise S3/6, Gemeinsamkeit Vierzylinder-Verbund von Maffei. Ich habe mit diesen Decodern sehr gute Erfahrungen an "größeren" Motoren. Die Stromaufnahme der Lok ist trotz nur 4 Achsen dafür sehr gut (trotz Sound + altem Motor!) und zudem hinter den Lokrädern unsichtbar. Da hat man sich in Nürnberg damals richtig etwas gedacht. Sowohl an Tender als auch Lok greife ich zusätzlich Masse über die Chassis ab, auch das kann nicht schaden (die Serienradsterne waren aus Plaste).

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    Hinten kamen ebenfalls SMD LEDS zum Einsatz; zusammen mit einem Widerstand auf einem Stück PS

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    Platz für Decoder und Kabel aus dem Tendergewicht herausgefräst

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    So sieht sie nun aus. Klar könnte man oben rum auch noch altern und den Lok-Tenderabstand verkleinern. Vielleicht später...

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    Ich habe Elita RAL 3000 seidenmatt eingesetzt. Darüber als Alterung (meine Erste an einer Lok...) Ölfarben Schwarz + Sepia von Abteilung 502 stark verdünnt mit deren geruchlosem Verdünner. Ich muß sagen, der Glanzgrad gefällt mir für ölige Räder ganz gut. Als Anfänger unschätzbarer Vorteil von Öl - man kann immer wieder nachbessern! Die Loks galten in den 1920er Jahren als relativ gepflegt, deswegen ist hier auch noch klar rote Farbe zu erkennen - das ist Absicht. Mit der Alterung werden die Räder finde ich plastischer. Die Steuerung wurde mit AK Interactive 757 für bessern Halt auf dem alten Kunststoff grundiert und danach mit MrColor SuperMetallic 203 behandelt. Plus wie schon genannt gealtert. Im richtigen Licht durchaus brauchbare "metallische" Erscheinung. Ein paar Messing Schilder von Beckert konnte ich mir auch nicht verkneifen ;) Kuppelstangen und Muttern wurden mit Pariser Oxid brüniert.

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    Auch das Tenderchassis hat durch die "Ölung" in Sachen Detailgrad/Plastizität gewonnen:

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    Durch die MS-Teile von Reitz (Laternen, Aufstiege, Bremsschläuche) + OBK Hakenkupplung von HoFine + Kolbenstangeschutzrohre sowie lackierte Pufferhülsen kann das gute Stück nun meine ich auch ein Gesicht zeigen

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    und von hinten


    Die OBK Kupplungen funktionieren übrigens "butterweich" mit Fleischmann Bügelkupplungen - wenn man sie in der richtigen Höhe anbringt und den Winkel des Hakens vorne korrekt einstellt. Die Originalkupplungen waren für mich nicht tragbar. Ich finde diese Kupplungen ganz famos als Ersatz an meinen alten Dampfern wo Kupplungen insbes. vorne die ganze Front verschandeln können. Für Märklin Kurzkupplungen wäre der Einsatz auch möglich, aber der Haken müßte dann etwas tiefer - wenn man manuelles Ankuppeln vermeiden möchte.


    Nach einem "Zugversuch" habe ich dem Tender übrigens 4 Haftreifen spendieren lassen. 40g in der Ebene waren mit Teichmann Neusilber drin. Mit PRKenny Edelstahl sogar nur 30. Meiner Ansicht nach beides etwas mager für eine Lok dieser Größe.


    Technisch ganz analog aber als Epoche I Überbleibsel habe ich eine G3/4H umgebaut, allerdings mit PrKenny an der Lok (hier alternativlos) und Teichmann am Tender. Hier das in meinen Augen etwas uninspiriert gefärbte Original. Nun lackiert nach einem interessanten Farbschema, das ich im Diener gefunden habe. Die Lok läuft trotz ihres Alters deutlich leiser als mein Fleischmann Pendant.

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    Eine Sache wäre noch zu lösen an der 38.4, vielleicht hat jemand von Euch einen Tipp aus Erfahrung - leider sind die Führerhausscheiben sind wohl im Lauf der Jahre etwas blind/milchig geworden. Das möchte ich gern kaschieren. Leicht mit Schwarz drüber sprühen?


    Viele Grüße

    Bernd


    P.S.: Wer ein Bild in besserer Auflösung möchte (z.B. wegen Einbaudetails) darf sich gerne melden.

    Hallo Günter,


    danke. Es ist ja jetzt einige Zeit vergangen. Eine verbliebene Eigenheit ist eine Neigung zum Längsrucken (motorunabhängig), die ich nicht abgestellt bekomme. Kenne ich aber auch von einigen anderen schneckengetriebenen Loks in meinem Bestand, selbst aktuelle. Nur etwas "milder". Getriebespiel? Ich bin jedenfalls auch sehr gespannt auf die Piko. Wäre meine erste.


    Gruß

    Bernd