Schotter, Schwellen und Kleber

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Schotter, Schwellen und Kleber

      Auf der Suche nach der richtigen Kombination aus Schotter und Kleber habe ich ein paar Probeklebungen durchgeführt. Auf einer Styrodurplatte wurden 3mm breite und 2mm hohe Streifen aus Styrodur als Schwellen-Ersatz aufgeklebt und lackiert. In den 4 Zeilen befinden sich von oben nach unten:
      • Koemo H0 Diabas Dunkel
      • Koemo H0 Diabas Normal
      • Diabas von Frank-Martin Schmidt 0,6 bis 0,8 mm
      • Diabas von Frank-Martin Schmidt 0,2 bis 0,3 mm für den Schaufelsplitt


      In den 6 Spalten kamen 5 verschiedene Kleber zum Einsatz:
      1. Kein Kleber (zum Vergleich) - besonders günstig, aber nicht besonders formstabil :)
      2. Woodland Scenic Cement
      3. Acrylbinder verdünnt mit Wasser 1:10 und einem Schuss Mirasol 2000 Antistatic
      4. Renovo Unigrund verdünnt mit Wasser 1:3 und einem Schuss Mirasol 2000 Antistatic
      5. Mowi von Bruno mit 50% mehr Spiritus
      6. Koemo Schotterkleber
      Das Bild wurde ca. 2 Wochen nach dem Kleben gemacht.
      Wie zu erwarten war: Egal welcher Kleber verwendet wird, der Schotter wird dunkler! Je nach Ausgangsmaterial verhalten sich die Kleber unterschiedlich.
    • Für die Bemalung der Schwellen blieben nach reichlich Experimenten diese beiden Varianten in der engeren Auswahl. Diese ist mein Favorit:



      Die Basisplatte und der Gleiskörper sind aus Styrodur, das Pink vom Austrotherm schimmert noch durch. Der Schaufelsplitt sind Diabas 0,2 bis 0,3mm von Frank-Martin, geklebt mit Mowi und mit Vallejo-Washing #517 abgedunkelt. Unter den Grasfasern kam die Strukturpaste Dark Earth von Vallejo zum Einsatz, was eigentlich nicht mehr zu sehen ist. Die Schwellen wurden mit Vallejo Model Air #297 JGSD Brown und die Kleineisen & Schienen mit #80 Rust lackiert. Anschließend wurde mit einem Washing aus Ölfarbe - Schmincke Norma 685 Umbra natürlich gebräunt - und Terpentin nachbehandelt.


      Diese Variante unterscheidet sich in 2 Punkten von der ersten Variante:
      1. Kein Washing des Schaufelsplitts
      2. Die Schwellen wurden mit Vallejo #323 BS Dark Earth lackiert.
      Die schwerste Aufgabe liegt noch vor mit, es muss die Entscheidung getroffen werden, mit welchem Schotter und mit welchem Kleber auf dem Favoriten geschottert wird :wissenschaftler:
      Demnächst dann mehr... :sleeping:
    • Hallo Jens,

      Da hast Du dir richtig Arbeit gemacht, mit einem überdeutlichen Resultat. Jedoch gestatte mir eine kleine Anmerkung:
      Um eine hundertprozentig objektive Gegenüberstellung zu bekommen, hattest Du eigentlich die nicht verklebten Schotterproben mit ein wenig Wasser benetzen müssen, um den vorhandenen Staub abzuspülen, was bei den verklebten Proben durch den aufgesprühten Kleber erfolgte. Daher ist der Farbton des nicht verleimten Schotter eine Fraktion zu hell und sieht ziemlich zerstäubt aus, was eine völlig objektive Interpellation des Farbtons ein ganz wenig beeinträchtigt.

      Viele Grüße und noch einen schönen Sonntagnachmittag,

      Jacques Timmermans
    • Hallo Jens,

      vielen Dank für die Untersuchung. Sehr aufschlußreich, auch und gerade auch in Ergänzung zu der sehr ausführlichen Abhandlung ich meine in DSO.
      Ich bin gerade an der selben Thematik und bin auch noch unentschieden wie ich meien Schotter verkleben soll.
      Ich habe mich für den dunklen Koemo Diabas entschieden und auch schon einige Versuche mit verschiedenen Klebern gemacht, mit ähnlichen Ergebnissen.
      Als Kleber habe ich
      - Latex Bindemittel mit ca. 1:10 Verdünnung mit Wasser und einem Schuß Spiritus
      - Tiefengrund pur
      - MoWi von Bruno
      verwendet.
      Ja, der Schotter dunkelt nach.
      Hast Du Erfahrungen mitdem rostig eingefärbten Koemo Schotter und den Klebern?
      Was die Festigkeit angeht habe ich bisher mit Tiefengrund in 2 maligem Auftrag (nass in nass) die besten Resultate. Danach kommt Latexbindemittel und dann MoWi.
      Mein mittlerweilige schon einige Jahre alter Bahnhof Michelsheim hat schon einige FREMO Treffen mitgemacht, teilweise mit sehr extremen Temperaturschwankungen und der Tiefengrund geklebte Schotter hält 1A. Nur wurde da der Basalt sehr, sehr dunkel. Lehrgeld.....
      Eine Frage habe ich noch an dich. Hast du den Schotter vorher an oder gar durchgefeuchtet und wenn ja mit was.? Ich habe das mit Odol-Wasser gemacht und da beim Tiefgrund wirklich eine gute durchgängige Verklebung erreicht.
      Beim MoWi geht das ja ganz gut auch ohne anfeuchten, vielleicht daher auch die nicht ganz zufriedenstellende Verklebung. Aber vielleicht kann mir der Meister selbst was dazu sagen, um den Prozess zu optimieren, da ich den MoWi kleber eigentlich wegen der flotten Verarbeitung und Trocknung sehr gerne verwende.

      Variante 1 mit dem Wash schaut sehr gut aus. Du machst dir da aber echt viel Mühe mit.
      Eine kleine Bemerkung noch am Rande. Die Randwege wurden in der EP II und III nicht selten aus gemahlener/ gebrochener/ gesiebter Lok Schlacke erstellt, was eine deutlich dunklere Färbung ergibt. Nicht schwarz aber doch dunkleres (schwarz) Grau.
      Nochmals danke für die wirklich sehr gute Darstellung! :thumbup:

      Anbei noch zwei Bilder, Stand bei mir und eine Farbstudie zu den Schwellen





      Michael R
    • Hallo Michael, hallo, Jens, hallo alle,

      Wichtig vorweg: Mit MOWI k e i n Wasser verwenden!!

      Lieber einmal stark verdünnt mit IPA vorsiffen und nach Trocknung (meist hält das schon bombig, nach völliger Durchtrocknung beurteilen!) mit nicht so stark verdünntem MOWI nochmal drüber.

      Die "Tüte auf einem Liter" ist eigentlich schon zu konzentriert für die Träufelei, aber irgendwie muss man ja möglichst simpel anfangen. Auch hier gilt: Finde D e i n e n Weg.

      Entweder man liebt es oder man hasst es. Geht mir mit vielen Dingen ja auch so, siehe Panpastel-Methode. Da gibt es sicherlich Meister, die perfekt sind (Der verlinkte Artikel führt aber eher in die andere Richtung. Naja, wenn man die Besprechungsmuster abarbeiten muss . . . ).

      Macht euch einen! LG Bruno - bob -
    • Hallo Michael,

      hier ein paar Antworten.

      Von den unterschiedlich rostig eingefärbten Diabas-Varianten von Koemo habe ich zwar Probepackungen, habe aber keine Klebeproben durchgeführt. Wie sich die Kleber über längere Zeit verhalten, kann ich auch nicht sagen.

      Den Schotter habe ich absichtlich vor dem Kleben nicht angefeuchtet. Wie Bruno schon schrieb, verträgt sich die Feuchtigkeit nicht mit dem Mowi, den selbst angemischten Klebern wurde Mirasol 2000 Antistatic beigefügt und bei den beiden gekauften Kleber gehe ich davon aus, dass dort Zusätze enthalten sind - das ist jetzt reine Spekulation von mir.

      Der Schaufelsplitt bekommt auf jeden Fall ein dunkles Washing, Option 2 habe ich nur wegen der helleren Schwellen gezeigt. Bruno hatte mir das Thema Schlackebeimischung schon mal ausführlich erklärt ;)

      Meine beiden Favoriten:
      • Koemo Diabas dunkel & Woodland Scenic Zement oder
      • Diabas von Frank-Martin & Renovo Unigrund
      Kleine Hilfe beim Suchen der richtigen Koordinaten:

      Na ja, bis Rastede ist ja noch ein paar Tage hin :pfeifen:

      Grüße aus Sickte
      Jens - der seinen Weg finden wird
    • Hallo Jens,

      Jens schrieb:

      Acrylbinder verdünnt mit Wasser 1:10 und einem Schuss Mirasol 2000 Antistatic

      Renovo Unigrund verdünnt mit Wasser 1:3 und einem Schuss Mirasol 2000 Antistatic
      Acrylbinder ist wohl (für schon länger abstinente Chemiker) nicht mit Latexbindemittel (siehe Tipp von Andreas L) gleichzusetzen.
      Renovo Unigrund wird wohl Tiefengrund sein (mit/ ohne Lösungsmittel?). Das war der ursprünglich für mich spannende Punkt meiner Frage.

      Vielen Dank für die Rückmeldung

      Michael r
    • Hallo Jens,
      Du gehst ja sehr systematisch ans Werk. Vielen Dank dafür, denn man sieht, dass nicht ein Kleber für alle Schottersorten der richtige ist, wie wir immer meinen.
      Für einen Kleber, den ich gerne nehme, allerdings habe ich noch einiges an Rainershagener Naturals Schotter, ist der LATEX-Binder, den ich 1:5-6 verdünne, kein Fließverbesserer zugeben, sondern den Schotter mit Wasser aus der Sprühflasche einneble, so dass das Kleber-Wasser-Gemisch gut durchsickert.
      Die Verfärbung durch Entstaubung ist minimal.

      Gruß
      Andreas
    • Moin Leute
      Zum befestigen von Schotter gibt es bei zehn Modellbahner 12 Meinungen. ^^ Zwei zusätzlich weil diese inzwischen ihre Meinung geändert haben. :P
      Nach all den Mittelchen die ich aufgebracht habe, war der Kleber von Rainer Lipp vor 20 Jahren der beste. Er musste im Verhältnis 1 zu 7 verdünnt werden. Er veränderte das Schotterbild am wenigsten. Lipp hat ihn aber zum Schluss auch nicht mehr vertrieben.
      Seit neustem nehme ich lösungsmittelfreien Tiefgrund aus dem Baumarkt. Auf die Idee bin ich nicht selber gekommen, sondern weil in der FREMO Gemeinde einige wirklich sehr gute Modellbauer damit arbeiten. Auch der Schotter im Bahnhof Walburg wurde mit Tiefgrund befestigt. Vorher mit Odol (Mund) Wasser Gemisch einsprühen und dann Tiefgrund mit der Pipette aufbringen und„kriechen lassen“. Den MOWI Kleber, gleich in welcher Zusammensetzung, (Mischungsverhältnis) finde ich für das Schottern nicht ideal, für viele anderen Dinge ist er für mich inzwischen unersetzlich.
      Meine Feststellung dazu: Schottern ist immer wieder anders. Der Staubanteil im Schotter, die Umgebungstemperatur, usw. usw. Vor den Mühen die sich manche machen, um mit Hilfe von Testreihen ein reproduzierbares Ergebnis zu erhalten, ziehe ich den Hut. Für mich persönlich habe ich schon länger damit abgeschlossen, vor allem weil es leider unendlich viele Geschmäcker beim Schotter gibt. Jeder findet naturgemäß seine Lösung am besten. Beim FREMO bedeutet das, nach jedem Modulübergang ändert sich das Schotterbild dermaßen, das es in den Augen wehtut. Deshalb eine winzige Nuance bei mir und meinen Modulen fällt da überhaupt nicht ins Gewicht.

      Meine drei Cent
      LG Friedrich
      Nachtrag zu Rainer Lipp vor 20 Jahren:

      Andreas S schrieb:

      es war wohl Latex-Binder, was Rainer verwendet hat. Sieht so aus, schmeckt so , funktioniert so.
      Gruß Friedrich

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Friedrich ()

    • Moin in die Runde,

      meine kleine Anmerkung: ich habe mit (irgend) einem Tiefgrund aus einem Baumarkt und ASOA-Schotter (vorher reichlich gewaschen) nicht so gute Erfahrungen gemacht, denn der hat die Stahlschwellen von RST, die ich vorher mit Revell "Leder" gefärbt hatte, mit weißen Ausblühungen versehen. Meine Nachfrage bei den Fremo:87-Kollegen ergab, daß sie den Tiefgrund aus dem Hause Hammer verwenden, der "brav" ist und sowas nicht macht. Ich habe das nun noch nicht ausprobiert.
      Ansonsten volle Zustimmung zu Friedrichs Beitrag.

      Ich habe noch eine Frage: weder hier noch via google habe ich etwas zum MOWI-Kleber gefunden. Muß ich nun zu Fielmann oder mag mich hier jemand aufklären?

      Beste Grüße

      Wolfgang
      :matrose:
      Mich interessiert vieles - und immer alles rund um das Bw Bestwig!!
    • Hallo zusammen!

      Nach meiner längeren Weg-Suche möchte ich Euch nun mein Schotter-Ergebnis zeigen. Zunächst ein Probestück, zur Präsentation meiner Steyr K2670, die ich nur gebaut habe um mal einen Grund zum Verlegen von Holzschwellen (Wagenwerk) zu haben :)

      Ich habe mich für den Schotter von Koemo Diabas dunkel & Woodland Scenic Zement entschieden. Das sieht dann so aus:



      Die Bearbeitung des Schotters mit dem Pinsel hat die Arbeit an den Kleineisen 'korrigiert', die Mühe vorher hätte ich mir sparen können :)
    • Rechtzeitig vor Rastede wurden mit der gleichen Methode gleich meine 4 Streckenmodule geschottert, dann aber mit Schotterhilfe und Schotterbesen, sonst fegt MANN sich den Wolf :thumbsup:

      Eine Nachbehandlung des Schotters gab es nicht.



      Auf den Fotos sind noch Steine auf den Kleineisen zu sehen. Hilfe :bomb:
      Gut, bis zum nächsten Einsatz in Lüneburg wird das natürlich noch korrigiert, die Kleineisen werden auch noch nachbehandelt und ein wenig Ölfarbe auf die Schwellen kann auch nicht schaden.

      Dann mein Dank an all diejenigen, die mir geduldig mit Rat und Tat auf der Suche nach dem (temporären) Weg zur Seite standen :thankyou:

      Grüße aus Sickte
      Jens
    • Seid alle recht herzlich gegrüßt,

      mit großem Interesse habe ich eure Beiträge gelesen und bin zwar etwas schlauer, doch die Patentlösung gibt es wohl nicht.
      Vor ca. 24 Stunden habe ich meine ersten Erfahrungen mit dem Koemo-Schotter gemacht. Wie mir Herr Reinhard Köhler ( Koemo ) beschrieben hat, habe ich den Schotter R20 + DD im Verhältnis 50:50 gemischt, der für den Bahnhofsbereich vorgesehen ist. Auch den Koemo - Kleber habe ich dafür verwendet. Klar, die Schotterei ist mühevoll, bis das letzte Steinchen von der Schwelle ist, sieht dann jedoch ganz passabel aus. Jetzt kam der Klebereinsatz. Positiv ist zu vermerken, dass der Kleber ganz hervorragend in das Schotterbett eindringt und das ohne zusätzlichen Fliessverbesserer. Nun war das Ergebnis in nassem Zustand nicht so doll, weil sich der Schotter verdunkelt hat. Logisch, weil ja nass. Nach nun gut 24 Stunden hat sich allerdings auch nur eine minimale Verbesserung in Richtung Aufhellung getan, was vermutlich auch so bleiben wird, denn der Kleber ist trocken. Das Schotterbett ist nach diesem einmaligen Auftrag des Klebers fest geworden und bedarf keiner weiteren dies bezüglichen Aktion. Gegenüber der ASOA Verklebung, die einige Male durchgeführt werden muss, ein klarer Vorteil.
      Fazit: Zukünftig werden die dunkleren Schotter-Beimischungen erheblich reduziert, auch im Bahnhofsbereich. Da ich noch genügend Asoa Material habe, werde ich auch damit experimentieren und den Koemo-Kleber verwenden. Letztendlich wird wohl ein Kompromiss entstehen, weil wie schon in den anderen Beiträgen gesagt, das individuelle Empfinden von uns Mobahner jedesmal anders ist.

      In diesem Sinne verbleibe ich,
      Frieder