Beiträge von Thorsten

    Berechtigte Frage, da habe ich nur unvollständige Informationen rausgegeben. Durch das Gebäude wird nur durchgefahren, dort ist kein Entkuppeln des Zuges möglich. Das Bild mit der 91 zeigt den Innenhof, der ist von zwei Seiten zugänglich. Ein "Luftbild" kann hier etwas Übersicht geben.


    Die Situation ist durchaus vorbildnah, inklusive der Gebäudedurchquerung (durch einen späteren Anbau entstanden). Allerdings ist der Innenhof viel größer und am Ende dann ebenfalls vom großen Fabrikgebäude umschlossen. Nur die Seite Richtung Gaswerk (auf meinem Foto links) ist offen.


    Viele Grüße
    Thorsten

    Während das Himmelfahrtwochenende eines der klassischen "FREMO-Wochenenden" ist, auf denen wieder zahlreiche Freunde mit der elektrischen Eisenbahn spielen ;) , habe ich die letzten Vorbereitungen für den ersten Einsatz der Keksfabrik getroffen: über Pfingsten werden erstmals in einem richtigen FREMO-Arrangement Kekse gebacken.


    Der Status hat sich gegenüber den oben gezeigten Bildern kaum verändert. Es liegen jetzt alle Gleise, die Drehscheibe funktioniert (per Hand) und die Befahrbarkeit des kompletten Moduls ist geprüft. Ausgestaltung gibt es noch keine, auch die Mechanik (Drehscheiben-, Weichen- und Gleissperrenbetätigungen vom Anlagenrand) ist noch unvollständig. Aber für ein "Proof Of Concept" reicht es - vielleicht ist die Betriebsidee doch nicht so toll und ich reiße alles wieder ab?


    Für den ersten Einsatz nicht wichtig, für mich aber nicht minder interessant ist die Gestaltung des Fabrikgebäudes. Wie nah ist mein Kopfkino an der Realität, stimmen die Proportionen?Zum Glück entspricht das Vorbild nahezu dem Auhagen-Baukasten und eben diesen gibt es zwecks Planung auch im PDF-Format - ideal, um mit entsprechenden Werkzeugen am Rechner herumzuspielen und zu entwerfen. Ich habe mir ein paar passende "Wände" erstellt, ausgedruckt und auf Kapafix-Platten geklebt. Damit lässt sich m.E. bereits ein guter "3D-Eindruck" herstellen.





    Mein Kopfkino trügt nicht, es sieht so aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Da werde ich bei Auhagen wohl eine etwas größere Bestellung aufgeben müssen. Aber vorher fahre ich mit Keks und Krümel in einer Woche ins Sauerland, mit Freunden elektrische Eisenbahn spielen ;)



    Viele Grüße
    Thorsten

    Moin zusammen,


    nach längerer Schreibpause möchte ich mal wieder ein Update des aktuellen Status bringen.


    Mit dem Abschluss der Verlegung des Hauptgleisbogens ist der erste Meilenstein geschafft. Notfalls könnte das Modul in diesem Zustand eingesetzt werden. Aber natürlich wird gleich weiter 'probegelegt' - die vorhandene Motivation soll ja nicht verpuffen.



    Nach Anschluss der Einfahrweichen ergibt sich ein einem teilfertigen Zustand in der Bastelhalle ein Minifremotreffen, dort werden erstmals 'richtige' Wagen mit 'richtigen' Frachten zugestellt. Und die große weite Welt freut sich über frische Trüllerkekse und -Zwiebacke (oder Zwiebacks?). Die Einfahrweichen sind zwar fertig, die 'Abstellgleise' links im Bild aber provisorisch. Die fehlende Strecke zur fehlenden Fabrik wird mit Kutschen (auf dem Bild nicht sichtbar) gebracht. Der Bild ist von 1928, da war noch wenig mit Kraftfahrzeugen.


    Kurz danach werden dann die letzten beiden Weichen im Anschluss verlegt.



    Als nächstes ist dann die zweite Einfahrt an der Reihe, damit beidseitig bedient und bedarfsweise auch umfahren werden kann.



    Danach bleibt die Fabrik. Da dort sowieso viel im Pflaster liegen wird, wird das ganze Fabrikgelände mit Finnpappe ausgelegt. Diese dient bei den 'normalen' Gleisen ebenfalls als Unterbau. Auf der Finnpappe lässt sich dann auch wunderbar die Fabrik skizzieren. Für die alte B+K Wagendrehscheibe wird ein exakt passender Ausschnitt in die Pappe gelasert.


    Und so sieht es jetzt aus, die Gleise sind fast alle verlegt, ein wenig Elektrik habe ich noch zu erledigen. Aber der erste Treffeneinsatz zu Pfingsten ist eigentlich sicher, auch wenn noch nicht alles 'fertig' ist. Insbesondere müssen noch drei Weichenbetätigungen angeschlossen und die Drehscheibenmechanik ausklamüstert werden. Aber für das Treffen ist das noch nicht zwingend erforderlich.




    So weit die knappe Meldung zum Status


    Viele Grüße
    Thorsten

    Nun sind bereits ein paar Wochen vergangen und ich denke, es ist an der Zeit, einen kleinen Zwischenstand zu geben. Die Modulkästen habe ich im Rohbau fertig und auf eigene Beine gestellt. Erstmals baue ich Module, die keine durchgehende 'Platte' auf der Oberseite haben, im Hafen war das bisher nicht nötig. Ansonsten weist die Konstruktion eigentlich keine Besonderheiten auf. Die am Modulende geplante Profilform 'F' ist mittlerweile auch umgesetzt, hier auf den Bildern aber noch nicht zu sehen. Ebenso fehlen noch konstruktive Verstärkungen.




    Auf dem zweiten Bild ist der 'doppelte Modulübergang' zu erkennen: auf dem Bild links gehts es mit FREMO-Normprofil 'F' weiter, auf der rechten Seite (mit den Passhülsen) habe ich eine Möglichkeit geschaffen, das im Original vorhandene städtische Gaswerk vorbildnah anzubinden. Möglicherweise werde ich ein einfaches 'Gleisbrett' als erste Ausbaustufe vorzusehen, quasi ein 'Micro-Fiddleyard'. Auf der Zeichnung oben habe ich das bereits angedeutet.


    Parallel habe ich ein paar Bestellungen aufgegeben, das meiste habe ich jetzt Anfang Februar entgegennehmen dürfen:



    Damit sind jetzt Weichen und Gleise komplett (inklusive Kleinmaterial wie Doppelschwellen, Schienenlaschen, usw.) und auch die mechanischen Weichenbetätigungen habe ich von Outbus bekommen, zusammen mit mit 'H0fine'-Weichenantrieben mit Laternendrehung, die ich heute zusammengeschraubt habe.



    Jetzt fehlen mir nur noch ein paar der H0fine 'Loconet-Buchsen', die ich in der von mir bevorzugten versenkten Form einbauen werde. Trotzdem ist jetzt alles Meterial vorhanden, um die Modulkästen weiter bearbeiten und abschließend lackieren zu können.


    Parallel konnte ich auch mein Wissen um das Vorbild erweitern. Über den Bericht hier im Forum habe ich tolle Aufnahmen aus den 50er und 60er Jahren bekommen (vielen Dank auch an dieser Stelle noch einmal!). Ich habe diese auf A3 ausgedruckt und ein FREMO-Kollege aus Celle konnte anhand dieser Aufnahmen so einige Dinge erklären und erzählen - schade, dass man das alles so nicht in oder auf einem Modul umsetzen kann. Auf jeden Fall werde ich im Frühjahr nach Celle ins Museum fahren, um dort noch mehr zu lernen.


    Sehr interessant ist auch eine Rechnung von 1926, per Bahn(!) geliefert wurden u.a. '1 Dose Mittelland-Mürbegebäck', was ja noch recht 'normal' klingt. Aber '1/2 Dose Trara-Waffeln' und '1/2 Dose Trü-Trü-Waffeln' - nicht zu vergessen '50 Sch. Meteorkeks' klingen da schon etwas abenteuerlich in unseren Ohren. Herrlich.


    So, mal sehen, wie weit ich im Februar kommen werde.

    Moin Lutz,


    Und Rangierzeit ist Echtzeit. Fahrplanmacher sollten eigentlich verinnerlicht haben, daß Rangierbewegungen stets in Echtzeit ablaufen und die Planung darauf ausrichten.

    Das stimmt. Wird meiner Erfahrung nach auch meistens ganz gut berücksichtigt. Nur gegen träumende Rangierer wie mich hilft das ja auch nicht so viel. Und ich glaube, die anderen Lokführer am Biertresen wussten ganz genau, was mit mir in Klein-Amerika passierte, und haben mich mal machen lassen ...




    Rainer hatte vor einiger Zeit mal das Industriegebiet östlich des Darmstädter Hauptbahnhofs ausgegraben, es gab einen eigenen Thread und recht lebhafte Diskussionen derüber, leider finde ich den auf die Schnelle nicht. Ein Industriegebiet wäre vielleicht ein Denkansatz für Dich, so richtig schön verwinkelt und verschachtelt. Man fährt hinein, verschließt die Weiche hinter sich, meldet sich bei der Zugführung ab und ist sein eigener Herr.

    Ein "Industriegebiet" ist ein sehr schönes Thema. Gerade das verwinkelte und verschachtelte ist ein sofort aufploppendes Bild im Kopf. Aber ich finde es schwierig, ein Industriegebiet in dem gesteckten kompakten Rahmen so darzustellen, dass es Modulmäßig eigenständig, also mit 'neutralen' Übergängen, stehen kann. Irgendwie gehört dann doch ein Bahnhof oder ein größerer Ort dazu. Oder das Ergebnis wird am Ende größer als im Lastenheft beschrieben, um Übergänge in die grünen Wiesen darzustellen.
    Die richtigen Trüllerwerke standen zwar auch in einer Stadt, aber ich möchte entgegen ersten Überlegungen keine Wohnhäuser darstellen. Ich glaube, mein Entwurf kann prinzipiell auch auf freier Strecke stehen, ohne deplatziert zu wirken.


    Viele Grüße
    Thorsten

    Meine unzähligen Entwürfe spare ich mir hier, aber im großen und ganzen unterlag der der Gleisplan eher einer Evolution, Revolutionen gab es keine. Aber hier folgt nun der letzte Entwurf und ‚Bauplan‘. Die Basis der handcolorierten Zeichnung ist ein auf dem DRG-Treffen in Dreiskau entstandener elektronischer Gleisplan. Hier präsentiert unser Experte stolz den fertigen Plan:


    Aber hier der besseren Ansicht wegen noch einmal den Scan:



    Das Gleismaterial ist dem Herrn Weinert sein Gleis. Die Grundabmessungen der Segmentkästen sind 100x50cm. Die Strecke hat einen Radius von gut 4m, dazu passend erfolgt die Anbindung der Awanst mit den großen Außenbogenweichen. In der Awanst werden Außenbogen- und Standardweichen der kurzen ‚DKW-Symmetrie‘ eingesetzt. Die wirklich beeindruckende weinertsche DKW hatte ich schon in der Hand und wollte sie eigentlich unbedingt irgendwie einbauen, aber das hätte der Modulwirkung mehr geschadet als genutzt. Außerdem - die Verwendung einer teuren DKW in so einem Anschluss ... naja, glaubwürdig ist das nicht.
    Der Entwurf ist in mehreren Iterationen entstanden und im Gespräch immer weiter verfeinert worden. Ich bin jetzt rundum zufrieden und motiviert.


    Das soll es jetzt erst mal gewesen sein. Ein paar Erläuterungen werden demnächst folgen.

    Niemand sollte die Dynamik mehrerer beim Bier versammelter Modelleisenbahner unterschätzen. Irgendwann geht es ganz schnell und schon ist eine Idee geboren, wird ausgebaut, verfeinert, verworfen, neu gedacht, usw. Noch in Rheda wurden die entscheidenden Ideen verfestigt und in meinem Kopf entstehen Bilder. Viele Bilder. Große Bilder. Am ende war klar, dass ich eine Keksfabrik bauen werde, stark angelehnt an die Trüllerwerke in Celle. Unser Experte sagte bei der Umsetzung denn auch sofort größtmögliche Unterstützung zu, meinte auch noch ein paar Dokumente im Archiv zu haben.


    1896 gründete Harry Trüller in Celle südlich der Fuhse eine Fabrik zur Herstellung von Keksen, Waffeln und Zwieback, später auch Schokolade. Die Fabrik besaß einen recht einfachen Gleisanschluss mit einer Wagendrehscheibe im Innenhof. Gleispläne sind vorhanden, aber auch im Netz unter steinercelle.de verfügbar.
    Die Recherche brachte auch Bilder des beeindruckenden Fabrikgebäudes zu Tage (vergessene-orte.blogspot.com). Die Fabrik wurde Ende der 1980er Jahre abgerissen, der Markenname Trüller wurde bereits früher verkauft und die Produktion in Celle aufgelassen.


    Über den Gleisanschluss sind vermutlich sehr unterschiedliche Rohstoffe und Produkte umgeschlagen worden. So besaß die Fabrik ein eigenes E-Kraftwerk, für das Kohle benötigt wurde. Dann natürlich prinzipiell die Zutaten für Zwieback und Kekse. Außerdem war eine Kistenfabrik angesiedelt, so dass auch Holz angeliefert werden musste. Sogar eine eigene Buchbinderei betrieb man, um die Kartei zu führen und dem Vertriebspersonal ordentliche Kataloge und Muster mitgeben zu können.


    Ein weiteres interessantes Detail ist auf dem Stadtplan von 1925 zu erkennen. Hinter den Trüllerwerken, am anderen Ufer der Fuhse, ist ein städtisches Gaswerk per Bahn angeschlossen. Die Gleise führten Anfangs an den Trüllerwerken vorbei über eine Brücke direkt in das Gaswerk. Später wurden die Trüllerwerke erweitert so dass das Gaswerkgleis direkt durch das erweiterte Trüllergebäude hindurch führte. Auf den Fotos erkenntman den neu gebauten Gebäudeteil ganz gut an den eckigen Fenstern.


    Mit den Recherchen stehe ich zwar noch am Anfang. In diesem Jahr werde ich sicherlich noch einmal dem städtischen Archiv in Celle und entsprechenden Museen einen Besuch abstatten. Trotzdem steht der Gleisplan fest, diesen werde ich hier noch gesondert vorstellen.


    Kleiner Hinweis zu den ‚Links‘: ich habe hier ganz bewusst nur Links auf die Hauptseite gesetzt. Ich denke, jeder Interessierte kann die Webseiten aufrufen und dann dort suchen. Links mitten in Webseiten hinein sind oftmals nicht gern gesehen.

    Ich nehme mir mal an Detlef ein Beispiel und berichte auch mal wieder etwas, nach sehr langer Schreibfaulheit ... Aber schließlich lebt ein Forum vom Austausch, und dafür muss auch ab und an Input eingeworfen werden.


    Eigentlich habe ich mir ob meiner Umsetzungsgeschwindigkeit beim Bauen des Hauptprojektes 'Ziegelwiesenkai' vorgenommen, keine neuen Module mehr anzufangen. Schließlich ist die verfügbare Freizeit endlich und es gibt auf meiner Liste noch einige offene Vier-M-Prjekte (‚Müsste-man-mal-machen‘). Nun begibt es sich aber so, dass ich im Jahr das eine oder andere FREMO-Treffen besuche - nicht besonders viele, aber dafür immer mit umso größerer Vorfreude und Freude beim Treffen. Bei den meisten dieser Treffen darf ich sogar meine Module mitbringen ;-) Und wie das nun mal so ist, bedeutet nahezu jede Zusammenkunft Motivation und Inspiration. Im Herbst letzten Jahres war es das seit Urzeiten stattfindende Treffen in Rheda, welches mir wieder einige Ideen lieferte (Patrick hat zu diesem Treffen sehenswerte Bilder erstellt, bei Bedarf kann man in seinem Blog ja mal vorbeischauen). So weit so gut.


    Es begibt sich also auf eben diesem Treffen, dass ich als Lokführer auf der im Zugleitbetrieb betriebenen Privatbahn mit meinem Zug im Kanalhafen von Klein-Amerika lande. In dem engen Hafengebiet sind einige Betriebe angesiedelt, so dass man auf begrenztem Raum so einiges zu tun hat. Und weil technisch alles wunderbar funktioniert und ich für die anstehenden Rangieraufgaben ein wenig Gehirnschmalz ob der optimalen Lösung investiere, verliere ich mich auch ein wenig in der (Modell-) Zeit. Ich fühle mich ein wenig in meine frühe FREMO-Zeit versetzt, wo Module oftmals kompakter waren, aber deshalb nicht weniger Spielspaß boten. Irgendwann bin ich aber doch fertig und komme als letzter Lokführer zurück ins Heimat-Bw, die anderen sitzen bereits beim Bier zusammen.


    Ihr ahnt es jetzt wohl schon, dieses Szenario hat quasi sofort zur Folge, dass ich ein kompaktes und rangierintensives Modul bauen möchte. Das ganze steht zwar irgendwie in Konkurrenz zu meinem ‚großen‘ Projekt, dem Ziegelwiesenkai, aber es gibt auch Gründe, ein Motivationszwischenprojekt einzuschieben. Der Ziegelwiesenkai ist im Spielspaß recht stark von einem angeschlossenen Hafen, mindestens aber von dem zugehörigen Abzweig abhängig, da er eigentlich einen Vor- oder Rangierbahnhof benötigt, wie im Original. Und da Abzweig + Kai zusammen auch noch recht platzintensiv sind, ist ein Einsatz nicht immer problemlos möglich. Auch ist neben den Segmenten so einiges an Gerödel mitzuschleppen. Mit dem Bulli ist das alles noch machbar, aber kleiner darf das Transportfahrzeug nicht sein.


    Da ich für alle meine Module im letzten Jahr eine neue Heimat gefunden habe, in der ich auch nahezu grenzenlos werkeln kann, scheint mir ein neues kompaktes Zweit-Projekt sehr gut umsetzbar zu sein. Für die Fertigstellung habe ich mir die Treffenteilnahme in Rheda 2019 als Ziel gesetzt (@Christoph: Unterkunft ist gebucht :D ) Nur - was soll denn eigentlich nun gebaut werden? Die Anforderungen sind zumindest relativ klar und schließen sich auch kaum gegenseitig aus: kompakt im Packmaß (Pkw-Kombi), kompakt im Aufbau, keine Abhängigkeiten zu anderer Infrastruktur, glaubwürdig, rangierintensiv, möglichst großzügig in der Wirkung und ab den 1920er-Jahren einsetzbar. Klingt jetzt gar nicht so schwierig, finde ich. Schön wäre es darüber hinaus natürlich, wenn ich etwas ‚ganz Neues’ fände, ein Modulthema was es so noch nicht gibt. Ach ja, praktisch wäre es auch, wenn nicht ein Sack voll Spezialwagen benötigt würde. Wahrscheinlich gibt es immer noch Dutzende Möglichkeiten, an denen ich mich austoben könnte, aber eine offensichtliche Idee gibt es noch nicht.


    Grundsätzlich steht aber recht schnell fest, das auch meine Zweit-Betriebsstelle auf eine Awanst hinausläuft, wie es der Ziegelwiesenkai quasi auch ist. Mit so einem Konstrukt können Kompaktheit und Unabhängigkeit schon einmal recht einfach realisiert werden. Dann wird das ganze noch mit Zugführerschlüssel B60 verschlossen und mit einem Kurbeltelefon zur Zugmeldung gewürzt - perfekt.


    Nur leider wußte ich damit immer noch nicht, was für ein Thema ich denn nun umsetzen wollte.


    Nun, deshalb zog ich einen Experten hinzu, so gingen möglichst viele verschiedene Aspekte in die Diskussion ein.

    Erste Wahl ist bei mir immer Zimo. Bei Soundvarianten gab es früher keine Alternative zum ESU, heute gibts da mehr Auswahl und ich würde eher nach passenden Soundprojekten gehen und bei freier Auswahl in der Reihenfolge Zimo, Zimo, Zimo, D&H, ESU auswählen.


    Sowohl Vt66.9 als auch Brawa V100 habe ich mit Werks-Sound in der "Grand Deluxe"-Version gekauft, da mich a) beide Soundprojekte wirklich überzeugten und ich b) keine rechte Lust hatte, diese filigranen Fahrzeuge nachträglich mit Dekodern zu versorgen.


    Der V100 konnte man mit den einfachsten Optimierungen der völlig sinnbefreiten Werkseinstellungen bessere Manieren beibringen (z.B. Anfahspannung von Max(!)- auf Minwert + flachere Anfahrkurve). Aber: sowohl V100 als auch Vt66.9 sind Streckenfahrzeuge, da habe ich hinsichtlich der "Rangierkonfiguration" etwas andere Ansprüche, als bei einer V90 oder V60.


    Der Vt66.9 hat einen wirklisch schönen Klang, es wird rauf und runter geschaltet und auch mal im Leerlauf gerollt. Ich würde diesen Triebwagen jederzeit wieder mit Fertigklang kaufen. An Andreas' Stelle würde ich mir es wirklich überlegen, den D&H Sound einzubauen. Die Lautstärke wird von mir allerdings gerade so laut gestellt, das ich als Lokführer neben der Lok etwas höre, ein paar Schritte entfernt aber Stille herrscht. Hallenbeschallung geht gar nicht, zumal der angenehme Klang mit zunehmender Lautstärke immer mehr zum verzerrten Krach mutiert.


    Ohne Werksdekoder und Tonwunsch würde ich aus Gewohnheit einen Zimo verlöten, da hätte ich wahrscheinlich gar nicht überlegt.

    Moin,


    eventuell ist in der Werks-Geräuschversion auch ein Doehler&Haass SD21 drin, wie bereits in der V100. Müsste ich heute abend daheim nachsehen. Klingt nach meinem Empfinden sehr gut, ich habe aber keine Ahnung, wie und ob man den kompletten Dekoder auslesen und kopieren könnte. Fahrdynamik ist noch auf Werkseinstellung, aber für einen Triebwagen OK. Der Schachtel-V100 konnte ich damit immerhin ohne weitere Änderungen ausreichend bis gute fremotaugliche Manieren beibringen.


    Mit Zimo-Geräuschen habe ich bisher nur Erfahrug mit meinem italienischen Rangierhobel D 143 der FS gemacht. Klingt überzeugend, über die fahrdymanischen Möglichkeiten brauche ich bei Zimo wohl nichts weiter sagen.


    Viele Grüße
    Thorsten

    Moin,


    ich hatte mir eine Klinikpackung aus Neugierde bestellt, aber bisher noch nicht verarbeitet. Im Prinzip funktioniert die Idee genauso, wie die kleinen Mosaikfliesen in 1:1, ein Netz mit lauter kleinen Steinen. Die Verlegung selbst dürfte daher gut klappen, Unebenheiten können sicher gut modelliert werden.


    Schwierig finde ich die Anpassung der Strassenbreite: Durch die Verzahnung klappt das erstmal hervorragend, da aber meine Wegbreite etwa nur das 1,7-fache einer "Pflastermatte" beträgt, habe ich entweder viel Verschnitt (bei dem Preis kaum akzeptabel) oder es muss Pflasterstein für Pflasterstein gekürzt werden, um die Verzahnung zu erhalten. Mal eben Schneiden ist wegen der Keramik leider nicht.


    Bisher etwas gedämpfte Euphorie, die Optik ist aber hervorragend. Ich werde diese Pflasterung vermutlich im Februar angehen, nach dem kleinen Fremotreffen in HH am nächsten Wochenende.


    Viele Grüße
    Thorsten

    Doch, die Schadwagenmeldung gibt es, wird erfahrungsgemäß aber nicht konsequent eingesetzt. Vermutlich auch aus Unkenntnis.
    Mir haben sie bereits sehr geholfen, da dadurch zwei Problemwagen identifiziert wurden, die ich dann gezielt korrigieren konnte. Sonst hätte ich die Schwachstellen kaum entdeckt, ich laufe ja nicht immer mit jedem Wagen mit (was allein aus physikalischen Gründen auch schwierig werden dürfte).
    So ein "Beschriftung ist unleserlich"-Schaden dürfte auch beim Original zu Nachbesserungen geführt haben.

    Moin,


    auf dem alten Ziegelwiesenkai hatte ich ein gebogenes Rillengleis verarbeitet. Da mir keine Biegemaschine zur Verfügung stand, habe ich etwas herumgetrickst:

    • Herstellen einiger "Halbschwellen" aus kupferkaschierter Leiterplatte, ca 10x20mm
    • Auf einer Hälfte jeder Halbschwelle wird ein Loch für eine Spaxschraube gebohrt
    • Die andere Seite der Halbschwelle wird an die Rillenprofile gelötet. Abstand max. 15cm, hängt auch vom Radius ab, sollte zum Bogenende kleiner sein. Ich habe so gelötet, dass die Bohrungen später in der Gleismitte zwischen den Profilen liegen.
    • Das innere Profil wird verlegt, indem Schwelle für Schwelle festgespaxt wird. Das Profil legt sich durch die Hebelwirkung beim Schrauben fest auf den Untergrund, bleibt aber für immer unter mechanischer Spannung. Das Profil dabei am freien Ende führen, der Bogen wird dadurch einigermaßen gleichmäßig.
    • Das zweite Profil wird dann mittels Abstandslehre auf die gleiche Weise parallel zum ersten verlegt.

    Einschränkungen:

    • Für mich war die Vorgehensweise OK, der möglichen Präzision sind aber sicherlich Grenzen gesetzt.
    • Der Bogenradius muss recht groß sein, bei kleinen Radien wird es vermutlich etwas "eckig"
    • Die Bogenlänge ist auf die Profillänge beschränkt. Ggf. kann ein Profil vor dem Verschrauben gerade verlängert werden, das war bei mir nicht nötig.

    In den vielen Betriebsjahren gab es keine Probleme oder Veränderungen hinsichtlich der Betriebssicherheit.


    Leider habe ich nur ein mäßig aussagekräftiges Bild gefunden, aber vielleicht hilft es, meine textuelle Beschreibung zu verstehen? Das beschriebene Gleis liegt links vorne, hinter dem "Schornstein". Das Bild ist in Originalgröße abgelegt, um den richtigen Ausschnitt vergrößern zu können. Ich hoffe, das ist wegen der längeren Ladezeiten OK.


    Viele Grüße
    Thorsten


    Hallo Jörg,


    nein, die Fläche habe ich noch nicht weiter angerührt. Ich traue mich da ohne ein Probestück, an dem ich das Verfugen, "globales" Weathering und gezielte Abnutzungsspuren gefahrlos ausprobieren kann, nicht so recht heran.
    Das Thema wird leider auch noch etwas warten müssen, da andere Modulaktivitäten bis Ende Januar Vorrang haben (das gilt auch für den angesprochenen Abzweig).


    Viele Grüße
    Thorsten

    Hallo Bruno,


    die rechte Weiche war in den ersten Skizzen "weiter oben", also in Richtung Ziegelwiesenkai eingezeichnet. Dort ergeben sich aber zwei Probleme: zum einen rutscht die Weichenzunge dann unangenehm dicht an eine Segmentkante, zum anderen müsste die der derzeit mechanisch geplante Ansteuerung der Weiche über mehrere Segmente erfolgen.
    Wegen der Segmentgrenzen kann ich die beiden Weichen nur maximal 2-3 cm von der jetzigen Position weiter auseinanderrücken oder eben deutlich weiter. Der Mittenabstand beträgt in der zeichnung >60mm, also >5,2m beim Vorbild.


    Ich werde das in der Planung noch einmal verschieben. Die Ansteuerung der Weichen kann ich notfalls ja elektrisch lösen. Da sich dann aber der ganze Bogenverlauf ändert, bekomme ich vermutlich ein Segmentkantenproblem. Aber Versuch macht kluch ...

    Moin zusammen,


    was lange währt, wird gut. Leider ist da kein zwingender Zusammenhang - nur weil ich lange brauche, wirds nicht automatisch gut ... Zeit ist genug vergangen, aber viel geschafft habe ich in den vergangenen Monaten nicht. Zumindest nicht an den Modulen ...


    Auf dem derzeit letzten FREMO-Treffen, an dem ich aktiv teilgenomen habe (in Rendsburg im Oktober 2015), rang ich zwei Tage mit mir. Transport und Aufbau meiner alten Module waren wieder unnötig kompliziert und schwer und überhaupt. Wie es besser geht, merke ich am neuen Ziegelwiesenkai. Daher begleitete mich ständig ein Gedanke: "Warum tue ich das Alles nur?". Eine Entscheidung musste her: Abzweig behalten oder modernisieren? Der alte Abzweig zum Ziegelwiesenkai ist samt Kalianschluss 10 Jahre alt, auf wenig Modulbauerfahrung basierend gebaut, schwer, kompliziert (Relais). Glücklicherweise ereilte ihn nicht ein einziger Defekt in dieser Zeit, aber die Abweigweiche wurde langsam "weich", Entgleisungen häuften sich. Also wie beim Neubau des Ziegelwiesenkai eine Entscheidungstabelle aufgestellt: Was nervt, was muss ich haben, was will ich haben und das jeweils für Neubau oder Renovierung zusammengestellt. Eigentlich war aber vorher bereits klar: Ich will einen neuen Abweig, aber ich wollte meinen subjektiven Willen ja objektiv begründen :rolleyes: . Und - völlig überraschend - ergab die Tabelle ein deutliches Plus für einen Neubau. Das Lastenheft enthielt Dinge wie einfacher und schneller Aufbau, platzsparende Unterbringung, maßstäbliche Stahlschwellenweichen, Schlüsselsicherung, beschrankter Bahnübergang mit Ampel. Der beschrankte Bü ist zwischenzeitlich einem unbeschrankten gewichen, da er innerhalb des Hafens nicht authentisch wirkt.


    Wegen der geballten Kompetenz wurde noch auf dem Treffen skizziert und später auf den Bildschirm gebracht. Die erste digitale Skizze basiert noch auf Grossseriengleis und annähernden Maßen, gibt die Idee aber sehr gut wieder:



    Auf der Basis habe ich weiter gezeichnet und die Kästen beim Tischler bestellt (ich werde nie wieder Modulkästen selber bauen). Die Weichenbetätigungen sind in die Kästen mitlerweile eingearbeitet, aber darüber hinaus ist leider noch einiges an Feinschliff nötig, bevor ich mich an den Belag machen kann (einmal Modul mit Schienen, Straßen und viel Käse bitte).


    Beim Zeichnen sind dann zwei Pläne entstanden, einmal Plan a), hier als Screenshot aus meinem Gleisplanprogramm S21, rechts oben gehts zum Ziegelwiesenkai:


    Dick umrandet habe ich die Modulgrenzen, insgesamt besteht der der Abzweig aus 4 Segmenten, die ich daheim und im Bulli stapeln kann.


    Als Variante b) der verschwenkte Anschluss der Fritsch Kühlgeräte:


    Über dem Anschluss wird ein kleiner Bockkran für den Umschlag stehen, daher benötigt das Gleis etwas Abstand zum durchgehenden Stammgleis. Aber für eine Verschwenkung mit zwei gegenläufigen Bögen fehlt mir eine schlüssige Begründung: Plan a) finde ich optisch "leichter" und mit entsprechend diagonalen Gebäuden auch etwas entspannter. Was meint Ihr?



    Viele Grüße vom Ziegelwiesenkai
    Thorsten

    Hallo,


    da wir das Thema im Hamburger Bastelkreis auch grad diskutierten: wem ein fester Behang reicht, dem wird bei Krüger Modellbau geholfen: einmal älter oder in etwas moderner.


    Im Modulbetrieb hat sich der Weinertbehang m.W. nicht langzeitbewährt, irgendwann fängt er an ruckelig zu werden (Oxidation und was weiss ich). Ausserdem sind die Schranken in der Modellbahnpraxis wohl tatsächlich überproportional oft unten.
    Ich hatte den Einsatz von Schranken geplant und fand die krügersche Variante sehr attraktiv. Mittlerweile habe mich aber von der Schrankenidee gelöst, da sie nicht stimmig in meinen Modellhafen passt.


    Viele Grüße
    Thorsten

    Hi,


    ich kann mich ja täuschen, ich glaube aber, dass die Rolle bereits in der Theorie nicht funktionieren kann. In einer Kurve müsste sich die Innenseite der Walze langsamer bewegen, als die Äußere, da der äußere Weg viel länger ist - je enger der Bogen, um so stärker der Unterschied. Da das nicht möglich ist, wird entweder die Innen- oder die Außenseite beim Prägen verschmieren. Demnach könnte man entweder gerade Abschnitte prägen oder sehr große Bögen.
    Also doch Depron stempeln gehen? Bei nem guten Glas Wein auf der Terasse oder vielleicht irgendwo im Biergarten?


    Viele Grüße aus dem Norden
    Thorsten

    Sinngemäß möchte da nur einwerfen:
    "Es wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte"


    Das fand bereits Arthur Schopenhauer, gilt heute halt auch für andere Medien