Moinsen zusammen!
nein, ich begebe mich nicht auf die literarischen Spuren eines Thomas Mann; erstens sind diese Schuhe viel zu gross für mich und was ich hier zaubere, reicht höchstens für einen Furz denn einen Berg. Un bi mien doon brooks dat ook nich, budden un binnen nich.
Was wir für ein Reet- oder Schilfdach brauchen ist Schaumstoff; ich habe immer die Verpackungseinlagen gesammelt. Als vorteilhaft hat sich der dunkelgraue oder fast schwarze erwiesen.
Bei einem Bausatz kann man das alte Dach als Vorlage nehmen, oder sich selbst einen neuen Unterbau erstellen.
Als Stärke komme ich ganz gut mit 3-4 mm klar; ist aber auch eine Geschmacks- und Betrachtungssache. Ob dass im Originool so ist - keine Ahnung. Es soll ja mir gefallen. Die allfällige Finnpappe habe ich für den Hof in 1 mm ausgewählt.
Als erstes setze ich die beiden Dachhälften auf das "Gerüst".
Dann die beiden Schaumstoffteile mit ordentlich Zumaß aufgeklebt, ich verwende diesen Kleber seit gut 40 Jahren:
Man kann auch jeden anderen Hersteller verwenden; UHU flinke Flasche geht auch ... aber ich mag den Geruch nicht. Und noch etwas: damit ich keinen Druck ausüben muss, bin ich auf die zwei Teile Dachstoff ausgewichen; am Anfang habe ich immer am Stück - ist nicht so spassig, das wabberige Zeug über den First zu ziehen und dann beschweren ...
Nachdem der Schaumstoff eine gute Verbindung mit der Pappe eingegangen ist, wird mit Farbe ordentlich "herumgesaut"; nein - so schlimm ist es nicht. Man kann sich entscheiden, welche man nimmt oder im Wechsel oder nacheinander alle diese Produkte mit okergelbem Farbton. Nicht decken streichen. Eher die Farbe so verflüssigen, dass sie ordentlich satt in den Schaumstoff einzieht. Und hier kommt dann auch der wasserfeste Klebstoff zum Tragen - oder zur Wirkung.
Manchmal braucht man auch einen zweiten Arbeitsgang; aber Ausprobieren ist hier immer die beste Wahl und im Zweifel, wenn man sich farblich vertan hat - neuer Versuch mit anderer Farbe. Und mutig beginnen. Bei Reetdächern sind alle Farben möglich ... gut Magenta vielleicht nicht?
Wie man gut erkennen kann, bei der Hofstelle muss ich noch mal ran. Ist aber auch der erste Arbeitsgang gewesen; obwohl?
Man kann jetzt Akzente setzen, so man möchte. Ich habe da seit Jahre - auch bei der Granierung der Balkenstruktur im Vordergrung - gute Erfahrungen mit den Qualitätsprodukten von Faber-Castell gemacht. Diese Pastellstifte - auch wasserverdünnbar - sind meine erste Wahl; die grünen Töne, mit einem Cutter abgeschabt, geben auf Wellblech eine wunderbare Blätter- und Schmutzpartikelschicht - welch ein Wort. Aber der aufgeweckte Bastler weiss, was ich meine.
Kommen wir zur Dachbegrünung ...
Es geht auch jedes andere zupfige Material; und T49 von Woodie oder anderem Hersteller? ist doch egal, wenn es gefällt. Bis hierhin alles verständlich?
So, wer nicht den First begrünen, auch kein Storchennest aufstellen möchte und auch nicht den Feuerhahn - dem sei noch eine Idee anempfohlen. Diese Höfe wurden ja von Menschen gebaut, die etwas von ihrem Handwerk verstanden, und deshalb länger hielten als Brücken oder Schleusentore heutzutage; und trotzdem wurde hin und wieder erneuert oder neu bedeckt. Und dann entschied man sich gegen eine Firstbegrünung sondern wähle Eisen- oder Stahlblech ... interessante Alternative ..
Oder, ich habe es hier schon angedeutet durch Auflagen eine Pfannenplatte von Jürgen - man wählte für den Teil des Wohntraktes eine Ziegelbedeckung. Einfach mal Originalbilder ansehen ... läßt sich wunderbar darstellen ... mein Geschreibsel soll ja auch einen Nährwert haben ...
Mein Erstlingswerk ist übrigens hier zu sehen .. ein Schweinestall böhmischer Provenienz, könnte aber auch im Fränkischen oder Westfälischen stehen. Vermutlich nicht - aber daran habe ich mich zum ersten Mal an Reetdach versucht ...
Links die Futterkammer - rechts Stallung und hinter dem Haus die Suhle ... dahin begebe ich mich jetzt auch und ... macht Euch einen ...
Mit einem lieben Gruss
Wilfried - und wenn es Euch gefallen hat, abonniert meinen Kanal ... von wegen - in diesen sogenannten Netzwerken bin ich nicht unterwegs ...