Beiträge von dirk.wulff

    Heute war ich wieder in unserem Bastelkeller um die Verdrahtung der Weichensteuerung fortzusetzen. Jetzt fehlt nur noch die Verdrahtung des Stellwerks selbst, das für einen variablen Aufbau auf einem separaten Pult angebracht ist (s. weiter vorne in diesem Thread). Anschließend habe ich mal alle Bahnhofsmodule aufgestellt, verschraubt etc. Nach weiterem nicht fotografierenswerten Kleinkram, wie z.B. dem weiteren Verschrauben der Stellwerkshebel auf der Bank (Nichtsdestotrotz mühsam, da M2 Gewinde und aus Platzmangel nicht mit einer Nuss erreichbar - also von Hand vorsichtig eindrehen und mit einer Spitzzange angezogen. Außerdem wurde das Gewinde gemäß Anleitung mit einem Gewindebohrer in den recht weichen Kunststoff direkt eingedreht - Überdrehen leicht möglich - ein schmaler Grat zwischen fest und lose!)

    Bevor die Arbeiten weitergehen habe ich eine erneute Stellprobe der doch schon recht zahlreichen Gebäude vorgenommen. Zunächst mal die Gebäude selbst - schon ein ziemlicher Haufen und immer noch nicht ganz komplett:

    Weiter ging es mit der Anfertigung des besagten Stockwerkes aus Architekturkarton, Fenstern aus der Restekiste und des noch übriggebliebenen Flachdachs vom Bahnhofsbausatz. Außerdem wurde der Verkaufsraum noch gestaltet und der Rest aufgehübscht. Nach nunmehr endgültiger Montage sieht das Ensemble wie folgt aus:

    Geht doch - jetzt sind die Proportionen für mein Empfinden harmonischer. Ein schöner Stilmix, wie er für die Nachkriegszeit typisch ist. Auch die muntere Verwendung unterschiedlicher Farben und Materialien ist echt 60er Jahre. Hinter der verglasten Ecke des Verkaufraumes stand im Original noch eine mit bunten Mosaikfliesen verkleidete Rundsäule. Zu schade, dass diese Fliesen dann doch zu feinteilig für H0 sind. So geht's auch ohne Säule!

    Das Bahnhofsgebäude wurde natürlich wesentlich stärker abgewandelt: Ich habe es ausgesucht, da es die Darstellung der typischen 60er Jahre Metallrahmentüren gestattet und dessen Stellwerksvorbau eine gute Basis für die Schaufenster des Verkaufsraumes bildet.

    Beim Blick auf die übrigen Bahnhofskomponenten ging dann die Phantasie mit mir durch: Von meinen Vorbildsfotos abweichend habe ich ein Lager mit Rampe dargestellt. Meinen eigenen Fotos nach bietet der Anbau heute nur Büroräume o.ä. Hingegen, wer weiss, wie es in den 60ern aussah: Was ist schließlich ein Lagerhaus ohne Lager? Hier nun meine Interpretation:

    Beim Seitenflügel wurde baulich nichts verändert, sieht man von dem Anschneiden der Rückseite in einem Winkel von 12,5° ab. Der Schriftzug wurde zwecks allgemeinerer Einsetzbarkeit (Bf. Birkenau/Lindenau) der Ortsbezeichnung beraubt und freihändig aufgebracht. Ein wenig wellig ist die Beschriftung aber gut genug für meine 80%.

    Auch für dessen Nachbildung habe ich mich bei handelsüblichen Bausätzen bedient:

    1) Den Seitengiebel der alten Schule von MBZ. Auf Nachfrage war man so freundlich und hat mir nur diesen und nicht das gesamte Gebäude geschickt (und auch nur diesen in Rechnung gestellt).

    2) Bahnhof Rotenhain, vertrieben von Modellbahn Union

    Die Bautätigkeit in Birkenau reißt nicht ab...

    Wenn man die Ausfahrt Richrung Weinheim betrachtet liegt der alte Ortskern rechterhand. Von den Häusern wurde schon reichlich berichtet. Auf der linken Seite findet sich ein weiteres prägnantes Gebäude, das "Landwirtschaftliche Lagerhaus Birkenau" (Quelle: eigene Fotos):

    Hallo Bruno,

    Das würde ich auf einem gemeinsamen FREMO Treffen mal gerne an einem Beispiel betrachten. Als Trockenübung fällt es mir gerade etwas schwer, da man ja die Firstziegel als Abschluss sieht.

    Gruß, Dirk

    Hallo Nikolaus,

    da ich ursprünglich aus dem Raum Hamburg stamme, teile ich Deine Vorliebe für norddeutsche Gebäudemodelle.

    Bei Modellbahnunion, die mittlerweile sowohl das MKB Sortiment als auch das von Stadt im Modell vertreiben, kann man schon etwas finden. Z.B. das Bauernhaus meines Threads zur Torffabrik ist eigentlich der Bhf Bispingen kombiniert mit einer Scheune des dänischen Herstellers Epokemodeller.

    Bei MU (ohne Werbung machen zu wollen, nur als Anregung) finden sich Bahnhofsgebäude der Sylter Inselbahn. Die kann man gut zweckentfremden.

    Weitere Lasercuthersteller, die mir in dem Zusammenhang aufgefallen sind: Joswoods (sonst mehr im Bergischen unterwegs) Kolonialwarengeschäft (kann ich mir gut als Agenturgebäude der Schleswiger Kreisbahn vorstellen), bei MBZs Vielzahl an Bahnhöfen sind auch etliche Backsteingebäude dabei, die - obwohl häufig süddeutschen Ursprungs - in meiner Vorstellung auch gut als Basis für norddeutsche Gebäude dienen können (Bhf Creidlitz z.B. gefällt mir persönlich sehr).

    Bei den Resinherstellern lohnt sich sowohl bei Müller's Bruchbuden, Artitec als auch Alsacast ein Besuch.

    Nun weiß ich nicht, wonach Du spezifisch suchst; Backstein-Bauernhöfe, wie im neuen Thread von Wilfried, habe ich auch noch nicht gefunden.

    Mittlerweile habe ich eine Reihe einschlägiger Lasercut- und Resin-Hersteller aufgezählt (sicher unvollständig, dafür garantiert provisionsfrei 🙃), so dass mir hoffentlich keine Werbung oder sonstige Absicht unterstellt wird.

    Auch bei den klassischen Herstellern (Vollmer, Viessmann, Busch, Auhagen etc.) lohnt sich das Herumstöbern. Da gibt es mehr als nur Schwarzwaldidylle...

    Ich finde das Angebot angesichts der vielen neuen Modelle so schlecht nicht...

    Beste Grüße, Dirk

    P.S. Weder Creidlitz noch das Kolonialwarengeschäft befinden sich in meinem Besitz. Ich spreche nur auf Basis der Fotos der Herstellersites.

    Das zweite Modell hätte denselben Grundriss (Seitenwand rechts). Ich möchte es aber spiegelbildlich, mit der Seitenwand links, aufbauen. Das bedeutet, dass ich die Dach- und die Bodenplatte quasi "auf links" aufkleben muss und die dem Modell beigefügte Dacheindeckung nicht verwenden kann. Macht aber nichts, da das Haus ohnehin eine Schiefereindeckung erhält. Diese muss noch bestellt werden, daher ein Foto des noch nicht ganz fertigen Modells:

    Wie man sieht, gibt es hier vorbildgerecht keine Dachgauben.

    Sowohl aus Kostengründen als auch der Tiefe des Gebäudemodelles geschuldet, habe ich mich entschlossen, wieder zwei unterschiedliche Gebäudehälften aus einem Modell zu bauen. Diesmal weder mit einem Längs- noch Querschnitt, sondern mit einem Diagonalschnitt.

    Für das zuoberst gezeigte Gebäude habe ich die Rückseite des Gebäudemodells verwendet: Diese musste mit einem Eingang versehen werden und die untere Fensterreihe wurde in Rundbogenfenster verwandelt. Das war langwieriger als geplant, so dass ich auf die entsprechende Umänderung an der Seitenwand verzichtet habe. Ein zusätzlicher Fries wurde auch angebracht. Das nachempfundende Modell sieht jetzt folgendermaßen aus:

    Und wenn man schon dabei ist, bildet man noch ein zweites Gebäude nach; Dieses liegt an der Einfahrt von Weinheim kommend (Fotos der Originalgebäude habe ich vor Ort aufgenommen):

    Ich wollte nicht auf das Grundstück für die Vorderansicht (von der Bahnstrecke aus betrachtet). Allerdings kommt man auch an die praktisch spiegelbildliche Rückseite:

    Ein Update zur Steuerung: Wie schon geschrieben, habe ich Weichenantriebe mit Servo von Fritz Senn verbaut, die von sog. Flüsterantrieben von MBTronik angesteuert werden. Letztere sollen analog von Weichenstellhebeln aus bedient werden. Nach etwas Hin-und Her habe ich mir eine ganze Batterie davon bei RST besorgt.

    Auch schon erwähnt hatte ich den geplanten alternativen Einsatz auf einer Nebenbahn (Birkenau mit 2 Eingangssignalen und 7 Weichen) sowie einer Hauptbahn (Lindenau mit 2 Eingangs- und 2 Ausgangssignalen, 6 Gleissperrsignalen sowie besagten 7 Weichen). Die letztere Situation bilde ich mit den Stellhebeln nach. Für Birkenau sind dann die nicht benötigten Hebel funktionslos.

    Außerdem möchte ich den Bahnhof flexibel von beiden Seiten bedienen können. Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, wie ich das Problem der Spiegelverkehrtheit eines Hebelstellwerkes löse: Ein Eisenbahner hatte die triviale Lösung: Stellwerke stehen nicht immer zwingend parallel zur Bahn sondern ggf. auch rechtwinklig dazu.

    Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht - und ich kann dasselbe Stellwerk auf beiden Seiten des Bahnhofs nutzen: einmal parallel zum Gleis und einmal im rechten Winkel!

    Aufgebaut habe ich die Stellwerkshebel samt Bank auf einem zusammensteckbaren Stehpult. So bleibt alles gut transportabel und es gibt noch eine zusätzliche Schreibfläche, die zur Fahrdienstleitung unerlässlich ist.

    Soweit zumindest mein Plan und unten die Fotos vom aktuellen Zustand. Nächster Schritt wird die Verdrahtung der Flüsterantriebe mit den Stellhebeln sein.

    Zur Erinnerung, der Antrieb für zwei Servos. Und jetzt das Stellwerk:

    Neben nicht fotografierenswerten aber wichtigen Dingen wie Beinhalter etc. habe ich mich noch dem Auffüllen der Lücken der Module gewidmet. Dabei kamen für die Flächen dünne Kapa-Platten zum Einsatz. Ich wollte die leeren Bereiche nicht im Innenbereich ausfachen sondern habe mich entschieden, der Stabilität halber die Platten auf die Oberseite der Modulkäste zu verkleben. Das erhöht natürlich das Gelände gegenüber dem ursprünglichen Profil der Stirnbretter. Um die Erhöhung gering zu halten, setze ich 3mm Kapa-Platten ein. Von unten wurden sie noch verstärkt um nicht zu flattern. Es kommen im städtischen Umfeld nur wenige große Bäume zum Einsatz, daher verzichte ich auf den Einsatz dicker Styrofoamplatten. Mit dünnen Styrofoamstreifen wurde die Dammböschung gestaltet. Thomas' Leichtbaugedanke der Spantenbauweise für die Modulkästen ist weitergetragen.

    Schließlich verläuft der gesamte Bahnhof in einem langgestreckten Bogen. Da muss man sich schon überlegen, wie man die Krümmung ohne riesigen modellbauerischen Aufwand bewältigt. Kapa-Platten lassen sich mit dem Cutter leicht und schnell auf die gewünschten Maße bringen. Dennoch habe ich auch hierfür wieder länger gebraucht als anfangs gedacht. Anbei ein paar Fotos vom aktuellen Stand. Zur Abschätzung der weiteren Gestaltung (Wege, Gärten,...) habe ich auch gleich eine Stellprobe der bisher fertigen Gebäude vorgenommen.

    Zur Erinnerung, die noch nicht aufgefüllten Modulkästen (hier auch noch ohne Freiladestraße):

    Und jetzt der versprochene aktuelle Stand (Module stehen auch auf eigenen Beinen):