Beiträge von Bruno

    . . . in dem dargestellten sommerlichen Umfeld??? Klimawandel schon durch?


    Ich würde die Körbe leer lassen. Und rotrostig streichen, Und vielleicht überkopf oder liegend anbringen; ggf. ein kleiner Kohlenhaufen daneben, so als Wintervorbereitung. Das bringt abwechslungsreiche Unordnung.


    Tschulligung, ich wollte doch nicht den Pauker raushängen lassen; aber manchmal geht es mit mir noch durch.


    Liebe Grüsse Bruno - bob -

    Moin Peter, schön, dass Dir mein Beitrag gefällt.
    Mit den Fotos ist das immer so ein Glücksspiel, auch mit den Elektrokameras. Das Betrachten vor Ort, am realexistierenden Objekt bei der vorgefundenen Beleuchtung gibt doch einen besseren Eindruck. Vielleicht könnte man als Profi der Bildbearbeitung da etwas machen, aber das übersteigt meine Fähigkeiten mit dem Bidlbearbeitungsprogramm; ist eh´schon frustrierend mit den Farb- und Kontrastmixern, Gamma und anderen Werten rumzuexperimentieren. In den Modulbildern nimmt die Ausleuchtung auch jeden Schatten aus den Schienenprofilen so dass sie "homogener" aussehen als sie wirklich sind. Wir sind halt (fast?) alle keine Profis am Sucher.
    Meine Empfehlung: Probieren, probieren, probieren . . .


    Viel Spass noch wünscht


    Bruno - bob -

    Hallo Foristi,


    ein endloses Thema bei Modellbahnern ist die „richtige“ Farbe des Gleises: Über Messing oder Neusilber brauche wir nicht zu diskutieren, da ist die Zeit drüber hinweggegangen. Aber brüniert oder lackiert, das ist immer noch eine Frage. Und wenn man sich für Lackieren entschieden hat, taucht eine massive Klippe in den modellbahnerischen Weltanschauungen auf: Welche Farbe soll es denn sein?


    Rost ! Natürlich! Aber da beginnt das Elend der nächsten Weltanschauungsunterabteilungen schon wieder: Rost ist nicht gleich Rost!


    Aber die Farbenhersteller haben doch Farbtöne mit der Bezeichnung „Rost“ im Angebot, zB. Humbrol mit der Nummer 113. Nun, wenn ich diese Farbe aufgestrichen und getrockenet betrachte, entspricht sie der landläufigen Vorstellung von diesem Eisenkorrosionsprodukt. Also ran ans Gleis damit! Nun ja, bei dieser Farbwahl wenden sich meine Augen gen´ Himmel: Wieder jemand, der leider nicht das Vorbild angeschaut hat oder solche Details geflissentlich übersehen hat.


    Nochmal: Rost ist nicht gleich Rost! Um das Modellbahnerauge zu schulen, habe ich vor einigen Jahren einmal den Rost aufgenommen, wie er wirklich an Bahnschienen zu finden ist. Ich habe seinerzeit direkt neben einem Industrieanschlussgleis gewohnt und aus meinem Fenster täglich den Anblick der Schienenprofile im Gleis verfolgen können.



    Hier das besagte Gleis an einem schönen Herbstnachmittag am Samstag (die Zustelleinheit ist schon am Vormittag unterwegs gewesen) über das werktäglich ca 100 Achsen hinundherrollen. Das Schienenprofil ist vor einigen Wochen ausgetauscht worden, ca 1 m neben dem Gleis liegt seit dem das alte Profil und rostet ebenfalls vor sich hin, ohne dass darüber Räder rollen und Stahlabrieb produzieren.



    Wie wir sehen, ist der Farbton dieser beiden Stahlprofile deutlich unterschiedlich!


    Ganz offenbar bestimmt das drüberrollende Rad mit seinem minimalen Abrieb nicht nur auf der Lauffläche des Profils für immer frischen Nachschub von Stahlstaub! Dieser blanke Stahlstaub (von der blanken Lauffläche und den Radreifen) wird also immer wieder neu zu rosten beginnen und dabei die Farbklaviatur der Eisenoxidfarbtöne durchlaufen.


    Der ganz frische Rost wie er sich zB auf der vor einigen Stunden noch stahlglänzen blanken Lauffläche nach wenigen Stunden gebildet hat, sieht eher gelb aus. Dieses Gelb wandelt sich in einem längeren Zeitraum über (rost)rot bis hin zum fast schwarzen Endstadium, wobei sich immer Mischfarbtöne herausbilden.



    Umsetzung ins Modell


    Ich habe einmal versucht, diese Rostfarbtöne aus den Modellfarbensortimenten herauszusuchen. Traditionell bin ich dem Hersteller Humbrol verbunden, da er mein Bastlerleben geprägt hat; immerhin hat(te) Humbrol das umfangreichste Farbtonsortiment. (Die anderen Hersteller wie Gunze, Tamija oder Vallejo um nur die wichtigsten zu nennen) gab es damals nicht bei uns zu kaufen. (Revell ist zwar auch ein Traditional, hat aber nur eine eingeschränkte Palette im Angebot, macht derzeit aber bei mir mit seinen wasserverdünnbaren Acrylfarben „Boden gut“, die schneller trocknen und so meiner Ungeduld entgegen kommen.)


    Außer von Gunze, von der ich das sechstöpfige Alterungsset verwende, habe ich fast keine Erfahrung mit den, bei Plastikmodellbauern so beliebten, Produkten der anderen Firmen. Mit nur ein oder zwei Gläschen würde ich nicht weit kommen, und ich möchte mir nicht noch eine oder gar mehrere Kollektionen der Firmen ins Haus holen (Ich finde so schon nix wieder ;-)) ). Sicher spielt die Wahl der Farbhersteller bei meinen Vorschlägen nur eine untergeordnete Rolle, die Farbtöne finden sich sicherlich auch in den Sortimenten der o.g. anderen Hersteller wieder.


    Damit ich mir nicht immer den Mund fusselig reden musste um den Zuhörern zu diesem Thema die Farbtöne zu beschreiben, habe ich meine favorisierten Farbtöne auf kleine Bleche aufgestrichen, die ich nach dem Durchtrocknen als Farbmuster mit „an´s Gleis“ nehmen konnte. Es handelt sich um den klassischen Rostton Humbrol 113, weitere Töne Humbrol 160, Hu 177 als Vertreter klassischer roter Rosttöne sowie das dunkelbraune Hu 170 und von Testors (via Faller) den Ton 1563 „Rubber“. Als Vertreter des frischen Rostes wählte ich Humbrol 29 (dark earth) aus. Den Farton Humbrol 98 „chocolat“ habe ich als Favorit für Holzschwellen mit dazu genommen.


    Im nächsten Bild ist zu sehen, dass die roten Rosttöne gar nicht dem bei meinem (vor`m Haus-)Gleis vorgefundenen realen Rostton entsprechen! Die beste Übereinstimmung ergab sich mit dem Farbton 170.


    Der frische gelbe Rost auf der Lauffläche stimmt gut mit dem Farbton 29 überein (hier leider nicht so gut nachzuvollziehen).



    Um die der Witterung ausgesetzten Holzschwellen farblich zu typisieren, habe ich die Töne Hu 98 und Testors 1583 einmal zum Vergleich aufgelegt. Im zweiten Bild auch in angefeuchteter Form, da die matten Oberflächen durch unterschiedliche Lichtbrechungen den Farbton nur unzureichend vergleichen lassen. Ich finde, das Hu 98 kommt hier der Farbe der Schwellen schon recht nahe, mit einem zusätzlichen „Weathering“ der lackierten Schwellen auf dem Modul mit einem grauen Farbton ist man schon „nah dran“.



    Nun zum Farbton der unbenützten Schienenprofile, die still vor sich hin oxidieren können:




    Hier haben die roten Rosttöne durchaus ihre Berechtigung. Mit einem „Wash“ mit schwarz oder dunkelbraun kann man so unterschiedlich alte abgelegte Stahlteile realitätsnah behandeln.



    Mein Fazit:
    Ich habe mich bei meinen Modulen (andere Modellbahnen habe ich nicht) für die folgenden Farbgebungen entschieden:


    Vielbefahrene Hauptgleise, bei denen immer frischer Stahlstaub übergepudert wird, lackiere ich mit Humbrol 29 „dark earth“.


    Nur gelegentlich (1 -2 x am Tag) befahrene Gleise: Humbrol 170



    Selten befahrene Gleise wie Gleisenden vor dem Prellbock, Anschlussgleise, den Prellbock selbst: Testors 1573 „rubber“


    Gleisstapel die auf ihren Einbau warten: Humbrol 113


    Für die Schwellen habe ich mich entschieden: Humbrol 98 bei Holzschwellen,
    Für Betonschwellen Revell 75.


    Das Schwellenrost lackiere ich nach dem Verlegen des Gleises mit meiner Spritzpistole (SATA Dekorierpistole mit 0,2 Düse, 1 bar Druck) einschließlich der Profile. Nach dem An- oder Durchtrockenen spritze ich die Profile dann mit sehr wenig Druck (0,2 bar) und einem Düsenabstand von wenigen cm von beiden Seiten. So werden die Schienenprofile und Kleineisen und das direkte Schwellenumfeld, auf das natürlich auch der Stahlabrieb rieselt, im gewünschten Farbton eingefärbt. Ich klebe das Umfeld der Profile nicht ab, der Overspray nuanciert die Schwellen mit einem leichten Farbnebel. Nach dem Durchtrocknen reibe ich die Schienenprofile mit dem ROCO-Rubber blank. Der Abrieb kann zwischen die eventuell zwischenzeitlich geschotterten Schotterkörner fallen und hier bleiben!


    Die unterschiedliche Farbgebung der Gleise in Verbindung mit verschiedenen Schotterfarben und- körnungen bringen gerade in umfangreichen Gleisfeldern eines Bahnhofs ein abwechslungsreiches Bild. Den Augen der Betrachter wird durch dadurch die Bedeutung der einzelnen Gleise unterschwellig vermittelt:


    Das/die durchgehende(n) Streckengleis(e) mit „frisch“ grau geschottertem Betonschwellengleis und gelbem Rost, die Nebengleise auf Holzschwellen, je nach ihrer Bedeutung gelb oder braun (170) gefärbt, Anschließer, Ladestraße usw. in „rubber“ geben ein abwechslungsreiches Bild der Bahnanlagen. Ein bischen grüne oder braune Vegetation zwischen den Schwellen und den Gleisen, mehr oder weniger üppig in den hinteren Abstellgleisen, überrankte Prellböcke, was will man mehr?


    Man kann das ganze noch weiter treiben: An Bahnsteigen, vor Signalen an denen viele Bremsbacken ordentlich Stahlabrieb hervorbringen, wird auch das gesamte Gleisbett stark gerostet aussehen während das vorbeiführende Parallelgleis nur „normal“ coloriert ist.


    Zur modellbahnerischen Verdeutlichung des oben Philosophierten ein paar Abbildungen aus meinem bisherigen Schaffen:










    Vielleicht könnt ihr´s gebrauchen?


    Liebe Grüsse Bruno - bob -

    Hallo liebe Mitforisti,


    heute ist Compostertag! Ich habe mal ein wenig mit meinem Bildverarbeitungsprogramm (Photoshop 5.0 LE) rumgemacht nachdem ich mich telefonisch bei einem, der´s wissen muss, kundig gemacht habe:



    Es ist mir gelungen, mehrere Bilder zusammen einzustellen. Ich finde das gut für kurze Sequenzen die zB. einen Arbeitsfortschritt nachvollziehen sollen oder, wie in diesem Fall, eine kleine Kollektion von Fahrzeugen vorstellen soll ohne sie (die Fahrzeuge) durch das große Format zu sehr in den Fokus der Betrachtung zu stellen.


    Mal sehen, wie ich diese neuerworbene Fähigkeit in meinen nächsten Beiträgen einsetzen kann. Bei Bedarf kann ich ja mal eine "Kochanleitung" hier im Forum vorstellen.


    Zunächst geht aber mein Dank an alle. die meine ersten Beiträge so wohlwollend kommentiert haben.


    Jetzt ist aber erst mal Schluß mit dem Herumgehocke am Composter. So geht der Baufortschritt nicht weiter.


    Ich melde mich wieder in den nächsten Tagen.


    Alles Gute an alle übers Wochenende wünscht



    Bruno - bob -

    Hallo Boscho, hallo Rainer,


    vielen Dank für die Informationen, habe ich gleich mal ausprobiert und siehe da! Der Gleisplan füllt den Bildschirm aus! Watt wolle mer mehr?! (Und erspart mit "Denkarbeit" bei der Formatierung; dann bleibt es universell bei 1300 Pixeln in der Breite.)


    Mein gestalterisches Grundproblem bleibt aber: Ich fände es schön, dem Lesefluss angemessen und weniger platzraubend, wenn zB. die Wagenbildchen nebeneinander angeordnet wären, so quasi als "kleiner Film". Vielleicht muss ich so etwas schon im Vorfeld mit dem Bildbearbeitungsprogramm machen? Wer hat Ahnung davon mit Photoshop?


    Nun ja, ich will nicht weiter meckern, immerhin haben wir heutzutage tolle Möglichkeiten uns schnell und in Farbe auszutauschen.


    Es freut mich, wenn ich Dir, und natürlich auch allen anderen, vielleicht ein wenig grundsätzliche Planungshilfe geben kann (Merke: Einmal Pauker, immer Pauker, aber hoffe, das ich den Ex-Pädagogen nicht allzu deutlich und zu oft raushängen lasse.)


    Es gibt viel zu tun! Gruß Bruno - bob -


    (PS: Da sch ich doch gleich mal nach!)


    Dass in einer Kokerei der Brennstoff Koks (nicht die umgangssprachlich so genannte Rauschdroge) produziert wird, ist den meisten wohl bekannt.


    Den Herstellungsprozess werde ich hier nur insoweit Darstellen, wie er für die Umsetzung einer Kokerei im Modell erforderlich ist. Genaueres lässt sich bei Wikipedia in einer allgemeinverständlichen Aufarbeitung nachlesen wobei ich mir an der einen oder anderen Stelle doch ein wenig mehr „Tiefe“ oder „Butter bei die Fische“ (wie man hier im Norden sagt) gewünscht hätte.


    Ganz kurz also die Anforderungen an die Modellumsetzung: Kohle komt rein, wird in der Koksbatterie zu Koks und geht als solcher wieder raus. Als modellbahnrelevantes Nebenprodukt entstehen aus ca 5% der eingesetzten Kohle die Nebenprodukte Teer und Benzol sowie ebenfalls ca 5% Ammoniak („Salmiak“).


    Der Verkokungsvorgang dauert bei meiner Ofenkonstruktion ca 33 Stunden. Das hat Folgen für die benötigten Waggons mit Kohle und davon abhängig auch für das Endprodukt Koks und die Nebenprodukte.


    Meine Kokerei BREMA hat 33 Einzelöfen, die in einer Koksbatterie angeordnet sind; daraus folgt, dass praktisch jede Stunde ein Ofen geleert und schnellstens wieder gefüllt werden muss.




    Der Gleisplan.



    Meine Ofengröße ist so bemessen, dass das Volumen eines Om-Wagens hinein passt, so ca 20 Tonnen. Bei stündlicher Ofenbeschickung werden also pro Tag 24 Wagen mit Kohle benötigt. Ich möchte mich da gar nicht in Spitzfindigkeiten bzgl Om oder Omm Wagen verlieren. Da Sonntags nicht angeliefert wird, können wir also mit ca 30 Wagen täglich rechnen.


    30 Waggons mit ca 10 cm Wagenlänge ergeben also einen Zug von 3 bzw 3,3 (mit Lok) Metern Länge (wenn von einem Ganzzug ausgegangen wird). Das sind beim FREMO durchaus übliche Zuglängen. Die Gleisanlagen auf BREMA sind auf diese 3 m Zuglänge ausgelegt, dh, die Gleise 1 und 2 können mit diesen Zügen belegt werden und die Zuglok hat noch die Möglichkeit sich aus dem „Gefängnis“ vor dem Prellbock zu befreien.


    Je nach dem, wie der FREMO-Fahrplanmacher es für gut befindet, kann auf dem zweiten Gleis die Leergarnitur vomVortag wieder zurückgeführt werden oder die Zuglok nimmt befüllte Waggons mit Koks und/oder Nebenprodukte mit (dazu später mehr).


    BREMA ist nur einseitig angeschlossen. Das spart eine (oder sogar zwei) Weichenstraßen zur Anbindung an eine parallel verlaufende Strecke, was ein (oder zwei) weitere Module erfordern würde. Außerdem braucht die vorbeiführende Strecke (oder gar ein „Bahnhof“) natürlich Platz, so dass das gesamte Konstrukt der Kokerei sehr breit werden würde; zudem wäre die Zugänglichkeit der Gleise auf denen rangiert werden muss, erschwert. BREMA ist so angelegt, dass die Bedienung durch Personal nur von einer Seite erfolgt, die andere Seite ist durch die Gebäude eh´ verdeckt so dass hier liegende Gleise nur schwer zugänglich wären (in unserem Alter taucht man nicht mehr so gern allzu häufig unter den Modulen durch ;-)).



    Der Anschluss im FREMO-Arrangement erolgt in dieser Form als Awanst über einen Abzweig an freier Strecke oder einem Anschlussgleis in einem Bahnhof (ich habe so etwas bei meinem Bahnhof „Geesthaven“ vorgesehen (siehe meinen letzten Beitrag). Sinnvoll wären noch ein oder zwei Streckenmodule bis zum Abzweig um ggf. ein wenig mehr Ziehgleis zur Verfügung zu haben; sonst wird es eine arge Hobelei im Werk.



    Ist der Kohlenzug eingetroffen, die Zuglok über das Verkehrsgleis wieder auf das Ausfahrgleis verholt, beginnt die Arbeit für die Kokereilok. Der eingetroffene Zug kann nur in Teilen á 8 Wagen unter die Enleerung vor der Koksrampe gestellt werden. Hier fährt eine Greiferkatze über die Wagons und füllt die Kohle in den Kohlenbunker. (Diese Art der Entladung schließt also OOt-Wagen aus.) Ich habe angenommen, dass die Entladung eines Waggons ca 30 Minuten dauert, die 8 Wagen also in einer halben Arbeitsschicht entleert sind. Die geräuschvolle Entleerung wird nur in der Früh- und Spätschicht durchgeführt um die direkten Anwohner nicht um ihre Nachtruhe zu bringen (Samstags ist nur die Frühschicht beim Entleeren, Sonntags ist Ruhetag).


    Einschub: Die Kokerei BREMA befindet sich nicht auf der grünen Wiese, da hätte man (ich) wesentlich großzügiger planen können, so dass das Hinundherhobeln mit Teilzügen nicht erforderlich wäre. In der Entstehungszeit der Kokerei, so um 1905, hat man noch wesentlich kleiner geplant, Arbeitskräfte waren reichlich und billig vorhanden. so dass die arbeitsintensive Rangiererei kaum ins Gewicht fiel. Die Module stellen die eng benachbarte städtische Bebauung (leider) nur ansatzweise dar, aber nicht nur der Platz ist in unseren Räumlichkeiten begrenzt. In dieser stadtnahe Lage finden sich auch die Abnehmer für das ebenfalls entstehende Kokereigas = Stadtgas.


    In der Zwischenzeit kann sich die Lokmannschaft nicht ausruhen: Der entstandene Koks muss abtransportiert werden. Dafür wären ca 25 Waggons erforderlich. Welche Waggontype zum Einsatz kommt, habe ich noch nicht entschieden. Hier könnten neben Omm-Wagen nun OOt zum Einsatz kommen aber auch die Kübelwagen wären denkbar. Befüllt werden die Wagen unter dem Koksbunker und der angeschlossenen Sieberei. Denkbar wäre, dass BREMA einen Spezialkoks produziert, der zB. für metallurgische Anwendung geeignet ist und daher in Spezialwagen (KK, KKt) witterungsgeschützt transportiert werden muss. Auch eine staubfeine Vermahlung für Filterzwecke wäre denkbar, so dass auch Kd-Wagen befüllt werden könnten.



    Daraus folgt, dass es nicht erneut ein Ganzzug sein muss, der die Kokerei verlässt. Die unterschiedlichen Ausgangsprodukte können an ganz unterschiedliche Ziele geliefert werden so dass kleinere Wageneinheiten die Kokerei verlassen könnten um beispielsweise an jeder Ladestraße den örtlichen Brennstoffhandel zu versorgen. So hat auch der benachbarte Bahnhof etwas zu tun ;-).


    Bleiben noch die Nebenprodukte Teer/Benzol und Ammoniak. Sie betragen jeweil ca 5% der eingesetzten Kohle. Berechnen wir also einfach mal:



    30 x 20 Tonnen = 600 Tagestonnen Kohle


    Davon 5% ergeben jeweils 30 Tonnen davon. Zum Abtransport zum Aufarbeiter, der VfT (Vereinigung für Teererzugnissse) in Bochum(?) wären also täglich 2 – 3 Kesselwagen für Teer notwendig.


    Um die Teeranteile aus dem Gas auswaschen zu können, gibt es die röhrenförmigen Gaswäscher durch die das Rohgas nach dem Abkühlen im Gaskühler geleitet wird bevor es im Gasometer aufgefangen wird. Im Gaswäscher wird sog. „Waschöl“ eingesetzt um die klebrigen Teerprodukte auszuwaschen. Von Zeit zu Zeit muss dieses, wohl auch bei der VfT, gereinigt werden. Auch dafür werden Kesselwagen gelegentlich benötigt (ob die dann wieder mit Rohteer zurückgehen können entzieht sich meiner Kentnis).


    Das Ammoniak wird nicht als Salmiaklösung verkauft, es wird mit Schwefelsäure neutralisiert, das Ammonsulfatsalz und dann getrocknet und abgesackt. Die Kokerei bekommt also gelegentlich auch Besuch von einem Säurekesselwagen. In G-Wagen könnte das Sackgut abgefahren werden.


    Hier fehlt leider die Aufstiegsleiter




    Säuretopfwagen kommen viel zu selten zum Einsatz


    Die Nebenprodukte werden an einem Stichgleis abgefüllt, das über eine Waggondrehscheibe zugänglich ist. Diese Drehscheibe ist für 4,5 m Achsstand ausgelegt, so dass nur entsprechende Kesselwagen bzw, G-Wagen eigesetzt werden können. Zahlreiche Kesselwagen diverser Modellbahnhersteller kommen dafür in Frage und bei den G-Wagen sind natürlich G10 und G20 passend.



    Die Wagondrehschceibe im "Umfeld"


    Ein Wagen mit 4,5 m Achsstand




    Der Landabsatz, also die Abfuhr über die Straße, spielt nur eine untergeordnete Rolle und geht in die Rechnungen nicht ein.


    Rege Betriebsamkeit also auf den Gleisen von BREMA!


    Als Werklok soll eine Elna (Weinert) zum Einsatz kommen, „ergänzt“ durch eine DH 500 (Hobbytrain). Das Wagenmaterial wird natürlich aus dem „FREMO-Pool“ stammen, wobei Friedrich schon mal die Hauptmenge der schön gealterten O-Wagen stellen kann. (Vielleicht stellt er sie ja mal hier im Forum vor?)


    Zugloks der Übergaben können alle passenden Güterzugloks sein, die Ziehgleismöglichkeiten lassen 44er und 50er zu. Natürlich können auch andere Lokgattungen und auch Tenderloks die Übergaben vom benachbarten Bahnhof die An-und Abfuhr übernehmen.


    Hier ein Überblick über die "Chemieseite" der Kokerei


    Ich freue mich schon auf dem ersten (hoffentlich funktionierenden) Einsatz auf einem FREMO-Treffen! (Angepeilt: Herbsttreffen in Pegnitz.)


    So, das soll es für heute mal gewesen sein.


    Eigentlich wollte ich die kleinen Bilder nebeneinanader platzieren aber irgendwie gelingt mir das nicht. (Tipp dazu?)


    Viel Spaß beim Nachvollziehen!


    Grüsse an alle, Bruno - bob -


    (PS: Irgendwie ist diese Arbeitsfläche für mich noch gewöhnungsbedürftig! Warum ist das jetzt kleiner als der Rest? Merkwürdig! Auch der Gleisplan sollte eigentlich über die gesamte Bildschirmbreite zu sehen sein; welche Pixelanzahl wäre das? Bitte um Nachhilfe!)

    Hallo Forum!



    In meinem Einstiegsbeitrag hatte ich es schon angedeutet: Seit vielen Jahren gehe ich mit dem Projekt einer Kokerei im Modell schwanger. Angeregt dazu wurde ich durch das "Studium" eines Grundwerkes vom F. M. Ress, "Grundlagen der Kokereitechnik" aus dem Jahr 1959. In den 70ern habe ich mir mit den damals mir zur Verfügung stehenden Mitteln die für meine Modellvorstellungen sinnvollsten Abbildungen herausfotografiert (heute weiss ich, es waren zu wenig). Im verdunkelten Küchenfotolabor habe ich dann mehr schlechte als rechte Abzüge davon angefertigt. Bis heute sind diese Bilderalben immer wieder Motivation gewesen mich "alle Jubeljahre" mit dem Bleistift an einer Modellumsetzung zu versuchen. Meist scheiterten diese Entwürfe daran, dass sie zu groß wurden und neben meinen modulbahnerischen Aktivitäten mit einem anderen Großprojekt (Bahnhof "Brebeck", viele FREMOikaner kennen, lieben oder hassen ihn ;-) ) aufbewahrungsmäßig und vor allem transportmäßig zu umfangreich wurden.


    Nachdem ich Brebeck aus logistischen Gründen auf´s "Abstellgleis" geschoben habe, ist nun der Kopf und der Transportraum wieder frei um die 25 Jahre schlummernde Idee wieder aufleben zu lassen.


    Abgeklärt durch die "Altersweisheit" gerät das Projekt "Kokerei Brema" nun auch eine Nummer kleiner; meine Vorgabe ist, mit der Kokerei auch ohne Anhänger, nur im Großraumkombi (Caddy maxi) zu Fremotreffen zu reisen. Der erste "Ausritt" nach Pegnitz im Herbst wird zeigen, ob die Theorie die Wirklichkeit trifft.


    Seit mehr als 20 Jahren liegen die für mich wesentlichen Bauteile meiner Kokerei schon vor: Die in größerer Zahl benötigten Türen der Koksöfen, die Gasvorlagen über jeder Ofenkammer und die Fülldeckel in der Ofendecke. Rolf Weinert hat sie mir seinerzeit aus den Fotos und Bleistiftskizzen von mit als Vorlage angefertigt.




    In den folgenden Jahren habe ich aus den Türen schon mal ein "Rohmodell" der Ofenbatterie aus Sperrholz und Leisten angefertigt um für die "Bleistiftprojekte" schon mal einen Platzhalter zu haben. Dieser Platzhalter gibt auch die notwendige Breite, oder besser: Modultiefe, vor, die Länge der Modulkästen soll meinem "Standardmaß" entsprechen. So ergaben sich die Maximalmaße der Modulkästen mit maximal 145 cm Länge und 83 cm Tiefe. Damit entsprechen sie den Maßen meiner "Parallelbetriebsstelle", dem Bahnhof "Geesthaven", um eventuell im Anhänger passend stapelbare Kästen zu haben.



    Bild: Kartonplan Eine erste konkrete Machbarkeitsstudie


    Die altersweisheitgeschrumpfte Planung sieht nun die Kokerei nicht mehr als "Vollbahnhof" mit allem drumunddran vor, sondern als Anschluss an einen Bahnhof oder an einem Abzweig auf freier Strecke. In einem Fall kann das eben auch mein Geesthaven sein. Damit so ein Anschluss nicht allzu raumgreifend quer zur Strecke oder zum Bahnhof steht, habe ich die Kokereimodule in eine 45° Kurve gelegt, das macht zwar mehr Arbeit beim Kastenbauen und Gleisverlegen, sieht aber auch viel gefälliger (weniger starr) aus.



    Die Kokerei an einem Abzweig in Geesthaven



    An einem der wenigen trockenen Sommertagen im letzten Jahr habe ich dann die Sperrholzplatten mit einer FESTO Kreischsäge an der Führungsschiene auf dem Hof zugesägt. Mittlerweile bin ich (aus Leid geprüft) auf einen Leichtbau der Modulkästen übergegangen: Die "Platte" besteht aus 6 mm Pappelsperrholz, die im Modulinneren durch "Stringer" stabilisiert wird. Die Seitenwände der Kästen bestehen aus 8 mm Pappelsperrholz, die Stirnwände, die ja beim Zusammenbau miteinander verschraubt werden, aus 16 mm Tischlerplatten (Stäbchenlage in Längsrichtung); die geben genug "Fleisch" zum Verschrauben der Kästen mit den 8 mm Schrauben. Die "Stringer" unter der Platte bestehen ebenfalls aus 8 mm Sperrholz, sie werden erst nach dem Verlegen der Gleise ( da weiss man, wo die Weichenantriebe hingehören) mit Ponal verklebt und von oben mit 2 mm Spaxies verschraubt (kann man nach dem Abbinden wieder Recyceln). DIe Stirn und Seitenwände wurden ebenfalls mit 2 x 25 mm Spaxies (ca alle 10 cm) ohne Verkleben verschraubt (Diese Schrauben bleiben natürlich drin!). Wenn die Platte mit 2 mm vorgebohrt wird, lassen sich die Schrauben ohne seitliches Ausbrechen problemlos einschrauben. Die Seitenwände sind 104 mm hoch, so dass sich mit der draufliegenden Platte eine Gesamthöhe von 11 cm ergibt. Die Eckverbindungen erhalten aus 16 mm Tischlerplatte in der Größe von 104 x 200 mm eine Beinaufnahme für die Modulbeinflansche, die an den Seitenwänden flächig mit Ponal verklebt werden und mit der dicken Stirnwand mit 3,5 x 45 Spaxies verschraubt werden. Das ergibt insgesamt eine sehr stabile Eckverbindung. Ach ja, die Eckverstärkungen habe ich im passenden Winkel von 7,5 ° geschnitten so dass sie sich gut in die Ecke schmiegen. Die 8 mm Sperrholzseitenwände habe ich ein wenig überstehen lassen und mit der Raspel und dem Schmirgelkissen auf Winkel gebracht. (Merke grade, dass die Stirnbretter ebenfalls an den Seiten "auf Winkel" geschnitten wurden.) Zum Schluss habe ich unten innen an die Modulseitenwände Leisten von 13x20 mm geklebt. Beim Festzwingen der Leisten zum Trocknen habe ich außen ein Alu-Modulbein mit verzwungen, das verteilt den Zwingendruck auf die Fläche/Länge und gibt eine schöne gerade Seitenwand ohne Wellen. ("Natürlich" habe ich von diesen "niederen Arbeiten" KEINE Fotos")





    In der Garage wurden nun die Module auf den kurzen "Arbeitsbeinen" (100cm hoch) zusammengestellt, ausgerichtet und verschraubt.


    Nun kann es mit dem losgehen, was mit am meisten Spaß macht bei der Modellbahn: Dem Gleisverlegen!




    Dazu im nächsten Beitrag mehr!

    Hallo Peter,


    Volltreffer! Es ist die Ausdrückmaschine (M)einer Kokerei.




    Hier mal schnell ein Bild in typischem Umfeld:



    Die Aufstellung ist so nätürlich noch nicht endgültig; da muss noch ein wenig durchgestaltet werden.


    Und der besseren Einordnung halber eine Übersicht über die Kokerei:



    Das ist der bisherige Zustand: Die großen Gebäude sind zumindest volumenmäßig fertig und harren der weiteren Bearbeitung. Erste Eingriffe in das Gleisbild sind auch schon vorgesehen um besser "spielen" zu können.


    Tja, wie mache ich nun hier weiter? Am besten spinne ich einen neuen Faden, oder besser zwei: Einen für die Vorstellung der Ausdrückmaschine und einen weiteren für das "Gesamtwerk" der Kokerei. (Ich üb´ ja noch, so einfach ist das hier nicht für einen Oldie.)


    Beste Grüße, bis bald!


    Bruno - bob -

    na das woll´n mer doch mal sehen! (frei nach dem Song von Achim Reichel)


    http://www.abload.de/img/347117khc.jpg


    Hallo Leute,


    ich bin neu hier im Forum und möchte mich bei dieser Gelegenheit gleich mal vorstellen mit meinem aktuellen Bauprojekt:


    Mit dem Eintreten in den beruflichen Ruhestand habe ich mich endlich durchgerungen, ein seit bald 30 Jahren im Hinterkopf schmorendes Projekt anzugehen. Wenn nicht jetzt wann dann?


    Bisher habe ich es immer zurückgestellt zugunsten anderer Projekte als da wären zwei kleine Bahnhöfe, ein großer Bahnhof, ein mittelgroßer Industrie-Bahnhof (aktuelles Zweitprojekt) und so ca 20 Meter ein- und zweigleisige Module in der Baugroße Halbnull in Regelspur. Vielleicht in den nächsten Monaten auch davon mehr.


    Gerade habe ich ein Fahrzeug für das seit gefühlten Ewigkeiten aufgeschobene Projekt fertiggestellt und stelle es mit dem obigen als Rätsel vor. Mal sehen, wie weit so etwas im Forum bekannt ist (Friedel: Halt dich zurück!)




    Nach diesem Testbeitrag (wg. Bildgröße und dem ganzen anderen Drumherum) dann im nächsten Beitrag mehr zum Fahrzeug und zum Projekt.




    Bis denne! Bruno - bob -