Friedrichshafen im November

    • Friedrichshafen im November

      Bedingt durch einen Aufenthalt hier in Süddeutschland konnte ich am vergangenen Samstag die „Faszination Modellbau Friedrichshafen“ besuchen. Vorab hatte ich –auch in den vergangenen Jahren schon- recht Gutes über die Aussteller und die Angebote vernommen. Also Samstagmorgen gut frühstücken und auf nach Friedrichshafen, mit 2 Stunden Fahrzeit.

      In insgesamt 9 Hallen war für den Modellbaufan rund um den Schiffs-, Flugzeug-, Lastwagen- und Eisenbahn-Modellbau eine unüberschaubar große Anzahl Aussteller zu sehen. So war es von Anfang an notwendig, sich auf bestimmte Hallen zu beschränken, dieses Jahr waren es die Hallen A1 und A2, sowie für das Echtdampftreffen die Hallen B1 und B2. Davon unberührt blieb natürlich „der schnelle Blick über den Gartenzaun“ zu den anderen Modellbauern. Auch hier waren tolle Modelle zu sehen, vieles wurde in Flugvorführungen, großen Wasserbecken oder künstlich angelegten Landschaften auch vorgeführt.

      Kommen wir zu den Modellbahnhallen. Ich werde hier nicht auf alle Anbieter eingehen, viele waren auch „nur“ Händler mit Gebraucht- und/oder Neuware. Mangels eigenem Bedarf habe ich diese Stände nicht besucht.
      Starten wir mit den Modellbaufirmen. Man möge mir nachsehen, dass es eine sehr einseitig auf meine Interessengebiete zugeschnittene Berichterstattung ist…

      Roco/Fleischmann zeigten die mittlerweile auch im Handel erhältlichen italienischen L, bereits fertig bedruckt. Das Dreierset war leider nur schlecht zu fotografieren, die Vitrine stand an einem Pfeiler. Trotzdem hier ein Foto der Wagen.


      Ein Modell aus den fertigen Formteilen des ebenfalls italienischen FF/EE konnte auch begutachtet werden. Leider war beim Ausstellungsstück ein Sprengwerk bereits gebrochen, was darauf hindeuten könnte, dass die Modelle „sanft“ behandelt werden möchten. Aber das wird erst zu beurteilen sein, wenn die Modelle erhältlich sind. Ansonsten sahen beide Waggontypen wirklich gut detailliert aus, die Beschriftung der L lässt nichts zu wünschen übrig.


      Märklin/Trix, BEMO und Tillig waren ebenfalls da, hier war jedoch nichts für mich dabei.
      Weitere Modellbahnanbieter waren nme, -leider nur Epoche V aufwärts-, KM1 -einfach gigantisch- und mabartren aus Spanien. Hier zeigte man ein Muster aus den fertigen Formteilen eines G-Wagen, dem Gllmehs61 ähnlich, der RENFE. Der Wagen soll auch im DB-Livree aufgelegt werden. Sehr fein detailliert und mit einem korrekt nachgebildeten Blechdach. Besonderheit dieses Wagens sind der Staubbesen und die rotierende Polierscheibe, die über einen Antrieb im Wagenkasten angetrieben werden soll. Damit wäre ein Schienenputzwaggon erhältlich, der in einem Dg nicht so auffallen würde, wie z.B. der ewig bunte Roco-Wagen. Der Wagen mit der Bestell-Nr. 81801 Track cleaner DB soll einen Erscheinungstermin in 2018 haben.


      Exact-Train stellte einige Gmhs 30 als Modelle auch. Alle Fahrzeuge waren sehr ordentlich und sauber zusammengebaut, lupenrein beschriftet. Wenn die Fahrzeuge so auch zur Auslieferung kämen… Leider waren keine Handmuster des Gm/Gms 39 zu sehen, genauso wenig solche der angekündigten Omm 32 „Linz“ oder Omm 34/37 „Klagenfurt“/“Duisburg“. Also warten auf die ersten Serienmodelle. Schade drum, letztere hätten mich schon mal interessiert.

      Die Firma Lux stellte ihr gesamtes Gleisreinigungsprogramm vor, die Fahrzeuge und die stationäre Radreinigungsanlage konnten auch auf Probestrecken im Betrieb begutachtet werden. Schon beeindruckend, was da geboten wurde, aber die Teile haben auch ihren Preis…

      Bei Uhlenbrock konnte man sich über das gesamte Angebot informieren. ESU war nicht vertreten, konnte jedoch sehr umfangreich bei einem der Händler eingekauft werden.

      Von den bekannten Plastik-Modellgebäudeherstellern war nur Faller mit einem kleinen Stand vertreten. Dafür waren jedoch mehrere Anbieter von Lasercut-Modellen da. MBZ und MKB Modellbau zeigten Ausschnitte aus ihrem Lieferprogramm. Da waren für Kolvoerde einige Sachen dabei, vor allem die Fabrikgebäude, Krane und Ladestraßen-Details. Der –für mich neue- Anbieter Luetke zeigte eine Häuserzeile aus vier Stadthäusern mit Laden oder als Wohnblock in Halbrelief zu akzeptablen Preisen. Die Modelle dürften im Baustil den späten 50ern/frühen 60ern des vorigen Jahrhunderts entsprechen. Die Modelle sind aus Polystyrol gefräst.


      Darüber hinaus stellte er eine Vielzahl unterschiedlicher Brücken für alle Epochen aus. Besonders gut waren die teils sehr langen (bis 620 mm) Gitterbrücken in Bauformen wie sie im Ruhrgebiet regelmäßig verwendet wurden. Mal sehen, eventuell ist da für Kolvoerde die eine oder andere benötigte Brücke dabei.

      Schumacher war mit seinen Selbstbauweichen und anderen Angeboten vertreten. Leider waren die von mir gesuchten Bauteile nicht (mehr) vorhanden.

      MBR model aus Polen stellte seine Bäume aus. Wirklich hervorragende Produkte in Detaillierung und Größe zu einem sehr fairen Preis. Die Bäume werden größtenteils in den Ausführungen Sommer und Herbst angeboten. Da werden im kommenden Jahr sicherlich einige auch den Weg zum Bahnhof Kolvoerde Nord finden.

      Der EK-Verlag und die Verlagsgruppe Bahn (VGB) waren mit Ständen vertreten. Beim EK gab es wieder den von mir gerne besuchten „Wühltisch“ mit herabgesetzten Büchern und so fanden denn auch einige Bücher neu den Weg ins heimische Buchregal.

      Abschließend verweilte ich noch eine Weile bei den ausgestellten Modellbahnanlagen.
      Die Arge Hannover Spur 1 zeigte auf deren Anlage auch zwei Lokomotiven der Baureihe 50. Eine im Zugbetrieb eingesetzte Kabinentenderlok, die 50 493, war leider ohne „Alterung“ und ohne Personal unterwegs. Das geht in dieser Baugröße deutlich besser, solche "Kleinigkeiten" fallen dann sofort ins Auge. Die andere, sich im Bw aufhaltende, Kabinentenderlok 050 560-2 hingegen war farblich nachbehandelt und mit Personal besetzt.




      Das aus mehreren Publikationen schon bekannte "Bw Belgard" mit Bahnhof in der Epoche 2 konnte ebenfalls bewundert werden.




      Nicht zu vergessen ist die "Rittnerbahn". Hier wurde perfekt, mit akustischen Signalen und langsamer Fahrweise, ein Zwei-Mann-Betrieb auf zwei voneinander durch eine Hintergrundkulisse getrennten Seiten durchgeführt. Eisenbahnbetrieb, fast wie beim FREMO. Da machte Zuschauen Spaß.




      Auch der FREMO war vertreten, zumindest auf einigen Modulen des "Team Canada". Sie machten Betrieb mit sehr langen Zügen auf einer Kreisanlage mit einem "fiddle-yard" hinter einer der Hintergrundkulissen. Hier nur ein Bild dieses Bahnhofes.


      Zum Schnuppern von heißem Dampf und Öl ging es dann noch mal kurz zum Echtdampftreffen. Aufgebaut waren mehrere Spurweiten mit Fahrmöglichkeiten in zwei Hallen. Mitfahrgelegenheiten boten neben den Zügen auch einige Lokomobile.




      Alles in Allem eine gute Veranstaltung, die ich noch einmal besuchen würde - so sich die Gelegenheit ergibt.

      Herzliche Grüße
      Andreas B.

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …