Beiträge von Bruno

    Hallo Landschaftsarchitekten,


    in Friedrichs letztem Beitrag fühle ich mich angesprochen als "Erfinder" des Pappplatteneinsatzes im Geländebau. Ich habe mal in meinen Fotobildern der vergangenen Jahrzehnte gestöbert und dabei einige Aufnahmen der Modulrohbauten wiedergefunden. Es sind Abzüge von Papierbildern aus den Jahren 1989 und 1990 die ich eingescannt und ein wenig bearbeitet habe; qualitätsmäßig natürlich nicht mit den heutigen "Elektrobildern" vergleichbar.


    Die ersten Aufnahmen zeigen die Erstellung der Grundlandschaft bei einer Schattenbahnhofseinfahrt. Das obere Teil ist zur Platzersparnis beim Transport abnehmbar ausgeführt.
    Ich habe Wellkarton in Streifen geschnitten und mittels einer Heißklebepistole an den Modulkanten und untereinander verklebt. Das geht schnell und wird sehr stabil. Auf dieses Grundgerippe habe ich dann stampig angerührten Gips aufgetragen. An einer Seite neben dem Tunnelportal habe ich dann gleich in den abgebundenen aber noch nassen und damit wenig festen Gips die Felsstrukturen mit einer Klinge eingearbeitet.


    Das Oberteil des Geländes entstand vollständig aus Wellpappe. Damit es nach dem Trocknen der Gipsschicht abnehmbar blieb, habe ich zwischen Unter- und Oberteil mehrere Unterlegscheiben gelegt und konnte so mit einer Fuchsschwanzsäge in die Fuge und die Teile voneinander trennen.






    Bei einem anderen Modul habe ich nachträglich noch eine mit einem engen Radius zu umfahrende Felsgruppe angebracht. Auch hier ist das Grundgerüst für die Kalksteinfelsennachbildung aus Pappstreifen, die mittels Heißkleber verbinden wurden. Die Zwischen räume habe ich dann mit Pappmaché ausgefüllt und mit einer Klinge in Form gebracht.





    Bei weniger wild bewegter Landschaft klebe ich einfach nur ein oder mehrere passend zugeschnittene Wellpappenplatten mit Heißkleber zwischen die Modulseitenwände. Leichte "Hügel" lassen sich mittels kleiner, nur die Oberseite der Wellpappe anschneidender Messerschnitte problemlos formen. Etwaige starke Spannungen in der Pappgeländehaut geben sich spätestens wenn feuchter Gips oder, noch besser, elastischer Fliesenkleber als Geländeoberhaut aufgetragen wird. Diese Schicht kann man am besten gleich mit brauner oder grüner Abtönfarbe kolorieren. Das (mein) Auge kann dann die Oberfläche wesentlich besser begutachten als es die reinweisse Oberfläche erlaubt.


    Auch nach fast einem Vierteljahrhundert wende ich diese Geländebauart noch an. Ein zwischenzeitlich Experiment mit Bauschaum auf Drahtgewebe hat mich nicht überzeugt. Und die Styrodur-Hartschaumplatten finde ich auch nicht besser. Hier all das teure Material wieder herunter zu säbeln macht nicht nur viel Arbeit und Abfall sondern geht auch überflüssigerweise ins Geld. Nacharbeiten mit Gips, Fliesenkleber o.ä. muss ich ja auch.


    Probiert´s mal aus! meint Bruno - bob -

    Hallo Landschaftsarchitekten,


    in Friedrichs letztem Beitrag fühle ich mich angesprochen als "Erfinder" des Pappplatteneinsatzes im Geländebau. Ich habe mal in meinen Fotobildern der vergangenen Jahrzehnte gestöbert und dabei einige Aufnahmen der Modulrohbauten wiedergefunden. Es sind Abzüge von Papierbildern aus den Jahren 1989 und 1990 die ich eingescannt und ein wenig bearbeitet habe; qualitätsmäßig natürlich nicht mit den heutigen "Elektrobildern" vergleichbar.


    Die ersten Aufnahmen zeigen die Erstellung der Grundlandschaft bei einer Schattenbahnhofseinfahrt. Das obere Teil ist zur Platzersparnis beim Transport abnehmbar ausgeführt.
    Ich habe Wellkarton in Streifen geschnitten und mittels einer Heißklebepistole an den Modulkanten und untereinander verklebt. Das geht schnell und wird sehr stabil. Auf dieses Grundgerippe habe ich dann stampig angerührten Gips aufgetragen. An einer Seite neben dem Tunnelportal habe ich dann gleich in den abgebundenen aber noch nassen und damit wenig festen Gips die Felsstrukturen mit einer Klinge eingearbeitet.


    Das Oberteil des Geländes entstand vollständig aus Wellpappe. Damit es nach dem Trocknen der Gipsschicht abnehmbar blieb, habe ich zwischen Unter- und Oberteil mehrere Unterlegscheiben gelegt und konnte so mit einer Fuchsschwanzsäge in die Fuge und die Teile voneinander trennen.






    Bei einem anderen Modul habe ich nachträglich noch eine mit einem engen Radius zu umfahrende Felsgruppe angebracht. Auch hier ist das Grundgerüst für die Kalksteinfelsennachbildung aus Pappstreifen, die mittels Heißkleber verbinden wurden. Die Zwischen räume habe ich dann mit Pappmaché ausgefüllt und mit einer Klinge in Form gebracht.





    Bei weniger wild bewegter Landschaft klebe ich einfach nur ein oder mehrere passend zugeschnittene Wellpappenplatten mit Heißkleber zwischen die Modulseitenwände. Leichte "Hügel" lassen sich mittels kleiner, nur die Oberseite der Wellpappe anschneidender Messerschnitte problemlos formen. Etwaige starke Spannungen in der Pappgeländehaut geben sich spätestens wenn feuchter Gips oder, noch besser, elastischer Fliesenkleber als Geländeoberhaut aufgetragen wird. Diese Schicht kann man am besten gleich mit brauner oder grüner Abtönfarbe kolorieren. Das (mein) Auge kann dann die Oberfläche wesentlich besser begutachten als es die reinweisse Oberfläche erlaubt.


    Auch nach fast einem Vierteljahrhundert wende ich diese Geländebauart noch an. Ein zwischenzeitlich Experiment mit Bauschaum auf Drahtgewebe hat mich nicht überzeugt. Und die Styrodur-Hartschaumplatten finde ich auch nicht besser. Hier all das teure Material wieder herunter zu säbeln macht nicht nur viel Arbeit und Abfall sondern geht auch überflüssigerweise ins Geld. Nacharbeiten mit Gips, Fliesenkleber o.ä. muss ich ja auch.


    Probiert´s mal aus! meint Bruno - bob -

    Hallo Peter,


    das mit dem Tiefgrund ist nur ein Geruchsproblem: Früher gab es solchen mit Alkohol als Lösungsmittel, aber der ist aus den Programmen der Baumärkte geflogen (dafür haben die heute wieder "Bioethanol" für die mow geschmackvollen Kamine auf Lager). Heute gibt es immer noch im Baumarkt den Tiefgrund "LH" losmittelhaltig mit Testbenzin als Lösungsmittel. Das trocknet nicht ganz so schnell und riecht eben nicht so "gut" wie Alkohol.


    Dem Funktionieren des Prinzips tut es aber keinen Abbruch.


    Probier´s aus! Gruß Bruno - bob -

    Hallo Holger,


    leider ohne Bild, versuche ich mal zu empfehlen: "Konstruiere" deine Heureihe aus den Fasern und fixiere sie dann durch Aufträufeln mit verdünntem lösungsmittelhaltigen Tiefgrund. Mit Spiritus verdünnt, ist der nicht so "schwer" wie wässriger Tiefgrund, "schwemmt" die Fasern nicht weg und lässt die "Fluffigkeit" bestehen. Eventuell nach dem "Anziehen" des Tiefgrunds noch mal mit einer Pinette das ganze auflockern.


    Versuch macht kluch (oder so ähnlich)



    Viel Erfolg und Grüße von



    Bruno - bob -

    Hallo Rainer,


    das mit den Senkkopfschrauben hatte ich auch mal gemacht: Schön gespachtelt und übergeschliffen. So sollte es sein.


    Das Erwachen kam aber sehr schnell: Die Kräfte, die auf den Senkkopf wirken, haben den schönen harten Spachtel abgesprengt, so dass die Schraubköpfe doch wieder zu sehen waren.


    Viel Arbeit für nix!



    Gruß Bruno - bob -

    Hallo Rainer,


    ich verwende M6x20 Schlüsselschrauben die ich in die Inneneckverstärkung aus einem 16 mm Tipla-Brettchen einschraube.


    Schlosssschrauben finde ich nicht so prall da sie aus der glatten Fläche der Modulseitenbretter rausstehen. Das mag zwar schick und akkurat aussehen, macht aber bei Schleifarbeiten auf der glatten Fläche Umstände da man gelegentlich noch mal zu Schleifpapier und Pinsel greift /greifen muss wenn die Module auf den Beinen stehen. Auch finde ich die 12 mm Seitenbretter allein zu "schlapp" um den Beinen mit 130 cm Länge ordentlich Halt zu geben.


    Gruß Bruno - bob -

    Hallo Jürgen,


    Keramin wird nach dem vollständigen Trocknen hart wie Porzellan. Mit Restfeuchte, wenn sich der feste Gießling in der Silikonform noch mit dem Handrücken noch feucht anfühlt, sind Hinterschneidungen beim Entformen gefährdet. Die flachen Formen von Spörle oder Langmesser sind da aber unproblematisch. Ich habe schon hunderte von Abgüssen aus den o.g. Formen ohne Probleme entformt und der Bruch ergibt sich erst beim Fallenlassen ;-))
    Die Ladestraße würde ich aber nicht "hohl" bauen sondern einen Unterbau aus Pappe oder Holz vorsehen. Auch Stützwände fertige ich so an, so dass die Gipsplatten flächig aufgeklebt werden können. Das gilt für meine Module die beim Transportieren doch einige Torsionskräfte aufnehmen müssen. Fest zu Hause mag mein Unterbauaufwand eventuell überflüssig sein.
    Für mich eröffneten sich mit den Spörleformen bis dahin nicht für möglich gehaltene Projekte.


    Probiert´s mal!


    Liebe Grüße


    Bruno - bob -

    Einfärben von Gips- oder Keramin- Giesslingen


    Hallo Foristi,


    Bei meinem Kokereiprojekt geht es schrittweise weiter (wenn es die anderen akuten Bauprojekte zulassen): Als Abschluss zur Modulvorderkante habe ich eine Straße vorgesehen, die mit einer Mauer das Werksgelände abgrenzt. Da bei Modulen ausreichender Platz eher Mangelware ist, beschränkt sich die „Straße“ auf die Darstellung eines 15 mm breiten Gehwegs. Damit sind die höheren und empfindlichen Strukturen, die Mauer, schon mal vom direkten „Strickjackenvorbeiwischer“ geschützt (aufgeschnappt: „ Der grösste anzunehmede „Paddel“ bleibt auch an einer gekachelten Wand hängen“).


    Aus Erfahrung klüger geworden, werde ich die Fußwegplatten aus Spörle-Formen anfertigen aber nicht aus Gips (der ist mir zu wenig „fest“) sondern aus dem stabileren Keramin (oder einer Masse mit ähnlichem Handelsnamen). Da auch bei diesem Material mit Kantenausbrüchen zu rechnen ist, habe ich vor, die an sich weisse Keramikmasse einzufärben und zwar in einem Farbton, der den Zementgehwegplatten nahekommt.


    Bisher habe ich die weissen Gießlinge mit Humbrolfarben nach dem Verlegen eingestrichen wobei erst jetzt die „Macken“ des Verlegens sichtbar wurden: Vor allem gibt es, bei den weissen Platten von mir kaum zu sehende, herstellungsbedingte Höhenunterschiede von einem zum anderen Plattenende, die an den Stoßkanten zu sichtbaren „Sprüngen“ führen. Ich habe es mir daher angewöhnt, die Platten nach dem Trocknen erst mal mit verdünntem Tiefgrund zu tränken (das sollte ein lösungsmittelhaltiger Tiefgrund sein, da er die feinen Gipsstrukturen nicht angreift; wenn man die getränkten Teile dann draussen austrocknen lassen kann, tut es auch der auf Testbenzinbasis, für drinnen empfehle ich den „Kronengrund“ der Fa. Jäger, der riecht nach Spiritus (daran sind wir ja eher gewöhnt ;-)) und leider auch nach Toluol). Was auch immer, ich verdünne die Tiefgründe vor dem Tränken der Platten ca mit der dreifachen Menge Spiritus (Bioethanol), dann zieht es gut in die Platten ein un hinterlässt keine glänzenden Oberflächen. Nach dem Trocknen kommt dann der Humbrol-Anstrich drüber. Ein Nebeneffekt: Der Kleber, mit der die Platten auf den Untergrund „getackert“ werden, verklebt nicht nur die erste Gips“schicht“ sondern hält die ganze „Masse“ fest im Griff. Ich verwende zum Befestigen der Gießlinge meist Montagekleber (den ich auch an den anderen Wochentagen verwende ;-)) ) oder Fugenacryl, das schon in grau erhältlich ist. Beide haben den Vorteil, daß die Platten im „Dickbett“ eingelassen werden. Im Gegensatz zu dem dünnflüssigen Ponal sind so mehr oder weniger große Höhenkorrekturen möglich.


    Die Nachteile der oben beschriebenen Methode sind: Die beim Verlegen meist notwendigen Schnittkanten sind immer noch weiss und müssen übergestrichen werden, die „im Laufe der Zeit“ abplatzenden Ecken und Bruchkanten leuchten unangenehm weiss hervor.


    Hier will ich mit meiner Direktfärbemethode Abhilfe schaffen.



    Im Fachhandel gibt es einen gefärbten Keramikfarbton: Terracotta. Aber wir wollen ja keine Blumentöpfe giessen, vielleicht ist diese Masse etwas für Abgüsse von Ziegelwänden. Leider sind mir keine weiteren Farbtöne bekannt, die im Handel zu erwerben sind. Vielleicht hat das Forum diesbezüglich umfangreichere Kenntnisse, für Informationen wäre ich dankbar.




    Im „Künstlerbedarfhandel meines Vertrauens“ habe ich Pigmentpulver gefunden, die ich probeweise in Kermikgiesslingen eingerührt habe: Siehe da: Es funktionierte ohne merkbare Verschlechterung der Festigkeit der Giesslinge oder der Abbindezeit der Massen. Jetzt ging es nur noch darum, einen (oder mehrere) geeignete Farbtöne zu „formulieren“.


    Zuerst habe ich ein jeweils abgewogenes Gemisch aus Eisenoxidschwarz und Ocker beigemischt. Der resultierende Farbton gefiel mir und so setzte ich zur „Serienproduktion“ der Gehwegplatten an. Leider gab es hier Probleme mit der Reproduzierbarkeit der Fabtöne.



    Obwohl die mir zur Verfügung stehende Waage auf 0,1 Gramm genau anzeigt, reicht der nächste „Sprung“ der Digitalanzeige auf den nächsten Wert schon aus, gerade beim stark färbenden Schwarzpigment merkbare Farbunterschiede zu erzeugen. Mal sehen, wie es im eingebauten und „gealterten“ Zustand der Platten zu bemerken sein wird.




    Leicht gefrustet sann ich auf Abhilfe! Kein Pigmentmischen mehr mit den Wäägeungenauigkeiten, also Beschränkung auf nur ein Pigment,


    Um die Farbwirkung zu testen, experimentierte ich mit folgenden Pigmenten:


    Eisenoxidschwarz in den Konzentrationen 0,25 und 0,5 % Pigmentzusatz,


    Eisenoxidsepia mit 1% und 2% Zusatz



    Die Abbildung zeigt die Tönwirkung der Pigmente im Vergleich zu unpigmentierten, weissen Gießlingen. Zunächst ist kaum Farbe im trockenen Gießling zu sehen. Das ändert sich aber, wenn der Gießling mit Tiefgrund getränkt wird: Jetzt tritt die Färbung deutlich hervor!


    In einem Teil des getränkten Bereiches habe ich meine Alterungsmethode angewandt: Ich streiche die Oberfläche zur Gänze mit einer dunkelgrauen, verdünnten Plakafarbe ein. Nach dem Durchtrocknen (vor allem der Fugen mit viel Plakamaterial) wische ich die Flächen mit einem Läppchen, das mit einer stark verdünnten Salmiaklösung wieder ab. Das Resultat gefällt mir ausgeprochen gut: Die tiefen Fugen behalten die Plakafarbe, auf den Flächen bleibt ein „Wisch“ als „Schmutz“ in den rauhen Oberflächen zurück. Die Versorgungsinfrastukturnachbildungen sollten vor dieser Behandlung ihre Farbe erhalten, sie werdenn gleich mitgealtert.
    (PS: Es muss „Plaka“ sein! Diese Farbe enthält Kasein (Milcheiweiss) als Bindemittel, das beim Trocknen wasserfest wird. Mit Salmiaklösung (echte Seife tut´s auch) wird nun die Oberfläche beim Wischen wieder chemisch „verändert“ und wasserlöslich; so lässt es sich wieder abwischen. In die tiefen Fugen kommt der Prozess so schnell nicht „rein“, hier bleibt die Farbe erhalten.)


    Hier noch mal die Ergebnisse im Detail:






    Das Einfärben der Keramikmasse


    Wenn es nicht auf einen reproduzierbaren Farbton ankommt:


    Das Pigmentpulver in das Mischgefäß geben, z.B. einen gestrichenen Teelöffel voll, etwas Wasser und einen Spritzer eines Zahnspülmittels hinzugeben und das Pigment gut im Wasser verteilen, „Restwasser“ zugeben.
    Jetzt portionsweise die Keramikmasse zugeben und jeweils gut durch Rühren die Pigmente verteilen.


    Fertig zum Giessen!


    Ich sehe hier einen sinnvollen Einsatz beim „Gipsen“ von Felspartien bei denen es eventuell auf kleine Farbunterschiede nicht ankommt.



    Um reproduzierbare Farbtöne zu bekommen, muss eine größere Menge der trockenen Keramikmasse eingefärbt werden. Hier reicht schon intensives Vermischen der Pulver mit einem Rührspatel oder einem Löffel.



    Möglichst sollte das Pulver an den Gefäßwänden „verrieben“ werden bis eine homogene Färbung erreicht wird. Nun sollten die einzelnen Partien den gleichen Farbton ergeben.


    Ich habe diese Methode bisher bis zu einem Kilo ausprobiert. Das Procedere ist aber noch stark entwicklungsbedürftig (bei mir war es eine staubige Sauerei).


    Mal sehen, vielleicht gehe ich noch im größeren Maßstab unter die „Gipsmischer“.



    „Es gibt viel zu tun. Packen wir´s an!“ (Esso? Oder Shell??)

    Hallo Lutz,


    wenn Du nur rechteckige Kästen bauen kannst, mag die schweißtechnich aufwändigere Ausführung nützlich sein. Zum Glück gibt es auch (großzügige) Kurvenmodule, und da sind die x-tausendfach hergestellten und eingesetzten Modulbeinflansche, mit Schlüsselschrauben in ein 16 mm Tischlerplatte geschraubt und innen in das Modul eingeklebt, einfach universeller verwendbar.


    Die Höhenjustierung mit der Flügelschraube enthebt uns aus der "Krabbelgruppe" (man wird nicht jünger). Am ausgeklappten Zollstock kann man gut den Einstellerfolg kontrollieren.


    Ich bin seit vielen Fremo-Jahren mit diesen Alu-Beinen in hundertfacher Anwendung sehr zufrieden. Auch wenn einige meinen. ein immer besseres Rad erfinden zu müssen.


    Musste ich einfach mal loswerden, tschulligung!


    Bruno - bob -

    Hallo Thorsten-M.


    auch ohne Luftpinsel kannst Du gerade Waggons prima altern. Du schriebst, dass Du schon selbst "Hand angelegt" hast. Zeig uns doch diese Arbeiten, dann können wir Dir leichter mit Korrekturen und Vorschlägen "unter die Arme greifen".


    "In freudiger Erwartung" verharre ich mit lieben Grüsssen


    Bruno - bob -


    Hallo Foristi,


    eigentlich wollte ich mit diesem Beitrag noch eine Weile warten, aber die Bilder im Hifo von „axel“ geben eine prächtige Steilvorlage um mein Modul mit der Nummer Boeb 629 vorzustellen.


    Aus einem „uralten“ Modulprojekt, der Schattenbahnhofsumfahrung „Ostende“, gab es, quasi als „Abfallprodukt“, ein Modul mit einem Tunnel. Damit es unabhängig von „Ostende“ eingesetzt werden können sollte, musste es um einen Teil mit einem weiteren „Normübergang“ erweitert werden. Aus dieser „Genese“ resultiert die etwas unübliche Geometrie des Moduls.


    Der Name „Rehsprungtunnel“ lehnt sich an den realexistierenden Hirschsprungtunnel an: Er war der mir damals bekannteste Kurztunnel und da sich auf Modulen systembedingt nur kurze Tunnel realisieren lassen, war ein direkter Bezug gegeben. Aber er ist natürlich noch kürzer als das namensgebende Vorbild; für einen Hirsch reicht es noch nicht, aber ein kleineres Reh tut´s doch auch.


    Hier nun einige Aufnahmen von der „Südseite“, mit Laubbäumen bestanden. Die kalte Nordseite mit Nadelbäumen habe ich bisher noch nicht fotografiert.


    Der „Gipfel“ über dem Tunnel ist abnehmbar. Aus Gewichtsgründen kamen keine zentnerschweren Gipsgiesslinge zum Einsatz sondern, nach dem Durchtrocknen leichtes, Pappmaché, direkt am Modul appliziert. Ich finde, es gibt die weichen Konturen eines gipsartigen Gesteins, wie es im Südharz vorzufinden ist, recht treffend wieder. In der Zeit der Entstehung des Moduls war Woodland Streumaterial noch „state of the art“, die Laubbäume sind mit Hekiflor belaubt. Basis des „Waldes“ sind mit Glyzerin dauerflexibilisierte Blütenstände des „Gemeinen Rainfarn“ (Tanacétum vulgare).


    Liebe Grüsse Bruno - bob -




    Hallo Foristi


    bei Drehscheibe-online sind im Historischen Forum gerade Tunnel an der Murgtalbahn zu sehen, die n.m.A. geradezu prädestiniert sind auf einer Modellbahn oder einem Modul verwirklicht zu werden.


    Am 15.3.2013 hat "axel" einen Faden "Murgtalbahn" in die Spinnmaschine eingefädelt.


    Die Bilder "schreien" in jeder Beziehung nach einer modellbahnerischen Umsetzung.


    Viel Spaß beim geniessen.


    Grüße Bruno - bob -

    . . . in dem dargestellten sommerlichen Umfeld??? Klimawandel schon durch?


    Ich würde die Körbe leer lassen. Und rotrostig streichen, Und vielleicht überkopf oder liegend anbringen; ggf. ein kleiner Kohlenhaufen daneben, so als Wintervorbereitung. Das bringt abwechslungsreiche Unordnung.


    Tschulligung, ich wollte doch nicht den Pauker raushängen lassen; aber manchmal geht es mit mir noch durch.


    Liebe Grüsse Bruno - bob -

    Moin Peter, schön, dass Dir mein Beitrag gefällt.
    Mit den Fotos ist das immer so ein Glücksspiel, auch mit den Elektrokameras. Das Betrachten vor Ort, am realexistierenden Objekt bei der vorgefundenen Beleuchtung gibt doch einen besseren Eindruck. Vielleicht könnte man als Profi der Bildbearbeitung da etwas machen, aber das übersteigt meine Fähigkeiten mit dem Bidlbearbeitungsprogramm; ist eh´schon frustrierend mit den Farb- und Kontrastmixern, Gamma und anderen Werten rumzuexperimentieren. In den Modulbildern nimmt die Ausleuchtung auch jeden Schatten aus den Schienenprofilen so dass sie "homogener" aussehen als sie wirklich sind. Wir sind halt (fast?) alle keine Profis am Sucher.
    Meine Empfehlung: Probieren, probieren, probieren . . .


    Viel Spass noch wünscht


    Bruno - bob -

    Hallo Foristi,


    ein endloses Thema bei Modellbahnern ist die „richtige“ Farbe des Gleises: Über Messing oder Neusilber brauche wir nicht zu diskutieren, da ist die Zeit drüber hinweggegangen. Aber brüniert oder lackiert, das ist immer noch eine Frage. Und wenn man sich für Lackieren entschieden hat, taucht eine massive Klippe in den modellbahnerischen Weltanschauungen auf: Welche Farbe soll es denn sein?


    Rost ! Natürlich! Aber da beginnt das Elend der nächsten Weltanschauungsunterabteilungen schon wieder: Rost ist nicht gleich Rost!


    Aber die Farbenhersteller haben doch Farbtöne mit der Bezeichnung „Rost“ im Angebot, zB. Humbrol mit der Nummer 113. Nun, wenn ich diese Farbe aufgestrichen und getrockenet betrachte, entspricht sie der landläufigen Vorstellung von diesem Eisenkorrosionsprodukt. Also ran ans Gleis damit! Nun ja, bei dieser Farbwahl wenden sich meine Augen gen´ Himmel: Wieder jemand, der leider nicht das Vorbild angeschaut hat oder solche Details geflissentlich übersehen hat.


    Nochmal: Rost ist nicht gleich Rost! Um das Modellbahnerauge zu schulen, habe ich vor einigen Jahren einmal den Rost aufgenommen, wie er wirklich an Bahnschienen zu finden ist. Ich habe seinerzeit direkt neben einem Industrieanschlussgleis gewohnt und aus meinem Fenster täglich den Anblick der Schienenprofile im Gleis verfolgen können.



    Hier das besagte Gleis an einem schönen Herbstnachmittag am Samstag (die Zustelleinheit ist schon am Vormittag unterwegs gewesen) über das werktäglich ca 100 Achsen hinundherrollen. Das Schienenprofil ist vor einigen Wochen ausgetauscht worden, ca 1 m neben dem Gleis liegt seit dem das alte Profil und rostet ebenfalls vor sich hin, ohne dass darüber Räder rollen und Stahlabrieb produzieren.



    Wie wir sehen, ist der Farbton dieser beiden Stahlprofile deutlich unterschiedlich!


    Ganz offenbar bestimmt das drüberrollende Rad mit seinem minimalen Abrieb nicht nur auf der Lauffläche des Profils für immer frischen Nachschub von Stahlstaub! Dieser blanke Stahlstaub (von der blanken Lauffläche und den Radreifen) wird also immer wieder neu zu rosten beginnen und dabei die Farbklaviatur der Eisenoxidfarbtöne durchlaufen.


    Der ganz frische Rost wie er sich zB auf der vor einigen Stunden noch stahlglänzen blanken Lauffläche nach wenigen Stunden gebildet hat, sieht eher gelb aus. Dieses Gelb wandelt sich in einem längeren Zeitraum über (rost)rot bis hin zum fast schwarzen Endstadium, wobei sich immer Mischfarbtöne herausbilden.



    Umsetzung ins Modell


    Ich habe einmal versucht, diese Rostfarbtöne aus den Modellfarbensortimenten herauszusuchen. Traditionell bin ich dem Hersteller Humbrol verbunden, da er mein Bastlerleben geprägt hat; immerhin hat(te) Humbrol das umfangreichste Farbtonsortiment. (Die anderen Hersteller wie Gunze, Tamija oder Vallejo um nur die wichtigsten zu nennen) gab es damals nicht bei uns zu kaufen. (Revell ist zwar auch ein Traditional, hat aber nur eine eingeschränkte Palette im Angebot, macht derzeit aber bei mir mit seinen wasserverdünnbaren Acrylfarben „Boden gut“, die schneller trocknen und so meiner Ungeduld entgegen kommen.)


    Außer von Gunze, von der ich das sechstöpfige Alterungsset verwende, habe ich fast keine Erfahrung mit den, bei Plastikmodellbauern so beliebten, Produkten der anderen Firmen. Mit nur ein oder zwei Gläschen würde ich nicht weit kommen, und ich möchte mir nicht noch eine oder gar mehrere Kollektionen der Firmen ins Haus holen (Ich finde so schon nix wieder ;-)) ). Sicher spielt die Wahl der Farbhersteller bei meinen Vorschlägen nur eine untergeordnete Rolle, die Farbtöne finden sich sicherlich auch in den Sortimenten der o.g. anderen Hersteller wieder.


    Damit ich mir nicht immer den Mund fusselig reden musste um den Zuhörern zu diesem Thema die Farbtöne zu beschreiben, habe ich meine favorisierten Farbtöne auf kleine Bleche aufgestrichen, die ich nach dem Durchtrocknen als Farbmuster mit „an´s Gleis“ nehmen konnte. Es handelt sich um den klassischen Rostton Humbrol 113, weitere Töne Humbrol 160, Hu 177 als Vertreter klassischer roter Rosttöne sowie das dunkelbraune Hu 170 und von Testors (via Faller) den Ton 1563 „Rubber“. Als Vertreter des frischen Rostes wählte ich Humbrol 29 (dark earth) aus. Den Farton Humbrol 98 „chocolat“ habe ich als Favorit für Holzschwellen mit dazu genommen.


    Im nächsten Bild ist zu sehen, dass die roten Rosttöne gar nicht dem bei meinem (vor`m Haus-)Gleis vorgefundenen realen Rostton entsprechen! Die beste Übereinstimmung ergab sich mit dem Farbton 170.


    Der frische gelbe Rost auf der Lauffläche stimmt gut mit dem Farbton 29 überein (hier leider nicht so gut nachzuvollziehen).



    Um die der Witterung ausgesetzten Holzschwellen farblich zu typisieren, habe ich die Töne Hu 98 und Testors 1583 einmal zum Vergleich aufgelegt. Im zweiten Bild auch in angefeuchteter Form, da die matten Oberflächen durch unterschiedliche Lichtbrechungen den Farbton nur unzureichend vergleichen lassen. Ich finde, das Hu 98 kommt hier der Farbe der Schwellen schon recht nahe, mit einem zusätzlichen „Weathering“ der lackierten Schwellen auf dem Modul mit einem grauen Farbton ist man schon „nah dran“.



    Nun zum Farbton der unbenützten Schienenprofile, die still vor sich hin oxidieren können:




    Hier haben die roten Rosttöne durchaus ihre Berechtigung. Mit einem „Wash“ mit schwarz oder dunkelbraun kann man so unterschiedlich alte abgelegte Stahlteile realitätsnah behandeln.



    Mein Fazit:
    Ich habe mich bei meinen Modulen (andere Modellbahnen habe ich nicht) für die folgenden Farbgebungen entschieden:


    Vielbefahrene Hauptgleise, bei denen immer frischer Stahlstaub übergepudert wird, lackiere ich mit Humbrol 29 „dark earth“.


    Nur gelegentlich (1 -2 x am Tag) befahrene Gleise: Humbrol 170



    Selten befahrene Gleise wie Gleisenden vor dem Prellbock, Anschlussgleise, den Prellbock selbst: Testors 1573 „rubber“


    Gleisstapel die auf ihren Einbau warten: Humbrol 113


    Für die Schwellen habe ich mich entschieden: Humbrol 98 bei Holzschwellen,
    Für Betonschwellen Revell 75.


    Das Schwellenrost lackiere ich nach dem Verlegen des Gleises mit meiner Spritzpistole (SATA Dekorierpistole mit 0,2 Düse, 1 bar Druck) einschließlich der Profile. Nach dem An- oder Durchtrockenen spritze ich die Profile dann mit sehr wenig Druck (0,2 bar) und einem Düsenabstand von wenigen cm von beiden Seiten. So werden die Schienenprofile und Kleineisen und das direkte Schwellenumfeld, auf das natürlich auch der Stahlabrieb rieselt, im gewünschten Farbton eingefärbt. Ich klebe das Umfeld der Profile nicht ab, der Overspray nuanciert die Schwellen mit einem leichten Farbnebel. Nach dem Durchtrocknen reibe ich die Schienenprofile mit dem ROCO-Rubber blank. Der Abrieb kann zwischen die eventuell zwischenzeitlich geschotterten Schotterkörner fallen und hier bleiben!


    Die unterschiedliche Farbgebung der Gleise in Verbindung mit verschiedenen Schotterfarben und- körnungen bringen gerade in umfangreichen Gleisfeldern eines Bahnhofs ein abwechslungsreiches Bild. Den Augen der Betrachter wird durch dadurch die Bedeutung der einzelnen Gleise unterschwellig vermittelt:


    Das/die durchgehende(n) Streckengleis(e) mit „frisch“ grau geschottertem Betonschwellengleis und gelbem Rost, die Nebengleise auf Holzschwellen, je nach ihrer Bedeutung gelb oder braun (170) gefärbt, Anschließer, Ladestraße usw. in „rubber“ geben ein abwechslungsreiches Bild der Bahnanlagen. Ein bischen grüne oder braune Vegetation zwischen den Schwellen und den Gleisen, mehr oder weniger üppig in den hinteren Abstellgleisen, überrankte Prellböcke, was will man mehr?


    Man kann das ganze noch weiter treiben: An Bahnsteigen, vor Signalen an denen viele Bremsbacken ordentlich Stahlabrieb hervorbringen, wird auch das gesamte Gleisbett stark gerostet aussehen während das vorbeiführende Parallelgleis nur „normal“ coloriert ist.


    Zur modellbahnerischen Verdeutlichung des oben Philosophierten ein paar Abbildungen aus meinem bisherigen Schaffen:










    Vielleicht könnt ihr´s gebrauchen?


    Liebe Grüsse Bruno - bob -

    Hallo liebe Mitforisti,


    heute ist Compostertag! Ich habe mal ein wenig mit meinem Bildverarbeitungsprogramm (Photoshop 5.0 LE) rumgemacht nachdem ich mich telefonisch bei einem, der´s wissen muss, kundig gemacht habe:



    Es ist mir gelungen, mehrere Bilder zusammen einzustellen. Ich finde das gut für kurze Sequenzen die zB. einen Arbeitsfortschritt nachvollziehen sollen oder, wie in diesem Fall, eine kleine Kollektion von Fahrzeugen vorstellen soll ohne sie (die Fahrzeuge) durch das große Format zu sehr in den Fokus der Betrachtung zu stellen.


    Mal sehen, wie ich diese neuerworbene Fähigkeit in meinen nächsten Beiträgen einsetzen kann. Bei Bedarf kann ich ja mal eine "Kochanleitung" hier im Forum vorstellen.


    Zunächst geht aber mein Dank an alle. die meine ersten Beiträge so wohlwollend kommentiert haben.


    Jetzt ist aber erst mal Schluß mit dem Herumgehocke am Composter. So geht der Baufortschritt nicht weiter.


    Ich melde mich wieder in den nächsten Tagen.


    Alles Gute an alle übers Wochenende wünscht



    Bruno - bob -

    Hallo Boscho, hallo Rainer,


    vielen Dank für die Informationen, habe ich gleich mal ausprobiert und siehe da! Der Gleisplan füllt den Bildschirm aus! Watt wolle mer mehr?! (Und erspart mit "Denkarbeit" bei der Formatierung; dann bleibt es universell bei 1300 Pixeln in der Breite.)


    Mein gestalterisches Grundproblem bleibt aber: Ich fände es schön, dem Lesefluss angemessen und weniger platzraubend, wenn zB. die Wagenbildchen nebeneinander angeordnet wären, so quasi als "kleiner Film". Vielleicht muss ich so etwas schon im Vorfeld mit dem Bildbearbeitungsprogramm machen? Wer hat Ahnung davon mit Photoshop?


    Nun ja, ich will nicht weiter meckern, immerhin haben wir heutzutage tolle Möglichkeiten uns schnell und in Farbe auszutauschen.


    Es freut mich, wenn ich Dir, und natürlich auch allen anderen, vielleicht ein wenig grundsätzliche Planungshilfe geben kann (Merke: Einmal Pauker, immer Pauker, aber hoffe, das ich den Ex-Pädagogen nicht allzu deutlich und zu oft raushängen lasse.)


    Es gibt viel zu tun! Gruß Bruno - bob -


    (PS: Da sch ich doch gleich mal nach!)


    Dass in einer Kokerei der Brennstoff Koks (nicht die umgangssprachlich so genannte Rauschdroge) produziert wird, ist den meisten wohl bekannt.


    Den Herstellungsprozess werde ich hier nur insoweit Darstellen, wie er für die Umsetzung einer Kokerei im Modell erforderlich ist. Genaueres lässt sich bei Wikipedia in einer allgemeinverständlichen Aufarbeitung nachlesen wobei ich mir an der einen oder anderen Stelle doch ein wenig mehr „Tiefe“ oder „Butter bei die Fische“ (wie man hier im Norden sagt) gewünscht hätte.


    Ganz kurz also die Anforderungen an die Modellumsetzung: Kohle komt rein, wird in der Koksbatterie zu Koks und geht als solcher wieder raus. Als modellbahnrelevantes Nebenprodukt entstehen aus ca 5% der eingesetzten Kohle die Nebenprodukte Teer und Benzol sowie ebenfalls ca 5% Ammoniak („Salmiak“).


    Der Verkokungsvorgang dauert bei meiner Ofenkonstruktion ca 33 Stunden. Das hat Folgen für die benötigten Waggons mit Kohle und davon abhängig auch für das Endprodukt Koks und die Nebenprodukte.


    Meine Kokerei BREMA hat 33 Einzelöfen, die in einer Koksbatterie angeordnet sind; daraus folgt, dass praktisch jede Stunde ein Ofen geleert und schnellstens wieder gefüllt werden muss.




    Der Gleisplan.



    Meine Ofengröße ist so bemessen, dass das Volumen eines Om-Wagens hinein passt, so ca 20 Tonnen. Bei stündlicher Ofenbeschickung werden also pro Tag 24 Wagen mit Kohle benötigt. Ich möchte mich da gar nicht in Spitzfindigkeiten bzgl Om oder Omm Wagen verlieren. Da Sonntags nicht angeliefert wird, können wir also mit ca 30 Wagen täglich rechnen.


    30 Waggons mit ca 10 cm Wagenlänge ergeben also einen Zug von 3 bzw 3,3 (mit Lok) Metern Länge (wenn von einem Ganzzug ausgegangen wird). Das sind beim FREMO durchaus übliche Zuglängen. Die Gleisanlagen auf BREMA sind auf diese 3 m Zuglänge ausgelegt, dh, die Gleise 1 und 2 können mit diesen Zügen belegt werden und die Zuglok hat noch die Möglichkeit sich aus dem „Gefängnis“ vor dem Prellbock zu befreien.


    Je nach dem, wie der FREMO-Fahrplanmacher es für gut befindet, kann auf dem zweiten Gleis die Leergarnitur vomVortag wieder zurückgeführt werden oder die Zuglok nimmt befüllte Waggons mit Koks und/oder Nebenprodukte mit (dazu später mehr).


    BREMA ist nur einseitig angeschlossen. Das spart eine (oder sogar zwei) Weichenstraßen zur Anbindung an eine parallel verlaufende Strecke, was ein (oder zwei) weitere Module erfordern würde. Außerdem braucht die vorbeiführende Strecke (oder gar ein „Bahnhof“) natürlich Platz, so dass das gesamte Konstrukt der Kokerei sehr breit werden würde; zudem wäre die Zugänglichkeit der Gleise auf denen rangiert werden muss, erschwert. BREMA ist so angelegt, dass die Bedienung durch Personal nur von einer Seite erfolgt, die andere Seite ist durch die Gebäude eh´ verdeckt so dass hier liegende Gleise nur schwer zugänglich wären (in unserem Alter taucht man nicht mehr so gern allzu häufig unter den Modulen durch ;-)).



    Der Anschluss im FREMO-Arrangement erolgt in dieser Form als Awanst über einen Abzweig an freier Strecke oder einem Anschlussgleis in einem Bahnhof (ich habe so etwas bei meinem Bahnhof „Geesthaven“ vorgesehen (siehe meinen letzten Beitrag). Sinnvoll wären noch ein oder zwei Streckenmodule bis zum Abzweig um ggf. ein wenig mehr Ziehgleis zur Verfügung zu haben; sonst wird es eine arge Hobelei im Werk.



    Ist der Kohlenzug eingetroffen, die Zuglok über das Verkehrsgleis wieder auf das Ausfahrgleis verholt, beginnt die Arbeit für die Kokereilok. Der eingetroffene Zug kann nur in Teilen á 8 Wagen unter die Enleerung vor der Koksrampe gestellt werden. Hier fährt eine Greiferkatze über die Wagons und füllt die Kohle in den Kohlenbunker. (Diese Art der Entladung schließt also OOt-Wagen aus.) Ich habe angenommen, dass die Entladung eines Waggons ca 30 Minuten dauert, die 8 Wagen also in einer halben Arbeitsschicht entleert sind. Die geräuschvolle Entleerung wird nur in der Früh- und Spätschicht durchgeführt um die direkten Anwohner nicht um ihre Nachtruhe zu bringen (Samstags ist nur die Frühschicht beim Entleeren, Sonntags ist Ruhetag).


    Einschub: Die Kokerei BREMA befindet sich nicht auf der grünen Wiese, da hätte man (ich) wesentlich großzügiger planen können, so dass das Hinundherhobeln mit Teilzügen nicht erforderlich wäre. In der Entstehungszeit der Kokerei, so um 1905, hat man noch wesentlich kleiner geplant, Arbeitskräfte waren reichlich und billig vorhanden. so dass die arbeitsintensive Rangiererei kaum ins Gewicht fiel. Die Module stellen die eng benachbarte städtische Bebauung (leider) nur ansatzweise dar, aber nicht nur der Platz ist in unseren Räumlichkeiten begrenzt. In dieser stadtnahe Lage finden sich auch die Abnehmer für das ebenfalls entstehende Kokereigas = Stadtgas.


    In der Zwischenzeit kann sich die Lokmannschaft nicht ausruhen: Der entstandene Koks muss abtransportiert werden. Dafür wären ca 25 Waggons erforderlich. Welche Waggontype zum Einsatz kommt, habe ich noch nicht entschieden. Hier könnten neben Omm-Wagen nun OOt zum Einsatz kommen aber auch die Kübelwagen wären denkbar. Befüllt werden die Wagen unter dem Koksbunker und der angeschlossenen Sieberei. Denkbar wäre, dass BREMA einen Spezialkoks produziert, der zB. für metallurgische Anwendung geeignet ist und daher in Spezialwagen (KK, KKt) witterungsgeschützt transportiert werden muss. Auch eine staubfeine Vermahlung für Filterzwecke wäre denkbar, so dass auch Kd-Wagen befüllt werden könnten.



    Daraus folgt, dass es nicht erneut ein Ganzzug sein muss, der die Kokerei verlässt. Die unterschiedlichen Ausgangsprodukte können an ganz unterschiedliche Ziele geliefert werden so dass kleinere Wageneinheiten die Kokerei verlassen könnten um beispielsweise an jeder Ladestraße den örtlichen Brennstoffhandel zu versorgen. So hat auch der benachbarte Bahnhof etwas zu tun ;-).


    Bleiben noch die Nebenprodukte Teer/Benzol und Ammoniak. Sie betragen jeweil ca 5% der eingesetzten Kohle. Berechnen wir also einfach mal:



    30 x 20 Tonnen = 600 Tagestonnen Kohle


    Davon 5% ergeben jeweils 30 Tonnen davon. Zum Abtransport zum Aufarbeiter, der VfT (Vereinigung für Teererzugnissse) in Bochum(?) wären also täglich 2 – 3 Kesselwagen für Teer notwendig.


    Um die Teeranteile aus dem Gas auswaschen zu können, gibt es die röhrenförmigen Gaswäscher durch die das Rohgas nach dem Abkühlen im Gaskühler geleitet wird bevor es im Gasometer aufgefangen wird. Im Gaswäscher wird sog. „Waschöl“ eingesetzt um die klebrigen Teerprodukte auszuwaschen. Von Zeit zu Zeit muss dieses, wohl auch bei der VfT, gereinigt werden. Auch dafür werden Kesselwagen gelegentlich benötigt (ob die dann wieder mit Rohteer zurückgehen können entzieht sich meiner Kentnis).


    Das Ammoniak wird nicht als Salmiaklösung verkauft, es wird mit Schwefelsäure neutralisiert, das Ammonsulfatsalz und dann getrocknet und abgesackt. Die Kokerei bekommt also gelegentlich auch Besuch von einem Säurekesselwagen. In G-Wagen könnte das Sackgut abgefahren werden.


    Hier fehlt leider die Aufstiegsleiter




    Säuretopfwagen kommen viel zu selten zum Einsatz


    Die Nebenprodukte werden an einem Stichgleis abgefüllt, das über eine Waggondrehscheibe zugänglich ist. Diese Drehscheibe ist für 4,5 m Achsstand ausgelegt, so dass nur entsprechende Kesselwagen bzw, G-Wagen eigesetzt werden können. Zahlreiche Kesselwagen diverser Modellbahnhersteller kommen dafür in Frage und bei den G-Wagen sind natürlich G10 und G20 passend.



    Die Wagondrehschceibe im "Umfeld"


    Ein Wagen mit 4,5 m Achsstand




    Der Landabsatz, also die Abfuhr über die Straße, spielt nur eine untergeordnete Rolle und geht in die Rechnungen nicht ein.


    Rege Betriebsamkeit also auf den Gleisen von BREMA!


    Als Werklok soll eine Elna (Weinert) zum Einsatz kommen, „ergänzt“ durch eine DH 500 (Hobbytrain). Das Wagenmaterial wird natürlich aus dem „FREMO-Pool“ stammen, wobei Friedrich schon mal die Hauptmenge der schön gealterten O-Wagen stellen kann. (Vielleicht stellt er sie ja mal hier im Forum vor?)


    Zugloks der Übergaben können alle passenden Güterzugloks sein, die Ziehgleismöglichkeiten lassen 44er und 50er zu. Natürlich können auch andere Lokgattungen und auch Tenderloks die Übergaben vom benachbarten Bahnhof die An-und Abfuhr übernehmen.


    Hier ein Überblick über die "Chemieseite" der Kokerei


    Ich freue mich schon auf dem ersten (hoffentlich funktionierenden) Einsatz auf einem FREMO-Treffen! (Angepeilt: Herbsttreffen in Pegnitz.)


    So, das soll es für heute mal gewesen sein.


    Eigentlich wollte ich die kleinen Bilder nebeneinanader platzieren aber irgendwie gelingt mir das nicht. (Tipp dazu?)


    Viel Spaß beim Nachvollziehen!


    Grüsse an alle, Bruno - bob -


    (PS: Irgendwie ist diese Arbeitsfläche für mich noch gewöhnungsbedürftig! Warum ist das jetzt kleiner als der Rest? Merkwürdig! Auch der Gleisplan sollte eigentlich über die gesamte Bildschirmbreite zu sehen sein; welche Pixelanzahl wäre das? Bitte um Nachhilfe!)

    Hallo Forum!



    In meinem Einstiegsbeitrag hatte ich es schon angedeutet: Seit vielen Jahren gehe ich mit dem Projekt einer Kokerei im Modell schwanger. Angeregt dazu wurde ich durch das "Studium" eines Grundwerkes vom F. M. Ress, "Grundlagen der Kokereitechnik" aus dem Jahr 1959. In den 70ern habe ich mir mit den damals mir zur Verfügung stehenden Mitteln die für meine Modellvorstellungen sinnvollsten Abbildungen herausfotografiert (heute weiss ich, es waren zu wenig). Im verdunkelten Küchenfotolabor habe ich dann mehr schlechte als rechte Abzüge davon angefertigt. Bis heute sind diese Bilderalben immer wieder Motivation gewesen mich "alle Jubeljahre" mit dem Bleistift an einer Modellumsetzung zu versuchen. Meist scheiterten diese Entwürfe daran, dass sie zu groß wurden und neben meinen modulbahnerischen Aktivitäten mit einem anderen Großprojekt (Bahnhof "Brebeck", viele FREMOikaner kennen, lieben oder hassen ihn ;-) ) aufbewahrungsmäßig und vor allem transportmäßig zu umfangreich wurden.


    Nachdem ich Brebeck aus logistischen Gründen auf´s "Abstellgleis" geschoben habe, ist nun der Kopf und der Transportraum wieder frei um die 25 Jahre schlummernde Idee wieder aufleben zu lassen.


    Abgeklärt durch die "Altersweisheit" gerät das Projekt "Kokerei Brema" nun auch eine Nummer kleiner; meine Vorgabe ist, mit der Kokerei auch ohne Anhänger, nur im Großraumkombi (Caddy maxi) zu Fremotreffen zu reisen. Der erste "Ausritt" nach Pegnitz im Herbst wird zeigen, ob die Theorie die Wirklichkeit trifft.


    Seit mehr als 20 Jahren liegen die für mich wesentlichen Bauteile meiner Kokerei schon vor: Die in größerer Zahl benötigten Türen der Koksöfen, die Gasvorlagen über jeder Ofenkammer und die Fülldeckel in der Ofendecke. Rolf Weinert hat sie mir seinerzeit aus den Fotos und Bleistiftskizzen von mit als Vorlage angefertigt.




    In den folgenden Jahren habe ich aus den Türen schon mal ein "Rohmodell" der Ofenbatterie aus Sperrholz und Leisten angefertigt um für die "Bleistiftprojekte" schon mal einen Platzhalter zu haben. Dieser Platzhalter gibt auch die notwendige Breite, oder besser: Modultiefe, vor, die Länge der Modulkästen soll meinem "Standardmaß" entsprechen. So ergaben sich die Maximalmaße der Modulkästen mit maximal 145 cm Länge und 83 cm Tiefe. Damit entsprechen sie den Maßen meiner "Parallelbetriebsstelle", dem Bahnhof "Geesthaven", um eventuell im Anhänger passend stapelbare Kästen zu haben.



    Bild: Kartonplan Eine erste konkrete Machbarkeitsstudie


    Die altersweisheitgeschrumpfte Planung sieht nun die Kokerei nicht mehr als "Vollbahnhof" mit allem drumunddran vor, sondern als Anschluss an einen Bahnhof oder an einem Abzweig auf freier Strecke. In einem Fall kann das eben auch mein Geesthaven sein. Damit so ein Anschluss nicht allzu raumgreifend quer zur Strecke oder zum Bahnhof steht, habe ich die Kokereimodule in eine 45° Kurve gelegt, das macht zwar mehr Arbeit beim Kastenbauen und Gleisverlegen, sieht aber auch viel gefälliger (weniger starr) aus.



    Die Kokerei an einem Abzweig in Geesthaven



    An einem der wenigen trockenen Sommertagen im letzten Jahr habe ich dann die Sperrholzplatten mit einer FESTO Kreischsäge an der Führungsschiene auf dem Hof zugesägt. Mittlerweile bin ich (aus Leid geprüft) auf einen Leichtbau der Modulkästen übergegangen: Die "Platte" besteht aus 6 mm Pappelsperrholz, die im Modulinneren durch "Stringer" stabilisiert wird. Die Seitenwände der Kästen bestehen aus 8 mm Pappelsperrholz, die Stirnwände, die ja beim Zusammenbau miteinander verschraubt werden, aus 16 mm Tischlerplatten (Stäbchenlage in Längsrichtung); die geben genug "Fleisch" zum Verschrauben der Kästen mit den 8 mm Schrauben. Die "Stringer" unter der Platte bestehen ebenfalls aus 8 mm Sperrholz, sie werden erst nach dem Verlegen der Gleise ( da weiss man, wo die Weichenantriebe hingehören) mit Ponal verklebt und von oben mit 2 mm Spaxies verschraubt (kann man nach dem Abbinden wieder Recyceln). DIe Stirn und Seitenwände wurden ebenfalls mit 2 x 25 mm Spaxies (ca alle 10 cm) ohne Verkleben verschraubt (Diese Schrauben bleiben natürlich drin!). Wenn die Platte mit 2 mm vorgebohrt wird, lassen sich die Schrauben ohne seitliches Ausbrechen problemlos einschrauben. Die Seitenwände sind 104 mm hoch, so dass sich mit der draufliegenden Platte eine Gesamthöhe von 11 cm ergibt. Die Eckverbindungen erhalten aus 16 mm Tischlerplatte in der Größe von 104 x 200 mm eine Beinaufnahme für die Modulbeinflansche, die an den Seitenwänden flächig mit Ponal verklebt werden und mit der dicken Stirnwand mit 3,5 x 45 Spaxies verschraubt werden. Das ergibt insgesamt eine sehr stabile Eckverbindung. Ach ja, die Eckverstärkungen habe ich im passenden Winkel von 7,5 ° geschnitten so dass sie sich gut in die Ecke schmiegen. Die 8 mm Sperrholzseitenwände habe ich ein wenig überstehen lassen und mit der Raspel und dem Schmirgelkissen auf Winkel gebracht. (Merke grade, dass die Stirnbretter ebenfalls an den Seiten "auf Winkel" geschnitten wurden.) Zum Schluss habe ich unten innen an die Modulseitenwände Leisten von 13x20 mm geklebt. Beim Festzwingen der Leisten zum Trocknen habe ich außen ein Alu-Modulbein mit verzwungen, das verteilt den Zwingendruck auf die Fläche/Länge und gibt eine schöne gerade Seitenwand ohne Wellen. ("Natürlich" habe ich von diesen "niederen Arbeiten" KEINE Fotos")





    In der Garage wurden nun die Module auf den kurzen "Arbeitsbeinen" (100cm hoch) zusammengestellt, ausgerichtet und verschraubt.


    Nun kann es mit dem losgehen, was mit am meisten Spaß macht bei der Modellbahn: Dem Gleisverlegen!




    Dazu im nächsten Beitrag mehr!

    Hallo Peter,


    Volltreffer! Es ist die Ausdrückmaschine (M)einer Kokerei.




    Hier mal schnell ein Bild in typischem Umfeld:



    Die Aufstellung ist so nätürlich noch nicht endgültig; da muss noch ein wenig durchgestaltet werden.


    Und der besseren Einordnung halber eine Übersicht über die Kokerei:



    Das ist der bisherige Zustand: Die großen Gebäude sind zumindest volumenmäßig fertig und harren der weiteren Bearbeitung. Erste Eingriffe in das Gleisbild sind auch schon vorgesehen um besser "spielen" zu können.


    Tja, wie mache ich nun hier weiter? Am besten spinne ich einen neuen Faden, oder besser zwei: Einen für die Vorstellung der Ausdrückmaschine und einen weiteren für das "Gesamtwerk" der Kokerei. (Ich üb´ ja noch, so einfach ist das hier nicht für einen Oldie.)


    Beste Grüße, bis bald!


    Bruno - bob -