Denver & Rio Grande Western

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    • Denver & Rio Grande Western

      Hallo Leute!

      Ein Name der auch hierzulande nicht ganz unbekannt sein dürfte. Nun, es begab sich, daß im Dezember letzten Jahres ein in einschlägigen Kreisen bekannter Modellbahn Dealer eine Sonderpreis Aktion durchführte mit Schlußpunkt 31.12.2013 um 23.59 Uhrzeit. Zu einem Preis, could'nt resist, kurz für deutlich weniger als ich für meine Roco BR50 Wannentender bezahlt hatte. Selbst mit den nicht ganz billigen Versandkosten eingerechnet und nach bezahlen der als Einfuhrumsatzsteuer deklarierten 19% Märchensteuerm immer noch unter dem Straßenpreis für die Roco 50er.








      Das war im Paket dann darin.


      Korrosion am sog. Doghouse; "Hundehütte" lediglich nur ein geschützer Aufenthaltsort für den vorgeschriebenen Front Brakeman; in etwa Bremser.
      Der Conductor "Zugführer" saß ja dagegen im Caboose. Deswegen das Teil nicht mit den Kabinentendern verwechseln.


      Grund für den günstigen Preis war auch ein teilweise knallrot eingefärbtes Modell. Hier hat der rote Schaumstoff der Verpackung im Lauf der Jahre abgefärbt und ist sogar durch die Schutzfolie, in der das Modelle eingewickelt war, durchgeschlagen. Die roten Abfärbungen liessen sich leicht mit einem in Aceton getränkten Küchentuch wieder entfernen. In den Ritzen sieht man noch Reste die mich aber nicht weiter stören da die Lok später lackiert werden soll.


      Und für Christian noch einmal extra ein Detailfoto von der Abdampfstrahlpumpe. Sie sitzt auch nicht ganz am korrekten Ort. Sie müsste tiefer angebracht sein, unterhalb des Tenderwasserkastens da nicht selbst ansaugend.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • So sieht es unter dem Blech aus:


      Eine der letzten Lokmodelle die noch mit dem Open Frame Motor ausgerüstet wurden. Die etwa zur gleichen Zeit entstandene USRA 2-10-2 (siehe Thread Die Montagslok, USRA 2-10-2 light von Sunset ) hatte dagegen schon einen Can Motor.


      Dann das Dingen mal ausgebaut. Eine 4-fach gelagerte Welle mag ich nämlich gar nicht gerne.
      Auf dem Lokrahmen sieht man noch eine Art gefederte Wippe auf der der Motor festgeschraubt war. Unten am Motor erkennt man noch eine U-Scheibe aus Gummi die dem Motor wohl noch etwas elastischer befestigen sollte. Mittlerweile hat sich der Weichmacher aus der U-Scheibe verflüchtigt und das Teil ist steinhart geworden.


      Nach öffnen des Getriebes ergaben sich keine Auffälligkeiten an den Innereien. Es handelt sich hier um eine sog. Idler Gearbox, d.h. eien achsreitendes Getriebe mit Zwischenzahnrad.
      Es spricht als nichts dagegen es weiter zu verwenden.
      Dazu habe ich die Schnecke von der langen Motorwelle abgezogen. Hierbei muß man manchmal tricksen, wie die Schnecke mit der Flamme warm machen, um sie überhaupt abziehen zu können.


      So sieht der Antriebsstrang nach dem Umbau aus.

      Ein Faulhaber 1331 als hier standesgemäßer Ersatz. Um ihn zu befestigen habe ich mir aus Ms. U-Profil eine Motorlagerung gemacht die auf den Rahmen aufgeschraubt wird. Der Motor selber wird durch ein Spannband gehalten. Damit umgeht man dann alle Klippen wie z.B. Gewindebohrungen im Motorgehäuse herstellen. Zudem lässt sich der Motor bezüglich seiner optimalen Position feinjustieren.

      Diesmal stellt eine Gelenkwelle die aus NWSL-Shortline Teilen konfiguriert wurde die Verbindung zum Getriebe her.
      nwsl.com/

      Für das Getriebe selber habe ich eine neue Schneckenwelle aus 2,4mm Rundmaterial angefertigt.
      Des weiteren eine Drehmomentstütze zwischen Getriebegehäuse und Motorhalterung. Diese habe ich aus einem Ätzrahmenrest von Kuswa gemacht.
      An der Motorhalterung habe ich mit Kontermuttern gearbeitet und so hier ein Gelenk geschaffen. So hat auch die Treibachse weiter ein ungehindertes Federspiel.

      Wie man sieht ist hier beim Modell der Barrenrahmen wie beim Vorbild aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Er ist übrigend voll durchbrochen, auch die Partie im Bereich der Kuppelräder.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Weiter geht es dann mit der Elektrik:


      Stromabnahme von der Lok. Daneben das übliche Prozedere wie Abfederung von Vor- und Schleppachse, Ausrichten das Schleppachsgestells damit es auch wirklich gerade ist. So wie Kontrolle und Ausrichten der Kreuzkopfführungen, eine "beliebte" Ursache für Klemmer und unrunden Lauf.
      Unter dem hier als Schneepflug ausgebildeten Kuhfänger habe ich einen isolierende Kunststoffstreifen geklebt. Das lehrte die Erfahrung mit einigen Fremo Modulübergängen.


      Im Inneren der Lok; leider etwas unscharf geworden weil sich der Fotoklick mal wieder auf etwas Nebensächliches scharf stellen musste.
      Eine Kabelführung um die insgesamt 7 Elektroverbindungen zum Tender in geordnete Bahnen zu lenken.
      An hinteren Ende der Kabel entsteht gerade der Stecker. Die oben und unten aufgeklebten Kunststoffplättchen werden mit reichlich Sekundenkleber vergossen und dienen als Knickschutz der Lötstellen als auch als Griff für den Stecker.
      Oben auf der Motorschelle eine kleine Messingplatte als Klebefläche aufgelötet und darauf eine Kunststoffplatte aufgeklebt. Hier dann erst die 3-polige Steckbuchse für den Stirnscheinwerfer und eine spätere Fhs.-Innenbeleuchtung. Auf das Gimmick Innenbeleuchtung habe ich erst einmal verzichtet weil die Stehkesselrückwand zwar vorhanden, aber doch recht rudimentär detailliert ist.


      Stromabnahme des Tenders.
      In das Kuppeleisen habe ich noch eine 3. zusätzliche Bohrung eingebracht um Lok und Tender noch enger zusammkuppeln zu können.
      Am hinteren Ende des Tenders habe ich eine zusätzliche mittige Bohrung eingebracht und ein Gewinde dort geschnitten. So kann ich die modernen maßstäblicheren Kadee Kupplungsaufnahmen anschrauben.



      Die elektrischen Innereien des Tenders. Die Kabelfarben entsprechen den Vorgaben der NMRA / NEM.
      Es sind nur Buchsen. Vorne die 7-polige Verbindung zur Lok. Mitte die 8-polige genormte Buchse als Decoderschnittstelle.
      Die 2-polige Buche ist für den rückwärtigen Scheinwerfer.
      Somit sind alle elektrischen Hauptverbindungen ohne Lötarbeiten trennbar ausgeführt.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Hallo Lutz,
      ein schönes Stück Messing hast Du da erworben...
      Auch hier wieder der recht einfache Antrieb mit nur zwei Getriebeteilen. Wie es scheint- ist der im Original verwendete Motor ein lsangsamläufer, der nur durch seine Polanzahl zu einem runden Lauf kommen kann.
      Aber ich sehe hier neinen dreipoligen Anker. Also nichts mit ruhigem Lauf-eher Rastefix. Von daher macht es Sin, diesen duch einen Glockenanker zu ersetzen.
      Die Übersetzung des Getriebes sollte dann auch eine, zu mindest in etwa, vorbildgerechte Geschwindigkeit ermöglichen.
      Was mich aber bei Deinem Umbau verblüfft- ist der Aufwand- die Schnecke von der Motorwelle zu entfernen.
      Zumal, alles was (auf Deinen Bildern) rechts der Schnecke ist, whrscheinlich für die "Ablage P" vorgesehen ist. Hier würde ich kurzen Prozess machen, die Welle am Ende des Motorrahmens mit einer Trennscheibe abtrennen.
      Dann die Kugeln abziehen, die Schnecke mit Klebeband abkleben und in die Drehmaschine damit.
      Den Dremel (oder was auch immer) in den Meißelhalter spannen und die Welle auf Länge schleifen, etwas entgraten und fertig.
      Neue Kardane baust Du ja sowieso ein...und der Druchmeesser der Welle ist ja durch die Schnecke vorgegeben...

      Die restlichen Justier- und Einstellarbeiten am Fahrwerk sind ohnehin nur noch Handwerk und bei fast allen Messingmodellen notwendig...

      Mir gefällt die saubere Aufteilung der Kabel. Diese Stecker sind die Lösung für viele Probleme, gerade längerer Lok. Es ist schon ein ziemliches Prozedere, diese Modelle dann aus der Kiste aufs Gleis und zurück zu stellen...
      Ist hiermit in meinen "Ideenspeicher" übernommen.

      Interessant finde ich aber die Lösung des Hinterrahmens. Allerdings nur praktikabel, wenn der Rahmen, wie hier, durch die Konstruktion des Nachläufers verdeckt wird. Ansonsten würde es wohl etwas merkürdig aussehen.
      Allerdings finde ich es selbstverständlich- daß für ein hochpreisiges (wenn auch altes) Lokmodell der Barrenrahmen im Bereich der Kuppelachsen durchbrochen ist.

      Viele Grüße
      Christian
    • Hallo Christian!

      Zu dem Open Frame Motoren.
      Sie gehen auf eine Konstruktion von Pittmann aus den 1930er Jahren zurück. Die original "Made In USA" Motoren sind ausgezeichneter Qualität, während die Fernost Nachbauten eine oft schwankende qualitative Ausführung aufweisen. Das geht von schludrig bis hin zu original US Standard. Hier sind mir bislang im US Bereich noch keine 3-Poler untergekommen. Alle sind 5-Poler. Das Rastmoment ist dadurch recht klein, auch bei den schludrigen Exemplaren.
      Hierzulande haben m.W. nur Trix und Liliput solche Motorbauaerten verwendet. Der Trix Motor war nur 3-polig und von daher stammt wohl auch das Rastefix Image. Der Liliput Wien Motor fiel oft durch seine schwankende und meistens mangelhafte Ausführungsqualität auf.
      Ein Link zu Bowser der die letzten seiner Art gefertigt hatte, hier schon DCC geeignet und mit schräg genutetem Anker und fast gänzlich ohne Rastmomente
      bowser-trains.com/docs/instructions/motors%201.pdf


      Der Standard Antriebsstrang der 1950er und 1960er Jahre. Der wurde auch bei Großserienmodellen wie z.B. Mantua verwendet. Von seinen Eigenschaften weit überlegen von dem was hierzulande zur gleichen Zeit dem Modellbahner seitens der einschlägigen Großserienhersteller teilweise zugemutet wurde. Es war halt Spielzeug.

      Die Schnecke war mit Hilfe der Ständerbohrmaschine schnell abgezogen:

      Sie saß auch nicht mit so einem irrsinnigen Preßsitz auf der Motorwelle. Man muß sich nur die geeigneten Unterlagen und Dorne schaffen und mit Bedacht daran gehen.
      Beachte auch das Buch daneben "Ex Oriente Lux"; frei übersetzt: "Die Weisheit kommt aus dem Osten." ;)
      Das Buch habe ich mal sehr günstig auf einer Modellbahnbörse erstanden weil es keiner haben wollte.

      Die Kugeln aus Sinterbronze sind die Lager der Schneckenwelle. Wie schon gesagt eine 4-fach gelagerte Welle und daher statisch unbestimmt.
      Da das Getriebe keinen Spektakel machte und auch nicht verschlissen war, habe ich es weiter verwendet. Die Übersetzung ist 1:40, damit muß der Fauli dann ordentlich drehen und braucht dann schon seine 10000 Touren um die Lok auf Vorbildgeschwindigkeit zu bringen. Damit läuft der Fauli dann auch im Datenblatt von Faulhaber empfohlenen Bereich der Abgabedrehzahl.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz

    • Dann hat mich noch die Glocke gestört, bzw. deren Stellung. Wie man auf dem Foto erkennen kann ist sie um etwa 45° nach hinten geneigt. So als ob sie nach hinten gezogen würde.
      Gerade biegen ging hier nicht weil das Ganze ein einzige Gußteil ist. Die Glocke war nicht nur am Querjoch am Glockenstuhl angegossen, sonders auch an ihren unteren Rändern rechts und links.


      Hier musste ich dann zur Säge greifen, genauer gesagt zu einem hauchdünnen Kreissägeblatt welches in den Bohrzwerg eingespannt wurde. Damit habe ich dann die Glocke aus dem Stuhl herausgesägt.
      Durch das wirklich sehr dünne Kreissägeblatt hat man einen sehr minimalen Materialabtrag und damit dünne Sägeschnitte.


      Nach versäubern der unteren Glockenränder mit der Silikonschleifscheibe habe ich sie dann senkrecht wieder eingelötet.
      Auf den im www zugänglichen Fotos habe ich leider nichts über die Betätigung der Glocke in Erfahrung bringen können. Man kann weder einen Seilzug erkennen noch den bei Air Ringer charakteristischen Druckluftzylinder zur Betätigung. Also bleibt diese Baustelle erst einmal bis zur Klärung offen.


      Der vordere Zier-Kupplungskopf aus Messing wurde durch einen aus schnödem Plastik ersetzt. Der Grund ist das massive Gußteil das Pilot Beam (hier würde man sagen Pufferbohle), Kupplungsaufnahme und Schneepflug darstellt. Um eine Kadee Kupplerbox hier anzubringen hätte ich mich durch eine Menge massiven Messingguß fräsen müssen. Als Alternative hätte ich auch einen origalen Kadee Kupplungskopf umarbeiten können, aber der ist aus Metall. Und da Metall ja bekanntlich elektrisch leitend ist und hier die rechte Lokseite und damit auch die Kupplungsaufnahme ebenfalls elektrisch leitend miteinander verbunden sind, würde bei ungünstigem Zusammenkuppeln dann der Booster des Fremo Arrangements abschalten :tomate: Deshalb der Kopf aus Kunststoff.


      Anschliessend erfolgten dann die Probe- und Einstellfahrten. Da ich mir diesmal einen Zimo Decoder geleistet habe, waren sie auch etwas umfangreicher und zeitintensiver als sonst.
      Daneben habe ich noch Dutzende von Kleinigkeiten gerichtet die ich hier gar nicht erwähnt habe weil sie mir zu trivial erscheinen. Das könne z.B. das Richten verbogener Handläufe sein oder das Schleppachsgestell seht mir nicht 100zentig gerade genug oder hier habe ich auch an den vorderen oberen Ecken des Tenders Abdeckbleche entfernt die laut Vorbildfotos dort nicht hingehören und noch ettliches mehr.
      Was jetzt noch stört ist die Lage des Abdampfinjektors. Wie schon erwähnt müsste er tiefer angebracht sein. Aber, große Gretchenfrage, was gibt oder besser gesagt, was findet man beim Fremo als Minimalradius vor?

      Damit lege ich das Projekt erst einmal zur Seite. Der nächste Arbeitsschritt wäre nämlich das Lackieren der gesamten Lok.
      Und bei mir hat sich ein richtiger Lackierstau angesammelt. :huh:
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Um auch diesen Thread zu einem Abschluß zu bringen, hier der Rest der Geschichte:

      Auf dem Fremo Treffen in Gorxheimertal Anfangs des jahres hatt eich die Lok mit. Der Alexander Lösch war davon so begeistert und meinte die müsse unbedingt nach Riesa mit. Also wurde sie bei der Lackierung vorgezogen.


      Ein letztes Foto im blanken Zustand zusammen mit den beiden anderen Klötzen.






      Anschliessend habe ich die Lok zerlegt. So wird man die Barrenrahmen nie wieder sehen können.






      Das Fahrwerk habe ich dann mit dem Pinsel komplett selber lackiert.






      Die Lok wurde zum Lackieren der großflächigen Teile ausser Haus gegeben und so ist sie dann wieder bei mir eingetroffen.






      Die abschliessenden Arbeiten umfassten das wieder leichtgängig machen des Mechanismus, Ausbessern von Patzern am Fahrwerk, so wie das schwarzmalen der Räder am Tender, das hat der Lackierer nämlich vergessen.











      Die Führerhausfenster wurden verglast.





      Ebenso das Doghouse auf dem Tender.





      Und die Lok dann mit Engineer und Fireman ausgestattet (Lokführer und Heizer).





      Ich habe fertig um es auf gut pfälzisch zu sagen.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Mittlerweile ist auch diese Lok mit einem Sound ausgerüstet worden. Der Decoder ist ein Soundtraxx Econami ECO-100 soundtraxx.com/dsd/econami/eco100.php in Verbindung mit einem Zimo LSG50X15X40 mit 16 Ohm der eigentlich für Großbahnen gedacht ist. Als Stütze kam noch ein 1000 Microfarad Kondensator hinzu.
      Für den Hausgebrauch wurde die Lautstärke per CV auf etwa 20% der möglichen Maximallautstärke eingestellt. So ist die Lok zum Probefahren auf das Fremo Treffen im Mannheim 2016 gekommen.



      Statt in Riesa nun erst in Mannheim wurde diese Museumsdampflok bei nicht öffentlichen Probefahrten gesichtet. Dabei wurde der Regler auch an andere Personen abgegeben und diese zum Fahren ermuntert, darunter auch ettliche aus der deutschbahnernden Zunft. Die Lautstärke wurde allgemein als zu leise empfunden, ab etwa 3m Entfernung war nichts mehr vom Sound zu hören. Dafür wurde das Fahrverhalten und der sich dynamisch anpassende Sound gelobt.
      Die Unzulänglichkeit des aktuellen umständlich zu bedienenden "KPEV" Fredis zeigte sich hier allerdings deutlich, hier wäre ein SWD Fredi mit 9 direkt aufrufbaren Funktionen das bessere Mittel gewesen.




      Die Fremo Schotterpolizei hat hier nichts zu melden und die hiesigen Cops sind viel zu sehr mit den Blues Brothers beschäftigt. So konnten die Probefahrten ungestört von statten gehen.

      Fazit: Einsatzfähig.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Noch kein Ende

      Nun begab es sich, daß einem guten Bekannten die K-59 so gut gefiel, daß er auch eine haben wollte. Mir gefiel dagegen die zur K-59 Mikado komplimentäre Pacific Type P-44 der Rio Grande so gut, daß vor einigen Wochen zuletzt dann 3 Loks aus den Staaten den Weg über den Atlantik fanden.





      P-44 wie gekauft und ausgepackt. Ich hatte mir diesmal eine schon lackierte Lok geleistet. Man sieht, daß die 1. Vorlaufachse nicht richtig auf dem Gleis steht, hier war das bewegliche Vorlaufgestell mit Farbe zugekleistert.
      Die P-44 vom Bekannten war unlackiert und noch im schönsten Messingglanz. Seine K-59 war dann aber bereits schon lackiert gekauft.
















      Die lackierte P-44 hatte ich schon vorher teilweise auseinander genommen um ein paar Macken zu richten. Jetzt erst sieht man, daß a) die Lok einen voll durchbrochenen Rahmen hat und daß b) das Fahrwerk vor dem Lackieren nicht demontiert worden ist. Hier ist dann mir der Airbrush einfach daraufgehalten worden. Man sieht es auch an den mitlackierten Rückseiten der Räder und am Sprühschatten an den Rahmenwangen.




      Zwei P-44 Pacifics und eine K-59 Mikado landeten dann zwecks Umbau und Digitalisierung auf meiner Werkbank:

      Hier die Fahrgestelle der Loks. Wobei die K-59 (im Vordergrund) vorher noch einen Open Frame Motor hatte, der hier auf Wunsch durch einen Mashima 1830 ersetzt wurde. Des weiteren wurden hier Gelenkwellen von A-Line eingebaut wie sie auch in den US Dieselloks ihren Dienst machen. Vom Platz her musste ich bei der K-59 tricksen um den Mashima 1830 unterbringen zu können. Dazu gehörte auch, daß der Motor am hinteren Ende auf dem groben Schlosser-Schleifbock schräg angeschliffen wurde... :whistling:
      Die beiden P-44 hatten dagegen schon einen Glockenankermotor aus Japanischer Fertigung, diese bleiben auch. Was hier entsorgt wurde waren die üblichen Gummischläuche. Sie wurden durch Gelenkwellen ersetzt welche aus Teilen von A-Line und Tenshodo kombiniert wurden. Wobei die Schneckenwellen statt der üblichen 2,4mm ein perverses Maß von 2,2mm aufwiesen. Hier musste dann mit der Drehbank getrickst werden um entsprechende Gelenkwellenaufnahmen zu schaffen. So Werkstücke mit der Pinzette halten beim Einspannen.
      Die Getriebe aller 3 Lok bekamen die obligatorische Drehmomentstütze. Vorher wurden alle Getriebe jedoch demontiert und das darin enthaltene "Ohrenschmalz" entfernt, diese Konsistenz und dieses Aussehen hatte mittlerweile das Originalfett angenommen.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Auch hier gab es dann jede Menge Kleinigkeiten an den Steuerungen der Loks zu richten. Bei den beiden Pacific Loks bewegen sich Gestängeteile an verschiedenen Stellen mit nur 0,5mm Abstand voneinander. Hier ist präzises Ausrichten aller Teile erforderlich. Dafür gibt es dann auch keine ausladenden Zylinderblöcke, sondern sie sind wie beim Vorbild innerhalb des Umgrenzungsprofils.

      Nachdem die Mechaniken aller 3 Loks rund liefen, ging es an die Elektrik:
      Hier sind die Bodenplatten aller 3 Loks abgenommen und werden mit Radschleifern versehen. Diese mache ich aus 0,3mm Federbronzedraht.
      Hinten sind die Tenderdrehgestelle zu sehen welche auch mit Stromabnahme versehen werden.



      Aus Erfahrung werden auch masseseitig Radschleifer angebracht. Diese werden zuerst direkt an die Bodenplatten bzw. an die Quertraversen der Tender-DG angelötet. Aufgeklebte Streifen aus 0,3mm PS bilden dann die Isolierung.
      Darauf werden Bronzeblechstreifen aufgeklebt an die vorher die Radschleifer und ein Stück Litze angelötet wurden. Dieses Sandwich ergibt dann die Stromabnahme für die isolierte Seite.




      Die fertig gestellten Stromabnahmen aller 3 Loks. Ein Haufen schwarzer Litzen, nur nichts durcheinanderbringen.




      Die Stromabnahme der Mikado, hier sind die Bremsen schon glücklicherweise aus Kunststoff gefertigt, so daß es hier zu keinen Kurzschlüssen kommen kann.





      Die Stromabnahme der beiden Pacifics. Die Messing Bremsen mit samt ihrem Montagerahmen erfordern hier eine andere innovative Anordnung der Radschleifer als auch eine Teilung der isolierten Stromabnahmebasis. Sie werden mit Litzen el. verbunden.
      Man beachte auch wie dicht zusammen jeweils die äusseren Seiten der Radreifen der 1. Kuppelachse an den hinteren Haltern für die Kreuzkopfgleitbahnen liegen. Hier ist absolut kein Platz für eine Seitenverschiebarkeit der 1. Kuppelachse.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Hallo Rainer,
      wenn diese 3 Loks durch sind kommt etwas Großes in Spur 0, dafür brauche ich den Platz auf der Werkbank.





      Bei einer Lok drehten sich die Radsätze in den Tenderdrehgestellen nicht frei. Die Achstummel haben 1,5mm Dmr. und die Lagerbohrungen in den Drehgestellseitenwangen hatten ebenfalls knapp über 1,5mm Dmr. Hier hat dann die Übergenauigkeitsfalle zugeschlagen. Die DG- Seitenwangen sind gegenüber der Quertraverse beweglich und wenn die Seitenwangen von ihrer Beweglichkeit Gebrauch machen sind die Mittellinien von Achse und Lagerbohrung nicht mehr rechtwinkelig zueinander. Klemm.
      Die Lagerbohrungen wurden daher mit 1,7mm aufgebohrt und so klemmt nichts mehr. Angesichts dieser Wurfpassung kräuseln sich wohl jedem Feinmechaniker die Fußnägel, aber das hier ist eine funktionable Lösung.




      Die weitere Elektrik entstand nach bewährtem Muster.





      Als vorbereitende Arbeiten wurden Rahmen und Steuerungsträger mit dem Pinsel schwarz gestrichen, die Lok war ja schon zwecks Anpassung der Radsatzmaße komplett auseinander.





      Weitere Bearbeitung der Fahrgestelle. Die oben angebrachten Steckbuchsen dienen der trennbaren Verbindung zum Stirnscheinwerfer.





      Dann wurden 6-polige rsp. 7-polige Stecker zur el. Verbindung mit dem Tender angelötete. Wenn die hier richtig angeschlossen sind, ist die kritische Phase mit den schwarzen Litzen im Prinzip vorbei.





      Anschliessend erfolgten erste Probefahrten.





      Zweimal die gleiche Loknummer. Bricht jetzt der Weltuntergang herein?
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz
    • Dann war da noch dieses Getriebe "Krrrrrrr" in der K-59 :schimpf:
      Ich meine es machte unter Last "Krrrrrr" X/ und die Lok blieb dann krrrrrrend stehen.
      Mein Verdacht erhärtete sich, ein nicht ganz korrekter Zahneingriff der Zahnräder mit Modul 0,3. Und zwar zwischen Zwischenzahnrad und Achszahnrad. Auf dem Vorführgleis das auf dem Brokatdeckchen liegt, das wiederum dem Tischchen liegt welches vor der Vitrine steht , ist sie ja noch gelaufen. + data-verified= <">


      Ursachenforschung:

      Die untere Getriebeabdeckung lag nicht ganz sauber auf. Sie sorgt sonst dafür, daß die Achslager des Getriebegehäuses spielfrei sind. Hier war das nicht der Fall, zu viel Spiel vorhanden und bei einem Zahnmodul von 0,3 muß das schon etwas genauer sein.
      Oben auf dem Bild löte ich gerade Bronzeblechstreifen auf die Abdeckung und zwar genau da wo die Radsatzachse sich im zusammen gebauten Zustand befindet.
      Die Steifen werden auf die Breite geschnitten und anschliessend eingeschliffen damit die Radsatzachse spiel- und klemmfrei läuft. Nur so erhält man mit einfachen Mitteln den korrekten Zahneingriff gewährleistet.





      Foto 1
      Panik?





      Foto 2 (genau in dieser Reihenfolge und nicht umgekehrt)
      Aber warum denn.





      Zum Schluß erhielt die K-59 meines Bekannten dann auch ihren Brüllwürfel. Programmieren desselben war jetzt hier recht einfach.
      Mit Decoder Pro wird die abgespeicherten Decodereinstellungen meiner K-59 ganz simpel auf den neuen Decoder kopiert indem man das Programm alle CVs noch einmal schreiben lässt.
      Decoder Pro hat sich bei mir bewährt. Das war eine gute Investition gewesen.





      Alle Loks erhielten dann noch Übergangsbleche zum Tender. Mittlerweile sind alle Loks wieder bei ihrem rechtmäßigen Eigentümer, diese P-44 bleibt daher bei mir. Heute habe ich einen Decoder dafür geholt, einen neuen Tsunami2 von dem noch zu berichten sein wird. Es ist der neueste Typ von Soundtraxx und ich muß mich noch in das Handbuch einarbeiten.
      Mit freundlichen Grüssen

      Lutz