Kfz-Werkstatt von Andreas

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    • Kfz-Werkstatt von Andreas

      Moin,

      bevor es nach diesem kleinen "Edit" ganz normal und wie gehabt mit dem Erstbeitrag weitergeht, wird es mittelfristig eine kleine Legende geben. Manch einer fragt sich doch, mit welchen Abkürzungen und/oder Begriffe insbesondere Lutz und ich herumgeworfen haben. Natürlich kann es hier keine Vollständigkeit geben und manches muß vielleicht ergänzt werden. Deshalb bin ich dankbar, wenn Ihr mich einfach bei Unklarheiten anmailt, dann findet sich die begrifflichkeit irgendwann hier wieder. Fangen wir klein an:

      4x2 - Zweiachser mit Antrieb auf einer Achse
      4x4 - Zweiachser mit Antrieb auf zwei Achsen
      6x2 - Dreiachser mit Antrieb auf einer Achse
      6x4 - Dreiachser mit Antrieb auf zwei Achsen
      6x6 - Dreiachser mit Antrieb auf allen drei Achsen

      Abroller - Abrollkipper oder Abrollcontainer/-mulde wie z.B. 1142 (Wechselaufbaufahrzeug)
      Absetzer - Absetzkipper oder Absetzcontainer wie z.B. Preiser 1220
      AK - Bezeichnung innerhalb der Typbezeichnung für Allradkipper
      Baubulle - übliche Bezeichnung der Magirus-Deutz Haubenlaster der 2. Generation 1971-92, zuletzt Iveco
      Dreiseitenkipper - Kippaufbau nach links, rechts und nach hinten kippbar
      Eckhauber - übliche Bezeichnung der Magirus-Deutz Haubenlaster 1953-71
      Fgst. - Fahrgestell, Chassis
      Hinterkipper - Kippaufbau, nur nach hinten abkippbar
      Hütte - (Fahrer-) Kabine, Führerhaus, oftmals auch in Kombination mit der Schnauzer bei Haubenlaster
      K - Bezeichnung innerhalb der Typbezeichnung für Kipper auf Straßenfahrgestell
      kubische Kabine - Bezeichnung für ein fahrerhausdesign von Mercedes, z.B. wie bei Wiking Nr. 802 Shell-Laster oder Wiking Nr. 437 DB-Stückgut oder Brekina Nr. 81022
      LAK - Allradkipper als Haubenlaster von Mercedes-Benz
      MB - Mercedes-Benz
      Mulde - Kippaufbau diverser Hersteller, allgemeine Bezeichnung für Kippaufbau als Dreiseitenkipper/Hinterkipper
      NG - Neue Generation der Frontlenker von MB als Ablösung der alten Henschel-Kabinen und der eigenen "kubischen" Hütten
      Parallelrahmen - B Draufsicht ergibt ein Recht aus Trägern und bildet die Grundlage für ein Fgst. wie der Y-Rahmen
      Toastscheibe - Bezeichnung kurzer und damals üblicher Frontlenker-Hütten (mit wenig Platz) wie z.B. bei Wiking Nr. 437
      Y-Rahmen - als Basis für ein Fgst., Rahmen im vorderen Bereich breiter als hinten, wie ein Y übergehend von schmalem Abstand der Seitenträger zu einem größeren Abstand

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      Moin,

      aufmerksame Leser im Forum wissen ja, daß ich gerne nicht nur auf Module allgemein schauen, sondern sehr gerne den Blick auf die Straßen wage.

      Mit dem Kfz-Modellkram beschäftige ich mich seit Jahrzehnten, wobei die Bastelei (nicht Sammelei) eine große Unterbrechung erhalten hatte. Das lag in der Wendung hin zum Basteln an vornehmlich VW Bullis in 1:1 (neben anderen Karossen zwischendurch). Letzteres Hobby habe ich nun auf ein Minimum reduziert (Altteile-Bestand muß noch verkleinert werden), um mich in der geringen Freizeit wieder mit Modellen beschäftigen zu können. In dieses Thema muß ich erstmal wieder reinkommen. Aus dem Bastelzeitalter ist leider kaum noch was übrig geblieben. Kibri und zuletzt auch Preiser sowie Umbauten aus Serienmodelle sind irgendwann entschwunden/verkauft worden. Einerseits schade, andererseits würden mich etliche Modelle heute nicht mehr zufriedenstellen, weil sie den gestiegenen Ansprüchen der formalen Umsetzung durch den Modellhersteller nicht mehr gerecht werden (würden).

      Aller Neuanfang ist schwer. In einem Anfall geistiger Umnachtung ist z.B. dieses Modell nach langer Bastelpause (und vor einer weiteren Pause) bereits vor Jahren entstanden:

      73er VW T2b Pritsche. Grüne Pritsche (sagen wir mal sumatragrün aus dem 73er Modelljahr) mit Klarlack matt überzogen, Inneneinrichtung (übrigens vom T1, Brekina hat sich eine T2b-Einrichtung für die Pritsche erspart :S ) mit schwarzem Armaturenbrett aufgepeppt, Sitze und Türverkleidungen mit braun (im Original canyonbraun) bepinselt, Wischer geschwärzt, Scheibendichtungen geschwärzt, Scheinwerfer silbern hinterlegt, Scheinwerferringe weiß gepinselt (bei 73er Pritsche Standard), weiße Außenspiegel mit silberner Spiegelfläche (bei 73er Pritsche Standard), Rückleuchten bemalt mit optionalen Rückfahrscheinwerfern in weiß, Pritschenfläche halbtrocken rostbraun betupft, Klempnergestell aus Restekiste, Rohre aus Restkiste, Leiter aus günstigst erstandener Teilebox mit Metallteilen von MoMiniatur auf der Intermodellbau anno wasweißich (20 Jahre her), Besen samt Heizkörper und Eimer sowie Säcke ebenfalls aus MoMiniatur-Kiste, Rost herunterlaufend von den Scharnieren der Bracken, Nummernschilder über Bronnheim auf normalem Druckerpapier ausgedruckt und mit Schere ausgeschnitten (würg). Gabber aus den Bordwändenscharnieren hat die Seitenwände verschmockt, Bremsstaub auf den vorderen Felgen, weitere Teile aus einer noch vorhandenen und zufällig wiederentdeckten Restekiste ... also eine Baupritsche, wie sie in diesem Zustand bereits gegen Ende der 70er Jahre durchaus möglich war. Fahrer Overhues Natz samt Beifahrer Brans Johann vervollständigen das Modell.



      Nach und nach kommt sicherlich was hinzu. Die Modelle stellen ein Mindestmaß dar, was ich mir auch auf Fremodulen wünsche. Makroaufnahmen offenbaren allerdings Unzulänglichkeiten, die der normale Betrachter mit Fremoabstand gar nicht wahrzunehmen vermag. Irgendwann bohre ich die verzurrten Rohre noch an, damit sie plastischer wirken ...

      In Kartons befinden sich bereits weitere vorbereitete Bausätze (Umbauten), die auf Lackierung und Vervollständigung warten ... :tot:
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Andreas () aus folgendem Grund: 15.01.2014: Erste Begrifflichkeiten eingefügt

    • Andreas schrieb:

      Makroaufnahmen offenbaren allerdings Unzulänglichkeiten,

      Hallo Andreas,

      mit dem Bau/Umbau von Strassenfahrzeugen habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Ich staune immer wieder, so wie jetzt bei Dir, was man aus den kleinen Plastikbombern so rausholen kann. Das geht ja bis zu Antrieben und vollständiger Beleuchtung.
      In deinem Fall hätte ich mir die Sache mit der Beladung einfacher gemacht.

      Die Leitersprossen aus dem AW Lingen mit etwas 0,3mm Messingdraht verlötet, ergeben eine sehr filigrane Leiter und die 1,5mm Messingrohre würden auch gut passen. Oder?
      Man kann auch 0,8- oder 0,5er nehmen.
    • Moin Peter,

      jo, aber mit dem Mikrolöten habe ich es nicht so. Diese MoMiniatur-Leiter soll wohl eine olle Holzleiter darstellen, ich weiß es nicht. Die Aw Lingen-Lösung von Dir ist natürlich grandios ... Ich hätte da noch einen dreiteiligen Magirs Kühlergrill zum Fertiglöten liegen ;)
      Rohre hatte ich zu dem Zeitpunkt leider nicht vorrätig. Heute würde ich Echtrohre nehmen. Bei Lkw-Auspuff-Endrohren bohre ich auf (siehe Bild). Wenn das in die Buchse geht, müssen halt Aderendhülsen oder Spritzenkanülen her.

      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas
    • Moin,

      mikrokleben statt mikrolöten. Ätzteile sind manchmal eine feine sache. So gibt es von msM87 einen dreiteiligen und damit auch plastischen Küglergrill mit exakter Rippenzahl für den Magirus Eckhauber Saturn/Jupiter. Er paßt zum den Preiser Eckhaubern und dürfte auch zum nicht ganz so feinen Eckhauber von Brekina passen, übrigens beide nach Allradvorbild geschaffen. Über ältere Eckhauber von Wiking und neuere Eckhauber von Kibri und Wiking Hülle ich den mantel des Schweigens. Maß aller Dinge ist auch heute noch der Preiser Eckhauber.

      Herausforderung: Man nehme sich den Magirus-Grill von Michael vor, den er mir in Dortmund in die Hände gedrückt hatte, erneut hervor und fange endlich an. Mikroschere habe ich nicht, Skalpell muß reichen.
      Anbringen der zweiten Reihe Rippen. Anbringen des Rahmens der Vorderseite. Anbringen des Ulmer Münsters. Fertig. Na ja, ein bißchen Probieren gehört auch dazu. Mit Pinzetten habe ich nicht gearbeitet, sondern nur mit der Skalpellklinge und Fingern. Tip: Sind die Teile mit Sekundenkleber bestrichen, klappt es sofort besser. Ggf. werde ich den nächsten Grill zunächst ohne Ulmer Münster zusammenbauen, da die Silberung des Münsters am montierten Grill eine Lupenarbeit ist.



      Der Grill wird natürlich bei einem Projekt eingebaut werden. Dazu viel später mehr.

      Für alle, die noch kein verspätetes Weihnachtsgeschenk haben oder sich für das neue Jahr einer neuen Herausforderung stellen möchten, denen sei der Grill von Michael Scheel (msM87) sehr ans Herz gelegt. Für mich war es eine Erfahrung, die Spaß gemacht und nicht an den Nerven gezehrt hat.
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas
    • Moin,

      unter 14053 bietet Kibri einen MB 2636 AK (NG) an, der eher auf Großbaustellen anzutreffen ist. Warum auch nicht. Derzeit ist er günstig zu bekommen und als Testobjekt für Lackierungen aus der Dose geradezu ideal. Ich gleich zwei Exemplare lackiert, eines in mittelblau und eines in dunklerem Blau. Zum Zusammenbau nach Vorschrift ist ja nicht viel zu erzählen. Manche Teile werden noch am Spritzling behandelt. So ist die Inneneausstattung natürlich farblich behandelt. Die Auspuffendrohre (s.o.) sind aufgebohrt.



      Da Kibri die frühen NG-Kotflügel ab 73-77 realisiert hat, täte einem Modell sicher auch ein Grill mit Streben (Zierleisten) neben dem Stern guttun. Gesagt getan. Immergrün 0,25 mm x 0,50 mm halbiert und (leider) mittig zwischen zwei Kühlergrillrippen geklebt. Warum "Leider"? Weil Kibris Stern leider um 0,5 mm im Durchmesser zu klein ist und die Streben normalerweise auf einer Rippe liegen müßten. Schiet. Dabei hatte Kibri bei den Erstausführungen des NG - mißlungen durch ein zu hohes Dach und zu kurzem Grill - einen maßstäblichen Stern gaviert, sogar mit den Streben. Leben wir mit dem Kompromiß.



      Heiter weiter. Der hellblaue NG ist fertig. Mit seinem LH-Kennzeichen könnte er in einer umliegenden Sandgrube, auf einer Kanalbaustelle oder Autobahnbaustelle zum Einsatz gekommen sein. Er wurde noch leicht angealtert. Die Mulde ist angesilbert und anschließend mit Rost-, Sand- und Schlamfarbe verschmoddert worden.



      Wi haollt binnen.
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Andreas () aus folgendem Grund: Verloren gegangene Bildchen wieder hochgeladen. ;-)

    • Auch der dunkelblaue NG hat den Basteltisch kurzzeitig verlassen (Warnweste über Fahrersitzrückenlehne)



      Momentan stellt sich allerdings noch die Frage nach der Bereifung. Für die Bereifung - eher weniger straßentauglich - sind die Felgen zu klein. Die Suche beginnt in erster Linie nach gleichzeitiger Zulassung im Straßenverkehr. Sklavisch soll es nicht werden, sondern harmonisch wirken (siehe Thema zur Größe und Anordnung von Ziegeln beim Häuserbau ;) ).

      Links: Felgen ohne AP für spätere NG, hier mit Geländebereifung. Mitte: Felgen mit Straßenbereifung, gefühlt sind die Felgen zu groß. Rechts: Links die Felgen mit Geländebereifung, rechts etwas kleinere, passender wirkende Felgen mit imho etwas zu kleiner Straßenbereifung. Beide Felgen passen zu frühen Ausführungen des NG.



      Heiter weiter. :thumbsup:
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas
    • Hallo Andreas!

      In meinem "Oswald" finde ich folgende Angaben über die Bereifungsgröße der Mercedes-Benz NG (1973 - 1980) LKW:
      2626A und 2632A (6X6): 11,00 - 20 oder 12 R 22,5 S+G
      Soll heißen einmal die zivilere (Straßen)Variante mit Diagonalreifen von 11,00 Zoll Breite auf Felgen mit 20 Zoll Durchmesser.
      Oder die Geländereifen mit 12 Zoll Breite auf 22,5 Zoll Felgen.

      Für den 4X4 1626AK bzw. 1632AK habe ich noch diese Dimension gefunden:
      13 R 22,5 S+G

      Ich hoffe Dir damit etwas weiter geholfen zu haben.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Moin Lutz,

      vielen Dank für Deine Hinweise. Den Oswald hatte ich auch schon "kontaktiert", selbst wenn Vieles darin mit Skepsis zu sehen ist. In diesem Fall hat er aber recht, wie eine fruchtende Diskussion an anderer Stelle bereits ergeben hat. Problem ist (mal wieder), daß die wirklich guten Teile nicht mehr so einfach greifbar sind. Dazu zählen die Reifen und Felgen von Memo ebenso wie die von Seibert b&s. Leider geben meine Bastel-Altbestände nichts mehr her in Richtung Memo. Das ist sehr bedauerlich, so daß beide NG nun im Karton verstaut sind und derzeit mit den Kibri-Felgen/Reifen auskommen müssen.

      Die nächsten NG Kipper sind bereits in Arbeit, dieses Mal mit anderer Mulde und weniger martialisch. Sie können mit kleinen Änderungen ebenfalls fast aus der Schachtel gebaut werden. Das zeigt wieder sehr deutlich, wie auch heute noch Kibri-Bausätze Spaß bereiten und mehr als Kurzweil bieten, wenn denn an der Farbe und an Details gearbeitet wird. Es müssen nicht immer die gnadenlosen Meisterumbauten sein. ;)

      Zu den NG allgemein:
      Die früher von mir als Nonplusultra angesehenen Preiser NG verlieren übrigens im direkten Vergleich zur Hütte von Kibri. Kibris-Nachteil waren die wegen der zunächst falschen und auch zu schmal konstruierten Hütte unangetastet gelassenen Straßenfahrgestelle mit runder Stoßstange. Dadurch ragt das überarbeitetes Führerhaus über die Stoßstangenecken hinaus. Natürlich könnte auf Herpa-Kabinen zurückgegriffen werden, aber nur Preiser bot ein derart detailiertes und originalgetreues Fahrwerk mit toller Motornachbildung an. Den Hüttenvergleich Kibri/Preiser werde ich Euch noch zeigen - sofern Interesse besteht.

      Ein fröhliches Restjahr wünsche ich Euch!
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas
    • Andreas schrieb:

      Den Hüttenvergleich Kibri/Preiser werde ich Euch noch zeigen - sofern Interesse besteht.


      Hallo Andreas!
      Den Hüttenvergleich kannst Du gerne machen. Würde vorschlagen mal alle 1:87 Hüttchen NG / NG80 / SK /SK Facelift aufzuführen und kurz ihre Mängel und Eigenheiten schildern. Es wäre auch hilfreich in diesem Rahmen auf die Vorbilder, hier nur die Führerhäuser, dieser Ep.4 und Ep.5 Fahrzeuge einzugehen.
      Zu den 1:1 Hütten* kann sich Jürgen sich noch äussern.

      [ironie]* oder Bruchbuden :?: 'y#
      Aussage eines LKW Fahrers: "Daimler Benz zieht gut!"
      Der Kollege: "Ja aber nur durch die Türritzen!"[/ironie]
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Moin Lutz,

      Dein Ironie-Einwurf ... herrlich. Die glorreichen Henschel-Zeiten sind leider vorbei. :D

      Hütten vergleiche ich nur als NG. Vom SK habe ich nichts (außer einer einzigen Zufalls-Fernkabine von Kibri, optisch super). Der NG läßt sich zwar grundsätzlich in drei Evolutionsstufen unterscheiden, trotzdem gibt es Zwischenstufen die für den Modellbahner unglaublich wichtig sind bzgl. des äußeren Erscheinungsbilds. Die Optik ist nunmal das, was für uns auf der Modellbahn und den Modulen zählt.

      Starten möchte ich allerdings mit einer Erinnerungen an alte Kibri-Basteleien und einer jüngsten Erkenntnis beim Betrachten eines Altbestand-Bausatzes. Es geht im Folgenden nur um die kurze Kabine.

      Kibri brachte recht früh Bausätze des NG auf den Markt. Leider erfüllte die anfängliche Kabine (ich habe keine Bilder davon) schon damals nicht den Ansprüchen und fiel sogar gegenüber dem Wiking-NG deutlich ab. Kibris Hütte war insgesamt zu schmal, der Kühlergrill damit zu schmal und völlig daneben mit einem viel zu hohen und eckigen Dach ausgestattet. Irgendwann - wer weiß es noch?) - hat Kibri die NG-Hütten deutlich überarbeitet und mW neue Formen gebaut. Diese neue Hütte fand auch beim Zweiachser-Kipper Verwendung, den Kibri u.a. unter 10392 auf den Markt gebracht hatte. Konsequent war Kibri allerdings nicht, denn die Fahrgestelle der Straßenversionen wurden nicht überarbeitet. Dadurch wirkten die NG mit neuer Hütte auf mich stets komisch und unvollkommen, ohne über die Gründe nachzudenken. Das habe ich nun getan, als ich endlich einen gescheiten Zweiachser anpacken wollte.

      Ausgangsbasis: Kibri 10392 im vergilbten Karton mit ebenso vergilbter Bauanleitung
      Typ laut Kibri: 1213 K-1633 K mit Meiller-Kippmulde aus Stahlblech.

      Damit ging das Desaster los. Der Radstand des uralten Fgst. beträgt hochgerechnet 3,4-3,45 m. Mit aufgesetzter Hütte ragten die Karosserieflanken der Kabine über die im Chassis integrierte Stoßstange hinaus. Faux-Pas im Ganzen. Hier paßt gar nichts. Der direkte Vgl. mit Vorbilodfotos bestätigte meinen Verdacht: Kibri hatte die Fgst. nicht angepaßt. Außerdem konnte ich mit dem Pseudoradstand nichts anfangen. Die Meiller-Mulde ist ok und hat die geforderten 4,4 m Länge. Auf den Bildern ist auch zu erkennen, daß die runde Preiser-Stoßstange an sich zu filigran ausgeführt ist im Vergleich zur massiveren Kibri-Variante. das ist auch beim Vorbild so. Preisers Stoßstange hätte ein wenig massiver gedurft.



      Weiteres Manko: Der Stern im Grill ist 0,5 mm zu klein im Durchmesser. Dabei hatte Kibri in den ursprünglich verkorksten Kühlergrill einen korrekt großen Stern und dann auch noch mit Streben daneben realisiert. Leider läßt sich dieser Grill nicht verwenden, weil er schlichtweg zu kurz ist. Vorteil von Kibri sind die frühen (schmalen) Kotflügel vorn am NG, die ürbigens auch Herpa im Programm hatte. Damit kommen wir zum kleinen Vorbildexkurs rein optischer Natur:

      NG 73: S-Hütte, schmale Kotflügel, Grill mit Stern und Streben daneben, Spiegelarme mit Haltern etc. ursprünglich silber, Lüftungsschlitze in den Türen
      NG 75: L-Hütte kam hinzu
      NG 77: M-Hütte kam hinzu, breite Kotflügel, Grill mit Stern und Streben daneben, Spiegelarme mit Haltern etc. schwarz, Lüftungsschlitze in den Türen
      NG 80: breite Kotflügel, Grill mit Stern ohne Streben daneben, Spiegelarme mit Haltern etc. schwarz, Lüftungsschlitze in den Türen, Windleitelemente neben dem Grill
      NG 81: GR-Hütte kam hinzu
      NG 85: kaum wahnehmbare optische Unterschiede

      Das Wissen entstammt dem Studium von Bildern und einschlägigen Bauforen.
      Daraus läßt sich ableiten, daß mein hellblauer NG oben im Verlaufe seines Daseins um 1980 herum einen neuen Kühlergrill bekommen haben muß, weil ihm die Streben neben dem Stern fehlen (wahrscheinlich rüste ich diese aber noch nach).

      Zurück zum Zweiachser: Es sollte ein ab 77er werden, also breite Kotflügel, als Typ der meistverkaufte 1617 (A)K, paßt gerade noch so zur ausgehenden Dampflokzeit.

      Modellbasis: Preiser Fgst. 3,6 m (über Bastian oder vom Absetzer 1220), Preiser-Kabinensatz (Bastian oder halt Absetzer 1220 nehmen), Kibri 10392 für die Hütte und Aufbau
      Nächstes Problem: Der Hilfsrahmen der Mulde ist Bestandteil des Kibri-Fgst. Überlegung: Fgst. herunterschleifen oder Holzmulde von Preiser verwenden. das ist noch nicht entschieden.

      Warum nun die modernisierte Kibri-Hütte?
      Das Preiser-Führerhaus (orange) wiegt zwar in der Hand wertiger viel dickere Wandstärke), hat aber mE einige wesentliche Mängel. Es es ist eckiger gestaltet. So ist der hintere Holm zu breit und der Übergang von Frontscheibe zum Dach zu breit und - eben - eckig. Damit ist das Dach im Ganzen zu breit. Bei Preiser gefällt auf jeden Fall der Grill mit einem korrekt großen Stern sowie die Möglichkeit, eine kippbare Kabine zu bauen.



      Los geht es.



      Großer Vorteil: Die Innenausstattung von Preiser paßt in die Kibri-Hütte. Der bessere Preiser-Grill läßt sich an den Seiten leicht anschleifen und muß nur dünner geschliffen werden, damit er dann mit der Kibri-Hütte harmoniert.
      Bild links zeigt den angepaßten Preiser-Grill in der Kibri-Hütte und den Kibri-Grill mit dem zu kleinen Stern am Spritzling. Anpassungsarbeiten an den Preiser-Bauteilen für den eventuellen Bau der Kippkabine waren mit leichten Schleifarbeiten an der Hütte und den Anbauteilen erledigt.



      Abschließend zwei Bildchen auf dem Preiser-Fgst. Links mit eckiger Preiser-Stoßstange und rechts mit runder Preiser-Stoßstange, Ausführung ohne kippbarer Kabine aufgesteckt. Die Möglichkeit dazu besteht nachwievor. Dazu müßte ich nur die Kibri-Hütte an der Front unterhalb des Grills anpassen. Die Kombination mit der Preiser-Stoßstange gefällt mir noch nicht so richtig wegen der beschriebenen Filigranität.



      Eine kippbare Kabine von Kibri gibt es übrigens auch - in ein paar wenigen Bausätze verpackt gewesen, die mir leider nicht vorliegen. EDIT: Kibri-Bausatz mit kippbarer Kabine ist geordert. Fortsetzung folgt.
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Andreas () aus folgendem Grund: Verschwundene Bilder erneut eingebunden.

    • Moin,

      speziell für Lutz, weil es sich auf und für mo87 ebenfalls so ergeben hat, ein Vergleich von vier NG-Hütten (kurz), die mE relevant sind zur Betrachtung. Wiking bleibt außen vor, zu klein. Ich mag den Wiking-NG trotzdem. Etliche Kilometer haben die Kipper (teils noch mit integriertem Grill) bei mir inkl. mit Kippmulde ausgerüsteten 503er Henschel zurückgelegt.

      Heute habe ich gleich vier NG-Hütten zum Vergleich fotographiert (Bilder sind also von 2014 und nicht 2013 :) ).
      Im Fundus ist ein Roco-NG aufgetaucht. Die Zuordnung: Kibri – curry, Preiser – orange, Roco – minzgrün, Herpa – dunkelgrün. Leider habe ich spontan nur die Herpa-Kipper mit Schnorchel gefunden. Der Zahnstocher dient als Ausgleichsstütze.



      Beim Kühlergrill sind Herpa und Preiser das Maß aller Dinge: Korrekte Sterngröße an richtiger Stelle, wohingegen der von Roco zu tief sitzt bzw. nicht mit den Rippen abschließt und der von Kibri deutlich zu klein ist. Einen in der Länge leicht gekürzten Herpa-Grill kann ich mir in der Kibri-Hütte sehr gut vorstellen. Zum Bild (v. o. n. u.): Kibri (daneben Kibri uralt, leider zu kurzer TOP-Grill), Preiser (grenzfällig, leicht zu groß), Roco (zu groß), Herpa



      Persönliches Fazit: Die Kibri-Hütte ist filigran, ist dünnwandig und trifft den NG mit Abstand am Besten. Die noch nicht angesprochene Roco-Kabine würde ich zwischen Herpa und Preiser ansiedeln. Sie ist deutlich eckiger, hat ein größeres, zu rundes Dach und ist fast so (und damit auch zu) breit wie die von Herpa. Und Letztere ist tatsächlich zu breit. Für sich alleine kann ich mit Herpas NG leben, solange es z.B. um einen angepaßten Kipper gehen würde. Denn Herpas Dreiseitenkipper ist aus dem Kompromiß heraus geboren, ein Einheitsfahrgestell (vorgesehen für kippbare Führerhäuser) für viele Hersteller zu bieten, auf dem eine einheitlich zu große und arg stilisierte Mulde zu finden ist.
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas
    • Andreas,
      ich freue mich, daß hier auch mal in Sachen Straßenfahrzeuge Tacheles geredet wird. Auf dem gleichen Level wie Ziegelmauerwerk und Kleineisen. Die mittellange Roskopf Hütte in "Schweizer Breite" hast Du bislang noch nicht angesprochen. Hier habe ich auch ohne Nachmessen das Gefühl sie ist zu schmal und die oberen Seitenpartien zu stark eingezogen.
      Die Einheits-Untergestelle haben den gleichen Effekt wie früher bei den Güterwagen, nichts passt so richtig.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Lutz K schrieb:

      ich freue mich, daß hier auch mal in Sachen Straßenfahrzeuge Tacheles geredet wird. Auf dem gleichen Level wie Ziegelmauerwerk und Kleineisen. Die mittellange Roskopf Hütte in "Schweizer Breite" hast Du bislang noch nicht angesprochen. Hier habe ich auch ohne Nachmessen das Gefühl sie ist zu schmal und die oberen Seitenpartien zu stark eingezogen.
      Die Einheits-Untergestelle haben den gleichen Effekt wie früher bei den Güterwagen, nichts passt so richtig.


      Moin,
      schön, wenn es gefällt. Allerdings möchte ich nicht den Eindruck erwecken, hier ginge es wie bei Kleineisen und Ziegelsteinen zu. Die Wirkung zählt auch. Wer also einen Preiser-NG aus der Schachtel baut (z.B. den legendären Zweiachser-Absetzer 1220) und verfeinert, wird einen von der Wirkung her schon zutreffenden NG bauen und aufs Modul stellen. Die Kabine indes wird ihre leider nicht zutreffende Gestaltung aber nur schwer verstecken können wie es die aktuelle Roco 221 mit dem fehlenden Frontüberstand des Aufbaus über den vorderen Rahmen (Pufferbohle) nicht tut oder die 220 von Roco mit den zu kleinen Seitenfenstern des Lokführers nicht verstecken kann. Aus dem von mir propagierten Fremo-Abstand (Fredi) geht ein Preiser-NG gerade noch durch.

      Außerdem gibt es definitiv Modelle für unseren Maßstab, die das Wort Modell nur ansatzweise verdienen oder eher als Spielzeug zu betrachten sind. Wieviel schöne Module gibt es nicht - auch auf Fremo:87/H0pur-Niveau, die durch Aufstellen miserabler Automodelle sehr deutlich an Qualität und Wirkung verlieren.

      Um aber auf den NG zurückzukommen: Ja, lediglich Roskopf hat die wichtige M-Kabine umgesetzt und ja, die ist zu schmal, zu hoch, zu eckig, ... und bedarf einer kompletten Generalüberholung, die einem Neubau gleichkäme. Davor scheue ich mich. Deshalb habe ich nichtmals ein solches Roskopf-Modell im Fundus vorliegen. Bedauerlicherweise hat Kibri die mittellange Hütte niemals umgesetzt und wird es unter Viessmann leider kaum mehr tun.
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas
    • Moin,

      Testaufbau mit Radsätz, die lediglich zum Prüfen dienen. Hilfsrahmen für die Meiller-Mulde stammt vom Preiser-Absetzer 1220 und nur zum Probieren aufgelegt. Ich werde einen Hilfsrahmen selbst bauen müssen. Problematisch und eine elende Frickelei sind die zweiteiligen Kotflügel von Preiser (für kippbare Fahrerkabine vorgesehen), da will so gar nichts richtig passen. Mir fällt schon eine Lösung ein.
      Das Muldenschild wird dann mit der Unterkante der hinteren Kabinenfenster abschließen.



      Ich habe einen Bausatz mit kippbarer Kabine von Kibri geordert. Den schaue ich mir an, weil die Variante mit Preiser-Bauteilen zwar funktioniert, die Kabine aber heruntergeklappt leicht schräg steht. Es gibt daher noch genug zu tun. Auch muß ich auf das fehlende Evergreen warten. Will heißen, derzeit herrscht hier Baustopp. ;)
      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas
    • Hallo Andreas,

      ich hab´s zwar geahnt, daß aber die Beschäftigung mit dem Bau/Umbau/Modifizierung von Nutzfahrzeugen mit fast wissenschaftlicher Akribie betrieben werden kann, war mir so nicht bewußt. Dazu braucht man ganz sicher erstmal großes Interesse am Orginal und ein gerüttelt Maß an Erfahrung. Es ist ja wahrscheinlich auf Grund der Vielfältigkeit, also des übergroßen 1:1-Angebotes, eine eigenständige Sparte im Modellbau.
      Ich schau mir das gerne an, hat es doch was mit dem Bestreben zu tun, maßstäbliche Modelle zu bauen.
    • Hallo Peter,

      Du kannst es tatsächlich vergleichen mit Einheitsfahrgestellen von Güterwagen, Kunststoffräderwerk von Dampfloks, falsch liegende Leitungen am Kessel, zu kleine Fenster an einer 220 ... Und wenn genau diese Aspekte auch bei der Bestückung von hervorragenden Modulen und Anlagen ansatzweise berücksichtigt werden, dann wäre es perfekt. ;)

      Zwei weitere Modell kann ich zeigen. Es handelt sich um MB LAK 2624 auf Preiser-Basis mit Meiller-Mulde samt Hilfsrahmen von Kibri, Peilstangen von Weinert und Ätzspiegel von msM87. Die Rückleuchten wurde zunächst gesilbert und anschließend mit farbigem Klarlack von Tamiya behandelt. Fahrgestell sind in MB-ochsenblutrot von Tamiya und die Karosserieteile nach dem Grundieren ebenfalls mit Tamiya-Lack behandelt. Kennzeichen kommen über Bronnheim und werden bei mir stets mit Prittstift oder Tesastift angeklebt. Auch die Inneneinrichtung ist behandelt. Beim blauen LAK liegt eine Rindsledertasche aus Pappe und das Magazin Spiegel (Schleyer-Entführung), der Fahrer des gelben LAK hat sich eine AMS von 1975 mitgenommen. Auspuffrohre aus Messingröhrchen verbessern die Optik. Es fehlen noch die Streuscheiben der Hauptscheinwerfer, ggf. noch die farbliche Analterung. Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch zu tun. Das Logo beim Gelben ist eine Eigenkreation, gesetzt und gedruckt über msM87.

      Blaue LAK 2624:



      Gelber LAK 2624:

      Gued gaohn un bis düsse dage aus dem Münsterland
      Andreas

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andreas ()

    • Jörg!

      aus einem anderen Forum mal geklaut:
      buntbahn.de/fotos/data/500/3791DSC_8421.JPG
      Wenn Du genau hinschaust siehst Du 3 Rahmen:
      - ganz unten in grau der eigentliche LKW Rahmen
      - darüber in rot der Hilfsrahmen
      - oben der Brückenrahmen

      Da beim Kippen erhebliche Lastumverteilungen und Kräfte entstehen wird der Fahrzeugrahmen durch den aufgesetzten Hilfsrahmen verstärkt. Am Hilfsrahmen sind auch die 4 Dreh- und Auflagepunkte für die eigentliche Ladefläche, eben die Kippbrücke, angebracht. Ebenso die unteren Anlenkungspunke für den Hydraulikzylinder.

      Auf den Brückenrahmen wird dann die Ladefläche aufgebaut.

      upload.wikimedia.org/wikipedia…8652656%29.jpg?uselang=de
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz