Beiträge von Bruno

    Hallo Foristi,



    Nachdem im letzten Teil oben drauf die Basis für die weitere Durchgestaltung gelegt wurde, will ich heute noch einmal kurz nach untendrunter:


    Im Industrieteil auf -4 ist jetzt in Verlängerung des Ziehgleises für den Schlachthof ein wenig freie Fläche für einen Anschließer vorhanden. Hier möchte ich den vielen guten Chemiekesselwagen ein Ziel geben.



    Die Chemische Fabrik "MOLTO-OLET" beschäftigt sich mit der Herstellung von Kunststoffen, die als Rohprodukte an die weiterverarbeitenden Betriebe im FREMO-Land speditiert werden.


    Für diese Aufgaben ist das Firmengelände mit drei Gleisen ausgestattet, die mittels einer Dreiwegeweiche platzsparend vom Stammgleis ausgehen. Diese Weiche wird mechanisch vor Ort gestellt, da das Rangierpersonal zum Entkuppeln ja direkt "vor Ort" sein wird. Der feuergefährdete Betrieb betreibt eine Dampfspeicherlok mit der Achsfolge B, was für die relativ wenigen Wagen völlig ausreicht. Die Lok versieht auch die Übergabefahrten zum/vom GEESTHAVEN-Rbf. Ein kleiner Lokschuppen mit Dampfbefüllmöglichkeit befindet sich am Werkseingang.




    Hier die mechanische Bedienung der beiden Weicheneinheiten:




    In der Frontwand sind zwei 28 mm Bohrungen angebracht, die die Aufnahme der Stellstangenknöpfe bilden. Ich verwende Fahrradspeichen , sie sind schön glatt und haben an einem Ende ein Gewinde auf das sich eine passende "Mutter", die sonst in der Felge des Reifens versteckt ist, aufschrauben lässt. Mit "spitzen" Fingern lässt sich so die Stange bewegen.


    Innen im Modul ist die Stellstange gekröpft um dicht unter die Grundplatte zu kommen:



    Über Lüsterklemmen ist die Stellstange mit dem Stellmechanismus verbunden, der ebenfalls in Lüsterklemmen geführt wird. In einer senkrechten Bohrung in einem 3 mm -MS-Rundstab steckt ein 0,8 mm Stahldraht der die Stellschwellen der Weiche bewegt. Um eine sichere Zungenlage zu erzielen, ist ein Kippschalter eingebaut, der gleichzeitig die Herzstückpolarisierung bewirkt.



    In diesem Zustand ist auch die Anschlussseite des Moduls "voll zugerüstet": Die beiden 24 pol. Centronic-Buchsen sind eingebaut und angeschlossen, die Servo-Motoren für die Weichenverbindung auf der Hauptstrecke sind angebracht und die Servosteuerplatine ist eingebaut. Eigentlich sollte jetzt nichts mehr schiefgehen, meint Murphy.




    MOLTO - OLET



    Das bahnseitige Werksgelände der chemischen Fabrik ist in den Bahndamm eingelassen, der in diesem Bereich natürlich eine Stützmauer erhielt. Ich wollte nicht wieder zu Beton greifen, eine gemauerte Dammsicherung würde mit den Ziegelmauern der Gebäude eine "Einheit" bilden. Ich verwende für die Mauer Gipsplatten aus den Spörleformen der Wohnhausbrandmauern. Mir gefällt die Unregelmäßigkeit des Mauerwerks; Steingröße? Fugentiefe? ICH zähle nicht nach, entscheidend ist für mich das Endergebnis: Sieht es überzeugend aus? Ich finde: Ja





    Als Abdeckung verwende ich ebenfalls die Simse aus den Spörleformen.



    Damit nicht "böse Buben" in das Werksgelände dringen, ist es natürlich eingezäunt, auch auf der zur Bahn grenzenden Mauer. In aller Vorsicht haben die Firmenverantwortlichen eine Doppelreihe Maschendraht an massiven Stahlrohren angebracht, so dass die Zaunhöhe im Modell ca 24 mm hoch ist.





    Dieser selten zugängliche Zaun ist natürlich eine ideale Rankhilfe für Kletterpflanzen (sie sollen auch die eine oder andere Nachlässigkeit beim Kleben bzw. Lackieren des Zaunes kaschieren). OK, Makros sind grausam!!!




    Zum heutigen Abschluss nur noch ein Bild der Werkhalle von MOLTO - OLET:





    Dazu demnächst mehr in diesem Forum.


    Bis denne!

    Hallo Foristi,



    Nachdem die Gleise verlegt und der Kleber ordentlich getrocknet war, habe ich die elektrischen Anschlüsse mittels 0,14 qmm Litze angelötet. Ich löte sie seitlich außen in das Schienenprofil ein und ziehe die Kabelenden durch eine kleine Bohrung nach unten weg. Dabei übe ich automatisch einen gewissen Zug aus und überprüfe so die korrekte Lötung. Dass man später bei genauen Hinsehen (und besonders bei Makroaufnahmen) diese Stellen sieht, stört mich nicht. Um mit Loriot zu sprechen: "Man muss schon sehr genau hinsehen . . .". Aber wer partout etwas sucht, soll auch etwas finden!


    Die gesamte Verdrahtung wurde sicherheitshalber noch mal mit einem Messgerät (Piepser) geprüft. Leidvoll gewarnt durch die Erfahrung, dass besonders die Pertinaxschwellen gelegentlich noch einen "Hauch" Kupfer in der Abfräsung zwischen den Profilen aufweisen. Und nach dem Lackieren bleibt dann nur try-and-error um den Kurzschluss zu finden.


    An einem sonnigen Spätsommertag habe ich dann "outdoor" die Gleise, auch die Industrieanschlüsse "unten", mit dem Luftpinsel gespritzt. Von dieser banalen Aktion gibt es keine Aufnahmen.


    Die Betonschwellengleise habe ich, so wie sie lagen, mit Humbrolgrau Nr. 64 gespritzt. Die Weichen mit ihren Holzschwellen waren natürlich mit Papier und Klebeband abgedeckt. Im Zweiten Durchgang waren die Holzschwellengleise, also die Weichen "oben" und die Gleise "unten" dran: Hier verwende ich den Humbrolfarbton Nr. 98 "Chocolat"


    Nach gutem Trocknen habe ich am nächsten Tag die Schienenprofile und Kleineisen mit dem Pinsel coloriert: Für die vielbefahrene Strecke nehme ich Humbrol Nr. 29 "dark earth", was nach meinem Eindruck dem frischen Rost des Stahlabriebs recht nahe kommt.


    Die selten befahrenen Gleise in den Industrieanschlüssen (zumal sie stumpf enden) versah ich mit dunklem "Rubber" von Model Master.


    Auch beim Streichen der Profile gehe ich nicht zu akribisch vor, schließlich bleibt auch der rostende Abrieb nicht brav nur auf den Eisenteilen liegen.



    Bei dieser Streichorgie hatte ich zum ersten mal die Gelegenheit , die WEINERT-Weichen intensiv und nah vor Augen zu bekommen. Durch die matten Farben kommen die phantastisch nachgebildeten Kleineisen erst richtig zur Geltung; fast jedes Kleineisen im Zungenbereich ist anders ausgeführt, und erst die Radlenker! Schade, dass man später im Betrieb nicht mehr so nah herankommt.





    Nun kommt das Gelände dran



    Da die nun folgenden Schritte recht grobmotorisch sind und die Gefahr des Verschmutzens der Gleise hoch ist, habe ich es wieder mit Papier und Klebeband abgeklebt. Nun kann es losgehen!



    Im Wesentlichen beschränkt sich das "Gelände" auf die Bahndämme der hochliegenden Strecke. Alle Seitenöffnungen unter dem Trassenbrett habe ich mit zugeschnittenen Streifen aus 3 mm starken Kapadur-Platten verschlossen. Die Kapadurplatten enthalten einen Kern aus PU-Schaum und sind beidseitig mit Karton beklebt. Durch den PU-Kern lassen sie sich auch mit Pattex verkleben ohne dass der Schaum sich auflöst. In meinem Fall habe ich aber zur Heißklebepistole gegriffen. das geht schneller!







    Auch bei diesen Arbeiten lege ich keine übertriebene Präzision an den Tag, schließlich wird das ganze noch mit Gips kaschiert.



    Den Gipsbrei habe ich mit Farbkonzentraten eingefärbt, so entstehen keine illusionstötenden weiße Flächen:




    Nach dem Breiauftrag mit einem Spachtel habe ich die nasse Oberfläche mit den Fingern "gefilzt", so wurden die "Kellenschläge" geglättet:



    Nach dem Trocknen sieht das dann so aus:






    Der nächste Schritt ist dann die "Grundbegrünung": Ich strich die Flächen mit brauner Abtönfarbe ein und streute in die nasse Farbe T 49 "blendet Turf" von Woodland oder Noch.




    Muss man den Bahndamm vorher mit Schleifpapier glätten? Ich meine: Nein!


    Diese sehr einheitliche Fläche behandle ich dann weiter mit den Turf-Farbtönen Soil, Earth, green grass etc.:






    Damit das ganze Streuzeugs auch fest wird, tränke ich jetzt die gesamte Fläche mit spiritusverdünnbarem Tiefgrund. Am nächsten Morgen, nach guter Entlüftung, sieht das dann so aus:




    Damit ist die erste grobe Gestaltung abgeschlossen, die Basis für das weitere Durchgestalten gelegt. Nun kann auch die Abdeckung der Gleise entfernt werden und der Randweg angelegt werden. Hierzu verwende dich meinen Quarzsand, den ich aufstreue und mit meinem schwarzen Tiefgrundgemisch tränke. In diesem Fall ist der Schwarzanteil geringer und der Randweg ist zu einem hellen Grau getrocknet:





    Nun geht´s an´s straffreie Schottern: Ich verwende für die Streckengleise den hellen Diabas-Schotter von ASOA. Die langen "Schläge" lassen sich am besten mit einem Schotterboy schön gleichmäßig behandeln:




    Zumindest die richtige Menge Schotter liegt jetzt im und neben dem Gleis:





    Nun schließen sich die schon bekannten Schritte des "Dressierens" der Schotterkörner an. Mit dem Pinsel werden sie in Form gebracht:





    Die Weichen müssen leider von Hand mit Schotter gefüllt werden, auch kein Problem.



    Die Stellschwelle habe ich mit dem Strohhalm freigepustet.



    Nun steht nur noch die Schotterfixierung mit wässrigem Tiefgrund an den ich mittels Pipette einbringe. Auch dabei lege ich nicht zu viel Wert auf Präzision: Tiefgrund auf den Schwellen ist nach dem Trocknen kaum noch zu sehen.






    Nach dem Durchtrockenen ist auch der Schotter wieder heller geworden und bietet das folgende Bild:




    Die Industriegleise "unten" habe ich in schon vorgestellter Weise mit Basalt geschottert. Das Aussehen ist durch meinen vorangegangenen Beitrag bekannt.



    So, nun geht es an die für mich "zweitschönste" Modellbahnbeschäftigung: Durchgestalten!



    Davon demnächst mehr in diesem Forum!


    Bis denne!

    Hallo Detlef,


    ich stehe ebenfalls vor dem Problem, Steinkohlebrocken klein zu bekommen, Was für eine Kaffeemühle hast Du verwendet? Schlagwerk, also die mit dem drehenden Messer? Oder den aromaschonenden Walzenbrecher mit Kurbel von Oma?


    Fragt sich grüßend Bruno - bob -

    Hallo Foristi,


    "Wie´s drunter aussieht, geht niemand etwas an", sagt man landläufig. In unserem Fall ist aber auch das Druntenrum für einige von Interesse.


    Beim Modulbau geht es darum, das "Planum" auch wirklich plan zu bekommen. Ok, bei dicken schweren Platten ist das kein Problem, aber bei den von mir verwendeten 6 mm Sperrholz ist ein wenig "Support" notwendig. Ich bringe diese Unterstützung erst nach dem Verlegen der Gleise an, da weis ich, wo die Weichenantrieb und anderes "Gedöns" (Nein, nicht das vom Kanzler Schroeder angesprochene) Platz beansprucht.


    Ich habe im Fall diese Moduls eine Mischung aus Quer- und Längsspanten angebracht, die größte "freie Länge" beträgt so nur max. 40 cm, das reicht um merkbares Durchhängen zu unterbinden.




    Durch die beiden Querspanten nahe den Stirnbrettern habe ich hier viel Platz für die Arbeit an den Verbindungsschrauben und die notwendigen elektrischen Verbindungen:



    An jeder Stirnseite meiner Modulkästen habe ich "das volle Programm" angebracht: 4 mm Bananenbuchsen für jede Schiene, da die beiden Streckengleise elektrisch voneinander getrennt sind und eine LN-Steckmöglichkeit. Dieser ganze Aufwand ist bei mir eigentlich überflüssig, da ich die zusammengehörenden Module normalerweise über ein bzw. zwei Vielpolstecker (Centronics 24 polig) miteinander verbinde. In seltenen Fällen wurden die Module aber auch für die Trennung bzw. Übertragung von zwei Digitalzentralen verwendet und da werden die einzelnen Verbindungskabel als "Stromfühler" gebraucht. (Mehr Ahnung habe ich davon nicht, also bitte keine diesbezüglichen Nachfragen)


    Zwischen den beiden Stirnseiten des Moduls werden die Stecker mit 2 qmm - Kabeln verdrahtet. Ich verwende dabei die Farben rot und blau. Ganz zu Beginn des FREMO haben wir das einmal festgelegt, da die ersten Übergangsprofile eine klar zu identifizierende Seite aufwiesen (hoch bzw. niedrig), sprachen wir von einer Nordseite (hoch) und Südseite (niedrig). Daraus folgte: Nordseite blaues Kabel, Südseite rot ("der Süden ist rot"). Mit der zunehmenden Verbreitung der flachen Modulprofile ist das natürlich hinfällig geworden; ich bleibe aber für meine Übersichtlichkeit dabei und definiere für mich nach wie vor in N und S.


    An die Schienenprofile gehe ich von den Lötleisten aus mit "normalem" Modellbahnkabel 0,14 qmm.





    In jedem Modul sind mittig an den Seitenwänden LN-Buchsen eingebaut die ich über normales 6-pol- Rundkabel anlöte (ein Stück Streifenplatine ist ideal):





    Die Lage der Stützbretter wird eingemessen:




    Gleichzeitig bohre ich mit einem 2 mm Bohrer auf den Linien durch, so finde ich die Schraubpositionen auf der Oberfläche problemlos wieder.



    Für die Kabeldurchführungen habe ich mit der Stichsäge ein paar Öffnungen freigeschnitten:






    In gleicher Weise verfahre ich mit den Längsspanten, auch hier ist ein Kabeldurchlass berücksichtigt. Die Spanten verschraube ich untereinander und mit den Seitenwänden, so ist alles stabil und weitgehend verwindungsfrei.



    In diesem Bauzustand habe ich gleich den "Wattenscheider"-Signalschacht angebracht. Die Aluwinkelkonstruktion habe ich mit Stabilit express eingeklebt, das beiliegende Holzfüllstück, mit Pattex fixiert, diente mir als Hilfsmittel zur senkrechten Ausrichtung:






    Das schönste (?) am Modellbahnhobby: Das Verlegen der Gleise



    Für mich hat diese Tätigkeit etwas "Urwüchsiges", erinnert es doch tief im Kleinhirn verwurzelt, an meine kindlichen Anfänge, als auf dem Teppich noch die Stückgleise zusammengesteckt wurden, der Trafo angeschlossen und . . .



    Aber zurück in das Heute, ein gutes halbes Jahrhundert später! Da sind die Ansprüche ein wenig in den Himmel gewachsen.



    Problemfall: Gerade Module! Hier machen sich geringfügige Nachlässigkeiten beim Ausrichten der Flexgleise peinlich bemerkbar. In diesem Fall wollte ich endlich mal nicht auffallen.



    Auf dem Trassenbrett zeichnete ich genaue Lage der Gleise ein: Nach den Mittellinien im 46 mm Abstand die Schwellenbreiten, jeweils 15 mm rechts und links der Mittellinien. An einer dieser Linien orientierte ich das erste Gleis.


    Zuvor klebte ich meine Standard-Endstücke: Zwei Pertinax-Schwellen, die mit Stabilit auf ein 0,5 mm MS-Blech geklebt wurden. Diese Einheit klebe ich, ebenfalls mit Stabilit, an die Modulenden:





    Puristen werden sich sicherlich an dieser Methode stören (mein Weg nach Rom!), aber in all meinen zahlreichen Modulen mit einigen Hunderten von Übergängen habe ich damit noch keinen Ausfall erlebt. Immer waren es die Strickjacken, die beim Aufbau und Zusammenschrauben des Arrangements "den Kürzeren" zogen. Bei Bahnhofsmodulen mit bis zu 11 Gleisen, also 22 Schienenprofilen, schienen mir alle anderen Methoden zu anfällig.



    Wie schon erwähnt, ist mein "Schotterbett" aus einem 4 mm starken Sperrholzstreifen entstanden. Geräuschdämmung? Nicht vorhanden! Stört in den großen Hallen des Modularrangements auch nicht!


    Die Kanten des Schotterbetts sind bewusst nicht abgeschrägt: So rieselt der Schotter nicht auf der schrägen Fläche zu weit nach außen und das Schotterbett bleibt etwas schmaler. Der Streifen für die Gleise ist bei mir 80 mm breit, so bleiben neben den Schwellen noch je 2 mm Platz bevor es "abwärts" geht.



    Als problematisch vermutete ich den Einbau der beiden Weichen der Gleisverbindung: Da die Weinert-Weiche wegen ihrer korrekten ungleichen Schwellenlängen nur schwer auszurichten wäre, habe ich zunächst die geraden Gleise an den Linien ausgerichtet. Ich verklebe die Schienen, hier ROCO-Betonschwellengleis, flächig mit Pattex-classic. Mit dem beiliegenden Zahnspachtel verteile ich den Kleber gleichmäßig und lege die Meterware in den nassen Kleber ein. So habe ich genug Zeit das Gleis an einem langen Lineal (70 cm) auszurichten.


    Erst nachdem beide Parallelgleise verlegt waren, habe ich die auf den 46 mm Gleisabstand zurechtgestutzten Weinertweichen eingebaut und am Schienenprofil mit dem langen Lineal ausgerichtet.






    ICH bin mit dem Ergebnis zufrieden, obwohl . . .



    So, nun reicht´s mal wieder für heute. Im nächsten Teil geht's mal wieder ans "Schottern", was in unserm Fall ja straffrei ist.



    Bis denne!

    Hallo Foristi,


    in loser Folge möchte ich das Werden eines Moduls, von der Planung bis zum 95%-Abschluss, vorstellen. Da bekanntlich alle Wege nach Rom führen, stelle ich hier MEINEN Weg vor; andere werden andere Wege gehen, vielleicht sind sie kürzer, vielleicht wird der Weg zur Lebensaufgabe, der eine Weg hat vielleicht schönere Ausblicke, ein anderer macht dafür weniger Arbeit bzw. Stress. Am Ende soll aber ROM zu sehen sein: Ein weitgehend fertiges Modul (in meinem Fall, bei anderen ist es vielleicht eine Anlage, ein Lokmodell oder was auch immer). Fertig wird Modellbahn ja eigentlich nie, deshalb auch nur 95%.



    Los geht's!


    Die Ausgangslage:



    Abgebildet ist fast vollständig der bisherige Stand meiner Betriebsstelle "GEESTHAVEN". Für die Arrangementplaner sind nur die wichtigsten "Features" abgebildet: Die korrekten Maße der Modulkästen. Im vorliegenden Fall entspricht die tatsächliche Gleisausstattung nicht der abgebildeten Zeichnung, ist für das Arrangement auch nur nachrangig.


    GEESTHAVEN beginnt mit der Ochtrum-Brücke, daran schließt sich ein 70 cm langes Modul mit einer Weichenverbindung der beiden Parallelgleise an. Das nächste 140 cm lange Modul beinhaltet die Weiche in den Betriebsbahnhof GEESTHAVEN. Reisezüge haben hier nichts zu suche, die fahren auf der Hauptstrecke vorbei. GEESTHAVEN ist "rangieren pur".


    Alle Module der "Hauptgruppe" G.haven weisen die Länge von 140 cm auf, so sind sie im Anhänger gut zu stapeln. Das 70 cm-Modul ist ein "halbes", die andere Hälfte weist ebenfalls eine Weichenverbindung auf und kann am anderen Ende der Modulgruppe eingefügt werden. Meine Vorstellung war, dass die zweigleisige Strecke so auch in eingleisigen Arrangements eingebaut werden kann und auf der Strecke ggf. gekreuzt oder überholt werden kann. Nun ja, . . .


    Während der ersten Treffen erwies sich das 70 cm-Modul als, sagen wir mal: "nichtgefällig", das Deckungssignal steht doch wesentlich zu nah an der Weichenverbindung:



    Da die Kreuzungsmöglichkeit bisher noch nicht gefordert war, beschloss ich, beide Module mit den Weichenverbindungen gegen ein 140 cm-Modul auszutauschen, so steht das Deckungssignal ein wenig "vorbildlicher" entfernt von der Gefahrenstelle. Gleichzeitig bietet das lange Modul auch gestalterischen Freiraum für frachtengenerierende Anschließer.


    So soll das neue Modul aussehen:





    Der Modulkasten


    Die Module mit dem I-Profil weisen die Strecke 4 cm über dem "Industrie-Planum" auf. Aus diesem Grund habe ich einen flachen Kasten mit geschlossenem "Deckel" gebaut auf den die Strecke aufgeständert wird.





    Alle Teile sind miteinander verschraubt: Die Stirnplatten aus 16 mm Tischlerplatte, die Seitenwände aus 8 mm Pappelsperrholz und der "Deckel" aus 6 mm Pappelsperrholz. Verschraubt werden die Teile mit 2,5x25 Spax.


    Die Ecken bekamen eine Verstärkung aus passenden Tischlerplatten die gleichzeitig als Fundament für die Beinhalteflansche dienen:




    Die Unterkante der Seitenbretter wird mit einer eingeklebten Leiste 20x13 verstärkt, die mit Hilfe eines Alumodulbeines beim Trocknen schön glatt gezwungen wurde:





    Damit die Modulbeine später schön gerade stehen, wird der Beinflansch beim Verschrauben mit einem Brettchen parallel zum Stirnbrett geführt:



    Geschraubt wird mit Schlüsselschrauben 6x20:





    Auf den fertigen Kasten werden nun die wichtigen Maße eingezeichnet: Die Lage der Gleise, vornehmlich die der Streckengleise die ja mit anderen (Fremd-)Modulen zusammenpassen müssen, die übrigen Gleise um schon mal den Platzbedarf in Augenschein zu nehmen.


    In meinem Fall muss natürlich die Lage der Weichen (besonders der Unterflurantriebe) sowie der Signalschacht (Wattenscheider) berücksichtigt werden.


    Um die Stecke auf Niveau +4 zu bringen, habe ich passende Streifen aus Tischlerplatte unter dem Streckenbrett angebracht. Das Trassenbrett ist auch 8 mm stark; zuzüglich 4 mm Schotterbett (ebenfalls aus Sperrholz).



    Die Abstände der Stützen betragen ca. 20 cm. Die Zwischenräume zwischen den Stützen sind an den Stirnbrettern und bei den Weichenantrieben ausgeschnitten um freien Zugang zu bekommen:







    Bevor die Trasse endgültig befestigt wird, werden noch einmal alle wichtigen Maße präzise eingemessen:






    Mit dem Festschrauben der Trasse und des Schotterbetts ist nun der erste Teil der Arbeiten und meines Berichts abgeschlossen.



    Wie es weitergeht, könnt ihr in der nächsten Folge nachsehen.



    Bis denne!

    Hallo Foristi,


    in den letzten Tagen haben die Logistikprobleme bei der Teilnahme an Modultreffen im Focus gestanden: Was muss ich alles mitnehmen um mitzuspielen. Neben dem ganzen m.o.w. wichtigen Kleinkram steht natürlich die Hauptfrage im Vordergrund: Wie kann ich alle meine angemeldeten Module auch mitnehmen?


    Viele modulbegeisterte Anfänger vergessen, dass sie ihre gebauten Träume auch in einem Vehikel unterbringen müssen. Ich hebe schon mehrfach von Neulingen gehört, dass ganz zufällig die Module in den Kofferraum des Autos passten, bzw. dass zum Transport wider Erwarten doch der Vordersitz ausgebaut werden musste und der geplante Mitfahrer doch auf die reale Bundesbahn umsteigen musste.


    Früher oder später kommt jeder aktive FREMOhikaner auf den Combi! Oder gleich zum Anhänger. Hardcorer ergreifen natürlich gleich zum Miet-LKW mit Hydraulikbordwand!


    Nun, vor vielen Jahren bin ich zu einem Anhänger gekommen, den ein kleines Möbelunternehmen loswerden wollte. Die Abmessungen waren verlockend: 300 cm Ladelänge, 139 cm Ladebreite und eine sagenhafte Höhe von 210 cm! Das Tandemfahrwerk versprach einen ruhigen lauf (was auch stimmt!).



    Im laufe der Jahre sind meine Module immer mehr geworden, so dass jetzt eher die Frage im Vordergrund steht: "Wie verstaue ich die Module möglichst ohne Platzverlust?", denn mittlerweile wird der Anhänger mehr als voll!




    Meine Module orientieren sich in ihren Maßen am Anhänger: Maximale Länge der Modulkästen: 135 cm bei Querverladung, 145 cm bei Längsverladung. Damit stehen sie, Kopfbretter und Schraubenköpfe mitgerechnet, "quetsch" im Anhänger und können sich kaum bei der Fahrt bewegen / verrutschen.


    In der Vergangenheit (und auch heute noch) habe ich immer Modulpaare gebaut, die wegen des gleichen Grundrisses als "Sandwich" mit Transportbrettern zusammengeschraubt werden. Diese Paare erhalten mit den Transportbrettern einen Farbcode zum passenden Zusammenbau: Farbe mit einem Strich (breit oder schmal), zwei oder drei Strichen; so sollten die Bretter immer an die gleichen Stirnteile kommen. Das ist wichtig, da die Schraublöcher nicht symmetrisch sind und gelegentlich weitere "Spezialitäten" zu berücksichtigen sind.




    Um bei der nächsten Ladeaktion nicht wieder planungsmäßig "bei Null" zu beginnen und mehrmals ein-und-aus-geladen werden muss bis alles passt, habe ich mir ein Modell des Anhängers im Maßstab 1:10 angefertigt: Ein Stück Tischlerplatte mit den Maßen 30 x 13,9 cm als Grundplatte, zwei Seitenplatten aus Acrylglas, das auch noch irgendwo herumlag. Die vier "Halbräder", Abfälle aus den mit der Lochsäge ausgeschnittenen Öffnungen für die LN-Buchsen, sowie eine "Deichsel" aus Leistenresten, sind dann schon "Luxus".


    In dieses "Geviert( ?)" kann ich nun Modelle meiner Modul-Transportkästen probeweise stapeln: Steht nix über, muss es auch im Hänger passen! (Tut es auch!)




    Die Modelle der Transportkisten sind einfache Pappkästen aus Karton, versehen in den Brutto-Maßen der Kästen, versehen mit dem Farbcode und den Maßen nebst "Inhaltsbeschreibung".






    Damit mir die Modellmodule beim Laden nicht "vom Winde verweht" werden, habe ich ein Stück Haushaltsfolie zur Sicherung herumgewickelt.


    Bilder vom Anhänger und seiner Beladung kann ich zur Zeit nicht liefern, eine Packorgie nur für den Beitrag, muss nun wirklich nicht sein. Aber vor´m nächsten Treffen, da wird es dokumentiert. Versprochen.



    "Schonen Freitag", wünscht Bruno - bob -

    Hallo Detlef,


    das mit dem Hügel muss aber weitergedacht werden, d.h., der Hügel muss / sollte dann über die gesamte Kastenbreite laufen; sonst sieht´s aus wie eine "Torte" (es gibt auch flache Torten). Egentlich würde ich empfehlen, die gesamte Innenseite mit "Wald" zuzustellen, dann geht das auch im ebenen Gelände. Dieser Wald braucht auch nur 10 - 15 cm hoch sein, so dass Du auch noch zum Rangieren im Anschluss darüber hinweg greifen kannst. Außerdem kannst Du als Schutz vor "pressenden Körperteilen" und Bekleidungsstücken durchsichtige Kunststoffzuschnitte bis in Kronenhöhe vorschrauben. Den Wald würde ich auch jenseits der Bahn bis unter die Dachschräge fortführen, so dass die Bahn im Einschnitt verläuft.


    Eine andere Möglichkeit wäre ein Bauerngehöft mit Halbreliefgebäuden, eine Mauer an der Bahn und eine Reihe Pappeln zur Hofseite hin.


    Das mit der Tankstelle finde ich gut, wird bestimmt gut auszugestalten sein.



    Was soll denn an den Anschluss ran? Sägewerk/Holzverladung? Es sollte ja schon zur ländlichen Umgebung passen.



    Bin gespannt was kommt! Freut sich Bruno - bob -

    Hallo Peter, Andreas und alle anderen,


    das Problem der Resinhersteller ist wohl, dass für einen Händler die "Margen" zu gering sind und die "breite Masse", sowohl der Händler als auch der Kunden, davon keine Ahnung hat oder haben will.


    Die Artitec Bausätze sind eigentlich immer verfügbar. Ich besuche meist einmal im Jahr die Fachmessen, so in Dortmund (April) und Bremen (November; Breidenbach). Zumindest Artitec ist hier selbst mit einem Stand vertreten und hat (zumindest am ersten Tag) das gesamte Programm vorrätig. Auch die anderen Kleinserienhersteller wie Stangl, Joswood, Langmesser, (früher auch Spörle) sind in Dortmund präsent und haben vieles dabei.


    Ich vermute mal, dass die genannten Hersteller auch im Süden und Osten der Republik ausstellen. Auf ihren Heimatseiten im Zwischennetz oder den Seiten der Ausstellungsmacher kann man das erfahren.


    Für mich "lohnt" sich der Besuch solcher "Messen" erst durch diese Kaufmöglichkeiten; die meisten ausgestellten "Anlagen" (vor allem nicht die deutschen) reißen mich nicht vom Hocker.


    Es gibt viel zu tun! Freut sich Bruno - bob -

    Hallo Andreas,


    schön, dass Dir meine Methode gefällt. Ja, ich habe auch mal braune Abtönfarbe mit Tiefgrund gemischt und sie "nass in Nass" neben dem schwarzen auf angrenzende Flächen geträufelt. Das ergibt schöne Verläufe der beiden Farben. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Acker aus Sand, ggf. mit einem "Kamm" strukturiert (oder mit Reifenspuren) gerade mit dem braunen Gemisch (wenig Farbe darin) gut wirken kann. Probier´s doch mal auf einem kleinen Brettchen mit geringen Mengen aus.


    Grüße vom Bruno - bob -

    Hallo Foristi,


    Am nächsten Tag ist die Oberfläche der fixierten Sandmengen gut durchgetrocknet, hart wie Schmirgelpapier! Sie bietet sich nun wie folgt dar:




    Der nasse Glanz ist einem gleichmäßigen Matt gewichen, aus der schwarzen Fläche stehen helle Spitzen hervor; ich finde den Eindruck sehr naturnah.


    Aber was ist das???


    Vor lauter Begeisterung habe ich (wieder mal!) den dritten Schritt vor dem zweiten gemacht!


    Ich habe die Nachbildung der Drahtzugleitungen und Kanäle vergessen! Die müssen doch in den "Boden" versenkt werden und nicht oben drauf liegen!


    Keine Panik !


    Die aufgebrachte Sandschicht kann ich ohne große Probleme auch wieder entfernen. Dazu träufle ich mit einer Pipette Spiritus (z.B. den für die Zimmer-Kamine) auf die getrocknete Fläche. Nach wenigen Sekunden Einwirkzeit ist der Tiefgrund angelöst und kann mit einem Werkzeug, z.B. einem Messer oder einem Stechbeitel, leicht beiseite geschoben werden. Das locker liegende Abgekratzte sauge ich mit einem Staubsauger auf.







    In die so entstandenen "Gräben" kann ich nun die Nachbildungen der Drahtzugleitungen mit Pattex einkleben. Ich verwende die Teile von Weinert, da in seinem Programm alles vorhanden ist, was für eine korrekte Wiedergabe notwendig ist.





    Ich lackiere die aufgeklebten Teile gleich nach dem Festkleben:



    Als Vorlage für eine möglichst richtige Ausführung verwende ich die Werke von Stefan Carstens, die bei dieser periodisch auftretenden Arbeit jedes mal wieder hervorgeholt werden müssen:




    Wenn schon, denn schon: In "einem Rutsch" werden sämtliche notwendigen Kanäle und Kästen auf dem Modulkasten angebracht. Die freigekratzten Flächen mit den eingeklebten Kanälen fülle ich einfach wieder mit Sand auf und tränke sie mit dem schwarzen Tiefgrundgemisch. Da ich ca. 1 Liter auf "Vorrat" angemischt habe, gibt es keine Farbabweichungen. Die Kanäle liegen jetzt genau richtig in den Sand eingebettet, so dass man sie zwar sieht, sie aber kein Hindernis für die Rangierer darstellen:





    Hier im Bild schon nach dem Schottern der Gleise:






    Nach ein wenig Überlegen (damit nicht wieder ein falscher Schritt vor einem anderen gemacht wird) steht nun das Einschottern der Gleise auf dem Programm.



    Für normale Strecken nehme ich dazu Personal: Mir steht ein "Schotterboy" zur Verfügung, der das Verteilen des Schotters zwischen und neben den Gleisen sehr erleichtert. Leider funktioniert er nicht in Weichenstraßen, da eine kleine Gummilippe, die den herausrieselnden Schotter zwischen die Schwellen verteilt, in den Weichen nicht funktioniert. Hier ist also Handarbeit mit Augenmaß angesagt.



    Zum Schottern im "Nichtstreckenbereich" verwende ich den Basaltschotter von ASOA: Super Kornstruktur und gleichbleibende Farbkonstanz.




    Mit einem Eierlöffel bringe ich in das Gleis eine "Raupe" des Schotters, nicht zu viel, zusätzlichen Schotter kann man leicht nachgeben, ein Zuviel ist schon umständlicher aus dem Gleisbett zu entfernen. In gleicher Weise gebe ich rechts und links vom Schienenprofil ebenfalls den Schotter hinzu. Als Maß dafür habe ich für mich die Profilhöhe festgelegt, bis zu der ich den Schotter aufhäufe.





    In den nächsten Arbeitsschritten muss der Schotter nun im Gleisverteilt werden:


    Mit einem Flachpinsel, der ungefähr 16 mm breit ist, streiche ich nun flach mit "schwänzelnden" Pinselbewegungen zwischen den Schienenprofilen lang. Damit verteile ich den Schotter bis unter die Profile.





    Nun "tupfe(?)" ich mit dem quer geführten Pinsel senkrecht in die Schwellenzwischenräume:




    Die "Schotterberge" außen auf den Schwellen verteile ebenfalls durch "Tupfen" in die Schwellenzwischenräume, das Schienenprofil dient dabei als Führung:





    Das Ergebnis nach dieser Prozedur sieht dann so aus:




    Die restlichen Schotterkörner auf den Schwellen "fege" ich noch hinfort in dem ich einmal flach mit dem Finger über die Schwellen streiche ( "sehr schön", wenn die Gleise genagelt sind! Da bleibt schon mal ein Hautfetzen hängen).


    Mit dem Pinsel kann ich nun noch die Breite des Schotterbetts "dressieren".


    Eine fertig eingeschotterte Weiche kann dann so aussehen:



    Die wenigen Schotterkörner auf den Schwellen stören mich nicht: Zum einen finden sich solche auch beim Vorbild, zum anderen lassen sie sich auch nach dem Fixieren mit Schotterkleber problemlos entfernen. Womit wir schon beim nächsten Arbeitsschritt wären:



    Die Schotterfixierung



    Ich verwende zum Verkleben der Schotterkörner den wässrigen Tiefgrund. Er ist sehr dünnflüssig und seine feinen Kleberpartikel bleiben nicht "auf dem Korn liegen". Ich geben noch einen Spritzer Spülmittel sowie etwas Wasser zum weiteren Verdünnen hinzu.


    Dieses Gemisch träufle ich mit einer Kunststoff-Pipette zwischen die Schwellen und außen herum. Der Basaltschotter wird durch jeden Kleber sehr dunkel, beim ersten Einsatz habe ich mich doch sehr erschrocken. Sooo dunkel wollte ich es nun auch nicht haben!



    Aber mittlerweile habe ich mich an den Anblick gewöhnt und bisher noch keine Versuche mit einem nachträglichen Kolorieren unternommen. Vielleicht mit einem großen Pinsel stark verdünntes Grau oder Braun drüber"siffen"? Wer macht´s mal?



    Beim Aufträufeln des Klebers nehme ich nur wenig Rücksicht auf die Sauberkeit der Schwellen. Auch beim Vorbild sind die Schwellen nicht "klinisch rein", da ist doch einiges raufgekleckert im Laufe der Zeit.



    Die eingeschotterte Weichenstraße bietet nach dem Trocknen des Klebers dieses Bild:




    Die hinten, rechts und links liegenden Gleise sind noch nicht eingeschottert, der Basaltschotter war zum Zeitpunkt der Aufnahmen aufgebraucht, Ersatz geordert.



    Weitere Arbeiten:


    So ist mir das Gleisfeld noch viel zu "steril". Ein "Hauch" von Woodland "Turf" in verschiedenen Farben gibt den niedrigen Bewuchs in diesem Bereich wieder. Auch im Schotter zwischen den Schienenprofilen und Schwellen findet man "vorwitzige" Ranker oder Birkenanflug. Nicht ohne Grund musste früher der Unkrautspritzzug in regelmäßigen Abständen dem "wilden Treiben" Einhalt gebieten.






    Das auf die Flächen gestreute feine Turf und, in geringem Maße, das gröbere "coarse Turf" fixiere ich indem ich die Flächen noch einmal mit lösungsmittelhaltigem Tiefgrund tränke: Da schwimmt nix weg und die Flächen sind relativ schnell wieder trocken und fest.


    Auch die "Nebenflächen" werden durchgestaltet: Hier wird der Wildwuchs durch lange Fasern nachgestellt die mit dem Elektrostaten aufgebracht werden:



    Auch Buschwerk aus Heki-Flor konnte sich entwickeln.



    Die großen Arbeiten sind gemacht!


    Auch die Feinausgestaltung macht Spaß!




    Das war´s vom Geesthaven - Rbf!


    Bis denne! Grüßt Bruno - bob -

    Hallo Andreas, hallo alle anderen Mitleser,


    ich finde den Tiefgrund besser als das alte Weißleimgemisch: Es trocknet matter auf und Schotter bekommt nicht ein so "nasses" Ansehen wie ich es von der "Ponal-Methode" her kenne.
    Außerdem hat der Tiefgrund weitere Vorteile: Er ist von Haus aus sehr dünnflüssig und "krabbelt" so in alle Poren hinein (dafür ist er ja auch vorgesehen: Sandige Putzflächen zu durchdringen und zu verkleben), seine Acryl-"moleküle", richtiger: Seine feinen Tröpfchen im Wasser, sind extrem klein und ermöglichen die Tiefgrundeigenschaften wo die großen Weißleimtröpfchen ger nicht mehr eindringen können.


    Die durchgetrocknete Fläche ist hart wie Schmirgelpapier, was die Fingerkuppen und -nägel beim weiteren Arbeiten gelegentlich zu spüren bekommen.


    Wenn alles gut durchgetrocknet ist, geht's heute weiter mit Part II.


    Bis denne!


    Bruno - bob -

    Hallo Foristi,


    in meinem Beitrag über Geesthaven beim Fremo-Treffen in Papenburg habe ich schon einmal das Modul im weitgehend fertigen Zustand vorgestellt:



    Es geht um die Gleisharfe mit meinem "Dienstraum" auf der rechten Seite.


    In den folgenden Beiträgen möchte ich einmal den gestalterischen Werdegang dem geneigten Forum vorstellen. Wen´s nicht interessiert: Man muss ja nicht anklicken.


    Die Ausgangslage:




    Die Gleise sind bereits verlegt und farblich behandelt; sämtliche Gleise mit Humbrol 98 gespritzt, die Profile und Kleineisenteile mit verschiedenen Farben großzügig nachgezogen: Humbrol 29 für die vielbefahrenen Gleise, Hu 173 für weniger befahrene, Model Master "Rubber" für die selten befahrenen Gleise und die Stahl-Prellböcke. (Zur Farbgebung der Profile habe ich vor einiger Zeit hier im Forum mal einen Faden gesponnen.)




    Mein nächster Schritt ist die Darstellung der Flächen neben und zwischen den Gleisen. Hier sind der Randweg und die Gleiszwischenräume meist mit einem "glatten" Material aufgefüllt um das Gehen der Rangierer nicht zu behindern (wer schon mal auf Schotter "gewandert" ist, wird wissen, was ich meine). Meist (in der Ep. III) ist das ein sehr dunkles Material (die "Lösche" aus den Rauchkammern der Dampfloks, also unverbrannte Kohle und Schlackenanteile, die vom Blasrohrzug mitgerissen wurden).


    Ich verwende für die Nachbildung kein extrem fein ausgesiebtes Material aus den "Edelsiebereien" der verschiedenen Schotterlieferanten sondern bediene mich preiswert im Baumarkt: Hier gibt es "feuergetrockneten Quarzsand" in genau der richtigen Korngröße:




    Dieser trockene Quarzsand lässt sich sehr gut verstreuen, z.B. mit einem Löffel oder einem selbstgebastelten Streuer:







    In den Deckel eines Würstchenglas habe ich von innen mit einem Stichel ein Loch getrieben und kann so den Sand gezielt herausrieseln lassen:




    Als "Haftgrund" für den Sand streiche ich einen Streifen neben den Schwellen mit schwarzer Abönfarbe ein (muss aber nicht unbedingt sein):





    An den Modulkanten klebe ich einen Streifen Kreppband auf, so dass die gewünschte Sandhöhe, 2 - 3 mm, übersteht. So vermeide ich, dass der Sand an der Kante einen "runden" Schüttkegel ergibt was bei den aneinander grenzenden Modulen nicht schön aussieht.




    Am Beispiel des Gleisabschlusses an der Modulkante sei der Sandauftrag gezeigt:



    Im Bereich des Prellbocks fülle ich gern mehr Sand auf, bis hin zur "vollständigen" Einbettung des Prellbocks. Beim Vorbild wird hier häufig ein Schotterberg aufgetürmt um die Stoßkräfte besser abzufangen:




    Im nächsten Schritt muss der lose aufgestreute Sand noch fixiert werden, gleichzeitig soll die Farbe in den "Lösche"-Ton gebracht werden.


    Bei mir hat sich die folgend dargestellte Methode bewährt:


    Zum Fixieren benutze ich den bei mir bewährten wässrigen Tiefgrund den ich mit schwarzer Volltonfarbe mische, ca. im Verhältnis 3:1:







    Mit ein wenig anderen Farbtönen, z.B. grün, rot oder braun, kann der Farbton leicht variiert werden. Das muss man am besten mal selbst erproben (und die Ergebnisse hier vorstellen!).



    Das gut durchgemischte "Gebräu" erhält noch einen Spritzer Spülmittel um die Oberflächenspannung noch weiter herabzusetzen, ggf. noch ein wenig Wasser. damit es besser fließt.
    Auftragen "tue" ich dieses "Gemix" mit einer kleinen Kunststoffpipette, "Dröpsche für Dröpsche", bis die gesamten sandbestreuten Flächen schwarz sind.



    Das klingt aufwändiger als es sich in natura gestaltet: Alle Sandflächen haben mich eine abendliche Stunde gekostet.





    An den Stellen, wo sich ggf. ein "See" aus schwarzer "Suppe" gesammelt hat, kann nun noch weiterer Sand eingestreut werden; das gilt natürlich auch für die anderen Flächen, sie können ebenfalls "übersandet" werden, so entstehen auch Schattierungen im Schwarz:




    So, nun ist alles getränkt und muss über Nacht trocknen!


    Wenn alles gut durchgetrocknet ist, geht's auch hier weiter!



    Bis denne!

    Hallo Michael et. al.,


    stimmt! Und auch wieder nicht: Für die Unterquerung der Hauptstrecke sind natürlich min. 6 cm nötig, aber dafür wird nur eine das Gleis um 1,5 cm abgesenkt und die Streckengleise um 1,5 cm angehoben. Der große Rest bleibt bei -4 cm. Warum es die 4 cm Höhendifferenz sind, muss im Fremo-Nirvana verbleiben; irgendwer (die Akteure sind bekannt! ;-)) ) haben dieses Maß einmal eingeführt und im Sinne einer Anschlußkompatibiltät (die sich in der Praxis bisher nie ergab) habe ich das Maß übernommen. Es macht eigentlich in jeder Hinsicht Probleme, da selbst simple Straßenunterführungen einen konstruktiven Aufwand durch die Tieferlegung der Straße erfordern. Hier traf mal Empathie auf Praxis; die Folgen sind eigentlich nur "doof". Andererseits würden vielleicht höhere Dämme wieder optisch viel zu massiv wirken. Wer macht die Probe auf´s Exempel?


    Da aber bisher nur drei Praktiker solche Module bauen, schlägt das bisher keine großen Wellen.


    Und noch mal alles "umkrempeln"? Nö ! Dat isses nich!


    Vielleicht tut sich ja einmal eine andere Gruppe zusammen und kreiert "tiefergehende" Tatsachen.


    Meint Bruno - bob -

    Hallo Foristi,


    anlässlich des Fremotreffens in Papenburg -Herbrum habe ich zum ersten mal alle bisher existierenden Module meines Geesthaven-Projekts aufbauen und bespielen können. Zwar gab es wieder einige Probleme mit der Elektrik, aber die sind ja bakanntlich dafür da um gelöst zu werden. Mal schauen.


    Leider gab es in der Mehrzweckhalle in Herbrum keine Gelegenheit zur Aufnahme von oben, eine Leiter wollte ich nicht auch noch mitnehmen- Aber auch so könnt ihr euch ein Bild vom Geesthaven- Projekt machen.


    Geesthaven ist ein Hafen-/Industriegebiet an einer zweigleisigen Strecke und wird über einen Abzweig erreicht. Die Strecke liegt 4 cm höher als umgebende Gelände, also ist eine Steigung rsp. Gefälle notwendig um das Gebiet zu erreichen. Den Höhenunterscheid habe ich bewusst gewählt um optisch den flächigen "Einheitsbrei" der Betriebsstellen beim Fremo aufzubrechen.


    Mit der Entscheidung zum Höhenunterschied trat natürlich die Frage nach einem akzeptablen Steigungswinkel auf, der einerseits noch "machbare" Größenordnungen erlaubt, anderseits nicht zu spielzeughaft wirkt. Und lange Züge (3 m +) sollten auch ohne "Verrenkungen" wieder auf die Strecke zurückfinden können. Ich habe mich nach einigem Skizzieren für ca. 1,5% Steigung entscheiden und so ergaben sich insgesamt 3 Module mit 140 cm Länge einschließlich der Abzweigweiche und den Ausgleichsbögen.


    Doch seht selbst:


    Hier ein Überblick über die gesamte Ausdehnung der Ausfädelung und den angeschlossenen Einrichtungen:





    Los geht es mit der das Ensemble begrenzenden "Ochtrum-Brücke", vier KIBRI-Brücken, die ein wenig enger manipuliert wurden um die Parallelgleisaufweitung nicht zu heftig ausführen zu müssen:






    Hier nun die konktrete Ausfädelung; leider hatten die Signale einen Totalausfall und liegen nun neben dem Gleis:




    Eine Übergabe kommt gerade vom Nachbarbahnhof HOLSTEDT mit Wagen für die Anschließer herunter:




    Das Stellwerk Geesthaven-Abzweig regelt Weichen und Signale:




    "Unten" befinden sich zwei Gleise einer Massengutverladung. Zur Zeit ist ein Ganzzug aus Omm-Wagen zur Entladung bereitgestellt. Die Ladung besteht aus echter Kohle in loser Schüttung un kommt von der Zeche "Unser Otto":




    Am Ende des Gefälles geht es rechts ab in den Bezirksbahnhof "Geesthaven _Rbf", geradeaus weiter zum Bezirksbahnhof "Geesthaven-Fischbahnhof":





    Geesthaven-Rbf fächert sich in einen nicht durchgestalteten Schattenbahnhof auf in dem auch händisches Rangieren erlaubt ist:





    Gerade verlässt ein Leer-Gag den Rbf und begibt sich auf den Anstieg zur Strecke:





    Über die Rbf-Einfahrt hinweg bietet sich der Blick auf den "Fischbahnhof" im Hintergrund; vordergründig ist die Viehwagenreinigungsanlage zu erblicken:





    Im Vordergrund zweigt ein Industriestammgleis ab:






    Dieses Industriegebiet ist noch "under construction", davon, und vom Fischbahnhof, irgendwann einmal mehr in diesem Forum.







    Es gibt noch viel zu tun! Packen wir´s an!


    Meint Bruno - bob -

    Ja, ja, der alte Wildebuhr,


    die Dreifelderwirtschaft hat in Deutschland eine lange Tradition:


    Ackerland - Grünland - Bauland :-)))


    Schönen Restabend noch!


    Wünscht Bruno - bob -

    Hallo Jürgen,


    so ist das beim FREMO, wir haben insgesamt max. 200 cm nichtsichtbare Tunnelstrecke bei bald 3000 ! Metern Modullänge. Bei den Heim- und Clubanlagen mit ihren Schattenbahnhofsmonstern ist´s genau umgekehrt


    Freut sich Bruno - bob -

    Hallo Alexander,


    die beiden Fördertürmchen, die Du da hast, deuten eher auf eine kleine "Privatzeche" hin, wie sie bis in die 5oer Jahre im südlichen Ruhrgebiet in Betrieb waren. Wegen Unrentabilität sind sie dann stillgelegt worden. Und die von Dir vorgesehene Förderleistung dürften diese Türmchen bei weitem nicht erbracht haben, da musst Du wohl bei den Zahlen eine Null wegstreichen.


    Auch wenn ich jetzt die Euphoriebremse spiele: Die Zechengebäude, die Kibri anbietet, gehören eher in die Kategorie "Spielzeug" da sie konstruktiv völlig "daneben" sind. Ich kann Dir da nur ihbay empfehlen zu Entsorgung und einen stimmigen Neuanfang mit e i n e m Förderturm in richtiger Größe, wie sie von JOSWOOD zu erwerben sind, anraten. Dort findest Du auch passende Nebengebäude so dass alles wie "aus einem Guss" aussieht. Kostenmäßig geht das nicht wesentlich über die mittlerweile recht teuer gewordenen Plastikbausätze hinaus.


    Mit diesen Gebäuden wäre dann auf der von Dir angepeilten Länge so etwas darstellbar.


    Aber: Die langen Ganzzüge fahren ja nicht mit direkt von der Strecke durch die Befüllung. Da muss dann vor u n d hinter dem Kohlenbunker jeweils die Zuglänge zur Verfügung stehen und ein entsprechend langes Ziehgleis zum rangieren.


    Im Übrigen bin auch ich ein praktizierender Anhänger der Halb-, Viertel- und Zehntelreliefbauwerke.


    Vielleicht noch mal überdenken bevor man in die Stummi-Ecke gestellt wird?


    Meint Bruno - bob -

    Hallo Foristi,


    zumindest wenn man mit der Spritzpistole arbeitet ist ein Sieb erforderlich um die auf Spritzviscosität eingestellte Farbe beim Eingießen in die Spritzpistole von "Elephanten" zu reinigen, die die Farbdüse schnell verstopfen werden. Insbesondere bei Farbdöschen, die schon einmal geöffnet wurden, bildet sich ein harter Rand, der beim Erneuten Öffnen des Deckelchens zumindest teilweise in das Doseninnere fällt. Das muß raus!


    Ich habe vor 50 Jahren in meiner Berufsausbildung zum Laboranten in der Lack-und Farbenindustrie eine Methode zur schnellen Herstellung von Sieben kennengelernt, die ich hier kurz vorstellen möchte:


    Benötigt wird natürlich feines Siebgewese aus Metall, meist ein feines Gewebe aus Bronzedrähtchen oder auch Stahl. Ferner ein Filmdöschen, wie wir es beim Fotoladen erschnorren können (wird aber zunehmend exotischer, daher Bezugsquellennachweis am Schluss), ein Stückchen Alufolie und eine heisse Herdplatte.




    Auf die Herdplatte (egal, ob noch kalt oder schon heiß) lege ich ein Stück Alufolie, darauf das Siebgewebe. Hier hinein drücke ich nun die Öffnung des Filmdöschens. Nach kurzer Zeit (je nach Temperatur der Herdplatte) schmilzt der Kunststoff des Filmdöschens und bettet das Siebgewebe in die geschmolzene Kunststoffmasse ein.





    Nun schnell das ganze in kalte Bereiche verfrachten und auskühlen lassen, nun lässt sich die Alufolie problemlos abziehen:



    Mit einer Schere schneide ich das überstehende Siebgewebe ab und glätte noch ein wenig die Schnittkante:






    Nun schneide ich mit einem Messer den Ex-Boden des Döschens ab (aufbewahren für Kleinteile?) Voilá! Fertig ist mein Sieb:





    Die Verschmelzung des Siebgewebes ist genauso lösungsmittelfest wie das Döschen selbst, kein Problem bei Nitroverdünnung und anderen, schärferen Flüssigkeiten wie zB. Azeton. Meine Siebe (eigentlich nur eins) sind jahrelang in Gebrauch, sie werden immer zusammen mit der Spritzpistole mit Nitroverdünnung ausgewaschen bis Reste das Gewebe dann doch so verklebt haben, das nix mehr läuft.


    Das Schmelzverfahren funktioniert auch mit anderen, größeren Plastikgefäßen wie z.B. Joghurtbecher oder Blumentöpfen (auch ein 10-Litereimer musste schon mal verwandelt werden). Meist sind für uns aber eher die kleinen Filmdöschen das Gefäß der Wahl. Wenn´s beim Fotoladen nicht mehr klappt, kann man sie auch kaufen: Die Montessori-Lernwelten haben da einiges im Angebot: 100 Stück ca. 10€.


    Und wer feines Gewebe sucht, eventuell für Laufstege etc, sollte mal bei den Ameisenfreunden reinschauen: www.antstore.net.


    Watt et so all jift?!

    @ Klaus: Danke, mehr Lob kann man nicht erwarten!


    Robert: Ich glaube, ich habe schon vor dem Bau recht klare Vorstellungen von dem was drauf soll. Was nicht bedeutet, dass das eine oder andere Detail wie der Aufstellungsort oder ein Gebäudetyp doch zugunsten einer besseren Lösung verworfen wird. Nach einer ergiebigen Bausession (das kann auch mal 8-12 Std "am Stück" sein), sitze ich dann mit einem "geistigen Getränk" vor dem Geschaffenen und gehe mit den Augen "spazieren". Und wenn ich dann zu dem Ergebnis komme: "Jau, genau so könnte es im Großen ausgesehen haben", dann bleibt es so. Meist fallen mir noch zahlreiche Kleinigkeiten auf, die möglichst am nächsten Tag noch angebracht werden. Ich finde Sonntage nicht gut: Da hat der Baumarkt und der örtliche Modellbahnhändler geschlossen!


    Es gibt noch viel zu tun! Meint Bruno - bob -