E) Bahnamtliche Einordnung und Entwicklung - Betriebsstellen Gbf

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    • E) Bahnamtliche Einordnung und Entwicklung - Betriebsstellen Gbf

      Tach auch,

      ohne lange Vorrede gleich zum Thema.

      7.b) Güterbahnhöfe, Verschiebe-/Rangierbahnhöfe

      In nächster Zeit folgen nun die Bahnhöfe für den Güterverkehr. Auch dafür gibt es eine Liste, die kurz einige Informationen zusammenfasst. Im anschließenden Haupttext befasse ich mich entweder mit den Besonderheiten oder stelle die Bahnhöfe allgemein vor.
      Eine Anmerkung noch, für den daran Interessierten:
      Grundsätzlich sind zu fast allen Betriebsstellen Luftbilder vorhanden, sofern die Abdeckung dies ermöglichte. Bei Bedarf kann ich diese Luftbilder der Betriebsstellen – auf gezielte Anfrage – zeitnah hier einstellen. Also, wer etwas sucht….

      Jahre......................................Typ ..Klasse Name
      .........1951 1952 1957 1959...Gbf...3...........Bochum Nord
      .........1951..............................Gbf...3...........Bochum-Laer
      ....................................1959...Gbf................Bochum-Präsident
      ....................................1959...Gbf................Bochum-Riemke
      .........1951..............................Gbf...2...........Bochum-Weitmar
      ..................1952.....................Gbf................Dorsten
      .........1951..............................Gbf...4...........Dortmund Betriebsbahnhof
      .........1951..............................Gbf...3...........Dortmund Ost
      .........1951..............................Gbf...3...........Dortmund-Bodelschwingh
      .........1951..............................Gbf...2...........Dortmund-Dorstfeld
      .........1951..............................Gbf...1...........Dortmund-Eving
      1946.......................................Gbf................Dortmund-Hacheney
      .........1951 1952 1957............Gbf...1...........Dortmund-Hörde
      .........1951..............................Gbf...2...........Dortmund-Huckarde Süd
      .........1951..............................Gbf...3...........Dortmund-Lindenhorst
      .........1951..............................Gbf...2...........Dortmund-Lütgendortmund
      .........1951..............................Gbf...1...........Dortmund-Obereving
      .........1951 1952.....................Gbf...1...........Dortmund-Eving
      .........1951 1952 1957............Gbf...1...........Dortmunderfeld
      .........1951 1952.....................Gbf................Duisburg Hafen
      .........1951 1952 1957............Gbf...1...........Duisburg West (am Hbf)
      .........1951..............................Gbf...4...........Duisburg-Alstaden
      .........1951..............................Gbf...3...........Duisburg-Beeck Abstellbahnhof (um 1948 stillgelegt)
      .........1951..............................Gbf...4...........Duisburg-Hochfeld Nord
      .........1951 1952 1957............Gbf................Duisburg-Hochfeld Süd
      .........1951..............................Gbf...3...........Duisburg-Meiderich Nord
      .........1951..............................Gbf...1...........Duisburg-Neumühl
      .....................................................................Hier ein später Gleisplan und Bahnhofsaufnahmen
      ...........................1957............Gbf...1...........Duisburg-Ruhrort Hafen
      ...........................1957 1959...Gbf................Essen Hbf
      .........1951..............................Gbf...4...........Essen Krupp
      .........1951...................1959...Gbf................Essen Nord
      .........1951 1952 1957............Gbf...3...........Essen Ost (ehemals Hauptgüterbahnhof)
      ..................1952.....................Gbf...2...........Essen West
      .........1951..............................Gbf...3...........Essen-Altenessen Rheinisch
      .........1951..............................Gbf...3...........Essen Horl
      .........1951 1952.....................Gbf...1...........Essen-Frintrop (Sammelbahnhof)
      ..................1952.....................Gbf................Essen-Rüttenscheid
      .........1951..............................Gbf...1...........Essen-Segeroth
      .........1951 1952.....................Gbf...2...........Essen-Vogelheim.Essen-Vogelheim (Sammelbahnhof)
      .........1951............................. Gbf...2...........Gelsenkirchen-Horst Nord
      .........1951 1952 1957............Gbf...2...........Gelsenkirchen-Schalke Süd
      .........1951..............................Gbf...1............Hamm (Westf.) Ortsgüterbahnhof
      .........1951 1952.....................Gbf...1............Herne
      .........1951..............................Gbf...3............Hugo (Gelsenkirchen)
      ...............................................(01.06.1953 als selbstständige Dienststelle aufgelöst; zu Gelsenkirchen-Buer Süd)
      .........1951..............................Gbf...2............Mathias Stinnes (Gelsenkirchen)
      .........1951 1952..........1959...Gbf...1............Mülheim (Ruhr)-Speldorf
      .........1951 1952..........1959...Gbf...1............Mülheim (Ruhr)-Styrum
      .........1951..............................Gbf...4............Nette (Dortmund; 1952 bereits abgebaut)
      .........1951..............................Gbf...1............Oberhausen West
      ...........................1957.......... .Gbf.................Paderborn
      .........1951 1952 1957........... Gbf...1............Wanne-Eickel
      ..................1952.................... Gbf.................Wesel
      .........1951 1952................... .Gbf...3............Witten-Bommern

      und im zweiten Teil geht es um einige Güterbahnhöfe in Wort und Bild

      Bis gleich
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …
    • Tach auch,

      hier der versprochene zweite Teil.

      7.b.i) Güterbahnhöfe (Gbf)

      Die Güterbahnhöfe im Ruhrgebiet könnten unterschiedlicher nicht sein. Vom aufgelassenen Abstellbahnhof über nicht wahrnehmbare Güterbahnhöfe oder „reine“ Güteranlagen bis hin zu vielgleisigen Bahnhöfen ist hier alles vorhanden. Ich werde versuchen diese Vielfalt an einigen Beispielen darzustellen. Darüber hinaus werde ich die Güterbahnhöfe vorstellen, die über erwähnenswerte Besonderheiten verfügten. Ich bleibe jedoch bei der alphabetischen Reihenfolge der Bahnhöfe.

      1952 wurde der Güterbahnhof Dortmund-Hacheney endgültig stillgelegt. Der Übergabeverkehr zum Dortmund-Hörder-Hüttenverein, Werk Dortmund-Hörde, erfolgte schon seit den 1940er Jahren nicht mehr über diesen Bahnhof, er erfolgte über den Vbf Dortmund-Hörde (rechts außerhalb des Bildes).


      Gbf Dortmund-Hacheney, Luftbild, Ausschnittvergrößerung, mit eigenen Ergänzungen
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Anmerkung:
      Der rote Pfeil weist auf den Rangierbahnhof der Dortmund-Hörder-Hüttenunion hin. Die darunter liegende Brachfläche –bereits von allen DB-Nebengleisen beräumt- ist das Areal des ehemaligen Güterbahnhofes Dortmund-Hacheney.

      Der Güterbahnhof Duisburg Hafen war ein kaum beachteter Bahnhof. Wenn vom Hafen in Duisburg geredet wurde (und wird), dann wurde in einem Atemzug meist der Bahnhof Duisburg-Ruhrort Hafen erwähnt.
      Jedoch hatte auch dieser Bahnhof eine große Bedeutung im Güterverkehr mit den Duisburger Hafenanlagen. Er versorgte den Innenhafen, den Außenhafen und den Parallelhafen. Dieser Bahnhof lag an der ehemals durchgehenden Verbindung von Duisburg Hbf über Duisburg-Duissern nach Oberhausen West/Oberhausen Hbf, die wahrscheinlich nur als Güterbahn genutzt wurde. Die Verbindung wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut.
      Der Güterbahnhof verfügte über Lokbehandlungsanlagen mit Drehscheibe – vermutlich mit einer 14-Meter-Bühne – und 7-ständigen Ringlokschuppen.


      Gbf Duisburg Hafen, Luftbild, Ausschnittvergrößerung, mit eigenen Ergänzungen
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Der Güterbahnhof Duisburg-Beeck war in einer Streckenkarte der ED Essen von 1951 als Abstellbahnhof 3. Klasse eingezeichnet. Er wurde ca. 1948 als Güterbahnhof aufgegeben, er war jedoch immer nur ein Aufstellbahnhof für Güterwagen. Dieser, ehemals mindestens 20 Gleise –davon 16 zweiseitig angeschlossen- umfassende, Aufstellbahnhof war nach dem Zweiten Weltkrieg auf vermutlich sechs Stumpfgleise reduziert worden.


      Gbf Duisburg-Beeck, Luftbild, Ausschnittvergrößerung,
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Der Güterbahnhof Duisburg-Meiderich Nord gehörte zu den Bahnhöfen, die ausschließlich aus den Güterverladegleisen bestehen. Noch dazu war er einer der wirklich kleinen Güterbahnhöfe. Er war 390 m lang und rund 87m breit, verfügte über drei Ladestraßengleise, einen Güterschuppen, sowie eine kombinierte Kopf-/Seitenrampe mit zwei Köpfen. Güterschuppen und eine Kopframpe waren an einem Gleis zusammengefasst, die Seitenrampe mit dem zweiten Kopf lag an einem eigenen Gleis. Darüber hinaus gab es vermutlich noch ein Gleis mit diversen Lagerschuppen im nördlichen Bereich des Güterbahnhofes.


      Gbf Duisburg-Meiderich Nord, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Der Güterbahnhof Essen Nord war im Prinzip zweigeteilt. Die Ladestraßen und der Güterschuppen befanden sich am westlichen Ende, dem Verschiebe-/Güter- und Personenbahnhof.


      Gbf Essen Nord Ladestraßen/Güterschuppen, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Am östlichen Ende des Bahnhofes, dem Vorbahnhof (Vorbf), befanden sich die Entseuchungsanlage, diverse Aufstellgleise, sowie die Anschließer TH. Goldschmidt AG und städtischer Schlacht- und Viehhof. Hier zweigte auch die Zufahrt zum Bw Essen Nord ab.


      Vorbf Essen Nord Aufstellgleise/Anschließer/Entseuchung/Bw, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Der Bahnhof Essen Nord verfügte über eine sehr große Entseuchungsanlage für Viehwagen. Sie bestand aus 3 Waschgleisen mit je einem, vermutlich tiefer liegenden, Dungwagengleis. Gemäß einem Aufsatz verfügte sie über insgesamt 11 Stumpfgleise, mindestens 9 Gleise sind im Luftbild zu identifizieren.


      Gbf Essen Nord Entseuchungsanlage, Luftbild, Ausschnittvergrößerung, eigene Ergänzungen
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Sie war gemäß o.a. Aufsatz als Entseuchungsanlage für alle Viehwagen im Ruhrgebiet ausgelegt. Dies würde auch erklären, warum bei den anderen Bahnhöfen mit Anschluss von Schlachthöfen keine Entseuchungsanlagen zu erkennen sind. Auch würde dies bedeuten, dass Viehwagen aus z.B. Wanne-Eickel oder Mülheim zugeführt werden mussten. Dies kann zurzeit jedoch nicht belegt werden.

      Der Güterbahnhof Essen Ost, ehemals der Essener Hauptgüterbahnhof, verfügte bis ca. 1945 über 10 Ladestraßengleise an fünf Ladestraßen, ein Krangleis mit festem Überladekran, sowie zwei Kopframpengleise.
      Nach dem Krieg verbleib nur eine Ladestraße, die einseitig über einen Gleisanschluss verfügte. Die anderen Ladestraßen wurden entweder als Frei-Lagerfläche mit Gleisanschluss (2 Ladestraßen) genutzt oder wurden mit einem Schuppen überbaut, vermutlich eine Güterhalle (1 Ladestraße). Die fünfte Ladestraße (kürzeste) wurde nicht weiter genutzt. Krangleis und Kopframpengleise wurden weiterhin benötigt.


      Gbf Essen Ost, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Die Zuführung der Güterwagen erfolgte über das Stellwerk Block/Abzweig Frillendorf, das am Überwerfungsbauwerk der Strecken Essen Hbf – Essen-Kray Nord und Essen Nord – Essen-Kray Nord lag. Hier rechts oben im Bild.


      Gbf Essen Ost Umgebungskarte, Luftbild, Ausschnittvergrößerung, mit eigenen Ergänzungen
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Der Güterbahnhof Essen-Frintrop war ein ehemals sehr bedeutender Rangierbahnhof des Ruhrgebietes, der bereits 1930 stillgelegt wurde. Er hatte einmal ein Betriebswerk mit drei Drehscheiben und einer Schiebebühne, die 13 Gleise versorgte. Rund 50 Rangiergleise waren vorhanden von denen 20 bis 22 im Jahr 1952 noch genutzt wurden. Das ehemalige Bahnbetriebswerk hatte noch eine Drehscheibe und den Rund-Lokschuppen, wurde jedoch nicht mehr zur Lokbehandlung genutzt. Die restlichen Anlagen waren bereits abgebaut. Die Gleisanlage diente als Sammelbahnhof für Güterwagen und der Versorgung des Hüttenwerk Oberhausen AG (HOAG).


      Gbf Essen-Frintrop, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0
      Hier noch einmal der Link aus der Liste als Wiederholung.

      Der Güterbahnhof Mathias Stinnes war ein Beispiel für einen industriell genutzten Übergabebahnhof für drei Anschließer der Mathias Stinnes AG:
      • Ruhröl GmbH
      • Kraftwerk Welheim
      • Bergwerk Welheim 1/2
      Er lag an der Verbindung Bottrop Hbf – Gelsenkirchen-Bismarck.


      Gbf Mathias Stinnes, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Der Güterbahnhof Nette, auf der Streckenkarte der ED Essen von 1951 noch als Güterbahnhof 4. Klasse eingetragen, lässt sich auf Luftaufnahmen nicht nachweisen. Der Bahnhof soll am Abzweig Nette nördlich der Kreuzung der Verbindungen Dortmund-Obereving – Dortmund-Marten und Dortmund Vbf – Dortmund-Mengede gelegen haben. Wer weiß…. Zu sehen ist er jedenfalls nicht.


      Gbf Nette, Luftbild, Ausschnittvergrößerung
      Quelle: Regionalverband Ruhr, CC BY-NC-SA 4.0

      Soweit zu den Güterbahnhöfen. Wenn gewünscht, kann ich weitere Bahnhöfe in Wort und Bild vorstellen. Bitte dies im Diskussionsthread "anmelden". Danke.

      Herzliche Grüße
      Andreas

      … Alles in allem eine verwirrende Vielfalt von Strecken, die in alle Himmelsrichtungen führten, von irgendwo herkamen und unbekannten Orten zustrebten. …